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> Neue Kampfbekleidung bei der Bundeswehr, ausgelagert aus dem Video-Thread
SailorGN
Beitrag 17. Dec 2015, 17:37 | Beitrag #31
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Nur um auch für Kameraden eine Lanze zu brechen, die nicht wirklich in den Genuss eines "Grabenfußes" kommen: Eine bessere Handschuhsystematik ist bei allen Outdoor-Verwendungen angebracht... bspw. gibt es auch bei der Marine Kameraden, die einen Handschuh zu schätzen wissen, der trocken, warm und gleichzeitig fingerfertig hält. Egal ob nun nur für Manöverstationen oder 6 h Brückenwache auf offener Brücke, mit den dienstlichen Handschuhen kommt man nicht weit.

Gleichzeitig hat die Marine einen guten Schritt nach vorn getan. Der "neue" Seeparka ist einfach gut.


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Dans ce pays-ci, il est bon de tuer de temps en temps un amiral pour encourager les autres - Voltaire
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Markus11
Beitrag 17. Dec 2015, 17:39 | Beitrag #32
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ZITAT(Desert Hawk @ 17. Dec 2015, 16:20) *
Es geht nicht darum das neuste Hightech-Material zu verbauen, sondern zeitgemäße Materialien zu verwenden. Dies ist erstaunlicherweise in den meisten westlichen Armeen möglich, nur die Bundeswehr gibt persönliche Ausrüstung aus, welche sich auf dem Niveau der 80iger Jahre befindet. Selbst unterfinanzierte Armee wie die österreichische haben modernes Material (Panlo/Carinthia-G-Loft-Jacken, Windstopper-Fleece, Goretex-Hardshell-Handschuhe, Fleecehandschuhe, etc.) und wer sich beispielsweise britisches Material anschaut, stellt fest dass dies auch kein Vermögen kosten muss. Neuware aus dem Depot erhält der zivile Endverbraucher meist in der Preisklasse von 30-50€ wie z.B. britische Snugpak-ähnliche wendbare Kälteschutzjacke, Buffalo-Shirts, etc.


Carinthia Jacken (HIG/MIG) dienstlich gibt es afaik nur in Wr. Neustadt, und dort auch nicht für jeden. Selbst die Spezialfunker dürfen die sich selber kaufen, wenn es mal nicht gerade auf eine Übung nach Norwegen o.ä geht und die ausgegeben werden.

Vielleicht haben die 25er in Kärnten die auch, das ist aber ein sehr großes vielleicht.

Windstopper Fleece gibt es nur für Alpintruppen bzw Offiziersanwärter (und eben in Neustadt). Der Rest hat normale winddurchlässige Fleecejacken, die aber zugegebenermaßen sehr bequem sind. Die Überzieh Fäustlinge sind tatsächlich zu gebrauchen, aber die Handschuhe darunter sind eine Katastrophe.

3 Finger Woll Handschuh, der nicht warm hält, langsam trocknet,und wasserdurchlässig ist. Lederhandschuhe die zwar robust sind, aber eigentlich nur gut aussehen sollen und man zu wenig Feingefühl in den Fingern hat, und Arbeitshandschuhe, das wars. Die Fleecehandschuhe von denen du sprichst, sind privat beschafft.

Weiterer riesen Minuspunkt: der allgemeine Schlafsack. Der hält nicht mal bei 0°C und Gewand halbwegs warm. Den Carinthia Defence 6 früher Defence 4) gibt es dienstlich auch nur in Neustadt.

Aber um nicht nur negativ zu sein: die leichte Feldjacke ist super.

Der Beitrag wurde von Markus11 bearbeitet: 17. Dec 2015, 17:48
 
Forodir
Beitrag 20. Dec 2015, 16:47 | Beitrag #33
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ist der Cainthia Defence nicht der neue Schlafsack allgemein? Zumindest haben wir hier ( Idar Oberstein) unsere Schlafsäcke getauscht bekommen und die sind deutlich besser als der alte.


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Markus11
Beitrag 20. Dec 2015, 16:52 | Beitrag #34
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ZITAT(Forodir @ 20. Dec 2015, 16:47) *
ist der Cainthia Defence nicht der neue Schlafsack allgemein? Zumindest haben wir hier ( Idar Oberstein) unsere Schlafsäcke getauscht bekommen und die sind deutlich besser als der alte.


In Deutschland vielleicht, nicht in Österreich.
 
Father Christmas
Beitrag 20. Dec 2015, 16:59 | Beitrag #35
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Der Allgemein II ist dem Defence 4 ähnlich. Laut Lieferbedingung ist er aber an keinen Hersteller gebunden ( http://tl.baainbw.de/AG-Bund/TL/Daten/84650149.pdf ). Ob das nun ein guter Schlafsack ist, steht auf einem anderen Blatt. Siehe mein Vergleich von der Vorseite: Rucksack, klein vs. Kampfrucksack.
Wenn ich den Allgemein II mit zivilen Schlafsäcken vergleiche, dann ist ersterer zu voluminös und zu schwer. Letztendlich muß jedes bisschen freier Raum im Schlafsack erwärmt und warmgehalten werden, damit man eine gute Nacht hat. Das halte ich beim Allgemein II für ungünstig gelöst.

Der Beitrag wurde von Father Christmas bearbeitet: 20. Dec 2015, 16:59


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ZITAT(Wodka @ 28. Sep 2015, 12:38) *
Zur Kritik an der deutschen Justiz. Natürlich foltert die deutsche Justiz nicht, denn das würde bedeuten, dass ein Richter das Foltern anordnet. Damit verkennt der Fragesteller bereits die Gewaltenteilung in Deutschland. Für Folter ist nach der Gewaltenteilung die Exekutive zuständig.


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Forodir
Beitrag 20. Dec 2015, 17:11 | Beitrag #36
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Das mag sein, ist aber auch Geschmacksache, sonst würde Carinthia für seine Produkte keine Abnehmer finden. Das ist halt das Ding, auch im zivilen gibt es Unmengen von verschiedenen Produkten, nicht alle sind per se besser. Diejenigen die tatsächlich besser sind sind meisten unverhältnismäßig teuer da es sich um Nischenprodukte handelt. Was ich ebenfalls zu bedenken gebe ist das ich bei zivilen Produkte mir das raussuchen kann was mir persönlich am besten liegt, daher meistens die Meinung zivile Produkte sind immer besser.

Der Beitrag wurde von Forodir bearbeitet: 20. Dec 2015, 17:13


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Forodir
Beitrag 20. Dec 2015, 17:14 | Beitrag #37
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ZITAT(Markus11 @ 20. Dec 2015, 16:52) *
ZITAT(Forodir @ 20. Dec 2015, 16:47) *
ist der Cainthia Defence nicht der neue Schlafsack allgemein? Zumindest haben wir hier ( Idar Oberstein) unsere Schlafsäcke getauscht bekommen und die sind deutlich besser als der alte.


In Deutschland vielleicht, nicht in Österreich.


sorry hätte mir bei den Ortsnamen auffallen können tounge.gif


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Seydlitz
Beitrag 20. Dec 2015, 17:17 | Beitrag #38
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Der Defence 4/Allgemein II ist in Kombination mit dem Biwaksack aber zumindest ein großer Fortschritt gegenüber dem Vorgängerschlafsack ohne Biwaksack.
Wenn dann auch noch genügend "KSK-Planen" oder ähnliches zur Verfügung stünden, kann man es schon gut draußen aushalten.

Natürlich gibt es auf dem zivilen Markt noch bessere Kombinationen, was Gewicht, Volumen etc angeht. Dass das Militär nicht immer das neueste Material bereitstellen kann, bzw nicht mit der Geschwindigkeit des zivilen Marktes schritthalten kann, ist nachvollziehbar.
Aber gerade in dem Bereich habe ich selbst eine Wandlung zum Besseren miterlebt. In Afghanistan wurde ja z.B. auch noch ein (Carinthia?) Tropenschlafsack ausgegeben. Der hatte nicht mal das halbe Volumen des Defence 4.


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Father Christmas
Beitrag 20. Dec 2015, 17:25 | Beitrag #39
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Der Schlafsack Tropen entspricht dem Carinthia Tropen. Ob der auch toll ist, ...

Das ein weitgeschnitter Schafsack nicht das Optimun darstellt, ist keine Weltneuheit. Hier hätte man schlicht in Größen fertigen können (wenn man denn schon dabei ist, einen neuen Schlafsack einzuführen). Aber es ist eben sympthomatisch.

Carinthia soll seine Temperaturangaben an der Norm für Winterbekleidung orientieren. Ist da was dran?


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ZITAT(Wodka @ 28. Sep 2015, 12:38) *
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Seydlitz
Beitrag 20. Dec 2015, 17:38 | Beitrag #40
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Ich wollte den Tropen-Schlafsack nicht als super Verbesserung anpreisen, falls das so rüber gekommen ist. Aber wenn ich vergleiche was mir 2003 als GWDLer ausgegeben wurde, und was ich zuletzt zur Verfügung hatte ("neuer" Schlafsack, Biwaksack, KSK-Plane), ist einfach eine deutliche Verbesserung zu erkennen.
Das man dann in Einsätzen zusätzlich noch einen Tropen-Schlafsack bekommt (was natürlich angesichts der vorherrschenden Temperaturen Sinn macht) , fand ich auch positiv. Kleineres Packmaß, nicht zu Warm/Kalt.


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Markus11
Beitrag 20. Dec 2015, 19:42 | Beitrag #41
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ZITAT(Father Christmas @ 20. Dec 2015, 17:25) *
Der Schlafsack Tropen entspricht dem Carinthia Tropen. Ob der auch toll ist, ...

Das ein weitgeschnitter Schafsack nicht das Optimun darstellt, ist keine Weltneuheit. Hier hätte man schlicht in Größen fertigen können (wenn man denn schon dabei ist, einen neuen Schlafsack einzuführen). Aber es ist eben sympthomatisch.

Carinthia soll seine Temperaturangaben an der Norm für Winterbekleidung orientieren. Ist da was dran?


Die militärische Linie bis Defence 4 hält sich nicht an die gängige Norm. Daher ist die Temperaturangabe zu "wohlwollend". Der Defence 4 soll die angegebenen Grad auch nur in Kombination mit dem Tropenschlafsack erreichen.

Den Angaben des Defence 6 ist da schon eher zu trauen. Macht auch von Gewicht, Füllmenge, und Volumen Sinn. Die bei Asm angegebenen -35°C Komfort sind auf jeden Fall Quatsch. Würde Komfort maximal auf -20°C schätzen. (So auf anderen Seiten auch angegeben.)

Ein Freund der leicht fröstelt hatte ihn im März in Island mit, und ihm war bei -12°C schon kalt. Lag aber mMn nicht am Schlafsack, sondern der ungenügenden Isomatte.
 
Forodir
Beitrag 20. Dec 2015, 20:21 | Beitrag #42
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Das wäre auch mal etwas was dringend verbessert werden sollte,.eine vernünftige IsoMatte für alle Soldaten in der Bw.


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Paveway
Beitrag 28. Feb 2016, 01:32 | Beitrag #43
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ZITAT(Dave76 @ 24. Feb 2016, 20:30) *
Ergänzend zu diesem Post:

ZITAT
Armed gardaí from the Emergency Response Unit on patrol in Dublin after the recent gangland murders. Photographs: Collins/Niall Carson/PA Wire





Kann mir jemand sagen, wer der Hersteller der Schutzwesten ist?
Ich vermute ja Mehler, da es das gleiche Schlaufensystem wie bei der IDZ ist.
 
Father Christmas
Beitrag 28. Feb 2016, 08:43 | Beitrag #44
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ZITAT(Paveway @ 28. Feb 2016, 01:32) *
ZITAT(Dave76 @ 24. Feb 2016, 20:30) *
Ergänzend zu diesem Post:

ZITAT
Armed gardaí from the Emergency Response Unit on patrol in Dublin after the recent gangland murders. Photographs: Collins/Niall Carson/PA Wire


http://abload.de/img/eru06f5jdf.jpg


Kann mir jemand sagen, wer der Hersteller der Schutzwesten ist?
Ich vermute ja Mehler, da es das gleiche Schlaufensystem wie bei der IDZ ist.


Mir erschließt sich deine Argumentation nicht ganz: Weil du auf der Weste IDZ-Schlaufen siehst, soll die Westenhülle von Mehler sein? Mehler hat mW kein Patent auf das modulare Schlaufensystem des IDZ. Davon ab, ist das auf dem Bild das wesentlich gängigere Schlaufensystem PALS (auch -unzutreffend - bekannt als Molle). IDZ basiert auf 20mm Gurtband welches quer und längs verlaufend angebracht wird PALS nutzt 25mm Gurtband welches lediglich längs befestigt wird.
IDZ ist tot. Danke für die Steuergeldverschwendung. Lange lebe PALS.

Von welchem Hersteller die Westenhülle kommt ist schwer zu beantworten. Es gibt da schlicht viele Firmen und Zulieferer (JBS Group, ...). Müsste man mal genauer recherchieren...


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ZITAT(Wodka @ 28. Sep 2015, 12:38) *
Zur Kritik an der deutschen Justiz. Natürlich foltert die deutsche Justiz nicht, denn das würde bedeuten, dass ein Richter das Foltern anordnet. Damit verkennt der Fragesteller bereits die Gewaltenteilung in Deutschland. Für Folter ist nach der Gewaltenteilung die Exekutive zuständig.


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writer
Beitrag 28. Feb 2016, 14:05 | Beitrag #45
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Für so einen Unfug braucht man kein Patent, das macht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sowieso niemand nach. biggrin.gif

Wegen des Schlaufensystems in Kombination mit den altbekannten Taschenverschlüssen würde ich ebenfalls auf Mehler tippen.

Edit: Und wegen dem Unterleibschutz, siehe hier ...

Der Beitrag wurde von writer bearbeitet: 28. Feb 2016, 14:20
 
Forodir
Beitrag 28. Feb 2016, 15:15 | Beitrag #46
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Wieso hacken denn alle auf das Schlaufensystem von IDZ rum? Als ob das so absehbar gewesen war das sich PALS so durchsetzt (zudem man ja die idee aufgegriffen hatte und es eigentlich verbesserte). Wenn es um Ausrüstung geht ist der Amerikanische Markt einfach größer, hier sind es nur Nischen Produkte, hätte man sich bei der US Army für kreuzweise 20mm Schlaufen entschieden wäre das das große Ding heutzutage.
Irgendwie wird hier gerne oder auch anderswo vergessen das in Europa Militärausrüstung tatsächlich nur für Militär gedacht ist und kaum kommerzielle Chancen hat da der Markt das nicht her gibt bzw zu klein ist. In den USA sieht das anders aus.
Als Entwickler von Ausrüstung für eine Armee müsste ich mich auch fragen warum das kompatibel mit anderen Systemen (wir reden hier von Bekleidung und Ausrüstung einer Armee) sein sollte, sie wird eh vom Dienstherr gestellt. Außerdem wer glaubt denn das man solche Ausrüstung irgendwo in USA kauft? Selbst wenn man sich für MOLLE entschieden hätte wäre das immer noch in DEU oder Europa gekauft worden, soweit zu Steuergeldverschwendung und großartig Marktverfügbares gab es auch noch gar nicht (in Deutschland).

Hätte die Bw das System flächendeckend eingeführt wäre wohl für viele die Notwendigkeit oder der Wille sich etwas selber zu beschaffen eher gering und ob PALS oder IDZ Schlaufen gar kein Thema.
Also quasi abschließend, nicht das System (also das 20mm schlaufensystem, der rest war und ist tatsächlich schrott)an sich war schlecht sondern einfach die geringe verfügbarkeit

Der Beitrag wurde von Forodir bearbeitet: 28. Feb 2016, 15:38


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Father Christmas
Beitrag 28. Feb 2016, 15:57 | Beitrag #47
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Es war mE absehbar, dass sich PALS durchsetzt. Die Einführung in die US Streitkräft lief bereits, bevor man überhaupt zaghaft versuchte das IDZ-Gewebe auf den damaligen Prototyp der Kampfmittelweste aufzubringen (iirc links und rechts der noch festvernähten insgesamt 4 Doppelmagazintaschen und dazu noch um 30° oder 45° gedreht; etwa 2001). Der Markt reagierte darauf mE auch recht schnell, hier in Europa fertigten iirc KHS und Tasmanian Tiger die ersten entsprechenden modularen Zubehörteile.

Als man dann iirc ab 2004 IDZ großflächiger einführte und später einzelne Teile für die Ausstattung "Soldat im Einsatz" auch an den normalsterblichen Nicht-IDZ-Soldaten ausgab, hatte IDZ das Rennen gegenüber PALS schon verloren. Kurz darauf haben die Briten angefangen PALS zu nutzen.

Wenn man denn schon eine Insellösung beschafft, soll es doch bitte eine Brauchbare sein. Es gab keine Gurtkastentaschen, keine Rauch-/Nebelgranatentaschen, keine Tasche für Sanitätsmaterial (der nachgelieferte Klotz am Bein ist ja nun ein schlechter Scherz), keine SigPi-Tasche, die Trageweste hat nur einen Reißverschluss (der öfter mal bis nur Unbrauchbarkeit abgenutzt ist, wenn man eine gebrauchte Weste ausgegeben bekommt), die abklappbaren Magazintasche facepalm.gif, ...

Die Verbesserung gegenüber PALS hat sich mir nie offenbart. Was auch daran gelegen haben kann, dass die mitgelieferten Taschen es nie wirklich ermöglicht haben, damit mehr als das Vorgesehene zu tun.

ZITAT
Als Entwickler von Ausrüstung für eine Armee müsste ich mich auch fragen warum das kompatibel mit anderen Systemen (wir reden hier von Bekleidung und Ausrüstung einer Armee) sein sollte, sie wird eh vom Dienstherr gestellt.


Weil das dienstlich gelieferte Zeug dann schlichtweg nicht genutzt wird. Siehe: Einsatzrealität.



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ZITAT(Wodka @ 28. Sep 2015, 12:38) *
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Forodir
Beitrag 28. Feb 2016, 22:20 | Beitrag #48
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Es wurde deswegen nicht genutzt weil zuwenig zu spät gekommen ist. Bei den Taschen gebe ich dir natürlich recht, da fehlte einfach die Hälfte (das mit dem abklappen hat mir auch noch nie jemand so Sinnhaft erklären können, weil als Ziehhilfe für die Magazine habe ich es nicht empfunden) aber trotzdem das es unbedingt PALS sein MUSSTE glaube ich nicht, wenn man bedenkt wie langsam das hier anfing, KHS hatte einen recht geringen Ausstoß und Tasmanian Tiger war auch eher gering das Angebot.
Vor allem wenn man schaut wer denn jetzt tatsächlich MOLLE Taschen in Dienstlichen Farben anbietet, so viele mit entsprechendem Output sind das nicht. Man kann wohl behaupten wenn tatsächlich in der Bundeswehr es durchgesetzt worden wäre nur dienstliche Ausrüstung/Tragesystem zu nutzen wäre PALS in der Bw/Deutschland wohl nicht so interessant geworden.

Ich will auch andeuten das damit kein Geld gespart wurde, ob mit 20mm oder PALS Schlaufen das wäre bei der Dienstlichen Ausrüstung vom Preis her egal, eigentlich hat es mich sogar überrascht das bei der neuen Trage/Schutzausstattung vom IDZ-ES auf PALS umgeschwenkt wurde, weil ist ja nicht so als würde man jetzt zubehörtaschen auf dem freien Markt kaufen (mangels Angebots s.o.)

P.S. Ich bin selbst ganz froh drum das zum Glück in der Bw diese entwicklung stattgefunden hat, da dadurch die Ausrüstung des Einzelschützen auch mal auf das Tablett gekommen ist.

an einen Moderator: vielleicht das hier in den Kampfbekleidungs Thread verschieben


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Glorfindel
Beitrag 26. Jul 2016, 21:31 | Beitrag #49
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Um nochmals auf das Thema zurück zu kommen:
ZITAT(Father Christmas @ 16. Dec 2015, 20:55) *
Wenn ich auf die Schnelle überlege:

In 5FTD/3FTD:
- Feldjacke (wie der alte Bausewein-Smock (Kopie des DPM Combat Smock) ohne Rückentasche; ein wenig optimiert: zusammenrollbare Kapuze, RV-Einschubtasche auf der Rückseite, Oberarmtaschenkonzept wie bei Feldbluse und Combat Shirt, ...)

- Feldbluse (wie die Atlas-Typ-2-Feldbluse, nur mit optimierteren Oberarmtaschen, Stiftköcher am Ärmel, integrierbare Ellenbogen/Unterarmpolster, ...)

- Combat Shirt (RV Stehkragen, Oberarmtaschenkonzept wie bei Feldbluse und Feldjacke, integrierbare Ellenbogen/Unterarmpolster, ...)

- Hose (optimiertere Taschenanordnung/-größe, mit Innenunterteilung für Links- und Rechtshänder gleichermaßen erreichbar, Klett verstellbarer Hosenbund wie bei den holländischen Feldhosen, abnehmbare außenliegende Knieprotektoren, ...)

- Kombinationen

In RAL 7006 (Coyote Brown):
- Kälteschutzbekleidung (einschl. einzippbarer Windstopper-Fleecejacke für Feldjacke (mit Strickbündchen), einschl. Buffalo-Shirt)
- Windshirt (wie Montane Featherlite jedoch mit zusätzlicher Bauchtasche)
- Wintermütze
- Trageausstattung (teilmodulares Split-Front-System mit Koppel, ähnlich dem IIFS/SSO Nerpa/ANA Vityaz/Grad zzgl. Taschen, ...)
- Schutzweste (ähnlich 75Tactical Omega 4/Stratagem LVAC optimiert mit mehr Molle-Schlaufen, zum über oder unter der Kleidung tragen + adaptierbares Chest Rig ähnlich dem LBT 2586 Chest Rig mit einklettbaren Magazin-Inserts (je nach Waffe), adaptierbarer Kragen, Oberarmschutz, Unterleibschutz, ...)
- Rucksäcke (1.) auf Schutzwesten anbringbares, aber auch einzeln zu tragendes Daypack, ähnlich MSM Adapt Pack nur optimierter; 2.) optimierter Rucksack, ähnlich dem Karrimor Sabre SF 60-100 (leichter, Molle, abnehmbarer Deckel, kombinierbar mit Daypack und Trageaustattungstaschen, ...), ordentlicher Satz Seitentaschen, mit was ähnlichem wie dem MR BVS, ...)


- Nässeschutzbekleidung als Wendebekleidung (5FTD/Unifarben)
- (Einführung eines) Feldponchos mit Wendeseite (5FTD/Unifarben)

Und eine, die Trageweise und Anwendung regelnde Vorschrift, die auch zulässt, dass RAL7006 auch als Außenbekleidung getragen werden kann.

Edit/
Bei den Stiefeln kann man auch gleich zu einem besseren Konzepz wechseln. Auswahl aus drei Modellen mit Membran, vielleicht gar nicht mal schwarzes Vollleder, sondern eher was universell farbliches.

Ich weiss nicht, was man vier Jahre an Kampfbekleidung herumstudieren will. Schliesslich gilt auch hier: Lieber gut kopiert als schlecht selber entwickelt. Im Prinzip kann man die allermeisten Witterungsbedingungen mit einer Handvoll an Bekleidung abdecken:
- Anwendung des klassischen Zwiebelschalenprinzip: Basisschicht mit T-Shirt, Isolierschicht mit einem Trikothemd und einer Fleecejacke (oder allenfalls einer Primaloft-Jacke oder ähnlichem)
als Aussenschicht:
- Feldjacke/-blouse (meiner Ansicht nach mit zwei Napoleon-Taschen auf der Brust und zwei schräg angeordneten Oberärmeltaschen (man kann besser hineingreifen, verliert aber immer noch weniger, wie bei senkrechten Taschen; Umlege-/Stehkragen wie bei den meisten modernen Feldjacken. Ich würde hier entweder die ACU-Jacke oder die britische PCS-MTP-Jacke als Vorbild nehmen)
- bei der Hose mag ich die Grössenregulierung durch eine Kordel wie bei den britischen Feldhosen, mit Klett verstellbarere Hosenbund mit Gummizug geht auch, eine Kordel wie bei einem Trainingsanzug mag ich allerdings besser. Zudem mag ich beim Hosenabschluss ein fest eingebaute Zugband aus Gummi (mit nur leichtem Zug), wie bei den russischen KLMK-Scharfschützenanzügen (welche im Übrigen von sehr guter Qualität sind). Eingebaute Gamaschen oder sonst feste Bändel zum Binden mag ich nicht.) Zu den Knieprotektoren kann ich leider nichts sagen, obwohl ich Hosen mit solchen besitze. Ich habe aber keine Erfahrung dazu.
- dreilagige Nässeschutzjacke und -hose (Aussenschicht! vgl. USMC APECS oder ECWCS Layer 6 Jacke und Hose, bei letzterem gefällt mir v.a. auch die Durchgreif-Taschen )
- Smock is nice to have und macht dann Sinn, wenn keine Schutzweste getragen wird. Da muss auch nichts erfinden.

- für jene, die eine Schutzweste tragen, ist sicher bei heissem Wetter auch ein Under Armor Combat Shirt nützlich. Aber auch da muss man nichts erfinden.


--------------------
"Dort stand das Haus der Goldenen Blume, deren Männer eine Strahlensonne auf den Schilden hatten und ihr Anführer, Glorfindel, trug einen Mantel so kunstvoll mit Goldfäden durchwirkt, dass er gelb durchschossen war wie ein Feld im Frühling; und ihre Waffen waren kunstvoll mit Gold überzogen."
 
Seydlitz
Beitrag 26. Jul 2016, 23:24 | Beitrag #50
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Die Bundeswehr, oder eher vielleicht die beschaffenden Behörden, sind geradezu Meister im "jahrelangen Herumstudieren". Zumindest gefühlt wink.gif

Was Bekleidung für kämpfende Truppe (voranging die Infanterie) betrifft, hat sich aus meiner Sicht in den letzten Jahren wenig getan, dafür zwischen XX.XX und 2010~ um so mehr, international gesehen.
Seitdem sollte jeder halbwegs damit zufrieden sein, wenn man eine "Kampf" Hose erhält (in Deutschland irgendeine Abart der "KSK" Hose, große Taschen,etwas Codura an Knien und Gesäß) sowie eine "Kampf" Feldbluse ( Keine Reißverschlüsse im Brust/Bauch Bereich, aber sinnvolle Oberarmtaschen) . Beides auch noch aus einem sinnvollen Material, wäre schon mal super.
Ein Combat-Shirt wäre dann ja quasi noch das I-Tüpfelchen.

Smock ist aus meiner Sicht echt nicht mehr nötig. Als Feldjacken Ersatz gerne (warum immer noch eine "klassische Feldjacke aber kein Smock?) , als Kampfbekleidung eher überlebt. Wer geht denn bei welcher Tätigkeit noch ohne Schutzweste los, und warum? Meistens ist das ganze aufeinander abgestimmt, sprich Combat-Shirt/Feldbluse, Schutzweste (in welcher Form auch immer) und Trageausstattung (Weste/Chest Rigg). Smock unter Schutzweste halte ich auch aus persönlicher Erfahrung für recht sinnfrei, andersherum trifft das selbe zu, ohne Schutzweste?,(Spähtrupp,leicht und beweglich?), nein Danke.
Alle anderen Details sind persönliche Vorlieben, (Kordelstopper, Klett, Gammaschen Ja/Nein, usw).
Wenn man wenigstens vorher genanntes dienstlich bekommen würde (nicht erst im Einsatz!) , wäre man schon mal einen großen Schritt weiter. Oder man würde aufschließen, auf das Niveau der Briten, US Amerikaner, Franzosen.., was persönliche Bekleidung betrifft. Stattdessen hat man (mal wieder) einen kleinen Satz an wohl doch recht teurer Einsatzbekleidung angeschafft, welche eben nicht immer zur Verfügung steht und Jahrelange Entwicklung benötigt hat.
Die persönliche Bekleidung war in meiner Dienstzeit im Nachhinein eine Enttäuschung, wenn man es mit der internationalen Entwicklung vergleicht. Der überwiegende Teil hat sich dann doch privat Eingekleidet, und ist damit doch recht gut gefahren.
Für die Bestrebungen der Bundeswehr , aus meiner Sicht: Zu kompliziert, zu Spät, zu Wenig (Kosten will und kann ich nicht wirklich bewerten).
Wobei ich durchaus anmerken muss, dass es auch positive Entwicklungen gab. KSK Plane (umgangssprachlich, eine wesentliche bessere Form der Zeltbahn), Iso Matten mit Luftfüllung, die weiter oben angesprochenen Defence 4 Schlafsackvarianten , dazu passende Biwaksäcke (orginal Carinthia) , und leider erst im Einsatzland und dann halt auch mit begrenztem Größenschlüssel/Anzahl, KSK-Hosen und Smocks, sowie Unterbekleidung aus Woolpower Varianten.


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Schwabo Elite
Beitrag 27. Jul 2016, 09:48 | Beitrag #51
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ZITAT(Desert Hawk @ 17. Dec 2015, 17:30) *
Das ganze noch gepaart mit der "Entwicklung" durch Schreibtischtäter und weltfremden Beamten in diversen Ämtern, zumeist ohne jeglichen Input des späteren Nutzers.
Zumal "der Markt" ja vergleichbare Produkte entwickelt und vorhält, weil die ganzen Outdoor-Sportler und Freizeitpioniere jährlich Milliarden in Kleidung investieren. Da das Rad neu erfinden zu wollen ist komplette Verschwendung. Ich hab schon 2000 nicht verstanden, warum wir graue Lederhandschuhe und Michelin-Männchen-artige Fäustlinge (mit Abzugsfinger einzeln, aber auch zu dick für einen G3-Abzug) in oliv hatten. Jeder Outdoor-Shop hatte schon damals besseres im Angebot.


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Glorfindel
Beitrag 28. Jul 2016, 10:23 | Beitrag #52
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...wobei militärische Bekleidung zum Teil bei der Sportbekleidung Pate stand. Zu erwähnen ist hier insbesondere die dreilagige Goretex-Jacke ECWCS der ersten Generation, welche die US Army in den 1980er Jahren einführte und einen grossen Einfluss auch auf die zivile Outdoor-Bekleidung hatte oder zum Beispiel das Primaloft-Material, welches ebenfalls für die US Army entwickelt wurde und mittlerweile auch von vielen den teureren Anbietern von Skibekleidung verwendet wird oder auch andere moderne Materialen, welche bei militärischer Funktionsbekleidung eingesetzt werden. Die US Army war da Vorreiter, im der Verlauf der 1990er Jahre und oder auch später führten dann einige andere Armeen auch Funktionsbekleidung, zum Teil offensichtlich von der US Army kopiert, ein.


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Schwabo Elite
Beitrag 28. Jul 2016, 13:23 | Beitrag #53
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Klar, die US Army war in dem Sektor seit dem Zweiten Weltkrieg auch immer wieder federführend. Aber sobald ein Sektor seine staatlich geförderte Marktnische einmal verlassen hat und ein eigener, am freien Markt orientierter Industriezweig geworden ist, macht es wenig Sinn, dass jeder Staatsapparat das Rad nochmal neu erfindet. Allein schon, weil diese Apparate häufig keine Experten und Spezialisten haben oder nutzen, die wirklich tief in der Materie stecken. Am ehesten verfügen sie noch über das, was die Wissenssoziologie "Dilettanten" nennt. Also interessierte Laien, die aber keine professionelle Expertise beisteuern können.

Und dann fängt das an, was wir bei den europäischen Armeen besonders oft sehen: Man will eigene Kompetenzen von unten aufbauen und bindet sich jahrzehntelange Lernprozesse ans Bein, statt Wissen einfach einzukaufen. Bei teuren Waffensystemen mag das sinnvoll sein, etwa weil man unabhängig sein will oder Hightech nicht verkäuflich ist. Aber gute Kleidung ist auf operativer Ebene essentiell, aber auf "strategischer" Ebene nicht schwer zu beschaffen. Dass die US Army Pate stand für manche Bekleidung, ist da eher noch ein Grund mehr das Produkt von der Stange zu kaufen. Ein Design, dessen erste Iteration bereits in einer spezifischen Verwendung war, hat seine Tauglichkeit bereits gezeigt.


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Nite
Beitrag 28. Jul 2016, 13:50 | Beitrag #54
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Wobei die Zeiten in denen das Militär Vorreiter in dem Bereich war auch vorbei sind.
Heute sieht es eher anders herum aus.


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Beitrag 28. Jul 2016, 13:54 | Beitrag #55
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Meine Rede. wink.gif


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Glorfindel
Beitrag 28. Jul 2016, 14:19 | Beitrag #56
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Grundsätzlich bin absolut gleicher Meinung, dass bei der Bekleidung (heute) viel mehr Wissen auf privater Seite vorhanden ist. Auch das Bekleidung nicht wirklich essentiell ist (einmal davon abgesehen, dass man nicht ohne Winterbekleidung in Russland einmarschieren sollte). Ich sehe das "Hauptproblem" halt darin, dass die beschaffenden Behörden Anforderungen an Bekleidung stellen, welche Sportbekleidung nicht unbedingt hat, auch wenn der private Sektor wohl ohne Weiteres in der Lage ist, die Anforderungen zu erfüllen. Ich denke da zum Beispiel an die Feuerfestigkeit, welche seit Afghanistan ein grosses Thema ist oder die Reduktion der IR-Signatur.

Sinnvoll ist darüberhinaus, wenn ein Bekleidungskonzept existiert, welches zumindest die Basisbekleidung der Soldaten abdeckt und in grossen Mengen beschafft werden kann. Es dürfte einen ganz massiven Einfluss auf die Kosten haben, ob man nun 250'000 Uniformen bestellt oder nur 25'000. Für die kleineren Uniformbeschaffungen handhaben es zudem einige Armee so, dass z.B. Bataillone selber über ein gewisses Budget verfügen, nach welchem sie kleinere Ausrüstung für den Sofortbedarf beschaffen können. Es ist dann auch klar, dass wenn man schnell auf dem privaten Markt 250 Kampfmittelwesten beschafft, dies einiges günstiger kommt, als wenn man da zuerst ein grosses Evaluierungsprogramm darüber läuft (auch wenn dann die Kampfmittelwesten vielleicht nicht 100% den Vorgaben entsprechen). Zudem ist es oft auch möglich, schnell Dinge zu beschaffen, welche bei anderen Armeen schon eingeführt sind und sich dort bewährt haben. Es gibt ja zuhauf Militärausrüstung, welche aufgrund eines früheren Einsatzes den Weg gefunden hat zur Standardausrüstung zu werden. Auf der anderen Seite gab und gibt es natürlich auch immer ein Austausch zwischen militärischer und ziviler Mode. Bereits zu Zeiten den 2. Weltkrieges war da der zivile Outdoorbereich weiter als das Militär, wenn ich hier zum Beispiel an Rucksäcke oder Gebirgsjacken denke.


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Der Weisse Hai
Beitrag 28. Jul 2016, 15:24 | Beitrag #57
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Das Militär gilt bei vielen großen Bekleidungsherstellern eher als nicht so geliebter Kunde, da es vergleichsweise wenig (!) abnimmt!

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Forodir
Beitrag 28. Jul 2016, 20:26 | Beitrag #58
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Welcher zivile Hersteller hätte denn Einsatzbekleidung herstellen können mit den geforderten Werten wie IR Unterdrückung und FR? Es wurde ja eine Marktsichtung durchgeführt und eben festgestellt das dies nicht verfügbar war, dann wurde von Firmen die Bekleidung für IDZ Es und Einsatz- Übungsbekleidung hergestellt ( am Anfang zwei getrennte Sparten), und da gab es eine menge Mängel, auch qualitativ daher wird sowas getestet und das sind auch keine Dilettanten die sowas machen sondern tatsächlich in dieser Sparte Funktionsbekleidung Ausgebildete Zivilangestellte. Es wurde auch diesmal sehr viel Feedback von der Truppe eingeholt und auch im laufenden Verfahren Änderungen eingearbeitet.

Die Einsatzbekleidung ist jetzt da und wer in den Einsatz geht bekommt sie auch und nach und nach wird es auch im Inland eingeführt auch wenn das dauert, das ist nun mal dem Haushalt geschuldet. Die Bekleidung ist zwar teuer aber auf einem Level wo auch andere Hersteller ihre Produkte verorten, siehe Crye oder Carinthia oder Arcteryx.
Es ist immer einfach gesagt man kauft von der Stange, aber man muss erst mal jemanden Finden der die Menge in der geforderten Qualität mit den geforderten Merkmalen auch Liefern kann.
Der jetzige Feldanzug ist da nicht zu vergleichen, er ist viel billiger in der Herstellung und Qualität und es ist gut das man von sowas endlich weg will.


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Father Christmas
Beitrag 28. Jul 2016, 20:42 | Beitrag #59
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ZITAT
Der jetzige Feldanzug ist da nicht zu vergleichen, er ist viel billiger in der Herstellung und Qualität und es ist gut das man von sowas endlich weg will.


Aber das will man gar nicht. Deswegen beschafft man ja "nur" die 24.000 oder so Sätze und nutzt sie als Poolmaterial für jene, die in den Einsatz gehen. Der FA bleibt erhalten.

Was die Qualität angeht, so gibt es schon diverse Kritikpunkte. U.a. die Handschuhe sollen sich regelmäßig zerlegen.


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ZITAT(Wodka @ 28. Sep 2015, 12:38) *
Zur Kritik an der deutschen Justiz. Natürlich foltert die deutsche Justiz nicht, denn das würde bedeuten, dass ein Richter das Foltern anordnet. Damit verkennt der Fragesteller bereits die Gewaltenteilung in Deutschland. Für Folter ist nach der Gewaltenteilung die Exekutive zuständig.


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Forodir
Beitrag 28. Jul 2016, 21:03 | Beitrag #60
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Doch das will man, der Anzug Einsatz/Übung wird kommen, er ist im Moment nur für den Einsatz geblockt da man überhaupt froh war das man das Projekt durchgedrückt hat. Die Planung ist das der Feldanzug oder eine Variante davon als Tagesanzug erhalten bleibt und die neue Bekleidung für Übungen und Einsatz vorgesehen ist die aber beim Soldaten auf der BAN ist.

Die Bundeswehr hat dringendere Probleme und auch wenn ihr in der nächsten Zeit mehr Geld zugesagt worden ist so werden dies "Soft" Projekte ohne große Lobby erst einmal in kleiner Stückzahl kommen.

Gerade in der Anfangszeit gab es große Probleme in der Qualitäts-Sicherung hier wurde allerdings auch eingegriffen das muss sich zeigen ob man da dran bleibt, gerade in der Vergangenheit wurde oft an die Bundeswehr geliefert und diese hat ohne zu prüfen einfach alles übernommen (danke LHD), das kann man sich heutzutage nicht mehr erlauben.


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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 12. December 2019 - 12:58