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> Resolute Support (ehem. ISAF), Teil II rund um Afghanistan
SailorGN
Beitrag 11. Jun 2018, 23:25 | Beitrag #3331
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Also existieren die Taliban als strategisch-operativ kohärente und tätige Gruppierung weiterhin und haben die "Vormachtstellung" unter den afgh. Insurgenten?


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revolution
Beitrag 11. Jun 2018, 23:37 | Beitrag #3332
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Seit wann sind "die Taliban" eine "strategisch-operativ kohärente und tätige Gruppierung"? Waren sie das denn jemals?


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Freestyler
Beitrag 12. Jun 2018, 07:24 | Beitrag #3333
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ZITAT(SailorGN @ 12. Jun 2018, 00:25) *
Also existieren die Taliban als strategisch-operativ kohärente und tätige Gruppierung weiterhin und haben die "Vormachtstellung" unter den afgh. Insurgenten?

Ja, definitiv. In einzelnen Provinzen, insb. in Nangarhar, dominiert der IS, in anderen wie Faryab und Jowzjan operieren sowohl der IS als auch die Taliban und kooperieren teilweise auch auf taktischer Ebene. Die Kooperation wird dadurch vereinfacht, dass die meisten IS-Führer und -Kämpfer in Afghanistan früher Taliban waren. In Kabul konkurrieren die Taliban, dabei insbesondere das Haqqani-Netzwerk, und der IS um möglichst spektakuläre Anschläge.

Landesweit sind die Taliban aber die dominierende Gruppierung, und abgesehen von einzelnen wenigen IS-Franchises und mit den Taliban verbündete Gruppierungen wie dem Islamic Movement of Uzbekistan, (East) Turkistan Islamic Movement/Party und Al Qaida existieren auch keine von den Taliban unabhängigen Gruppierungen.

Ich dachte, ich hätte dazu mal was geschrieben, aber ich finde den Beitrag nicht mehr confused.gif

Edit: Hab die Beiträge wieder gefunden:

ZITAT(Freestyler @ 6. Nov 2017, 14:15) *
ZITAT(SailorGN @ 6. Nov 2017, 07:49) *
Hast du näheres über die Unterstützung der Taliban, bspw. welche Fraktion im Iran dahinter steht? Mir war bisher nur bekannt, dass aufgrund der Talibanmassaker an den Hasara dort eine Todfeindschaft seit den späten Neunzigern herrscht. Und noch ne Frage: Hat sich die Unterstützung für die Taliban so gewandelt, dass sie nun auf schiitische Quellen zurückgreifen müssen? Bis 2001 waren sie doch die Lieblinge der Saudis und Pakistanis....

ZITAT(Nite @ 6. Nov 2017, 12:02) *
Daneben gibt es zu bedenken dass es "die Taliban" heute so nicht mehr gibt. Auch die Taliban sind in mehrere Fraktionen fragmentiert.

Die Taliban waren noch nie eine monolithische Bewegung, sondern setzen sich aus einer Vielzahl von Fraktionen und Netzwerken zusammen, dazu kommen noch Verbündete und "Kooperationspartner", darunter al-Qaida, das Islamic Movement of Uzbekistan etc. Schon der schnelle Vormarsch der Taliban in den 90ern erklärt sich durch ihre Fähigkeit, sich mit lokalen Gruppierungen zu arrangieren und diese (bzw. ihre Führer) zu kooperieren. So wurden z.B. lokale Selbstschutzmilizen integriert, aber auch Teile von Gulbuddin Hekmatyars Hizb-i Islami und das Haqqani-Netzwerk von Jallaludin Haqqani, der einen Ministerposten in der Regierung erhielt, während sein Netzwerk weiterhin autonom blieb.
Beschlüsse der Taliban-Schuren auf strategischer Ebene sind oft fragile Kompromisse zwischen den einzelnen Fraktionen, die von mächtigen Fraktionen bei hinreichender finanzieller Autonomie auf taktischer und operativer Ebene unterlaufen/missachtet werden. Das Verbot des Drogenanbaus oder die Definition von zivilen und militärischen Zielen sind derartige Beispiele. Entscheidungen, die nicht im Konsens oder zumindest unter hinreichender Anhörung aller Fraktionen getroffen werden, führen zur Fragmentierung. Ein Beispiel dafür ist z.B. das Verschweigen des Todes von Mullah Omar und die Übernahme seiner Amtsgeschäfte durch Mullah Akhtar Mansour ohne Konsultation. Das führte zu erheblichen internen Zerwürfnissen und - zusammen mit dem Auftreten des Islamischem Staats - zu einer Zersplitterung der Taliban in den vergangenen Jahren.

In den 90ern waren die Taliban sowohl eine paschtunisch-nationalistische als auch radikal-islamistische Bewegung. Das erklärt auch das brutale Vorgehen gegen die schiitischen Hazara - wobei die Ermordung mehrerer iranischer Diplomaten in Mazar-e Sharif fast zum Krieg zwischen den Taliban und dem Iran führte, die Hazara wurden von keiner Bürgerkriegsfraktion geschont wink.gif
Nach dem Sturz der Taliban nach dem 11. September wurden viele Taliban der sog. ersten Generation wesentlich moderater und inklusiver, was eine notwendige Bedingung war, um ihren Einfluss über die paschtunischen Siedlungsgebiete in Südafghanistan hinaus auszudehnen und internationale Anerkennung zu erlangen. Während Paschtunen immer noch dominieren, gibt es mittlerweile auch Tadschiken, Usbeken und selbst Hazara in Führungspositionen. Die alte Generation der Taliban ist auch diejenige, die Friedensverhandlungen nicht grundsätzlich ablehnt. Nichtsdestotrotz existieren auch die radikal-islamistischen Einflüsse noch (bzw. wieder).

Pakistan sieht die Taliban als Werkzeug seiner Interessen, während die Taliban selbst Pakistan nur als Partner betrachten, Unterstützung annehmen, aber eine pakistanische Einflussnahme ablehnen. Pakistan lehnt direkte Friedensverhandlungen zwischen Taliban und der afghanischen Regierung ohne seine Einbeziehung ab. Pakistan versucht Entscheidungen der Taliban, die seinen Interessen zuwiderlaufen, zu verhindern bzw. zu sabotieren, z.B. indem die Unterstützung zeitweise eingestellt oder die Bewegungsfreiheit der Taliban und ihrer Familien eingeschränkt wird (bis hin zu Verhaftung).
Diese Abhängigkeit von Pakistan die Einschränkung der eigenem Handlungsfreiheit ist der Grund, weshalb die Taliban zum einen ihre Rückzugsräume zunehmend nach Südafghanistan verlagern und zum anderen versuchen, ihre staatliche Unterstützung zu diversifizieren. Welche Fraktion im Iran mit den Taliban kooperiert, kann ich nicht sagen, ich gehe aber davon aus, dass die Revolutionsgarden mit Sicherheit beteiligt sind - der Bericht in der New York Times unterstützt, zudem verfügen die Revolutionsgarden über langjährige Erfahrung in der klandestinen Unterstützung derartiger Gruppierungen. Daneben hat der Iran ein natürliches Interesse daran, dass am seiner Peripherie mindestens neutral gesinnte Gruppierungen agieren, weshalb er vermutlich immer einen Draht zu den in Westafghanistan operierenden Taliban hatte.

Eine Ausnahme innerhalb der Taliban stellt das autonome Haqqani Netzwerk dar, das in Südostafghanistan operiert und das nicht nur sehr eng mit dem pakistanischen Geheimdienst sondern auch mit anti-schiitischen Gruppierungen wie Lashkar-e Taiba und Lashkar-e Janghvi kooperiert. Das Haqqani-Netzwerk ist nicht nur besonders radikal, sondern auch ein Wirtschaftsimperium und verfügt über herausragende militärische Fähigkeiten, insb. was komplexe Terroranschläge angeht. Angriffe auf indische, iranische und schiitische Einrichtungen wurden in der Vergangenheit fast immer durch das Haqqani-Netzwerk durchgeführt bzw. wesentlich unterstützt. Das gleiche gilt für eher zivile Ziele.

ZITAT(Freestyler @ 7. Nov 2017, 19:53) *
Die operative und taktische Kontrolle, die die Rahbari Schura (die oberste Taliban-Schura) und die regionalen Schuren über lokale Kommandeure ausüben, variiert stark und hängt insbesondere von der finanziellen Lage der örtlichen Taliban ab. Meinem Verständnis nach ist sie in Südafghanistan (der Herkunftsregion der ersten Generation) relativ stark, in Südostafghanistan dominiert dagegen das Haqqani-Netzwerk. Wobei das Haqqani-Netzwerk hinsichtlich militärhistorischer Aktivitäten einen Schwerpunkt auf Terroranschläge hat und wenig Raum kontrolliert. Nichtsdestotrotz werden Kommandeure auf Distrikt+ und Provinzebene meines Wissens alle von den verantwortlichen Schuren ernannt bzw. bestätigt.

Die Bedeutung der Madrassen für die Rekrutierung ist meines Wissens ungebrochen. Das Haqqani-Netzwerk verfügt wohl sogar über eigene Madrassen und kooperiert zudem mit entsprechenden pakistanischen Organisationen (Sepah-e Sehaba?). Die Mehrheit der Selbstmordattentäter kommt wohl aus Madrassen.

Zu den afghanischen und pakistanischen Freiwilligen/Söldnern/Zwangsrekrutierten: Teilweise handelt es sich dabei um ideologisch/religiös motivierte Freiwillige, die den schiitischen Minderheiten in Afghanistan und Pakistan entstammen oder aber unter den afghanischen Flüchtlingen/Einwanderern im Iran rekrutiert werden. Da deren rechtliche und wirtschaftliche Situation oft prekär ist, werden diese wohl oft zum Dienst gezwungen bzw. durch die finanziellen Anreize geworben. Dabei werden die Afghanen und Pakistanis von Offizieren der Revolutionsgarden geführt.

Hier mal eine kurze Auswahl zu Artikeln zu dem Thema:
https://www.hrw.org/news/2016/01/29/iran-se...ans-fight-syria
https://www.afghanistan-analysts.org/death-...cated-in-syria/
https://www.afghanistan-analysts.org/murads...yrian-conflict/


Der Beitrag wurde von Freestyler bearbeitet: 12. Jun 2018, 07:32


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ZITAT(Kreuz As)
Entweder eine Frau fingern oder schiessen gehen. Dann geht das zucken im Zeigefinger auch wieder weg.
 
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Beitrag 13. Jun 2018, 12:37 | Beitrag #3334
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Als Ergänzung noch:

ZITAT
Red on Red: Analyzing Afghanistan’s Intra-Insurgency Violence
Once renowned for its political cohesion, the Afghan Taliban movement now finds itself enduring sustained internal divisions and threats from rival factions. The revelation in July 2015 that the leader of the Taliban, Mullah Omar, had, in fact, been dead for nearly two years led to an internal power struggle that further fractured the Taliban movement. Ever since, various factions of Taliban fighters opposed to the current Taliban leadership council have engaged in open combat with their former group. The emergence of the Islamic State in Khorasan Province, a group that includes some disaffected Afghan Taliban commanders, has resulted in conflict between the two groups. The Afghan Taliban remains the most organized and lethal insurgent group operating in Afghanistan, and it controls significant swaths of the country. But its fracturing is weakening its ability to sustain its current position. [...]

Combating Terrorism Center at Westpoint


Der Beitrag wurde von Freestyler bearbeitet: 13. Jun 2018, 12:38


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ZITAT(Kreuz As)
Entweder eine Frau fingern oder schiessen gehen. Dann geht das zucken im Zeigefinger auch wieder weg.
 
SailorGN
Beitrag 13. Jun 2018, 13:53 | Beitrag #3335
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@revolution: Sie waren es auf alle Fälle vor 2002. Zu ISAF und EF-Zeiten wurden ihre quasi-staatlichen Strukturen in großen Teilen zerschlagen, ihr Bündnis- und Tributsystem insb. ausserhalb des Paschtunengebietes neutralisiert und Führungskader gejagt. Die vorherige Koheränz war in großen Teilen Mullah Omar geschuldet, welcher sehr viele Elemente durch charismatische, religiöse und moralische Autorität an die Bewegung gebunden hatte. Mit dem Erfolg kam dann auch die persönliche Bindung von Lehensleuten über Posten (zivil- und militärisch) hinzu, gleiches galt natürlich auch für die Verteilung internationaler Gunstbeweise.

@Freestyaler: Danke nochmal. Ich hatte den Eindruck gewonnen, dass "die Taliban" im Sinne der Organisation der 90iger nicht mehr existiert. Sicher gibt es Kooperation, aber der "Alleinvertretungsanspruch" wird nicht mehr durchsetzbar sein. Dazu die neue Konkurrenz durch den IS und der jahrelange Wegfall oder besser, die Reduktion der internationalen Mittel... eigentlich sollte da doch die Möglichkeit bestehen, Elemente/Gruppierungen einzeln zu zerschlagen, abzulenken oder einzubinden?


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Beitrag 15. Jul 2018, 15:48 | Beitrag #3336
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ZITAT
Afghan forces suffer heavy casualties in Kunduz

The Afghan military “suffered heavy casualties” during a Taliban assault in a contested district in the northern province of Kunduz overnight. The attack was reportedly executed by the Taliban’s Red Unit, the group’s shock troops who are better trained than the average fighter.

The Taliban launched its attack on a military base and security checkposts in the district of Dasht-i-Archi late last night, the group stated on its official website, Voice of Jihad.

“[A] military base and 15 enemy check posts have been overrun, killing 72 puppets and leaving several others seriously wounded as well destroying 4 tanks and 4 ranger pickups,” the Taliban claimed.

Afghan officials confirmed the fighting in Dasht-i-Archi and noted that “heavy clashes are still underway,” Khaama Press reported. At least 30 soldiers were reportedly killed and 17 more wounded. An unnamed Afghan official told Khaama Press that 60 soldiers were killed or wounded.
[...]
https://www.longwarjournal.org/archives/201...s-in-kunduz.php
 
Hummingbird
Beitrag 17. Oct 2018, 14:14 | Beitrag #3337
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ZITAT
Deutsche Transporthubschrauber vom Typ CH-53 wurden am Dienstag, 16. Oktober, gegen 6.39 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit während eines Fluges von Kundus nach Masar-i Scharif in Nord-Afghanistan mit Handfeuerwaffen beschossen.

Das Feuer wurde durch Bordsicherungssoldaten erwidert. Die Formation hat den Flug weiter fortgesetzt und den Flugplatz Masar-i Scharif erreicht. Deutsche Soldaten blieben unverletzt.
Quelle: BW
 
Crazy Butcher
Beitrag 18. Oct 2018, 11:38 | Beitrag #3338
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Fünf tschechische Soldaten bei Anschlag verletzt - einer davon schwer


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Beitrag 9. Dec 2018, 20:39 | Beitrag #3339
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ZITAT
Overuse, maintenance problems strain Afghan army helicopter fleet

KABUL (Reuters) - A deadly mix of hard use and poor maintenance has taken a heavy toll in recent months on Afghanistan’s aging fleet of Soviet-era helicopters, one of the mainstays of its air support while U.S. Black Hawk helicopters enter service over coming years.

A crash in southern Afghanistan last month in which two crew members were killed was at least the eighth this year. Earlier incidents have included a crash in the western province of Farah in October in which a deputy army corps commander was killed along with several other senior officials.

As the pace of operations against Taliban and Islamic State insurgents has increased, crews say they have been under pressure to take short cuts with maintenance, an issue U.S. military advisers have highlighted as a major concern for the fledgling Afghan air force they are trying to build up.

Afghan officials say the relentless tempo has pushed pilots and crews to fly overloaded aircraft and carry out non-standard “local maintenance” of problems that can range from repairing bulletholes to fixing engine damage.

“There are 20 operations in the country at one time and we need the choppers to support the ground forces. If they are not flyable, we have to make them flyable,” a senior government official said.

[...]
https://www.reuters.com/article/us-germany-...s-idUSKBN1O80HJ
 
Hummingbird
Beitrag 12. Dec 2018, 21:29 | Beitrag #3340
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Die Meldung ist bald einen Monat alt und hat hierzulande nur wenig Aufmerksamkeit erzielt.

ZITAT
[...]

More than 28,000 Afghan police officers and soldiers have been killed since 2015, the Afghan president revealed this week, breaking with his government’s longstanding suppression of casualty totals.

[...]

To put Mr. Ghani’s figure in context, it means that the current death rate is on average about 25 police officers and soldiers a day, or 175 a week — more than 9,000 a year. By comparison, in 2013 there were occasional weeks in which the death toll for the government exceeded 100, but the average was far less.

[...]
https://www.nytimes.com/2018/11/15/world/as...death-toll.html
 
revolution
Beitrag 26. Dec 2018, 14:31 | Beitrag #3341
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Der Iran hat sich offenbar in Verhandlungen mit den Taliban eingeschaltet, wie am Rande eines Treffens zwischen den nationalen Sicherheitsberatern der afghanischen und iranischen Regierungen in Kabul bekannt gegeben wurde. Ziel ist ein "inklusiver Dialog" mit den Taliban, um den Bürgerkrieg zu beenden.

ZITAT
Iran’s top security official has confirmed that the country has been holding talks with the Afghan Taliban in coordination with Kabul to help relieve rampant insecurity in Afghanistan.

“The series of contacts and talks with the Taliban group have taken place with the knowledge of the Afghan government,” Ali Shamkhani, the Secretary of Iran’s Supreme National Security Council (SNSC), said on Wednesday. “That trend will continue.”

Shamkhani made the announcement during a one-day visit to Afghanistan at the invitation of Hamdullah Mohib, the Afghan president’s national security adviser.

Addressing the Geneva Conference on Afghanistan on November 28, Iranian Foreign Minister Mohammad Javad Zarif called on the international community to facilitate “inclusive” dialog between the Afghan Taliban and the Afghan government in a bid to restore peace to the war-torn country

https://www.presstv.com/Detail/2018/12/26/5...istan-Shamkhani
.

Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 26. Dec 2018, 14:34


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400plus
Beitrag 27. Jan 2019, 11:16 | Beitrag #3342
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Die Verhandlungen zwischen den USA und den Taliban scheinen gut voranzukommen, es gibt aber auch kritische Stimmen:

ZITAT
The Americans would promise to withdraw their 14,000 troops, and the Taliban would agree to never again allow their territory to be used by extremists like Al Qaeda, the terrorist network that staged the 2001 attacks on the United States from Afghanistan and set off the start of the war.

That much seemed in agreement. But as always, the devil is in the details. How long would the cease-fire be, and would it start before, after or even during the American withdrawal? How long a time frame would the withdrawal cover?

[...]

Ryan Crocker, a former American ambassador to Afghanistan, said it was a rush for the exits.

“I can’t see this as anything more than an effort to put lipstick on what will be a U.S. withdrawal,” he said. Mr. Crocker said it reminded him of the Paris peace talks on Vietnam.


https://www.nytimes.com/2019/01/26/world/as...smid=tw-nytimes
 
Panzermaus
Beitrag 27. Jan 2019, 20:13 | Beitrag #3343
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Tja, dann war mal alles für die Katz gewesen. Zwar gibt es ohne die TB keinen Frieden dort, aber die USA und die NATO wären zumindest ein Garant für einen Frieden dort gewesen.
GIRoA wird das nicht alleine gebacken bekommen und wenn man einmal allein die Machtverhältnisse im Norden betrachtet, dürfte klar sein, dass es dann wieder zu internen Konflikten kommen wird.
Kulturell dürfte auch ein Versprechen, dass AFG nie wieder von terroristischen Gruppen genutzt werden keinen Pfifferling wert sein.
 
Scipio32
Beitrag 1. Feb 2019, 23:08 | Beitrag #3344
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Fähnrich
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Naja eine ziemlich Blamage für den Westen würde ich sagen.
 
Crazy Butcher
Beitrag 2. Feb 2019, 01:32 | Beitrag #3345
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Ist ja nicht so, dass es nicht genug warnende Stimmen gegeben hätte. Abseits von involvierten Politikern (auf hohen Ebenen) und (Anfangs noch) einiger Militärs, wurde die ganze Kampagne zu keinem Zeitpunkt als erfolgversprechend betrachtet.


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Forodir
Beitrag 2. Feb 2019, 11:02 | Beitrag #3346
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Was ja auch Unsinn ist, was wäre denn die Alternative gewesen? Gar nichts machen? Natürlich hatte man etwas bewirkt als ISAF noch dort war (siehe Unterschied der Sicherheitslage jetzt und dann), die Frage ist halt der Preis den man bezahlen möchte und wieweit man involviert wird und daran hapert es. Gerade im Falle Afghanistan wo man fast bei null anfangen musste.
Die Art und weise ist auf jeden Fall diskutierbar, da hätte es und gab es ja auch ansätze wie man es besser machen konnte, aber eine Ablehnung von vorneherein ist nicht der Weg.


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Crazy Butcher
Beitrag 2. Feb 2019, 11:35 | Beitrag #3347
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Nun, die Nordallianz soweit zu unterstützen, dass sie die Oberhand gewinnt, ohne das ganze Land umgestalten zu wollen und zig Milliarden reinzubuttern - DAS wäre ein Ansatz gewesen.


Der Beitrag wurde von Crazy Butcher bearbeitet: 2. Feb 2019, 11:38


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Schwabo Elite
Beitrag 2. Feb 2019, 12:45 | Beitrag #3348
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Das Land war nun aber durch über 20 Jahre sowjetischer Okkupation und internem Bürgerkrieg völlig zerstört. Das Geld für Infrastrukturprojekte war insofern gut aufgehoben in Afghanistan. Das Land umzugestalten war grundsätzlich daher auch notwendig. Die Taliban zu verscheuchen ohne ordnende Strukturen vorzugeben, hätte nur zu einem neuen Bürgerkrieg geführt. Der Fehler war zu glauben, man könne das a) ohne hunderttausende Soldaten erledigen und b) die ethnische Diversität und ihre Machtstrukturen falsch einzuschätzen und dysfunktional zu beeinflussen.

Und das Ganze anpacken zu wollen mit einem Nachbarn wie Pakistan, machte es nicht gerade einfacher.


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Crazy Butcher
Beitrag 3. Feb 2019, 01:07 | Beitrag #3349
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Im Grunde hat man die sowjetischen Fehler wiederholt, indem man der Bevölkerung ein Staatsoberhaupt vorgesetzt hat, welches keinen Rückhalt in der Provinz besitzt und Schulen gebaut, wo keine gewollt waren. Man ist als fremde Macht in das Land gekommen mit dem Vorsatz es nach eigenen Vorstellungen umzugestalten.
Nun sind aus afghanischer Sicht fast 18 Jahre NATO-Okkupation vorüber und man ist genau dort, wo man angefangen hat. Ausser dass man jetzt eine international anerkannte Mafia-Regierung hat.
ZITAT(Schwabo Elite @ 2. Feb 2019, 12:45) *
Und das Ganze anpacken zu wollen mit einem Nachbarn wie Pakistan, machte es nicht gerade einfacher.

Die Geister die man rief, wird man plötzlich nicht mehr los.

Das ist nichts, wofür man 18 Jahre Krieg gebraucht hätte. War alles vorher schon bekannt und abzusehen - wenn man es gewollt hätte.

Der Beitrag wurde von Crazy Butcher bearbeitet: 3. Feb 2019, 01:20


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Schwabo Elite
Beitrag 3. Feb 2019, 02:10 | Beitrag #3350
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Nein, die Sowjetunion hat das schon massiv anders gestaltet. Man hat zuerst die Demokratische Volkspartei Afghanistans dazu befähigt einen gewaltsamen Umsturz durchzuführen, und nach dieser Saur-Revolution zugesehen, wie die DVPA das Land vor die Wand fährt. Anschließend ist man in das Land eingedrungen, hat es fast zehn Jahre besetzt und eines der brutalsten Okkupationsregime der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit zwei Millionen Toten Afghanis und Millionen Vertriebenen installiert. Zu den systematischen wie auch bewusst nicht geahndeten Kriegsverbrechen gehörten Massenerschießungen, systematische Vergewaltigungen und Kampfgasangriffe mit tausenden Toten.

Am Ende hat man das Land ohne jeden Plan wieder der kommunistischen Partei in die Hand gegeben und zugesehen, wie alles zunächst implodierte und dann gen Westen explodierte.

Die westliche Reaktion darauf war 2001/2 nach dem größten Terroranschlag der Geschichte, dass die UNO eine Reihe von internationalen Konferenzen einberief. Diese Afghanistan-Konferenzen, begonnen mit der auf dem Petersberg, sollten alle Gruppen - außer den Taliban - miteinbinden. Dabei gelang es auch Gruppen einzubinden, die Kontakte in den Iran und nach Pakistan hatten. Vor allem aber wurde ein großer Rat gewählt aus den afghanischen Vertretern heraus, der eine demokratische Grundstruktur und Präsidentschaftswahlen vorbereiten sollte. Dieser Prozess wurde von internationalen Krediten und einer UN-mandatierten Sicherheitstruppe unterstützt.

Am Ende wurde ein Präsident gewählt, der über 55 Prozent aller Stimmen auf sich vereinen konnte. Damit ist der grundsätzliche Ausgangspunkt schon mal ein völlig anderer gewesen. Allein, weil man den ganzen Mist, den die Sowjetunion angerichtet hatte gleich auch noch mitaufräumen musste.

Der Fehler des Petersberg Prozesses ist am ehesten darin zu suchen, dass man die große Rivalität zwischen der Fraktion der Paschtunen und der Nordallianz nicht richtig erkannt hat bzw. falsch einschätzte, welchen Einfluss man selbst auf diese Rivalität nehmen könnte. In der Folge war die Nordallianz zu stark vertreten in der neuen Republik und die paschtunischen Eliten fühlten sich unterrepräsentiert. Karzais Rückhalt war in der Folge sehr hoch in den Bereichen, wo die paschtunischen Eliten wenig Einfluss hatten.

Das ist menschlich, moralisch und effektiv aber meilenweit entfernt von der Massaker, das die Sowjetunion veranstaltet hat. Um genau zu sein, sind seit 2001 vermutlich über 111.000 Afghanen in dem Konflikt umgekommen. Und selbst mit allen nicht kampf- oder anschlagsverwandten Toten bleibt die Zahl deutlich unter einer halben Millionen Toten. Das schließt zudem afghanische Sicherheitskräfte und jegliche Form von Anti-Regierungskräften mit ein. Direkte zivile Verluste liegen im Bereich um 31.000 Tote.


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Crazy Butcher
Beitrag 3. Feb 2019, 03:31 | Beitrag #3351
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Fängst du jetzt mit Whataboutismus an?
Abseits der sehr einseitigen Betrachtung der 80er Jahre, übergehst du die von mir genannten Punkte einfach. Ich habe weder die Art der Kriegführung, noch die Opferzahlen erwähnt und auch gar nicht kritisiert. Aber getroffene Hunde bellen nun mal, gell?

Karzai war nun wirklich kein Mann des Volkes und wäre ohne Unterstützung der USA auch nicht Präsident geworden. Faktisch war er vom Ausland abhängig und musste sich schon bei der zweiten Kandidatur massiver Wahlfälschung behelfen, um irgendwie an der Macht zu bleiben. Die Wahlen, die seit dem Sturz der Taliban abgehalten wurden, glichen allesamt einer Farce.
Du kannst es drehen wie du willst, aber USA (später NATO) sind als fremde Macht nach Afghanistan gekommen und haben versucht das Land nach eigenen Vorstellungen zu formen. Nun hat man eine korrupte Regierung, welche weniger Macht hat, als je zuvor und lässt sie ebenso fallen, wie dies die Sowjets gemacht haben.
Es sind die gleichen Fehler und das gleiche Ergebnis.Wenn du es dir selber schönreden willst, bitte sehr.

Der Beitrag wurde von Crazy Butcher bearbeitet: 3. Feb 2019, 03:40


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Beitrag 3. Feb 2019, 04:51 | Beitrag #3352
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Man hätte die Pakistanis von Anfang an mit ins Boot holen müssen. Die ganzen 18 Jahre sind sie der NATO in den Rücken gefallen, indem sie die Taliban unterstützt und ihnen Rückszugsgebiete geboten haben. Die Pakistanis wollten Afghanistan als Einflusssphäre. Meine Güte, sollte man ihnen doch Afghanistan als Hinterhof lassen. Aber wenigstens würde wieder Ordnung herrschen. So hat man sich gegenseitig das Leben schwer gemacht und die Taliban sind selbst den Pakistanis aus den Händen entglitten. Und das alles aus einer typisch westlichen Arroganz heraus. So schnell ist das Problem Afghanistan nicht mehr lösbar. Es wird ein oder zwei Generationen brauchen, bis sich wieder eine natürliche Stabilität eingependelt hat. Das Problem kann auch keiner hier im Forum lösen, außer einen Bösen suchen, um sich das Versagen der eignen Leute nicht einzugestehen.


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Eine komplette Waffenübersicht (naja, fast komplett... ...naja auch nicht fast komplett, aber sehr vieles...):

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revolution
Beitrag 3. Feb 2019, 11:56 | Beitrag #3353
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Man hätte die Al-Kaida von Osama Bin Laden mit politischen und militärischen Mitteln in Pakistan und Saudi Arabien bekämpfem können, statt die Taliban zum Bauernopfer zu machen. Welchen Effekt wollte man überhaupt erzielen?
Aus Sicht der USA war der Kampf gegen die Taliban extrem merkwürdig, weil diese die Proxies von o.g. strategischen US Verbündeten waren, während die Nordallianz durch Indien und Iran gestützt wurde.
Insofern war das von Anfang an eine merkwürdige Angelegenheit. Ich denke die tatsächliche Absicht bestand darin, in Afghanistan eine dauerhafte militärische Präsenz zu etablieren. Das hat man ja hinbekommen. Mission accomplished.

Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 3. Feb 2019, 11:58


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Beitrag 3. Feb 2019, 12:50 | Beitrag #3354
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ZITAT(Crazy Butcher @ 3. Feb 2019, 03:31) *
Fängst du jetzt mit Whataboutismus an?
Nein, Du hast die UdSSR ins Spiel gebracht und whataboutistisch versucht UdSSR und USA auf eine Ebene zu zerren. Das funktioniert allein deshalb nicht, weil die USA zwar Opfer der Gewalt aus Afghanistan wurden, das folgende Nation Building in Afghanistan aber ein Projekt der UNO war.
ZITAT
Abseits der sehr einseitigen Betrachtung der 80er Jahre, übergehst du die von mir genannten Punkte einfach. Ich habe weder die Art der Kriegführung, noch die Opferzahlen erwähnt und auch gar nicht kritisiert.
Nein, ich übergehe Deine Punkte keineswegs. Du hast zunächst nur versucht UdSSR und USA auf eine Ebene zu zerren (s. o.). Der Rest Deines Posts kam editiert dazu. Und auch da sehe ich nicht wirklich Argumente. wink.gif Wie gesagt, das Vorgehen der Parteien war höchst unterschiedlich. Und wenn man "Vorgehen" gleichsetzen will, muss man eben auch auf die "Details" achten. Da ist die Art der Kriegsführung, Besatzung und Einbindung innerer und äußerer Partner eben wichtig. Die UdSSR hat, wie es ihrer Doktrin entsprach, einfach auf Ethnien, religiöse Splittergruppen und interne Machtnetzwerke keinen Wert gelegt und großflächig jeden Widerstand ausradiert. Das UN-Projekt hat sehr wohl auf einzelne Netzwerke geachtet. Nur eben nicht genug.
Es ist aber bezeichnend für Deine Argumentationsweisen hier, dass Du in Sachen UdSSR (und Russland als Nachfolger mit gleichenden imperialen Ansprüchen) Opferzahlen nicht zu den wesentlichen Details zählst. Getroffene Hunde und so.

ZITAT
Karzai war nun wirklich kein Mann des Volkes und wäre ohne Unterstützung der USA auch nicht Präsident geworden. [...]
Du kannst es drehen wie du willst, aber USA (später NATO) sind als fremde Macht nach Afghanistan gekommen und haben versucht das Land nach eigenen Vorstellungen zu formen. Nun hat man eine korrupte Regierung, welche weniger Macht hat, als je zuvor und lässt sie ebenso fallen, wie dies die Sowjets gemacht haben.

Und wieder ignorierst Du völlig, dass es eben nicht die USA oder die NATO waren, die einen Plan durchgeführt haben, sondern dass diese dazu ein UN-Mandat hatten und man sich vorher international und vor allem unter Einbindung diverser afghanischer Gruppierungen auf eben diesen Plan geeinigt hatte. Ja, man hätte die Paschtunen und auch Pakistan mehr einbinden müssen. Aber niemand in Afghanistan war je Regierungschef als "Mann des Volkes". Es gibt keine nationalen demokratischen Strukturen und Traditionen in Afghanistan. Das Land ist geprägt von ethnozentrischen Machtnetzwerken und wird von mehreren kleinen Eliten regiert.
Und das Resultat zu 1989 ist eben doch recht anders. Die Nachfolger der installierten Regierung von 2002 unterhalten sich nun selbstständig mit den Taliban und haben es in der Hand einen Frieden auszuhandeln. Das war 1989 anders, da wurde nicht miteinander groß verhandelt, sondern nach den Gewaltakten der UdSSR und ihrer kommunistischen Statthalter war das Tischtuch so zerschnitten, dass an Dialog nicht zu denken war.

Im Unterschied zu den damaligen Usurpatoren und der heutigen Regierung ist eben dann doch unterschiedlich. Die Machtausübung der heutigen Regierung pflegt einem anderen Kodex von Regeln zu folgen. Die Ausübung staatlicher Gewalt ist eine, bei der die Widerstandsgruppen kleiner und ethnisch weniger divers sind, weil die eigene Basis breiter aufgestellt ist. Und es ist eine, wo nicht ganze Dörfer ausradiert werden oder Frauen in Hubschraubern entführt und vergewaltigt werden. In der Folge dieser, von Dir als unwichtig eingestuften "Details", kann dieser deutlich schmaler aufgestellte Widerstand noch vor den eigenen Leuten verantworten mit der Regierung zu reden. Und die Regierungsseite kann selbst mit Taliban reden, ohne fürchten zu müssen, dass es sie den ganz wörtlichen Kopf kosten wird.
Die Zukunft für Afghanistan sieht demnach in der Tat besser aus als 1989. Es ist nur nicht rosig und man hat Fehler gemacht. Das ist aber ja gar nicht der springende Punkt. Afghanistan ist aber eben auch nicht mehr auf einer Ebene mit Somalia.


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Beitrag 3. Feb 2019, 13:24 | Beitrag #3355
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ZITAT(revolution @ 3. Feb 2019, 11:56) *
Man hätte die Al-Kaida von Osama Bin Laden mit politischen und militärischen Mitteln in Pakistan und Saudi Arabien bekämpfem können, statt die Taliban zum Bauernopfer zu machen. Welchen Effekt wollte man überhaupt erzielen?
Aus Sicht der USA war der Kampf gegen die Taliban extrem merkwürdig, weil diese die Proxies von o.g. strategischen US Verbündeten waren, während die Nordallianz durch Indien und Iran gestützt wurde.
Insofern war das von Anfang an eine merkwürdige Angelegenheit. Ich denke die tatsächliche Absicht bestand darin, in Afghanistan eine dauerhafte militärische Präsenz zu etablieren. Das hat man ja hinbekommen. Mission accomplished.

"Tatsächliche Absicht"? Sind wir jetzt also bei Verschwörungstheorien angelangt? Diese "dauerhafte militärische Präsenz" war also die tatsächliche, geheime Absicht? Zu welchem Zweck? Al-Kaida und Osama Bin Laden waren Gäste der Taliban in Afghanistan und Mullah Omar hat sich geweigert Bin Laden an die internationale Gemeinschaft auszuliefern, darum griff man das Land 2001 an. Wenn man wirklich lediglich eine "militärische Präsenz" hätte aufbauen wollen, war das wohl der umständlichste, teuerste, langwierigste und rundherum dümmste Weg. Mal ganz abgesehen davon, dass sich der letzte und der jetzige Präsident leidenschaftlich um einen Abzug bemühen, aber ich nehme an, dass da dann wohl seit 2001 und länger geheime Kräfte im Hintergrund wirken, die sich jetzt gegenseitig auf die Schultern klopfen können und die "dauerhafte militärische Präsenz" dort feiern...


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Crazy Butcher
Beitrag 3. Feb 2019, 17:12 | Beitrag #3356
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ZITAT(Schwabo Elite @ 3. Feb 2019, 12:50) *
Nein, Du hast die UdSSR ins Spiel gebracht und whataboutistisch versucht UdSSR und USA auf eine Ebene zu zerren. Das funktioniert allein deshalb nicht, weil die USA zwar Opfer der Gewalt aus Afghanistan wurden, das folgende Nation Building in Afghanistan aber ein Projekt der UNO war.

Ich habe gesagt, dass es viele Parallelen gab. Der Meinung bin ich immer noch. Dazu später mehr.
Und willst mir erzählen, dass in Afghanistan (unter der Schirmherrschaft der UNO) nach 2001 tatsächlich wichtige Entscheidungen ohne Zustimmung oder zumindest Wohlwollen der USA getroffen wurde?
Die USA wurden Opfer ihrer eigenen Politik. Afghanistan wurde zu großen Teil von den Taliban beherrscht. Al-Qaida hat dort Unterschlupf gefunden, ja, aber die Taliban waren nicht direkt an den Terroranschlägen in den USA beteiligt. Da hätte man schon eher in Saudi-Arabien einmarschieren müssen.
ZITAT(Schwabo Elite @ 3. Feb 2019, 12:50) *
Nein, ich übergehe Deine Punkte keineswegs. Du hast zunächst nur versucht UdSSR und USA auf eine Ebene zu zerren (s. o.). Der Rest Deines Posts kam editiert dazu. Und auch da sehe ich nicht wirklich Argumente. wink.gif Wie gesagt, das Vorgehen der Parteien war höchst unterschiedlich. Und wenn man "Vorgehen" gleichsetzen will, muss man eben auch auf die "Details" achten.

Wir können festestellen, dass UdSSR und USA jeweils in Afghanistan einmarschiert sind, um die Entwicklung in dem Land in ihrem Sinne zu verändern bzw sicherzustellen. Sie haben jeweils dafür gesorgt, dass 'ihre' Leute an die Macht kommen/an der Macht bleiben.
ZITAT(Schwabo Elite @ 3. Feb 2019, 12:50) *
Da ist die Art der Kriegsführung, Besatzung und Einbindung innerer und äußerer Partner eben wichtig. Die UdSSR hat, wie es ihrer Doktrin entsprach, einfach auf Ethnien, religiöse Splittergruppen und interne Machtnetzwerke keinen Wert gelegt und großflächig jeden Widerstand ausradiert.

Hast du Unterlagen zur sowjetischen Doktrin aus denen das hervorgeht? Die Sowjets hatten nach '45 selber viel Erfahrung in der Partisanenbekämpfung sammeln können und auch für sich die Schlüsse gezogen, dass Ausradieren eben nicht der richtige Weg ist. In Vietnam hat man dies am Beispiel der USA ebenfalls beobachten können.
Klar war die Herangehensweise im Detail eine etwas andere, aber auch die Sowjets haben neben Bekämpfung des Widerstandes auch auf lokale Abkommen gesetzt. Dass ein Konflikt durch Eskalation auch mehr Opfer fordert, dürfte niemanden überraschen. Diese Eskalation haben aber die USA und Partner aber aktiv angestrebt und massiv befeuert.
Und ja, nach ein Paar Jahrzehnten hat sich die Kriegführung gewandelt. Waffen sind präziser, Fahrzeuge besser geschützt und Soldaten besser ausgebildet geworden. Kriegführung ist nun mit weniger Kollateralschäden möglich. Das war damals nicht ganz so einfach.
Die UdSSR hat im Übrigen ebenfalls massiv in die wirtschaftliche Entwicklung Afghanistans investiert und diese auch während der Kriegshandlungen aufrecht erhalten. Es wurden Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Flughäfen u.Ä. gebaut. Man hat auch aus Fehlern gelernt und ab Mitte der 80er ebenfalls stark auf Aussöhnung der einzelnen Oppositionsgruppierungen gesetzt. An dem Punkt ist man im Westen viel später angekommen. Auch nach Abzug der Truppen sah man Investitionen und wirtschaftliche Hilfe für die Afghanistan vor und hielt diese auch aufrecht.
So plump einfach wie du es darstellst war es eben nicht. Es gibt viel mehr Parallelen als du dir eingestehen willst.
Falls du mal etwas Kruste von deinen mit der UdSSR belegten Hirnregionen lösen möchtest, hier ein Lesetipp bzgl der sowjetischen Entwicklungshilfe für Afghanistan: https://www.amazon.de/Aiding-Afghanistan-Hi...g/dp/0199327912
ZITAT(Schwabo Elite @ 3. Feb 2019, 12:50) *
Das UN-Projekt hat sehr wohl auf einzelne Netzwerke geachtet. Nur eben nicht genug.

Ach echt? Da hat man also gezielt bewaffnete Widerstandsgruppen nicht bekämpft, weil man sie gerne einbinden wollte? Welche sollen das gewesen sein?
Sehr wohl, aber eben nicht genug haben auch die Sowjets.
ZITAT(Schwabo Elite @ 3. Feb 2019, 12:50) *
Es ist aber bezeichnend für Deine Argumentationsweisen hier, dass Du in Sachen UdSSR (und Russland als Nachfolger mit gleichenden imperialen Ansprüchen) Opferzahlen nicht zu den wesentlichen Details zählst. Getroffene Hunde und so.

Bzgl der Verlustzahlen habe ich weiter oben etwas geschrieben. Der Konflikt spielte sich in einer ganz anderen Dimension und Intensität ab. Vor allem dank USA und Co. Die Sowjets kamen nicht ins Land um möglichst viele Afghanen zu töten.
ZITAT(Schwabo Elite @ 3. Feb 2019, 12:50) *
Und wieder ignorierst Du völlig, dass es eben nicht die USA oder die NATO waren, die einen Plan durchgeführt haben, sondern dass diese dazu ein UN-Mandat hatten und man sich vorher international und vor allem unter Einbindung diverser afghanischer Gruppierungen auf eben diesen Plan geeinigt hatte.

Und du ignorierst völlig, dass da nichts ohne Willen der USA lief. Sie waren Initiator und haben sogar die Akteure (Karzai) gestellt und diese nach Kräften gepusht.
ZITAT(Schwabo Elite @ 3. Feb 2019, 12:50) *
Ja, man hätte die Paschtunen und auch Pakistan mehr einbinden müssen. Aber niemand in Afghanistan war je Regierungschef als "Mann des Volkes". Es gibt keine nationalen demokratischen Strukturen und Traditionen in Afghanistan. Das Land ist geprägt von ethnozentrischen Machtnetzwerken und wird von mehreren kleinen Eliten regiert.

Und genau deswegen setzt man jemanden, der erst mit den Taliban paktiert und dann diese bekämpft hat und auch sonst ziemlich umtriebig (CIA-Verbindungen) gewesen ist an die Spitze des Staates.
ZITAT(Schwabo Elite @ 3. Feb 2019, 12:50) *
Und das Resultat zu 1989 ist eben doch recht anders. Die Nachfolger der installierten Regierung von 2002 unterhalten sich nun selbstständig mit den Taliban und haben es in der Hand einen Frieden auszuhandeln. Das war 1989 anders, da wurde nicht miteinander groß verhandelt, sondern nach den Gewaltakten der UdSSR und ihrer kommunistischen Statthalter war das Tischtuch so zerschnitten, dass an Dialog nicht zu denken war.

Hmm, nach den Gewaltakten der Taliban, der USA, der Dutzenden Clans und Warlords ist dies möglich und war damals nicht? Wieso nicht? Die afghanische Regierung war noch während des Krieges und auch danach in der Lage Verhandlungen mit den einzelnen Oppositionsgruppierungen zu führen.
Je nach Quelle, haben nach Abzug der Sowjets 70-80% (einigen wir uns aber auf einen großen Teil) der Widerstandskämpfer die Kämpfe eingestellt. Das Tischtuch war wohl doch nicht so zerschnitten wie du behauptest.
ZITAT(Schwabo Elite @ 3. Feb 2019, 12:50) *
Im Unterschied zu den damaligen Usurpatoren und der heutigen Regierung ist eben dann doch unterschiedlich. Die Machtausübung der heutigen Regierung pflegt einem anderen Kodex von Regeln zu folgen. Die Ausübung staatlicher Gewalt ist eine, bei der die Widerstandsgruppen kleiner und ethnisch weniger divers sind, weil die eigene Basis breiter aufgestellt ist.

Die Regierung wird sich ohne ausländische Hilfe nicht halten können. Das war Anfang der 90er so und ist auch jetzt der Fall. ->Kein Unterschied
ZITAT(Schwabo Elite @ 3. Feb 2019, 12:50) *
Und es ist eine, wo nicht ganze Dörfer ausradiert werden oder Frauen in Hubschraubern entführt und vergewaltigt werden.

Wenn du jetzt noch Belege für die massenhafte Verschleppung afghanischer Frauen durch sowjetische Hubschrauber liefern würdest, wäre ich dir dankbar. Ich denke, da mache ich mir dann auch die Mühe und kratze ebenfalls einige US-Kriegsverbrechen zusammen.
ZITAT(Schwabo Elite @ 3. Feb 2019, 12:50) *
In der Folge dieser, von Dir als unwichtig eingestuften "Details", kann dieser deutlich schmaler aufgestellte Widerstand noch vor den eigenen Leuten verantworten mit der Regierung zu reden. Und die Regierungsseite kann selbst mit Taliban reden, ohne fürchten zu müssen, dass es sie den ganz wörtlichen Kopf kosten wird.
Die Zukunft für Afghanistan sieht demnach in der Tat besser aus als 1989. Es ist nur nicht rosig und man hat Fehler gemacht. Das ist aber ja gar nicht der springende Punkt. Afghanistan ist aber eben auch nicht mehr auf einer Ebene mit Somalia.



Ich möchte die Diskussion (es geht um die Vergleichbarkeit der Situationen damals und heute) auf wenige zentrale Thesen herunterbrechen. Entweder wir sind da einer Meinung oder eben nicht, dann wird sich daran auch nichts ändern.
Jeder dieser Punkte galt im sowjetischen, wie auch dem 'westlichen' Afghanistan-Krieg.
1. Afghanistan wurde von einer fremden Macht besetzt.
2. Die afghanische Wirtschaft/Infrastruktur wurde/wird massiv von dieser ausländischen Macht gestützt/aufgebaut.
3. Die afghanische Regierung ist aufgrund der Einflussnahme einer ausländischen Macht zustande gekommen.
4. Der Widerstand wurde/wird militärisch bekämpft.
5. Nach Abzug der fremden Truppen hat sich die Sicherheitslage verschlechtert.
6. Die afghanische Regierung hat keine Kontrolle über Teile des Landes.
7. Die afghanische Regierung war/ist hochgradig korrupt.
8. Die afghanische Regierung war/ist ohne Unterstützung von außen nicht Handlungsfähig und das Land auf finanzielle Hilfe angewiesen.

Lichtblicke gab es auch in den 80ern, aber im Endeffekt hat man einfach kein gutes Ergebnis erzielt. Und das ist es, was unterm Strich zählt.

Der Beitrag wurde von Crazy Butcher bearbeitet: 3. Feb 2019, 17:17


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Beitrag 3. Feb 2019, 19:42 | Beitrag #3357
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Nachdem ich viele Postings in Ruhe durchgelesen habe und mir einige Gedanken gemacht habe kann ich nur für mich feststellen: Es gibt Völker und Regionen die kann man nicht mit dem Denken eines Bundesbürgers verstehen.
Fremde Kulturen hatten und haben eine gewisse spezielle Anschauung und Verhaltensweise. Es ist eine Mähr zu glauben das Demokratie oder deren Strukturen immer und überall funktionieren. Ich persönlich halte dies für ausgeschlossen.
Ebenso den Willen oder den Wunsch die gesamte Welt in Frieden und Wohlstand zu bekommen. Ich persönlich würde die Welt nutzen die Frieden und " normale" zwischenmenschliche Dinge tut die man zwar nicht immer und überall gutheißen kann, mit der man aber eine gewisse
Art und Weise verleben kann die nicht ständig auf Gewalt und Tod aus ist. Gegen alles andere muss man sich rigoros abschotten. Keinerlei Kontakte. Das würde aber auch bedeuten das man auf gewisse Rohstoffe verzichten muss. Auf Absatzmärkte und auf Vielfältigkeit. Alles
andere ist ein ungewisses Spiel mit dem Feuer. Ein Feuer welches auch mal außer Kontrolle geraten kann. Diese Sichtweise mag zwar nicht bei allen auf Verständnis stoßen, aber bevor ich weltweit mich in Krisen , Kriege und Konflikte einmische die über Jahrhunderte aktiv sind
und tausende von eigenen Opfern kosten werden wir immer ein pro und ein contra in den Diskussionen haben. Aber niemals ein Ende zum Guten.
 
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Beitrag 3. Feb 2019, 21:05 | Beitrag #3358
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ZITAT(PzBrig15 @ 3. Feb 2019, 19:42) *
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Fremde Kulturen hatten und haben eine gewisse spezielle Anschauung und Verhaltensweise. Es ist eine Mähr zu glauben das Demokratie oder deren Strukturen immer und überall funktionieren. Ich persönlich halte dies für ausgeschlossen.
Ebenso den Willen oder den Wunsch die gesamte Welt in Frieden und Wohlstand zu bekommen. Ich persönlich würde die Welt nutzen die Frieden und " normale" zwischenmenschliche Dinge tut die man zwar nicht immer und überall gutheißen kann, mit der man aber eine gewisse
Art und Weise verleben kann die nicht ständig auf Gewalt und Tod aus ist. Gegen alles andere muss man sich rigoros abschotten. Keinerlei Kontakte. Das würde aber auch bedeuten das man auf gewisse Rohstoffe verzichten muss. Auf Absatzmärkte und auf Vielfältigkeit. Alles
andere ist ein ungewisses Spiel mit dem Feuer. Ein Feuer welches auch mal außer Kontrolle geraten kann. Diese Sichtweise mag zwar nicht bei allen auf Verständnis stoßen, aber bevor ich weltweit mich in Krisen , Kriege und Konflikte einmische die über Jahrhunderte aktiv sind
und tausende von eigenen Opfern kosten werden wir immer ein pro und ein contra in den Diskussionen haben. Aber niemals ein Ende zum Guten.

Also zwischen Intervention und vollkommener Abschottung gibt es noch ein paar kleine zwischenschritte.
Ich bin ja auch der Meinung das es Konflikte gib in die man besser nicht aktiv rein gehen sollte aber Scheuklappen können nicht die Lösung sein, sondrn kluge verhandlungen im Hintergrund.


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Beitrag 4. Feb 2019, 20:18 | Beitrag #3359
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Im Falle von Afghanistan hat man leider mit diversen Faktoren zu kämpfen. Zunächst muss man die komplexen kulturellen Faktoren in einem Vielvölkerstaat bedenken (diverse Ethnien), dann die daraus resultierenden inneren Konflikte die schon immer von Staaten ausserhalb für die eigenen Zwecke missbraucht wurden.
Das ganze hätte besser funktionieren können, aber da sind wir ((die NATO-Länder) selbst Opfer unserer Vorstellungen geworden.
Long story short, nach der 9/11 Intervention gab es keinen einheitlichen militärischen Ansatz, bzw. nicht alle Staaten haben gleich mitgezogen.
Strukturmäßig bspw. hat man dem Militär eine amerikanischen Doktrin übergestülpt, während die Polizei im Schwerpunkt durch Briten auf der Führungsebene ausgebildet werden. Allein das ist schon schwierig.
Wenn man sich alleine heute anschaut wie viele Nationen partikulare Interessen in AFG verfolgen, seien es die Briten, Amerikaner, oder andere europäische (keine einheitliche NATO Strategie) oder asiatische Staaten ist es kein Wunder, dass es die AFG nicht hinbekommen.
Dann haben wir ja selbst versucht unsere Wertvorstellung dort unterzubringen und haben uns gewundert, dass es nicht funktioniert.
 
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Beitrag 8. Apr 2019, 19:02 | Beitrag #3360
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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 26. April 2019 - 04:50