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> Türkei in die EU, aktuelle Umfrage
Türkei in die EU
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Vertigo
Beitrag 16. Dec 2004, 18:52 | Beitrag #1
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Aus aktuellen Anlass, habe ich diesen Thread eröffnet. Wir haben das zwar schon mehrere Male diskutiert (Kopftuchverbot), aber dieses Thema enthält immer wieder neuen Zündstoff.  ;)


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Panzermann
Beitrag 16. Dec 2004, 19:01 | Beitrag #2
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was ist mit "noch nicht"? wäre ja durchaus auch eine Antwortalternative.


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Hawkeye
Beitrag 16. Dec 2004, 19:03 | Beitrag #3
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also ich wuerde "noch nicht" als ein "nein" deuten smile.gif


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janapier
Beitrag 16. Dec 2004, 19:13 | Beitrag #4
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Beitritt der Türkei zur EU? NEIN!

Die EU steht vor einer doppelten Herausforderung: Sie heißt Erweiterung und Vertiefung. Eine Erweiterung, die deutlich über Europa hinausgreift, gerät zwangsläufig in Konflikt mit dem Ziel, die Einigung zu vertiefen. Vertiefung heißt: Weiterentwicklung der EU zur politischen Union. Eine politische Union verlangt ein europäisches Wir-Gefühl. Dieses setzt gemeinsame historische Erfahrungen und Prägungen voraus. Solche Gemeinsamkeiten gab es in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), aus der die Europäische Union hervorgegangen ist. Es wird sie auch in einer erweiterten EU geben - solange diese nicht wesentlich über Europa hinausgreift.

Der Charakter der Europäischen Union würde sich als Folge eines Beitritts der Türkei dramatisch verändern. Vielleicht hätte die EU noch als Wirtschaftsgemeinschaft und als loser Staatenbund eine Zukunft. Das Projekt einer politischen Union aber wäre preisgegeben; die europäische Idee wäre tot. Über die Folgen sollte man sich keine Illusionen machen. In einem Europa, das kein Gefühl seiner eigenen Identität hervorzubringen vermag, wird der Nationalismus wieder sein Haupt erheben. Der Nationalismus befriedigt Identitätsbedürfnisse. Aber er würde es auf eine Weise tun, die für Europa verheerend wäre.

Quelle

Überzeugend sind daher die wichtigsten Gesichtspunkte, die derzeit für einen Türkei-Beitritt angeführt werden, mitnichten. Sieben Gegenargumente sollte man sich vielmehr in aller Kürze vergegenwärtigen.

Erstens: Rußland, Weißrußland und die Ukraine, erst recht die Türkei sind nie Bestandteile des historischen Europa gewesen. Sie sind nicht durch die Antike, das römische Recht, die Reformation, geschweige denn die Aufklärung, nicht durch das okzidentale Bürgertum mit seinen autonomen Bürgerstädten, durch den europäischen Adel, das europäische Bauerntum geprägt worden, auch wenn die Aufholjagd seit Peter dem Großen und Atatürk anhält. Zugegeben: Europa ist auch eine historische, allerdings nur innerhalb enger Grenzen sich wandelnde Größe, die öfters neu bestimmt worden ist. Insofern ist sie eine zeitabhängige "Konstruktion", über die auch heutzutage wieder entschieden werden muß.

Zweitens: Im Hinblick auf die Türkei kommt die Grenze zwischen zwei Kulturkreisen hinzu, die seit der Gründung der laizistischen Republik vor achtzig Jahren keineswegs überwunden worden ist. Es gilt derzeit nicht als schick, an diese kulturellzivilisatorische Grenze zu erinnern, und dogmatische Multikulti-Gutmenschen sehen darin geradezu ein Sakrileg. Die Regierungen in Ankara haben mit Großzügigkeit gegenüber islamistischen Forderungen, ja mit Kooperation mit der bedrohlich anschwellenden Strömung reagiert. An den staatlichen Schulen wurde der Religionsunterricht wieder eingeführt; islamistische Schulen fanden sich staatlich finanziert; 1990 wurden sie bereits von fünfzehn Prozent aller höheren Schüler besucht, und die Absolventen drängten mit Macht in den Staatsdienst. Das Kopftuch für Mädchen und Frauen, demonstratives, vom Koran keineswegs verbindlich vorgeschriebenes Symbol orthodoxer Rechtgläubigkeit, wurde weithin wieder erlaubt. Amnesty International berichtet glaubwürdig über zahlreiche Fälle der noch immer weitverbreiteten Polizeifolter; tiefverwurzelte Bräuche wie etwa die europäisches Recht verletzende Zwangsehe im Kindesalter oder die kraft Patriarchenbeschluß erfolgende Verheiratung junger Töchter aus Anatolien mit ihnen vorher völlig unbekannten Auslandstürken sind noch nicht einmal auf die Tagesordnung des Gesetzgebers gesetzt worden.

Von den sieben großen Weltreligionen haben das römische und das reformatorische Christentum, das Judentum, der Hinduismus, der Buddhismus, der Konfuzianismus und der Shintoismus trotz aller gelegentlich heftigen Kritik keine dogmatisch verankerte Feindschaft gegen den Westen entwickelt. Unstreitig gibt es auch fundamentalistische Strömungen unter nordirischen Protestanten und Katholiken, im evangelischen "Bible Belt" der Vereinigten Staaten, unter orthodoxen Israelis. Doch allein der Islam kann offenbar einen Kernbestand von religiösen Überzeugungen mobilisieren, die gegen die Gefahr der Überwältigung durch die westliche Moderne zu einem radikal antiwestlichen Fundamentalismus gesteigert werden können. Wo bleibt nur eine innerislamische Aufklärung oder Reformation, die sich solcher Probleme endlich annimmt?

Drittens: Die Türkei ist ein Land wirtschaftlicher Rückständigkeit geblieben, das gerade einmal zwanzig Prozent des derzeitigen durchschnittlichen europäischen Bruttosozialprodukts erwirtschaftet. Während der Krise seit 2001 ist die Jahresleistung noch einmal um zehn Prozent geschrumpft, und die jährliche Inflationsrate von gut vierzig Prozent wirkt sich zusätzlich als Plage aus. Mehr als fünfunddreißig Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in einer teilweise archaisch erstarrten Landwirtschaft, meist auf der Basis zwergbäuerlicher Subsistenzbetriebe. Welche ökonomische Rationalität spricht dafür, daß die EU eine Wirtschaft kooptiert, die sich seit langem als Faß ohne Boden mit einem riesigen Bedarf an Subventionen erwiesen hat und sich zudem vom Makel der Korruption, der Verbindung zur organisierten Kriminalität und des Klientelwesens einflußreicher Clans noch nicht befreit hat? Konservativen Schätzungen zufolge würden schon die Vor-Beitritts- Hilfen für die Türkei ein riesiges Ausmaß erreichen, in der EU aber sollen die Zuschüsse aus den europäischen Fonds jährlich zwanzig Milliarden Euro betragen. Realistischere Brüsseler Kalkulationen gehen sogar von vierzig Milliarden aus; ein Fünftel entfiele jeweils auf den Nettozahler Bundesrepublik.

Viertens: Das Migrationsproblem kann durch elastische Übergangsregelungen nur notdürftig abgemildert werden. Nach dem Urteil türkischer Experten könnten sich zehn bis achtzehn Millionen verarmter Anatolier zur Wanderung nach Europa bereit finden. Gerade wer auf der Integration besteht, darf vor der Dimension einer neuen Wanderungswelle und ihren Folgen nicht die Augen verschließen. Obwohl die Bundesrepublik zwischen 1950 und 2000 die weltweit höchste relative Zuwanderungsrate erreicht hat, ist sie bisher, aufs Ganze gesehen, damit bravourös umgegangen. Sie sollte aber, zumal im unmittelbaren Gefolge von durchaus möglichen Wanderungsbewegungen nach der Ost-Erweiterung, die drastische Überdehnung ihrer Aufnahmefähigkeit nicht riskieren.

Fünftens: Das geostrategische Argument zugunsten der Türkei hat seine dunkle Kehrseite. Warum nur sollte sich Europa so attraktive Nachbarn wie den chaotischen Irak, die syrische Diktatur, die iranische Theokratie und erodierende Staaten wie Georgien und Armenien zulegen, überdies auch noch die explosive Kurdenfrage zu einem ihrer Binnenprobleme machen?

Sechstens: Ein im Verlauf der Kontroverse ziemlich selten zitiertes Kopenhagener Kriterium verlangt, auch bei der Aufnahme neuer Mitglieder "die Stoßkraft der europäischen Integration zu erhalten". Integration heißt zum einen Gewährleistung der inneren und äußeren Sicherheit aller EU-Mitglieder - eine Aufgabe, deren Bewältigung durch traditionelle Binnenkonflikte und die geostrategische Lage der Türkei offenkundig erschwert wird. Integration heißt zum andern eine Wohlstandssicherung und -mehrung im Verein mit einer zivilen Regelung der Verteilungskonflikte. Das wirft schon bei fünfundzwanzig Mitgliedern heikle Probleme auf. Warum sollte da der überdimensionierte Dauerversorgungsfall Türkei noch hinzugenommen werden? Integration heißt zudem, glaubwürdige Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit mit der erforderlichen Legitimationskraft zu praktizieren. Wo soll bloß der Gewinn liegen, wenn ein auf ganz andersartiger historischer Basis beruhender Staat wie die Türkei hinzukommt?

Siebtens: Die Eröffnung von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei würde das Demokratiedefizit der Europäischen Union verschärfen, denn die Weichen würden für die Aufnahme eines islamischen Großstaats gestellt, ohne daß dieser fatale Wendepunkt der Europa-Politik in einer klärenden Debatte von der europäischen Öffentlichkeit und den europäischen Parlamenten gebilligt worden wäre. Die Euroskepsis würde ins Unermeßliche steigen.

Quelle


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Frosch
Beitrag 16. Dec 2004, 19:35 | Beitrag #5
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Mich würde mal interessieren warum die Mehrzahl der EU Politiker für einen Beitritt ist.
Man kann wohl davon ausgehen das die nicht dumm sind und die Folgen in etwa abschätzen können und sehen das es für ein Europa wie man es propagiert, nachteilig wäre.
Sind es persöhnliche Vorteile?
Die Spekulation auf etwas was aus den Schwierigkeiten entstehen könnte?

Persöhnlich hatt ja keiner der heute Mächtigen etwas zu befürchten, weder in finanzieler noch in Sicherheitstechnischer Hinsicht also sind die Möglichkeiten vielfälltig.
 
Vertigo
Beitrag 16. Dec 2004, 19:42 | Beitrag #6
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Angst!

Die politischen Eliten Europas (GB ausgenommen) haben Angst vor der Reaktion der Türkei bei einer Verneinung.


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Panzermann
Beitrag 16. Dec 2004, 19:48 | Beitrag #7
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Ja und? Wir haben die Türken schonmal zurückgeschlagen, und das Pulverfaß Balkan können sie ruhig wiederhaben, wenn se wollen. wink.gif


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Adrehn
Beitrag 16. Dec 2004, 19:50 | Beitrag #8
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Langfristig ist es sicher wichtig die Türkei in die EU aufzunehmen. Bevor dies geschehen kann müssen jedoch zunächst einmal die bereits bestehenden Probleme gelöst werden, zuvorderst der bestehende Überföderalismus. Um ehrlich zu sein hätte man das Problem schon vor der Osterweiterung beherzt angehen müssen, aber nun jetzt ist es zu spät.

Von daher denke ich das der Weg der gegangen wird der richtige ist. Keine pauschale Ablehnung der Türkei sondern die Aufnahme von Verhandlungen um die Türkei langfristig (15 Jahre) zu intergrieren.

Von daher würde ich mich interessieren wie die Nein-Abstimmer ihr nein meinen - ist es ein Nein zu einem sofortigen Beitritt der Türkei oder ein Nein zu einem Beitritt in evt. 15 Jahren?
Wenn zweiteres würde mich interessieren warum. In 15 Jahren kann viel passieren und durch verhandlungen hält man sich alle Optionen offen statt sich durch ein jetziges absolutes Nein eine Möglichkeit zu verbauen.


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janapier
Beitrag 16. Dec 2004, 20:05 | Beitrag #9
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QUOTE(Adrehn @ 16.12.2004, 19:50)
Langfristig ist es sicher wichtig die Türkei in die EU aufzunehmen.

Begründe das mal. Mein Nein gilt mindestens für die nächsten 50, eher 100 Jahre.


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Wodka
Beitrag 16. Dec 2004, 20:08 | Beitrag #10
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QUOTE(Adrehn @ 16.12.2004, 19:50)
Langfristig ist es sicher wichtig die Türkei in die EU aufzunehmen. Bevor dies geschehen kann müssen jedoch zunächst einmal die bereits bestehenden Probleme gelöst werden, zuvorderst der bestehende Überföderalismus. Um ehrlich zu sein hätte man das Problem schon vor der Osterweiterung beherzt angehen müssen, aber nun jetzt ist es zu spät.

Von daher denke ich das der Weg der gegangen wird der richtige ist. Keine pauschale Ablehnung der Türkei sondern die Aufnahme von Verhandlungen um die Türkei langfristig (15 Jahre) zu intergrieren.

Von daher würde ich mich interessieren wie die Nein-Abstimmer ihr nein meinen - ist es ein Nein zu einem sofortigen Beitritt der Türkei oder ein Nein zu einem Beitritt in evt. 15 Jahren?
Wenn zweiteres würde mich interessieren warum. In 15 Jahren kann viel passieren und durch verhandlungen hält man sich alle Optionen offen statt sich durch ein jetziges absolutes Nein eine Möglichkeit zu verbauen.

Nein, mit ähnlicher Argumentation.
Warum sollte man ihnen nicht eine Reihe von Bedingungen stellen und mit ihnen in Verhandlungen treten. Eine Ablehnung ist immernoch nötig, aber so gewinnt man Zeit und die braucht die Türkei sicherlich noch. Ob und wann man sie dann aufnimmt, das wird die Zukunft zeigen.


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Vertigo
Beitrag 16. Dec 2004, 20:14 | Beitrag #11
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Mir reichen schon die von janapier angeführten ersten beiden Gründe. Diese sind meiner Meinung nach fundamental.


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DemolitionMan
Beitrag 16. Dec 2004, 20:17 | Beitrag #12
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Warum sollte man Nein sagen, wenn es die Türkei in 10-15 Jahren geschafft hat, die Kriterien zu erfüllen? Man sollte froh sein, dass sich wieder ein Land zu Demokratie und Menschenrechten bekannt hat. Die ehemaligen Ostblockländer hätten nach dem Zerfall der SU in Chaos und Anarchie zerfallen können, stattdessen haben sie einen tollen Weg eingeschlagen. Ist das selbstverständlich heutzutage?Ich hab lieber die Türkei in der EU als eine n fundamentalistischen Gottesstaat vor der Tür Europas. Im übrigen ist diese ganze Ja/Nein Geschichte reine Propaganda der CDU/CSU.


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Frosch
Beitrag 16. Dec 2004, 20:35 | Beitrag #13
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Angst?
Was könnte die Türkei den furchtbares machen wenn die Mitgliedschaft verweigert wird?



Ich bin sehr skeptisch ob man in 15 Jahren überhaupt noch von dem Projekt EU spricht.
Eine Gemeinschaft braucht wie schon erwähnt eine Gemeinsame Identität um sich als Gemeinschaft identifizieren zu können.So etwas entsteht durch gemeinsames Erleben und Bestehen einer fundamentalen Erfahrung welche meisstens eine gewaltsame ist.
So etwas hat Europa (noch) nicht.
 
Adrehn
Beitrag 16. Dec 2004, 20:52 | Beitrag #14
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QUOTE(janapier @ 16.12.2004, 20:05)
QUOTE(Adrehn @ 16.12.2004, 19:50)
Langfristig ist es sicher wichtig die Türkei in die EU aufzunehmen.

Begründe das mal. Mein Nein gilt mindestens für die nächsten 50, eher 100 Jahre.

Wieso begründen? Wenn man weiterliest als den gequoteten Satz stellt man fest, das ich diesen Punkt nicht als fundamentale Wahrheit sehe, es kann sein muss aber nicht, man sollte sich also die Option offen halten, kostet doch nichts, oder doch?

Ansonsten, das Dein Nein für die nächsten 50 bis 100 Jahre gilt ist eigentlich nur die Hälfte von dem was ich wissen wollte.
Warum denkst Du das die Türkei in den nächsten 50 bis 100 Jahren bereit sein wird für die EU?


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janapier
Beitrag 16. Dec 2004, 21:02 | Beitrag #15
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QUOTE(Adrehn @ 16.12.2004, 20:52)
Ansonsten, das Dein Nein für die nächsten 50 bis 100 Jahre gilt ist eigentlich nur die Hälfte von dem was ich wissen wollte. Warum denkst Du das die Türkei in den nächsten 50 bis 100 Jahren bereit sein wird für die EU?


Zur Klarstellung: In der Diplomatie und Außenpolitik ist es selten opportun, die eigenen Absichten in ungefilterter Härte zu äußern. Ich spreche in diesem Thread also nicht davon, was man der Türkei sagen soll, sondern wie ich über die Beitrittsfrage denke.

Auch gehe ich nicht davon aus, daß die Türkei in 50 - 100 Jahren beitrittsreif sein wird. Ich glaube vielmehr, daß es erst nach einem solchen Zeitraum überhaupt Sinn ergibt, sich diese bis dahin mit Nein zu beantwortende Frage erneut zu stellen.

Wenn Du formulierst, es sei "langfristig sicher wichtig, die Türkei aufzunehmen", bedarf dies durchaus einer Begründung.


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Rob
Beitrag 16. Dec 2004, 21:04 | Beitrag #16
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Ich bin gegen die Türkei in der EU-> noch mehr von denen verkraften wir in D nicht, ohne dass es knallt.

Wenn damit die "Vision" einer politischen Union stirbt, bin ich für den Beitritt der Türkei (natürlich dürften dann keine hier zuwandern  :mata  :) )



MfG
 
janapier
Beitrag 16. Dec 2004, 21:06 | Beitrag #17
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QUOTE(Rob @ 16.12.2004, 21:04)
Wenn damit die "Vision" einer politischen Union stirbt, bin ich für den Beitritt der Türkei (natürlich dürften dann keine hier zuwandern  mata.gif  smile.gif )

MfG

Häh?  confused.gif


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Rob
Beitrag 16. Dec 2004, 21:11 | Beitrag #18
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QUOTE(janapier @ 16.12.2004, 21:06)
QUOTE(Rob @ 16.12.2004, 21:04)
Wenn damit die "Vision" einer politischen Union stirbt, bin ich für den Beitritt der Türkei (natürlich dürften dann keine hier zuwandern  mata.gif  smile.gif )

MfG

Häh?  confused.gif

Soll heißen:
Hosgeldilniz Türkei: Türkiye kommt in EU->weiteres Voranschreiten der europäischen Integration nicht möglich (Schluss mit dem ganzen EU-Schmu)= find ich gut



MfG
 
janapier
Beitrag 16. Dec 2004, 21:19 | Beitrag #19
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@Rob: Und was soll an die Stelle des "EU-Schmus" treten?


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Sumo
Beitrag 16. Dec 2004, 21:26 | Beitrag #20
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Ich bin gegen ein islamisch geprägtes Land in der EU!
Auch wenn ganz viele immer davon reden, daß der wahre Islam ja angeblich sooo friedlich ist, so berufen sich in der Welt Terroristen und Fundamentalisten jeglicher Couleur oftmals auf den Islam. Solange diese Religion ihre Aggresivität nicht ablegt, hat ein islamisches Land von 60 Mio. Einwohnern in der EU, die sich ja nicht nur als Wirtschaftsgemeinschaft sondern auch als Wertegemeinschaft versteht, nichts verloren. Die Unsicherheiten die damit einhergehen würden sind mir zu groß.
Diesem Erdogan traue ich im übrigen nicht ein bißchen. Dieser verurteilte Volksverhetzer "reformiert" die Türkei meines Erachtens nicht weil er von den europäischen Idealen überzeugt ist.


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ZaphodBeeblebrox
Beitrag 16. Dec 2004, 21:37 | Beitrag #21
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QUOTE(Adrehn @ 16.12.2004, 19:50)
Langfristig ist es sicher wichtig die Türkei in die EU aufzunehmen. Bevor dies geschehen kann müssen jedoch zunächst einmal die bereits bestehenden Probleme gelöst werden, zuvorderst der bestehende Überföderalismus. Um ehrlich zu sein hätte man das Problem schon vor der Osterweiterung beherzt angehen müssen, aber nun jetzt ist es zu spät.

Von daher denke ich das der Weg der gegangen wird der richtige ist. Keine pauschale Ablehnung der Türkei sondern die Aufnahme von Verhandlungen um die Türkei langfristig (15 Jahre) zu intergrieren.

Von daher würde ich mich interessieren wie die Nein-Abstimmer ihr nein meinen - ist es ein Nein zu einem sofortigen Beitritt der Türkei oder ein Nein zu einem Beitritt in evt. 15 Jahren?
Wenn zweiteres würde mich interessieren warum. In 15 Jahren kann viel passieren und durch verhandlungen hält man sich alle Optionen offen statt sich durch ein jetziges absolutes Nein eine Möglichkeit zu verbauen.

genau meine Meinung... xyxthumbs.gif

Ansonsten bin ich dafür, diese Frage - Türkei in die EU ja/nein? - nicht unbedingt von Historikern beantworten zu lassen (ja ich meine hier auch H.U.W. - obwohl ich ihn sonst sehr schätze).

P.S.: Ich weiß, sehr übersichtliche Aussage, aber für viel mehr bin ich grad zu müde... hmpf.gif


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Beitrag 16. Dec 2004, 21:56 | Beitrag #22
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QUOTE(Rob @ 16.12.2004, 21:04)
(natürlich dürften dann keine hier zuwandern  :mata  :) )



MfG

Helmut schmidt hat in einem Gespräch mit, ich glaube es war Beckmann erzählt, daß der damalige türkisch Regierungschef ihn sagte:" Die Türkei müsse noch mindestens zehn Millionen Türken zu euch bringen." Ich habe nich mitbekommen ob er nach Deutschland oder Europa meinte.
Hintergrund war das die Türkei einfach zuviele Menschen, und zu hohe Geburtenraten hat / te.
Das hörtt sich für mich so an, als solle die EU die Probleme der Türkei lösen, und wenn die dazu nicht bereit ist wird halt gemosert, teilweise mit abrutschen in den islamismus gedroht.  :rolleyes

Die Türken sollten die Reformen in ihren Land nich nur für den EU-.Beitritt wollen, sondern auch für sich selbst, um selbst auch ihre Lebensumstände zu verbessern.  
Das währe dann auch Gesellschaftlich ein größerer Schritt richtung Europa als das blosse verabschieden von Gesetzen


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möge die Nachwelt würdig erhalten."
 
janapier
Beitrag 16. Dec 2004, 22:21 | Beitrag #23
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@Radar: Er meinte Deutschland. Schmidt sagte ihm, das könne er vergessen.


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Autolyse
Beitrag 16. Dec 2004, 22:22 | Beitrag #24
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Die Türkei liegt zu größten Teilen in Asien und ist dementsprechend auch geprägt(->Ehrenmorde). Nur weil ein kleiner Teil des Landes in Europa liegt rechtfertigt dies noch keinen Beitritt, schon gar nicht bei der wirtschaftlichen Ausrichtung(Stichwort Landwirtschaft). Nebenbei gesagt, die bisherigen Erfahrungen der (West-/Mittel-)Europäer mit unseren türkischen Nachbarn sollte einem schon zu denken geben, wobei man natürlich berücksichtigen muss, dass die türkischen Einwander eher aus der Unterschicht stammen denn aus der Mittel- bzw.Oberschicht.


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Man stelle sich mal vor Wilhelm Conrad Röntgen hätte mit Nachnamen Leutheusser-Schnarrenberger geheißen. Wieviel Arbeitszeit jeden Tag im Gesundheitssystem verlorenginge.
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Vertigo
Beitrag 16. Dec 2004, 22:24 | Beitrag #25
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QUOTE(Sumo @ 16.12.2004, 21:26)
Dieser verurteilte Volksverhetzer "reformiert" die Türkei meines Erachtens nicht weil er von den europäischen Idealen überzeugt ist.

Sondern?

Ich glaube nämlich auch, dass er erstmal sein Militär schwächen will.


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Autolyse
Beitrag 16. Dec 2004, 22:32 | Beitrag #26
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QUOTE(Vertigo @ 16.12.2004, 22:24)
QUOTE(Sumo @ 16.12.2004, 21:26)
Dieser verurteilte Volksverhetzer "reformiert" die Türkei meines Erachtens nicht weil er von den europäischen Idealen überzeugt ist.

Sondern?

Ich glaube nämlich auch, dass er erstmal sein Militär schwächen will.

Logisch, das Militär hat ja im Zweifelsfall auch dafür gesorgt, dass der Staat laizistisch ist, was einer gemäßigt islamistischen Partei nicht passen kann.


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janapier
Beitrag 16. Dec 2004, 22:36 | Beitrag #27
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@Vertigo, Autolyse:

Hurriyet-Kolumnist Emin Colasan schrieb dazu:

"I'm surprised at how naïve Erdogan's friends in the European Union are. How can they overlook the fact that he intends to use the conditions imposed by Brussels to deprive the military of its power, thereby weakening this country's secular framework and gradually consolidating his control over the entire state?"


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beistrich
Beitrag 16. Dec 2004, 22:44 | Beitrag #28
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Türkei-Beitritt? Ja

QUOTE
Ich bin gegen die Türkei in der EU-> noch mehr von denen verkraften wir in D nicht, ohne dass es knallt.


Bei eine Beitritt der Türkei der würden viele in der Union jetzigen Union lebende Türken zurückwandern

QUOTE
Wenn damit die "Vision" einer politischen Union stirbt, bin ich für den Beitritt der Türkei (natürlich dürften dann keine hier zuwandern  


tock.gif

QUOTE
ie Türkei liegt zu größten Teilen in Asien und ist dementsprechend auch geprägt(->Ehrenmorde). Nur weil ein kleiner Teil des Landes in Europa liegt rechtfertigt dies noch keinen Beitritt, schon gar nicht bei der wirtschaftlichen Ausrichtung(Stichwort Landwirtschaft). ....


Wirtschaftlich macht es sehr viel sinn. Die Türkei ist ein riesiger Markt und die jetztigen "neuen" wären in 10-15 Jahren (ca. der Zeitraum wo die Türkei beitretten würde) großteils gesättig
 
janapier
Beitrag 16. Dec 2004, 22:48 | Beitrag #29
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QUOTE(beistrich @ 16.12.2004, 22:44)
Bei eine Beitritt der Türkei der würden viele in der Union jetzigen Union lebende Türken zurückwandern


Klingt nach Wunschdenken.


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Of course it would be absolutely vital that our top government and military men be included to foster and impart the required principles of leadership and tradition. (Dr. Strangelove)
 
Sumo
Beitrag 16. Dec 2004, 22:50 | Beitrag #30
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QUOTE(janapier @ 16.12.2004, 22:36)
@Vertigo, Autolyse:

Hurriyet-Kolumnist Emin Colasan schrieb dazu:

"I'm surprised at how naïve Erdogan's friends in the European Union are. How can they overlook the fact that he intends to use the conditions imposed by Brussels to deprive the military of its power, thereby weakening this country's secular framework and gradually consolidating his control over the entire state?"

Das einem Islamisten der Kemailismus in der Türkei nicht passt, ist ja nun keine große Gedankenleistung.
Wie sähe die Türkei eigentlich aus, wenn nicht das Militär ständig über Atatürks Erbe wachen würde? Es ist ja geradezu grotesk, daß wir einem Land die Tür in die EU aufmachen wollen (entschuldigung "ergebnisoffene Verhandlungen" wollen wir führen, wer´s glaubt...), in dem das Militär eine Art Bollwerk gegen den radikalen Islam darstellt.
Im übrigen lässt der Herr Erdogan seine Töchter in den USA studieren, da sie dort Kopftuch an der Uni tragen dürfen und es wird gemunkelt, daß eine seiner Töchter zwangsverheiratet wurde. Ich glaube diesem Typen kein Wort.


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"So viel Sand und keine Förmchen!"
 Der Frosch am Strand
 
 
 

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