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> Der infanteristische Fragen-Thread für (fast) alles, von "Wofür steht AAD?" bis "Was ist ein Zeliska-Revolve
Dave76
Beitrag 21. Aug 2018, 14:51 | Beitrag #2641
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Hier findest du Bilder von London Met CTFSOs in Arc’teryx LEAF Enhanced Combat Uniforms in grau:

http://www.whq-forum.de/invisionboard/inde...t&p=1332117


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Funker Andreas
Beitrag 23. Aug 2018, 20:09 | Beitrag #2642
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ZITAT(Glorfindel @ 12. Jul 2018, 11:28) *
Auf die Frage bin ich über das M27 IAR gekommen. Ein Konkurrent war da das Colt IAR6940 (welches Einzelfeuer schiessen kann) und es gibt ja auch noch das Diemaco/Colt Canada LSW (von Dänemark beschafft). Letzteres hat keinen Einzelschussmodus. Gerade bei dieser Waffe, hätte ich das noch als nützlich empfunden, da ich davon ausgehe, dass es für ein LMG relativ präzise sein wird. Auf der anderen Seite haben sowohl das 5,56mm Negev LMG wie auch das 7,62mm Negev NG7 einen Einzelfeuermodus. Da habe ich mich gefragt, wieso das so ist. Möglicherweise ist das Negev NG7 so präzise, dass unter Umständen auch Einzelfeuer geschossen werden kann.


Vielleicht wird es auch als Munitionsverschwendung betrachtet, das Negev immer nur Feuerstöße schießen zu lassen. Es kann ja problemlos mit Magazinen geladen werden, warum also nicht wie ein etwas schwereres Sturmgewehr nutzen? Man braucht nicht immer Feuerstöße und setzt die Gurte und den Feuerstoß nur ein, wenn es auch wirklich von Vorteil ist.


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Racer
Beitrag 23. Aug 2018, 21:51 | Beitrag #2643
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Zitat von Negev Verkaufsbroschüre (2012):
"The NEGEV NG7 is the only LMG 7.62mm with semi-automatic mode, enhancing its use also in CQB (Close Quarter Battle) operations safely."
"The NEGEV NG7 includes:
-a semi automatic mode that enables accurate and fast controlled fire for close quarter battle
-an automatic mode that allows maximum firepower for infantery combat"

-->In etwa: Im "Häuserkampf": Präzisere, kontrolliert und schnell abgefeuerte Einzelschüsse, statt automatisch gefeuert mit mehr Streuung.
Stellt sich die Frage wozu genau? Vermeiden von Kollateralschaden?

Der Beitrag wurde von Racer bearbeitet: 23. Aug 2018, 21:57
 
Waduio
Beitrag 23. Aug 2018, 23:55 | Beitrag #2644
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ZITAT(zorckel @ 21. Aug 2018, 13:46) *
Gibt es bereits Polizeien die Arcteryx LEAF Produkte verwenden?

Bilder erwünscht.

VG zorckel


Soweit mir bekannt ist, hat keine Einheit LEAF dienstlich geliefert (Ausser CTSFO in UK)...
In DEU entweder UFPro, Taiga, oder eben Crye-Klon. Wobei UFPro mittlerweile die Masse ausmachen dürfte, München hatte kurzzeitig mal LHT Kampfbekleidung, ist aber auch auf UFPro umgeschwenkt...

 
Almeran
Beitrag 24. Aug 2018, 09:38 | Beitrag #2645
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ZITAT(Racer @ 23. Aug 2018, 22:51) *
Zitat von Negev Verkaufsbroschüre (2012):
"The NEGEV NG7 is the only LMG 7.62mm with semi-automatic mode, enhancing its use also in CQB (Close Quarter Battle) operations safely."
"The NEGEV NG7 includes:
-a semi automatic mode that enables accurate and fast controlled fire for close quarter battle
-an automatic mode that allows maximum firepower for infantery combat"

-->In etwa: Im "Häuserkampf": Präzisere, kontrolliert und schnell abgefeuerte Einzelschüsse, statt automatisch gefeuert mit mehr Streuung.
Stellt sich die Frage wozu genau? Vermeiden von Kollateralschaden?

Die israelische Armee kämpft seit 20 Jahren hauptsächlich in bebauten und bewohnten Gebieten gegen paramilitärische Gegner, die in der Zivilbevölkerung untertauchen. Da ergibt es auf jeden Fall Sinn, nicht immer vollautomatisch draufhalten zu müssen, sondern die Möglichkeit für gezieltes, schnelles Einzelfeuer zu nutzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass hinter oder neben dem Ziel noch Zivilisten sind, ist in diesem Anwendungsfall eben relativ hoch. Im "shit hit the fan"-Fall ("infantry combat") kann man ja immer noch wechseln.


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Glorfindel
Beitrag 24. Aug 2018, 11:08 | Beitrag #2646
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ZITAT(Racer @ 23. Aug 2018, 21:51) *
Zitat von Negev Verkaufsbroschüre (2012):
"The NEGEV NG7 is the only LMG 7.62mm with semi-automatic mode, enhancing its use also in CQB (Close Quarter Battle) operations safely."
(...)

Die Aussage stimmt so auch nicht. Das HK21 kann auch Einzelfeuer schiessen und ich vermute jetzt einmal, dass es auch noch andere leichte Maschinengewehre im Kaliber 7,62 gibt, welche diese Fähigkeit haben. Ich gehe davon aus, dass die meisten MGs aufgrund ihrer Bauweise für Einzelfeuer eher zu ungenau sind und dass man deshalb darauf verzichtet hat.


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"Dort stand das Haus der Goldenen Blume, deren Männer eine Strahlensonne auf den Schilden hatten und ihr Anführer, Glorfindel, trug einen Mantel so kunstvoll mit Goldfäden durchwirkt, dass er gelb durchschossen war wie ein Feld im Frühling; und ihre Waffen waren kunstvoll mit Gold überzogen."
 
Forodir
Beitrag 24. Aug 2018, 13:36 | Beitrag #2647
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Wie genau sollte den ein MG sein im Einzelfeuer? Da reicht doch die gleiche Qualität wie bei einem Sturmgewehr und das müssten die meisten MG hinkriegen (wenn sie den Einzelfeuer könnten). Beim MG3 mit einer einzelnen Patronen geladen hat man schon recht gute kleine Streukreise bekommen. Gerade das MG8 ist im Einzelfeuer geauso gut, wenn nicht sogar etwas besser als ein G3.


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Glorfindel
Beitrag 24. Aug 2018, 15:21 | Beitrag #2648
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ZITAT
Da reicht doch die gleiche Qualität wie bei einem Sturmgewehr und das müssten die meisten MG hinkriegen


Nein. Maschinengewehre und Sturmgewehre unterscheiden sich meist technisch etwas. So sind die meisten Maschinengewehre im Gegensatz zu den Sturmgewehren zuschiessend. Das mag auf Lafette keine grosse Rolle spielen, im freien Anschlag jedoch wird es sich negativ auf die Präzision auswirken. Das HK21 ist aufschiessend und deshalb eine Ausnahme. Da aber zumindest nach bisheriger Doktrin Maschinengewehre sowieso in Serien feuerten, spielt die Präzision nicht so eine grosse Rolle.


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Forodir
Beitrag 24. Aug 2018, 17:21 | Beitrag #2649
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Das ist mir schon klar, , das MG geringere Präzision haben ist technisch beding, die frage von mir war dann ungenau gestellt. Wie gut sollte denn ein MG sein? Deswegen habe ich ja auch das Beispiel MG3 genannt das trotz zuschießendem Verschluss und dem beweglichen Rohr noch akzeptable streukreise hin-bekommt (im Einzelschuss), bei dem MG5 würde ich sogar sagen das es sogar gute streukreise sind.

Der Beitrag wurde von Forodir bearbeitet: 24. Aug 2018, 19:02


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H.Macher
Beitrag 25. Aug 2018, 20:34 | Beitrag #2650
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finnische Inf.
kennt wer die Bedeutung des aufgemalten Totenkopf, soll finische Infanterie im zweiten Weltkrieg sein. Im neuen Film der Hauptmann hat ein deutscher Falschirmjäger auch solch einen Totenkopf auf dem Helm
 
Dave76
Beitrag 26. Aug 2018, 14:07 | Beitrag #2651
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ZITAT(H.Macher @ 25. Aug 2018, 21:34) *
finnische Inf.
kennt wer die Bedeutung des aufgemalten Totenkopf, soll finische Infanterie im zweiten Weltkrieg sein. Im neuen Film der Hauptmann hat ein deutscher Falschirmjäger auch solch einen Totenkopf auf dem Helm

Hier erstmal das ganze, unbeschnittene Originalbild mit Beschreibung von Gettyimages:

ZITAT
Finnische Soldaten bei der Vorbereitung eines Stosstrupp - Unternehmens gegen sowjetische Stellungen.ohne weiter Angaben Sommer/ Herbst 1942


Totenkopfsymbole haben in militärischen Einheiten teils lange Traditionen, so gab es viele Reiterverbände in Europa, wie etwa die preußischen Husaren-Regimenter, welche solche Insignien trugen. Diese Symbole wurden dann später auch von deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg weiter benutzt und natürlich auch von den berüchtigten "Totenkopfverbänden" der SS. Aber auch die Soldaten der Panzertruppe der Wehrmacht trugen diese Traditionssymbole am Kragenspiegel. Im vorliegenden Fall der Finnen würde ich allerdings weniger auf ein tradiertes, offizielles Symbol, etwa im Sinne der der Husaren-Regimenter, sondern eher von einem improvisierten Symbol von Frontlinientruppen ausgehen. Entweder als eine Art Galgenhumor, um mit den traumatischen Erlebnissen besser umgehen zu können, oder auch als Abschreckung, eine Art psychologische Botschaft an den Feind.

Welchen Film meinst du?


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H.Macher
Beitrag 26. Aug 2018, 14:49 | Beitrag #2652
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Der Hauptmann
 
Hummingbird
Beitrag 26. Aug 2018, 16:10 | Beitrag #2653
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Im vorliegenden Beispiel handelt es sich offensichtlich um einen Stoßtrupp. Diese auffällige Bemalung dürfte darauf abgezielt haben den besonderen Status der Einheit hervorzuheben und den Gegner zu demoralisieren.





Der Beitrag wurde von Hummingbird bearbeitet: 26. Aug 2018, 16:22
 
Hummingbird
Beitrag 26. Aug 2018, 16:29 | Beitrag #2654
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Was dieses Symbol auf einem deutschen Fallschirmjägerhelm zu suchen haben soll ist unklar. Da ist jemand in der Requisite kreativ geworden. Oder es ist eine geniale Marketing Strategie. Immerhin reden wir jetzt hier über den Film. wink.gif



Der Beitrag wurde von Hummingbird bearbeitet: 26. Aug 2018, 16:43
 
SeaTiger
Beitrag 9. Nov 2018, 17:52 | Beitrag #2655
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Hallöchen,

Betreffend: https://9gag.com/gag/a83jOrQ

Wo und wie wird der Gasdruck gespeichert?
Wieso ist immer noch Gasdruck im Patronenkammer/Lauf?
Wie wird die Patronenkammer luftdicht ggü dem Laufabgeschlossen und wie kommen dann die Projektile durch?


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Praetorian
Beitrag 9. Nov 2018, 18:00 | Beitrag #2656
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Du siehst doch den Auswerfer arbeiten. Feder, nicht Gasdruck.


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Slavomir
Beitrag 9. Nov 2018, 21:03 | Beitrag #2657
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Er fragt, warum so hoher Druck in den Läufen noch da ist.
 
goschi
Beitrag 9. Nov 2018, 21:09 | Beitrag #2658
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ist keiner, das ist nur Schmauch/Rauch, der im Lauf gesammelt bleibt, danach fliegen die Hülsen durch den federgetriebenen Auswerfer raus, bilden einen Luftsog und damit kommt der restliche Rauch auf dieser Seite raus.


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Die Eibohphobie, die Angst vor Palindromen, ist selbst ein Palindrom

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ZITAT(KGB @ 17. Nov 2015, 12:54) *
Zitat Auto: "Brumm"
 
Nite
Beitrag 11. Nov 2018, 22:34 | Beitrag #2659
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Aus dem Wikipedia-Artikel zur Pickelhaube:
ZITAT
Ob die moderne Pickelhaube wirklich in Preußen erfunden wurde, ist nicht sicher. Der Legende nach sah Friedrich Wilhelm IV. 1842 bei einem Besuch in Russland auf dem Schreibtisch des Zaren das Vorserienmodell einer russischen Pickelhaube und war davon so begeistert, dass er diese Helmform sofort in Preußen einführte, während Russland erst 1846 folgte. Angeblich wurden aber auch schon vor 1842 bei einer bayerischen Feuerwehr Helme dieses Typs getragen. Hier hat die Spitze (oder Spinne, heute: Kamm[7]) die Funktion des Brechens herabfallender Trümmer oder einer Tür durch Kopfstoß.


Kann jemand den Teil mit dem Kopfstoß verifizieren?


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Schwabo Elite
Beitrag 12. Nov 2018, 09:40 | Beitrag #2660
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Ich kann mir das nach wie vor nicht vorstellen. Der Wiki-Artikel ist auch extrem schlecht belegt, diese Stelle gar nicht, andere z. T. mit dubiosen Links. Die fremdsprachlichen Artikel zur Pickelhaube äußern sich gar nicht zu der Erfindung, nur zur Einführung durch Friedrich-Wilhelm IV. 1842.


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"He uses statistics as a drunken man uses lamp-posts... for support rather than illumination." –- Andrew Lang (1844-1912)
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Nightwish
Beitrag 12. Nov 2018, 13:39 | Beitrag #2661
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ZITAT(Nite @ 11. Nov 2018, 22:34) *
Kann jemand den Teil mit dem Kopfstoß verifizieren?


Nein. Aber ein Grund, weshalb die Kämme bei den Feuerwehrhelmen abgeschafft wurden war, dass die Befestigung im Inneren der Glocke ein zu hohes Verletzungsrisiko bei Stößen oder der "Ziegelbrecher"-Funktion darstellte. Aber da liegen auch rund 100 Jahre dazwischen.


Vorstellen kann ich mir aber, dass sich das jemand für die unerschrockenen deutschen Feuerwehrmänner so vorgestellt hat. Das übliche Theorie-Praxis-Problem eben. wink.gif

Der Beitrag wurde von Nightwish bearbeitet: 12. Nov 2018, 13:41


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manchmal geht der Horizont über die klassische BW-Schiessausbildung hinaus (Goschi)

Ich habe mit Debilen gesprochen, mit Debilen die einen Schulabschluss haben und mit Debilen die einen Schulabschluss vergeben.
 
Glorfindel
Beitrag 12. Nov 2018, 16:47 | Beitrag #2662
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ZITAT(Schwabo Elite @ 12. Nov 2018, 09:40) *
Ich kann mir das nach wie vor nicht vorstellen. Der Wiki-Artikel ist auch extrem schlecht belegt, diese Stelle gar nicht, andere z. T. mit dubiosen Links. Die fremdsprachlichen Artikel zur Pickelhaube äußern sich gar nicht zu der Erfindung, nur zur Einführung durch Friedrich-Wilhelm IV. 1842.

Es gibt auch keine Belege dafür, sondern nur Legenden und angeblich, ohne irgend einen konkreten Hinweis. Auch dünkt es mich sehr unwahrscheinlich, dass die bayrische Feuerwehr hier Vorreiter gewesen sein soll. Das ist wohl ebenfalls ins Reich der Märchen und Legenden zu verweisen.

Zum Glück ist die Pickelhaube nicht völlig unerforscht, handelt es sich doch um eine Kopfbedeckung, welche mit dem deutschen bzw. preussischen Militär oder den Deutschen schlechthin assoziiert wird, gerne auch in Karikaturen.
ZITAT
(...) Ihre Einführung folgte einer militärischen Notwendigkeit. Die zylinderförmigen Tschakos, „Schackelhauben“ genannt, mit denen Preußen in die Befreiungskriege gegen Napoleon gezogen war, erwiesen sich als nicht mehr zeitgemäß. Sie behinderten ihre Träger, schützten sie nicht und hatten zudem den Nachteil, dass sich bei Regen der Filz vollsog und bleischwer auf den Köpfen lastete.

Die Erklärung, König Friedrich Wilhelm IV. habe kurz nach seiner Thronbesteigung 1840 eine Pickelhaube auf dem Schreibtisch von Zar Nikolaus I. in St. Petersburg gesehen und hätte sich von daher für die neue Mode begeistert, verweist Schäfer in das Reich der unbewiesenen Legenden. (...)

Es war wohl vielmehr die rheinische Industrie, die Preußen im Wiener Kongress 1815 zugefallen war und die nun einen fulminanten Aufschwung nahm, die eine Lösung für die Militärs offerierte. Im März 1841 hatte der Elberfelder Metallwarenfabrikant Wilhelm Jaeger dem Berliner Kriegsministerium einen Helm vorgestellt, der bald unter dem Namen „Pickelhaube“ bekannt wurde. Es handelte sich um ein Modell aus Metall und wurde als Schutz für die Kavallerie vorgeschlagen.

Der Helm sei „sehr bequem“, sitze „vollkommen fest am Kopfe“ und falle „selbst bei Hieben“ nicht ab, zitiert Schäfer (Anmerkung: der Historiker, welcher die Geschichte der Pickelhaube untersucht hat) aus einem Kommandeursgutachten. Vorder- und Hinterschirm boten Schutz für Gesicht und Nacken, ohne den Träger in seiner Beweglichkeit und im Gesichtsfeld zu behindern. Außerdem – und jetzt kommt Heines Hightech-Vermutung ins Spiel – verfügten die Helme über Belüftungslöcher im Fuß der Metallspitze. Diese konnte abgeschraubt und bei Paraden gegen ein helles oder schwarzes Büschel aus Rosshaar (für Mannschaften) oder Büffelhaar (für Offiziere) ausgetauscht werden.

Der Lederfabrikant Christian Harkort aus Haspe bei Hagen erkannte die Chance und offerierte umgehend einen Helm aus gepresstem Leder nach gleichem Muster. Er war leichter als der Helm für die Reiterei, bot durch Form und Spitze aber einen wirksamen Schutz gegen Hiebe und Kolbenschläge. Um Verletzungen beim gedrängten Hantieren am Geschütz zu vermeiden, wurden die Helmspitzen der Artillerie mit einer kleinen Kugel entschärft.

Nachdem sich die Pickelhauben in den Königsmanövern 1842 bewährt hatten, wurden bald alle preußischen Truppen mit dem neuen Kopfschutz ausgerüstet. Auch andere Staaten – Russland, Großbritannien, Schweden – führten die Haube ein, rüsteten aber nur einige Regimenter damit aus.

https://www.welt.de/geschichte/article15116...Kopfschutz.html

Schäfer erklärt damit die Entwicklung der Pickelhaube als Infanteriehelm, welcher aus einem Kavalleriehelm entstanden ist und bei dem anstelle von Metall Leder verwendet wurde, um ihn leichter zu machen. Ich hätte das so auch vermutet. Das bei der Entwicklung der Pickelhaube auch die Absicht, den Kopf der Infanteristen zu schützen, eine Rolle spielte, ist nachvollziehbar.

Der Beitrag wurde von Glorfindel bearbeitet: 12. Nov 2018, 17:07


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Beitrag 12. Nov 2018, 18:15 | Beitrag #2663
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ZITAT(Nightwish @ 12. Nov 2018, 13:39) *
ZITAT(Nite @ 11. Nov 2018, 22:34) *
Kann jemand den Teil mit dem Kopfstoß verifizieren?


Nein. Aber ein Grund, weshalb die Kämme bei den Feuerwehrhelmen abgeschafft wurden war, dass die Befestigung im Inneren der Glocke ein zu hohes Verletzungsrisiko bei Stößen oder der "Ziegelbrecher"-Funktion darstellte. Aber da liegen auch rund 100 Jahre dazwischen.


Vorstellen kann ich mir aber, dass sich das jemand für die unerschrockenen deutschen Feuerwehrmänner so vorgestellt hat. Das übliche Theorie-Praxis-Problem eben. wink.gif

Dieser Kamm bei den heutigen Helmen... Ist das nur schickimicki, soll das eine Anlehnung an diesen Kamm sein oder erfüllt das sogar doch diesen gedachten Zweck in irgendeiner Weise?

https://www.rosenbauer.com/de/int/world/pro.../feuerwehrhelme


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...die Grundausbildung bereitet auf den Krieg vor,
die Truppenküche auf die Gefangenschaft.
 
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Beitrag 12. Nov 2018, 18:36 | Beitrag #2664
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Naja, das ist ja eher ein stilisierter Kamm, evtl. als Hommage an den Kamm zu verstehen. Inwiefern dort konstruktive Überlegungen eine Rolle spielen kann man so nicht beurteilen, aber z.B. die optionale Lampe geht in den Kamm über, was zu einer besseren (zentralen) Schwerpunktlage führt (aber nichts mit dem Kamm zu tun hat).


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Nite
Beitrag 12. Nov 2018, 19:31 | Beitrag #2665
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ZITAT(Glorfindel @ 12. Nov 2018, 16:47) *
Das bei der Entwicklung der Pickelhaube auch die Absicht, den Kopf der Infanteristen zu schützen, eine Rolle spielte, ist nachvollziehbar.

Die Idee mit einer spitzen Form Hiebe abgleiten zu lassen ist ja sehr alt.
Das älteste Beispiel das mir jetzt dazu einfällt sind assyrische Helme.


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Glorfindel
Beitrag 12. Nov 2018, 20:11 | Beitrag #2666
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Ja, insbesondere beim Angriff von Kavallerie gegen Infanterie ein Vorteil. Und richtig, Spitzen auf den Helmen gab es auch schon früher, mir fallen da auch noch mittelalterliche russische Helme ein.

Auch das mit der abnehmbarer Helmzier (Adler der Kürassiere) gab es schon früher, z.B bei den Römer.


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Beitrag 12. Nov 2018, 21:23 | Beitrag #2667
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Helmkämme waren meiner Kenntnis nach das einzige (Rüstungs-)Zugeständnis, welches die kaiserzeitlichen Legionen jemals ggü. einem Gegner gemacht haben: Verstärkung gegen die falx/rhompaia Daker/Thraker. Allerdings waren diese Kämme kreuzförming, was bei unterschiedlichen Schlagwinkeln auch Sinn macht.


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Beitrag Gestern, 19:23 | Beitrag #2668
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ZITAT(Glorfindel @ 12. Nov 2018, 20:11) *
Ja, insbesondere beim Angriff von Kavallerie gegen Infanterie ein Vorteil. Und richtig, Spitzen auf den Helmen gab es auch schon früher, mir fallen da auch noch mittelalterliche russische Helme ein.

Der "Spitzhelm" wurde seit der Antike eigentlich durchgängig genutzt.


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Nightwish
Beitrag Gestern, 20:12 | Beitrag #2669
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ZITAT(SailorGN @ 12. Nov 2018, 21:23) *
Helmkämme waren meiner Kenntnis nach das einzige (Rüstungs-)Zugeständnis, welches die kaiserzeitlichen Legionen jemals ggü. einem Gegner gemacht haben: Verstärkung gegen die falx/rhompaia Daker/Thraker. Allerdings waren diese Kämme kreuzförming, was bei unterschiedlichen Schlagwinkeln auch Sinn macht.


Interessant, unter dem Aspekt hatte ich die Ausrüstung der Legionen bisher nie betrachtet. Hast du zu Aufstellung, Ausrüstung und Bewaffnung eine Literaturempfehlung?


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Glorfindel
Beitrag Gestern, 23:25 | Beitrag #2670
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Bücher vom Graham Sumner (u.a. die römische Armee/Motorbuchverlag) und die römische Armee von Peter Connoll (ist zwar ein Jugendsachbuch, Connolly ist/war aber ein Experte auf dem Gebiet). Ohnehin hat man imho viel auf diesem Gebiet der Exerimentlarchiologie zu verdanken und Reenactmentgruppen.

Was die kreuzweisen Verstärkungen (Crossbar auf englisch), so handelt es sich nur um eine Vermutung, dass diese aufgrund der Falx eingeführt wurde. Jedenfalls wurden diese Verstärkungen offenbar in relativ kurzer Zeit eingeführt. Interessant diesbezüglich ist auch, dass genau in diesem Zusammenhang vermutet wird, dass eine Panzerung für Beine und Arme eingeführt wurde wie z.B. die Darstellungen vom Tropaeum in Adamklissi zeigen.

Über römische Helme und Helme römischer Art im frühen Mittelalter könnte man noch ganz viel schreiben.


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"Dort stand das Haus der Goldenen Blume, deren Männer eine Strahlensonne auf den Schilden hatten und ihr Anführer, Glorfindel, trug einen Mantel so kunstvoll mit Goldfäden durchwirkt, dass er gelb durchschossen war wie ein Feld im Frühling; und ihre Waffen waren kunstvoll mit Gold überzogen."
 
 
 

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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 14. November 2018 - 12:59