eGun

Willkommen, Gast ( Anmelden | Registrierung )

Zurück zum Board Index
92 Seiten V  « < 90 91 92  
Reply to this topicStart new topic
> Iran, Trends, Entwicklungen, Sicherheitspolitik
Schwabo Elite
Beitrag 17. Jan 2019, 15:40 | Beitrag #2731
+Quote PostProfile CardPM
Generalmajor d.R.
Beiträge: 17.206



Gruppe: Moderator
Mitglied seit: 10.06.2002


ZITAT(Almeran @ 17. Jan 2019, 14:25) *
ZITAT(der_finne @ 17. Jan 2019, 14:06) *
ZITAT(Almeran @ 17. Jan 2019, 13:48) *
ZITAT(der_finne @ 17. Jan 2019, 13:40) *
ZITAT(Almeran @ 17. Jan 2019, 11:16) *
Zur Festnahme: Natürlich ist die Festnahme der CFO von Huawei Teil der Sanktionen. Sanktionen, für deren Bruch man niemanden verfolgt, kann man sich von Anfang an sparen. Sie wurde festgenommen, weil sie mutmaßlich genau das getan hat. Das ist halt illegal, für illegales Verhalten wird man schon mal eingebuchtet. Was genau der iranischen Fernsehfrau vorgeworfen wird, wird man sicher auch bald sehen. Natürlich sollte man ihr in der Zeit eine menschenwürdige Behandlung angedeihen lassen - dazu gehört aber nicht, dass man zur erkennungsdienstlichen Behandlung den Schleier auf dem Kopf lässt.


Sanktionen der Amerikaner, wenn ich nicht irre. Und die Kanadier ziehen hier mit. Nach EU Sicht dürfte sie nichts illegales gemacht haben.

Selbst wenn es so ist: Sie wurde ja auch nicht in der EU, sondern in Kanada auf Bitten der USA festgenommen. Was genau willst du mir damit sagen? Wenn ich durch ein Land reise, sollte ich halt vorher sicherstellen, dass ich dort nicht gegen Gesetze verstoße oder verstoßen habe.


Sie hat nicht gegen kanadische Gesetze verstoßen, die haben nur ein Rechtshilfeabkommen mit den USA. Erinnert mich an das Vorgehen der Türken im Bezug auf den internationalen Haftbefehl.

Auch das kann man sich vorher überlegen. Dass die USA bei den Iran-Sanktionen empfindlich reagieren, ist doch allen klar. Ich sehe einfach das Problem nicht, wenn jemand wegen des Verdachts auf einen Gesetzesverstoß im Rahmen eines Rechtshilfeabkommens in einem Drittstaat festgenommen wird. Das passiert andauernd.
Die Nummer mit dem internationalen Haftbefehl ist halt auch so eine Sache: Wir wollen doch alle, dass Verbrecher, die in Deutschland gesucht werden und sich in Belgien, der Schweiz, Russland oder Takka-Tukka-Land aufhalten festgenommen und an uns überstellt werden, oder? Dass die USA und Kanada bei rechtlichen und auch diplomatischen Belangen so eng zusammenarbeiten, dass oft kein Blatt Papier zwischen die beiden Länder passt, ist nicht nur bekannt, sonder auch ein Eckpfeiler für beider Sicherheit.

Das weiß man vorher und wenn man dann eben doch hüben oder drüben zu verwilt ist, muss man sich nicht wundern. Wer in Land A gegen ein Gesetz verstößt, wird von Land B eben an A ausgeliefert, wenn es solche Abkommen gibt. Da alle Länder grundsätzlich gleichberechtigt sind, gilt das auch in Einzelfällen, die auch mal persönlichen Unmut wecken können. Das ist dann halt so.

Auch wenn es mich immer wieder verwundert, wie man chinesische Konzernfunktionäre/Superreiche in Schutz nehmen kann bei sowas. Das sind alles äußerst einflussreiche Akteure von Pekings Gnaden. Sie und andere mögen sich der Illusion hingeben, sie seien self-made-(wo)men, aber letztlich sind alle Chinesen und Personen - juristische wie natürliche - in China gezwungen nach der Pfeife der Behörden zu springen, insbesondere in Geheimdienstbelangen. Und auf einmal ist verständlich, warum die USA es verboten haben, dass kritische IT-Infrastruktur von Huawei errichtet werden darf.

Vgl.: https://www.lawfareblog.com/beijings-new-na...defense-offense

Beim Iran sieht es ähnlich aus. Eine Festnahme von Personen ist grundsätzlich erstmal Sache des jeweiligen Staates. Was genau dort passiert ist und was der Grund war, mag sich je nach Quelle durchaus anders darstellen. Ich verweise hier erneut auf die eigene Quellenkritik, der sicher jeder User hier unterziehen sollte vor dem Posten.

Der Beitrag wurde von Schwabo Elite bearbeitet: 17. Jan 2019, 15:41


--------------------
Sapere Aude & Liber et Infractus
"He uses statistics as a drunken man uses lamp-posts... for support rather than illumination." –- Andrew Lang (1844-1912)
"Seit ich auf deutsche Erde trat, durchströmen mich Zaubersäfte – Der Riese hat wieder die Mutter berührt, Und es wuchsen ihm neue Kräfte." -- Heinrich Heine (1797-1856), Deutschland ein Wintermärchen, Caput I
Quidquid latine dictum, altum videtur. -- Nενικήκαμεν! -- #flapjackmafia
 
Kameratt
Beitrag 17. Jan 2019, 17:45 | Beitrag #2732
+Quote PostProfile CardPM
Hauptmann
Beiträge: 3.835



Gruppe: Members
Mitglied seit: 16.06.2012


ZITAT(Schwabo Elite @ 17. Jan 2019, 15:40) *
Wer in Land A gegen ein Gesetz verstößt, wird von Land B eben an A ausgeliefert, wenn es solche Abkommen gibt.

Sie hat nicht einmal in Land A gegen ein Gesetz verstoßen, sondern die fabulierte Tat soll sich sowohl außerhalb von A als auch B abgespielt haben.
Die Übertragung der eigenen Rechtsnormen von A auf die gesamte Welt schafft hierbei gefährliche Präzedenzfälle.
ZITAT(Schwabo Elite @ 17. Jan 2019, 15:40) *
Auch wenn es mich immer wieder verwundert, wie man chinesische Konzernfunktionäre/Superreiche in Schutz nehmen kann bei sowas. Das sind alles äußerst einflussreiche Akteure von Pekings Gnaden. Sie und andere mögen sich der Illusion hingeben, sie seien self-made-(wo)men, aber letztlich sind alle Chinesen und Personen - juristische wie natürliche - in China gezwungen nach der Pfeife der Behörden zu springen,

Als ob das in einem halbwegs funktionsfähigen Staat anders wäre und juristische wie natürliche Personen nicht gezwungen wären, nach den Vorgaben der Behörden zu arbeiten...
Bislang konnte jedenfalls von all den Geschichten über Spionage-Chips in chinesischen Produkten keine einzige nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu bspw. systematischer Überwachung des internationalen Datenverkehrs duch das Land A, einschließlich des Handys der Regierungschefin des Landes C. rolleyes.gif
 
revolution
Beitrag 17. Jan 2019, 20:50 | Beitrag #2733
+Quote PostProfile CardPM
Hauptmann
Beiträge: 4.193



Gruppe: Members
Mitglied seit: 22.04.2006


ZITAT(Tankcommander @ 17. Jan 2019, 09:35) *
Zum Satelit: Kann da Sabotage im Spiel gewesen sein?


Auch wenn die Sicherheitsvorkehrungen aufgrund diverser Sabotageakte in der Vergangenheit hoch sind, gibt es keine 100%ige Sicherheit. In Bezug auf den gescheiterten Satellitenstart sind nach meiner Kenntnis jedoch keine derartigen Spekulationen publik geworden. Vermutlich war der Schub der noch kaum erprobten 3. Stufe tatsächlich zu gering und folglich hat der Satellit Payam wohl die angepeilte Umlaufbahn verfehlt. Das klingt durchaus schlüssig. Ansonsten hat ja angeblich vom Ablauf soweit alles funktioniert.

ZITAT
Zur Festnahme: gehört jetzt wohl zu den Sanktionsmethoden, die Huawai-CEO wurde ja auch schon mal festgenommen.


Vielleicht wurde die bekannte Nachrichtensprecherin und Moderatorin festgenommen, weil die USA das staatliche iranische Fernsehen sanktioniert haben.

@Almeran
ZITAT
Auch das kann man sich vorher überlegen. Dass die USA bei den Iran-Sanktionen empfindlich reagieren, ist doch allen klar. Ich sehe einfach das Problem nicht, wenn jemand wegen des Verdachts auf einen Gesetzesverstoß im Rahmen eines Rechtshilfeabkommens in einem Drittstaat festgenommen wird. Das passiert andauernd.


Es ist eine bilaterlae Angelegenheit, wenn eine chinesische Firma Geschäfte mir einer iranischen Firma macht. Was die USA hier betreiben ist nichts anderes als Kidnapping. So ähnlich sehen das jedenfalls die Chinsesn und die haben sicher nicht ganz zufällig danach ebenfalls Amerikaner einkassiert. A la "wie Du mir, so ich Dir". In meinen Augen erpressen die Amerikaner den Rest der Welt.


--------------------
Hasta siempre, comandante!
 
Schwabo Elite
Beitrag 18. Jan 2019, 11:01 | Beitrag #2734
+Quote PostProfile CardPM
Generalmajor d.R.
Beiträge: 17.206



Gruppe: Moderator
Mitglied seit: 10.06.2002


ZITAT(Kameratt @ 17. Jan 2019, 17:45) *
Bislang konnte jedenfalls von all den Geschichten über Spionage-Chips in chinesischen Produkten keine einzige nachgewiesen werden.

Wie Du dem von mir verlinkten Artikel und vielen anderen zu dem Thema entnehmen kannst, muss die Regierung keine Chips verbauen lassen. Die Regierung hat sich das Recht geschaffen jederzeit jede Form von Informationen z. B. von einem chinesischen Konzern zu verlangen, die dieser bereitstellen kann. Und dazu muss man etwa bei einem Router nicht mehr liefern als das Adminpasswort. Da ist kein besonderer Chip von Nöten, das geht über die Firmware. Und die kann man jederzeit mit einem Update gefügig machen.


--------------------
Sapere Aude & Liber et Infractus
"He uses statistics as a drunken man uses lamp-posts... for support rather than illumination." –- Andrew Lang (1844-1912)
"Seit ich auf deutsche Erde trat, durchströmen mich Zaubersäfte – Der Riese hat wieder die Mutter berührt, Und es wuchsen ihm neue Kräfte." -- Heinrich Heine (1797-1856), Deutschland ein Wintermärchen, Caput I
Quidquid latine dictum, altum videtur. -- Nενικήκαμεν! -- #flapjackmafia
 
hanuta
Beitrag 18. Jan 2019, 16:21 | Beitrag #2735
+Quote PostProfile CardPM
Fähnrich
Beiträge: 126



Gruppe: Members
Mitglied seit: 29.06.2008


Dieses Recht haben sich auch die amerikanischen Freunde bei ihren Firmen einbauen lassen, im Umkehrschluss dürfte auch kein Made in USA Router oder 5G Hardware eingesetzt werden. Ich sehe dies als rein industriepolitische Geschichte ursprünglich zwischen USA China an....und in Folge jetzt bei uns die scheinheilige Debatte
 
revolution
Beitrag 19. Jan 2019, 02:21 | Beitrag #2736
+Quote PostProfile CardPM
Hauptmann
Beiträge: 4.193



Gruppe: Members
Mitglied seit: 22.04.2006


Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben in den letzten beiden Jahren 1.2-1.3 Mio. afghanische Flüchtlinge den Iran in Richtung Heimat verlassen. Als Gründe werden die schlechte wirtschaftliche Perspektive und "politische Gründe" angegeben.

ZITAT
Wegen schwerer Wirtschaftskrise
Hunderttausende Afghanen verlassen Iran

Die US-Sanktionen haben die Wirtschaftskrise in Iran weiter verschärft. Das wirkt sich auch auf afghanische Flüchtlinge aus: Mehr als 750.000 sind wegen der schlechten Perspektive in ihre Heimat zurückgekehrt.

Hunderttausende Afghanen sind im vergangenen Jahr aus dem von einer schweren Wirtschaftskrise geplagten Iran in ihre Heimat zurückgekehrt. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) verließen 2018 mehr als 773.000 Afghanen Iran, der an das von Kriegen gezeichnete Land grenzt. Das seien wesentlich mehr als 2017, als gut 500.000 Afghanen aus Iran zurückkehrten. Besonders die US-Sanktionen haben die wirtschaftliche Krise in Iran verschärft.

Die meisten Flüchtlinge hätten weder eine Aufenthalts- noch eine Arbeitserlaubnis besessen. Als einen der Gründe nannte die IOM, dass die Nachfrage nach billigen Arbeitskräften in Iran wegen der wirtschaftlichen Probleme stark zurückgegangen sei. Auch politische Gründe spielten eine Rolle.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...-a-1248030.html


Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 19. Jan 2019, 03:11


--------------------
Hasta siempre, comandante!
 
Dave76
Beitrag 17. Feb 2019, 17:37 | Beitrag #2737
+Quote PostProfile CardPM
Oberstleutnant
Beiträge: 14.967



Gruppe: VIP
Mitglied seit: 13.01.2005


ZITAT
Iran 1979 und heute
Was von der Revolution übrig blieb

Die Auflehnung gegen das Schah-Regime führte 1979 zur Islamischen Revolution in Iran. Das Land hat sich allerdings anders entwickelt, als es sich ein Großteil der Demonstranten damals wünschten. Viele Iraner sind heute unzufrieden mit ihrerer Regierung. Gibt es Parallelen zum Vorabend der Revolution vor 40 Jahren?

Von Christian Buttkereit
10.02.2019


https://www.deutschlandfunk.de/iran-1979-un...ticle_id=440665


--------------------
"avenidas/avenidas y flores/flores/flores y mujeres/avenidas/avenidas y mujeres/avenidas y flores y mujeres y/un admirador" - Eugen Gomringer
"Two possibilities exist: either we are alone in the Universe or we are not. Both are equally terrifying." - Arthur C. Clarke
Proud member of Versoffener Sauhaufen™!
#natoforum
 
revolution
Beitrag 19. Feb 2019, 11:32 | Beitrag #2738
+Quote PostProfile CardPM
Hauptmann
Beiträge: 4.193



Gruppe: Members
Mitglied seit: 22.04.2006


Tja und so fabuliert die Presse seit 40 Jahren über einen Sturz des "Regimes". Tatsache ist, dass die politische Mitsprache und Freiheit höher und das religiöse Diktat in der "iranischen Theokratie" geringer sind als in quasi allen anderen arabischen Staaten, die mit den USA verbündet sind und verhätschelt werden : VAE, Saudi Arabien, Ägypten, Jordanien, Bahrain, ...etc. Es dreht sich nicht um die Befreiung der Menschen aus der Unterdrückung durch ihre Regierung. Das istg total quatsch und so naiv ist niemand, auch wenn gewisse Medien und Regierungen dieses Thema in Bezug auf den Iran so gerne in den Mittelpunkt stellen.

Fakt ist, bzw sehen das offenbar viele Experten und die Menschen im Iran so, dass die wirtschaftlichen Probleme überwiegend dem von den USA gegen den Iran geführten Wirtschaftkrieg geschuldet sind. Das Abkoppeln des Iran vom internationalen Zahlungs- und Wirtschaftsverkehr und US Strafen für Firmen die mit Iranern Geschäfte machen, führen zu massiven wirtschaftlichen Schäden, die man bei dem technologischen Stand und bei dem verfügbaren Know How nicht haben würde. Das Investitions- und Absatzpotential ist im regionalen Vergleich enorm.

Die Unterstützung von Salafisten und Separatisten durch gewisse regionale und überregionale Kräfte in Syrien, Irak, Libanon und Iran, haben zu Krieg, Vertreibung und Chaos geführt. Amerikaner, Araber und Türken machen mit sunnitischen Extremisten der Al-Kaida und Co. gemeinsame Sache. Wessen Freiheit, Demokratie und Wohlstand dies bedienen soll, ist unklar. Washington, Riad und Tel Aviv behaupten wiedergholt der Iran sei die destsbilisierende Kraft und Bedrohung für die regionale Sicherheit. Das ist sehr einseitiges Anschwärzen, denn ohne den Iran und verbündete Milizen wären Al-Kaida und ISIS heute noch in Syrien und Irak die dominierenden Kräfte. Mitunter wird von amerikanischer und israelischer Seite das Narrativ verkauft, ISIS sei im Vergleich zu Iran das geringere Problem. Das lässt tief blicken. Der Verkauf von modernen Angriffswaffen an arabische Diktaturen in Höhe von dutzenden Milliarden Dollar bei gkeichzeitiger Sanktionierung iranischer Rüstung erhöhen ebenfalls nicht die Glaubwürdigkeit in Bezug auf ein friedlibendes Ansinnen der Humanisten aus Washington, London und Paris.

Der Iran hat sich nach intensiven und sehr ernsthaft geführten Verhandlungen mit den Weltmächten einem weltweit einmaligen nuklearen Kontrollregime unterworfen. Darüner hinaus hat das Land einen Grossteil seiner atomaren Infrastruktur nachweislich stillgelegt, umgebaut oder zerstört. Im Tausch für wirtschaftliche Anreize, die letztlich lediglich in der Freigabe von eingefrorenen Geldern und Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs beruhten. Dies wurde vertraglich festelegt und ist durch eine Resolution des Sicherheitsrats verbindlich in Kraft getreten. Die internationale Atomaufsicht bestätigt, dass sich der Iran an die Regeln hält. Die vetraglichen Leistungen wurden von Seiten der USA und auch Europas nicht erbracht. Stattdessen wird in Washington ein hinterwäldler Hillbillly an den roten Knopf gesetzt, der den Rest der Welt nicht einmal aus dem Fernsehen kennt und dessen Schwiegersohn ein persönlicher Freund der Familie Netanjahu ist. Fehlte nur noch Herr Bolton als Sicherheitsberater. Und diese Clique erklärt mal eben alles für Null und Nichtig.

Welche dieser friedliebenden Botschaften sollten die Menschen auf den Strassen in Teheran, Isfahan oder Qom denn positiv aufnehmen, dass sie sich gegen ihre Regierung stellen? So sehr ich nachvollziehen kann, dass es für das eigene Weltbild und vom Vorgehen einfachsten wäre, wenn die Menschen dort die Schuldigen für Inflation, Jobverlust und Sicherheitslage im eigenen Land suchen, so sehr halte ich dies für einen Irrtum, dass die Leute das in signifikanter Zahl auch so sehen. Diese sehr alte und patriotische Nation mit seiner tief verwurzelten historischen Identität und auch vielen jahrhunderten von Staats- und Regierungskultur bei der auch Religion immer eine Rolle gespielt hat verfügt derzeit über ein politisches System, welches sehr engmaschig bis in die tiefste Peripherie im Inland und zu regionalen Kräften vernetzt ist. Das ist kein Nachkriegs-Emirat, wo man einem Prinzen oder Warlord ein paar Waffen und Geld in die Hand drückt und der Hase dann schon in die gewünschte Richtung rennt. Ich weiss garnicht, wie sich die Strategen um John Bolton einen "Regime Change" vorstellen?


ZITAT
Umstrittene Nahostkonferenz Netanyahu spricht von "Krieg mit Iran" - und rudert zurück

Israels Ministerpräsident Netanyahu hat Iran attackiert: Ein "Krieg" gegen den Gottesstaat sei ein Anliegen, das andere Staaten mit Israel teilten. Nun hat sein Büro die Aussage abgeschwächt.

Zum Auftakt der umstrittenen Nahostkonferenz in Warschau sorgt eine Äußerung von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu für Wirbel. In einem Video sagte er, dass er mit den arabischen Teilnehmern "unser gemeinsames Anliegen eines Krieges mit Iran" voranbringen wolle. Sein Büro löschte das Video anschließend und schwächte die Aussage ab. In der geänderten englischen Übersetzung wurde das Wort "Krieg" durch "Bekämpfung" ersetzt. In dem gelöschten Video nutzte Netanyahu allerdings das hebräische Wort für "Krieg".

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif reagierte auf Twitter spöttisch: "Wir kannten Netanyahus Fantasien schon immer. Jetzt kennt die Welt - und alle bei dem Warschauer Zirkus - sie auch."
http://www.spiegel.de/politik/ausland/benj...-a-1253149.html


Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 19. Feb 2019, 11:57


--------------------
Hasta siempre, comandante!
 
Dave76
Beitrag 19. Feb 2019, 19:41 | Beitrag #2739
+Quote PostProfile CardPM
Oberstleutnant
Beiträge: 14.967



Gruppe: VIP
Mitglied seit: 13.01.2005


ZITAT(revolution @ 19. Feb 2019, 11:32) *
Tja und so fabuliert die Presse seit 40 Jahren über einen Sturz des "Regimes". Tatsache ist, dass die politische Mitsprache und Freiheit höher und das religiöse Diktat in der "iranischen Theokratie" geringer sind als in quasi allen anderen arabischen Staaten, die mit den USA verbündet sind und verhätschelt werden : VAE, Saudi Arabien, Ägypten, Jordanien, Bahrain, ...etc. Es dreht sich nicht um die Befreiung der Menschen aus der Unterdrückung durch ihre Regierung. Das istg total quatsch und so naiv ist niemand, auch wenn gewisse Medien und Regierungen dieses Thema in Bezug auf den Iran so gerne in den Mittelpunkt stellen.

[...]

Eine schöne Melange aus Whataboutismen, Tu quoque und Strohmännern. Weil es vielleicht noch "viel schlimmere" Regime gibt, ist die Kritik an dem iranischen unzulässig, oder wie? Und warum bringst du jetzt die USA ins Spiel? Reine Ablenkungsmanöver.


--------------------
"avenidas/avenidas y flores/flores/flores y mujeres/avenidas/avenidas y mujeres/avenidas y flores y mujeres y/un admirador" - Eugen Gomringer
"Two possibilities exist: either we are alone in the Universe or we are not. Both are equally terrifying." - Arthur C. Clarke
Proud member of Versoffener Sauhaufen™!
#natoforum
 
xena
Beitrag 20. Feb 2019, 00:51 | Beitrag #2740
+Quote PostProfile CardPM
Major
Beiträge: 9.471



Gruppe: Members
Mitglied seit: 03.10.2002


Naja, es ist schon bezeichnend, dass man sich über x Seiten über den Iran austauscht, aber kaum über andere Regime. Warum gerade über den Iran? Was ist denn so besonderes am Iran?


--------------------
Eine komplette Waffenübersicht (naja, fast komplett... ...naja auch nicht fast komplett, aber sehr vieles...):

waffen-der-welt.alices-world.de

 
Praetorian
Beitrag 20. Feb 2019, 02:49 | Beitrag #2741
+Quote PostProfile CardPM
Konteradmiral
Beiträge: 19.428



Gruppe: Globalmod.WHQ
Mitglied seit: 06.08.2002


ZITAT(xena @ 20. Feb 2019, 00:51) *
Naja, es ist schon bezeichnend, dass man sich über x Seiten über den Iran austauscht, aber kaum über andere Regime. Warum gerade über den Iran? Was ist denn so besonderes am Iran?

Das hier ist der Thread zum Iran.


--------------------
This just in: Beverly Hills 90210 - Cleveland Browns 3
 
Madner Kami
Beitrag Gestern, 16:05 | Beitrag #2742
+Quote PostProfile CardPM
Hauptmann
Beiträge: 2.507



Gruppe: Members
Mitglied seit: 26.07.2008


ZITAT(Praetorian @ 20. Feb 2019, 02:49) *
ZITAT(xena @ 20. Feb 2019, 00:51) *
Naja, es ist schon bezeichnend, dass man sich über x Seiten über den Iran austauscht, aber kaum über andere Regime. Warum gerade über den Iran? Was ist denn so besonderes am Iran?

Das hier ist der Thread zum Iran.


Da weis man nicht, ob man lachen oder weinen soll facepalm.gif


--------------------
"If you get shot up by an A6M Reisen and your plane splits into pieces - does that mean it's divided by zero?" - xoxSAUERKRAUTxox

"A ship in port is safe; but that is not what ships are built for. Sail out to sea and do new things." — Rear Admiral Grace Hopper
 
der_finne
Beitrag Gestern, 18:42 | Beitrag #2743
+Quote PostProfile CardPM
Leutnant
Beiträge: 641



Gruppe: Members
Mitglied seit: 25.04.2009


ZITAT(Madner Kami @ 21. Feb 2019, 16:05) *
ZITAT(Praetorian @ 20. Feb 2019, 02:49) *
ZITAT(xena @ 20. Feb 2019, 00:51) *
Naja, es ist schon bezeichnend, dass man sich über x Seiten über den Iran austauscht, aber kaum über andere Regime. Warum gerade über den Iran? Was ist denn so besonderes am Iran?

Das hier ist der Thread zum Iran.


Da weis man nicht, ob man lachen oder weinen soll facepalm.gif



Wenn man nicht gleich das schlimmste annehmen möchte, könnte man annehmen das evtl. fehlende Threads bzgl. z.B Saudiarabien, bzw. falls vorhanden (Syrien, Norkorea), deren geringere Frequentierung gemeint war.
Das liegt aber zum großen Teil auch daran das es hier einen User gibt der den Thread regelmäßig mit neuen Infos füttert, was ich an sich gut finde.
 
revolution
Beitrag Gestern, 20:00 | Beitrag #2744
+Quote PostProfile CardPM
Hauptmann
Beiträge: 4.193



Gruppe: Members
Mitglied seit: 22.04.2006


ZITAT(Dave76 @ 19. Feb 2019, 19:41) *
Und warum bringst du jetzt die USA ins Spiel? Reine Ablenkungsmanöver.


Dazu hilft es den Rest meiner Argumentation zu lesen. Darin steht recht konkret in welchem Zusammenhang ich auf die USA oder andere Parteien in diesem Regionalkonflikt zu sprechen komme. Die auch in den hiesigen Medien erwähnte "Iran Obsession" oder "Iran Fieber" der aktuellen amerikanischen Administration heizt beispielsweise einen durch Verhandlung bereits entschärften Atomkonflikt wieder an. Die US Administration übt zudem erheblichen wirtschaftlichen und politischen Druck auf die Europäer aus, den Atomvertrag mit dem Iran (effektiv eine Sicherheitsratsresolution) ebenfalls zu brechen. US Botschafter Grenell drohte Deutschen Unternehmen mit Irangeschäft mitunter durch persönliche Anschreiben zur Unterlassung von Geschäften auf. Gleichwohl die eigenen US Geheimdienste dem Iran in einer Kongressanhörung vor erst rund 4 Wochen erneut bescheinigren, sich seinerseits an die Abmachungen der Atomvereinbarung gehalten zu haben. Die erneut verhängten Sanktionen haben massive Auswirkung auf die einfache Bevölkerung im Iran und die USA und ihre regionalen Verbündeten (alles grosse Demokraten) hoffen auf einen Krieg mit dem Iran oder auf einen Regimechange. Habe ich oben aber bereits ausgeführt.

Siehe auch:

ZITAT
Trumps Iran-Fieber und die Parallelen zu 2003
Die US-Eskalation gegen den Iran lässt Erinnerungen an Bushs Intervention im Irak wach werden: Auch damals wurde ein Krieg an den Haaren herbeigezogen.

Das Iran-Fieber der Regierung Trump steigt kontinuierlich an; schon werden in Washington bedenkliche Parallelen zum Fiasko der US-Intervention in Saddam Husseins Irak vor 16 Jahren sichtbar. Waren es damals vermeintliche Massenvernichtungswaffen, so sind es nun Teherans Raketen, die Einmischung der Ayatollahs in Syrien, im Irak und im Jemen sowie Donald Trumps irrige Überzeugung, der Iran habe das 2015 abgeschlossene Atomabkommen gebrochen und befinde sich auf dem Weg zur Bombe.

Zum 40. Jahrestag der islamischen Machtübernahme in Teheran liess Trumps Sicherheitsberater John Bolton, ein ausgewiesener Superfalke, den obersten Religionswächter Ayatollah Khamenei per Twitter-Video wissen, «allzu viele Jahrestage» werde er nicht mehr erleben. Die Drohung illustriert die Obsession der Trump-Administration mit dem Iran ebenso wie die seltsame Anti-Teheran-Konferenz vergangene Woche in Warschau.

Netanyahus Lust auf Krieg

Aussenminister Mike Pompeo war dabei, desgleichen der israelische Premier Benjamin Netanyahu, der Washington liebend gern zu einem Waffengang gegen den Iran verführen möchte. Arabische Staaten und Israel seien in Warschau zusammengekommen, «um das gemeinsame Interesse eines Kriegs gegen den Iran zu fördern», twitterte Netanyahu, ehe er sich korrigierte und das Wort «Krieg» durch das Wort «Kampf» ersetzte.

Wie vor der Intervention im Irak, deren grösster Gewinner übrigens Teheran ist, blieben westeuropäische Nationen auch diesmal der amerikanischen Suche nach einer Koalition gegen einen vermeintlich hochgefährlichen Feind fern. 2002 hatte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld widerstrebend US-Verbündete wie Deutschland und Frankreich als das «alte Europa» abgetan, in Warschau nun schipperte das «neue Europa», vorneweg die nationalistischen Regierungen in Polen und Ungarn, einmal mehr brav im Schlepptau Washingtons.

Im Stil eines römischen Prokonsuls

Nur Tage später bei der Münchner Sicherheitskonferenz erteilte das «alte Europa», repräsentiert von Kanzlerin Angela Merkel, Trumps Vizepräsident Mike Pence eine Absage: Im Stil eines römischen Prokonsuls hatte Pence eine einheitliche Front gegen Teheran gefordert und verlangt, auch die Europäer müssten den Atomvertrag mit dem Iran aufkündigen.

Und wie schon 2002 sucht ein US-Präsident samt den Hardlinern in seiner Regierung erneut nach Beweisen, die es bislang nicht gibt: Als die Chefs der US-Geheimdienste bei einer Kongressanhörung Ende Januar aussagten, dass der Iran sich an die Auflagen des Atomabkommens halte und nicht nach nuklearen Waffen greife, widersprach Donald Trump: «Die Geheimdienstleute scheinen extrem passiv und naiv zu sein, wenn es um die Gefahr des Iran geht», monierte der Präsident.

https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/standa.../story/29678003



ZITAT
The Trump Administration's Anti-Iran Theatrics Failed in Warsaw

In its obsessive campaign of stoking maximum hostility toward Iran, the Trump administration is isolated except for partnering with Iran’s regional rivals, which means Israel, Saudi Arabia, and the United Arab Emirates.
by Paul R. Pillar

The Trump administration tried to make this week’s Middle East conference in Warsaw what the administration had intended it to be all along: an Iran-bashing exercise that would get Europeans to join in more of the bashing. But the conference instead became what most European governments—whose attendance at the gathering was spotty and often low-level—warned it would be: a demonstration not of U.S.-European unity on policy toward Iran but instead of disunity. That the conference’s final statement makes no mention of Iran has to be a major disappointment for the administration.

In its obsessive campaign of stoking maximum hostility toward Iran, the Trump administration is isolated except for partnering with Iran’s regional rivals, which means Israel, Saudi Arabia, and the United Arab Emirates. These regimes have their own reasons for keeping Iran a pariah—reasons that are distinct from U.S. interests and distinct from any fondness for peace and stability in the Middle East. These three states are responsible for much of the uninvited extraterritorial use of military force —apart from Saddam Hussein’s two offensive wars, the United States’s offensive war in Iraq and other interventions, and Turkey’s intervention in northern Syria—as well as more irregular methods of destabilizing other countries in the Middle East over the past forty years.

Israeli prime minister Benjamin Netanyahu can be considered a winner at Warsaw for using the conference to show he can rub elbows with Arab leaders. It was after a side meeting with the Omani foreign minister that Netanyahu commented in a Hebrew-language interview about Israel and Arab states sharing a “common interest of war with Iran.” Netanyahu’s office later altered its English translation to suggest that he intended only a metaphorical meaning of “war.” Regardless of the translation issue, Netanyahu’s government has escalated its already intense anti-Iran rhetoric, as it did in recently acknowledging for the first time its repeated airstrikes in Syria.

https://nationalinterest.org/blog/paul-pill...ed-warsaw-45222




Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: Heute, 01:09


--------------------
Hasta siempre, comandante!
 
 
 

92 Seiten V  « < 90 91 92
Reply to this topicStart new topic


2 Besucher lesen dieses Thema (Gäste: 2 | Anonyme Besucher: 0)
0 Mitglieder:




Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 22. February 2019 - 09:10