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WHQ Forum _ Politik-und Geschichteforum _ Bürgerkriege in Syrien und im Irak

Geschrieben von: Schwabo Elite 24. Mar 2016, 16:35

Liebe User,

nach längerer Downtime hat sich das WHQ-Team darauf geeinigt die zuletzt sehr heißen und wenig konstruktiven Diskussionen zu den Konflikten in Nordafrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten neu zu starten. Dabei würden wir gerne den geographisch und politisch sehr weiten Raum von Iran bis Marokko in vorerst drei Threads aufteilen. Die Threads zu


gehen damit online. Wir würden uns wünschen, dass die sicher auftretenden Überschneidungen, z. B. eine iranisch-saudische Stellvertreterproblematik in Mesopotamien, von Euch allen in einer Art freiwilliger Selbstkontrolle gesteuert werden. Das heißt, es liegt an Euch Überschneidungen auf möglichst einen Thread zu reduzieren oder direkt neue Threads zu beginnen.

Insbesondere das neue Beginnen von Threads oder die Bitte an uns um Ausgliederung hilft uns sehr und reduziert moderative Schließungen von Threads. Es ist immer umständlicher "am offenen Herzen zu operieren" und Themen auszulagern, während weitere Beiträge produziert werden. Wenn Ihr also selbst auf Kontexte und Rote Fäden achtet, bleiben Diskussionen länger lebendig. Neue Threads und ein Mehr an Diskussionen finden daher grundsätzlich unsere Unterstützung.

Viel Vergnügen,
Euer WHQ-Team

Geschrieben von: Schwabo Elite 24. Mar 2016, 16:37

Hierbei handelt es sich also um den Thread

ZITAT
Bürgerkriege in Syrien und im Irak - Die Neuordnung Mesopotamiens?


Wir freuen mich auf Eure Diskussionsbeiträge und hoffen, dass sich neue, spannende Topics ergeben.

Geschrieben von: Schwabo Elite 24. Mar 2016, 16:40

Hier mal eine aktuelle Karte mit aber eher ungewissem Ursprung zum Konflikt in Syrien.

http://syria.liveuamap.com/

Geschrieben von: Schwabo Elite 24. Mar 2016, 16:41

ZITAT
Life and death in Syria

Five years into war, what is left of the country?

15 March 2016, Middle East

The war in Syria has raged for five years and claimed the lives of more than a quarter of a million people. Millions have fled the conflict, but nearly 18 million people still live in the war-torn country — so what is life like for them?


http://www.bbc.co.uk/news/resources/idt-841ebc3a-1be9-493b-8800-2c04890e8fc9


Geschrieben von: Nite 24. Mar 2016, 17:00

Komplexe Beziehungsgeflechte:

ZITAT
Iraq al Qaeda militant says Syria trained him

Iraq aired a confession from a suspected al Qaeda militant Sunday who accused Syrian intelligence agents of training foreign fighters like himself in a camp before sending them to fight in Iraq.

The videotaped accusations, aired by Baghdad security spokesman Qassim al-Moussawi in a news conference, could worsen a row between Iraq and Syria over accusations that Syria supports Islamist militants responsible for attacks in Iraq.

[...]

Shemari said when he arrived in Syria from Saudi Arabia, he was met by a militant who took him to an al Qaeda training camp in Syria. The head of the camp was a Syrian intelligence agent called Abu al-Qaqaa, he said.

"They taught us lessons in Islamic law and trained us to fight. The camp was well known to Syrian intelligence," he said.

Iraq's Shi'ite-led government has blamed supporters of Saddam Hussein's outlawed Baath party for massive truck bombs and other attacks last Wednesday, and says it has already captured some suspects.

[...]

http://www.reuters.com/article/us-iraq-syria-idUSTRE57T1OL20090830

Geschrieben von: Nite 24. Mar 2016, 17:08

ZITAT
Der IS als Machtinstrument
Terror – der Gehilfe der Diktatoren
Putins Rückzieher in Syrien zeigt: Die Zerstörung des IS war nie sein Hauptziel. Die Extremisten spielen ihm in die Hände. Denn Terror zersetzt Demokratien, während er autokratische Regime zementiert.

[...]

Als in Syrien 2011 tatsächlich Massendemonstrationen gegen Asad ausbrachen, entliess der Diktator unzählige Islamisten aus den Gefängnissen. Gleichzeitig aber wurden Zehntausende von säkularen Demokratieaktivisten verhaftet. Asads Kalkül ging auf: Die Protestbewegung radikalisierte sich, antwortete auf die Gewalt des Regimes mit Gegengewalt und legitimierte so Asads brutales Vorgehen gegen jegliche Opposition. Bush hatte nach 9/11 der Welt einst zugerufen: «Entweder ihr seid mit mir oder gegen mich.» Asad antwortet nun: «Entweder ihr seid mit mir oder mit dem IS.» Mit dieser Logik wird die Terrorgefahr zur Legitimationshilfe für die Diktatur: «Ich oder der Untergang, ich oder Millionen neuer Flüchtlinge, ich oder weitere Terroranschläge in Europa.» Interessanterweise unterscheidet sich diese Logik kaum von jener der Jihadisten. Sie rufen den Muslimen zu: «Entweder wir oder die Kreuzritter, wir oder die ewige Verdammnis.» Terror und Diktatur, so scheint es, sind letztlich die beiden Seiten derselben Medaille.

[...]

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/der-is-als-machtinstrument-terror-der-gehilfe-der-diktatoren-ld.8698

Geschrieben von: Dave76 24. Mar 2016, 19:31

ZITAT
The Islamic State has lost more than a fifth of its territory, says report

By Ishaan Tharoor - March 16



The Islamic State has lost http://www.bbc.com/news/world-middle-east-35816552 in Iraq and Syria in the past 15 months, according to http://www.janes.com/article/58831/islamic-state-loses-22-per-cent-of-territory. In 2014, the extremist group exploited the power vacuums racking the region, surging into major cities on both sides of the Iraqi-Syrian desert border. Since then, its brutal massacres and myriad acts of destruction have sparked global outrage and prompted more than a year of airstrikes by a U.S.-led coalition.

Now, according to http://www.janes.com/article/58831/islamic-state-loses-22-per-cent-of-territory from IHS Jane's 360, the tide is decisively turning against the extremist organization. Despite a territorial advance last summer in parts of Iraq and Syria, the Islamic State has suffered significant setbacks — as the regions marked in red in the map above show. IHS estimated that the Islamic State lost about 14 percent of the territory under its control in 2015 and a further 8 percent in the first three months of this year.

[...]

https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2016/03/16/the-islamic-state-has-lost-more-than-a-fifth-of-its-territory-says-report/

Geschrieben von: Tankcommander 24. Mar 2016, 20:00

ZITAT(Nite @ 24. Mar 2016, 17:08) *
ZITAT
Der IS als Machtinstrument
Terror – der Gehilfe der Diktatoren
Putins Rückzieher in Syrien zeigt: Die Zerstörung des IS war nie sein Hauptziel. Die Extremisten spielen ihm in die Hände. Denn Terror zersetzt Demokratien, während er autokratische Regime zementiert.

[...]

Als in Syrien 2011 tatsächlich Massendemonstrationen gegen Asad ausbrachen, entliess der Diktator unzählige Islamisten aus den Gefängnissen. Gleichzeitig aber wurden Zehntausende von säkularen Demokratieaktivisten verhaftet. Asads Kalkül ging auf: Die Protestbewegung radikalisierte sich, antwortete auf die Gewalt des Regimes mit Gegengewalt und legitimierte so Asads brutales Vorgehen gegen jegliche Opposition. Bush hatte nach 9/11 der Welt einst zugerufen: «Entweder ihr seid mit mir oder gegen mich.» Asad antwortet nun: «Entweder ihr seid mit mir oder mit dem IS.» Mit dieser Logik wird die Terrorgefahr zur Legitimationshilfe für die Diktatur: «Ich oder der Untergang, ich oder Millionen neuer Flüchtlinge, ich oder weitere Terroranschläge in Europa.» Interessanterweise unterscheidet sich diese Logik kaum von jener der Jihadisten. Sie rufen den Muslimen zu: «Entweder wir oder die Kreuzritter, wir oder die ewige Verdammnis.» Terror und Diktatur, so scheint es, sind letztlich die beiden Seiten derselben Medaille.

[...]

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/der-is-als-machtinstrument-terror-der-gehilfe-der-diktatoren-ld.8698


Naja, mittlerweile ist auch bekannt, daß unter den Islamisten fast keiner Syrer ist sondern von außen reinkamen. Davon abgesehen gehören die Islamisten zu seinen gefährlichsten Feinden.

Die Story Assad habe die Islamisten einfach aus dem Gefängnis entlassen um harmlose Demonstranten zu unterdrücken, klingt ein wenig unlogisch und eher nach Propaganda.

Geschrieben von: schießmuskel 24. Mar 2016, 20:22

Der IS ist aktuell in der Defensive. Nach dem Beginn der Luftangriffe, konnte der IS immer noch über ca. 3 Monate das Momentum behalten und im Irak und Syrien in der Offensive bleiben und operative Erfolge erzielen bis die Luftangriffe sich signifikant auf die Mobilität und Logistik des IS niedgeschlagen haben. Ab der Jahreswende 2014/15 war es dann endgültig nicht mehr möglich größere motorisierte Angriffe auszuführen. Dennoch gelang es dem IS, entagegen der Umstände, bis ins Frühjahr 2015 punktuell operative und sogar strategische Erfolge zu erzielen (Ramadi). Ab dem Spätsommer 2015 war es dann auch nicht mehr punktuell möglich erfolgreiche operative Angriffsoperationen durchzuführen. Mittlerweile sind die Luftangriffe so eingespielt und erdrückend, dass nicht mal mehr defensive Manöver, oder statische defensive Stellungen errichtet werden können. Auf taktischer Ebene aber ist der IS immer noch aktiv und sogar bis jetzt erfolgreich mit Gegenstößen und schnellen Raids. Parallel hat der IS auch erkannt, dass konventionelle motorisierte Angriffe nicht mehr möglich sind. Stattdessen gelingt es dem IS immer wieder Dutzende bis hunderte Kämpfer infiltrationsoperationen durchzuführen, wo diese Kämpfer zig Kilometer hinter der Front auftauchen und ihren Gegnern schwere Verluste zufügen (Kobane, Abu Ghraib, Erbil etc.)und zwingen Kontingente an Sicherungstruppen zurückzulassen.
Da der IS auf Grund der Luftangriffe weder großflächig angreifen kann noch eine Verteidigung aufbauen kann, wird immer die selbe Methode angewendet. Städte deren Rückeroberung ansteht, werden von allem was Wert ist geräumt und in ein tödliches Minen und Sprengfallen Labyrinth verwandelt mit Vorbereiteten Scharten und Durchbrüchen. Zurück bleiben hunderte Kämpfer die einen fanatischen und zähen Widerstand leisten. So schnell wie der IS Städte erobert hat umso länger und blutiger ist es sie ihm wieder zu entreißen. Bis die letzte größere Stadt vom IS zurück erobert ist, wird es wohl noch bis weit 2017 werden und das nur, wenn die Luftangriffe in der Intensität und Stärke fortgesetzt werden.

Geschrieben von: vonFeilitzsch 24. Mar 2016, 20:40

ZITAT(Nite @ 24. Mar 2016, 17:00) *
Komplexe Beziehungsgeflechte:
ZITAT
Iraq al Qaeda militant says Syria trained him



[...]

http://www.reuters.com/article/us-iraq-syria-idUSTRE57T1OL20090830


Das klingt danach als wollte jemand einfach nur Zwietracht verursachen. Die Syrische Regierung wird durch irakische regierungsnahe Milizen mit Kämpfern massiv unterstützt, da würde es keinen Sinn machen genau die auszubilden, die diese Kräfte dann im Irak binden würden. Den einzigen Sinn, den ich mir dahinter vorstellen könnte, ist Al Qaeda zu unterstützen, damit jene zu einer zusätzlichen Last für den IS werden. Ich glaube aber nicht das Syriens Regime dies riskiert, allein aufgrund des Risikos, dass sich das Syrische Militär dann auch noch eventuell mit denen in einem ausgebildeten Zustand herumschlagen müsste.

Geschrieben von: 400plus 24. Mar 2016, 20:49

Die Bundeswehr hat erstmals ein paar Bilder von Aufklärungsaufnahmen über Syrien veröffentlicht: http://augengeradeaus.net/2016/03/aufklaerungseinsatz-ueber-syrien-so-sieht-das-aus/

Geschrieben von: schießmuskel 24. Mar 2016, 23:44

@Feilschen, der Artikel von dir ist gute sieben Jahre alt. Während der US Besatzungszeit des Irak, hat Syrien die Aufständischen unterstützt
Das ist auch schon vor 2009 mehr oder weniger bekannt gewesen. Mit der aktuellen Situation aber hat das wenig zu tun. Syrien und Irak kooperieren zusammen und im Irak gibt es defacto keine aktive Al qaida mehr .

Geschrieben von: Alligator 25. Mar 2016, 01:36

Hazarische Panzercrew aus der Division "Fatemioun" und ihr T-72M in der Nähe Tadmors:






Aufnahmen der Schlacht um Tadmor von Lifenews: https://www.youtube.com/watch?v=4mhAk_hpXlA (18+!)
Ab 1:55, Mi-24P im Tiefstflug und gleich danach kann man das Minenräumsystem http://i.imgur.com/9PeCeiB.jpg sehen, welches auf einem LKW montiert wurde. Es kann eine ca. 115 m lange und 6 m breite Schneise durch ein Minenfeld legen, dabei werden 1380 kg Sprengstoff (PWW-4, 78 % Hexogen, 22 % inerte plastische Bestandteile) eingesetzt . Ab 4:25: T-72B und T-90A.

Ab 1:15 sieht man das gefangen genommene TOW-Team samt seiner Ausrüstung, welches wohl den russischen Mi-8 Hubschrauber zerstört hat: http://www.liveleak.com/view?i=585_1458752083 (18+!)

Geschrieben von: Arado-234 25. Mar 2016, 07:54

https://www.lpb-bw.de/islamischer-staat.html

https://youtu.be/EzoHf_LhzuM

OK ist allgemein Niveau, dennoch dachte ich passt ganz gut.

Geschrieben von: SailorGN 25. Mar 2016, 10:56

Hazarische Panzercrew? Ich kenne nur die Hazaras aus Afghanistan, wie kommen die nach Palmyra?

Sind das vieleicht schiitische Freiwillige aus dem Hazarajat?

Geschrieben von: sirhenry 25. Mar 2016, 11:32

ZITAT(SailorGN @ 25. Mar 2016, 10:56) *
Hazarische Panzercrew? Ich kenne nur die Hazaras aus Afghanistan, wie kommen die nach Palmyra?

Sind das vieleicht schiitische Freiwillige aus dem Hazarajat?



Ich denke mal, dass das Söldner aus Afghanistan sind:

http://www.middleeasteye.net/news/afghan-fighters-increasingly-significant-player-syrian-battlefield-1394440308

Geschrieben von: SailorGN 25. Mar 2016, 11:49

Jo, das macht Sinn, die Hazaras waren schon immer nahe am Iran und damit ist die Verbindung klar.

Geschrieben von: Alligator 25. Mar 2016, 12:22

ZITAT(sirhenry @ 25. Mar 2016, 11:32) *
ZITAT(SailorGN @ 25. Mar 2016, 10:56) *
Hazarische Panzercrew? Ich kenne nur die Hazaras aus Afghanistan, wie kommen die nach Palmyra?

Sind das vieleicht schiitische Freiwillige aus dem Hazarajat?



Ich denke mal, dass das Söldner aus Afghanistan sind:

http://www.middleeasteye.net/news/afghan-fighters-increasingly-significant-player-syrian-battlefield-1394440308

Ich würde noch zusätzlich diesen Artikel empfehlen: http://www.aljazeera.com/news/2016/01/iran-foreign-legion-leans-afghan-shia-syria-war-160122130355206.html
ZITAT
As the conflict enters its fifth year, Iranian media has said that there are some 20,000 fighters in the Fatemiyon division, which is made up of both naturalised Afghans who lived in Iran and those who have travelled from Afghanistan.

ZITAT
Many captured Afghan Shia fighters say they are attracted to Syria by the promise of a financial reward. Salaries made by their Iranian recruits are reported to range from $500 and $1,000 a month.


Geschrieben von: Hummingbird 25. Mar 2016, 14:31

Luftaufnahmen der historischen Städten in Palmyra.

Kann jemand der russischsprachigen den Zeitpunkt der Aufnahme ausmachen?

https://www.youtube.com/watch?v=zFHcIm9F41w&feature=youtu.be&t=11s

Geschrieben von: Hummingbird 25. Mar 2016, 14:39

Aktueller Frontverlauf bei Palmyra

http://www.mediafire.com/convkey/cddf/jblr12p6sxg9qklzg.jpg


Geschrieben von: Crazy Butcher 25. Mar 2016, 15:02

ZITAT(Hummingbird @ 25. Mar 2016, 14:31) *
Luftaufnahmen der historischen Städten in Palmyra.

Kann jemand der russischsprachigen den Zeitpunkt der Aufnahme ausmachen?

https://www.youtube.com/watch?v=zFHcIm9F41w&feature=youtu.be&t=11s

Laut der Sprecherin wurden die Aufnahmen wenige Minuten zuvor vom Reporter vor Ort (und somit auch dem Ersteller der Aufnahmen) am den Sender übertragen. Exakt so wird es wohl nicht sein, aber ich würde von dieser Woche ausgehen. Zumindest wüsste ich keinen Grund die Aufnahmen zurückzuhalten.

Geschrieben von: Dave76 25. Mar 2016, 18:35

ZITAT
"Islamischer Staat"

US-Militär meldet Tötung mehrerer IS-Kommandeure

Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in Syrien Führungsmitglieder der Terrororganisation getötet. Auch der Vizechef des IS soll darunter sein.

25. März 2016

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-03/islamischer-staat-vize-tot-syrien-abdul-rahman-mustafa-al-kaduli



http://www.defense.gov/Video?videoid=455812

Geschrieben von: Alligator 25. Mar 2016, 21:03

Tadmor/Palmyra ist fast vollständig befreit (nach bisher unbestätigten Angaben, soll die Stadt bereits vollständig vom IS befreit sein):

T-72B obr. 1989 in der Nähe Tadmors:


Off-topic am Rande, für diejenigen, die noch in der SU zur Schule gegangen sind, Geschichtsbuch für die 5 Jahrgangsstufe:

"Geschichte der antiken Welt" - auf dem Foto ist der Triumphbogen Tadmors zu sehen.

Geschrieben von: Hummingbird 25. Mar 2016, 21:34

ZITAT(Alligator @ 25. Mar 2016, 21:03) *
Tadmor/Palmyra ist fast vollständig befreit (nach bisher unbestätigten Angaben, soll die Stadt bereits vollständig vom IS befreit sein):
Al Masdar News ist fragwürdig. Das ist zumeist regimenahe Propaganda. Es gibt aktuelle Meldungen, dass der Bereich der Zitadelle am Stadtrand im Südwesten immer noch umkämpft ist. Die SAA vermeldet auf das Flughafengelände östlich der Stadt vorgerückt zu sein. Davon das auf den Stadtkern vorgegangen würde, ist nirgendwo ernsthaft die Rede, soweit ich das bis jetzt sehe.

Geschrieben von: Alligator 25. Mar 2016, 21:54

ZITAT(Hummingbird @ 25. Mar 2016, 21:34) *
ZITAT(Alligator @ 25. Mar 2016, 21:03) *
Tadmor/Palmyra ist fast vollständig befreit (nach bisher unbestätigten Angaben, soll die Stadt bereits vollständig vom IS befreit sein):
Al Masdar News ist fragwürdig. Das ist zumeist regimenahe Propaganda. Es gibt aktuelle Meldungen, dass der Bereich der Zitadelle am Stadtrand im Südwesten immer noch umkämpft ist. Die SAA vermeldet auf das Flughafengelände östlich der Stadt vorgerückt zu sein. Davon das auf den Stadtkern vorgegangen würde, ist nirgendwo ernsthaft die Rede, soweit ich das bis jetzt sehe.

Ich lese die Meldungen der russischen embedded-Journalisten, die vor Ort sind, Al Masdar lese ich z.B. gar nicht. Es gibt verschiedene Karten, hier eine davon:


Russische Hubschrauber, Mi24/35, beim CAS in der Nähe Tadmors:
https://www.youtube.com/watch?v=QS3M6EGSjZg

Geschrieben von: Hummingbird 25. Mar 2016, 22:02

ZITAT(Alligator @ 25. Mar 2016, 21:54) *
Ich lese die Meldungen der russischen embedded-Journalisten, die vor Ort sind, Al Masdar lese ich z.B. gar nicht.
Auf der Karte die du da verlinkt hast, steht rechts unten Al Masdar.
ZITAT(Alligator @ 25. Mar 2016, 21:03) *
Tadmor/Palmyra ist fast vollständig befreit (nach bisher unbestätigten Angaben, soll die Stadt bereits vollständig vom IS befreit sein):
http://i.imgur.com/5AmhONd.jpg
Des weiteren solltest du mal bei Google Earth nachschauen wo das eigentliche Stadtgebiet liegt und inwieweit sich das mit deinen Karten und Aussagen überschneidet.

Geschrieben von: Alligator 25. Mar 2016, 22:12

ZITAT(Hummingbird @ 25. Mar 2016, 22:02) *
ZITAT(Alligator @ 25. Mar 2016, 21:54) *
Ich lese die Meldungen der russischen embedded-Journalisten, die vor Ort sind, Al Masdar lese ich z.B. gar nicht.
Auf der Karte die du da verlinkt hast, steht rechts unten Al Masdar.

Da hast du komplett recht, die Karte ist von Al Masdar, aber, wie gesagt, ich lese keine Tweets oder Nachrichten von dieser Nachrichtenagentur, eben aus dem von dir erwähntem Grund - sie sind sehr regierungsnah und posten sehr häufig Berichte, die nicht der Realität entsprechen. Die Karte wurde offensichtlich mehrfach retweetet, und entspricht, wie bereits von erwähnt, nicht der Lage vor Ort. Ich persönlich rechne eher mit 2 bis 7 Tagen, bis Tadmor vollständig vom IS befreit ist.
ZITAT
#SAA still not control airport (500m away)& not control #Amiriyah.Many reporters is hurry "

Geschrieben von: Nobody is perfect 26. Mar 2016, 01:04

Wenn ihr eine Karte von Palmyra/Tadmor nehmt, dann greift am Besten auf "Peto Lucem" zu. Wenn man auf die Assad nahen Kartenmacher zugreift...Die Burg ist nicht schon seit Wochen 20x und komplett Palmyra/Tadamor seit einer Woche 3x erobert worden.

https://twitter.com/PetoLucem

Die Karten werden regelmäßig korrigiert. Wenn er mal wieder auf einer Falsch-Information aufgesessen ist, dann korrigiert er den Fehler wenigstens sehr schnell.

Jetzt aktuelle.

https://twitter.com/PetoLucem/status/713422728037076993



Geschrieben von: Alligator 26. Mar 2016, 02:10

ZITAT(Nobody is perfect @ 26. Mar 2016, 02:04) *
Wenn ihr eine Karte von Palmyra/Tadmor nehmt, dann greift am Besten auf "Peto Lucem" zu. Wenn man auf die Assad nahen Kartenmacher zugreift...Die Burg ist nicht schon seit Wochen 20x und komplett Palmyra/Tadamor seit einer Woche 3x erobert worden.
https://twitter.com/PetoLucem
Die Karten werden regelmäßig korrigiert. Wenn er mal wieder auf einer Falsch-Information aufgesessen ist, dann korrigiert er den Fehler wenigstens sehr schnell.
Jetzt aktuelle.
https://twitter.com/PetoLucem/status/713422728037076993

Auch er kocht nur mit Wasser. biggrin.gif Der Flugplatz soll derzeit angeblich ein Niemandsland sein, syrische Regierungstruppen haben sich von dort, bei Anbruch der Nacht, wieder verzogen:
ZITAT
Current Situation in #Palmyra, #SAA retreated from the Airbase and Al-Amriyah district.

-
Humanitärhilfe aus Russland wird in einem, teilweise zerstörten, Viertel der syrischen Hauptstadt an Zivilisten verteilt: https://www.youtube.com/watch?v=KDl62-afmDA - ab 1:30
Ab 2:45 erzählt der russische General-Major, Alexander Lin'kow unter anderem, dass nun fast alle Konfliktparteien in der Gegend, miteinander kommunizieren. Er erwartet, dass die Verhandlungen positiv verlaufen werden.
-
Gestrige Aufnahmen der Schlacht um Tadmor von Anna-News: https://www.youtube.com/watch?v=0adlXmLK-WE (18+!) Der Moderator zitiert den syrischen Soldaten bei 0:40 mit den Worten, dass dieser damit rechnet, dass die Regierungstruppen innerhalb der nächsten zwei Tagen Tadmor vollständig vom IS befreien werden.

Geschrieben von: Kameratt 26. Mar 2016, 14:52

http://ic.pics.livejournal.com/bmpd/38024980/2961385/2961385_original.jpg
Für höhere Auflösung klicken

Russland scheint derzeit immer noch 24 Kampfflugzeuge in Syrien zu haben.
- 12 Su-24M
- 4 Su-34
- 4 Su-30SM
- 4 Su-35

Zu Beginn des Einsatzes im September hatte man 32 Flugzeuge
- 12 Su-25
- 12 Su-24
- 4 Su-34
- 4 Su-30SM

Der Bestand wuchs bis Anfang März auf 44 Flugzeuge an
- 12 Su-25
- 16 Su-24
- 8 Su-34
- 4 Su-30SM
- 4 Su-35

Geschrieben von: xena 26. Mar 2016, 15:14

Jetzt können die Russen ihre Su als Kampferprobt vermarkten.

Geschrieben von: Nobody is perfect 26. Mar 2016, 15:42

ZITAT(Alligator @ 26. Mar 2016, 02:10) *
ZITAT(Nobody is perfect @ 26. Mar 2016, 02:04) *
Wenn ihr eine Karte von Palmyra/Tadmor nehmt, dann greift am Besten auf "Peto Lucem" zu. Wenn man auf die Assad nahen Kartenmacher zugreift...Die Burg ist nicht schon seit Wochen 20x und komplett Palmyra/Tadamor seit einer Woche 3x erobert worden. https://twitter.com/PetoLucem Die Karten werden regelmäßig korrigiert. Wenn er mal wieder auf einer Falsch-Information aufgesessen ist, dann korrigiert er den Fehler wenigstens sehr schnell. Jetzt aktuelle. https://twitter.com/PetoLucem/status/713422728037076993
Auch er kocht nur mit Wasser. biggrin.gif Der Flugplatz soll derzeit angeblich ein Niemandsland sein, syrische Regierungstruppen haben sich von dort, bei Anbruch der Nacht, wieder verzogen:
ZITAT
Current Situation in #Palmyra, #SAA retreated from the Airbase and Al-Amriyah district.
.


Und er hat es dementsprechend auch korrigiert.

https://twitter.com/PetoLucem/status/713675391249031168

>Und deswegen ja auch folgendes Zitat:

ZITAT
Die Karten werden regelmäßig korrigiert. Wenn er mal wieder auf einer Falsch-Information aufgesessen ist, dann korrigiert er den Fehler wenigstens sehr schnell.



Geschrieben von: xena 26. Mar 2016, 16:39

Der zu Anfang dieses Thread gepostete Link ist jedenfalls auch recht brauchbar. Die korrigieren ihre Landkarte auch dann, wenn die Infos gesichert sind. Merkt man aktuell am Palmyra-Abschnitt. Da umkämpfte Gebiete eh keinen wirklichen Frontverlauf haben, sind die Grenzen somit auch recht großzügig und grob umrissen, mit allerlei Infos was gerade ab geht. Diese Darstellung ist jedenfalls vernünftiger als diese pseudogenauen Karten.


Interessant an Palmyra ist ja, dass wenn sie Palmyra einnehmen, die SAA mit einem Schlag ein größeres Gebiet unter Kontrolle bekommt. Damit wären die IS Gebiete nordwestlich und südwestlich von Palmyra vom Rest-IS abgeschnitten. Der Weg nach Al Suknah sollte dann relativ einfach sein und dann auch die Verbindung zur Enklave Deir-Ez-Zur.

Geschrieben von: Nobody is perfect 27. Mar 2016, 02:29

ZITAT(xena @ 26. Mar 2016, 16:39) *
Der zu Anfang dieses Thread gepostete Link ist jedenfalls auch recht brauchbar. Die korrigieren ihre Landkarte auch dann, wenn die Infos gesichert sind. Merkt man aktuell am Palmyra-Abschnitt. Da umkämpfte Gebiete eh keinen wirklichen Frontverlauf haben, sind die Grenzen somit auch recht großzügig und grob umrissen, mit allerlei Infos was gerade ab geht. Diese Darstellung ist jedenfalls vernünftiger als diese pseudogenauen Karten. Interessant an Palmyra ist ja, dass wenn sie Palmyra einnehmen, die SAA mit einem Schlag ein größeres Gebiet unter Kontrolle bekommt. Damit wären die IS Gebiete nordwestlich und südwestlich von Palmyra vom Rest-IS abgeschnitten. Der Weg nach Al Suknah sollte dann relativ einfach sein und dann auch die Verbindung zur Enklave Deir-Ez-Zur.


Wenn du die syrialiveua-Maps meinst, die sind ziemlich gut um einen Überblick zu gewinnen und nebenbei auch aktuelle Meldungen zu erfahren; dafür benutze ich sie selber gerne. Wenn es allerdings ins kleine geht, wie den Kampf um eine Stadt, dann scheitern das System häufig und die Karten sind nicht sehr genau oder teilweise auch fehlerhaft. Vor allem wenn wenig Interesse an bestimmten Kartenbereichen besteht oder sobald ein z.B. ein Konfliktherd oder ein Angriff offensichtlich beendet ist, werden die Karten häufig nicht mehr upgedated, so dass auch lange auch grobe (wenn auch meistens kleine) Schnitzer drin sind, die niemand löscht.

Beispiel aktuell ist der kleine graue Fleck südlich von Suluk und Tel Abyad und nördlich von Raqqa mitten im Rojava Gebiet. Die ganze Aktion war der Raid des IS vor einem Monat auf Tel Abyad; die letzten 20 Kämpfer sind nach weniger als 72h im Umspannwerk südlich von Suluk, in dem sie sich verschanzt hatten, umgekommen. Das ist der nicht korrigierte graue Fleck. Auf liveua Maps läuft leider viel nach dem Motto: "Aus dem Auge, aus dem Sinn". Man darf sich also nicht wundern, wenn man mit einem male unerklärliche Kartenfehler findet.

Ach ja: Dummer Weise hat PetoLucem gestern sein Kartensystem zerblasen, es gibt also vorläufig kaum updates.

Da alle gerade nur noch auf Palmyra schauen, gehen andere Gefechte gerade etwas unter. In den letzten Tagen haben Einheiten der Yesiden (1000 Mann der Shingal Verteidigungs Front, YBS/YBJ, ein YPG/YPJ Ableger) zusammen mit 500 Mann der YPG/YPJ + PKK Einheiten ungenannter Größe, die aber wohl nur Support geleistet haben, einen Angriff südlich des Sindschar Gebirges im Irak gefahren und waren mit der Eroberung mehrerer Dörfer erfolgreich. Darunter waren Al Deehban als größten der Orte und die Makfahr Umm Jaris Grenzübergangsstation zu Syrien.

Offiziell: 107 IS Kämpfer getötet, davon sind 73 Leichen eingesammelt worden. Eigene Verluste liegen bei 13 Toten und 15 Verwundeten.

https://twitter.com/UniteKurdistan/status/713783238565748739




Geschrieben von: schießmuskel 27. Mar 2016, 06:32

Ich finde die Syria live map auch ganz gut, aber was ich nicht verstehe ist, dass bei Gebieten unter IS Kontrolle nur die größeren Orte und Straßen eingefärbt sind. Die ganzen Räume dazwischen und daneben nicht. Während bei allen anderen Beteiligten deren Gebiete vollständig eingefärbt sind, inklusive menschenleere Wüstengebiete und unbewohnte Gebirge.

Geschrieben von: Alligator 27. Mar 2016, 11:20

Tadmor ist fast vollständig vom IS befreit:

ZITAT
Syrian gov’t forces retake whole of Palmyra from ISIL, AFP reports citing military source

Live-Stream aus der Gegend: https://www.youtube.com/watch?v=SwEP8OODPzk
"Archäologen" vor Ort:

Bis jetzt wurden mehr als 2500 IEDs entschärft, vereinzelt leisten Selbstmordattentäter mit ihren Sprenggürteln Widerstand.
Mi-28 setzt eine gelenkte Rakete in der Nähe Tadmors ein: https://www.youtube.com/watch?v=HFoOXbGbkVA
Laut offiziellen Angaben sind mindestens 110 syrische Soldaten gefallen.
Der komplett durchgeknallte Journalist Pegow von Lifenews, berichtet von der Frontlinie in Tadmor: https://www.youtube.com/watch?v=ekneUsY3BXs - syrische Soldaten säubern nun jedes einzelne Gebäude von verbliebenen Terroristen. Bei 4:12 hört man die Worte aus einem Funkgerät "links sind Panzer" auf russisch.
TOS-1A in der Nähe Tadmors:

Geschrieben von: Seydlitz 27. Mar 2016, 11:29

ZITAT(Alligator @ 27. Mar 2016, 11:20) *
Bis jetzt wurden mehr als 2500 IEDs entschärft, vereinzelt leisten Selbstmordattentäter mit ihren Sprenggürteln Widerstand.

Nur in der Region Palmyra? mata.gif

Geschrieben von: Alligator 27. Mar 2016, 11:36

ZITAT(Seydlitz @ 27. Mar 2016, 11:29) *
ZITAT(Alligator @ 27. Mar 2016, 11:20) *
Bis jetzt wurden mehr als 2500 IEDs entschärft, vereinzelt leisten Selbstmordattentäter mit ihren Sprenggürteln Widerstand.

Nur in der Region Palmyra? mata.gif

Laut Ivan Sidorenko wurden sie im antiken Stadtteil Tadmors entschärft:
ZITAT
SAA dismantled 2500 IEDS inside ancient city some had Timer's

Der ungefähre Frontverlauf vor Ort:

Geschrieben von: Seydlitz 27. Mar 2016, 11:42

Das ist aber eine sehr imposante Zahl. Vor allem braucht man dafür auch eine sehr große Anzahl an gut ausgebildeten EOD Personal.
Aber gut, danke für die Angabe.

Geschrieben von: Alligator 27. Mar 2016, 12:12

ZITAT(Seydlitz @ 27. Mar 2016, 11:42) *
Das ist aber eine sehr imposante Zahl. Vor allem braucht man dafür auch eine sehr große Anzahl an gut ausgebildeten EOD Personal.
Aber gut, danke für die Angabe.

Es sind höchstwahrscheinlich solche IEDs:

Sind relativ leicht zu entdecken, aber man weiß nie, wie empfindlich die sind, oder ob direkt unterhalb so einer IED, eine Sprengfalle liegt.

Geschrieben von: zauberwald.fee 27. Mar 2016, 12:49

.

Geschrieben von: SailorGN 27. Mar 2016, 13:00

Die Frage ist, wer sich befreit fühlt. Sowohl im Irak als auch in Syrien wirds erst Ruhe geben, wenn es in irgendeiner Form einen politischen Ausgleich zwischen den Konfliktparteien gibt. Damit sehe ich zur Zeit schwarz, vor allem, wenn es wirklich zu einer "Befreiung" kommt. Dann fühlen sich die "Befreier" oben auf, mit all den kleinen und großen Hässlichkeiten und legen feinifein den Grundstein für die nächste Runde sad.gif

Der IS wird nicht verschwinden, der kommt in Nordafrika wieder. Libyen und Subsahara sind schon jetzt Metastasen, die Verfolgung durch "die Kreuzfahrer" lässt sich propagandistisch ausschlachten und die Gewinne aus der Herrschaft über die Gebiete werden anderweitig abfliessen.

Geschrieben von: Nobody is perfect 27. Mar 2016, 13:23

ZITAT(Seydlitz @ 27. Mar 2016, 12:42) *
Das ist aber eine sehr imposante Zahl. Vor allem braucht man dafür auch eine sehr große Anzahl an gut ausgebildeten EOD Personal. Aber gut, danke für die Angabe.


Klingt jetzt u.U. etwas komisch aber 2.500 ist für den IS nicht viel. Es wurden über Jahre mindestens 20 Tonnen Ammoniumnitrat Tag für Tag aus der Türkei über Tel Abyad ins IS Gebiet geschmuggelt, dazu hunderte an Tonnen an Alluminiumpaste, x Zünder etc. Es gibt ja Gründe, warum weite Teile der vom IS zurückeroberten Gebiete noch nicht wieder bewohnt sind, die hunderte von IEDs in jedem größeren Dorf zählen dazu. Dazu dann noch die ganzen Kochtöpfe, die sie als IEDs in kilometerlangen Minenstreifen verbuddelt haben, in 2er Reihen, teilweise mehrere Streifen hintereinander. Es liegen alleine östlich von Suluk noch ca. 50.000 IEDs (oder hatten dort wenigstens mal gelegen, weite Gebiete sind jetzt wohl geräumt).

Häufig ist es so, dass in besiedelten/noch bewohnten Gebieten die IEDs in Lagern bereitliegen; bist du schnell genug (wie in der letzten Zeit der SDF/YPG und Konsorten), dann findest du die IEDs noch in den Lagern. Bist du zu langsam (wie die SAA jetzt vor Palmyra), dann hat der IS diese schon platziert, nachdem die Bevölkerung evakuiert wurde/geflohen ist.

Geschrieben von: Alligator 27. Mar 2016, 13:37

ZITAT(zauberwald.fee @ 27. Mar 2016, 12:49) *
ZITAT(Alligator @ 27. Mar 2016, 11:20) *
https://www.youtube.com/watch?v=ekneUsY3BXs - syrische Soldaten säubern nun jedes einzelne Gebäude von verbliebenen Terroristen.

Das Vid ist doch von der ersten Minute an nur Show of Force. Audiogetunt, Leuchtspureinsatz und der Regisseur gibt vor wann mal geschossen werden soll.

Den Eindruck hatte ich überhaupt nicht, denn z.B. bei 3:20 sagte der syrische Dolmetscher auf russisch, dass es gerade einen Schusswechsel zwischen den Terroristen und Soldaten gibt. Bei 4:40 erzählt der Journalist, dass man eine kleine Gruppe von vermutlichen IS-Kämpfern entdeckt hat, die sich auf die Stellungen der syrischen Soldaten bewegen. Der Dolmetscher sagte bei 5:00, dass es wohl zwei Kämpfer sind, sie werden noch eine Weile auf dem Dach warten, bis sie näher kommen und sie dann präzise ausschalten (man will vermeiden, dass die Terroristen ihre Sprenggürtel zünden und so den historischen Ruinen noch mehr Schaden zufügen). Ich denke, es war schon ein "echter" Bericht von der Front, mehr kann man von einem embedded-Journalisten nicht erwarten.
_
Schema des IS-Rückzugs aus Tadmor von MilitaryMediaSy:


Geschrieben von: schießmuskel 27. Mar 2016, 16:13

Ist schon komisch wenn der Reporter sich in voller Fahrt auf der Ladefläche vom Pickup zusammenkauert und von Sniperfeuer erzählt, während vor dem Pickup Soldaten aufrecht ganz gemächlich daher spazieren. (0:48) Aber egal.

Es war mal wieder eine erbitterte Schlacht und wenn die syrische Armme alleine schon 110 Gefallene offiziel bestätigt, kann man sich ausdenken wie hoch die Verluste aller pro Assad Truppen im Kampf um Palmyra waren, denn dazu kommen noch die Toten der Hizbollah, der IRGC Quds Force, NDF Milizen, afghanische Freiwillige und noch die ganzen irakischen Gruppen. insgesamt dürfte das Regime dort um die 500 Gefalle haben.


Geschrieben von: Kameratt 27. Mar 2016, 16:59

Um das anzunehmen, muss die Aufstellung der beteiligten Kräfte halbwegs bekannt sein. Denn du implizierst, dass die SAA weniger als 1/4 aller Truppen stellte, was zu belegen wäre.

Hisbollah und die Revolutionsgarden waren bei Palmyra nicht beteiligt.


Wenn ich das grob überblicke, kamen neben den verschiedenen SAA-Einheiten
- syrische Palästinenser
- afghanische Schiiten
- die Baath-Bataillone
- der Bewaffnete Arm der SSNP
- sowie sonstige lokale Widerstandsgruppen
zum Einsatz. Aber die genaue zahlenmäßige Zusammensetzung ist nicht klar ersichtlich. Eine einzige SAA-Division kann über mehr Mann verfügen als alle diese Gruppen zusammen.

Geschrieben von: schießmuskel 27. Mar 2016, 17:23

Selbstverständlich haben die syrischen Streitkräfte mehr Truppen im Land als alle anderen Mitkombattanten zusammen. Nur wenn es um um konkrete kampfeinsätze geht, ist die syrische Armee nicht mehr die dominierende Kraft. Diese muss nämlich die ganze Rückwärtige Sicherung und Logistik übernehmen, aus diesem Grund müssen ja so viele in und ausländische Milizen her. Man kann keine afghanische Kompanie in einem syrischen Dorf zur Sicherung lassen, das gäbe nur ethische, religiöse und soziale Spannungen. Man kann und muss die Freiwilligen immer schwerpunktmäßig in den Kampf werfen, während die eigenen regulären Truppen sichern, versorgen und als Reserve fungieren, in etwa so wie Feld- und Territorialheer früher. Deshalb stellen reguläre syrische Truppen in den Kämpfen schätze ich um die 20-30% der Rest sind NDF und andere inländischer Milizen und eben die ganzen Ausländer. Die Stärke der syrichen Armee und die aller In und ausländischen Milizen ist in etwa gleich Groß, nur die Logik gebietet, dass diese eben wengier für Logistik, Command Controll und Sicherung zu verwenden sind und deshalb an den Kampfhandlungen überproportional beteiligt sind.

https://www.almasdarnews.com/article/syrian-army-hezbollah-overwhelm-isis-west-palmyra-dozens-killed/

Nach diesen Artikel ist die Hizbollah in Palmyra dabei.

Geschrieben von: Nobody is perfect 27. Mar 2016, 17:40

Ich habe nicht explizit darauf geachtet, weil es mich nicht ernsthaft interessiert und ich werde jetzt auch nicht extra danach suchen; es wurde aber mehrfach erwähnt, dass Hisbollah Einheiten an der Schlacht um Palmyra beteiligt wären. Ob es stimmt: keine Ahnung.

Verluste hatten aber wohl vor allem "Marinesoldaten" Einheiten aus der Latakia Region.



Geschrieben von: Kameratt 27. Mar 2016, 17:54

Man kann nicht alle Milizen beliebig verschieben. Viele Milizen sind eben territorial oder ethnisch und konfessionell organisiert und beteiligen sich ausschließlich in einem fest definierten geografischen Gebiet. Eine drusische Miliz wird sich beispielsweise wohl kaum bei Kämpfen in Nordlatakia verheizen lassen. Es handelt sich um Freiwillige und als solche haben diese wesentlich weniger Verpflichtungen als gewöhnliche Militärdienstleistende. Deshalb übernehmen die Milizen auch häufig rückwärtige Sicherungsaufgaben, zumal sie auch in der Regel nur leicht bewaffnet sind. Die internationalen, aus dem Ausland stammenden Gruppen, sind eher die Ausnahme von der Regel. Reguläre Einheiten der SAA sind hingegen überall einsetzbar, da sie keinen bestimmten Bezug zu einer Gegend haben und problemlos zur Schwerpunktbildung im ganzen Land verschoben werden können. Natürlich unterstützen sie aufgrund ihrer Struktur auch die lokalen Gruppen, die dann logistisch an sie angehängt werden. Aber zweifellos werden sie auch an vorderster Front eingesetzt, um alleine schon punktuell eine Überlegenheit herstellen zu können. Darüber hinaus verfügen sie als einzige über ausreichend viele schwere Waffen, die bei einem solchen Einsatz unabdingbar sind.

Geschrieben von: xena 27. Mar 2016, 17:57

Bitte jetzt nicht Gefallenenzahlen aus dem Ärmel schütteln und Vermutungen anzetteln, die eh keiner nachvollziehen kann.


ZITAT(SailorGN @ 27. Mar 2016, 13:00) *
Die Frage ist, wer sich befreit fühlt. Sowohl im Irak als auch in Syrien wirds erst Ruhe geben, wenn es in irgendeiner Form einen politischen Ausgleich zwischen den Konfliktparteien gibt. Damit sehe ich zur Zeit schwarz, vor allem, wenn es wirklich zu einer "Befreiung" kommt. Dann fühlen sich die "Befreier" oben auf, mit all den kleinen und großen Hässlichkeiten und legen feinifein den Grundstein für die nächste Runde sad.gif


Ich glaube eher, dass die Menschen dort die Nase voll haben von Krieg. So schnell wird es keinen neuen Aufstand mehr geben. Und wenn, dann sind es die religiös fanatisierten Gruppen. Der normale Syrische Bürger hat erst mal die Nase voll. Aber es wird eh nach einer tragbaren Lösung gesucht. Die USA und Russland sind ja schon dabei einen gemeinsamen Nenner zu finden. Es wurde ja schon die Lösung mit Kantonen in den Mund genommen. Wäre immerhin eine Lösung, damit sich die vereinzelten Volks/Glaubensgruppen nicht bei jeder Gelegenheit an die Kehle gehen. Quasi so wie im Libanon. Eigentlich nicht gerade erstrebenswert, aber wenn es nicht anders geht... Und dann kommt wieder nur ein Despot, der das Land wirklich einigen könnte...


ZITAT(SailorGN @ 27. Mar 2016, 13:00) *
Der IS wird nicht verschwinden, der kommt in Nordafrika wieder. Libyen und Subsahara sind schon jetzt Metastasen, die Verfolgung durch "die Kreuzfahrer" lässt sich propagandistisch ausschlachten und die Gewinne aus der Herrschaft über die Gebiete werden anderweitig abfliessen.


Das Desaster beginnt sich in Libyen ja schon zu manifestieren. Und Europa, die es unmittelbar betrifft, reagieren wenn es zu spät ist, statt vorzubeugen. Ist schon ein trauriges Bild was unsereiner da abgibt und genau dieses Bild der Schwäche nutzen diese Herrschaften aus.

Geschrieben von: Alligator 27. Mar 2016, 18:25

ZITAT(schießmuskel @ 27. Mar 2016, 18:23) *
https://www.almasdarnews.com/article/syrian-army-hezbollah-overwhelm-isis-west-palmyra-dozens-killed/

Nach diesen Artikel ist die Hizbollah in Palmyra dabei.

Jo, die Reporter des Senders Al-Manar sind häufig Mitglieder der Hisbollah. Im Ernst, es gab während der gesamten Schlacht um Tadmor weder Fotos noch Meldungen über Verluste des bewaffneten Arms der Hisbollah. Auch Mitglieder des irakischen Ablegers wurden nicht gesichtet. Auf dem Foto, in dem von dir verlinkten Artikel, sind die "Wüstenfalken" zu sehen, das sind ethnische Syrer.

Geschrieben von: schießmuskel 27. Mar 2016, 18:48

Es geht nicht um das Foto, sondern um das was dort geschrieben steht und da ist von der Hizbollah die Rede, inder Schlagzeile sogar. Ernsthaft es kann doch wohl keiner glauben, dass die anderen Kombattanten keine Gefallen hatten in Palmyra. Wie die sich verteilen, keine Ahnung aber auf AssadS Seite sind definitiv mehr gefallen als 110 Mann.

Hier kroko da für dich Bilder mehr zählen
http://www.islamicinvitationturkey.com/2015/11/18/hezbollah-deploys-to-the-palmyra-front/

Was interessant ist, wäre zu überlegen wie der IS weiter agieren wird , wenn mittelfristig alle größeren Städte zurück erobert sind von SAA und ISF. Wird man dann völlig auf Terrortaktiken setzen und im Untergrund den Kampf fortsetzen, oder wird man die Assets auf andere Kriegsschauplätze deligieren und versuchen dort wieder ein zusammenhängendes DeFacto Staatsgebiet zu errichten. An failed States mangelt es ja nicht . Yemen, Libyen, Afghanistan, Somalia und diverse Regionen in der Subsahara.

Geschrieben von: Alligator 27. Mar 2016, 19:02

ZITAT(schießmuskel @ 27. Mar 2016, 19:48) *
Es geht nicht um das Foto, sondern um das was dort geschrieben steht und da ist von der Hizbollah die Redeernsthaft es kann doch wohl keiner glauben, dass die anderen Kombattanten keine Gefallen hatten in Palmyra.

Im gesamten Text gibt es nur eine einzige Passage bezüglich der Hisbollah (von der Überschrift abgesehen):
ZITAT
Following ISIS’ failed assault, the Syrian Arab Army’s “Tiger Forces” – backed by the Desert Hawks Brigade and Hezbollah

Ziemlich dürftiger "Beweis" dafür, dass dort der bewaffnete Arm der Hisbollah gekämpft hat.
ZITAT(schießmuskel @ 27. Mar 2016, 19:48) *
Hier kroko da für dich Bilder mehr zählen
http://www.islamicinvitationturkey.com/2015/11/18/hezbollah-deploys-to-the-palmyra-front/

Sieh mal auf das Datum des Artikels du Held: 18 November 2015 rofl.gif
Und das Bild ist sicher in der Nähe Tadmors aufgenommen?

Geschrieben von: schießmuskel 27. Mar 2016, 19:10

Ja denkst du etwa die Truppen treffen alle 5 Minuten vor Beginn der offensive ein? Die Hizbollah ist mit Sicherheit schon seit Monaten in dem Raum aktiv.

Aber ist ok dann lass ich halt gut sein und erkläre offiziell die Hizbollah war nicht an den Kämpfen in und um Palmyra beteiligt.

und spar dir doch bitte diese kindischen Rofl smilies du Held

Geschrieben von: Alligator 27. Mar 2016, 19:16

ZITAT(schießmuskel @ 27. Mar 2016, 20:10) *
Ja denkst du etwa die Truppen treffen alle 5 Minuten vor Beginn der offensive ein? Die Hizbollah ist mit Sicherheit schon seit Monaten in dem raum aktiv.

Aber ist ok dann lass ich halt gut sein und erkläre offiziel die Hizbollah war nicht an den Kämpfen in und um Palmyra beteiligt.

und spar dir doch bitte diese kindischen Rofl smilies du Held

Und nochmal, gibt es abgesehen von Zeitungsberichten (es wird heutzutage einfach extrem viel Unsinn geschrieben oder es werden irgendwelche Dönerbuden fragwürdige Blogger zitiert), Fotos oder Videos, die eben diesen Einsatz des bewaffneten Arms der Hisbollah dort belegen? Soweit ich weiß nicht, das was z.B. der SPON schreibt, ist meiner Meinung nach, deswegen kompletter Unsinn:
ZITAT
Zuvor hatten die Truppen des Assad-Regimes mit Unterstützung der libanesischen Hisbollah-Miliz und der russischen Luftwaffe Palmyra von der IS-Miliz zurückerobert.

Ganzer Artikel: http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-assad-truppen-planen-nach-palmyra-offensive-gegen-is-a-1084310.html
Lern erstmal bitte wie mein Nickname richtig geschrieben wird. Kleiner Tipp, es ist nicht kroko xyxthumbs.gif
_
Mi-24P im Tiefstflug bei Tadmor: https://www.youtube.com/watch?v=99z5FF75PFU

Geschrieben von: Nobody is perfect 27. Mar 2016, 19:17

Um mal kurz ein paar Zahlen zu nennen:

Verluste des IS in und um Palmyra bei der Schlacht sollen bei 400 liegen, die Verluste der Regierungstruppen + Verbündete bisher bei 180. Das könnte ganz gut hinkommen, zeigt aber auch 2 weitere Punkte; anders als im Irak (z.B. Ramadi etc.), laufen in Syrien die IS Kämpfer immer wieder am Ende weg und kämpfen nicht bis zur totalen Vernichtung. Die Verluste der SAA sind einfach immer wieder viel zu hoch, da verkauft sich die "Golden Division" aktuell einfach besser (der Rest der irakischen Armee...na ja). Und mit den Tigern und den Wüstenfalken sind hier die besten Einheiten (neben denen der Hisbollah) Assads im Einsatz. Und der Rest der SAA + NDF + etc. Truppen ist immer noch ein Witz (und haben die Hauptverluste zu tragen).

http://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-palmyra-idUSKCN0WT04R

Geschrieben von: Kameratt 27. Mar 2016, 19:20

In 4 Monaten kann viel Wasser den Euphrat hinunter fließen. Die Tiger Force wurde z.B. erst vor rund drei Wochen aus dem Raum Aleppo nach Palmyra verlegt.

ZITAT(schießmuskel @ 27. Mar 2016, 19:48) *
Ernsthaft es kann doch wohl keiner glauben, dass die anderen Kombattanten keine Gefallen hatten in Palmyra. Wie die sich verteilen, keine Ahnung aber auf AssadS Seite sind definitiv mehr gefallen als 110 Mann.

Zunächst schreibst du etwas von 500 Mann, dann von keiner Ahnung und einfach nur "mehr als 110", was eben nicht gleichbedeutend ist.
Die Welt schreibt z.B. in einem Artikel von 180 gefallenen Soldaten und Milizen. Vermutlich stammt diese Zahl von der "Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte" aus London.

http://www.welt.de/politik/ausland/article153724858/Mit-Palmyra-verliert-der-IS-die-grosse-syrische-Wueste.html

Geschrieben von: schießmuskel 27. Mar 2016, 19:23

Ja die Verluste sind hoch. Die YPG verliert maximal ein Dutzend Kämpfer in einer großen Schlacht, zumindest wenn man deren Twittermeldungen glaubt. wink.gif

Ich habe die verluste um die 500 geschätzt, da neben den regulären truppen gut 2-3 mal soviele sonstige Kombattanten beteiligt waren und deren Verlsute dann ungefähr auch so hoch sein müssten, Dazu kommt die alte Grundlage, dass der Angreifer in der Regel mehr Verlsute hat als der Verteidiger. Die Faustformel lautet ja im Angriff dem Gegner 3-1 Überlegen zu sein, um die Nachteile und verlsute zu kompensieren auszugleichen.

Geschrieben von: TrueKosmos 27. Mar 2016, 19:48

ein Witz, ich weis nicht, man schaue mit welch einer Massierung der modernsten Technik, Überwachungsmöglichkeiten aber auch Soldaten die Israelis oder US Army in solchen Fällen vorgehen, wenn man ohne hich tech mit eigentlich recht geringer Anzahl der Kräfte und mit veralteter Ausrüstung die von Fanatiker verteidigte (unter massiven Einsatz der IEDs) urbane Zonen stürmt dann sind solche Verluste unausweichlich, dass die Syrer und ihre Verbündete überhaupt vorangehen zeigt dass sie wohl dank Erfahrung doch das beste aus ihren Mitteln herausholen, sich eigentlich gut schlagen.

Als Beispiel siehe was die US Army 2004 alles gegen Falludscha in den Kampf schickte, vermieden wurden dabei weder recht hohe Verluste noch weiträumige Zerstörungen in der Stadt.

Geschrieben von: Kameratt 27. Mar 2016, 20:31

ZITAT(Alligator @ 27. Mar 2016, 20:16) *
Mi-24P im Tiefstflug bei Tadmor: https://www.youtube.com/watch?v=99z5FF75PFU


Die russischen Hubschrauber operieren anscheinend von der Luftwaffenbasis Tiyas oder Shayrat, von denen Palmyra 60 bzw. 130km entfernt liegt. Wenn jetzt auch noch der Flughafen von Palmyra selbst verfügbar wird, sollte man auch den halben Weg nach Deir-ez-Zor problemlos abdecken können.

Geschrieben von: Nobody is perfect 27. Mar 2016, 20:36

ZITAT(TrueKosmos @ 27. Mar 2016, 20:48) *
ein Witz, ich weis nicht, man schaue mit welch einer Massierung der modernsten Technik, Überwachungsmöglichkeiten aber auch Soldaten die Israelis oder US Army in solchen Fällen vorgehen, wenn man ohne hich tech mit eigentlich recht geringer Anzahl der Kräfte und mit veralteter Ausrüstung die von Fanatiker verteidigte (unter massiven Einsatz der IEDs) urbane Zonen stürmt dann sind solche Verluste unausweichlich, dass die Syrer und ihre Verbündete überhaupt vorangehen zeigt dass sie wohl dank Erfahrung doch das beste aus ihren Mitteln herausholen, sich eigentlich gut schlagen. Als Beispiel siehe was die US Army 2004 alles gegen Falludscha in den Kampf schickte, vermieden wurden dabei weder recht hohe Verluste noch weiträumige Zerstörungen in der Stadt.


Die Verluste waren wohl primär weit vor Palmyra so ziemlich am Anfang und nur zu einem geringen Teil auf IEDs und VBIEDs zurückzuführen. Das soll wohl (vor allem bei der Latakia Marinesoldaten Einheiten) auf Inkompetenz zurückzuführen gewesen sein. Da hat wer seine ihm unterstellten Einheiten sinnlos in den Tod geschickt, sprich verbrannt. Ich habe auch keine Hinweise, was für IS Einheiten Palmyra und Umgebung verteidigt haben, es waren aber wohl nicht deren am Besten ausgerüsteten und ausgebildeten Fremdkämpfer Einheiten, das hätte man wohl erfahren. Wäre mal interessant zu sehen, wie hoch die Verluste bei den besten eingesetzten SAA Einheiten (den Tigern und den Wüstenfalken) waren.

Geschrieben von: Kiebitz 27. Mar 2016, 21:38

In diesem Zusammenhang wie ich finde sehr lesenswert und aufschlußreich: http://warontherocks.com/2016/03/kurdish-militants-and-turkeys-new-urban-insurgency/

Geschrieben von: xena 27. Mar 2016, 23:11

ZITAT(schießmuskel @ 27. Mar 2016, 06:32) *
Ich finde die Syria live map auch ganz gut, aber was ich nicht verstehe ist, dass bei Gebieten unter IS Kontrolle nur die größeren Orte und Straßen eingefärbt sind. Die ganzen Räume dazwischen und daneben nicht. Während bei allen anderen Beteiligten deren Gebiete vollständig eingefärbt sind, inklusive menschenleere Wüstengebiete und unbewohnte Gebirge.


Alle anderen Beteiligten sind in bewohnten Gebiet beheimatet, der IS hingegen mitten im Nirgendwo der Wüste. Sie kontrollieren dort nur die wenigen Orte und die Straßen durch die Wüste. Der Osten ist nämlich fast nur Wüste. Im Westteil hingegen sind durchaus auch die Berge bewohnt.

Geschrieben von: schießmuskel 27. Mar 2016, 23:19

Danke für den Link.
Sollte die PKK tatsächlich den Konflikt noch weiter eskalieren lassen und im großen Stil den Kampf in die Städte tragen, würde sie sich damit ausbluten und vor allem würde sie ihre Basis und den Rückhalt in der eigenen Bevölkerung verlieren.

Bis jetzt hat die PKK ihre Taktik weitestgehend darauf beschränkt, Angriffe auf Stützpunkte und Kontrollposten zu konzentrieren oder in den Bergen und Provinzen Konvois und Patrouillen zu attackieren. Mit dieser Operationsführung wird die eigene Bevölkerung nicht direkt den Kampfhandlungen ausgesetzt.

Bei einer Verlagerung der Kampfhandlungen in die kurdischen Städte und Stadtviertel, werden viele Familien verletzt, verlieren ihr Hab und Gut oder ihr Leben. In der pre Erdogan Zeit hätte man sich wenigstens noch auf die Unterdrückung der kurdischen Kultur und Identität berufen können bzw. auf die sozialen Missstände. Mittlerweile aber hat sich in den letzten 10 Jahren in der Gesamten Türkei der Lebensstandard verdoppelt und die Kurden sind keiner Verfolgung mehr ausgesetzt wenn sie ihre Kultur Leben wollen.

Für eine kurdische Familie, die sich in den letzten Jahren einen einigermaßen sicheren Lebensstandard gesichert hat, sind solche Aufstände wenig attraktiv.

Geschrieben von: Nobody is perfect 27. Mar 2016, 23:27

ZITAT(schießmuskel @ 28. Mar 2016, 00:19) *
Danke für den Link. Sollte die PKK tatsächlich den Konflikt noch weiter eskalieren lassen und im großen Stil den Kampf in die Städte tragen, würde sie sich damit ausbluten und vor allem würde sie ihre Basis und den Rückhalt in der eigenen Bevölkerung verlieren. Bis jetzt hat die PKK ihre Taktik weitestgehend darauf beschränkt, Angriffe auf Stützpunkte und Kontrollposten zu konzentrieren oder in den Bergen und Provinzen Konvois und Patrouillen zu attackieren. Mit dieser Operationsführung wird die eigene nicht direkt den Kampfhandlungen ausgesetzt. Bei einer Verlagerung der Kampfhandlungen in die kurdischen Städte und Stadtviertel, werden viele Familien verletzt, verlieren ihr Hab und Gut oder ihr Leben. In der pre Erdogan Zeit hätte man sich wenigstens noch auf die Unterdrückung der kurdischen Kultur und Identität berufen können bzw. auf die sozialen Missstände. Mittlerweile aber hat sich in den letzten 10 Jahren in der Gesamten Türkei der Lebensstandard verdoppelt und die Kurden sind keiner Verfolgung mehr ausgesetzt wenn sie ihre Kultur Leben wollen. Für eine kurdische Familie, die sich in den letzten Jahren einen einigermaßen sicheren Lebensstandard gesichert hat, sind solche Aufstände wenig attraktiv.


1. Hast du den Artikel wirklich gelesen und verstanden? Und was hat das mit deinem Kommentar zu tun?

2. Hast du wirklich den Quatsch grad geschrieben?


Geschrieben von: schießmuskel 27. Mar 2016, 23:33

Nein ich habe den Artikel natürlich nicht gelesen und den Quatsch hat irgend so ein Typ geschrieben der meinen Account gehackt hat.

Von daher mach dir keine Mühe was sinnvolles beizutragen und belasse es bei unnötigen Fragen.

Geschrieben von: Nobody is perfect 28. Mar 2016, 04:01

Das ist auch gut so, da erstens das Thema "off Topic" ist und ich zweitens auch nicht mehr bereit bin, die ganze Punkte auseinanderzunehmen und somit eine unsinnige Troll-Diskussionsrunde zu starten.

>>>>>>>>>>>>>>>

Es gibt übrigens Gerüchte, das es jetzt bald westlich des Euphrats bei Manbij bis hoch nach Jarabulus losgehen wird. Start soll vom Tishreen Staudamm aus sein; die SDF Truppen stehen dort seit dem aus politischen Gründen (Türkei) abgesagten Angriff Ende Januar bereit und warten. Laut JackShahine erfolgten heute den ganzen Tag über heftige Artillerieduelle entlang des Euphrats und die Koalitionsstreitkräfte haben massiv um Jarabulus herum angegriffen.





Geschrieben von: schießmuskel 28. Mar 2016, 11:31

http://www.liveleak.com/view?i=2ce_1459107182

Gute Zusammenstellung von Aufnahmen während der Kämpfe in und um Palmyra.

Geschrieben von: schießmuskel 28. Mar 2016, 11:43

http://www.liveleak.com/view?i=912_1459076135

Video über die stockende Offensive der ISF gegen den IS zur Rückeroberung von Mosul.

Ist schon seltsam wie die Peshmerga wieder über die vermeintliche Unfähigkeit der ISF herzieht. Dabei haben die ISF mittlerweile 3 große Städte in den letzten 12 Monaten vom IS zurück erobert (Ramadi, Baji, Tikrit). Während die Peshmerga bei der Offensive des IS im Spätsommer 2014 genauso geflohen ist wie die ISF auch und die Peshmerga hat bis jetzt nur eine größere Stadt zurückerobert (Sinjar) dafür haben sie fast ein Jahr gebraucht und das noch mit Hilfe der PKK. Von daher sollten die mal den Ball ganz flach halten.

Geschrieben von: Alligator 28. Mar 2016, 12:01

Auch die Amis haben ihr Scherflein zur Befreiung Tadmors beigetragen:

ZITAT
Coalition Strikes Target ISIL Terrorists in Syria, Iraq
SOUTHWEST ASIA, March 24, 2016
[...]
-- Near Palmyra, a strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL fighting position.

http://www.defense.gov/News-Article-View/Article/703953/coalition-strikes-target-isil-terrorists-in-syria-iraq
-
Syrische Soldaten spielen ein wenig Fußball in der vom IS befreiten Stadt: https://video.twimg.com/ext_tw_video/714403422666141696/pu/vid/1280x720/ZW7uk1qCL9FPLJn3.mp4
-
Die Karte ist nicht von mir, stellt aber, meiner Meinung nach, ganz gut die Lage vor Ort dar:

Mit 1 ist Tadmor gekennzeichnet, 2 ist ist die Stadt Qaryatain, die demnächst wohl befreit werden soll und bei 3 ist ein Dorf gekennzeichnet, das westlich von Akerbat liegt und vor Kurzem vom IS befreit wurde. Mit 4 bis 7 sind die möglichen Ziele der Offensive gekennzeichnet.

Geschrieben von: SailorGN 28. Mar 2016, 12:49

Ich denke, die Koalition um die Amis wird sich in der Nähe von Kampfhandlungen, wo sie keine Augen am Boden hat, bzw. mögliche Luftraumkonflikte vorkommen können, zurückhalten. Neben möglicher Falschbekämpfungen wird man sicher nicht die Assad-Truppen direkt unterstützen...

Was ist eigentlich bei Aleppo los, seit die Russen "wegwollen" ist es dort sehr ruhig im Blätterwald geworden. Hab bisher nur was über kleinere Operationen des IS und deren Abwehr gefunden...

Geschrieben von: Nobody is perfect 28. Mar 2016, 13:35

Ein paar Nahaufnahmen von 3 VBIEDS mittlerer Größe (also Bullys und kleinere Transporter, die sie zu Pickups gestrippet/heruntergeschnitten haben), die von der irakischen Armee erobert wurden; leider bricht die Aufnahme ab, als sie zum 4ten VBIED, einem Laster kommen. Sehr schön, weil man gut den Aufbau und die Panzerungsstärken erkennen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=Q-56AVAn7zk

Und tut euch bitte einen Gefallen und dreht den Ton komplett runter. Die Musik ist hinterhältig, sie fängt interessant und vielversprechend an und dann...

Geschrieben von: Alligator 28. Mar 2016, 15:35

Aufnahmen aus Hmeimim, russische Soldaten kehren heim, 5:24: https://www.youtube.com/watch?v=OFm9O4nDlvk

(Vermutlich) 9K720 Iskander. Bastion-P hat z.B. ein längeres Heck sowie andere Formgebung der Karosserie, im Bereich der Räder (rund, im Gegensatz zur eckigen Formgebung beim Iskander):
http://www.military-today.com/missiles/bastion_p_l1.jpg - Bastion-P
http://cdn2.img.de.sputniknews.com/images/30030/61/300306107.jpg - Iskander
Es gibt noch eine mobile Variante des Klub-M Systems, welche sehr stark dem Iskander-System ähnelt: http://maks.sukhoi.ru/media/photo/maks2007/maks2007d1291.jpg - sie verfügt aber über eine Antennen- und Radaranlage am Dach die mobile Variante des Klub-M Systems, wurde nicht in den russischen Streitkräften eingeführt
_
Aufnahmen aus Tadmor von Anna-News: https://www.youtube.com/watch?v=dt89zBRKE-I - ab 1:10 das historische Museum und gleich danach der antike Stadtteil (die Funktion, automatisch die Untertitel zu übersetzen, liefert sogar ganz passable Ergebnisse, als "Test-Sprache" habe ich "Englisch" ausgewählt)

Geschrieben von: TrueKosmos 28. Mar 2016, 19:26

ZITAT(SailorGN @ 28. Mar 2016, 13:49) *
Ich denke, die Koalition um die Amis wird sich in der Nähe von Kampfhandlungen, wo sie keine Augen am Boden hat, bzw. mögliche Luftraumkonflikte vorkommen können, zurückhalten. Neben möglicher Falschbekämpfungen wird man sicher nicht die Assad-Truppen direkt unterstützen...

Was ist eigentlich bei Aleppo los, seit die Russen "wegwollen" ist es dort sehr ruhig im Blätterwald geworden. Hab bisher nur was über kleinere Operationen des IS und deren Abwehr gefunden...

kleinere Gefechte zwischen verschiedenen Gruppen der Rebellen.

Es wird sich aber in der Gegend zeigend wie ernst der Wille zu Frieden wirklich ist denn dieser wird auf die Probe gestellt. Dank der Waffenruhe kann die Opposition ihre Verluste einerseits ausgleichen
und auf der anderen Seit schafft die anscheined erfolgreich verlaufende Operation der Assads Truppen gegen IS moralisch und politisch neue Fakten, was wenn es so weiter geht und Assads Truppen Raqqa einnehmen?
Gleichzeitig bei anderem Vorstoß gegen IS dominieren die Kurden und auch dieser Erfolg verschiebt Machtverhältniss sowohl innenpolitisch als auch wird wohl mit Argwohn durch Türkei beobachtet, einem der wichtigsten Unterstützer weiter Teile der "gemäßigten Opposition".

Da wäre ein Wiederaufflammen der Kämpfe in Allepo und Latakia in vielerlei Hinsicht eine Lösung oder zumindest der Schein einer Lösung.



Geschrieben von: PeterPetersen 28. Mar 2016, 19:28

ZITAT(Alligator @ 28. Mar 2016, 16:35) *
Aufnahmen aus Hmeimim, russische Soldaten kehren heim, 5:24: https://www.youtube.com/watch?v=OFm9O4nDlvk


Viel interessanter finde ich, dass dort von einem gefallenen russischen "Special Forces" soldaten berichtet wird der als Spotter hinter feindlichen Linien gearbeitet hat. Und als er von Jihadisten unzingelt wurde angeblich heldenhaft gebeten hat seine Position mit Artilleriefeuer einzudecken. Im Anschluss wird davon berichtet, dass russischen Special Forces in Syrien im größeren Umfang aktiv sind.

Geschrieben von: Kameratt 28. Mar 2016, 19:34

Davon haben in etwas abgewandelter Form selbst die englischen Boulevardmedien berichtet.

http://www.mirror.co.uk/news/uk-news/russian-rambo-wipes-out-isis-7626914

Geschrieben von: Seydlitz 28. Mar 2016, 20:18

Also ganz ehrlich, ich habe natürlich keine Ahnung was dort vor Ort wirklich passiert, aber wie realistisch ist denn sowas sein?

ZITAT
who was on a Rambo-style one man mission

Eine Ein Mann Mission ist auch für Spezialkräfte gelinde gesagt höchst ungewöhnlich.
Das Truppen Feuer auf die eigene Position anfordern, habe ich durchaus schon mal gelesen und will ich auch gar nicht anzweifeln, aber so wie die Geschichte kommuniziert wird, bleiben dann doch Zweifel.

Geschrieben von: Kameratt 28. Mar 2016, 20:31

Man wollte in erster Linie eine Heldengeschichte erzählen. Detailgetreue Darstellung würde die Sache unnötig kompliziert machen. wink.gif

Geschrieben von: rekrats 28. Mar 2016, 20:37

ZITAT(Seydlitz @ 28. Mar 2016, 21:18) *
Also ganz ehrlich, ich habe natürlich keine Ahnung was dort vor Ort wirklich passiert, aber wie realistisch ist denn sowas sein?
ZITAT
who was on a Rambo-style one man mission

Eine Ein Mann Mission ist auch für Spezialkräfte gelinde gesagt höchst ungewöhnlich.
Das Truppen Feuer auf die eigene Position anfordern, habe ich durchaus schon mal gelesen und will ich auch gar nicht anzweifeln, aber so wie die Geschichte kommuniziert wird, bleiben dann doch Zweifel.


Natürlich bleiben Zweifel und die sind auch durchaus berechtigt aber es wird Jahrzehnte dauern bis die Akten zu dem Fall öffentlich werden und man wirklich wissen könnte was passiert ist, wobei es dann vermutlich keinen mehr interessieren wird. Dass solche Geschichten immer mit ein wenige Heldentum würzt ist ja auch bekannt und wie er alleine erwischt wurde kann man am Ende auch nur mutmaßen. Interessant ist wie schnell hier der Tod kommuniziert wurde.

Geschrieben von: Nobody is perfect 28. Mar 2016, 21:07

Wenn ihr das gleiche meint; es war ein 5 Mann Team (laut IS), das vom IS hinter der Front erwischt und aufgerieben wurde und der letzte Überlebende hätte dann den Angriff auf sich selbst befohlen. Daten und Bilder von den Handies von 2 von denen geisterten letzte Woche oder so durch das Internet, veröffentlicht vom IS.

Das ist grob die Zusammenfassung der ganzen verschiedenen Geschichten in einen einzelnen Plot.

ZITAT(Nobody is perfect @ 28. Mar 2016, 05:01) *
Es gibt übrigens Gerüchte, das es jetzt bald westlich des Euphrats bei Manbij bis hoch nach Jarabulus losgehen wird. Start soll vom Tishreen Staudamm aus sein; die SDF Truppen stehen dort seit dem aus politischen Gründen (Türkei) abgesagten Angriff Ende Januar bereit und warten. Laut JackShahine erfolgten heute den ganzen Tag über heftige Artillerieduelle entlang des Euphrats und die Koalitionsstreitkräfte haben massiv um Jarabulus herum angegriffen.


So wie es aussieht haben sie gestern bei den Luftangriffen auf Jarabulus den lokalen "Emir" von Jarabulus erwischt, Abu Dajane.

https://twitter.com/Avashin/status/714144706251370496

Aktuell laufen jetzt gerade auf Manbij und die Umgebung massiv Luftangriffe laut VivaRevolt. Heute den ganzen Tag über erfolgten schon zahlreiche Luftangriffe auf Manbij und auf die Strasse von Manbij nach Aleppo, nach verschiedenen Quellen. Darunter war auch wieder mal das oder eines der Hauptquartiere des IS in Manbij, mit vielen Toten. Der IS hat westlich des Euphrats weiterhin ein massives Sicherheitsproblem, die sind permanent verraten und verkauft.




Geschrieben von: Kameratt 28. Mar 2016, 21:30

ZITAT(Nobody is perfect @ 28. Mar 2016, 22:07) *
Wenn ihr das gleiche meint; es war ein 5 Mann Team (laut IS), das vom IS hinter der Front erwischt und aufgerieben wurde und der letzte Überlebende hätte dann den Angriff auf sich selbst befohlen. Daten und Bilder von den Handies von 2 von denen geisterten letzte Woche oder so durch das Internet, veröffentlicht vom IS.

Das ist grob die Zusammenfassung der ganzen verschiedenen Geschichten in einen einzelnen Plot.


Das russische Verteidigungsministerium hat bislang nur den Tod eines Soldaten bestätigt. Die Geschichte vom IS ist entweder etwas vollkommen anderes, erfunden oder es handelte sich um eine Söldnergruppe, die angeblich dort agiert.

Geschrieben von: Nobody is perfect 28. Mar 2016, 21:36

ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2016, 22:30) *
ZITAT(Nobody is perfect @ 28. Mar 2016, 22:07) *
Wenn ihr das gleiche meint; es war ein 5 Mann Team (laut IS), das vom IS hinter der Front erwischt und aufgerieben wurde und der letzte Überlebende hätte dann den Angriff auf sich selbst befohlen. Daten und Bilder von den Handies von 2 von denen geisterten letzte Woche oder so durch das Internet, veröffentlicht vom IS. Das ist grob die Zusammenfassung der ganzen verschiedenen Geschichten in einen einzelnen Plot.
Das russische Verteidigungsministerium hat bislang nur den Tod eines Soldaten bestätigt. Die Geschichte vom IS ist entweder etwas vollkommen anderes, erfunden oder es handelte sich um eine Söldnergruppe, die angeblich dort agiert.


Die Bilder von den zwei Handies habe ich gesehen, vor allem die Bilder von einem der beiden, die der IS veröffentlicht hat. Der Speznaz muss dann aber aus den russischen Diensten ausgeschieden und direkt nach Syrien geflogen sein...So wie die z.B. die ja auch in der Ukraine....

Die Bilder geistern noch irgendwo im Internet rum, falls (da ja vom IS) nicht in der Zwischenzeit gelöscht sind. War irgendwann in der letzten Woche und ging auch über reddit Syria.

EDIT: Mit den 5 Toten bei Palmyra will ich mich jetzt nicht festlegen; hier steht irgendwo Aussage gegen Aussage und mal ganz ehrlich, den Aussagen des IS über die Höhe der gegnerischen Verluste ist nicht zu trauen. Ich habe hier aber einen Twitterlink mit einigen der vom IS veröffentlichten Photos.

https://twitter.com/towersight/status/710579041133268992?s=17


Geschrieben von: Nite 28. Mar 2016, 21:44

ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2016, 22:30) *
Das russische Verteidigungsministerium hat bislang nur den Tod eines Soldaten bestätigt.

Was angesichts der Lügenmärchen mit denen Moskau gerne die Welt berieselt nicht wirklich etwas bedeutet

Geschrieben von: Kameratt 28. Mar 2016, 21:47

ZITAT(Nobody is perfect @ 28. Mar 2016, 22:36) *
ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2016, 22:30) *
ZITAT(Nobody is perfect @ 28. Mar 2016, 22:07) *
Wenn ihr das gleiche meint; es war ein 5 Mann Team (laut IS), das vom IS hinter der Front erwischt und aufgerieben wurde und der letzte Überlebende hätte dann den Angriff auf sich selbst befohlen. Daten und Bilder von den Handies von 2 von denen geisterten letzte Woche oder so durch das Internet, veröffentlicht vom IS. Das ist grob die Zusammenfassung der ganzen verschiedenen Geschichten in einen einzelnen Plot.
Das russische Verteidigungsministerium hat bislang nur den Tod eines Soldaten bestätigt. Die Geschichte vom IS ist entweder etwas vollkommen anderes, erfunden oder es handelte sich um eine Söldnergruppe, die angeblich dort agiert.


Die Bilder von den zwei Handies habe ich gesehen, vor allem die Bilder von einem der beiden, die der IS veröffentlicht hat. Der Speznaz muss dann aber aus den russischen Diensten ausgeschieden und direkt nach Syrien geflogen sein...So wie die z.B. die ja auch in der Ukraine....

Die Bilder geistern noch irgendwo im Internet rum, falls (da ja vom IS) nicht in der Zwischenzeit gelöscht sind. War irgendwann in der letzten Woche und ging auch über reddit Syria.

Meines Wissens hat der IS bislang nur die Fotos eines Leichnams präsentiert und den Rest nur behauptet.

ZITAT(Nite @ 28. Mar 2016, 22:44) *
ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2016, 22:30) *
Das russische Verteidigungsministerium hat bislang nur den Tod eines Soldaten bestätigt.

Was angesichts der Lügenmärchen mit denen Moskau gerne die Welt berieselt nicht wirklich etwas bedeutet

Du kannst stattdessen dem IS mehr Glauben schenken.

Geschrieben von: Nobody is perfect 28. Mar 2016, 21:51

Kameratt, ihr seid mir zu fix, ich habe gerade meinen letzten Post editiert und einen Link mit den Photos angehängt. Alles nach dem EDIT:

Geschrieben von: Nite 28. Mar 2016, 22:18

ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2016, 22:47) *
Du kannst stattdessen dem IS mehr Glauben schenken.

Oder trotz der Gewissheit eben nicht genaues zu wissen gut schlafen wink.gif

Man kann die Aussagen des russischen Verteidigungsministeriums durchaus anzweifeln ohne gleich die IS-Version 1:1 zu glauben wink.gif
Man muss nun wirklich nicht jedes mal die schwarz-weiß Dichotomie bemühen.

Geschrieben von: Luzertof 28. Mar 2016, 22:21

ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2016, 21:30) *
ZITAT(Nobody is perfect @ 28. Mar 2016, 22:07) *
Wenn ihr das gleiche meint; es war ein 5 Mann Team (laut IS), das vom IS hinter der Front erwischt und aufgerieben wurde und der letzte Überlebende hätte dann den Angriff auf sich selbst befohlen. Daten und Bilder von den Handies von 2 von denen geisterten letzte Woche oder so durch das Internet, veröffentlicht vom IS.

Das ist grob die Zusammenfassung der ganzen verschiedenen Geschichten in einen einzelnen Plot.


Das russische Verteidigungsministerium hat bislang nur den Tod eines Soldaten bestätigt. Die Geschichte vom IS ist entweder etwas vollkommen anderes, erfunden oder es handelte sich um eine Söldnergruppe, die angeblich dort agiert.


Oder das russische Verteidigungsministerum lügt. Laut diesem gab es ja bisher auch keine toten regulären russischen Soldaten in der Ukraine. Schön aber, dass du mal wieder zeigst, dass diese Realität für dich (und stellvertretend auch für andere Menschen russischer Herkunft) nicht mal eine mögliche Option darstellt.

Edit: Ich persönlich halte den IS nicht für weniger glaubwürdig als russische Medien oder offizielle russische Stellen. Der IS kommuniziert immerhin sehr offen und deutlich seine Ziele.

Geschrieben von: PeterPetersen 28. Mar 2016, 22:43

ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2016, 21:31) *
Man wollte in erster Linie eine Heldengeschichte erzählen. Detailgetreue Darstellung würde die Sache unnötig kompliziert machen. wink.gif

Wobei das mit Feuer auf eigene Position anfordern sich mittlerweile zu einem Standardheldentot entwickelt bei den Russen. Gab es ja schon in Tschetschenien.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_um_H%C3%B6he_776#Der_letzte_Funkspruch
Wobei es da auch eine inoffizielle Version gibt. Siehe Wikipedia Artikel.

Geschrieben von: Nobody is perfect 28. Mar 2016, 22:52

Wobei es ja Video-Aufnahmen von dem toten Speznas gegeben hat, da vom IS veröffentlicht, sind die in der Zwischenzeit alle gelöscht. Ich habe das/die Videos nicht gesehen, damit hatte man die Chance, zu erkennen, ob er bei einem Luftangriff auf seine eigene Stellung gestorben ist.

Insgesamt kommen wir damit auf mindestens 6 tote Russen in Syrien, davon 5 durch Feindeinwirkung:

ZITAT
One pilot, one adviser, one marine, one SSO sniper, and one VDV soldier who committed suicide.

Plus mindestens einen weiteren hier (oder nach IS Meldung 5 weitere). Und das nur eine Leiche in die Hände des IS gefallen ist, bedeutet nicht, dass es nicht noch mehr Verluste gegeben hat, nur das u.U. die anderen von den eigenen Truppen rechtzeitig geborgen werden konnten. Wir werden es nicht unbedingt erfahren.

Geschrieben von: Kameratt 28. Mar 2016, 23:02

ZITAT(Luzertof @ 28. Mar 2016, 23:21) *
ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2016, 21:30) *
ZITAT(Nobody is perfect @ 28. Mar 2016, 22:07) *
Wenn ihr das gleiche meint; es war ein 5 Mann Team (laut IS), das vom IS hinter der Front erwischt und aufgerieben wurde und der letzte Überlebende hätte dann den Angriff auf sich selbst befohlen. Daten und Bilder von den Handies von 2 von denen geisterten letzte Woche oder so durch das Internet, veröffentlicht vom IS.

Das ist grob die Zusammenfassung der ganzen verschiedenen Geschichten in einen einzelnen Plot.


Das russische Verteidigungsministerium hat bislang nur den Tod eines Soldaten bestätigt. Die Geschichte vom IS ist entweder etwas vollkommen anderes, erfunden oder es handelte sich um eine Söldnergruppe, die angeblich dort agiert.


Oder das russische Verteidigungsministerum lügt. Laut diesem gab es ja bisher auch keine toten regulären russischen Soldaten in der Ukraine. Schön aber, dass du mal wieder zeigst, dass diese Realität für dich (und stellvertretend auch für andere Menschen russischer Herkunft) nicht mal eine mögliche Option darstellt.

Edit: Ich persönlich halte den IS nicht für weniger glaubwürdig als russische Medien oder offizielle russische Stellen. Der IS kommuniziert immerhin sehr offen und deutlich seine Ziele.

facepalm.gif

Geschrieben von: Malefiz 28. Mar 2016, 23:12

Der IS und Russland führen Krieg, selbstverständlich lügen die. Mit der Wahrheit nimmt es in solchen Situationen doch niemand mehr genau, das ist im Westen™ wirklich nicht anders.

Nur gibt es im Westen™ mehr Pressefreiheit als in Russland, daher hat sich hier die Taktik von offen lügen "aussitzen, herumlavieren, auslassen und dann scheibchenweise zugeben, was sowieso alle wissen" gewandelt. Ist im Endeffekt aber alles der gleiche Mumpitz.

Geschrieben von: Nobody is perfect 29. Mar 2016, 01:59

Der Unterschied ist aber, dass im Westen gerne vergessen wird, von sich aus unliebsame Informationen herauszugeben/zu veröffentlichen, oder es werden Vorfälle verharmlost etc.; Lügen sind eher selten. Die Russen haben ein bisschen zu oft viel zu dummdreist und zu offensichtlich die Welt belogen. Sie haben zu oft massiv Daten manipuliert. Das ist ein kleiner aber wesentlicher Unterschied und deshalb haben die Russen deutlich stärker jegliche Glaubwürdigkeit verloren als alle anderen Kriegsparteien in diesem Konflikt.

>>>>>>>>>>>>>>>>>

Schönes Video von einem weiteren VBIED, das in die Hände der Iraker gefallen ist, diesmal mit Sprengstoff beladen und offensichtlich für einen Nachtangriff vorgesehen.

https://www.youtube.com/watch?v=ri0IrizqBl8

Es zeigt sich hier wirklich eine höhere Produktionsqualität, vor allem wenn man weiß, daß das Fahrzeug für genau 2 Fahrten vorgesehen ist, zum Einsatzort und dann die eine letzte Fahrt vor Ort.

Geschrieben von: Dave76 29. Mar 2016, 08:18

ZITAT(Kameratt @ 29. Mar 2016, 00:02) *
ZITAT(Luzertof @ 28. Mar 2016, 23:21) *
ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2016, 21:30) *
ZITAT(Nobody is perfect @ 28. Mar 2016, 22:07) *
Wenn ihr das gleiche meint; es war ein 5 Mann Team (laut IS), das vom IS hinter der Front erwischt und aufgerieben wurde und der letzte Überlebende hätte dann den Angriff auf sich selbst befohlen. Daten und Bilder von den Handies von 2 von denen geisterten letzte Woche oder so durch das Internet, veröffentlicht vom IS.

Das ist grob die Zusammenfassung der ganzen verschiedenen Geschichten in einen einzelnen Plot.


Das russische Verteidigungsministerium hat bislang nur den Tod eines Soldaten bestätigt. Die Geschichte vom IS ist entweder etwas vollkommen anderes, erfunden oder es handelte sich um eine Söldnergruppe, die angeblich dort agiert.


Oder das russische Verteidigungsministerum lügt. Laut diesem gab es ja bisher auch keine toten regulären russischen Soldaten in der Ukraine. Schön aber, dass du mal wieder zeigst, dass diese Realität für dich (und stellvertretend auch für andere Menschen russischer Herkunft) nicht mal eine mögliche Option darstellt.

Edit: Ich persönlich halte den IS nicht für weniger glaubwürdig als russische Medien oder offizielle russische Stellen. Der IS kommuniziert immerhin sehr offen und deutlich seine Ziele.

facepalm.gif

Dieser totale Zusammenbruch der Glaubwürdigkeit ist das Ergebnis der russischen Lügenpropaganda der letzten Jahre, dass du dich nicht ob dieser ständigen Kreml-Märchen an die Stirn greifst und den Kopf schüttelst ist bezeichnend.

Geschrieben von: Schneeball 29. Mar 2016, 09:50

ZITAT(Dave76 @ 29. Mar 2016, 09:18) *
ZITAT(Kameratt @ 29. Mar 2016, 00:02) *
ZITAT(Luzertof @ 28. Mar 2016, 23:21) *
ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2016, 21:30) *
ZITAT(Nobody is perfect @ 28. Mar 2016, 22:07) *
Wenn ihr das gleiche meint; es war ein 5 Mann Team (laut IS), das vom IS hinter der Front erwischt und aufgerieben wurde und der letzte Überlebende hätte dann den Angriff auf sich selbst befohlen. Daten und Bilder von den Handies von 2 von denen geisterten letzte Woche oder so durch das Internet, veröffentlicht vom IS.

Das ist grob die Zusammenfassung der ganzen verschiedenen Geschichten in einen einzelnen Plot.


Das russische Verteidigungsministerium hat bislang nur den Tod eines Soldaten bestätigt. Die Geschichte vom IS ist entweder etwas vollkommen anderes, erfunden oder es handelte sich um eine Söldnergruppe, die angeblich dort agiert.


Oder das russische Verteidigungsministerum lügt. Laut diesem gab es ja bisher auch keine toten regulären russischen Soldaten in der Ukraine. Schön aber, dass du mal wieder zeigst, dass diese Realität für dich (und stellvertretend auch für andere Menschen russischer Herkunft) nicht mal eine mögliche Option darstellt.

Edit: Ich persönlich halte den IS nicht für weniger glaubwürdig als russische Medien oder offizielle russische Stellen. Der IS kommuniziert immerhin sehr offen und deutlich seine Ziele.

facepalm.gif

Dieser totale Zusammenbruch der Glaubwürdigkeit ist das Ergebnis der russischen Lügenpropaganda der letzten Jahre, dass du dich nicht ob dieser ständigen Kreml-Märchen an die Stirn greifst und den Kopf schüttelst ist bezeichnend.


Und ich finde es bezeichnend, wenn jemand unsere Medien für glaubwürdiger hält. Diese ganzen dummdreisten Kriegslügen der letzten 25 Jahre disqualifizieren unsere "Qualitätsmedien" total. Diese "Qualitätsmedien" waren immer an vorderster Front dabei. Brutkastenlüge, Kosovo, MWA im Irak, WTC7 um nur die aller schlimmsten zu nennen, wo man unreflektiert jeden Dreck von den Pressestellen der Regierungen abgedruckt hat. Ob wissentlich oder nicht spielt keine Rolle, diese Kampagnen waren und sind blanker Hohn für jeden halbwegs klar denkenden Menschen. Was aktuell über Russland und insbesondere Putin geschrieben wird schliesst nahtlos an, nicht umsonst hat der Deutsche Presserat schon mehrfach die einseitige Berichterstattung kritisiert.

Ob russische oder westliche Medien spielt doch eigentlich keine Rolle mehr. Natürlich findet sich hier hin und wieder auf Seite 41 ein lesenswerter Artikel um Pluralität zu heucheln aber der Grundtenor ist glasklar pro Westen / NATO und wird in keiner Weise dem Informationsauftrag gerecht. Ob und wie es in Russischen Medien zu und hergeht weiss ich nicht, ich kann kein Russisch. Aber die Zustände sind hier so schlimm, das man eigentlich erst mal hier aufräumen sollte bevor man mit dem Finger auf andere zeigt.


---------

Zum Thema Syrien und Irak: jetzt da es immer schneller vorwärts geht, was gedenkt man mit den ganzen IS Kämpfern zu tun? Bisher scheinen sich ja wenige bis gar keine Kämpfer zu ergeben, allerdings kann sich das bald ändern. Was macht man, wenn sich zB auf einmal ein paar 1000 Kämper ergeben sollten, bzw. man eine grössere Anzahl gefangen nimmt? Kann / will man die versorgen und jeden einzelnen vor Gericht stellen, ist das überhaupt realistisch?

Geschrieben von: Stefan Kotsch 29. Mar 2016, 10:38

ZITAT(Schneeball @ 28. Mar 2016, 10:50) *
Ob russische oder westliche Medien spielt doch eigentlich keine Rolle mehr.


Da fehlen mir die Worte.
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Geschrieben von: Schneeball 29. Mar 2016, 10:51

ZITAT(Stefan Kotsch @ 29. Mar 2016, 11:38) *
ZITAT(Schneeball @ 28. Mar 2016, 10:50) *
Ob russische oder westliche Medien spielt doch eigentlich keine Rolle mehr.


Da fehlen mir die Worte.
rofl.gif rofl.gif rofl.gif

Ich habe genügend Beispiele angeführt, kannst du die widerlegen? Na? Warum sollte ich dem Spiegel oder der NZZ mehr glauben schenken, da sie nachweislich (!) gelogen haben und damit Angriffskriege mit vorbereitet haben?

Es ist sehr interessant, dass Propaganda auf der "Gegenseite" als solche erkannt wird, die Propaganda im eigenen Lager aber nicht gesehen wird. Warum ist das so?

Geschrieben von: PeterPetersen 29. Mar 2016, 11:00

ZITAT(Dave76 @ 29. Mar 2016, 09:18) *
ZITAT(Kameratt @ 29. Mar 2016, 00:02) *
ZITAT(Luzertof @ 28. Mar 2016, 23:21) *
ZITAT(Kameratt @ 28. Mar 2016, 21:30) *
ZITAT(Nobody is perfect @ 28. Mar 2016, 22:07) *
Wenn ihr das gleiche meint; es war ein 5 Mann Team (laut IS), das vom IS hinter der Front erwischt und aufgerieben wurde und der letzte Überlebende hätte dann den Angriff auf sich selbst befohlen. Daten und Bilder von den Handies von 2 von denen geisterten letzte Woche oder so durch das Internet, veröffentlicht vom IS.

Das ist grob die Zusammenfassung der ganzen verschiedenen Geschichten in einen einzelnen Plot.


Das russische Verteidigungsministerium hat bislang nur den Tod eines Soldaten bestätigt. Die Geschichte vom IS ist entweder etwas vollkommen anderes, erfunden oder es handelte sich um eine Söldnergruppe, die angeblich dort agiert.


Oder das russische Verteidigungsministerum lügt. Laut diesem gab es ja bisher auch keine toten regulären russischen Soldaten in der Ukraine. Schön aber, dass du mal wieder zeigst, dass diese Realität für dich (und stellvertretend auch für andere Menschen russischer Herkunft) nicht mal eine mögliche Option darstellt.

Edit: Ich persönlich halte den IS nicht für weniger glaubwürdig als russische Medien oder offizielle russische Stellen. Der IS kommuniziert immerhin sehr offen und deutlich seine Ziele.

facepalm.gif

Dieser totale Zusammenbruch der Glaubwürdigkeit ist das Ergebnis der russischen Lügenpropaganda der letzten Jahre, dass du dich nicht ob dieser ständigen Kreml-Märchen an die Stirn greifst und den Kopf schüttelst ist bezeichnend.


Das ist richtig.
Auf der anderen Seite ist die russophobe Einstellung mancher User in diesem Forum schon extrem auffällig. Russland mit dem IS gleichzusetzen geht auch etwas zu weit.

@Schneeball

Ich kann Russisch.
Den Unterschied zwischen den deutschen und den russischen Medien würde ich folgendermaßen beschreiben:
- Deutsche Medien verbreiten oft unreflektiert NATO-freundliche Meldungen
- Russische Medien produzieren aktiv im Staatsauftrag Falschmeldungen

Das Ganze hat also schon eine ganz andere "Qualität"

Geschrieben von: SailorGN 29. Mar 2016, 11:02

ZITAT(Schneeball @ 29. Mar 2016, 08:50) *
Und ich finde es bezeichnend, wenn jemand unsere Medien für glaubwürdiger hält. Diese ganzen dummdreisten Kriegslügen der letzten 25 Jahre disqualifizieren unsere "Qualitätsmedien" total. Diese "Qualitätsmedien" waren immer an vorderster Front dabei. Brutkastenlüge, Kosovo, MWA im Irak, WTC7 um nur die aller schlimmsten zu nennen, wo man unreflektiert jeden Dreck von den Pressestellen der Regierungen abgedruckt hat. Ob wissentlich oder nicht spielt keine Rolle, diese Kampagnen waren und sind blanker Hohn für jeden halbwegs klar denkenden Menschen. Was aktuell über Russland und insbesondere Putin geschrieben wird schliesst nahtlos an, nicht umsonst hat der Deutsche Presserat schon mehrfach die einseitige Berichterstattung kritisiert.

Ob russische oder westliche Medien spielt doch eigentlich keine Rolle mehr. Natürlich findet sich hier hin und wieder auf Seite 41 ein lesenswerter Artikel um Pluralität zu heucheln aber der Grundtenor ist glasklar pro Westen / NATO und wird in keiner Weise dem Informationsauftrag gerecht. Ob und wie es in Russischen Medien zu und hergeht weiss ich nicht, ich kann kein Russisch. Aber die Zustände sind hier so schlimm, das man eigentlich erst mal hier aufräumen sollte bevor man mit dem Finger auf andere zeigt.


Wo lebst du, in Nordkorea? Ups, sorry, du hast ja Internet, also kann das nicht sein... Aber eine stark simplifizierende und adaptierende Medienwahrnehmung hast du schon^^. Denn zu ALLEN Ereignissen der jüngeren Geschichte gibt es Titelstories, Diskussionen, Berichte, Hintergründe, die sich gerade mit den Regierungsmeldungen sehr kritisch auseinandersetzen... und viele Regierungslügen wurden und werden von den westlichen Qualitätsmedien aufgedeckt, widerlegt, skandalisiert... und zwar in einem Maß, dass es manchen Regierungen unbequem wird, siehe GCHQ vs. Guardian.

Das Problem, welches jene haben, die "Lügenpresse!" schreien oder subtiler relativierend abwerten ist folgendes: Ein Großteil der Presse berichtet eben nicht das, was diese Leute hören/Lesen/sehen wollen. Diese Menschen wollen nicht informiert, sondern (in ihren Vorurteilen) bestätigt werden....

Geschrieben von: major problem 29. Mar 2016, 11:15

Ein Freund von mir spricht da von "Altigkeiten" , wenn in der Presse geschrieben wird, was man hören will, weil man es ja schon immer wusste.
Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass der, der es schreibt, ja auch schon alles immer gewusst hat.
Sprich: Der Author legt auch nur seine Vorurteile nieder. Vielleicht manchmal unbewusst.

Geschrieben von: schießmuskel 29. Mar 2016, 11:33

ZITAT
kann Russisch. 
Den Unterschied zwischen den deutschen und den russischen Medien würde ich folgendermaßen beschreiben:
- Deutsche Medien verbreiten oft unreflektiert NATO-freundliche Meldungen
- Russische Medien produzieren aktiv im Staatsauftrag Falschmeldungen


Ergänzend dazu haben die deutschen und westlichen Medien kein Problem damit die aufgedeckten Lügen dann auch öffentlich zu machen und sich selbst dafür zu kritisieren. Oder woher weißt du das mit den Brutkästen und so? Wohl von westlichen Medien wa.
Thanos ich weiß, dass du den (schnee)ball zurzeit flach halten musst, aber mit solchen dämlichen, auch noch OT Relativierungen, ala russische Medien und deutsche lügen alle gleich , hast du bald wieder an alte Parameter angeknüpft.

Geschrieben von: Schneeball 29. Mar 2016, 11:38

ZITAT(SailorGN @ 29. Mar 2016, 12:02) *
Wo lebst du, in Nordkorea? Ups, sorry, du hast ja Internet, also kann das nicht sein... Aber eine stark simplifizierende und adaptierende Medienwahrnehmung hast du schon^^. Denn zu ALLEN Ereignissen der jüngeren Geschichte gibt es Titelstories, Diskussionen, Berichte, Hintergründe, die sich gerade mit den Regierungsmeldungen sehr kritisch auseinandersetzen... und viele Regierungslügen wurden und werden von den westlichen Qualitätsmedien aufgedeckt, widerlegt, skandalisiert... und zwar in einem Maß, dass es manchen Regierungen unbequem wird, siehe GCHQ vs. Guardian.

Dann zeig doch mal deine Titelstorys, die sich kritisch zB. mit dem Ukrainekonflikt auseinander setzen, sich also mit Argumenten aller Seiten (!) wertneutral (!) auseinander setzen. Ich habe keine Zeit, immer in allen "Qualitätsmedien" alles zu jedem Thema zu lesen. Ich schliesse daher nicht aus, dass ich kritische Titelstorys verpasse. Ich habe ja geschrieben, dass es durchaus noch lesenswerte Beiträge gibt. Sowas hier ist löblich, weil es von einer anderen Seite an ein Thema herangeht (das heisst nicht, dass ich die Meinung des Autors per se gut finde!): http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html aber es ist eben keine Titelstory sonder findet sich weit hinten in der Zeitung. Wie ist denn deiner Meinung nach das Verhältnis von propagandistischen Titelstorys zu ausgewogener Berichterstattung? Mein Gefühl, dass hier im wesentlichen Propaganda verbreitet wird, wird eben von solchen Beiträgen gestützt: https://swisspropaganda.files.wordpress.com/2016/03/nzz-propaganda-studie-2016m.pdf Für Deutsche Medien gibts sowas auch, mit dem selben Ergebnis. Warum wohl rügt der Deutsche Presserat die Medien so oft? Wegen der ausgewogenen Berichtserstattung? Wohl kaum.

Geschrieben von: Seydlitz 29. Mar 2016, 12:01

Vielleicht sollte man die (immer wiederkehrende) Diskussion über die Presse auslagern, oder einfach mal einen Thread genau zu diesem Thema eröffnen, damit man nicht immer wieder abschweift und am Ende hier wieder alles zu ist.

Geschrieben von: Schneeball 29. Mar 2016, 12:03

ZITAT(Seydlitz @ 29. Mar 2016, 13:01) *
Vielleicht sollte man die (immer wiederkehrende) Diskussion über die Presse auslagern, oder einfach mal einen Thread genau zu diesem Thema eröffnen, damit man nicht immer wieder abschweift und am Ende hier wieder alles zu ist.


Um vom OT zurück zu kommen, noch einmal meine Frage von oben:

Zum Thema Syrien und Irak: jetzt da es immer schneller vorwärts geht, was gedenkt man mit den ganzen IS Kämpfern zu tun? Bisher scheinen sich ja wenige bis gar keine Kämpfer zu ergeben, allerdings kann sich das bald ändern. Was macht man, wenn sich zB auf einmal ein paar 1000 Kämper ergeben sollten, bzw. man eine grössere Anzahl gefangen nimmt? Kann / will man die versorgen und jeden einzelnen vor Gericht stellen, ist das überhaupt realistisch?

Geschrieben von: goschi 29. Mar 2016, 12:05

Jungs, muss ich diesen neuen Thread schon wieder aufräumen, weil ihr es nicht mal 4 Seiten lang schafft nicht völlig abzuschweifen?

langsam macht ihr mich echt sauer!


goschi (admin)

Geschrieben von: Seydlitz 29. Mar 2016, 12:29

ZITAT(Schneeball @ 29. Mar 2016, 11:03) *
Zum Thema Syrien und Irak: jetzt da es immer schneller vorwärts geht, was gedenkt man mit den ganzen IS Kämpfern zu tun? Bisher scheinen sich ja wenige bis gar keine Kämpfer zu ergeben, allerdings kann sich das bald ändern. Was macht man, wenn sich zB auf einmal ein paar 1000 Kämper ergeben sollten, bzw. man eine grössere Anzahl gefangen nimmt? Kann / will man die versorgen und jeden einzelnen vor Gericht stellen, ist das überhaupt realistisch?

Ich selbst gehe eher nicht davon aus, dass sich Tausende IS-Kämpfer ergeben werden. Würde eher darauf tippen, dass die verbliebenen Kämpfer, aber auch allgemein Profiteure und "Verwalter", versuchen werden in der Bevölkerung aufzugehen/unterzutauchen. Wenn man nicht wirklich unmittelbar in Kampfhandlungen Gefangen genommen wird, besteht immer zumindest die Möglichkeit zu entkommen. Und da die IS Kämpfer nicht wirklich viel Gnade oder "leichte" Strafen erwarten können, wird die Masse halt versuchen irgendwie aus der unmittelbaren Gefahr zu entkommen. Das heißt, aus Syrien/Irak (dem "Kalifat") raus und dann vielleicht zurück nach Europa/X beliebige andere Herkunftsland, oder nach Libyen oder ähnliches..
Reguläre Soldaten brauchen nicht wirklich Angst vor der Gefangenschaft zu haben (ja, ist sehr einfach gesagt) und versuchten in der Vergangenheit nicht in größerem Maß durch ausziehen der Uniform dieser zu entkommen.
Für "besondere" Truppen und Behörden sieht das schon wieder ganz anders aus, siehe z.B. die Waffen SS/allgemeine SS, NSDAP Mitglieder, politische Kommissare, irreguläre allgemein (Partisanen, Vietcong, etc.) usw.
Und Kämpfer des IS fallen für mich eher in diese Klassifizierung, die werden nicht einfach kapitulieren und bei der nächsten Kriegsgefangenensammelstelle ihre Rechte einfordern, jedenfalls meiner Meinung nach.

Geschrieben von: Schneeball 29. Mar 2016, 12:57

ZITAT(Seydlitz @ 29. Mar 2016, 13:29) *
ZITAT(Schneeball @ 29. Mar 2016, 11:03) *
Zum Thema Syrien und Irak: jetzt da es immer schneller vorwärts geht, was gedenkt man mit den ganzen IS Kämpfern zu tun? Bisher scheinen sich ja wenige bis gar keine Kämpfer zu ergeben, allerdings kann sich das bald ändern. Was macht man, wenn sich zB auf einmal ein paar 1000 Kämper ergeben sollten, bzw. man eine grössere Anzahl gefangen nimmt? Kann / will man die versorgen und jeden einzelnen vor Gericht stellen, ist das überhaupt realistisch?

Ich selbst gehe eher nicht davon aus, dass sich Tausende IS-Kämpfer ergeben werden. Würde eher darauf tippen, dass die verbliebenen Kämpfer, aber auch allgemein Profiteure und "Verwalter", versuchen werden in der Bevölkerung aufzugehen/unterzutauchen. Wenn man nicht wirklich unmittelbar in Kampfhandlungen Gefangen genommen wird, besteht immer zumindest die Möglichkeit zu entkommen. Und da die IS Kämpfer nicht wirklich viel Gnade oder "leichte" Strafen erwarten können, wird die Masse halt versuchen irgendwie aus der unmittelbaren Gefahr zu entkommen. Das heißt, aus Syrien/Irak (dem "Kalifat") raus und dann vielleicht zurück nach Europa/X beliebige andere Herkunftsland, oder nach Libyen oder ähnliches..
Reguläre Soldaten brauchen nicht wirklich Angst vor der Gefangenschaft zu haben (ja, ist sehr einfach gesagt) und versuchten in der Vergangenheit nicht in größerem Maß durch ausziehen der Uniform dieser zu entkommen.
Für "besondere" Truppen und Behörden sieht das schon wieder ganz anders aus, siehe z.B. die Waffen SS/allgemeine SS, NSDAP Mitglieder, politische Kommissare, irreguläre allgemein (Partisanen, Vietcong, etc.) usw.
Und Kämpfer des IS fallen für mich eher in diese Klassifizierung, die werden nicht einfach kapitulieren und bei der nächsten Kriegsgefangenensammelstelle ihre Rechte einfordern, jedenfalls meiner Meinung nach.

Naja die Alternative ist demnach der Tod. Vielleicht können sich ja die lokalen Milizen, die mit Daesh zusammen arbeiten, ihren Kopf aus der Schlinge ziehen indem sie wieder die Seite wechseln, das hat ja schon stattgefunden. Aber was machen all diejenigen, die sich zB über ihre Sprache als ausländischer Kämpfer verraten, zB Turkmenen? Die dürften wohl im Kampf oder dann in Gefangenschaft sterben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Irak oder Syrien die besonders gut behandeln wird.
Wir werden sehen was passiert. Erst muss sich die Syrische und Irakische Armee mit ihren Verbündeten weiter Terrain erkämpfen, bisher hat Daesh ja noch prima Rückzugsorte.. Ich dachte nur, vielleicht gibst ja schon eine Debatte darüber die mir entgangen ist.

Geschrieben von: Nobody is perfect 29. Mar 2016, 14:01

Nachdem die Ukraine Thread Trolle hoffentlich wieder dort sind und ihre Zyklen fahren...Zurück zum Thema.

Es gibt verschiedene Gruppen von Kämpfern beim IS, ein Großteil der Kämpfer sind ganz einfach nur bezahlte Söldner. Es gab keine Jobs, der IS hat mal (bevor alle Löhne halbiert wurden) exzellent für die Verhältnisse vor Ort gezahlt; also wurden viele Söldner. Die haben wir vor allem in Syrien und die sind kein echtes Problem, die gehen irgendwann einfach nach Hause. Unter denen ist auch aktuell eine hohe Desertationsrate, die versuchen jetzt schon irgendwie in der Bevölkerung/bei Verwandten etc, unterzutauchen. Und der Rest ist kaum noch kampfwillig und versucht irgendwie das Ende des Krieges zu erreichen. Dann gibt es "Stämme"/Clans, die an den IS ihre Männer abgegeben haben, damit der IS ihr Gebiet schützt. Diese sind primär dem Clan loyal und nicht dem IS und sind auch nur heimatnah eingesetzt, irgendwann gehen die zurück und kämpfen nur noch für ihren Clan. Problematisch wird der Rest. Es gibt ganze "FSA" und andere Gruppen, die zum IS als Ganzes übergelaufen waren. Gestern/Vorgestern hat sich z.B. eine Gruppe aus Daara, weil der IS dort angegriffen hat und dabei auch die Zivilisten nicht geschont hat, vom IS abgesetzt und ist übergelaufen, dabei haben sie sich von ihrem Anführer getrennt. Ganz grundlos wird man nicht IS Mitglied oder schließt sich dem IS an, es sind also mindestens Islamisten, wenn nicht sogar Al Quaida nah. Und dann die richtig harten Fälle wie die IS Männer aus der eigenen lokalen Bevölkerung, involviert in Verwaltung, Religionspolizei, weniger als Kämpfer aber z.B. auch die "Nachbarn" im Sindschar Gebiet, die sich des Völkermordes schuldig gemacht haben; im Irak ist der arabische Widerstand etabliert, sie haben gute Chancen, in der Bevölkerung unterzutauchen. In Syrien sind sie nicht etabliert und in der Zwischenzeit auch wegen ihrer Taten verhasst. Es wird für die in Syrien eine interessante Zeit werden, kann gut sein, dass die Massengräber des IS noch ein bisschen aufgefüllt werden. Dann die IS Jugendverbände, die sind absolut indoktriniert. Hierunter finden sich viele männliche Kinder und Jugendlichen von sogenannten Verrätern, ehemaligen SAA Angehörigen, die Kinder von Märtyrern, erwischten Deserteuren und Überläufern/Spionen, FSA Angehörigen, Jesiden, ausländischen Kämpfern und einheimischen IS Anhängern und Geiseln etc.. Die zu integrieren wird schwierig, es ist aber zu erwarten, dass die Meisten von denen sich "von selbst erledigen". Der letzte Raid auf Tal Abyad vor ein paar Monaten wurde wohl von ca. 300 Kämpfern ausgeführt, hierbei wesentlich von Mitgliedern der IS Jugendorganisation der Provinz Raqqa. Die anderen waren dann eher Unterstützer (z.B. Fahrer und Offiziere), von den Mitgliedern der Jugendorganisation sind wohl nur ganz zu Anfang die zuerst Verletzten zurückgekommen. Die wieder in eine Gesellschaft zu integrieren wird sehr schwer werden. Gefangen genommene Mitglieder von FSA Gruppen (Beispiel sind DEZ und Raqqa), die vom IS in den Dienst gepresst wurden, die finden sich in der Regel in den IS Special Forces wieder und sind in der Zwischenzeit auch indoktriniert und "Brain washed". Die werden sich nicht ergeben oder nur kaum, ein paar werden von sich den Absprung schaffen, wenn sie die Gehirnwäsche überwinden können. Dann haben wir noch die ausländischen Kämpfer....Die Grenzen sind in der Zwischenzeit so gut wie dicht, ein Entkommen ist für die jetzt schon kaum möglich, sie haben keinen Rückhalt in der Bevölkerung, da sie bevorzugt behandelt wurden (primär die westlichen und die aus dem Golfgebiet, anders als die aus Afrika), mehr Lohn erhielten, verhasste Positionen wie Geheimdienst und Religionspolizei besetzten oder in den "Special Forces" eingesetzt wurden. Die werden sich kaum ergeben, die kommen auch nicht mehr aus dem IS Gebiet raus (und die meisten die wieder weg wollten sind schon weg) und wenn im Norden der Manbij/Jarabulus Korridor gefallen ist (der auch jetzt schon so gut wie dicht ist), dann gibt es keinen Auswege mehr. Sie können noch zu Nusra überlaufen, ansonsten wird wohl eher kurzer Prozess gemacht werden, inklusive der eigenen Bevölkerung, die die wohl sehr schnell verraten wird. Wenn sie sich ergeben sollten; die Kurden werden die wohl an die Heimatnationen ausliefern, nachdem die des Kriegsverbrechens schuldigen aussortiert wurden; beim Rest....Sie werden eine sehr interessante Zeit haben.

Geschrieben von: Dave76 29. Mar 2016, 14:52

ISW-Bericht zur Palmyra-Offensive:

ZITAT
Russian-Syrian-Iranian Coalition Seizes ISIS-Held Palmyra

https://3.bp.blogspot.com/-5lxKCn_2-sU/VvfjQPk4b4I/AAAAAAAAGNo/7chvC0WNqbwwNsQxqZcv4l5UW8OFphkxQ/s1600/Palmyra%2BViewshed%2BMap.png
Klickbar

http://www.iswresearch.blogspot.de/2016/03/russian-syrian-iranian-coalition-seizes.html


Und eine interessante Darstellung der Palmyra(Tadmur)-Operationen des Regimes seit dem letzten Jahr beim Oryx Blog:

ZITAT
Tadmur recaptured, Islamic State forces on the run

http://spioenkop.blogspot.de/2016/03/tadmur-recaptured-islamic-state-forces.html



Geschrieben von: xena 29. Mar 2016, 15:14

Problematisch werden die Europäer, die versuchen zurück zu kehren. Da ist ein ungeheures brutales kriminelles Gewaltpotential. Immerhin haben diese Schergen am brutalsten gewütet. Wie unsere Justiz damit umgehen wird? Die kann man nicht einfach für paar wenige Jahre weg sperren und hoffen, dass sie resozialisiert werden. Die Gewaltverbrechen die sie begangen haben, lassen sich nicht mit paar Jahren Knast vergelten.

Die IS Leute die in der Bevölkerung untertauchen wird der Geheimdienst von Assad nach und nach heraus filtern und verschwinden lassen. Das dürfte sicher sein. Es gibt genug, die diese verraten werden, weil sie unter dem IS gelitten haben. Ähnlich dürfte es auch im Irak zugehen. Die Frage ist, wie sie aus dem Gebiete fliehen sollten. Es ist ja von Anti-IS Staaten imzingelt. Die Türkei hat zwar den IS unterstützt, aber sie dürfte kaum Interesse daran haben, dass die Terroristen entkommen. Sie waren für die Türkei nur Mittel zum Zweck.

Es wird interessant werden. Aber so weit sind wir ja noch nicht.

Geschrieben von: Schneeball 29. Mar 2016, 15:22

ZITAT(xena @ 29. Mar 2016, 16:14) *
Problematisch werden die Europäer, die versuchen zurück zu kehren. Da ist ein ungeheures brutales kriminelles Gewaltpotential. Immerhin haben diese Schergen am brutalsten gewütet. Wie unsere Justiz damit umgehen wird? Die kann man nicht einfach für paar wenige Jahre weg sperren und hoffen, dass sie resozialisiert werden. Die Gewaltverbrechen die sie begangen haben, lassen sich nicht mit paar Jahren Knast vergelten.

Die IS Leute die in der Bevölkerung untertauchen wird der Geheimdienst von Assad nach und nach heraus filtern und verschwinden lassen. Das dürfte sicher sein. Es gibt genug, die diese verraten werden, weil sie unter dem IS gelitten haben. Ähnlich dürfte es auch im Irak zugehen. Die Frage ist, wie sie aus dem Gebiete fliehen sollten. Es ist ja von Anti-IS Staaten imzingelt. Die Türkei hat zwar den IS unterstützt, aber sie dürfte kaum Interesse daran haben, dass die Terroristen entkommen. Sie waren für die Türkei nur Mittel zum Zweck.

Es wird interessant werden. Aber so weit sind wir ja noch nicht.

Interessant dürfte vor allem werden, den Rückkehrern nach Europa irgend etwas nachzuweisen. Sich einfach nur in Syrien aufzuhalten ist ja nicht strafbar und nicht jeder wird so blöd sein, sich im Netz mit seinen Taten und Fotos zu profilieren.

Was ist eigentlich mit den freiwilligen Kämpfern aus Europa die gegen Daesh kämpfen? Die müssten eigentlich auch alle vor ein Gericht gestellt werden.. aber irgendwie scheinen die so eine Art Generalamnesie zu geniessen. Ich habe bisher auf alle Fälle noch nicht gelesen oder gehört, dass die gesucht und eingeknastet werden.

Geschrieben von: Nite 29. Mar 2016, 15:25

ZITAT(Schneeball @ 29. Mar 2016, 16:22) *
aber irgendwie scheinen die so eine Art Generalamnesie zu geniessen. Ich habe bisher auf alle Fälle noch nicht gelesen oder gehört, dass die gesucht und eingeknastet werden.

http://lmgtfy.com/?q=syrien+heimkehrer+verurteilt

Geschrieben von: Alligator 29. Mar 2016, 16:30

ZITAT(Seydlitz @ 29. Mar 2016, 12:29) *
[...]
Reguläre Soldaten brauchen nicht wirklich Angst vor der Gefangenschaft zu haben (ja, ist sehr einfach gesagt) und versuchten in der Vergangenheit nicht in größerem Maß durch ausziehen der Uniform dieser zu entkommen.
Für "besondere" Truppen und Behörden sieht das schon wieder ganz anders aus, siehe z.B. die Waffen SS/allgemeine SS, NSDAP Mitglieder, politische Kommissare, irreguläre allgemein (Partisanen, Vietcong, etc.) usw.
Und Kämpfer des IS fallen für mich eher in diese Klassifizierung, die werden nicht einfach kapitulieren und bei der nächsten Kriegsgefangenensammelstelle ihre Rechte einfordern, jedenfalls meiner Meinung nach.

Soweit ich weiß, galten die bisherigen Amnestien seitens der syrischen Regierung ausdrücklich nicht für Mitglieder der Al-Nusra Front und des IS. Im Falle der Al-Nusra las ich, dass z.B. während der Qualamoun-Offensive 2013 die unteren Ränge praktisch an Ort und Stelle exekutiert wurden, während die höheren Ränge im Einzelfall noch "befragt" wurden. Im Falle des IS wird es wohl wahrscheinlich genauso verlaufen.
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Dschihadisten feuern eine TOW gegen einen kurdischen Panzer: https://www.youtube.com/watch?v=eIqwwK9Og3A
Hat der Richtschütze etwa nach dem Treffer (falls es überhaupt, ein Treffer war) versehentlich einen Schuss ausgelöst?
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Neues Video von Anna-News aus Tadmor: https://www.youtube.com/watch?v=--olzliJFD4 - es wird gezeigt, wie die ganzen IEDs entschärft werden. Nichts für schwache Nerven! hmpf.gif

Geschrieben von: Nobody is perfect 29. Mar 2016, 17:02

Der berühmte chinesische Fluch: "Mögest du in interessanten Zeiten leben!"

Vor allem die ausländischen IS Kämpfer werden eine interessante Zeit erleben dürfen. Und um die ausländischen Kämpfern, die es zurück in ihre Heimatländer schaffen, habe ich mittel bis langfristig auch keine Sorgen, das die dem Gesetzt entkommen werden. Bei der Verwaltungs- und Dokumentationswut des IS und den vielen (waren es drei oder 4) Geheimdiensten, die im IS Gebiet unabhängig voneinander arbeiten und bei denen jede ihr eigenes unabhängiges Datenpaket zu jedem verdächtigen Objekt hat; dazu dürfte wohl fast jeder der Ausländer zählen, beim Rest schaut man sich die Personalakte des Geheimdienstmitarbeiters an, der ist bei einem der Geheimdienste angestellt.

Dazu hat jede Ortskommendatur einen Datenwust an Dokumenten. Und bisher haben sie alle bewiesen, zu blöde zu sein, beim Rückzug vernünftig aufzuräumen, es sind schon mehr als genug Dokumente eingesammelt worden. Und es werden am Ende sehr viele versuchen, ihr Leben mit einem kleinen Datenpaket zu erkaufen. Ich denke mal es wird am Ende genug Dokumente geben um jeden einzelnen den Strick zu drehen.

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Mal was anderes: In Afrin wurde einer der 3 T-72 der YPG mit einer TOW beschossen und getroffen. Es war wohl der T-72 mit SLAT Amor, der von einer YPJ Crew betrieben wird (also Frauen). Es wird behauptet, er wäre abgeschossen, aber da bin ich mir überhaupt nicht sicher. Die TOW macht weit vor dem Ziel einen Bauchklatscher im Dreck und trifft dann ein oder 2 sek später erst den T-72. Ob er wirklich dann noch mit der Spitze zuerst getroffen hat oder taumelnd einfach nur seitlich aufklatschte und den Heat-Stachel irgendwo hin in die Natur gefeuert hat, kann man so nicht sicher sagen. Es gibt keine Bilder von danach, was einen etwas am Abschuss zweifeln lässt.

https://twitter.com/worldonalert/status/714818204367982592

https://www.youtube.com/watch?v=XjHaR1MloGk





Geschrieben von: SailorGN 29. Mar 2016, 17:23

ZITAT(Seydlitz @ 29. Mar 2016, 12:29) *
Für "besondere" Truppen und Behörden sieht das schon wieder ganz anders aus, siehe z.B. die Waffen SS/allgemeine SS, NSDAP Mitglieder, politische Kommissare, irreguläre allgemein (Partisanen, Vietcong, etc.) usw.
Und Kämpfer des IS fallen für mich eher in diese Klassifizierung, die werden nicht einfach kapitulieren und bei der nächsten Kriegsgefangenensammelstelle ihre Rechte einfordern, jedenfalls meiner Meinung nach.


https://de.wikipedia.org/wiki/Partisan#Rechtlicher_Status Besser kann man es nicht zusammenfassen. Insbesondere die Zusatzprotokolle von 77 werden gern übersehen, wobei diese ja aufgrund der Erfahrungen mit den irregulären Kräften (und mWn auf massives Betreiben der SU) hinzugefügt wurden.

Das "Problem" mit Terroristen und solchen Organisationen wie dem IS ist, dass sie einerseits Kombattanten, andererseits auch oftmals (Kriegs-)Verbrecher sind. Damit sind sie im ersten Moment zwar geschützt, müssen aber auch für ihre Taten geradestehen. Das erfordert eigentlich entsprechende Aufarbeitung hinterher, wie bei den Nürnberger Prozessen... ich vermute aber mal, dass für solche Vorgänge dort weder bei den entsprechenden Soldaten an der Front, noch bei den politischen Entscheidern auch nur entfernt der Wille vorhanden ist. sad.gif

Geschrieben von: Kameratt 29. Mar 2016, 19:18

ZITAT(Nobody is perfect @ 29. Mar 2016, 18:02) *
Mal was anderes: In Afrin wurde einer der 3 T-72 der YPG mit einer TOW beschossen und getroffen. Es war wohl der T-72 mit SLAT Amor, der von einer YPJ Crew betrieben wird (also Frauen). Es wird behauptet, er wäre abgeschossen, aber da bin ich mir überhaupt nicht sicher. Die TOW macht weit vor dem Ziel einen Bauchklatscher im Dreck und trifft dann ein oder 2 sek später erst den T-72. Ob er wirklich dann noch mit der Spitze zuerst getroffen hat oder taumelnd einfach nur seitlich aufklatschte und den Heat-Stachel irgendwo hin in die Natur gefeuert hat, kann man so nicht sicher sagen. Es gibt keine Bilder von danach, was einen etwas am Abschuss zweifeln lässt.

https://twitter.com/worldonalert/status/714818204367982592

https://www.youtube.com/watch?v=XjHaR1MloGk

Wieso halten sich die gemäßigten Rebellen nicht an den Waffenstillstand?

Geschrieben von: Nobody is perfect 29. Mar 2016, 19:46

ZITAT(Kameratt @ 29. Mar 2016, 20:18) *
ZITAT(Nobody is perfect @ 29. Mar 2016, 18:02) *
Mal was anderes: In Afrin wurde einer der 3 T-72 der YPG mit einer TOW beschossen und getroffen. Es war wohl der T-72 mit SLAT Amor, der von einer YPJ Crew betrieben wird (also Frauen). Es wird behauptet, er wäre abgeschossen, aber da bin ich mir überhaupt nicht sicher. Die TOW macht weit vor dem Ziel einen Bauchklatscher im Dreck und trifft dann ein oder 2 sek später erst den T-72. Ob er wirklich dann noch mit der Spitze zuerst getroffen hat oder taumelnd einfach nur seitlich aufklatschte und den Heat-Stachel irgendwo hin in die Natur gefeuert hat, kann man so nicht sicher sagen. Es gibt keine Bilder von danach, was einen etwas am Abschuss zweifeln lässt. https://twitter.com/worldonalert/status/714818204367982592 https://www.youtube.com/watch?v=XjHaR1MloGk
Wieso halten sich die gemäßigten Rebellen nicht an den Waffenstillstand?


Wieso sollten sich die von der Türkei gesteuerte, zumindest vom türkischen Geheimdienst stark beeinflussten Rebellen, an einen Waffenstillstand halten, wenn es gegen ihr Primärziel, den YPG/SDF/Kurden geht? Stehen die nach Ansicht der Türkei nicht auf dem gleichen Level wie Nusra und IS? Wären die denn sonst nicht in Genf mit dabei?

Außerdem gab es heute schon Gefechte um einen Kontrollposten südwestlich von Azaz (bei Siaraz) mit Verlusten auf beiden Seiten.

Und nach Aussage aus eines bestimmten Twittermitgliedes hätte er heute telefonisch mit einer bestimmten Person, die als Sanitäter an der Front eingesetzt wird, gesprochen. Der Großangriff auf Manbij hätte begonnen. Ich denke, ich weiß, wer der Sanitäter da unten ist, der die Klappe nicht halten kann (wieder mal). Das hat diese Person schon einmal nicht gekonnt...Es könnte also sehr wohl stimmen. Irgendwie muss ja der Angriff auf den IS von türkischer Seite behindert werden.

https://twitter.com/AfarinMamosta/status/714784099353903104

Und diese Aussage vom Autor auf reddit dazu:

This is my twitter account. I spoke to a XXXXXXXXXXXXXX who is currently on the frontlines XXXXXXXXXXXXXXXX. This source told me the offensive has begun.

Editiert, da die Originalquelle zum Schutz der Quelle ebenfalls die Daten gelöscht hat.


Geschrieben von: TrueKosmos 29. Mar 2016, 21:14

ZITAT(Seydlitz @ 29. Mar 2016, 13:29) *
ZITAT(Schneeball @ 29. Mar 2016, 11:03) *
Zum Thema Syrien und Irak: jetzt da es immer schneller vorwärts geht, was gedenkt man mit den ganzen IS Kämpfern zu tun? Bisher scheinen sich ja wenige bis gar keine Kämpfer zu ergeben, allerdings kann sich das bald ändern. Was macht man, wenn sich zB auf einmal ein paar 1000 Kämper ergeben sollten, bzw. man eine grössere Anzahl gefangen nimmt? Kann / will man die versorgen und jeden einzelnen vor Gericht stellen, ist das überhaupt realistisch?

Ich selbst gehe eher nicht davon aus, dass sich Tausende IS-Kämpfer ergeben werden. Würde eher darauf tippen, dass die verbliebenen Kämpfer, aber auch allgemein Profiteure und "Verwalter", versuchen werden in der Bevölkerung aufzugehen/unterzutauchen. Wenn man nicht wirklich unmittelbar in Kampfhandlungen Gefangen genommen wird, besteht immer zumindest die Möglichkeit zu entkommen. Und da die IS Kämpfer nicht wirklich viel Gnade oder "leichte" Strafen erwarten können, wird die Masse halt versuchen irgendwie aus der unmittelbaren Gefahr zu entkommen. Das heißt, aus Syrien/Irak (dem "Kalifat") raus und dann vielleicht zurück nach Europa/X beliebige andere Herkunftsland, oder nach Libyen oder ähnliches..
Reguläre Soldaten brauchen nicht wirklich Angst vor der Gefangenschaft zu haben (ja, ist sehr einfach gesagt) und versuchten in der Vergangenheit nicht in größerem Maß durch ausziehen der Uniform dieser zu entkommen.
Für "besondere" Truppen und Behörden sieht das schon wieder ganz anders aus, siehe z.B. die Waffen SS/allgemeine SS, NSDAP Mitglieder, politische Kommissare, irreguläre allgemein (Partisanen, Vietcong, etc.) usw.
Und Kämpfer des IS fallen für mich eher in diese Klassifizierung, die werden nicht einfach kapitulieren und bei der nächsten Kriegsgefangenensammelstelle ihre Rechte einfordern, jedenfalls meiner Meinung nach.

IS ist ja nicht die einzige islamistische Organisation, erst kürzlich gab es Aufrufe von mehreren anderen Organisationen dass sie bereits wären die Kämpfer der IS zu übernehmen, solche die reumütig sind
Profiteure und "Verwalter" werden untertauchen, die Kämpfer aber finden ein neues Betätigungsfeld bei anderen Organisation in und außerhab Syriens

Geschrieben von: Schneeball 29. Mar 2016, 21:19

ZITAT(Nite @ 29. Mar 2016, 16:25) *
ZITAT(Schneeball @ 29. Mar 2016, 16:22) *
aber irgendwie scheinen die so eine Art Generalamnesie zu geniessen. Ich habe bisher auf alle Fälle noch nicht gelesen oder gehört, dass die gesucht und eingeknastet werden.

http://lmgtfy.com/?q=syrien+heimkehrer+verurteilt


Ja, alles verurteilte ehemalige DAESH Kämpfer, ich habe aber explizit nach etwas anderem gefragt. Es gibt ja auch Europäer die GEGEN Daesh kämpfen und da war meine Frage, was man mit denen macht. Darf man ungestraft irgendwo in den Krieg ziehen, wenn es nur gegen den "richtigen" Feind geht?

Ich rede von diesen Jungs hier: http://www.welt.de/politik/ausland/article149608598/Mehr-als-100-Deutsche-kaempfen-in-Syrien-gegen-IS.html Weil die Guten eben manchmal auch Böses machen http://www.deutschlandfunk.de/kurden-im-nordirak-die-fragwuerdigen-methoden-der-peschmerga.724.de.html?dram:article_id=325533 und da würde es mich sehr interessieren, ob man wenigstens in dieser Sache mal nicht mit zweierlei Mass misst, wenn die Anschuldigungen den zutreffen.

Geschrieben von: Jäger96 29. Mar 2016, 21:22

Ein Artikel zu einer russischen Söldnereinheit in Syrien. Gut möglich das der bei Palmyra getötete Russe, dessen Bilder vor ein paar Tagen durchs Netz geisterten, aus dieser Truppe stammte.

http://www.interpretermag.com/fontanka-investigates-russian-mercenaries-dying-for-putin-in-syria-and-ukraine/

Geschrieben von: Schneeball 29. Mar 2016, 21:25

ZITAT(Jäger96 @ 29. Mar 2016, 22:22) *
Ein Artikel zu einer russischen Söldnereinheit in Syrien. Gut möglich das der bei Palmyra getötete Russe, dessen Bilder vor ein paar Tagen durchs Netz geisterten, aus dieser Truppe stammte.

http://www.interpretermag.com/fontanka-investigates-russian-mercenaries-dying-for-putin-in-syria-and-ukraine/


Sind das diese Jungs hier?

http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-kreml-plant-privatarmee-nach-dem-vorbild-blackwater-a-982559.html

Geschrieben von: Nobody is perfect 29. Mar 2016, 21:41

ZITAT(Jäger96 @ 29. Mar 2016, 22:22) *
Ein Artikel zu einer russischen Söldnereinheit in Syrien. Gut möglich das der bei Palmyra getötete Russe, dessen Bilder vor ein paar Tagen durchs Netz geisterten, aus dieser Truppe stammte. http://www.interpretermag.com/fontanka-investigates-russian-mercenaries-dying-for-putin-in-syria-and-ukraine/


Zu deiner Information: Der leibe kleine Junge hatte Bilder auf seinem Handy mit ihm selbst und einem Wappen im Hintergrund drauf, die der IS veröffentlicht hat. Speznas...


Geschrieben von: Kameratt 29. Mar 2016, 21:46

Wieder einmal ein Beispiel für die verquere Darstellung des syrischen Bürgerkriegs in den hiesigen Medien bei SPON. Auf Biegen und Brechen wird da versucht, das syrische Regime mit dem IS gleichzusetzen oder eine Kooperation der beiden Bürgerkriegsparteien zu suggerieren.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-mit-palmyra-gelingt-assad-ein-grosser-sieg-a-1084459.html

Z.B.:

ZITAT
[...]Der Verlust von Palmyra war eine noch größere Überraschung als nun die Rückeroberung: Der IS konnte die von Wüste umgebene Stadt 2015 nur deswegen erobern, weil das Regime einen Großteil seiner Kräfte von dort abzogen hatte. Warum es dies tat, ist unklar. [...]


Natürlich ist es unklar und absolut nicht nachvollziehbar. rolleyes.gif Es wird also eine gewisse Mitschuld der syrischen Regierung an der Einnahme der Stadt unterstellt, weil diese ja nicht entschlossen genug gegen den IS kämpfen wollte, mit diesem möglicherweise gar kollaborierte. Dass man zur gleichen Zeit große Gebiete um Idlib im Westen des Landes gegen die "gemäßigten" Rebellen (hauptsächlich Jabhat al-Nusra und Ahrar al-Scham) verlor und diese nun auch die Mittelmeerküste bei Latakia bedrohten, kann als möglicher Grund gar nicht erst infrage kommen, warum man einer Wüstengegend weniger Aufmerksamkeit schenkte.

ZITAT
[...]Vor Beginn der Feuerpause hatte sich das syrische Regime auf den Kampf gegen die Opposition konzentriert und den "Islamischen Staat" gewähren lassen.[...]


Und wieder die gleiche Leier. Hunderte vom IS massakrierte syrische Soldaten und belagerte Garnisonen bei Kuweiris, Deir ez Zor, al-Tabka, Tyas und nicht zuletzt Palmyra würden das sicherlich etwas anders sehen.

Geschrieben von: schießmuskel 29. Mar 2016, 22:23

Der IS und Assad sind eben als die primär Bösewichte klassifiziert, deshalb wird dann auch ständig dieser Unsinn von der stillschweigenden Kooperation verbreitet und man würde sich gegenseitig im Ruhe lassen.
Man kann dem IS von mir aus Kooperation mit der FSA, Peshmerga, Nusra oder sogar YPG unterstellen aber nicht mit dem Assad Regime. Die anderen sind wenigstens als kleinster gemeinsamer Nenner Sunniten, während das Alawitische Regime in Syrien und das schiietische im Irak einfach die natürlichen Feinde des IS sind. Aber wie gesagt, es passt eben schön ins Weltbild wenn man den beiden Kooperation unterstellt.

Mit Palmyra ist es der SAA erstmals gelungen eine größere Stadt von IS zurück zu erobern. Wobei sich auch hier gezeigt hat, dass es einfach keinen staatlichen oder nicht staatlichen Gegner gibt der dem IS alleine gewachsen ist. Bis jetzt waren alle Abwehrerfolge (Kobane, Kirkuk, Samara, Haditha etc. ) und Angriffserfolge (Tikrit, RamAdi, Baji, Sinjar, Sarrin, Tel abayd etc.) ohne die Luftunterstützung der Allianz nicht möglich. Genauso wie Palmyra ohne die iranisch geführten Freiwilligen und vor allem der massiven russischen Artillerie und Luftschläge, niemals von der SAA alleine hätte zurück erobert werden können.

Geschrieben von: Kiebitz 29. Mar 2016, 22:30

ZITAT(Schneeball @ 29. Mar 2016, 22:19) *
ZITAT(Nite @ 29. Mar 2016, 16:25) *
ZITAT(Schneeball @ 29. Mar 2016, 16:22) *
aber irgendwie scheinen die so eine Art Generalamnesie zu geniessen. Ich habe bisher auf alle Fälle noch nicht gelesen oder gehört, dass die gesucht und eingeknastet werden.

http://lmgtfy.com/?q=syrien+heimkehrer+verurteilt


Ja, alles verurteilte ehemalige DAESH Kämpfer, ich habe aber explizit nach etwas anderem gefragt. Es gibt ja auch Europäer die GEGEN Daesh kämpfen und da war meine Frage, was man mit denen macht. Darf man ungestraft irgendwo in den Krieg ziehen, wenn es nur gegen den "richtigen" Feind geht?

Ich rede von diesen Jungs hier: http://www.welt.de/politik/ausland/article149608598/Mehr-als-100-Deutsche-kaempfen-in-Syrien-gegen-IS.html Weil die Guten eben manchmal auch Böses machen http://www.deutschlandfunk.de/kurden-im-nordirak-die-fragwuerdigen-methoden-der-peschmerga.724.de.html?dram:article_id=325533 und da würde es mich sehr interessieren, ob man wenigstens in dieser Sache mal nicht mit zweierlei Mass misst, wenn die Anschuldigungen den zutreffen.


Die wurden bspw. in Großbritannien http://europe.newsweek.com/ex-british-soldiers-held-heathrow-after-returning-home-fighting-isis-291056?rm=eu http://www.theguardian.com/world/2015/mar/13/british-teenage-girl-charged-kurdish-forces-fighting-isis sehr wohl juristisch belangt, von einer Verurteilung oder vergleichbaren Fällen aus Deutschland ist mir indes nichts bekannt. Ich weiß aber hingegen, daß es deutsche Staatsbürger gibt, die dort waren und mittlerweile wieder hier sind ohne bislang behelligt worden zu sein. Möglicherweise spielt da das in der Szene aus der die Menschen kommen vorhandene Wissen um Konspirativität auch eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wenn ich mich von Twitter, Facebook und Telefon fernhalte, nicht unter Beobachtung stehe und sowohl Anreise als auch Aufenthalt dort entsprechend diskret arrangiere, biete ich auch keine Angriffsfläche.

Geschrieben von: Nite 29. Mar 2016, 22:45

ZITAT(schießmuskel @ 29. Mar 2016, 23:23) *
Der IS und Assad sind eben als die primär Bösewichte klassifiziert, deshalb wird dann auch ständig dieser Unsinn von der stillschweigenden Kooperation verbreitet und man würde sich gegenseitig im Ruhe lassen.
Man kann dem IS von mir aus Kooperation mit der FSA, Peshmerga, Nusra oder sogar YPG unterstellen aber nicht mit dem Assad Regime. Die anderen sind wenigstens als kleinster gemeinsamer Nenner Sunniten, während das Alawitische Regime in Syrien und das schiietische im Irak einfach die natürlichen Feinde des IS sind. Aber wie gesagt, es passt eben schön ins Weltbild wenn man den beiden Kooperation unterstellt.

Das Assad-Regime und der IS sind 2 Seiten derselben Medaille.
Assad (und Putin) benötigen den IS um jegliche gemäßigte Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren bei dem das Assad-Regime als das kleinere Übel erscheint.

Geschrieben von: Schneeball 29. Mar 2016, 22:47

ZITAT(Kiebitz @ 29. Mar 2016, 23:30) *
Die wurden bspw. in Großbritannien http://europe.newsweek.com/ex-british-soldiers-held-heathrow-after-returning-home-fighting-isis-291056?rm=eu http://www.theguardian.com/world/2015/mar/13/british-teenage-girl-charged-kurdish-forces-fighting-isis sehr wohl juristisch belangt, von einer Verurteilung oder vergleichbaren Fällen aus Deutschland ist mir indes nichts bekannt. Ich weiß aber hingegen, daß es deutsche Staatsbürger gibt, die dort waren und mittlerweile wieder hier sind ohne bislang behelligt worden zu sein. Möglicherweise spielt da das in der Szene aus der die Menschen kommen vorhandene Wissen um Konspirativität auch eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wenn ich mich von Twitter, Facebook und Telefon fernhalte, nicht unter Beobachtung stehe und sowohl Anreise als auch Aufenthalt dort entsprechend diskret arrangiere, biete ich auch keine Angriffsfläche.

Oh danke, das war mir eben nicht bekannt. xyxthumbs.gif Immerhin machen die Engländer was, für Deutschland konnte ich auch noch nichts finden.

Geschrieben von: Schneeball 29. Mar 2016, 22:55

ZITAT(Nite @ 29. Mar 2016, 23:45) *
Assad (und Putin) benötigen den IS um jegliche gemäßigte Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren bei dem das Assad-Regime als das kleinere Übel erscheint.


rofl.gif



Geschrieben von: Merowinger 29. Mar 2016, 23:17

SPON Meldung zum UN http://www.spiegel.de/politik/ausland/foreign-fighters-sicherheitsrat-stimmt-resolution-zu-a-993608.html 2178, und dt. Gesetzgebung Stand 2014 zur Unterbindung und deren strafrechtlicher Verfolgung. Der Beschluss trennt zwischen den Guten und den Bösen, also den Terroristen. Hier dazu der letzte http://www.un.org/en/sc/ctc/docs/2015/N1527297_EN.pdf zu Umsetzung, Westeuropa findet sich ab Seite 22.

Geschrieben von: Parsifal 29. Mar 2016, 23:21

@Nite: Bitte nicht "hohe Wahrscheinlichkeit" mit Fakt verwechseln! Du bist Moderator und solltest diesen Unterschied zwischen einer Mutmaßung und einer Tatsache kennen. Brauchst dich sonst nicht wundern wenn das hier wieder alles unsachlich wird.

Geschrieben von: Nite 29. Mar 2016, 23:28

ZITAT(Schneeball @ 29. Mar 2016, 23:55) *
ZITAT(Nite @ 29. Mar 2016, 23:45) *
Assad (und Putin) benötigen den IS um jegliche gemäßigte Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren bei dem das Assad-Regime als das kleinere Übel erscheint.


rofl.gif

ZITAT
Assad, ISIS and Russia: A symbiotic relationship of destruction
Saturday, 10 October 2015

[...]

There is nothing better than ISIS to promote indirectly what the regime has been preaching since the start of the Syrian uprising: either the regime, or terror in Syria and the region. Throughout the conflict, Syrians - most of whom are Sunni Muslim - have been victims of both ISIS and the regime’s many killing machines, be it the army or domestic and foreign militias.

Observing the conflict closely, and the rhetoric accompanying the arrival of the Russian military, one cannot but notice a symbiotic relationship between Assad and his allies on one hand, and ISIS on the other, to further kill, maim and displace mainly Syrian Sunni Arabs opposed to 40 years of Alawite minority rule. The United States and European Union are mere spectators.

http://english.alarabiya.net/en/views/news/world/2015/10/10/Assad-ISIS-and-Russia-A-symbiotic-relationship-of-destruction.html

@Parsifal:
Wer die Propaganda des Assad-Regimes und des Kreml verfolgt hat dem wird auffallen dass genau dieser Dualismus ("Assad oder IS") kontinuierlich konstruiert wird. Das hat nichts mit hoher Wahrscheinlichkeit zu tun.

Geschrieben von: Seydlitz 29. Mar 2016, 23:34

ZITAT(Schneeball @ 29. Mar 2016, 21:55) *
ZITAT(Nite @ 29. Mar 2016, 23:45) *
Assad (und Putin) benötigen den IS um jegliche gemäßigte Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren bei dem das Assad-Regime als das kleinere Übel erscheint.


rofl.gif

Herrlich, diese Diskussionskultur.

Bevor der IS sich medienwirksam bis kurz vor Bagdad geschoben, sowie die Kurden im Nordirak bedroht hatte, war selbiger dem Westen ziemlich egal. Ärgerlich zwar, aber nur ein paar weitere "Spinner", die aber wenigstens weit weg von Europa etc. agiert haben und damit für viele keine direkte Bedrohung darstellten > ein regionales Problem.
Asad wollte man gerne weg haben und den Traum von einem neuem, demokratischen, friedlichen Syrien leben, wie realistisch das auch immer gewesen sein mag.
Asad war außenpolitisch am Ende, natürlich mit Ausnahme von Russland & Iran. Mit dem überraschenden Erfolg des Islamischen Staates kam es dann zu einer Veränderung der Wahrnehmung. Und zwar im Endeffekt genau so, wie Nite es gesagt hat.
> Der IS ist ja noch schlimmer (das schlimmste überhaupt!, schlimmer als Al Kaida, vielleicht nicht ganz so böse wie die Nazis..) als Asad, die "guten" Rebellen sind zu schwach um sich durchzusetzen, vielleicht ist Asad ja doch vorübergehend nicht so ganz übel, da hat es wenigstens noch Zucht und Ordnung gegeben, der hätte den IS ohne diese ganze Bürgerkriegsgeschichte schon längst zerschlagen, im Kampf gegen solche Extremisten braucht man Leute die nicht durch Demokratie und Rechte eingeschränkt sind, und wenn der Asad den IS vernichtet hat, kann man ja auch irgendeine wie auch immer geartete Nachfolgeregelung finden usw..
Sehr frei formuliert und bestimmt kein Anspruch auf Vollständigkeit, aber was bleibt:
Asad und auch das Engagement Russlands haben durch den IS in ihrer Außenwirkung/Legitimation durchaus profitiert bzw einen Nutzen draus gezogen.
Und das ist doch jetzt nicht wirklich neu, verwunderlich oder gar lächerlich. confused.gif
Diese Abkehr des Denkens (Mit Asad sprechen wir gar nicht > Vielleicht doch eine Lösung mit Asad) hat es in der deutschen Politik gegeben und wurde doch auch hier im Forum von einigen vehement gefordert.

Geschrieben von: Parsifal 29. Mar 2016, 23:58

Es könnte auch sein, dass es Leute gab und gibt welche nie an der Legitimität der Regierung Assad gezweifelt haben, ob mit oder ohne IS. Offensichtlich deshalb, weil man akzeptieren muss was andere Länder eben als Spitzenkräfte haben. Maßstab der Legitimität ist ja nicht die deutsche Verfassung sondern die Verfassung der jeweiligen Staaten. Dahingehend sind die souverän. Hier also zu argumentieren, dass Assad seine Legitimität erst durch den IS erhielt gilt vielleicht für manche, aber zum Beispiel nicht für mich.

Geschrieben von: Schneeball 30. Mar 2016, 00:15

ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 00:34) *
Bevor der IS sich medienwirksam bis kurz vor Bagdad geschoben, sowie die Kurden im Nordirak bedroht hatte, war selbiger dem Westen ziemlich egal. Ärgerlich zwar, aber nur ein paar weitere "Spinner", die aber wenigstens weit weg von Europa etc. agiert haben und damit für viele keine direkte Bedrohung darstellten > ein regionales Problem.
Asad wollte man gerne weg haben und den Traum von einem neuem, demokratischen, friedlichen Syrien leben, wie realistisch das auch immer gewesen sein mag.
Asad war außenpolitisch am Ende, natürlich mit Ausnahme von Russland & Iran. Mit dem überraschenden Erfolg des Islamischen Staates kam es dann zu einer Veränderung der Wahrnehmung. Und zwar im Endeffekt genau so, wie Nite es gesagt hat.
> Der IS ist ja noch schlimmer (das schlimmste überhaupt!, schlimmer als Al Kaida, vielleicht nicht ganz so böse wie die Nazis..) als Asad, die "guten" Rebellen sind zu schwach um sich durchzusetzen, vielleicht ist Asad ja doch vorübergehend nicht so ganz übel, da hat es wenigstens noch Zucht und Ordnung gegeben, der hätte den IS ohne diese ganze Bürgerkriegsgeschichte schon längst zerschlagen, im Kampf gegen solche Extremisten braucht man Leute die nicht durch Demokratie und Rechte eingeschränkt sind, und wenn der Asad den IS vernichtet hat, kann man ja auch irgendeine wie auch immer geartete Nachfolgeregelung finden usw..
Sehr frei formuliert und bestimmt kein Anspruch auf Vollständigkeit, aber was bleibt:
Asad und auch das Engagement Russlands haben durch den IS in ihrer Außenwirkung/Legitimation durchaus profitiert bzw einen Nutzen draus gezogen.
Und das ist doch jetzt nicht wirklich neu, verwunderlich oder gar lächerlich. confused.gif
Diese Abkehr des Denkens (Mit Asad sprechen wir gar nicht > Vielleicht doch eine Lösung mit Asad) hat es in der deutschen Politik gegeben und wurde doch auch hier im Forum von einigen vehement gefordert.

Also von Asad und Putin gegründet oder zumindest hochgepäppelt und geduldet? Wozu? Nur das die Opposition mundtot gemacht wird? Haben die ihnen auch gleich noch Waffen und Soldaten geliefert? Ich dachte immer, diesen Part übernehmen die Türkei und Quellen in den Golfstaaten? Da gibt es andere Ansichten:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html Der Konflikt hat auch eine geopolitische Dimension, die deine Theorie nicht berücksichtigt. Ob man mit dem Artikel übereinstimmt oder nicht, wegdiskutieren kann man sie schlecht. Dazu braucht man sich ja nur mal eine Liste der direkt oder indirekt beteiligten Staaten anschauen. Die machen das alle nicht aus Nächstenliebe sondern, weil sie Einfluss auf die Entwicklung nehmen wollen.

Geschrieben von: Nite 30. Mar 2016, 00:55

ZITAT(Schneeball @ 30. Mar 2016, 01:15) *
Also von Asad und Putin gegründet oder zumindest hochgepäppelt und geduldet? Wozu? Nur das die Opposition mundtot gemacht wird? Haben die ihnen auch gleich noch Waffen und Soldaten geliefert? Ich dachte immer, diesen Part übernehmen die Türkei und Quellen in den Golfstaaten?

Entweder hast du nicht richtig gelesen oder du führst hier bewusst Strohmann-Argumente ins Feld.

Geschrieben von: Schneeball 30. Mar 2016, 07:23

ZITAT(Nite @ 30. Mar 2016, 01:55) *
ZITAT(Schneeball @ 30. Mar 2016, 01:15) *
Also von Asad und Putin gegründet oder zumindest hochgepäppelt und geduldet? Wozu? Nur das die Opposition mundtot gemacht wird? Haben die ihnen auch gleich noch Waffen und Soldaten geliefert? Ich dachte immer, diesen Part übernehmen die Türkei und Quellen in den Golfstaaten?

Entweder hast du nicht richtig gelesen oder du führst hier bewusst Strohmann-Argumente ins Feld.


Vielleicht musst du etwas genauer ausführen, wie du das meinst.

Geschrieben von: schießmuskel 30. Mar 2016, 08:06

Klar kann sich Assad als das geringe Übel neben dem IS profilieren und damit sein Regime "attraktiv" machen. Das hat Assads Kräfte dennoch nicht davon abgehalten gegen den IS vorzugehen. Während umgekehrt der IS immer wieder Assad Kräfte und Gebiete angegriffen hat. Der IS hat im Gegenzug keinen Nutzen vom Assad Regime und er kämpft ausnahmslos gegen jeden , sogar gegen andere radikale sunnitische Gruppen und erst recht gegen Assad.

Geschrieben von: Seydlitz 30. Mar 2016, 10:15

ZITAT(Parsifal @ 29. Mar 2016, 22:58) *
Maßstab der Legitimität ist ja nicht die deutsche Verfassung sondern die Verfassung der jeweiligen Staaten. Dahingehend sind die souverän. Hier also zu argumentieren, dass Assad seine Legitimität erst durch den IS erhielt gilt vielleicht für manche, aber zum Beispiel nicht für mich.

Nur um es klar zustellen, ich selbst wollte lediglich darauf hinweisen, dass es durch das Erstarken des IS zu einer anderen Wahrnehmung bezüglich Assads gekommen ist. Meine eigene Meinung zu Assad und seiner Legitimation als Präsident taucht darin nicht auf. Meinetwegen war auch das Wort "Legitimation" die falsche Wahl.
Das wesentliche aber bleibt, dass Assad sich als Alternative zum IS positionieren konnte. Nicht mehr und nicht weniger.

Geschrieben von: Seydlitz 30. Mar 2016, 10:23

ZITAT(Schneeball @ 29. Mar 2016, 23:15) *
Also von Asad und Putin gegründet oder zumindest hochgepäppelt und geduldet? Wozu? Nur das die Opposition mundtot gemacht wird? Haben die ihnen auch gleich noch Waffen und Soldaten geliefert? Ich dachte immer, diesen Part übernehmen die Türkei und Quellen in den Golfstaaten? Da gibt es andere Ansichten:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html Der Konflikt hat auch eine geopolitische Dimension, die deine Theorie nicht berücksichtigt. Ob man mit dem Artikel übereinstimmt oder nicht, wegdiskutieren kann man sie schlecht. Dazu braucht man sich ja nur mal eine Liste der direkt oder indirekt beteiligten Staaten anschauen. Die machen das alle nicht aus Nächstenliebe sondern, weil sie Einfluss auf die Entwicklung nehmen wollen.

Ganz ehrlich, wo habe ich behauptet das Assad und Putin den IS gegründet oder zumindest hochgezüchtet haben?
Deine Antwort bzw Unterstellung ist für mich einfach nicht nachvollziehbar.

Geschrieben von: Schwabo Elite 30. Mar 2016, 10:30

ZITAT(Kiebitz @ 29. Mar 2016, 23:30) *
Die wurden bspw. in Großbritannien http://europe.newsweek.com/ex-british-soldiers-held-heathrow-after-returning-home-fighting-isis-291056?rm=eu http://www.theguardian.com/world/2015/mar/13/british-teenage-girl-charged-kurdish-forces-fighting-isis sehr wohl juristisch belangt, von einer Verurteilung oder vergleichbaren Fällen aus Deutschland ist mir indes nichts bekannt. Ich weiß aber hingegen, daß es deutsche Staatsbürger gibt, die dort waren und mittlerweile wieder hier sind ohne bislang behelligt worden zu sein. Möglicherweise spielt da das in der Szene aus der die Menschen kommen vorhandene Wissen um Konspirativität auch eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wenn ich mich von Twitter, Facebook und Telefon fernhalte, nicht unter Beobachtung stehe und sowohl Anreise als auch Aufenthalt dort entsprechend diskret arrangiere, biete ich auch keine Angriffsfläche.

Oh danke, das war mir eben nicht bekannt. xyxthumbs.gif Immerhin machen die Engländer was, für Deutschland konnte ich auch noch nichts finden.

1. Nachrichten hören und/oder recherchieren hilft. Deutschland hat bereits 2014 den ersten Heimkehrer verurteilt (http://www.fr-online.de/gericht/syrien-heimkehrer-is-kaempfer-zu-mehrjaehriger-haft-verurteilt,1472814,29237378.html). Auch in diesem Monat gab es eine Verurteilung (http://www.deutschlandfunk.de/urteil-gegen-nils-d-deutscher-is-kaempfer-muss-viereinhalb.1818.de.html?dram:article_id=347452).

2. Das mag vielleicht theoretisch funktionieren, nur rekrutiert der IS nicht mittels Brieftaube in Europa, sondern online via Facebook, WhattsApp, Skype & Co. sowie per SMS und natürlich über islamistische Netzwerke, die alle unter Beobachtung stehen. Man muss die deutschen Geheimdienste schon für sehr unfähig (oder Islamisten für Neo-Nazis wink.gif ) halten, um zu glauben, dass hier keine Aufklärungserfolge erzielt werden. Insbesondere die Reise lässt sich nur schwer verheimlichen, weil heutzutage nunmal geflogen wird. Und Flüge buchen IS-Rekruten eben auch online und nicht beim Reisebüro um die Ecke. Allerdings werden die Flüge eben nach Adana in der Türkei gebucht und nicht nach Aleppo; da ist vermutlich auch kein Flugbetrieb mehr. Mit dem Auto von hier zu fahren ist hingegen kaum sinnvoll. Da liegen zu viele Grenzen (mit Grenzkontrollen) dazwischen und kein potentieller IS-Held will in einem bulgarischen oder gar serbischen Knast vergammeln.

Geschrieben von: stavros 30. Mar 2016, 10:42

"Natürlich gab es Indoktrination, aber das Denken hat bei den Menschen doch nicht aufgehört. Sie haben sich entschieden, Sie wollten dabei sein. Sie wollten zu der schneidigen, zackigen Truppe der SS ehhh ISIS gehören. Das ist eine Entscheidung."

Lässt sich sehr gut übertragen. (Falls sich jemand nicht erinnert, das war mit unter der Satz vom Richter im Gröning-Prozess)

Geschrieben von: Schneeball 30. Mar 2016, 10:43

ZITAT(Schwabo Elite @ 30. Mar 2016, 11:30) *
ZITAT(Kiebitz @ 29. Mar 2016, 23:30) *
Die wurden bspw. in Großbritannien http://europe.newsweek.com/ex-british-soldiers-held-heathrow-after-returning-home-fighting-isis-291056?rm=eu http://www.theguardian.com/world/2015/mar/13/british-teenage-girl-charged-kurdish-forces-fighting-isis sehr wohl juristisch belangt, von einer Verurteilung oder vergleichbaren Fällen aus Deutschland ist mir indes nichts bekannt. Ich weiß aber hingegen, daß es deutsche Staatsbürger gibt, die dort waren und mittlerweile wieder hier sind ohne bislang behelligt worden zu sein. Möglicherweise spielt da das in der Szene aus der die Menschen kommen vorhandene Wissen um Konspirativität auch eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wenn ich mich von Twitter, Facebook und Telefon fernhalte, nicht unter Beobachtung stehe und sowohl Anreise als auch Aufenthalt dort entsprechend diskret arrangiere, biete ich auch keine Angriffsfläche.

Oh danke, das war mir eben nicht bekannt. xyxthumbs.gif Immerhin machen die Engländer was, für Deutschland konnte ich auch noch nichts finden.

1. Nachrichten hören und/oder recherchieren hilft. Deutschland hat bereits 2014 den ersten Heimkehrer verurteilt (http://www.fr-online.de/gericht/syrien-heimkehrer-is-kaempfer-zu-mehrjaehriger-haft-verurteilt,1472814,29237378.html). Auch in diesem Monat gab es eine Verurteilung (http://www.deutschlandfunk.de/urteil-gegen-nils-d-deutscher-is-kaempfer-muss-viereinhalb.1818.de.html?dram:article_id=347452).

2. Das mag vielleicht theoretisch funktionieren, nur rekrutiert der IS nicht mittels Brieftaube in Europa, sondern online via Facebook, WhattsApp, Skype & Co. sowie per SMS und natürlich über islamistische Netzwerke, die alle unter Beobachtung stehen. Man muss die deutschen Geheimdienste schon für sehr unfähig (oder Islamisten für Neo-Nazis wink.gif ) halten, um zu glauben, dass hier keine Aufklärungserfolge erzielt werden. Insbesondere die Reise lässt sich nur schwer verheimlichen, weil heutzutage nunmal geflogen wird. Und Flüge buchen IS-Rekruten eben auch online und nicht beim Reisebüro um die Ecke. Allerdings werden die Flüge eben nach Adana in der Türkei gebucht und nicht nach Aleppo; da ist vermutlich auch kein Flugbetrieb mehr. Mit dem Auto von hier zu fahren ist hingegen kaum sinnvoll. Da liegen zu viele Grenzen (mit Grenzkontrollen) dazwischen und kein potentieller IS-Held will in einem bulgarischen oder gar serbischen Knast vergammeln.

Seufz, nochmal für dich: es ging mir nicht um EHEMALIGE IS Kämpfer (!!!!), sondern um diejenigen, die GEGEN (!!!) den IS Kämpfen.

Da macht England was, Deutschland scheint das Problem zu ignorieren. Da nützt auch Nachrichtenlesen nichts.

Geschrieben von: Seydlitz 30. Mar 2016, 10:43

Es ging glaube ich speziell um Nicht IS Heimkehrer, also Deutsche die gegen den IS gekämpft haben.
Denn auch da liegen ja Gründe vor, zu ermitteln. Als Beispiel (vielleicht ein schlechtes) sei die PKK genannt, welche in Deutschland ja auch als Terrororganisation eingestuft ist.

Geschrieben von: Schneeball 30. Mar 2016, 12:07

ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 11:43) *
Es ging glaube ich speziell um Nicht IS Heimkehrer, also Deutsche die gegen den IS gekämpft haben.
Denn auch da liegen ja Gründe vor, zu ermitteln. Als Beispiel (vielleicht ein schlechtes) sei die PKK genannt, welche in Deutschland ja auch als Terrororganisation eingestuft ist.


Nein, in seinen beiden Links geht es um ehemalige Daesh Kämpfer und nicht um die, die gegen Daesh gekämpft haben.

Titel erster Link: IS-Kämpfer zu mehrjähriger Haft verurteilt

Tiel zweiter Link: Deutscher IS-Kämpfer muss viereinhalb Jahre in Haft

Geschrieben von: Seydlitz 30. Mar 2016, 12:18

Mein Post war eine Antwort auf den Beitrag von @Schwabo Elite



Geschrieben von: Turtlegrim 30. Mar 2016, 14:08

Assad möchte jetzt die Opposition in ein Regelung für eine Übergangsregierung einbeziehen.
http://www.n-tv.de/der_tag/Assad-will-Opposition-in-Uebergangsregierung-einbeziehen-article17344651.html Einbeziehung der Opposition

Wie kommt das auf einmal. Das kann ja eigentlich nicht in seinem Interesse liegen, würde er sich doch in seiner eigenen Macht beschneiden.
Oder, da er auch eine Zahl bezüglich der Höhe der Schäden nennt, vielleicht auch die Hoffnung auf finanzielle Hilfe von der westlichen Seite beim Wiederaufbau!?


P.S Da ich hier neu bin, bitte ich um Hinweise wenn ich Quellenangaben machen von Seiten, die von der Leserschaft allgemein als nicht seriös oder einfach nur als Mist angesehen werden.
Gelobe jetzt schon Besserung in diesem Fall.

Geschrieben von: Schneeball 30. Mar 2016, 14:24

ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 15:08) *
Assad möchte jetzt die Opposition in ein Regelung für eine Übergangsregierung einbeziehen.
http://www.n-tv.de/der_tag/Assad-will-Opposition-in-Uebergangsregierung-einbeziehen-article17344651.html Einbeziehung der Opposition

Wie kommt das auf einmal. Das kann ja eigentlich nicht in seinem Interesse liegen, würde er sich doch in seiner eigenen Macht beschneiden.
Oder, da er auch eine Zahl bezüglich der Höhe der Schäden nennt, vielleicht auch die Hoffnung auf finanzielle Hilfe von der westlichen Seite beim Wiederaufbau!?


P.S Da ich hier neu bin, bitte ich um Hinweise wenn ich Quellenangaben machen von Seiten, die von der Leserschaft allgemein als nicht seriös oder einfach nur als Mist angesehen werden.
Gelobe jetzt schon Besserung in diesem Fall.

Also eigentlich spricht Assad schon seit Jahren davon aber immer unter der Prämisse, dass die Opposition auf Gewalt verzichtet. Ob man ihm das abnimmt oder nicht, muss jeder selbst entscheiden.

Geschrieben von: Turtlegrim 30. Mar 2016, 14:31

Das ja, mir kommt der Stimmungswechsel im Zusammenhang mit dem militärischem Vorwärtskommen, jedoch ein wenig plötzlich. Angst das der Russe weg ist und er wieder in die Defensive gedrängt wird kann es ja nicht sein.
Aber wie du sagest, man muss es ihm ja nicht unbedingt abnehmen smile.gif

Geschrieben von: TrueKosmos 30. Mar 2016, 14:55

ZITAT(Nite @ 29. Mar 2016, 23:45) *
ZITAT(schießmuskel @ 29. Mar 2016, 23:23) *
Der IS und Assad sind eben als die primär Bösewichte klassifiziert, deshalb wird dann auch ständig dieser Unsinn von der stillschweigenden Kooperation verbreitet und man würde sich gegenseitig im Ruhe lassen.
Man kann dem IS von mir aus Kooperation mit der FSA, Peshmerga, Nusra oder sogar YPG unterstellen aber nicht mit dem Assad Regime. Die anderen sind wenigstens als kleinster gemeinsamer Nenner Sunniten, während das Alawitische Regime in Syrien und das schiietische im Irak einfach die natürlichen Feinde des IS sind. Aber wie gesagt, es passt eben schön ins Weltbild wenn man den beiden Kooperation unterstellt.

Das Assad-Regime und der IS sind 2 Seiten derselben Medaille.
Assad (und Putin) benötigen den IS um jegliche gemäßigte Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren bei dem das Assad-Regime als das kleinere Übel erscheint.

IS und die "gemäßigte Rebellen" sind 2 Seiten derselben Medaille.

Wer in einem muslimischen Land eine autoritäre Regierung destabilisiert (Syrien) oder zerstört (Irak, Libyen) und gar islamistische Kämpfer unterstützt(und "gemäßigte Opposition" in Syrien besteht weitgehend aus Islamisten sunnitischer Glaubensrichtung) der schafft damit zwangsläufig Raum für radikale islamistische Bewegungen die schwer zu kontrollieren sind.

Das ist ein bewusst eingegangenes Risiko seitens der Regierungen führender westlicher Länder und ihrer Verbündeter in arabischen Raum und Türkei.

Radikale Sunniten sind größte Gefahr für Assad daher kann er da nichts konstruieren, dass Teile der radikalen Sunniten (die seine Gegner gegen ihn ins Feld schicken) sich der Kontrolle ihrer Lenker entzogen haben kann Assad nur akzeptieren, er hat da nichts zu melden.

Geschrieben von: Alligator 30. Mar 2016, 14:58

ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 14:08) *
Oder, da er auch eine Zahl bezüglich der Höhe der Schäden nennt, vielleicht auch die Hoffnung auf finanzielle Hilfe von der westlichen Seite beim Wiederaufbau!?

Der war gut, der gleiche Westen, der pausenlos seinen Rücktritt fordert, Sanktionen gegen ihn verhängt, sowie Waffen und Ausrüstung an moderate Kopfabschneider Dschihadisten liefert, soll dann Hilfe beim Aufbau leisten? Vielleicht einzelne Firmen aus dem Westen, das eigentliche Geschäft mit dem Aufbau des Landes werden eher Russland, Iran und China machen.
_
Man kann beiden Seiten nur viel Erfolg wünschen:

ZITAT
Ahrar Al Sham Destroyed #IS affiliate Liwa Shuhada Yarmouk Tank near #Hit in western #Daraa

Geschrieben von: Nite 30. Mar 2016, 15:20

ZITAT(TrueKosmos @ 30. Mar 2016, 15:55) *
ZITAT(Nite @ 29. Mar 2016, 23:45) *
ZITAT(schießmuskel @ 29. Mar 2016, 23:23) *
Der IS und Assad sind eben als die primär Bösewichte klassifiziert, deshalb wird dann auch ständig dieser Unsinn von der stillschweigenden Kooperation verbreitet und man würde sich gegenseitig im Ruhe lassen.
Man kann dem IS von mir aus Kooperation mit der FSA, Peshmerga, Nusra oder sogar YPG unterstellen aber nicht mit dem Assad Regime. Die anderen sind wenigstens als kleinster gemeinsamer Nenner Sunniten, während das Alawitische Regime in Syrien und das schiietische im Irak einfach die natürlichen Feinde des IS sind. Aber wie gesagt, es passt eben schön ins Weltbild wenn man den beiden Kooperation unterstellt.

Das Assad-Regime und der IS sind 2 Seiten derselben Medaille.
Assad (und Putin) benötigen den IS um jegliche gemäßigte Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren bei dem das Assad-Regime als das kleinere Übel erscheint.

IS und die "gemäßigte Rebellen" sind 2 Seiten derselben Medaille.

Wer in einem muslimischen Land eine autoritäre Regierung destabilisiert (Syrien) oder zerstört (Irak, Libyen) und gar islamistische Kämpfer unterstützt(und "gemäßigte Opposition" in Syrien besteht weitgehend aus Islamisten sunnitischer Glaubensrichtung) der schafft damit zwangsläufig Raum für radikale islamistische Bewegungen die schwer zu kontrollieren sind.

Das ist ein bewusst eingegangenes Risiko seitens der Regierungen führender westlicher Länder und ihrer Verbündeter in arabischen Raum und Türkei.

Radikale Sunniten sind größte Gefahr für Assad daher kann er da nichts konstruieren, dass Teile der radikalen Sunniten (die seine Gegner gegen ihn ins Feld schicken) sich der Kontrolle ihrer Lenker entzogen haben kann Assad nur akzeptieren, er hat da nichts zu melden.

Und genau diese Prämisse "Islamisten oder Diktatur" ist eben schlichtweg falsch, allerdings ist es genau der fatale Dualismus der den Diktatoren, egal wie sie heißen, nützt und daher propagandistisch und durch ausschalten gemäßigter Kräfte geschürt wird.

Geschrieben von: Schneeball 30. Mar 2016, 15:22

ZITAT(Nite @ 30. Mar 2016, 16:20) *
ZITAT(TrueKosmos @ 30. Mar 2016, 15:55) *
ZITAT(Nite @ 29. Mar 2016, 23:45) *
ZITAT(schießmuskel @ 29. Mar 2016, 23:23) *
Der IS und Assad sind eben als die primär Bösewichte klassifiziert, deshalb wird dann auch ständig dieser Unsinn von der stillschweigenden Kooperation verbreitet und man würde sich gegenseitig im Ruhe lassen.
Man kann dem IS von mir aus Kooperation mit der FSA, Peshmerga, Nusra oder sogar YPG unterstellen aber nicht mit dem Assad Regime. Die anderen sind wenigstens als kleinster gemeinsamer Nenner Sunniten, während das Alawitische Regime in Syrien und das schiietische im Irak einfach die natürlichen Feinde des IS sind. Aber wie gesagt, es passt eben schön ins Weltbild wenn man den beiden Kooperation unterstellt.

Das Assad-Regime und der IS sind 2 Seiten derselben Medaille.
Assad (und Putin) benötigen den IS um jegliche gemäßigte Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren bei dem das Assad-Regime als das kleinere Übel erscheint.

IS und die "gemäßigte Rebellen" sind 2 Seiten derselben Medaille.

Wer in einem muslimischen Land eine autoritäre Regierung destabilisiert (Syrien) oder zerstört (Irak, Libyen) und gar islamistische Kämpfer unterstützt(und "gemäßigte Opposition" in Syrien besteht weitgehend aus Islamisten sunnitischer Glaubensrichtung) der schafft damit zwangsläufig Raum für radikale islamistische Bewegungen die schwer zu kontrollieren sind.

Das ist ein bewusst eingegangenes Risiko seitens der Regierungen führender westlicher Länder und ihrer Verbündeter in arabischen Raum und Türkei.

Radikale Sunniten sind größte Gefahr für Assad daher kann er da nichts konstruieren, dass Teile der radikalen Sunniten (die seine Gegner gegen ihn ins Feld schicken) sich der Kontrolle ihrer Lenker entzogen haben kann Assad nur akzeptieren, er hat da nichts zu melden.

Und genau diese Prämisse "Islamisten oder Diktatur" ist eben schlichtweg falsch, allerdings ist es genau der fatale Dualismus der den Diktatoren, egal wie sie heißen, nützt und daher propagandistisch und durch ausschalten gemäßigter Kräfte geschürt wird.


Und wer vertritt diese Prämisse? Ich kenne keinen normal denkenden Menschen, der das tut.

Geschrieben von: Alligator 30. Mar 2016, 15:27

ZITAT(Nite @ 30. Mar 2016, 15:20) *
Und genau diese Prämisse "Islamisten oder Diktatur" ist eben schlichtweg falsch, allerdings ist es genau der fatale Dualismus der den Diktatoren, egal wie sie heißen, nützt und daher propagandistisch und durch ausschalten gemäßigter Kräfte geschürt wird.

Nicht nur die Diktaturen, sondern auch die Islamisten bekämpfen die "gemäßigten" Kräfte nach Leibeskräften. Deswegen werden die ganzen Demokratisierungsversuche im Nahen Osten immer mit einer an 1 grenzenden Wahrscheinlichkeit scheitern oder sind bereits gescheitert, siehe den Irak.

Geschrieben von: Kameratt 30. Mar 2016, 16:24

ZITAT(Nite @ 29. Mar 2016, 23:45) *
ZITAT(schießmuskel @ 29. Mar 2016, 23:23) *
Der IS und Assad sind eben als die primär Bösewichte klassifiziert, deshalb wird dann auch ständig dieser Unsinn von der stillschweigenden Kooperation verbreitet und man würde sich gegenseitig im Ruhe lassen.
Man kann dem IS von mir aus Kooperation mit der FSA, Peshmerga, Nusra oder sogar YPG unterstellen aber nicht mit dem Assad Regime. Die anderen sind wenigstens als kleinster gemeinsamer Nenner Sunniten, während das Alawitische Regime in Syrien und das schiietische im Irak einfach die natürlichen Feinde des IS sind. Aber wie gesagt, es passt eben schön ins Weltbild wenn man den beiden Kooperation unterstellt.

Das Assad-Regime und der IS sind 2 Seiten derselben Medaille.
Assad (und Putin) benötigen den IS um jegliche gemäßigte Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren bei dem das Assad-Regime als das kleinere Übel erscheint.

Das ulkige an dem Umstand, ist, dass die Argumentation genauso in die andere Richtung funktioniert. Die "Gemäßigten" und der IS sind 2 Seiten derselben Medaille. Die "Gemäßigten" (und Obama) benötigen den IS um jegliche säkulare Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren, bei dem sie als das kleinere Übel erscheinen. Das könnte sogar der tatsächliche Beweggrund für das Handeln der Türkei sein. Und die Unterstützung des IS durch den Westen, ist in den russischen Hardcorepropagandekreisen doch ohnehin schon längst eine offensichtliche Tatsache...
Btw. konnte bislang niemand so genau festlegen, wer eigentlich gemäßigt ist. Nach gängiger Lesart der Medien sind alle gemäßigt, die nicht IS sind. Grausame Morde an Christen und Alawiten nur weil sie Christen und Alawiten sind, hat es in Syrien jedoch noch vor der Ausbreitung des IS gegeben. Um ehrlich zu sein, verwundert es mich schon, dass bei den Waffenstillstandsvereinbarungen neben dem IS noch die Al-Nusra-Front explizit ausgenommen wurde. Aber Ahrar ash-Sham z.B. nicht. Die gilt derzeit als gemäßigt, was z.B. Dave76, dem man freilich keine Sympathien zum Assad-Regime unterstellen kann, http://www.whq-forum.de/invisionboard/index.php?s=&showtopic=29459&view=findpost&p=1334782.

Geschrieben von: Turtlegrim 30. Mar 2016, 17:29

Also in dem ganzen Wirrwarr überhaupt noch von gemäßigt zu sprechen finde ich schon grenzwertig. Laut Duden bedeutet gemäßigt

in seiner Art nicht so streng, extrem, radikal [wie die anderen vorgehend, denkend]
nicht ins Übertriebene gehend [und daher im Ausmaß reduziert]

was da von allen Seiten kommt, ist also keineswegs gemäßigt.
Natürlich spielen auch die Beweggründe eine Rolle, dass habe ich hier bewusst außen vorgelassen, denn mir ist auch klar, dass jede Reaktion eine Gegenreaktion erzeugt.



Geschrieben von: Seydlitz 30. Mar 2016, 17:41

Je länger ein Konflikt andauert, desto größer wird (leider) auch die Anzahl der Menschen, die eine extreme Position vertreten.
Gefühlt ist in Syrien jetzt nicht mehr viel an moderaten Kräften vorhanden.
Und wer oder was gemäßigt ist oder was es bedeutet, liegt wie ja hier öfter bereits vorgebracht, auch im Auge des Betrachters. Wir haben ja hier (WHQ) schon unterschiedliche Vorstellungen, die Menschen vor Ort (Syrien) werden das auch haben. Irgendwelche Unterschiede wird es zwischen Al Nusra, dem IS usw schon geben, ansonsten hätten die wohl mittlerweile mal festgestellt das man die gleichen Ziele und Interessen vertritt, was aber ja offensichtlich nicht der Fall ist.
Auch könnte man Fragen ob Assad und seine Anhänger gemäßigt sind?

Geschrieben von: Turtlegrim 30. Mar 2016, 18:00

ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 18:41) *
Irgendwelche Unterschiede wird es zwischen Al Nusra, dem IS usw schon geben, ansonsten hätten die wohl mittlerweile mal festgestellt das man die gleichen Ziele und Interessen vertritt, was aber ja offensichtlich nicht der Fall ist.


Den Unterschied könnte mir bitte mal jemand erklären, irgendwie sieht der Generalbundesanwalt den nicht mata.gif

Die ausländische terroristische Vereinigung „Jabhat al-Nusra“ (JaN) ist eine radikal-islamistische Organisation. Ihr Ziel ist es, den syrischen Machthaber Assad zu stürzen und einen allein auf islamischem Recht (Scharia) basierenden Gottesstaat zu errichten. Dies versucht sie durch militärische Operationen zu erreichen. Bis Ende 2014 hat die JaN insgesamt in Syrien mehr als 1.500 Anschläge verübt, bei denen mindestens 8.700 Menschen getötet wurden.


hier

Um das mal vereinfacht zu sehen

Geschrieben von: rekrats 30. Mar 2016, 18:07

ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 19:00) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 18:41) *
Irgendwelche Unterschiede wird es zwischen Al Nusra, dem IS usw schon geben, ansonsten hätten die wohl mittlerweile mal festgestellt das man die gleichen Ziele und Interessen vertritt, was aber ja offensichtlich nicht der Fall ist.


Den Unterschied könnte mir bitte mal jemand erklären, irgendwie sieht der Generalbundesanwalt den nicht mata.gif

Die ausländische terroristische Vereinigung „Jabhat al-Nusra“ (JaN) ist eine radikal-islamistische Organisation. Ihr Ziel ist es, den syrischen Machthaber Assad zu stürzen und einen allein auf islamischem Recht (Scharia) basierenden Gottesstaat zu errichten. Dies versucht sie durch militärische Operationen zu erreichen. Bis Ende 2014 hat die JaN insgesamt in Syrien mehr als 1.500 Anschläge verübt, bei denen mindestens 8.700 Menschen getötet wurden.


hier

Um das mal vereinfacht zu sehen


Die Klassifizierung ist rein willkürlich, je nachdem wie die Marschrichtung gerade ist. Aktuell ist Assad lt. DPA/AFP/APA auch wieder der Präsident Syriens und die syrische Armee sind die Truppen der Regierung und nicht des Regimes. Die Klassifizierungen sind hier in alle Richtungen immer sehr "fließend" und können sogar innerhalb eines Tages wechseln. tounge.gif

Geschrieben von: Dave76 30. Mar 2016, 18:07

ZITAT(Alligator @ 30. Mar 2016, 16:27) *
ZITAT(Nite @ 30. Mar 2016, 15:20) *
Und genau diese Prämisse "Islamisten oder Diktatur" ist eben schlichtweg falsch, allerdings ist es genau der fatale Dualismus der den Diktatoren, egal wie sie heißen, nützt und daher propagandistisch und durch ausschalten gemäßigter Kräfte geschürt wird.

Nicht nur die Diktaturen, sondern auch die Islamisten bekämpfen die "gemäßigten" Kräfte nach Leibeskräften. Deswegen werden die ganzen Demokratisierungsversuche im Nahen Osten immer mit einer an 1 grenzenden Wahrscheinlichkeit scheitern oder sind bereits gescheitert, siehe den Irak.

'Immer' und mit '100%iger Wahrscheinlichkeit'? Aha...

Geschrieben von: Hummingbird 30. Mar 2016, 18:12

ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 19:00) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 18:41) *
Irgendwelche Unterschiede wird es zwischen Al Nusra, dem IS usw schon geben, ansonsten hätten die wohl mittlerweile mal festgestellt das man die gleichen Ziele und Interessen vertritt, was aber ja offensichtlich nicht der Fall ist.


Den Unterschied könnte mir bitte mal jemand erklären, irgendwie sieht der Generalbundesanwalt den nicht mata.gif


Es gab da einen interessanten Dokumentarfilm von einem Schweizer, der sich mit den Nuancen von Extremisten befasst hat. Der Film wurde allerdings als Verbreitung von Propaganda ausgelegt, wofür der Filmemacher in der Schweiz mittlerweile unter Anklage steht. Ich werde das nicht verlinken, aber wenn es dich ernsthaft interessiert, inwiefern die Radikalen sich unterscheiden, dann wirst du den Film selbst finden können.

Geschrieben von: Schneeball 30. Mar 2016, 18:14

ZITAT(Alligator @ 30. Mar 2016, 16:27) *
ZITAT(Nite @ 30. Mar 2016, 15:20) *
Und genau diese Prämisse "Islamisten oder Diktatur" ist eben schlichtweg falsch, allerdings ist es genau der fatale Dualismus der den Diktatoren, egal wie sie heißen, nützt und daher propagandistisch und durch ausschalten gemäßigter Kräfte geschürt wird.

Nicht nur die Diktaturen, sondern auch die Islamisten bekämpfen die "gemäßigten" Kräfte nach Leibeskräften. Deswegen werden die ganzen Demokratisierungsversuche im Nahen Osten immer mit einer an 1 grenzenden Wahrscheinlichkeit scheitern oder sind bereits gescheitert, siehe den Irak.


Ernsthaft? Es ist jetzt nicht so, dass es nicht muslimische Länger gibt und gab, die eine funktionierende Demokratie haben. In fast allen Ländern, die das nicht haben, gibt es zahlreiche Stimmen, welche Demokratie fordern. Wenn jedoch unzählige Mächte ihre Interessen "vertreten" oder gar Demokratie "herbei führen wollen", wird es in der Regel schwer. Das Modell Irak ist das beste Beispiel dafür, das man Demokratie nicht herbeibomben kann.

http://www.zeit.de/2011/09/P-Scharia#comments

Geschrieben von: Seydlitz 30. Mar 2016, 18:15

ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 18:00) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 18:41) *
Irgendwelche Unterschiede wird es zwischen Al Nusra, dem IS usw schon geben, ansonsten hätten die wohl mittlerweile mal festgestellt das man die gleichen Ziele und Interessen vertritt, was aber ja offensichtlich nicht der Fall ist.

Den Unterschied könnte mir bitte mal jemand erklären, irgendwie sieht der Generalbundesanwalt den nicht mata.gif

Ich kann die Unterschiede auch nicht benennen, aber warum sollte es Al Nusra oder den IS interessieren, wie der Generalbundesanwalt sie klassifiziert?
Von der reinen Logik her werden sich beide Organisationen in irgendwelchen Punkten wie auch immer unterscheiden, sonst würden sie sich wohl nicht gegenseitig bekämpfen, oder?

Geschrieben von: schießmuskel 30. Mar 2016, 18:23

Nite, du verstehst mich falsch. ich will gar nicht sagen, dass es nur Assad oder IS gibt. Es geht mir darum, diese in manchen Medien und auch teilweise hier kollportierten Unfug zu widersprechen, dass IS und Assad sich in Ruhe lassen bzw. nur halbherzig bekämpfen. Assad hat halt neben dem IS noch zig andere Gruppen gegen die er auch Kräfte einsetzen muss und der IS hat im Vergleich zu Assad nochmal mehr Gegner. Da kann man nicht sagen, dass die sich in Ruhe lassen nur weil nicht jede Offensive gegen Assad gerichtet ist bzw. umgekehrt.

Wie schon gesagt, die Garnisionen von Tabaqa, Kuweires, Deir ez Zor, Palmyra, Hasakah, Mahin, Qalamun und viele andere würden mit dem kopfschütteln wenn sie noch einen hätten.

Geschrieben von: Turtlegrim 30. Mar 2016, 18:24

ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 19:15) *
ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 18:00) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 18:41) *
Irgendwelche Unterschiede wird es zwischen Al Nusra, dem IS usw schon geben, ansonsten hätten die wohl mittlerweile mal festgestellt das man die gleichen Ziele und Interessen vertritt, was aber ja offensichtlich nicht der Fall ist.

Den Unterschied könnte mir bitte mal jemand erklären, irgendwie sieht der Generalbundesanwalt den nicht mata.gif

Ich kann die Unterschiede auch nicht benennen, aber warum sollte es Al Nusra oder den IS interessieren, wie der Generalbundesanwalt sie klassifiziert?
Von der reinen Logik her werden sich beide Organisationen in irgendwelchen Punkten wie auch immer unterscheiden, sonst würden sie sich wohl nicht gegenseitig bekämpfen, oder?


Wahrscheinlich ist dem so, auch wenn die Grundrichtung im Prinzip die Gleiche ist. Und natürlich interessiert es die nicht, was unser Bundesanwalt sagt. Vielleicht nur die Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal.

@Hummingbird
Danke der Hinweis. Viel wissen schadet bekanntlich nicht. smile.gif

Geschrieben von: Kameratt 30. Mar 2016, 18:35

ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 19:15) *
ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 18:00) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 18:41) *
Irgendwelche Unterschiede wird es zwischen Al Nusra, dem IS usw schon geben, ansonsten hätten die wohl mittlerweile mal festgestellt das man die gleichen Ziele und Interessen vertritt, was aber ja offensichtlich nicht der Fall ist.

Den Unterschied könnte mir bitte mal jemand erklären, irgendwie sieht der Generalbundesanwalt den nicht mata.gif

Ich kann die Unterschiede auch nicht benennen, aber warum sollte es Al Nusra oder den IS interessieren, wie der Generalbundesanwalt sie klassifiziert?
Von der reinen Logik her werden sich beide Organisationen in irgendwelchen Punkten wie auch immer unterscheiden, sonst würden sie sich wohl nicht gegenseitig bekämpfen, oder?


Der IS hat doch seinen Ursprung in der Abspaltung von Al-Kaida, nachdem man sich aufgrund der großen "Erfolge" in Syrien nicht mehr mit der Juniorrolle im Vergleich zu al-Nusra zufrieden geben wollte. Die Al-Kaida-Führung verfolgte nämlich ein Prinzip der "Arbeitsteilung": Al-Nusra agiert in Syrien, der IS, konzentriert sich auf den Irak und wirkt in Syrien lediglich unterstützend. Der Unterschied besteht also in geltend gemachten Ansprüchen. Ideologisch sind die Differenzen hingegen weiterhin marginal.
Im Übrigen sind auch die Kämpfe zwischen den gemäßigten Gruppen und dem IS in der Regel eher selten, weil zwischen ihnen meistens ein von SAA gehaltenes Gebiet liegt, welches dann von zwei Seiten angegriffen wird. Oder "gemäßigte" Gruppen paktieren gerne mal mit al-Nusra. Bestünde dann aufgrund der Logik kein Unterschied mehr zwischen diesen Gruppen?

Geschrieben von: xena 30. Mar 2016, 18:54

Naja, also im Prinzip dürften IS und Al-Nusra schon recht ähnliche Zielrichtungen haben. Es dürfte sicherlich auch Macho-Gehabe eine Rolle spielen, dass die Al-Nusra Leute meinen es besser zu können, sich nicht anderen unterordnen wollen usw... Ansonsten könnten die durchaus auch gemeinsam in eine Organisation aufgehen und mit ihnen noch einige Extremisten mehr.


ZITAT(Kameratt @ 30. Mar 2016, 16:24) *
Das ulkige an dem Umstand, ist, dass die Argumentation genauso in die andere Richtung funktioniert. Die "Gemäßigten" und der IS sind 2 Seiten derselben Medaille. Die "Gemäßigten" (und Obama) benötigen den IS um jegliche säkulare Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren, bei dem sie als das kleinere Übel erscheinen. Das könnte sogar der tatsächliche Beweggrund für das Handeln der Türkei sein. Und die Unterstützung des IS durch den Westen, ist in den russischen Hardcorepropagandekreisen doch ohnehin schon längst eine offensichtliche Tatsache...


Dass die Propaganda funktioniert sind ja die Türken schuld, die nachweislich den IS unterstützt haben und wahrscheinlich immer noch tun.

Geschrieben von: Seydlitz 30. Mar 2016, 18:55

ZITAT(Kameratt @ 30. Mar 2016, 17:35) *
Oder "gemäßigte" Gruppen paktieren gerne mal mit al-Nusra. Bestünde dann aufgrund der Logik kein Unterschied mehr zwischen diesen Gruppen?

Zu dem Zeitpunkt der Zusammenarbeit würde für mich (als Gegner) kein Unterschied bestehen, aber was nutzt das, wenn solche Gruppierungen langfristig trotzdem Unterschiedliche Ziele verfolgen.
Es bleibt doch dabei, es gibt viele unterschiedliche Gruppierungen in Syrien, auch wenn die einzelnen Unterschiede durchaus sehr gering sein können.

Geschrieben von: Turtlegrim 30. Mar 2016, 18:56

ZITAT(Kameratt @ 30. Mar 2016, 19:35) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 19:15) *
ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 18:00) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 18:41) *
Irgendwelche Unterschiede wird es zwischen Al Nusra, dem IS usw schon geben, ansonsten hätten die wohl mittlerweile mal festgestellt das man die gleichen Ziele und Interessen vertritt, was aber ja offensichtlich nicht der Fall ist.

Den Unterschied könnte mir bitte mal jemand erklären, irgendwie sieht der Generalbundesanwalt den nicht mata.gif

Ich kann die Unterschiede auch nicht benennen, aber warum sollte es Al Nusra oder den IS interessieren, wie der Generalbundesanwalt sie klassifiziert?
Von der reinen Logik her werden sich beide Organisationen in irgendwelchen Punkten wie auch immer unterscheiden, sonst würden sie sich wohl nicht gegenseitig bekämpfen, oder?


Der IS hat doch seinen Ursprung in der Abspaltung von Al-Kaida, nachdem man sich aufgrund der großen "Erfolge" in Syrien nicht mehr mit der Juniorrolle im Vergleich zu al-Nusra zufrieden geben wollte. Die Al-Kaida-Führung verfolgte nämlich ein Prinzip der "Arbeitsteilung": Al-Nusra agiert in Syrien, der IS, konzentriert sich auf den Irak und wirkt in Syrien lediglich unterstützend. Der Unterschied besteht also in geltend gemachten Ansprüchen. Ideologisch sind die Differenzen hingegen weiterhin marginal.
Im Übrigen sind auch die Kämpfe zwischen den gemäßigten Gruppen und dem IS in der Regel eher selten, weil zwischen ihnen meistens ein von SAA gehaltenes Gebiet liegt, welches dann von zwei Seiten angegriffen wird. Oder "gemäßigte" Gruppen paktieren gerne mal mit al-Nusra. Bestünde dann aufgrund der Logik kein Unterschied mehr zwischen diesen Gruppen?


Welche Ansprüche macht der IS in Syrien geltend? Wohl denselben den er überall geltend macht. Und al-Nusra ist auch ein al Qaida ableger.
Also in Syrien sah mir das nicht nur nach Support des IS aus.

Geschrieben von: Kameratt 30. Mar 2016, 19:09

Wie gesagt, der IS verfolgt das Ziel der alleinigen Herrschaft im Irak und Syrien (und weltweit) und will seine Herrschaft nicht mit anderen Al-Kaida-Ablegern teilen. Wer will das schon, wenn man ein Superstar ist? Deswegen erfolgte ja auch die Abspaltung von Al-Kaida, die im IS lediglich eine irakische Filiale der Organisation sah.

Geschrieben von: SailorGN 30. Mar 2016, 19:24

ZITAT(Kameratt @ 30. Mar 2016, 15:24) *
Die "Gemäßigten" (und Obama) benötigen den IS um jegliche säkulare Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren, bei dem sie als das kleinere Übel erscheinen.


Da wird grad gar kein Schuh draus: Warum will Obama die säkulare Opposition gegen Assad ausschalten? Die "säkulare Opposition" wurde bereits vor Jahren durch Assad und die "gemäßigten" zerlegt, bzw. gekapert. Nicht umsonst haben die USA es nicht hinbekommen, eine eigene "Truppe" aufzustellen, als sie sich schliesslich zum Eingreifen entschlossen hatten. Da waren nur noch die "gemäßigten" über. Irgendwoher müssen ja Assads zehntausende Folteropfer und Verschwundene kommen^^

Der wichtige Punkt im Verständnis der "Bündnisse" innerhalb Syriens ist die sehr enge Ressourcenbasis. Keine Partei (auch nicht Assad oder der IS) ist in der Lage, gleichzeitig gegen alle Nachbarn vorzugehen. Jede Offensive "entblösst" andere Gebiete und daher werden entsprechende Stillhalteabkommen oder gemeinesame Offensiven verhandelt. Gleiches gilt natürlich auch für nichtmilitärische Ressourcen wie bspw. die Stromversorgung. Da paktiert(e?) Assad mit dem IS, weil er ohne das im Dunkeln sitzen würde... und der IS profitiert vom "Verkauf" des Stroms. Wirklicher "gamechanger" war immer nur die Unterstützung von ausserhalb, für alle Seiten. Ohne ausländische Freiwillige und Material hätte die Opposition nie so lang durchgehalten, was sie aber auch verändert hat (Verschiebung hin zum Islamismus). Der IS hätte ohne den Zustrom ausländischer Kämpfer sich nie so ausbreiten können und die letzte große "Einmischung" der Russen wurde ja bereits diskutiert.

Geschrieben von: Turtlegrim 30. Mar 2016, 19:49

hm aber dank der Russen sollte Assad doch jetzt in der Lage sein, nicht mehr vom IS abhängig zu sein!? Der IS wird durch die westliche Koalition niedergehalten und ist ansonsten damit beschäftigt weiter an sein Kalifat zu glauben.

Aber @sailor ich muss dir zustimmen, das Assad ohne die unterstützung der westlichen Mächte diese längst kassiert hätte.

Geschrieben von: Alligator 30. Mar 2016, 19:50

ZITAT(Dave76 @ 30. Mar 2016, 19:07) *
ZITAT(Alligator @ 30. Mar 2016, 16:27) *
ZITAT(Nite @ 30. Mar 2016, 15:20) *
Und genau diese Prämisse "Islamisten oder Diktatur" ist eben schlichtweg falsch, allerdings ist es genau der fatale Dualismus der den Diktatoren, egal wie sie heißen, nützt und daher propagandistisch und durch ausschalten gemäßigter Kräfte geschürt wird.

Nicht nur die Diktaturen, sondern auch die Islamisten bekämpfen die "gemäßigten" Kräfte nach Leibeskräften. Deswegen werden die ganzen Demokratisierungsversuche im Nahen Osten immer mit einer an 1 grenzenden Wahrscheinlichkeit scheitern oder sind bereits gescheitert, siehe den Irak.

'Immer' und mit '100%iger Wahrscheinlichkeit'? Aha...

mata.gif
Aber mal im Ernst, wo sind die Erfolge der ganzen Regimechanges des Westens? Wäre es in Syrien, wenn der Westen Assad gewaltsam gestürzt hätte, ganz anders verlaufen, als z.B. in Libyen oder dem Irak? Ich denke nicht.

Geschrieben von: Slavomir 30. Mar 2016, 19:51

ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 11:15) *
Nur um es klar zustellen, ich selbst wollte lediglich darauf hinweisen, dass es durch das Erstarken des IS zu einer anderen Wahrnehmung bezüglich Assads gekommen ist. Meine eigene Meinung zu Assad und seiner Legitimation als Präsident taucht darin nicht auf. Meinetwegen war auch das Wort "Legitimation" die falsche Wahl.
Das wesentliche aber bleibt, dass Assad sich als Alternative zum IS positionieren konnte. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn ich jetzt an die Kurden denke, die jetzt massiv vom "Westen" unterstützt und beliefert werden... rolleyes.gif

Geschrieben von: Turtlegrim 30. Mar 2016, 19:55

ZITAT(Slavomir @ 30. Mar 2016, 20:51) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 11:15) *
Nur um es klar zustellen, ich selbst wollte lediglich darauf hinweisen, dass es durch das Erstarken des IS zu einer anderen Wahrnehmung bezüglich Assads gekommen ist. Meine eigene Meinung zu Assad und seiner Legitimation als Präsident taucht darin nicht auf. Meinetwegen war auch das Wort "Legitimation" die falsche Wahl.
Das wesentliche aber bleibt, dass Assad sich als Alternative zum IS positionieren konnte. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn ich jetzt an die Kurden denke, die jetzt massiv vom "Westen" unterstützt und beliefert werden... rolleyes.gif

und gleichzeitig verhandeln der Westen mit Erdogan. wenns nicht so traurig wäre würde ich lachen.

Geschrieben von: TrueKosmos 30. Mar 2016, 19:59

ZITAT(Nite @ 30. Mar 2016, 16:20) *
ZITAT(TrueKosmos @ 30. Mar 2016, 15:55) *
ZITAT(Nite @ 29. Mar 2016, 23:45) *
ZITAT(schießmuskel @ 29. Mar 2016, 23:23) *
Der IS und Assad sind eben als die primär Bösewichte klassifiziert, deshalb wird dann auch ständig dieser Unsinn von der stillschweigenden Kooperation verbreitet und man würde sich gegenseitig im Ruhe lassen.
Man kann dem IS von mir aus Kooperation mit der FSA, Peshmerga, Nusra oder sogar YPG unterstellen aber nicht mit dem Assad Regime. Die anderen sind wenigstens als kleinster gemeinsamer Nenner Sunniten, während das Alawitische Regime in Syrien und das schiietische im Irak einfach die natürlichen Feinde des IS sind. Aber wie gesagt, es passt eben schön ins Weltbild wenn man den beiden Kooperation unterstellt.

Das Assad-Regime und der IS sind 2 Seiten derselben Medaille.
Assad (und Putin) benötigen den IS um jegliche gemäßigte Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren bei dem das Assad-Regime als das kleinere Übel erscheint.

IS und die "gemäßigte Rebellen" sind 2 Seiten derselben Medaille.

Wer in einem muslimischen Land eine autoritäre Regierung destabilisiert (Syrien) oder zerstört (Irak, Libyen) und gar islamistische Kämpfer unterstützt(und "gemäßigte Opposition" in Syrien besteht weitgehend aus Islamisten sunnitischer Glaubensrichtung) der schafft damit zwangsläufig Raum für radikale islamistische Bewegungen die schwer zu kontrollieren sind.

Das ist ein bewusst eingegangenes Risiko seitens der Regierungen führender westlicher Länder und ihrer Verbündeter in arabischen Raum und Türkei.

Radikale Sunniten sind größte Gefahr für Assad daher kann er da nichts konstruieren, dass Teile der radikalen Sunniten (die seine Gegner gegen ihn ins Feld schicken) sich der Kontrolle ihrer Lenker entzogen haben kann Assad nur akzeptieren, er hat da nichts zu melden.

Und genau diese Prämisse "Islamisten oder Diktatur" ist eben schlichtweg falsch, allerdings ist es genau der fatale Dualismus der den Diktatoren, egal wie sie heißen, nützt und daher propagandistisch und durch ausschalten gemäßigter Kräfte geschürt wird.

das ist keine Prämisse sondern ein Erfahrungswert, ich glaube nicht dass Saddam aus Jenseits in Irak die gemäßigten Kräfte ausschaltet wink.gif

Ein Diktator unterdrückt zuallererst seine gefährlichsten Gegner und das sind in einem islamischen Land die Islamisten, an Zahl und Gewaltbereitschaft sind ihre Aktivisten allen anderen weit vorraus, dieser Druck schwindet je schwächer Regime wird. Auf Assads Familie und sunnitische Islamisten trifft das insbesondere.
Nicht nur eine scheinbar sekuläre Diktatur, auch die Wahabiten von der arabischen Insel, oder die noch demokratische Türkei, Kampf des Staates gegen "unkontrolleirten Islamismus" wird ununterbrochen ausgefochten. Wenn Staat durch verschiedene Methoden der regimechange schwach wird dann schwinden die Fesseln.

Man schaue nur auf die Vorgänge in Ägypten...

Es ist richtig, es gibt an sich keinen Dualismus "Islamisten oder Diktatur", aber wenn ein Staatsgefüge eines islamischen Landes destabilisiert wird, auch noch durch Unterstützung der Islamisten, dann werden Verhältnisse geschaffen die Machtverschiebung Richtung Islamisten wahrscheinlich machen.

Es ist kein Dualismus "Islamisten oder Diktatur" sondern ein Dualismus "Starker Staat oder Erstarken der Islamisten".

Wer sich darauf macht ein Staatsgefüge in einem islamischen Land zu schwächen der geht die Risiken eines Erstarken der radikalen Islamisten in diesem Land ein.
Die Anti Assad Koalition tat das.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------
Über was soll Assad sich denn freuen? Wenn er den Kampf gegen eine gemäßgte Opposition verliert dann kann er zumindestens hoffen das sein Clan und Leute überleben, aber die Ausbreitung der IS ist Existenzgefahr für seine gesamte Glaubensgemeinschaft in Syrien unabhängig davon was er macht...

USA haben praktisch klar gemacht dass sie im Falle eines Scheiterns die Waffen in weit größeren Maße an die "gemäßigte Opposition" liefern, dann hat Assad auf einer Seite eine noch stärkere "gemäßigte Opposition" und auf der anderen IS die dann irgendwann seine schwächer werdende Truppen überrennt...
Wahrlich, IS ist eine Chance für Assad, propagandistischer Erfolg wink.gif

Keiner wegen IS hat so viel zu verlieren wie Assad, für ihn ist IS eine Gefahr apokalyptischen Ausmaßes .

Geschrieben von: Turtlegrim 30. Mar 2016, 20:07

Nur gut ist, das auch die gemäßigte Opposition gegen den IS vorgeht.
Wohl wahr ist dass ein Scheitern Assads für diesen eine grundlegende Existenzbedrohung ist. Nur kann nach dem bisherigem Auftreten des IS an einem erstarken diesem oder gar der Umsetzung seiner Ziele keiner keine Partei wirklich interessiert seinl. (Radikale Idioten sind hiervon ausgenommen) selbst al nusra nicht, da sie ja dann nicht die chefs wären.
Die westliche Welt brauch man eigentlich nicht zu erwähnen.

Geschrieben von: Seydlitz 30. Mar 2016, 20:10

ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 19:55) *
ZITAT(Slavomir @ 30. Mar 2016, 20:51) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 11:15) *
Nur um es klar zustellen, ich selbst wollte lediglich darauf hinweisen, dass es durch das Erstarken des IS zu einer anderen Wahrnehmung bezüglich Assads gekommen ist. Meine eigene Meinung zu Assad und seiner Legitimation als Präsident taucht darin nicht auf. Meinetwegen war auch das Wort "Legitimation" die falsche Wahl.
Das wesentliche aber bleibt, dass Assad sich als Alternative zum IS positionieren konnte. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn ich jetzt an die Kurden denke, die jetzt massiv vom "Westen" unterstützt und beliefert werden... rolleyes.gif

und gleichzeitig verhandeln der Westen mit Erdogan. wenns nicht so traurig wäre würde ich lachen.

?
Ich kann da echt nicht folgen confused.gif


Geschrieben von: Kameratt 30. Mar 2016, 20:12

ZITAT(SailorGN @ 30. Mar 2016, 20:24) *
ZITAT(Kameratt @ 30. Mar 2016, 15:24) *
Die "Gemäßigten" (und Obama) benötigen den IS um jegliche säkulare Opposition auszuschalten und einen Dualismus zu konstruieren, bei dem sie als das kleinere Übel erscheinen.


Da wird grad gar kein Schuh draus: Warum will Obama die säkulare Opposition gegen Assad ausschalten? Die "säkulare Opposition" wurde bereits vor Jahren durch Assad und die "gemäßigten" zerlegt, bzw. gekapert. Nicht umsonst haben die USA es nicht hinbekommen, eine eigene "Truppe" aufzustellen, als sie sich schliesslich zum Eingreifen entschlossen hatten. Da waren nur noch die "gemäßigten" über. Irgendwoher müssen ja Assads zehntausende Folteropfer und Verschwundene kommen^^

Umgekehrt. Die säkulare Opposition ist "Assad" und wenn der weg ist, dann bleiben nur die "gemäßigten" von Nusra, Ahrar ash-Sham und sonstige Truppen, die man mit westlicher Unterstützung nicht aufzustellen vermochte auf der einen Seite, und der IS auf der anderen. In solche einer Konstellation sind die gemäßigten Dschichadisten dem IS natürlich vorzuziehen. Man nimmt dann das Material, das man kriegen kann. Eine brauchbare Ausrede. smokin.gif

Geschrieben von: Slavomir 30. Mar 2016, 20:20

ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 21:10) *
ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 19:55) *

und gleichzeitig verhandeln der Westen mit Erdogan. wenns nicht so traurig wäre würde ich lachen.

?
Ich kann da echt nicht folgen confused.gif

Er wollte bestimmt auf die komische/seltsame/traurige Tatsache hinweisen, dass die Kurden von einem NATO-Land bekämpft und von den mehreren anderen NATO-Ländern unterstützt werden.

Geschrieben von: SailorGN 30. Mar 2016, 20:27

Njet, towaritsch.

Die Islamisten und Terroristen können nur dort Fuß fassen, wo einerseits die Situation der Bevölkerung so mies ist, dass sie als letzte Rettung gesehen werden. Zweitens können sie nur dort groß werden, wo ihnen kein anderer Widerstand aus der Mitte entgegenschlägt. Der sunnitische Islam ist eben nicht automatisch ein Dampfkessel, der nur durch Gegendruck zusammengehalten wird. Im Falle Syriens resultiert die Affinität der Sunniten zu den radikalen Gruppen aus ihrer konsequenten Marginalisierung seit Jahrzehnten und der Vernichtung jeglicher politischer Alternativen (in Form säkularer Opposition gegen Assad, welche eine Beteiligung der Sunniten am Staat eventuell ermöglicht hätten). Der Dualismus "Diktatur oder Islamismus" konstruiert sich selbst aus den typischen Nachteilen der Autokratien im Nahen Osten: Klientelpolitik, Unterdrückung jeglicher Opposition, marginalisierung großer Bevölkerungsschichten, Verhinderung sozialer Mobilität, Tribalismus. Ohne diese Art der Politik bleibt der Islamismus eine Randerscheinung, weil es für die Bevölkerung überhaupt keinen Druck gibt, sich derart radikalen Denk- und Kampfweisen anzuschliessen. Gleichzeitig gibt es gemäßigtere Alternativen. Eine entsprechende Analogie ist die Bekämpfung der verschiedenen "Volksbefreiungsorganisationen" in aller Welt während des Kalten Krieges: Die Gemäßigten werden zuerst angegangen und ihre Schwäche stärkte die radikaleren Kräfte. Ohne den allgemeinen Leidensdruck und den Wegfall politischer Alternativen blieben die "roten Terroristen" wie die RAF eine Randnote.

Gemäßigte, halbwegs demokratische Gruppen, die auf repräsentative Machtverteilung setzen sind sowohl für die Autokraten wie auch die Terroristen am gefährlichsten. Den Autokraten entziehen sie über Mehrheiten die Macht, marginalisieren diese herrschenden Minderheiten und beteiligen mehr Menschen an Macht (und Wohlstand). Den Terroristen entziehen sie die Basis, da die Menschen auf anderen Wegen an Macht und Wohlstand profitieren können. Zusammen mit einen funktionierenden Rechtssystem machen sie das Streben der islamistischen Terroristen nach Scharia und "Gottesstaat" redundant, bzw. entlarven es als schlechtere Alternative.

Geschrieben von: Nite 30. Mar 2016, 20:29

ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 20:55) *
...der Westen...

Zum Thema der WestenTM:
https://antoningregoire.wordpress.com/2012/09/14/the-west-ideology-part-6-the-noble-dictator/
(die ganze Serie ist übrigens lesenswert)

Geschrieben von: xena 30. Mar 2016, 20:50

ZITAT(TrueKosmos @ 30. Mar 2016, 18:59) *
Keiner wegen IS hat so viel zu verlieren wie Assad, für ihn ist IS eine Gefahr apokalyptischen Ausmaßes .

Der IS ist für alle in Syrien eine Gefahr apokalyptischen Ausmaßes, auch für alle Rebellengruppen. Irgend einen gegen die IS auszuspielen wäre fatal, weil es am Ende alle verlieren würden.

Geschrieben von: schießmuskel 30. Mar 2016, 22:44

Es gibt schon einen signifikanten Unterschied zwischen IS und AQ der weit darüber hianus geht als nur oberflächliche Machtspiele oder wer mehr zu melden hat in Syrien.
AQ bzw. Osama bin Laden sind/waren keine Wahabieten, im Gegenteil, Bin laden war ein scharfer Gegner des saudischen Regimes und der Staatsideologie des Wahabismus, der die dortige Monarchie anerkennt und stützt. Darüber hinaus war Bin Laden und AQ zwar gegen Israel, aber er war bei weitem nicht so dogmatisch wie der IS, besonders wenn es um die Schiieten geht. Der Ursprung des IS war ja ISI als offizieller AQ Ableger im Irak unter dem Kommando von Abu Musab Al Zarqawi und es war Zarqawi der einen unmenschlichen Hass gegen die Schiieten hatte und lieber einen Bürgerkrieg führen wollte als gegen die eigentlichen Besatzer. Diese Kriegsführung wurde damals schon von der AQ Führung ( Bin Laden , Zawahiri) gerügt. Da aber die AQ Führung über keine vertikale und organische internationle Kommandostruktur verfügte, sondern lediglich ideologische Leitfiguren waren, hatten Bin laden und die AQ Führung effektiv keine Möglichkeiten Zarqawie zu disziplinieren. AQ hatte nicht nur davon Abstand genommen Schiieten zu attackieren, sondern es Bestand sogar direkte Kooperation mit der Hizbullah und darüber auch indirekt mit dem Iran. Nach allem was man weiß war Bin ladnes Mutter Syrerin aus Latakia und hatte damit wahrscheinlich selbst einen Alawitischen/Schiietischen Hintergrund.

ZITAT
As we mentioned in chapter 2, while in Sudan, senior managers in al Qaeda
maintained contacts with Iran and the Iranian-supported worldwide terrorist
organization Hezbollah, which is based mainly in southern Lebanon and
Beirut. Al Qaeda members received advice and training from Hezbollah.
Intelligence indicates the persistence of contacts between Iranian security
officials and senior al Qaeda figures after Bin Ladin’s return to Afghanistan.


http://avalon.law.yale.edu/sept11/911Report.pdf

https://books.google.de/books?id=HT9yBgAAQBAJ&pg=PT128&lpg=PT128&dq=bin+laden+mother+shia&source=bl&ots=0Fy6wbCMrI&sig=GDJLreyOAmu_YRtkg3l84d_qnCk&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwje69vHrOnLAhVinnIKHapRA_MQ6AEIZTAM#v=onepage&q=bin%20laden%20mother%20shia&f=false

ZITAT
Zarqawi's escalating campaign against Shiites has concerned Sunni resistance leaders who believe that attacks on Muslim civilians undermine much needed public support for the insurgency.

The most publicized criticism came from Ayman al-Zawahiri, al-Qaeda's putative second in command.


http://www.washingtoninstitute.org/policy-analysis/view/zarqawis-total-war-on-iraqi-shiites-exposes-a-divide-among-sunni-jihadists

http://www.cfr.org/iraq/letter-abu-musab-al-zarqawi-osama-bin-laden/p9863

ZITAT
However, since the early 1990s, bin Laden has urged tactical and logistical cooperation among like-minded Shiite and Sunni groups. Iran and Hizballah have frequently assisted al-Qaeda operatives. The two groups have overlapping contacts in South America, Africa, and the Middle East, and have cooperated in fundraising and training


http://www.washingtoninstitute.org/policy-analysis/view/zarqawis-total-war-on-iraqi-shiites-exposes-a-divide-among-sunni-jihadists

Guter aktueller Vortrag über die Zukunft des IS
https://www.youtube.com/watch?v=zwNB8Ld38-0&ebc=ANyPxKokY3IL8m9wbijNeit9bkLYC-IcjWc_UPZxaBLGXjdYbjsY-zXVpxdF_FZzHY1vPhq_gS7HRwqgGYMwEU_EuzncDVad4A

Geschrieben von: Schneeball 30. Mar 2016, 23:30

ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 20:55) *
ZITAT(Slavomir @ 30. Mar 2016, 20:51) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 11:15) *
Nur um es klar zustellen, ich selbst wollte lediglich darauf hinweisen, dass es durch das Erstarken des IS zu einer anderen Wahrnehmung bezüglich Assads gekommen ist. Meine eigene Meinung zu Assad und seiner Legitimation als Präsident taucht darin nicht auf. Meinetwegen war auch das Wort "Legitimation" die falsche Wahl.
Das wesentliche aber bleibt, dass Assad sich als Alternative zum IS positionieren konnte. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn ich jetzt an die Kurden denke, die jetzt massiv vom "Westen" unterstützt und beliefert werden... rolleyes.gif

und gleichzeitig verhandeln der Westen mit Erdogan. wenns nicht so traurig wäre würde ich lachen.


Verhandelt, der war gut rofl.gif

Erdogan bombt die Kurden weg und der Westen bezahlt ihm Mia von € für ein paar Zelte, dazu die Unterstützung von Daesh usw... ich frage mich wirklich, wie er das hinbekommen hat.

Geschrieben von: Turtlegrim 31. Mar 2016, 05:54

ZITAT(Slavomir @ 30. Mar 2016, 21:20) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 21:10) *
ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 19:55) *

und gleichzeitig verhandeln der Westen mit Erdogan. wenns nicht so traurig wäre würde ich lachen.

?
Ich kann da echt nicht folgen confused.gif

Er wollte bestimmt auf die komische/seltsame/traurige Tatsache hinweisen, dass die Kurden von einem NATO-Land bekämpft und von den mehreren anderen NATO-Ländern unterstützt werden.


xyxthumbs.gif

und ja Schneeball verhandeln war vielleicht etwas freundlich ausgedrückt wink.gif

Geschrieben von: Dave76 31. Mar 2016, 10:41

ZITAT(Alligator @ 30. Mar 2016, 20:50) *
ZITAT(Dave76 @ 30. Mar 2016, 19:07) *
ZITAT(Alligator @ 30. Mar 2016, 16:27) *
ZITAT(Nite @ 30. Mar 2016, 15:20) *
Und genau diese Prämisse "Islamisten oder Diktatur" ist eben schlichtweg falsch, allerdings ist es genau der fatale Dualismus der den Diktatoren, egal wie sie heißen, nützt und daher propagandistisch und durch ausschalten gemäßigter Kräfte geschürt wird.

Nicht nur die Diktaturen, sondern auch die Islamisten bekämpfen die "gemäßigten" Kräfte nach Leibeskräften. Deswegen werden die ganzen Demokratisierungsversuche im Nahen Osten immer mit einer an 1 grenzenden Wahrscheinlichkeit scheitern oder sind bereits gescheitert, siehe den Irak.

'Immer' und mit '100%iger Wahrscheinlichkeit'? Aha...

mata.gif
Aber mal im Ernst, wo sind die Erfolge der ganzen Regimechanges des Westens? Wäre es in Syrien, wenn der Westen Assad gewaltsam gestürzt hätte, ganz anders verlaufen, als z.B. in Libyen oder dem Irak? Ich denke nicht.

Schön wie du mal so überhaupt nicht auf meine Kritik an deiner rassistischen Äußerung, dass der gesamte 'Nahe Osten' per se in der Vergangenheit, der Gegenwart und auch zukünftig für alle Zeiten demokratieunfähig sei, eingehst. Da strickst du lieber weiter an der Legende, dass dies natürlich immer von außen gesteuerte 'Regimechanges' seien. Aber eigentlich gehen diese beiden stereotypen Bilder ja Hand in Hand: Auf der einen Seite der unzivilisierbare Wilde, der nunmal nicht anders kann und sich qua natura gegen die fremden Ideen wehren muss, auf der anderen Seite der monolithische Block des 'Westens', ein Schreckgespenst mythologischen Ausmaßes, welches einem nach Blut und Öl gierenden Leviathan gleich, die hehren Wilden sich ständig Untertan zu machen versucht.

Geschrieben von: Schneeball 31. Mar 2016, 10:51

ZITAT(Dave76 @ 31. Mar 2016, 11:41) *
Schön wie du mal so überhaupt nicht auf meine Kritik an deiner rassistischen Äußerung, dass der gesamte 'Nahe Osten' per se in der Vergangenheit, der Gegenwart und auch zukünftig für alle Zeiten demokratieunfähig sei, eingehst. Da strickst du lieber weiter an der Legende, dass dies natürlich immer von außen gesteuerte 'Regimechanges' seien. Aber eigentlich gehen diese beiden stereotypen Bilder ja Hand in Hand: Auf der einen Seite der unzivilisierbare Wilde, der nunmal nicht anders kann und sich qua natura gegen die fremden Ideen wehren muss, auf der anderen Seite der monolithische Block des 'Westens', ein Schreckgespenst mythologischen Ausmaßes, welches einem nach Blut und Öl gierenden Leviathan gleich, die hehren Wilden sich ständig Untertan zu machen versucht.

Einfach nur Spasseshalber, welcher Regiemchange der jüngeren Geschichte im Nahen Osten ist denn ohne Einfluss westlicher Länder ausgekommen? Im übrigen ist die Fokussierung auf Öl mMn falsch. Öl mag als Faktor mitspielen, aber beim geopolitischen Spiel gehts um viel mehr als nur Öl und Gas.

Geschrieben von: CAPE 31. Mar 2016, 11:15

ZITAT(Dave76)
Schön wie du mal so überhaupt nicht auf meine Kritik an deiner rassistischen Äußerung, dass der gesamte 'Nahe Osten' per se in der Vergangenheit, der Gegenwart und auch zukünftig für alle Zeiten demokratieunfähig sei, eingehst. Da strickst du lieber weiter an der Legende, dass dies natürlich immer von außen gesteuerte 'Regimechanges' seien. Aber eigentlich gehen diese beiden stereotypen Bilder ja Hand in Hand: Auf der einen Seite der unzivilisierbare Wilde, der nunmal nicht anders kann und sich qua natura gegen die fremden Ideen wehren muss, auf der anderen Seite der monolithische Block des 'Westens', ein Schreckgespenst mythologischen Ausmaßes, welches einem nach Blut und Öl gierenden Leviathan gleich, die hehren Wilden sich ständig Untertan zu machen versucht.


Mit 100% Wahrscheinlichkeit für alle Zeiten Diktatur oder Islamismus - sicher nicht
Aber wo genau hattest Du da den Rassismus entdeckt?

Geschrieben von: Crazy Butcher 31. Mar 2016, 11:24

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-03/aufruestung-syrien-russland-marine-luftwaffe-wladimir-putin
und
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/syrien-einsatz-russland-erwartet-mehr-waffenverkaeufe-a-1084498.html

Geschrieben von: SailorGN 31. Mar 2016, 12:12

Öl ist überhaupt kein Faktor mehr, da haben sich die NeoCons mit ihrem Irakkreuzzug unter Bush dem II. derart gründlich ins Knie geschossen. Dank dieser Dummheit ist der Ölpreis derart explodiert, dass Alternativen wie Fracking attraktiv wurden. Gleichzeitig wurde Ölsparen attraktiv. Verknappung/Verteuerung bedeutet immer auch Innovation und Substitution.

Die "Regimechanges" in der Region haben ihre Ursachen eben nicht in aktiver "westlicher" Einmischung. Selbst die CIA hat auf die harte Tour (Iran und Co.) gelernt, dass Putsche etc. eine geringe Halbwertszeit haben. Leider ist die "Begründung" von aussen gesteuert für viele einfacher zu begreifen als die gesellschaftlichen Dynamiken in diesen Ländern... und vor allen wird am liebsten von der eigenen Wahrnehmung projeziert: Im "Westen" gibt es keinen/kaum Leidensdruck zur Revolution, also bleibt nur Geld als einzig mögliche Motivation über. Und genau da liegt der Verständnisfehler. Die große Mehrheit der Menschen in diesen Ländern hat keine Sozialversicherung, Rente, Krankenversicherung, Arbeitsschutz, tlw. keinen Job, kein Garnix. Und im Gegensatz zu den hiesigen "Wohlstandsunzufriedenen" die nur gegen "Die da oben!" in Kommentarspalten und bei gutem Wetter am Wochenende protestieren können die Menschen in diesen autokratischen Ländern sehr genau benennen, wer sie aktiv unterdrückt. Dort sind die Hackordnungen sehr klar und werden mit massiver Gewalt durchgesetzt. Nur das wird hierzulande von diversen Menschen ausgeblendet...

Geschrieben von: Schneeball 31. Mar 2016, 12:58

ZITAT(SailorGN @ 31. Mar 2016, 13:12) *
Die "Regimechanges" in der Region haben ihre Ursachen eben nicht in aktiver "westlicher" Einmischung. Selbst die CIA hat auf die harte Tour (Iran und Co.) gelernt, dass Putsche etc. eine geringe Halbwertszeit haben. Leider ist die "Begründung" von aussen gesteuert für viele einfacher zu begreifen als die gesellschaftlichen Dynamiken in diesen Ländern... und vor allen wird am liebsten von der eigenen Wahrnehmung projeziert: Im "Westen" gibt es keinen/kaum Leidensdruck zur Revolution, also bleibt nur Geld als einzig mögliche Motivation über. Und genau da liegt der Verständnisfehler. Die große Mehrheit der Menschen in diesen Ländern hat keine Sozialversicherung, Rente, Krankenversicherung, Arbeitsschutz, tlw. keinen Job, kein Garnix. Und im Gegensatz zu den hiesigen "Wohlstandsunzufriedenen" die nur gegen "Die da oben!" in Kommentarspalten und bei gutem Wetter am Wochenende protestieren können die Menschen in diesen autokratischen Ländern sehr genau benennen, wer sie aktiv unterdrückt. Dort sind die Hackordnungen sehr klar und werden mit massiver Gewalt durchgesetzt. Nur das wird hierzulande von diversen Menschen ausgeblendet...

Aha, dann habe ich den Regimechange im Irak und Lybien also nur geträumt, um nur mal die zwei offensichtlichsten Fälle zu nennen. rofl.gif wallbash.gif Eine gewisse gesellschaftliche Dynamik und ein Versagen der örtlichen Machthaber bestreitet wohl niemand, schliesslich müssen sich für "unsere" Änderungswünsche ja auch irgendwie vor Ort Idioten finden die sich einspannen lassen.

Auf deine "Analyse" zu den hiesigen Verhältnissen mag ich nicht eingehen, passt auch nicht hier her und würde wohl gnadenlos ausarten.

Geschrieben von: SailorGN 31. Mar 2016, 13:08

Irak war ein ausgewachsener Angriffskrieg und kein "subtiler" regimechange. Darüber hinaus ein im "Westen" deutlich umstrittener. Insofern passt der Irak in keinster Weise in diese Kategorie. In Lybien war die Bevölkerung treibende Kraft, welche erst nach Beginn des Bürgerkrieges von aussen unterstützt wurde.

Im Übrigen sagt "Idioten vor Ort, die sich einspannen lassen" alles über deine Sicht auf die Menschen dort aus und bestätigt das Bild vom hiesigen Lehnstuhlsoziologen/Politiologen/Strategen/Revoluzzer ^^

Geschrieben von: Seydlitz 31. Mar 2016, 13:26

In Tunesien und Ägypten gab es Wechsel der Regierung ohne großartige Unterstützung aus "dem Westen", in Marokko gab es zumindest eine Verfassungsänderung. Über den Irak Krieg brauchen wir uns wohl nicht großartig unterhalten, aber Libyen als westlichen Umsturzversuch zu deklarieren, taugt auch nicht als Argument. Ursache und Unterstützung werden dann vertauscht.
Es gibt also durchaus Potential für Staatsformen abseits von Diktaturen oder Gottesstaaten. Und ja, ich weiß das in Ägypten zurzeit auch wieder das Militär an der Macht ist. wink.gif

Geschrieben von: Schneeball 31. Mar 2016, 13:29

ZITAT(SailorGN @ 31. Mar 2016, 14:08) *
Irak war ein ausgewachsener Angriffskrieg und kein "subtiler" regimechange. Darüber hinaus ein im "Westen" deutlich umstrittener. Insofern passt der Irak in keinster Weise in diese Kategorie. In Lybien war die Bevölkerung treibende Kraft, welche erst nach Beginn des Bürgerkrieges von aussen unterstützt wurde.

Im Übrigen sagt "Idioten vor Ort, die sich einspannen lassen" alles über deine Sicht auf die Menschen dort aus und bestätigt das Bild vom hiesigen Lehnstuhlsoziologen/Politiologen/Strategen/Revoluzzer ^^


Bitte genau lesen. Du hast geschrieben, dass die Regiemwechsel ohne AKTIVE Unterstützung von statten gingen. Das ist aber, gerade im Fall Lybiens, komplett falsch. Niemand weiss was passiert wäre, wenn der Westen die "Opposition" nicht unterstütz hätte. Gaddafi wurde mit massiver Hilfe von Frankreich und England in ein Erdloch gebombt, alles andere ist Geschichtsklitterung. Im übrigen sieht man ja jetzt in Lybien, von wessen Geistes Kinde die "Opposition" war. Sehr unterstützungswürdig das ganze..

Ob irgendwelches herumgepfusche in internen Angelegenheiten von der Bevölkerung hier gutgeheissen wird oder nicht ist total egal. Es ist auch egal, ob der Regimechance durch einen offenen Angriffskrieg oder eine diskrete Operation zustande gekommen ist. Das Resultat zählt.

Geschrieben von: Seydlitz 31. Mar 2016, 13:40

ZITAT(Slavomir @ 30. Mar 2016, 19:20) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 21:10) *
ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 19:55) *

und gleichzeitig verhandeln der Westen mit Erdogan. wenns nicht so traurig wäre würde ich lachen.

?
Ich kann da echt nicht folgen confused.gif

Er wollte bestimmt auf die komische/seltsame/traurige Tatsache hinweisen, dass die Kurden von einem NATO-Land bekämpft und von den mehreren anderen NATO-Ländern unterstützt werden.

Danke für die Erklärung, habe ich so nicht gleich erkannt.
Klar ist die derzeitige Situation gelinde gesagt merkwürdig. Problematisch ist halt auch das es "die" Kurden so anscheinend nicht gibt. Es gibt türkische Kurden, irakische Kurden, syrische Kurden und ich weiß nicht was noch für Unterteilungen. Da gibt es bestimmt andere User, die besser auf Feinheiten eingehen können.
Deutschland unterstützt ja z.B. die Kurden im Nordirak (Peshmerga) mit Waffen, Material und Ausbildung, während die PKK auf türkischer Seite in Deutschland nach wie vor Verboten ist und als terroristische Vereinigung eingestuft ist, wenn ich recht informiert bin. Also gibt es alleine schon dort unterschiedliche Bewertungen.
Allgemein sehe für die Kurdische Sache (vielleicht sogar ein Kurdistan) eher gute Chancen für die Zukunft. Im Irak hat man eine weitgehende Autonomie bereits erreicht, in Syrien ist man auf den Weg zu ähnlichem, beide Gebiete grenzen aneinander. Durch die Schwächung der Staaten (Syrien/Irak) ergeben sich für die Kurden Möglichkeiten. Auch in ihrer Außenwahrnehmung sind beide als Anti IS Kämpfer zurzeit gut angesehen.
Die ganze Region bleibt für die nächsten Jahre interessant. Sei es, welchen Weg die Türkei weiter geht, oder wie die Neuordnung im Irak und Syrien verlaufen wird.

Geschrieben von: Turtlegrim 31. Mar 2016, 13:48

ZITAT(Seydlitz @ 31. Mar 2016, 14:40) *
ZITAT(Slavomir @ 30. Mar 2016, 19:20) *
ZITAT(Seydlitz @ 30. Mar 2016, 21:10) *
ZITAT(Turtlegrim @ 30. Mar 2016, 19:55) *

und gleichzeitig verhandeln der Westen mit Erdogan. wenns nicht so traurig wäre würde ich lachen.

?
Ich kann da echt nicht folgen confused.gif

Er wollte bestimmt auf die komische/seltsame/traurige Tatsache hinweisen, dass die Kurden von einem NATO-Land bekämpft und von den mehreren anderen NATO-Ländern unterstützt werden.

Danke für die Erklärung, habe ich so nicht gleich erkannt.
Klar ist die derzeitige Situation gelinde gesagt merkwürdig. Problematisch ist halt auch das es "die" Kurden so anscheinend nicht gibt. Es gibt türkische Kurden, irakische Kurden, syrische Kurden und ich weiß nicht was noch für Unterteilungen. Da gibt es bestimmt andere User, die besser auf Feinheiten eingehen können.
Deutschland unterstützt ja z.B. die Kurden im Nordirak (Peshmerga) mit Waffen, Material und Ausbildung, während die PKK auf türkischer Seite in Deutschland nach wie vor Verboten ist und als terroristische Vereinigung eingestuft ist, wenn ich recht informiert bin. Also gibt es alleine schon dort unterschiedliche Bewertungen.
Allgemein sehe für die Kurdische Sache (vielleicht sogar ein Kurdistan) eher gute Chancen für die Zukunft. Im Irak hat man eine weitgehende Autonomie bereits erreicht, in Syrien ist man auf den Weg zu ähnlichem, beide Gebiete grenzen aneinander. Durch die Schwächung der Staaten (Syrien/Irak) ergeben sich für die Kurden Möglichkeiten. Auch in ihrer Außenwahrnehmung sind beide als Anti IS Kämpfer zurzeit gut angesehen.
Die ganze Region bleibt für die nächsten Jahre interessant. Sei es, welchen Weg die Türkei weiter geht, oder wie die Neuordnung im Irak und Syrien verlaufen wird.

In dem Zusammenhang würde mich mal interessieren, wie die einzelnen kurdischen Gruppierungen sich untereinander verstehen. Sollte es nämlich tatsächlich zur Autonomie kommen sehe ich da mal ein großes Problem auf die Türkei zukommen.

Geschrieben von: schießmuskel 31. Mar 2016, 14:44

Das ist es ja, die Kurden sind untereinander heillos zerstritten und es gab auch schon einen kurdischen Bürgerkrieg nur unter den irakischen Fraktionen. Barzanis Truppe DPK und Talebanies Truppe PUK sind Feinde die sich nach dem Bürgerkrieg mehr schlecht als recht arrangiert haben und es verläuft eine defacto Trennungslinie durch die irakischen Kurdengebiete mit Erbil und den Nordwesten für Barzanis DPK und der Südosten mit Suleymania für Talebanies PUK. Die PKK und YPG wiederum sind mit der DPK verfeindet. So ist Barzani ein treuer Alliierten der Türkei und unterstützt diese direkt in ihrem Kampf gegen die PKK. Dann gibt es noch die Ansar Islam, welche bis zur US invasion auch Gebiete im irakischen Kurdistan kontrollierten. Durch das Erstarken des IS und seine Expansion hat man halt aktuell einen gemeinsamen Feind, mehr auch nicht. Wenn der Spuk vorbei ist, werden die Konflikte weiter ausgetragen. Schon bei der Rückeroberung von Sinjar kam es zu schweren Konflikten zwischen Peshmerga und PKK, die man dann auf externen Druck hin nicht hat eskalieren lassen. Sollte es einen kurdischen Staat geben, wäre dieser ein sehr fragieles Gebilde und ein potentieller failed State in dem eine stalinistische Terrortruppe , zwei Alleinherrscher mit ihren Milizen und eine islamistische Terrortruppe um Macht und Einfluss kämpfen werden.

Geschrieben von: xena 31. Mar 2016, 14:54

ZITAT(SailorGN @ 31. Mar 2016, 12:08) *
Irak war ein ausgewachsener Angriffskrieg und kein "subtiler" regimechange. Darüber hinaus ein im "Westen" deutlich umstrittener.

Natürlich war dieser Krieg im Westen umstritten und trotzdem ist dieser Krieg vom Westen ™, also einige westliche Länder, durchgeführt worden. Immerhin haben wir noch die Möglichkeit uns frei über Kriege zu äußern, welche wir gut finden und welche nicht. Dieser Krieg war auch ein nettes Beispiel, wie man auch im Westen irgend etwas konstruieren kann, um einen Krieg in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Solche miesen Tricks funktionieren auch in unserer aufgeklärten Gesellschaft. Da helfen einige Gegner solcher Kriege auch nichts mehr.


ZITAT(SailorGN @ 31. Mar 2016, 12:08) *
In Lybien war die Bevölkerung treibende Kraft, welche erst nach Beginn des Bürgerkrieges von außen unterstützt wurde.

Das Dumme ist nur, dass man das vom Lehnstuhl/Sessel im gemütlichen Wohnzimmer aus nicht mit Bestimmtheit sagen kann. "Kräfte" von außen können durchaus die Unzufriedenheit einer kleinen Menge dazu ausnutzen diese eskalieren zu lassen und noch mehr hinein zu ziehen, die nie zu einem Aufstand bereit gewesen wären, wenn nicht andere lauthals einen Aufstand machen würden. Eigentlich, würde ich behaupten, reagiert die Masse immer so. Es bedarf immer einiger Weniger mit mehr Mut als die anderen, um einen Aufstand anzuzetteln. Ich wäre vorsichtig damit zu behaupten dieser Aufstand sei von allein begonnen worden oder er wäre von außen unterstützt worden. Wir wissen es nicht und die Geschichte wird es irgend wann mal zu Tage fördern, wie es wirklich war, so wie sie es oft tut.

ZITAT(SailorGN @ 31. Mar 2016, 11:12) *
Dort sind die Hackordnungen sehr klar und werden mit massiver Gewalt durchgesetzt. Nur das wird hierzulande von diversen Menschen ausgeblendet...

Ja, und deswegen verhalten sich "Wähler" dort anders als von demokratischen Idealen geblendeten westlichen Sesselwälzer gedacht ist. Andere Gegenden mit unseren Idealen zu vergleichen taugt nichts. Dort hat die Mehrheit andere Ideale. Diese Ideale vermischen sich allerdings, Dank moderner Kommunikationsmittel, zu einem gefährlichen Gemisch mit den westlichen Idealen. Es wird noch viel Wasser den Euphrat und den Nil runter fließen, bis es zu einer deutlichen Neuorientierung kommt und somit wieder zu einer friedlichen Gegend.

Geschrieben von: Schneeball 31. Mar 2016, 15:11

ZITAT(xena @ 31. Mar 2016, 15:54) *
Natürlich war dieser Krieg im Westen umstritten und trotzdem ist dieser Krieg vom Westen ™, also einige westliche Länder, durchgeführt worden. Immerhin haben wir noch die Möglichkeit uns frei über Kriege zu äußern, welche wir gut finden und welche nicht. Dieser Krieg war auch ein nettes Beispiel, wie man auch im Westen irgend etwas konstruieren kann, um einen Krieg in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Solche miesen Tricks funktionieren auch in unserer aufgeklärten Gesellschaft. Da helfen einige Gegner solcher Kriege auch nichts mehr.

Das war doch schon immer so, oder kannst du spontan 1-2 Kriege der jüngeren Vergangenheit mit Beteiligung der NATO nennen, deren Beginn ohne Lüge auskam? Mir fällt keiner ein. Die Möglichkeit sich zu etwas zu äussern ist ein äusserst zahnloser Tiger. Es ist den Bestimmern doch einfach grösstenteils egal, was das Volk diesbezüglich will.


ZITAT(xena @ 31. Mar 2016, 15:54) *
Das Dumme ist nur, dass man das vom Lehnstuhl/Sessel im gemütlichen Wohnzimmer aus nicht mit Bestimmtheit sagen kann. "Kräfte" von außen können durchaus die Unzufriedenheit einer kleinen Menge dazu ausnutzen diese eskalieren zu lassen und noch mehr hinein zu ziehen, die nie zu einem Aufstand bereit gewesen wären, wenn nicht andere lauthals einen Aufstand machen würden. Eigentlich, würde ich behaupten, reagiert die Masse immer so. Es bedarf immer einiger Weniger mit mehr Mut als die anderen, um einen Aufstand anzuzetteln. Ich wäre vorsichtig damit zu behaupten dieser Aufstand sei von allein begonnen worden oder er wäre von außen unterstützt worden. Wir wissen es nicht und die Geschichte wird es irgend wann mal zu Tage fördern, wie es wirklich war, so wie sie es oft tut.

Wir wissen in der Tat wenig, aber es gibt sehr viele Indizien dafür, dass dem "Aufstand" etwas "nachgeholfen" wurde. Und eigentlich passt es ins Bild der letzten 50-60 Jahre, solche Aufstände zu schüren und zu unterstützen. Da gibt es nun wirklich mehr als genügend Beispiele von Iran bis Kosovo.

Geschrieben von: xena 31. Mar 2016, 15:27

Es gibt Indizien in Syrien, aber von solchen aus Libyen habe ich noch nichts gehört.

Geschrieben von: SailorGN 31. Mar 2016, 15:57

Die Frage ist doch, ob die Menschen dort überhaupt eine multipolare Wahl haben, oder ob vielmehr der Dualismus "Aufstand oder Hinnahme der Unterdrückung" bleibt. Angesichts des Vorgehens der entsprechenden Autokraten vor und vor allem während/nach dem "Arabischen Frühling" sieht es für mich so aus, als ob da nicht sehr viel Spielraum war.

Was Lybien angeht so frage ich ganz einfach mal: Warum anstiften/nachhelfen, wenn Ghadddafi in den letzten zehn Jahren für den Westen mehr und mehr ein zahmer Gespiele wurde? Zumal schon vor dem Bürgerkrieg dort die Zahlen der Mittelmeerquerer zunahmen und man einen zuverlässigen Grenzwächter hätte brauchen können? Bitte keine Antwort hier, wg. Threadteilung und so... Nur als Anregung gemeint, bevor wieder "pöse NATO/Westen" kommt...

Geschrieben von: xena 31. Mar 2016, 17:26

Ich könnte mir pöse arabische Konkurrenten vorstellen, falls es eine solche Einmischung gab. Aber was hinter den Kulissen abgeht, wissen wir ja nicht. Das erfahren wir erst viele, viele Jahre später. Jetzt sehen wir nur das Ergebnis von was auch immer.

Durch die modernen Medien und die direkte Sicht wie man anders wo in der Welt lebt, denke ich wird das starre Weltbild auch in den arabischen Staaten irgend wann aufbrechen. Und dann haben sie schon eine größere Auswahl wie sie ihre Zukunft gestalten. Bisher bekam man ja nur Gerüchte per Mundpropaganda, staatlich gelenkte TV oder Zeitungen und das wars dann auch schon. Dank Smartphones bekommt heute auch der letzte Pizzabäcker, der bisher glücklich und zufrieden seinen Way of Life gelebt hat mit, wie man anders wo in der Welt lebt. Das wird Begehrlichkeiten wecken und hoffentlich auch zu positiven Veränderungen in den Ländern führen. Aber das braucht Zeit und wird noch viel Blut fordern.

Geschrieben von: Dave76 31. Mar 2016, 17:45

ZITAT(CAPE @ 31. Mar 2016, 12:15) *
ZITAT(Dave76)
Schön wie du mal so überhaupt nicht auf meine Kritik an deiner rassistischen Äußerung, dass der gesamte 'Nahe Osten' per se in der Vergangenheit, der Gegenwart und auch zukünftig für alle Zeiten demokratieunfähig sei, eingehst. Da strickst du lieber weiter an der Legende, dass dies natürlich immer von außen gesteuerte 'Regimechanges' seien. Aber eigentlich gehen diese beiden stereotypen Bilder ja Hand in Hand: Auf der einen Seite der unzivilisierbare Wilde, der nunmal nicht anders kann und sich qua natura gegen die fremden Ideen wehren muss, auf der anderen Seite der monolithische Block des 'Westens', ein Schreckgespenst mythologischen Ausmaßes, welches einem nach Blut und Öl gierenden Leviathan gleich, die hehren Wilden sich ständig Untertan zu machen versucht.


Mit 100% Wahrscheinlichkeit für alle Zeiten Diktatur oder Islamismus - sicher nicht
Aber wo genau hattest Du da den Rassismus entdeckt?

Wie würdest du es bezeichnen, wenn jemand einer ganzen Region und einem ganzen Kulturkreis für alle Zeiten eine Demokratieunfähigkeit unterstellt, gepaart mit der Vorstellung, dass die lokalen Akteure kein eigenverantwortliches Handeln kennen und nur Spielbälle eines westlichen Übermenschenkollektivs seien, der durch ständige 'Regimechanges' die Welt nach seinem Gutdünken formt?

Geschrieben von: Glorfindel 31. Mar 2016, 18:56

Ich hätte fast geschrieben: "Verschwörungstheorie". Denn genau das ist es, an was da einige unserer PuG-User ernsthaft glauben. Der Syrienkrieg ist einer der kompexesten Konflikte der letzten fünfzig Jahre. Da ist imho höchstens noch der Kongokrieg irgendwie vergleichbar. Diverse Gross- und Regionalmächte mischeln auf verschiedenen Seiten mit. Fast jeder ist mit anderen verbündet und hat und hat andere Gegner. Man hat das Assad-Regime, die FSA, diverse mehr oder weniger -radikale islamistische Gruppen, den IS und die Kurden und weitere als innersyrische Akteure. Daneben werden jeweils eine oder gar mehrere dieser Gruppen von den USA und den übrigen westlichen Staaten, Russland, dem Iran, Saudiarabien und weiteren arabischen Staaten sowie der der Türkei militärisch und politisch unterstützt und zwar ziehen fast alle an anderen Stricken und kein Interesse eines dieser externen Akteuren deckt sich mit jene eines anderen. Das ist zwar alles sehr tragisch, aber auch höchst interessant. Man könnte da sehr spannende Diskussionen führen, aber nein: Man spielt immer wieder die gleiche Leier. "Westen ist immer schuld", "Regimechange", "Assad ist moderat", "Assad gewinnt" etc. etc.. Das ist doch alles völliger Quatsch. Die ganzen arabischen Regimes, welche gestürzt sind (und eigentlich auch praktisch alle anderen), waren doch von innen her völlig marode, abgewirtschaftet und absolut korrupt. Die allermeisten arabischen Staaten sind äussert schlecht regiert. Denken wir doch zurück: Der arabische Frühling begann in Tunesien und breitete sich dann rasch im ganzen arabischen Raum aus, auch dank moderner Kommunikationsmittel. Um gegen Regime mit einem solchen Sicherheitsapparat und welche derart gewaltbereit sind, wie z.B. Assad, Gaddafi oder auch Mubarak braucht es extrem viel. Aber trotzdem ist es zu Volksaufständen gekommen. Das hat doch mit dem Westen wirklich rein gar nichts zu tun. Das spielte sich völlig unabhängig davon ab, ob nun eine Regierung mit dem Westen verbündet (Mubarak oder Ben Ali) oder nicht (Gaddafi und Assad). Irgendwann hatten die Leute einfach genug. Das im Moment in einigen Gebieten Chaos herrscht, heisst jedoch noch lange nicht, dass die Leute dort keinen Rechtsstaat und keine Demokratie möchten und dass sie grundsätzlich nicht in der Lage sind, einen funktionierenden Staat zu betreiben. Es ist im Moment einfach in vielen arabischen Staaten sehr schwierig, wobei die einzelnen Staaten auch verschiedene Voraussetzungen bieten.

Geschrieben von: Dave76 31. Mar 2016, 21:19

ZITAT(Brookings)
Kenneth M. Pollack | March 28 - 30, 2016

http://www.brookings.edu/blogs/markaz/posts/2016/03/28-military-campaign-against-isis-pollack

http://www.brookings.edu/blogs/markaz/posts/2016/03/29-iraq-situation-report-politics-economics-pollack

http://www.brookings.edu/blogs/markaz/posts/2016/03/30-iraq-situation-report-kurdistan-pollack

Editors’ Note: Brookings senior fellow Kenneth M. Pollack traveled to Iraq from March 9 to March 19 with Michael Knights of the Washington Institute for Near East Policy. The trip was sponsored in part by the Atlantic Council's Task Force on the Future of Iraq. They had extensive meetings in Baghdad, Sulaymaniyyah, and Irbil with Iraqi, Kurdish, American, and British officials. This is a three-part survey on the situation in Iraq.

Geschrieben von: xena 31. Mar 2016, 21:41

ZITAT(Glorfindel @ 31. Mar 2016, 17:56) *
Man könnte da sehr spannende Diskussionen führen, aber nein: Man spielt immer wieder die gleiche Leier. "Westen ist immer schuld", "Regimechange", "Assad ist moderat", "Assad gewinnt" etc. etc.. Das ist doch alles völliger Quatsch.

Eben, es ist völliger Quatsch was Du selektiv heraus liest.


ZITAT(Glorfindel @ 31. Mar 2016, 17:56) *
Um gegen Regime mit einem solchen Sicherheitsapparat und welche derart gewaltbereit sind, wie z.B. Assad, Gaddafi oder auch Mubarak braucht es extrem viel. Aber trotzdem ist es zu Volksaufständen gekommen.

Und wer hat aufbegehrt? Das ganze Volk? Das wäre mir neu. Es war hauptsächlich ein Teil der jüngeren (nur ein Teil, nicht alle), die mit Smartphones. Und wer kämpft in Syrien? Die Masse versucht nur zu überleben und hält sich raus. Es ist nur eine Minderheit die aufbegehrt und kämpft. Das ganze Volk will Veränderung? Das ist eine Mähr der G u t Menschen.


ZITAT(Glorfindel @ 31. Mar 2016, 17:56) *
Das im Moment in einigen Gebieten Chaos herrscht, heisst jedoch noch lange nicht, dass die Leute dort keinen Rechtsstaat und keine Demokratie möchten und dass sie grundsätzlich nicht in der Lage sind, einen funktionierenden Staat zu betreiben.

Derzeit aber funktioniert kein arabischer Staat gut und kein arabischer Staat hat eine Demokratie, die den westlichen Standards entspricht. In Ägypten hat das Volk einen Despoten gewählt, der noch brutaler ist als Mubarak und das sogar ganz demokratisch. Vielleicht sollte man Demokratie nicht immer mit unserer vergleichen. Vielleicht sollte man verschiedene Formen der Demokratie respektieren. Die Ägypter verstehen sich nämlich genau so als Demokraten wie wir, genau so wie auch die Algerier, unabhängig von der wirtschaftlichen Situation.

Geschrieben von: CAPE 31. Mar 2016, 22:21

ZITAT(Dave76 @ 31. Mar 2016, 17:45) *
Wie würdest du es bezeichnen, wenn jemand einer ganzen Region und einem ganzen Kulturkreis für alle Zeiten eine Demokratieunfähigkeit unterstellt, gepaart mit der Vorstellung, dass die lokalen Akteure kein eigenverantwortliches Handeln kennen und nur Spielbälle eines westlichen Übermenschenkollektivs seien, der durch ständige 'Regimechanges' die Welt nach seinem Gutdünken formt?


Wenn diese Aussage einer generellen Geringschätzung gegenüber den Bewohnern der Region als Menschen entspringt, würde ich das als Rassismus bezeichnen.
Ansonsten halte ich Aussagen bezüglich der geringen Demokratiefähigkeit der Region und des Kulturkreises für die kommenden ein bis zwei Generationen nicht für rassistisch sondern für eine realistische Einschätzung.
Dafür dürfte allerding nicht der Genotyp sondern das dort in Teilen der Bevölkerung verbreitete Gesellschafts- und Religionsverständnis in Kombination mit den Folgen der zum Teil jahrhundertelangen Fremdherrschaft verantwortlich sein. Die selbstherrlichen Regimechangeexperimente einiger westlicher "Eliten" dürften das ihre zur Situation beigetragen haben.
Davon abgesehen scheint mir das westliche Kollektiv weniger an einem Übermenschenkomplex als eher an einem Ähnlichkeitsfehler zu leiden.
Und Eigenverantwortlich handeln die örtlichen Akteure durchaus, nur nicht aus unserer Sicht.

Geschrieben von: Sumu 31. Mar 2016, 22:31

Es mag für uns seltsam klingen, aber die Aegypter sehen sich durchaus nicht als Demokraten. Zumindest sahen sie sich zu Zeiten Mubaraks nicht als Bürger einer Demokratie an. Ich zitiere da gerne meine Aegyptische Chefin "Remember guys, Egypt is not a democracy" Die wissen sehr genau was sie haben und was sie wollen, manchmal allerdings nicht was ihre Wünche bedeuten würden.
Zu glaube das der gesteuerte Einfluss des Westens Schuld ist am arabischen Frühling passt in keiner Art und Weise zu den Erfahrungen die ich mit jungen Arabern gemacht habe. Ja wahrscheinlich waren es genau die jungen und gut gebildeten Schichten die ich kennengelernt habe die die Revolution wollten und auch gemacht haben. Aber der Leidensdruck war eindeutig und bei der ganzen Bevölkerung vorhanden. Jeder aegyptische Bekannnte den ich habe würde die Vorstellung die Revolutionn wäre etwas nicht im Land entstandenes zu tiefst entrüstet von sich weisen.
Die Basis für diese Revolutionen waren die Unterdrückung der Bevölkerung und mehr noch die schlechten wirtschaftlichen Aussichten der gesammten jungen Generation, dafür sind die Leute auf die Strasse gegangen. Die Formel dort lautet Freiheit=Demokratie=wirtschaftliche Zukunft, hat nicht funktioniert wurde aber so geglaubt. Ich war dort vor der Revolution und nach der Revolution und habe selbst sehr genau gesehen für was die Leute auf dem Tahir Platz standen. Wir sollten uns hüten in einen kulturellen Kolonialismus zu verfallen und zu glauben das die Leute da ihre Scheisse nicht selbst regeln wollten. Die kriegen das im Guten wie im Schlechten ganz gut selbst hin (oder auch nicht).
Die Demokratie die sich die Leute da wünschen ist nicht unsere Demokratie, aber sicherlich auch nicht die Despotie die sie taditionellerweise geniessen. Der westliche Einfluss besteht in den Bildern und Träumen dipolitik des e wir exportieren, Holywood schlägt jede CIA Kampagne um Welten, aber wir sidn nicht die treibende Kraft und bei weitem nicht die einzige, so wichtig ist die Politik Europas nicht mehr.

Geschrieben von: Dave76 31. Mar 2016, 22:41

ZITAT(CAPE @ 31. Mar 2016, 23:21) *
ZITAT(Dave76 @ 31. Mar 2016, 17:45) *
Wie würdest du es bezeichnen, wenn jemand einer ganzen Region und einem ganzen Kulturkreis für alle Zeiten eine Demokratieunfähigkeit unterstellt, gepaart mit der Vorstellung, dass die lokalen Akteure kein eigenverantwortliches Handeln kennen und nur Spielbälle eines westlichen Übermenschenkollektivs seien, der durch ständige 'Regimechanges' die Welt nach seinem Gutdünken formt?


Wenn diese Aussage einer generellen Geringschätzung gegenüber den Bewohnern der Region als Menschen entspringt, würde ich das als Rassismus bezeichnen.
Ansonsten halte ich Aussagen bezüglich der geringen Demokratiefähigkeit der Region und des Kulturkreises für die kommenden ein bis zwei Generationen nicht für rassistisch sondern für eine realistische Einschätzung.
Dafür dürfte allerding nicht der Genotyp sondern das dort in Teilen der Bevölkerung verbreitete Gesellschafts- und Religionsverständnis in Kombination mit den Folgen der zum Teil jahrhundertelangen Fremdherrschaft verantwortlich sein.

Er sprach allerdings von 'immer scheitern werden', das heißt, dass auch keine ein bis zwei, oder auch mehr Generationen Wartezeit jemals für eine Änderung sorgen werden können, also wird dieser Menschengruppe eine grundlegende Unfähigkeit unterstellt, das ist Rassismus pur.


Geschrieben von: Alligator 1. Apr 2016, 00:02

ZITAT(Dave76 @ 31. Mar 2016, 10:41) *
ZITAT(Alligator @ 30. Mar 2016, 20:50) *
ZITAT(Dave76 @ 30. Mar 2016, 19:07) *
ZITAT(Alligator @ 30. Mar 2016, 16:27) *
ZITAT(Nite @ 30. Mar 2016, 15:20) *
Und genau diese Prämisse "Islamisten oder Diktatur" ist eben schlichtweg falsch, allerdings ist es genau der fatale Dualismus der den Diktatoren, egal wie sie heißen, nützt und daher propagandistisch und durch ausschalten gemäßigter Kräfte geschürt wird.

Nicht nur die Diktaturen, sondern auch die Islamisten bekämpfen die "gemäßigten" Kräfte nach Leibeskräften. Deswegen werden die ganzen Demokratisierungsversuche im Nahen Osten immer mit einer an 1 grenzenden Wahrscheinlichkeit scheitern oder sind bereits gescheitert, siehe den Irak.

'Immer' und mit '100%iger Wahrscheinlichkeit'? Aha...

mata.gif
Aber mal im Ernst, wo sind die Erfolge der ganzen Regimechanges des Westens? Wäre es in Syrien, wenn der Westen Assad gewaltsam gestürzt hätte, ganz anders verlaufen, als z.B. in Libyen oder dem Irak? Ich denke nicht.

Schön wie du mal so überhaupt nicht auf meine Kritik an deiner rassistischen Äußerung, dass der gesamte 'Nahe Osten' per se in der Vergangenheit, der Gegenwart und auch zukünftig für alle Zeiten demokratieunfähig sei, eingehst. Da strickst du lieber weiter an der Legende, dass dies natürlich immer von außen gesteuerte 'Regimechanges' seien. Aber eigentlich gehen diese beiden stereotypen Bilder ja Hand in Hand: Auf der einen Seite der unzivilisierbare Wilde, der nunmal nicht anders kann und sich qua natura gegen die fremden Ideen wehren muss, auf der anderen Seite der monolithische Block des 'Westens', ein Schreckgespenst mythologischen Ausmaßes, welches einem nach Blut und Öl gierenden Leviathan gleich, die hehren Wilden sich ständig Untertan zu machen versucht.

Ich habe meine Sicht der Dinge anhand der gesellschaftlichen Zuständen dort erklärt und nicht anhand der Hautfarbe, Nasenform, Hirngröße oder sonstigen Merkmalen einer Rasse. Deswegen kannst du dir deine Berufsempörtheit sparen. Anscheinend verstehst du nicht, dass ich darauf hinaus will, dass die Einmischung des Westens in der dortigen Region, angesichts der aktuellen Beispiele, alles nur noch schlimmer macht, als es je zuvor war. Die Menschen dort werden sich eben wehren, wenn Fremde ihnen ihren Lebensstil aufzwingen wollen. Ganz provokant gefragt, wo ist eigentlich der Unterschied zwischen der gewaltsamen Verbreitung der Demokratie und der Scharia? Für uns ist doch selbstverständlich hier im Westen, dass wir nicht nach der Scharia leben wollen, wieso soll es umgedreht nicht auch gelten? Klar, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber sowohl die Anzahl der Salafisten, die hier die Scharia einführen wollen, sowie die Anzahl der Menschen dort, die sich eine Demokratie nach der westlichen Art wünschen, dürfte doch recht überschaubar sein. Und was die gewaltsame Verbreitung der Demokratie angeht: als Legitimation für den Überfall auf den Irak 2003 dient eben der Regimechange, nachdem sich die anderen Rechtfertigungen als Lüge entpuppt haben:
ZITAT
Nachdem keine Massenvernichtungsmittel im Irak gefunden wurden und Bush wiedergewählt worden war, begründete er die Invasion in seiner Regierungserklärung 2005 vorrangig mit dem Demokratisierungsziel.
Und, wie sieht es nun aus, ist der Irak zum besagten Leuchtturm der Demokratie im Nahen Osten geworden? In manchen Gegenden sieht es dort nun schlimmer als zu Saddams Zeiten aus, und deswegen frage ich dich, wie hoch stehen die Chancen, dass wenn Assad entfernt wird, die Situation in Syrien besser wird, als vorher?

Geschrieben von: Dave76 1. Apr 2016, 10:39

ZITAT(Alligator @ 1. Apr 2016, 01:02) *
Ich habe meine Sicht der Dinge anhand der gesellschaftlichen Zuständen dort erklärt und nicht anhand der Hautfarbe, Nasenform, Hirngröße oder sonstigen Merkmalen einer Rasse. Deswegen kannst du dir deine Berufsempörtheit sparen. Anscheinend verstehst du nicht, dass ich darauf hinaus will, dass die Einmischung des Westens in der dortigen Region, angesichts der aktuellen Beispiele, alles nur noch schlimmer macht, als es je zuvor war. Die Menschen dort werden sich eben wehren, wenn Fremde ihnen ihren Lebensstil aufzwingen wollen. Ganz provokant gefragt, wo ist eigentlich der Unterschied zwischen der gewaltsamen Verbreitung der Demokratie und der Scharia? Für uns ist doch selbstverständlich hier im Westen, dass wir nicht nach der Scharia leben wollen, wieso soll es umgedreht nicht auch gelten? Klar, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber sowohl die Anzahl der Salafisten, die hier die Scharia einführen wollen, sowie die Anzahl der Menschen dort, die sich eine Demokratie nach der westlichen Art wünschen, dürfte doch recht überschaubar sein. Und was die gewaltsame Verbreitung der Demokratie angeht: als Legitimation für den Überfall auf den Irak 2003 dient eben der Regimechange, nachdem sich die anderen Rechtfertigungen als Lüge entpuppt haben:
ZITAT
Nachdem keine Massenvernichtungsmittel im Irak gefunden wurden und Bush wiedergewählt worden war, begründete er die Invasion in seiner Regierungserklärung 2005 vorrangig mit dem Demokratisierungsziel.
Und, wie sieht es nun aus, ist der Irak zum besagten Leuchtturm der Demokratie im Nahen Osten geworden? In manchen Gegenden sieht es dort nun schlimmer als zu Saddams Zeiten aus, und deswegen frage ich dich, wie hoch stehen die Chancen, dass wenn Assad entfernt wird, die Situation in Syrien besser wird, als vorher?

Wundervoll, wie du im Prinzip 1:1 mein schrecklich überzogenes Klischee-Bildnis von weiter oben nachzeichnest und voll erfüllst, da erübrigt sich ja jede weitere Diskussion.

Zum "Rassismus": Dieser begründet sich nicht nur ausschließlich biologisch, so "stützt sich die rassistische Anklage bald auf einen biologischen und bald auf einen kulturellen Unterschied. Einmal geht sie von der Biologie, dann wieder von der Kultur aus, um daran anschließend allgemeine Rückschlüsse auf die Gesamtheit der Persönlichkeit, des Lebens und der Gruppe des Beschuldigten zu ziehen. Manchmal ist das biologische Merkmal nur undeutlich ausgeprägt, oder es fehlt ganz. Kurz, wir stehen einem Mechanismus gegenüber, der unendlich mannigfaltiger, komplexer und unglücklicherweise auch wesentlich stärker verbreitet ist, als der Begriff Rassismus im engen Wortsinne vermuten ließe. Es ist zu überlegen, ob man ihn nicht besser durch ein anderes Wort oder eine andere Wendung ersetzt, die sowohl die Vielfalt als auch die Verwandtschaft der einzelnen Formen des Rassismus zum Ausdruck bringt. Ich schlage hierfür die Bezeichnung Ethnophobie vor, wobei der Rassismus lediglich eine ihrer Spielarten darstellen würde."
Albert Memmi: Rassismus, Frankfurt 1987

Geschrieben von: schießmuskel 1. Apr 2016, 10:53

Es geht hier nicht um Rassismus oder Ethnophobie oder was auch immer.
Bis jetzt konnte sich in keinem Land der Region eine Demokratie nach unserem Verständnis etablieren. Übrigens nicht nur dort, es gibt diese Zustände auch immer noch in Teilen Südamerikas, Asiens, Afrika und sogar in Osteuropa. Die Annahme, dass eine bestimmte Volksgruppe oder Region nicht fähig oder willig ist für eine Demokratie ist Unsinn. Im Gegenzug aber ist aus der Tatsache, dass sich auch ausserhalb des "Westens " eine Demokratie etablieren kann, keine Rechtfertigung abzuleiten diese mit Bomberangriffen und ausgewachsenen Angriffskriegen zu erzwingen.

Geschrieben von: Schneeball 1. Apr 2016, 11:01

ZITAT(xena @ 31. Mar 2016, 22:41) *
Derzeit aber funktioniert kein arabischer Staat gut und kein arabischer Staat hat eine Demokratie, die den westlichen Standards entspricht. In Ägypten hat das Volk einen Despoten gewählt, der noch brutaler ist als Mubarak und das sogar ganz demokratisch. Vielleicht sollte man Demokratie nicht immer mit unserer vergleichen. Vielleicht sollte man verschiedene Formen der Demokratie respektieren. Die Ägypter verstehen sich nämlich genau so als Demokraten wie wir, genau so wie auch die Algerier, unabhängig von der wirtschaftlichen Situation.

Was soll eine Demokratie nach "westlichen Standards" sein? Die Demokratischen Systeme zB in Singapur, der USA und der Schweiz sind doch kaum vergleichbar!

Warum glauben wir eigentlich, dass alle Welt eine Demokratie "westlicher Prägung" (was auch immer das sein soll, sie oben) haben muss? Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen oder wie ist das zu verstehen? Ich glaube immer noch, dass es uns einfach nichts angeht was für eine Regierungsform in SA, Syrien oder Timbuktu vorherrscht. Das ist Sache der Bewohner dieser Länder und wir sollten uns einfach raus halten, also Diktaturen weder dämonisieren noch unterstützen soweit das möglich ist. Wenn Algerien meint eine Demokratie zu sein und damit zufrieden ist kann uns das doch einfach nur egal sein.




ZITAT(schießmuskel @ 1. Apr 2016, 11:53) *
Es geht hier nicht um Rassismus oder Ethnophobie oder was auch immer.
Bis jetzt konnte sich in keinem Land der Region eine Demokratie nach unserem Verständnis etablieren. Übrigens nicht nur dort, es gibt diese Zustände auch immer noch in Teilen Südamerikas, Asiens, Afrika und sogar in Osteuropa. Die Annahme, dass eine bestimmte Volksgruppe oder Region nicht fähig oder willig ist für eine Demokratie ist Unsinn. Im Gegenzug aber ist aus der Tatsache, dass sich auch ausserhalb des "Westens " eine Demokratie etablieren kann, keine Rechtfertigung abzuleiten diese mit Bomberangriffen und ausgewachsenen Angriffskriegen zu erzwingen.

Die ganze Grundhaltung ist falsch. Zunächst musst du noch definieren, was eine Demokratie nach unserem Verständnis sein soll. Siehe meine Antwort auf Xenas Post. Ist so etwas wie die USA überhaupt noch eine Demokratie? Ich sage nein: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/07/27/princeton-studie-us-politik-dient-nicht-den-buergern-sondern-den-wirtschafts-eliten/ Ich möchte in so einem Staat nicht leben, Deutschland zeigt auch Tendenzen in diese Richtung..

Geschrieben von: schießmuskel 1. Apr 2016, 11:14

Natürlich ist das politische System in Deutschland anders als in den USA und das wiederum anders als die Schweiz. Es geht hier auch nicht darum zwischen Mehrheits- oder Verhältniswahlrecht zu differenzieren oder zwischen einem Präsidialemsystem oder eine parlamentarischen Monarchie oder einem föderalem oder zentralem. Das ist alles völlig Wumpe. Eine Demokratie nach westlichem Standard heißt , das nicht ein sogenannter Präsident bei jeder Wahl 99 Prozent der Stimmen bekommt und dann sein Sohn neuer Präsident wird. Eine Demokratie nach westlichem Standard heißt ausserdem, dass es eine freie und unabhängige Presse gibt und man auch als einfacher Bürger das Staatsoberhaupt beleidigen kann. Es heißt vor allen Dingen, das es eine Gewaltenteilung gibt. Wenn das gegeben ist, dann sprechen wir von einer Demokratie nach westlichem Standard und dann ist es auch egal ob das Staatsoberhaupt eine gekröntes Haupt ist oder ein gewählter Präsident, Bundeskanzler, Premierminister oder wie auch immer der Regierungschef sich nennt.


Mensch Thanos du solltest doch den Schneeball flachhalten, mit dem verlinken von den DWN verkürzt sich deine Halbwertzeit weiter. Ich bin aber sicher du hast noch einen Account auf Reserve.

Geschrieben von: Schneeball 1. Apr 2016, 11:23

ZITAT(schießmuskel @ 1. Apr 2016, 12:14) *
Natürlich ist das politische System in Deutschland anders als in den USA und das wiederum anders als die Schweiz. Es geht hier auch nicht darum zwischen Mehrheits- oder Verhältniswahlrecht zu differenzieren oder zwischen einem Präsidialemsystem oder eine parlamentarischen Monarchie oder einem föderalem oder zentralem. Das ist alles völlig Wumpe. Eine Demokratie nach westlichem Standard heißt , das nicht ein sogenannter Präsident bei jeder Wahl 99 Prozent der Stimmen bekommt und dann sein Sohn neuer Präsident wird. Eine Demokratie nach westlichem Standard heißt ausserdem, dass es eine freie und unabhängige Presse gibt und man auch als einfacher Bürger das Staatsoberhaupt beleidigen kann. Es heißt vor allen Dingen, das es eine Gewaltenteilung gibt. Wenn das gegeben ist, dann sprechen wir von einer Demokratie nach westlichem Standard und dann ist es auch egal ob das Staatsoberhaupt eine gekröntes Haupt ist oder ein gewählter Präsident, Bundeskanzler, Premierminister oder wie auch immer der Regierungschef sich nennt.

Finde ich eine schwache Definition. Das heisst ja dann, dass zB die USA eine Demokratie auf Augenhöhe mit zB der Schweiz wäre, was sie aber schon lange nicht mehr ist.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/07/27/princeton-studie-us-politik-dient-nicht-den-buergern-sondern-den-wirtschafts-eliten/ Das ist einfach eine neue Form des Feudalismus, diesmal nur mit anderem Design und anderer Farbe. Es ist immer das Resultat, das zählt! Singapur zB hat es ohne Demokratie nach "westlichen Standards" zu einer sehr wohlhabenden Nation geschafft. Hat das hier jemanden interessiert? Nein

Demokratische Staaten haben Millionen von Flüchtlingen produziert und sehr viel Leid über die Erde gebracht, um den Bogen zum Thema zu spannen.




ZITAT(schießmuskel @ 1. Apr 2016, 12:14) *
Mensch Thanos du solltest doch den Schneeball flachhalten, mit dem verlinken von den DWN verkürzt sich deine Halbwertzeit weiter. Ich bin aber sicher du hast noch einen Account auf Reserve.

Hört der Scheiss mal auf? rolleyes.gif Es war einfach der erste Link, der auf die Studie verweist. Das Netz ist voll davon, wenn er dir nicht passt such einen anderen oder ignoriere die Fakten. Mir egal
Edit: hier für dich, ein Link einer deutschen "Qualiätszeitung" http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-06/usa-oligarchie-kapital

Geschrieben von: Seydlitz 1. Apr 2016, 12:04

ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 10:01) *
Warum glauben wir eigentlich, dass alle Welt eine Demokratie "westlicher Prägung" (was auch immer das sein soll, sie oben) haben muss? Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen oder wie ist das zu verstehen? Ich glaube immer noch, dass es uns einfach nichts angeht was für eine Regierungsform in SA, Syrien oder Timbuktu vorherrscht. Das ist Sache der Bewohner dieser Länder und wir sollten uns einfach raus halten, also Diktaturen weder dämonisieren noch unterstützen soweit das möglich ist. Wenn Algerien meint eine Demokratie zu sein und damit zufrieden ist kann uns das doch einfach nur egal sein.

Wer vertritt denn hier die Position, dass "alle Welt" einer "westliche Demokratie" entsprechen muss? Ich lese jetzt doch schon einige Jahre in diesem Forum mit und kann mich nicht wirklich daran erinnern, dass eine Politik der gewaltsamen Regierungswechsel hier großartig viele Anhänger hatte, ohne dass es vorher selbst bedeutende Bestrebungen zur Änderung der Situation gab.
Wenn innenpolitische Probleme (Revolution, Aufstand, Bürgerkrieg, man nenne es wie man will) auftreten, als Beispiel der sogenannte Arabische Frühling, macht man sich durchaus Gedanken und meistens kommen auch unterschiedliche Positionen dabei heraus. Unterstützen militärisch/finanziell, heraushalten und nichts tun etc..
Aber es gibt wie bei fast allen Entscheidungen immer zwei Seiten.
Als Beispiel Libyen. Deutschland hält sich raus und beteiligt sich nicht militärisch. Schon damals gab es auch Stimmen, die genau das kritisch gesehen haben und durchaus eine Intervention gefordert haben. Heute sehen viele die Nichtbeteiligung eher positiv, nach dem Motto, wir haben die jetzige Situation nicht verschuldet.
Ist ja auch richtig. Nur ist das Problem trotzdem dar. Hätte man durch ein stärkeres Eingreifen die jetzige Situation nicht auch vermeiden können? Wird jeder anders sehen.
Jetzt steht man wieder vor der Frage, wie soll man mit der Situation in Libyen umgehen? Im entsprechenden Thread kann man schön mindestens zwei gegensätzliche Meinungen dazu finden.

Einfach überall raushalten und
ZITAT
Diktaturen weder dämonisieren noch unterstützen soweit das möglich ist.
ist mir persönlich nun wirklich zu einfach. Wenn ein Diktator Menschen aufgrund welcher Faktoren auch immer unterdrückt oder gar vernichtet, darf man das ruhig kritisieren.
Und es ist als Staat in einer globalisierten Welt auch nur in äußerst geringen Umfang möglich, nicht mit solchen auf irgendeine Art un Weise in Berührung zu kommen. Man muss als Staat seinen Weg finden, um mit den Problemen dieser Welt umzugehen.

Geschrieben von: Schneeball 1. Apr 2016, 12:35

ZITAT(Seydlitz @ 1. Apr 2016, 13:04) *
ist mir persönlich nun wirklich zu einfach. Wenn ein Diktator Menschen aufgrund welcher Faktoren auch immer unterdrückt oder gar vernichtet, darf man das ruhig kritisieren.
Und es ist als Staat in einer globalisierten Welt auch nur in äußerst geringen Umfang möglich, nicht mit solchen auf irgendeine Art un Weise in Berührung zu kommen. Man muss als Staat seinen Weg finden, um mit den Problemen dieser Welt umzugehen.

Kann man machen, kein Ding. Dann aber bitte überall dem gleichen Mass messen, auch oder gerade Zuhause. Das würde die Glaubwürdigkeit sofort potenzieren.

Geschrieben von: Madner Kami 1. Apr 2016, 12:39

Was für eine Staatsform irgendein Staat hat, ist in der Regel völlig egal, solange er die Universellen Menschenrechte einhält und in der Regel ergibt sich Kritik aus westlichen Staaten nicht aus dem Staatssystem des Zielstaats, sondern dem Mangel an der Einhaltung der Menschenrechte. Diese Art der Kritik ist immer richtig und zwar aus moralischen Gründen. Entweder die Menschenrechte sind das höchste Gut JEDES Menschen oder sie sind wertlos.

Geschrieben von: Kiebitz 1. Apr 2016, 14:34

ZITAT(schießmuskel @ 1. Apr 2016, 11:53) *
...
Bis jetzt konnte sich in keinem Land der Region eine Demokratie nach unserem Verständnis etablieren. ...


*hüstel* Israel?

Geschrieben von: Glorfindel 1. Apr 2016, 14:38

ZITAT(Kiebitz @ 1. Apr 2016, 14:34) *
ZITAT(schießmuskel @ 1. Apr 2016, 11:53) *
...
Bis jetzt konnte sich in keinem Land der Region eine Demokratie nach unserem Verständnis etablieren. ...


*hüstel* Israel?

Die Demokratie in Tunesien hat sich grundsätzlich gut entwickelt.

Geschrieben von: Schneeball 1. Apr 2016, 14:40

ZITAT(Madner Kami @ 1. Apr 2016, 13:39) *
Was für eine Staatsform irgendein Staat hat, ist in der Regel völlig egal, solange er die Universellen Menschenrechte einhält und in der Regel ergibt sich Kritik aus westlichen Staaten nicht aus dem Staatssystem des Zielstaats, sondern dem Mangel an der Einhaltung der Menschenrechte. Diese Art der Kritik ist immer richtig und zwar aus moralischen Gründen. Entweder die Menschenrechte sind das höchste Gut JEDES Menschen oder sie sind wertlos.

Dann sind sie wertlos, sie gelten für uns ja auch nur wenn sie gerade nicht im Weg stehen, überspitzt formuliert. Universell ist in diesem Zusammenhang recht eindeutig.

Geschrieben von: schießmuskel 1. Apr 2016, 14:53

Sorry aber Israel hat selbst genug Defizite. Es ist zwar allen anderen um Längen vorraus aber da gibt es noch genug Aktionen die definitiv nichts mit einem Rechtsstaat zu tun haben.


ZITAT
Finde ich eine schwache Definition. Das heisst ja dann, dass zB die USA eine Demokratie auf Augenhöhe mit zB der Schweiz wäre, was sie aber schon lange nicht mehr ist.


Was soll denn an der Schweiz so viel besser sein? weil da das Volk über alles direkt abstimmen darf, damit dann so euphemistische Ausschaffungs- oder Durchsetzungsinitiativen umgesetzt werden könnn; den wir wissen ja Kosovaren schlitzen Schweitzer auf. Dein Artikel aus der Zeit beschreibt doch wie schon vor über hundert Jahren in Amerika die Kartelle der Oligarchen zerschlagen wurden und das man diese Gefahr heute auch noch ernst nimmt. Mit Kandiaten wie Bernie Sanders hat sich sogar ein bekenneder Sozialsit etabliert. Was soll daran jetzt die Demokratie in den USA in Frage stellen?

Geschrieben von: xena 1. Apr 2016, 15:03

ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 11:23) *
Finde ich eine schwache Definition. Das heisst ja dann, dass zB die USA eine Demokratie auf Augenhöhe mit zB der Schweiz wäre, was sie aber schon lange nicht mehr ist.


Oh doch, das ist sie. Vergiss Waffenrecht und Krankenversicherung und Trump usw... In den USA wählt man nahezu alles was in der Öffentlichkeit steht oder mit dem öffentlichen Leben zu tun hat. In Deutschland wählt man nur Gremien und das wars (Bundestag, Landtag, Gemeinderat). Für die Amis ist es völlig normal sich um solche Wahlen zu kümmern. Die Schweiz hat einiges davon aber auch nicht alles, dafür aber die Möglichkeit der direkten Einflussnahme der Wähler. Auch das hat Deutschland nicht. Demokratie westlicher Prägung ist das regelmäßige Wählen seiner Repräsentanten, egal was passiert, mit unabhängigen Parteien und freier Meinungsäußerung. In anderen Ländern wählt man einen Despoten, der dann alle Jubeljahre durch eine Wahl bestätigt wird. Auch das ist im Grunde Demokratie, denn es wird gewählt, vielleicht nicht so regelmäßig, aber es wird gewählt. Der Despot hievt dann seinen Sohn auf die Stelle und der wird dann wiederum durch eine Wahl bestätigt. Am Anfang der Demokratie, also im alten Griechenland, ging es ähnlich zu und wir nennen das die Wiege der Demokratie. So lange ein solches System funktioniert, hat dieses die Chance sich im Laufe der Zeit weiter zu entwickeln und sich immer näher an unserem anzunähern. Nur einfach mal so mit Gewalt lässt sich ein solches System aber nicht einführen, weil landestypische, religiöse und andere Traditionen dem entgegen stehen. Man sieht es ja an den jüngsten Versuchen aus dem Nichts eine uns genehme Form von Demokratie einzuführen. Die sind alle gescheitert und sie haben sich eher der traditionellen Form von Demokratie angenähert und alle hier schimpfen. Lasst den Leuten im Orient und anderen Gegenden einfach Zeit. Ja ich weiß, heute muss alles immer schneller gehen, nur das funktioniert nicht mit allem.

Geschrieben von: Schneeball 1. Apr 2016, 15:03

ZITAT(schießmuskel @ 1. Apr 2016, 15:53) *
Sorry aber Israel hat selbst genug Defizite. Es ist zwar allen anderen um Längen vorraus aber da gibt es noch genug Aktionen die definitiv nichts mit einem Rechtsstaat zu tun haben.


ZITAT
Finde ich eine schwache Definition. Das heisst ja dann, dass zB die USA eine Demokratie auf Augenhöhe mit zB der Schweiz wäre, was sie aber schon lange nicht mehr ist.


Was soll denn an der Schweiz so viel besser sein? weil da das Volk über alles direkt abstimmen darf, damit dann so euphemistische Ausschaffungs- oder Durchsetzungsinitiativen umgesetzt werden könnn; den wir wissen ja Kosovaren schlitzen Schweitzer auf. Dein Artikel aus der Zeit beschreibt doch wie schon vor über hundert Jahren in Amerika die Kartelle der Oligarchen zerschlagen wurden und das man diese Gefahr heute auch noch ernst nimmt. Mit Kandiaten wie Bernie Sanders hat sich sogar ein bekenneder Sozialsit etabliert. Was soll daran jetzt die Demokratie in den USA in Frage stellen?

Die Studie des Profs aus Princeton sagt eben aus, dass die Meinung "des kleinen Mannes" überhaupt keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Politik hat. Demokratie geht eben anders, lies doch einfach die Studie und bilde deine Meinung..

Die Schweiz hat Defizite, aber sehr viel kleinere und an völlig anderen Orten.

Geschrieben von: Madner Kami 1. Apr 2016, 15:04

ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 15:40) *
ZITAT(Madner Kami @ 1. Apr 2016, 13:39) *
Was für eine Staatsform irgendein Staat hat, ist in der Regel völlig egal, solange er die Universellen Menschenrechte einhält und in der Regel ergibt sich Kritik aus westlichen Staaten nicht aus dem Staatssystem des Zielstaats, sondern dem Mangel an der Einhaltung der Menschenrechte. Diese Art der Kritik ist immer richtig und zwar aus moralischen Gründen. Entweder die Menschenrechte sind das höchste Gut JEDES Menschen oder sie sind wertlos.

Dann sind sie wertlos, sie gelten für uns ja auch nur wenn sie gerade nicht im Weg stehen, überspitzt formuliert. Universell ist in diesem Zusammenhang recht eindeutig.


"Für uns"? Tja dass sie in Russland wertlos sind, ist mir klar, das musst du mir nicht sagen. In der Welt außerhalb sieht das allerdings sehr anders aus.

Geschrieben von: Schneeball 1. Apr 2016, 15:04

ZITAT(xena @ 1. Apr 2016, 16:03) *
Lasst den Leuten im Orient und anderen Gegenden einfach Zeit. Ja ich weiß, heute muss alles immer schneller gehen, nur das funktioniert nicht mit allem.

Ich hätte es nicht besser sagen können.


ZITAT(Madner Kami @ 1. Apr 2016, 16:04) *
ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 15:40) *
ZITAT(Madner Kami @ 1. Apr 2016, 13:39) *
Was für eine Staatsform irgendein Staat hat, ist in der Regel völlig egal, solange er die Universellen Menschenrechte einhält und in der Regel ergibt sich Kritik aus westlichen Staaten nicht aus dem Staatssystem des Zielstaats, sondern dem Mangel an der Einhaltung der Menschenrechte. Diese Art der Kritik ist immer richtig und zwar aus moralischen Gründen. Entweder die Menschenrechte sind das höchste Gut JEDES Menschen oder sie sind wertlos.

Dann sind sie wertlos, sie gelten für uns ja auch nur wenn sie gerade nicht im Weg stehen, überspitzt formuliert. Universell ist in diesem Zusammenhang recht eindeutig.


"Für uns"? Tja dass sie in Russland wertlos sind, ist mir klar, das musst du mir nicht sagen. In der Welt außerhalb sieht das allerdings sehr anders aus.

Das Netz ist voll von Interviews, Studien, Essays, usw. renommierter Völkerrechtler, die unzählige Verstösse gegen Menschenrechte von und in Europa, den USA, etc. dokumentieren und benennen. Wenn es dich interessiert findest du schnell welche.

Das es in China, Russland oder Belize nochmal anders aussieht muss nicht diskutiert werden, tut aber überhaupt nichts zur Sache. Fakt ist nunmal, das "für uns" die Menschenrechte auch nicht universell gelten, was sie aber sollten. Als Spitze des Eisbergs sei hier nur an die Foltergefängnisse der CIA erinnert die es auch in Europa gab.

Geschrieben von: xena 1. Apr 2016, 15:13

ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 14:03) *
Die Studie des Profs aus Princeton sagt eben aus, dass die Meinung "des kleinen Mannes" überhaupt keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Politik hat. Demokratie geht eben anders, lies doch einfach die Studie und bilde deine Meinung..


Der kleine Mann äußert seine Meinung darin, dass er seine Repräsentantanten wählt, die seiner Meinung am nächsten kommen. Wo kämen wir denn hin, wenn alle zig Millionen Bürger ihre zig Millionen Meinungen äußern könnten? Die Meinung des kleinen Mannes hat noch nie direkt interessiert. Will er sie äußern muss er in einer Partei aktiv werden, oder Leserbriefe an Zeitungen schreiben, oder Blogs im Internet schreiben.

Geschrieben von: Schneeball 1. Apr 2016, 15:14

ZITAT(xena @ 1. Apr 2016, 16:13) *
ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 14:03) *
Die Studie des Profs aus Princeton sagt eben aus, dass die Meinung "des kleinen Mannes" überhaupt keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Politik hat. Demokratie geht eben anders, lies doch einfach die Studie und bilde deine Meinung..


Der kleine Mann äußert seine Meinung darin, dass er seine Repräsentantanten wählt, die seiner Meinung am nächsten kommen. Wo kämen wir denn hin, wenn alle zig Millionen Bürger ihre zig Millionen Meinungen äußern könnten? Die Meinung des kleinen Mannes hat noch nie direkt interessiert. Will er sie äußern muss er in einer Partei aktiv werden, oder Leserbriefe an Zeitungen schreiben, oder Blogs im Internet schreiben.


Auch für dich, lies die Studie.

Ich habe manchmal das Gefühl, das nicht sein kann was nicht sein darf.

Geschrieben von: Madner Kami 1. Apr 2016, 15:15

ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 16:04) *
Das Netz ist voll von Interviews, Studien, Essays, usw. renommierter Völkerrechtler, die unzählige Verstösse gegen Menschenrechte von und in Europa, den USA, etc. dokumentieren und benennen. Wenn es dich interessiert findest du schnell welche.

Das es in China, Russland oder Belize nochmal anders aussieht muss nicht diskutiert werden, tut aber überhaupt nichts zur Sache. Fakt ist nunmal, das "für uns" die Menschenrechte auch nicht universell gelten, was sie aber sollten. Als Spitze des Eisbergs sei hier nur an die Foltergefängnisse der CIA erinnert die es auch in Europa gab.


Und? Natürlich gibt es punktuelle Verstöße gegen Menschenrechte, auch in der westlichen Welt und wo sie geschehen, kann man klagen und bekommt auch mit allerschönster Regelmäßigkeit Recht, spätestens vorm jeweiligen Verfassunsgericht.

Geschrieben von: Schneeball 1. Apr 2016, 15:19

ZITAT(Madner Kami @ 1. Apr 2016, 16:15) *
ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 16:04) *
Das Netz ist voll von Interviews, Studien, Essays, usw. renommierter Völkerrechtler, die unzählige Verstösse gegen Menschenrechte von und in Europa, den USA, etc. dokumentieren und benennen. Wenn es dich interessiert findest du schnell welche.

Das es in China, Russland oder Belize nochmal anders aussieht muss nicht diskutiert werden, tut aber überhaupt nichts zur Sache. Fakt ist nunmal, das "für uns" die Menschenrechte auch nicht universell gelten, was sie aber sollten. Als Spitze des Eisbergs sei hier nur an die Foltergefängnisse der CIA erinnert die es auch in Europa gab.


Und? Natürlich gibt es punktuelle Verstöße gegen Menschenrechte, auch in der westlichen Welt und wo sie geschehen, kann man klagen und bekommt auch mit allerschönster Regelmäßigkeit Recht, spätestens vorm jeweiligen Verfassunsgericht.

Na dann ist ja alles in Ordnung.

Oder doch nicht?
„Wenn man sich die hochtrabende Rhetorik zum Arabischen Frühling anhört, sollte man denken, dass die Menschenrechte ein zentrales Anliegen der EU sind“, so Benjamin Ward, stellvertetender Direktor der Abteilung Europa und Zentralasien von Human Rights Watch. „Doch die traurige Wahrheit ist, dass EU-Regierungen die Menschenrechte, insbesondere die Rechte von schutzlosen Minderheiten und Migranten, häufig außer Acht lassen, wenn sie sich als lästig erweisen, und dass sie Kritik an Menschenrechtsverletzungen unter den Teppich kehren.“
https://www.hrw.org/de/news/2012/01/22/eu-menschenrechtsverletzungen-mitgliedstaaten-ignoriert

Können ja alle Klage einreichen wallbash.gif

Geschrieben von: Madner Kami 1. Apr 2016, 15:24

ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 16:19) *
ZITAT(Madner Kami @ 1. Apr 2016, 16:15) *
ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 16:04) *
Das Netz ist voll von Interviews, Studien, Essays, usw. renommierter Völkerrechtler, die unzählige Verstösse gegen Menschenrechte von und in Europa, den USA, etc. dokumentieren und benennen. Wenn es dich interessiert findest du schnell welche.

Das es in China, Russland oder Belize nochmal anders aussieht muss nicht diskutiert werden, tut aber überhaupt nichts zur Sache. Fakt ist nunmal, das "für uns" die Menschenrechte auch nicht universell gelten, was sie aber sollten. Als Spitze des Eisbergs sei hier nur an die Foltergefängnisse der CIA erinnert die es auch in Europa gab.


Und? Natürlich gibt es punktuelle Verstöße gegen Menschenrechte, auch in der westlichen Welt und wo sie geschehen, kann man klagen und bekommt auch mit allerschönster Regelmäßigkeit Recht, spätestens vorm jeweiligen Verfassunsgericht.

Na dann ist ja alles in Ordnung.

Oder doch nicht?
„Wenn man sich die hochtrabende Rhetorik zum Arabischen Frühling anhört, sollte man denken, dass die Menschenrechte ein zentrales Anliegen der EU sind“, so Benjamin Ward, stellvertetender Direktor der Abteilung Europa und Zentralasien von Human Rights Watch. „Doch die traurige Wahrheit ist, dass EU-Regierungen die Menschenrechte, insbesondere die Rechte von schutzlosen Minderheiten und Migranten, häufig außer Acht lassen, wenn sie sich als lästig erweisen, und dass sie Kritik an Menschenrechtsverletzungen unter den Teppich kehren.“
https://www.hrw.org/de/news/2012/01/22/eu-menschenrechtsverletzungen-mitgliedstaaten-ignoriert

Können ja alle Klage einreichen wallbash.gif


Ja, können sie: http://www.coe.int/de/web/portal/gerichtshof-fur-menschenrechte Ich weis, dass das für Leute wie dich schwer zu verstehen ist, aber das wichtige bei Gesetzen und Rechten ist nicht deren bloße Existenz oder Lippenbekenntnisse, sondern deren Einklagbarkeit und die ist im Westen™ gegeben.

Geschrieben von: Schneeball 1. Apr 2016, 15:27

ZITAT(Madner Kami @ 1. Apr 2016, 16:24) *
ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 16:19) *
ZITAT(Madner Kami @ 1. Apr 2016, 16:15) *
ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 16:04) *
Das Netz ist voll von Interviews, Studien, Essays, usw. renommierter Völkerrechtler, die unzählige Verstösse gegen Menschenrechte von und in Europa, den USA, etc. dokumentieren und benennen. Wenn es dich interessiert findest du schnell welche.

Das es in China, Russland oder Belize nochmal anders aussieht muss nicht diskutiert werden, tut aber überhaupt nichts zur Sache. Fakt ist nunmal, das "für uns" die Menschenrechte auch nicht universell gelten, was sie aber sollten. Als Spitze des Eisbergs sei hier nur an die Foltergefängnisse der CIA erinnert die es auch in Europa gab.


Und? Natürlich gibt es punktuelle Verstöße gegen Menschenrechte, auch in der westlichen Welt und wo sie geschehen, kann man klagen und bekommt auch mit allerschönster Regelmäßigkeit Recht, spätestens vorm jeweiligen Verfassunsgericht.

Na dann ist ja alles in Ordnung.

Oder doch nicht?
„Wenn man sich die hochtrabende Rhetorik zum Arabischen Frühling anhört, sollte man denken, dass die Menschenrechte ein zentrales Anliegen der EU sind“, so Benjamin Ward, stellvertetender Direktor der Abteilung Europa und Zentralasien von Human Rights Watch. „Doch die traurige Wahrheit ist, dass EU-Regierungen die Menschenrechte, insbesondere die Rechte von schutzlosen Minderheiten und Migranten, häufig außer Acht lassen, wenn sie sich als lästig erweisen, und dass sie Kritik an Menschenrechtsverletzungen unter den Teppich kehren.“
https://www.hrw.org/de/news/2012/01/22/eu-menschenrechtsverletzungen-mitgliedstaaten-ignoriert

Können ja alle Klage einreichen wallbash.gif


Ja, können sie: http://www.coe.int/de/web/portal/gerichtshof-fur-menschenrechte Ich weis, dass das für Leute wie dich schwer zu verstehen ist, aber das wichtige bei Gesetzen und Rechten ist nicht deren bloße Existenz oder Lippenbekenntnisse, sondern deren Einklagbarkeit und die ist im Westen™ gegeben.
rolleyes.gif

Das wichtigste an Gesetzen ist, das sie BEFOLGT werden. Einklagen kann man ja selbst in Russland fast alles.

Geschrieben von: Glorfindel 1. Apr 2016, 15:30

In einer Demokratie muss die realistische Möglichkeit bestehen, dass es zu Regierungswechseln kommt im Rahmen der Gesetze. Das ist eigentlich fast schon alles was es imho benötigt. Ich forder nicht, dass man im Irak das deutsche Grundgesetz oder die Schweizerische Bundesverfassung einführt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man eine funktionierende Demokratie aufbauen kann und es muss mit der Kultur des Landes übereinstimmen. ¨

In einem Rechtsstaat muss die realistische Möglichkeit bestehen, dass das bestehende Recht auch durchgesetzt werden kann, auch gegenüber der Regierung.

Das alles bedeutet natürlich nicht, dass es keine Missstände, Fehlentscheidungen etc. geben kann. Natürlich gibt es sie. Und es gibt auch zu einigen Fragen keine ideale Lösung.

Geschrieben von: Madner Kami 1. Apr 2016, 15:43

ZITAT(Schneeball @ 1. Apr 2016, 16:27) *
rolleyes.gif

Das wichtigste an Gesetzen ist, das sie BEFOLGT werden. Einklagen kann man ja selbst in Russland fast alles.


Ganz genau rolleyes.gif Witzfigur.

Geschrieben von: schießmuskel 1. Apr 2016, 19:47

Was willst du eigentlich Schneeball? Wir wissen hier alle, dass der Westen heuchlerisch ist und auch unser poitisches System fehlerhaft ist. Haben wir alle verstanden auch ohne deine Eingaben. Gibt es denn irgend ein anderes System auf der Welt welches seinen Bürgern mehr Freiheit und Wohlstand verschafft , ich denke nicht. Also kann man schon so arrogant sein und behaupten, daß das System des Westens das attraktivste ist. Deshalb braucht es auch keine CIA und Nato geheim Operation um ein Aufbegehren der Bevölkerung in Libyen, Syrien oder Ägypten zu erzeugen. Internet, Sat TV und Hollywood sorgen von alleine dafür, dass die Menschen auch so leben wollen.

Geschrieben von: Nobody is perfect 1. Apr 2016, 20:27

Hat irgendwas in dieser aktuellen Diskussion mit Irak und Syrien zu tun?


In 2 Gefangenenaustauschen mit dem IS hat Royava übrigens in den letzten 2 Wochen 104 Ezidinnen und ihre Kinder befreit.

http://ezidipress.com/blog/is-sklaverei-ypg-befreit-53-eziden-in-syrien/

Geschrieben von: Seydlitz 1. Apr 2016, 21:57

Nur eine kleine Randnotiz:

ZITAT
Deutschland und Frankreich beklagen Bruch der Waffenruhe
Die syrische Armee hat ein Krankenhaus und eine Schule bombardiert und 30 Zivilisten getötet. Damit werde eine politische Lösung torpediert, urteilt das Auswärtige Amt.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-04/syrien-waffenruhe-verletzung-deutschland-frankreich
aber auch das kennt man ja mittlerweile:
ZITAT
Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge sind dabei am Donnerstag und Freitag mehr als 30 Menschen getötet worden. Die Angaben der den bewaffneten Regierungsgegnern nahestehenden Organisation lassen sich von unabhängiger Seite nur schwer überprüfen.

Geschrieben von: Nobody is perfect 2. Apr 2016, 22:50

Benötigt wer einen T-55MV MBT? Ein paar aktuelle Schwarzmarkt-Preise auf den Waffenmärkten in Syrien.

Ach ja, für 170.000 $ ist das dann deiner.

https://twitter.com/Aswed_Flags/status/716348732091064322

Oder wie wäre es für eine D-30? Spott-billig für 130.000 $. Ein paar Handfeuerwaffen?

https://twitter.com/Aswed_Flags/status/701500127383592964

Geschrieben von: Alligator 3. Apr 2016, 16:03

Irakische Mi-35 führen präzise Luftschläge aus: https://www.youtube.com/watch?v=z6sQQfwDUFo - gleich zu Beginn wurde anscheinend ein VBIED ausgeschaltet...
Mi-28 der WKS in Syrien setzen S-8 ein: https://www.youtube.com/watch?v=jRN_z5zbXEM - ab 0:35, sehr laut am Anfang!
Mi-24/-28 und Ka-52 der WKS im Einsatz: https://www.youtube.com/watch?v=Ti5QEAN2T8s - ab 0:40, ebenfalls sehr laut am Anfang!

Geschrieben von: Kameratt 3. Apr 2016, 18:48

Zerstörung eines "Chemielabors" des IS in Mossul.

https://www.youtube.com/watch?v=6mo0Zo-W1-s


-edit-
Auch noch ein Artikel, wie schlecht die irakische Armee ist und wie toll doch die Peschmerga sind. smile.gif

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4958856/Mossul_Wir-haetten-das-in-zwei-Tagen-erledigt?_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/index.do

-edit-edit-

ZITAT(Alligator @ 3. Apr 2016, 17:03) *
[...]
Mi-28/-35 und Ka-52 der WKS im Einsatz: https://www.youtube.com/watch?v=Ti5QEAN2T8s - ab 0:40, ebenfalls sehr laut am Anfang!

Das ist kein Mi-35, sondern Mi-24 in dem Video.

Geschrieben von: Alligator 3. Apr 2016, 21:28

ZITAT(Kameratt @ 3. Apr 2016, 18:48) *
Das ist kein Mi-35, sondern Mi-24 in dem Video.

Das war nur ein Aufmerksamkeitstest. Da hast du komplett recht. xyxthumbs.gif
Gleich zu Beginn, Ka-52 im Einsatz: https://www.youtube.com/watch?v=cyVFhCC4GiM
-
Zeit Online berichtet von der Befreiung Al-Karjatains:
ZITAT
Stadt bei Palmyra vom IS befreit
Die syrische Armee hat die Stadt Al-Karjatain zurückerobert. In Palmyra beginnen derweil die Aufräumarbeiten, die Dschihadisten haben Tausende Sprengsätze versteckt.
Die syrische Armee hat mit Unterstützung der russischen Luftwaffe eine weitere von der IS-Miliz gehaltene Stadt zurückerobert. Al-Karjatain, das in der Nähe von Palmyra liegt, sei vollständig unter Kontrolle der Regierungstruppen, berichtete das Staatsfernsehen. Auch oppositionelle Beobachter teilten mit, nach der Umzingelung durch die syrische Armee sei Al-Karjatain militärisch so gut wie gefallen.

http://www.zeit.de/politik/2016-04/syrien-armee-eroberung-al-karjatain
-
Eine Hell Canon der Dschihadisten wurde knapp von einem Brandgeschoss verfehlt: https://www.youtube.com/watch?v=TdysnAF_Z_s

Geschrieben von: zauberwald.fee 3. Apr 2016, 22:34

.

Geschrieben von: Kameratt 3. Apr 2016, 23:12

Und hier der Beweis, dass die Hubschrauber auch, wie vermutet, von Tiyas aus eingesetzt werden.

https://twitter.com/bm27_uragan/status/716700455561256960

Geschrieben von: Nobody is perfect 3. Apr 2016, 23:44

Es gibt Meldungen, daß am 03-Apr-2016 die Amerikaner den Pressesprecher von Al-Nusra, Abu Firas al-Suri (Redwan Namous, Senior Al Quaida Anführer in Afghanistan, Yemen und schließlich in Syrien), gezielt bei einem Bombenangriff getötet haben. Er war nicht nur der offizielle "Pressesprecher", sondern auch gleich der Chef der (ziemlich erfolgreichen) Al-Nusra Medienabteilung.

http://www.dailymail.co.uk/wires/afp/article-3521880/Syrias-Qaeda-spokesman-20-jihadists-dead-strikes-monitor.html

Nicht verwirren lassen, es waren tatsächlich wohl die Amerikaner.

https://twitter.com/ibn_Ismail9/status/716696165480337408
Ein paar weitere Senior Al Quaida/Jihadisten Mitglieder, die es erwischt hat: Azam al-Azadi , Abu Jaafer al-Iraqi. Zusätzlich hat es den Sohn von Redwan Nemous (Abu Firas al-Suri) erwischt.

ZITAT
Intl Coalition jets targeted today with 7 airstrikes position of meeting for senior al-Qaeda leaders in v Kefr-Hales near https://twitter.com/hashtag/Idlib?src=hash https://twitter.com/hashtag/Syria?src=hash


https://twitter.com/jackshahine/status/716752016308105217
Insgesamt soll es 20 Tote + einige weitere Verletzte gegeben haben.

EDIT: Mindestens 17 wichtige Al Nusra/Al Quaida Kommandeure soll es bei dem sehr wichtigen Planungs-Treffen erwischt haben, von den Kommandeuren ist wohl keiner entkommen.

Geschrieben von: Alligator 4. Apr 2016, 16:30

Mi-35M in Syrien mit dem IRCS President-S:

Ein lesenwerter Bericht des ISW:

ZITAT
ISIS's Regional Campaign: March 2016
ISIS continued to pursue ongoing campaigns both regionally and further abroad throughout March. The group carried out a spectacular, sophisticated terror attack in Brussels on March 22. The attack, which was unprecedented in Belgium, is part of ISIS’s ongoing campaign to attack and polarize the West, sowing disorder to make way for future expansion to a global Caliphate.

http://understandingwar.org/backgrounder/isiss-regional-campaign-march-2016

Geschrieben von: Nobody is perfect 4. Apr 2016, 19:42

Zu dem Luftangriff auf Al Nusra; nachdem den ganzen Tag über behauptet wurde, es wäre die syrische Luftwaffe gewesen. Es waren die Amis.

http://www.nytimes.com/reuters/2016/04/04/world/asia/04reuters-mideast-crisis-syria-usa.html?_r=0

Anscheinend ist den Amis tatsächlich ein sehr schwerer Schlag gelungen, da sie mit dem Angriff wohl effektiv eine fast komplette Kommandoebene der Al Nusra in dem Gebiet im Nordosten eliminiert haben.



Geschrieben von: Dave76 5. Apr 2016, 15:21

OIR-Einsätze seit der Schließung des alten Threads:


















Geschrieben von: Dave76 5. Apr 2016, 15:23










Geschrieben von: SailorGN 5. Apr 2016, 15:24

Mal ne Frage: Was ist mit "rocket rails" gemeint?

Geschrieben von: Dave76 5. Apr 2016, 15:32

ZITAT(SailorGN @ 5. Apr 2016, 16:24) *
Mal ne Frage: Was ist mit "rocket rails" gemeint?

Ich denke mal, dass darunter alle Raketenabschusssysteme zusammengefasst sind, also auch DIY-Rampen.

Geschrieben von: Dave76 5. Apr 2016, 15:39

ZITAT
April 1: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq

SOUTHWEST ASIA — On March 31, coalition military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria and Iraq. In Syria, coalition military forces conducted five strikes using attack and ground-attack aircraft against ISIL targets. Additionally in Iraq, Coalition military forces conducted 12 strikes coordinated with and in support of the Government of Iraq using rocket artillery and fighter and remotely piloted aircraft against ISIL targets.

The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

Syria
* Near Ayn Isa, three strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed an ISIL fighting position and an ISIL vehicle borne improvised explosive device (VBIED).
* Near Dayr Az Zawr, one strike destroyed two ISIL bulldozers.
* Near Mar'a, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed two ISIL fighting positions

Iraq
* Near Habbaniyah, one strike struck an ISIL tactical unit.
* Near Hit, three strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL VBIED, two ISIL VBIED factories, an ISIL vehicle, an ISIL anti-air artillery staging area, and nine ISIL tunnel entrances and denied ISIL access to terrain.
* Near Kirkuk, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed two ISIL assembly areas.
* Near Mosul, two strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed two ISIL assembly areas and five ISIL vehicles.
* Near Qayyarah, two strikes destroyed an ISIL tactical vehicle and an ISIL mortar firing position and suppressed two separate ISIL mortar firing positions.
* Near Ramadi, one strike destroyed two ISIL VBIEDs.
* Near Sinjar, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL assembly area.
* Near Sultan Abdallah, one strike destroyed three ISIL tunnel systems and three ISIL assembly areas.

Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

http://www.centcom.mil/en/news/articles/april-1-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-i

ZITAT
April 2: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq

SOUTHWEST ASIA — On April 1, coalition military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria and Iraq. In Syria, coalition military forces conducted six strikes using attack and remotely piloted aircraft against ISIL targets. Additionally in Iraq, Coalition military forces conducted 20 strikes coordinated with and in support of the Government of Iraq using rocket artillery and fighter and remotely piloted aircraft against ISIL targets.

The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

Syria
* Near Al Hawl, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL vehicle.
* Near Ar Raqqah, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL vehicle.
* Near Mar'a, four strikes struck four separate ISIL tactical units and destroyed 10 ISIL fighting positions, two ISIL bunkers, an ISIL mortar position, and an ISIL vehicle borne improvised explosive device (VBIED).

Iraq
* Near Al Qaim, one strike struck an ISIL tactical unit.
* Near Habbaniyah, two strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed an ISIL weapons cache.
* Near Haditha, one strike struck an ISIL tactical unit.
* Near Hit, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL VBIED, two ISIL fuel tankers, an ISIL vehicle, an ISIL-used bridge, an ISIL barge, eight ISIL boats, and denied ISIL access to terrain.
* Near Kirkuk, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL vehicle, an ISIL command and control node, four ISIL assembly areas, and an ISIL supply cache.
* Near Qayyarah, seven strikes struck three separate ISIL tactical units and an ISIL weapons cache and destroyed two ISIL fighting positions, two ISIL assembly areas, an ISIL command and control node, two ISIL vehicles, and an ISIL-used unmanned aerial vehicle (UAV).
* Near Ramadi, one strike destroyed an ISIL anti-air artillery piece.
* Near Sinjar, two strikes struck a large ISIL tactical unit and destroyed an ISIL vehicle and suppressed an ISIL mortar firing position.
* Near Sultan Abdallah, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed six ISIL rocket rails and an ISIL supply cache.

Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

http://www.centcom.mil/en/news/articles/april-2-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-i

ZITAT
April 3: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq

SOUTHWEST ASIA — On April 2, coalition military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria and Iraq. In Syria, coalition military forces conducted four strikes using attack, fighter, and remotely piloted aircraft against ISIL targets. Additionally in Iraq, Coalition military forces conducted 22 strikes coordinated with and in support of the Government of Iraq using rocket artillery and attack, fighter, and remotely piloted aircraft against ISIL targets.

The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

Syria
* Near Manbij, two strikes destroyed an ISIL rocket rail system and two ISIL fighting positions.
* Near Mar'a, two strikes struck a large ISIL tactical unit and destroyed an ISIL vehicle borne improvised explosive device (VBIED).

Iraq
* Near Fallujah, one strike struck a large ISIL tactical unit.
* Near Haditha, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL heavy machine gun.
* Near Hit, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL used-bridge, an ISIL VBIED factory, 22 ISIL boats, and an ISIL bed down location and denied ISIL access to terrain.
* Near Kirkuk, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed two ISIL assembly areas, an ISIL mortar system, an ISIL VBIED, and an ISIL vehicle.
* Near Mosul, six strikes struck six separate ISIL tactical units and destroyed two ISIL assembly areas, an ISIL machine gun, and two ISIL vehicles.
* Near Qayyarah, six strikes struck an ISIL tactical unit and an ISIL weapons storage facility and destroyed four ISIL mortar firing positions, an ISIL supply cache, an ISIL VBIED production facility, and 13 ISIL staging areas.
* Near Rawah, one strike destroyed an ISIL tactical vehicle.
* Near Sultan Abdallah, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed four ISIL assembly areas and an ISIL vehicle.
* Near Tal Afar, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL mortar system.

Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

http://www.centcom.mil/en/news/articles/april-3-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-i

ZITAT
April 4: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq

SOUTHWEST ASIA — On April 3, coalition military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria and Iraq. In Syria, coalition military forces conducted 14 strikes using attack, fighter, and remotely piloted aircraft against ISIL targets. Additionally in Iraq, Coalition military forces conducted 10 strikes coordinated with and in support of the Government of Iraq using fighter and remotely piloted aircraft against ISIL targets.

The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

Syria
* Near Al Hasakah, one strike destroyed an ISIL vehicle borne improvised explosive device (VBIED).
* Near Al Hawl, six strikes struck five separate ISIL tactical units and destroyed an ISIL anti-air artillery piece, three ISIL vehicles, and two ISIL tactical vehicles, and four ISIL fighting positions.
* Near Ar Raqqah, three strikes struck an ISIL tactical unit and an ISIL headquarters and destroyed an ISIL vehicle, an ISIL workover rig, an ISIL front-end loader, and four ISIL pump jacks.
* Dayr Az Zawr, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed three ISIL fighting positions and two ISIL VBIEDs.
* Near Idlib, one strike struck a large ISIL tactical unit and destroyed two ISIL buildings.
* Near Manbij, one strike struck an ISIL tactical unit.
* Near Mar'a, one strike struck an ISIL tactical unit.

Iraq
* Near Al Baghdadi, one strike destroyed an ISIL vehicle.
* Near Hit, three strikes struck a large ISIL tactical unit and destroyed an ISIL VBIED, an ISIL heavy machine gun, an ISIL recoilless rifle, and an ISIL staging area and denied ISIL access to terrain.
* Near Kirkuk, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed two ISIL assembly areas and an ISIL heavy machine gun.
* Near Kisik, one strike suppressed an ISIL tactical unit.
* Near Mosul, two strikes destroyed an ISIL supply cache, an ISIL command and control node, and an ISIL tactical vehicle and suppressed an ISIL tactical unit.
* Near Qayyarah, one strike destroyed an ISIL weapons storage facility and an ISIL staging facility.
* Near Sultan Abdallah, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL supply cache.

Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

http://www.centcom.mil/en/news/articles/april-4-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-i

ZITAT
April 5: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq

SOUTHWEST ASIA — On April 4, coalition military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria and Iraq. In Syria, coalition military forces conducted six strikes using attack, fighter, and remotely piloted aircraft against ISIL targets. Additionally in Iraq, Coalition military forces conducted 19 strikes coordinated with and in support of the Government of Iraq using rocket artillery and attack, fighter, and remotely piloted aircraft against ISIL targets.

The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

Syria
* Near Ar Raqqah, one strike disabled two ISIL pump jacks.
* Near Dayr Az Zawr, one strike destroyed an ISIL vehicle.
* Near Manbij, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL fighting position, an ISIL vehicle, two ISIL rocket systems, and an ISIL heavy machine gun.
* Near Mar'a, two strikes struck two separate ISIL tactical units.

Iraq
* Near Al Baghdadi, three strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed three ISIL vehicles, an ISIL front end loader, seven ISIL vehicle borne improvised explosive devices (VBIED), an ISIL mortar position, and suppressed two ISIL rocket positions.
* Near Al Huwayjah, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL vehicle.
* Near Fallujah, one strike struck a large ISIL tactical unit and destroyed an ISIL vehicle and five ISIL defensive fighting positions.
* Near Hit, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL vehicle, an ISIL heavy machine gun, an ISIL supply cache, an ISIL fighting position, and seven ISIL boats.
* Near Kisik, four strikes struck three ISIL tactical units and destroyed an ISIL staging area, an ISIL bunker, an ISIL supply cache, and an ISIL fighting position.
* Near Mosul, one strike struck an ISIL headquarters.
* Near Sultan Abdallah, six strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed an ISIL VBIED, five ISIL fighting positions, an ISIL assembly area, an ISIL vehicle, an ISIL rocket system, an ISIL trench, and suppressed an ISIL sniper position and denied ISIL access to terrain.
* Near Tal Afar, one strike suppressed an ISIL tactical unit.

Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

http://www.centcom.mil/en/news/articles/april-5-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-i

ZITAT
A strike, as defined in the CJTF releases, means one or more kinetic events that occur in roughly the same geographic location to produce a single, sometimes cumulative effect for that location. So having a single aircraft deliver a single weapon against a lone ISIL vehicle is one strike, but so is multiple aircraft delivering dozens of weapons against a group of buildings and vehicles and weapon systems in a compound, for example, having the cumulative effect of making that facility (or facilities) harder or impossible to use. Accordingly, CJTF-OIR does not report the number or type of aircraft employed in a strike, the number of munitions dropped in each strike, or the number of individual munition impact points against a target.

Ground-based artillery fired in counter-fire or in fire support to maneuver roles are not classified as a strike as defined by CJTF-OIR.

Geschrieben von: Nobody is perfect 5. Apr 2016, 16:23

Eine SU-22 der syrischen Luftwaffe ist mit einem Manpad abgeschossen worden, der Pilot ist ausgestiegen und wurde von Al Nusra am Ende gefangen genommen; allerdings waren mehrere hundert Zivilisten vorher da und haben ihre Wut an ihm ausgelassen. Es gibt widersprüchliche Meldungen über den Zustand (zwischen nahezu unverletzt und 5 min nach Gefangenschaft den Verletzungen erlegen).

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Zu den Meldungen zu den Angriffen auf das IS Bankensystem: Die Amis haben in der Zwischenzeit das Bankensystem des IS ziemlich effektiv ausgeschaltet/ausradiert; so wurden alleine in Mossul inn einer Nacht bei mehreren Luftschlägen mehrere hundert Millionen Dollar und Devisen vernichtet, bzw. in brennende Konfettischnipsel umgewandelt (der Konfettiregen sah auch aus großer Höhe nett aus), der IS ist effektiv pleite.

>>>>>>>>>>>>>>>>>>

ZITAT(Dave76 @ 5. Apr 2016, 16:32) *
ZITAT(SailorGN @ 5. Apr 2016, 16:24) *
Mal ne Frage: Was ist mit "rocket rails" gemeint?
Ich denke mal, dass darunter alle Raketenabschusssysteme zusammengefasst sind, also auch DIY-Rampen.


Jo, in der Regel genau das: DIY- Rampen, ein paar sehr schnell zusammengeschweißte Bettgestell oder Geländer etc. Rohre, von denen häufig auch gleich selbst zusammenlaborierte Raketen verschossen werden. Sind einen Luftangriff nur wert, wenn du die Dinger mit den Raketen und den Bedienmannschaften beim Aufstellen erwischst. Materialwert/Herstellungskosten ist vernachlässigbar und von einem Mann mit dem passenden Werkzeug in weniger als 1 h herzustellen /Stück.

Geschrieben von: SailorGN 5. Apr 2016, 18:33

Ok, danke an Dave und Nip... dachte ich hätte die Entwicklung der ersten IS-V1 verschlafen biggrin.gif

Geschrieben von: Nobody is perfect 5. Apr 2016, 19:31

Der abgeschossene SU-22 Pilot hat übrigens überlebt, Al Nusra hat ein Video veröffentlicht, das ihn, ganz ziemlich offensichtlich übelst verprügelt von den Zivilisten, aber ansonsten nicht ernsthaft verletzt, zeigt.

Nicht verlinkt, da Kriegsgefangener und nicht verpixelt etc.

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Hier hast du mal ein Beispiel, wie die DIY Rampen aussehen können, und das hier sind sehr professionell zusammengebaute Exemplare, mit denen aktuell die kurdische Enklave in Aleppo Stadt von bestimmten (Türkei-freundlichen und mehr oder minder offen vom Geheimdienst unterstützten) FSA Verbänden und Al Nusra beschossen werden.

https://twitter.com/DrPartizan_/status/717385516530925568

Geschrieben von: Turtlegrim 6. Apr 2016, 07:28

@Dave
Wie definiert centcom eigentlich ne Tactical Unit? Ist das der einzelne mit Bart und AK oder meinen die richtige einheiten Sag mal so ab 5-6 Leuten mit Ausrüstung etc.?

Geschrieben von: schießmuskel 6. Apr 2016, 09:35

Das kann auch einfach nur ein Trottel mit AK sein.Aber das so zu schreiben hört sich ja irgendwie doof an. Also werden dann so tolle Buzzwords verwenden wie tactical unit oder Headquarter , im Endeffekt handelt es sich dabei aber nur um einen Typen mit ner AK und eine Lehmhütte mit ner IS Flagge. Für den gemeinen Amerikaner macht aber tactical unit und Headquarter Eindruck .

Geschrieben von: Turtlegrim 6. Apr 2016, 09:40

ZITAT(schießmuskel @ 6. Apr 2016, 10:35) *
Das kann auch einfach nur ein Trottel mit AK sein.Aber das so zu schreiben hört sich ja irgendwie doof an. Also werden dann so tolle Buzzwords verwenden wie tactical unit oder Headquarter , im Endeffekt handelt es sich dabei aber nur um einen Typen mit ner AK und eine Lehmhütte mit ner IS Flagge. Für den gemeinen Amerikaner macht aber tactical unit und Headquarter Eindruck .

Danke.

Da kann sich der gemeine ISler ja richtig geehrt fühlen, wenn da jeder ne eigene Cluster bekommt biggrin.gif
hört sich halt nicht wirklich effizient an.

Geschrieben von: Dave76 6. Apr 2016, 10:18

'tactical unit' ist im US-Militär eine gängige Bezeichnung für Verbände, die aus mehreren Soldaten bestehen, das beinhaltet alles ab Trupp-Größe und geht theoretisch bis zur Division. Daraus jetzt zu konstruieren, dass man darunter dann Bombenangriffe auf Einzelpersonen versteckt ist schon ein wenig abenteuerlich.
Natürlich ist der Gebrauch des Ausdrucks 'tactical unit' ein Euphemismus, er ist auch absichtlich so unscharf gewählt. Man will bestimmt nicht den Fehler des body-counts aus dem Vietnamkrieg wiederholen, welcher ja einerseits oft wenig über die tatsächliche Effizienz der Kampagne aussagt und ein genauer Zahlenwert oft unter eher zweifelhaften Umständen zustande kommt, andererseits aber auch gerade von der Öffentlichkeit als amoralisch angesehen wird. Hier haben wir das moderne Dilemma, dass ein Krieg natürlich immer ein schmutziges Geschäft ist, denn es beinhaltet immer das Töten von Menschen, ein Umstand, der sich allerdings eher schlecht in einer postmodernen Gesellschaft vermitteln und verkaufen lässt.

Geschrieben von: Turtlegrim 6. Apr 2016, 10:36

Natürlich ist mir bewusst das Air Strikes nicht auf Einzelpersonen geflogen werden smile.gif Sollte auch nur eine übertriebene Darstellung zur Verdeutlichung sein.
Aber danke für die Erklärung, so kann ich den Begriff wenigstens vernünftig einordnen.


Geschrieben von: schießmuskel 6. Apr 2016, 12:14

Es werden auf jeden Fall auch Air strikes auf einzelne Personen geflogen. Da muss nur ein verschanzter MG Schütze oder Scharfschütze irgendwo liegen, das war schon in Afghanistan so.

Geschrieben von: Nite 6. Apr 2016, 12:17

Und abseits der typischen Schließmuskel'schen Plattitüden kann das abhängig von der taktischen Lage durchaus zweckmäßig sein.

Geschrieben von: schießmuskel 6. Apr 2016, 13:05

Das ist keine Plattitüde, sondern eine Tatsache deren zweckmäßigkein ich nie in Frage gestellt habe. Vielmehr drückt es aus unter welche immensen taktischen Vorteilen die Gegner des IS kämpfen, wenn sogar einzelne Soldaten aus der Luft bekämpft werden.


Geschrieben von: xena 6. Apr 2016, 15:45

Wobei das kein Fehler ist, einzelne Soldaten aus der Luft zu bekämpfen. Dumm nur, dass die Amis nur teure Flugzeugtypen haben, die viel Sprit fressen und die Flugstunde extrem viel kostet. Trotz der zig Jahre wo man schon solchen Kleinkleckerskram regelmäßig macht, hat man es immer noch nicht geschafft für diese regelmäßigen Einsätze entsprechende Flugzeuge anzuschaffen. Selbst mit den Drohnen, die immer wieder angeführt werden, will das nicht so recht gehen, weil zu wenig, sie nicht genug Kapazität haben usw. Es ist nicht absehbar, dass sich daran etwas ändert und trotzdem kommt man nicht in die Puschen... Somit ja, es ist Schwachsinn einen einzelnen Kämpfer mit einer F-16 (in Zukunft mit einer F-35) zu bekämpfen. Aber was anderes hat man nicht.

Geschrieben von: Schwabo Elite 6. Apr 2016, 15:58

KEINE Diskussion über COIN-Turboprop hier!

Geschrieben von: Kameratt 6. Apr 2016, 16:06

Eine F-16-Flugstunde ist wohl eine der billigsten überhaupt und über Drohnen in dem Ausmaß verfügt auch kein anderes Land der Welt.
Aber ich weiß schon, manche wollen halt die guten alten Propellerflugzeuge für COIN-Einsätze haben...

-ups, zu lange nicht aktualiesert-

Geschrieben von: Hummingbird 6. Apr 2016, 16:34

ZITAT(xena @ 6. Apr 2016, 16:45) *
Somit ja, es ist Schwachsinn einen einzelnen Kämpfer mit einer F-16 (in Zukunft mit einer F-35) zu bekämpfen.
Sehe ich nicht so. Effizienter als mit einer F-16 geht das kaum, weil die schnell genug ist um weite Räume abzudecken. Einem Einzelschützen eine JDAM auf den Kopf zu werfen, wird vermutlich weniger als 100k $ kosten.

Geschrieben von: schießmuskel 6. Apr 2016, 17:09

ZITAT(Hummingbird @ 6. Apr 2016, 17:34) *
ZITAT(xena @ 6. Apr 2016, 16:45) *
Somit ja, es ist Schwachsinn einen einzelnen Kämpfer mit einer F-16 (in Zukunft mit einer F-35) zu bekämpfen.
Sehe ich nicht so. Effizienter als mit einer F-16 geht das kaum, weil die schnell genug ist um weite Räume abzudecken. Einem Einzelschützen eine JDAM auf den Kopf zu werfen, wird vermutlich weniger als 100k $ kosten.


Man kann auch drauf verzichten und sagen, dass CAS, Strike, Interdiction etc. erst auf Gegner in mindestens Zugstärke geflogen werden oder nur gegen gepanzerte und mechanisierte Gegner, damit der Aufwand und die Kosten in Relation stehen. Würde aber bedeuten, dass dann YPG, ISF, FSA, Peschmerga und wie sie alle heißen, noch langsamer gegen den IS vorrücken oder sogar wieder in die Defensive geraten. Das ist ja das traurige an der Sach , die Kontrahenten des IS sind so schwach, oder der IS so stark, dass die modernsten Luftstreitkräfte der Welt auf einzelne Kämpfer Angriffe fliegen müssen um ein langsames und blutiges zurückdrängen des IS zu erzwingen.

Von daher ist es schon nötig diese Angriffe auf einzelne Kämpfer zu fliegen wenn man selbst keine Bodentruppen einsetzen will; es gilt die Devise lieber 100k $ für die Ausschaltung eins Scharfschützen aus der Luft zahlen, als mit dem Leben eines Soldaten. Wenn alles so weiter läuft dann ist der IS bis 2-3 Jahren aus allen urbanen Gebieten Irak und Syrien vertieben.

Was ist eigentlich aus der seit mittlerweile gut 4 Monaten angekündigten, unmittelbar bevorstehenden Offensive gegen Manbij geworden?

Geschrieben von: Hummingbird 6. Apr 2016, 17:24

ZITAT(schießmuskel @ 6. Apr 2016, 18:09) *
...Aufwand und die Kosten in Relation...
Ich habe Zweifel, dass es kostengünstiger wäre, einen Infanteristen für die Ausschaltung des besagten Einzelschützen zu verwenden. Es ist ja nicht nur das Gewehr und die einzelne Patrone, die hier Kosten veranschlagen. Ich kann das nicht belegen, aber ich vermute das es kaum effizienter geht, als mit einer F-16. Darum sind derartige Luftwaffeneinsätze wohl auch so populär.

Geschrieben von: Nobody is perfect 6. Apr 2016, 17:26

Im Regelfall schmeißen die Koalitionsstreitkräfte keine Fliegerbomben auf den einzelnen Soldaten, vor allem wenn es nur der durchschnittliche IS Kämpfer ist, der u.U. sich weit hinter der Front aufhält.

Was ganz anderes sind jedoch die IS "Special Forces", also die primär aus den ausländischen Kämpfern gebildeten Kampfeinheiten die bisher die Hauptlast der großen Angriffe getragen haben und die z.B. die Eroberungen von Mossul, Ramadi, Palmyra durchführten und auch die Hauptlast der gescheiterten Angriffe auf Al Hasakah und Kobane trugen. Jeder einzelne von denen wird anscheinend als sinnvolles Primärziel angesehen; als Beispiel: bei dem gescheiterten Angriff auf Hasakah wurden die IS Gruppen auf der Flucht durch die Wüste mit Bomben belegt, und als die Gruppen sich immer weiter aufteilten, wurden am Ende auch einzelne Kämpfer gezielt weiterhin gejagt, mit dem Ziel der vollständigen Vernichtung. Das ist in Al Hasakah mehrfach nachweislich vorgekommen, das erste mal als von Al Shadadi aus der eine Gegenangriff durchgeführt wurde zum Aufbruch des Kessels, der in einem Hinterhalt der YPG katastrophal endete, die fliehenden Überlebenden wurden dann auch noch als Einzelpersonen von der Koalition bis zur vollständigen Vernichtung gejagt und am Ende, als der IS in kleinen Gruppen aus dem Kessel versuchte zu fliehen, auch hier wurden sogar Einzelpersonen in der Wüste angegriffen. Übrigens, nach der ersten Aktion hat der Kommandant von Shadadi sich geweigert auch nur noch einen einzigen seiner Soldaten zur Rettung der Eingekesselten einzusetzen.

Aber dies betraf bisher wohl ausschließlich Mitglieder der IS Special Forces als Ziel.



Geschrieben von: schießmuskel 6. Apr 2016, 17:47

http://isis.liveuamap.com/en/2016/6-april-isis-gains-badiya-cement-factory--abul-shamat-military

Wie es aussieht, hat der IS im Süd Westen Syriens in den letzten 24 Stunden mehrere Angriffe gegen die SAA ausgeführt und Territorium und militärische Einrichtungen erobert. Der IS ist jetzt nur noch weniger als 10 Kilometer vom Damaskus Flughafen entfernt.

Auch das Tishrin Kraftwerk und die Airbase bei Dumayr sind unmittelbar von der Einnahme bedroht.

Geschrieben von: schießmuskel 6. Apr 2016, 17:58

ZITAT(Nobody is perfect @ 6. Apr 2016, 18:26) *
Im Regelfall schmeißen die Koalitionsstreitkräfte keine Fliegerbomben auf den einzelnen Soldaten, vor allem wenn es nur der durchschnittliche IS Kämpfer ist, der u.U. sich weit hinter der Front aufhält.
Aber dies betraf bisher wohl ausschließlich Mitglieder der IS Special Forces als Ziel.



Ob "normaler" IS Kämpfer oder "spezial" IS Kämpfer, spielt wohl kaum eine Rolle. Wenn die YPG oder Konsorten, von einem Sniper/MG niedergehalten werden, der sich auf dem Dach von einer Lehmhütte befindet, dann wird er mit samt der Lehmhütte durch einen Bombenabwurf ausgeschaltet. Hinter der Front erwisscht es dann die hochwert Ziele wie Omar Al Shishani und co.

Geschrieben von: zauberwald.fee 6. Apr 2016, 18:06

.

Geschrieben von: Hummingbird 6. Apr 2016, 18:08

ZITAT(schießmuskel @ 6. Apr 2016, 18:47) *
http://isis.liveuamap.com/en/2016/6-april-isis-gains-badiya-cement-factory--abul-shamat-military

Wie es aussieht, hat der IS im Süd Westen Syriens in den letzten 24 Stunden mehrere Angriffe gegen die SAA ausgeführt und Territorium und militärische Einrichtungen erobert. Der IS ist jetzt nur noch weniger als 10 Kilometer vom Damaskus Flughafen entfernt.

Auch das Tishrin Kraftwerk und die Airbase bei Dumayr sind unmittelbar von der Einnahme bedroht.
Ich bezweifle, dass es sich um mehr als Nadelstiche handelt. Das ist an der äußersten Peripherie vom Großraum Damaskus. Dahinter kommt erst mal nur noch Wüste. Unwahrscheinlich das der IS aus der Richtung auf langen Nachschubwegen viel Druck aufbauen können wird.

Geschrieben von: Dave76 6. Apr 2016, 18:15

ZITAT(Schwabo Elite @ 6. Apr 2016, 16:58) *
KEINE Diskussion über COIN-Turboprop hier!

Ich wollt's auch schon schreiben, das gehört hier nicht hin und außerdem haben wir diese Diskussion schon anderswo geführt. Aber anscheinend können sich einige hier nicht dran erinnern und sich auch nicht an einfache Moderationsanweisungen halten...

Geschrieben von: Nobody is perfect 6. Apr 2016, 19:14

ZITAT(schießmuskel @ 6. Apr 2016, 18:58) *
ZITAT(Nobody is perfect @ 6. Apr 2016, 18:26) *
Im Regelfall schmeißen die Koalitionsstreitkräfte keine Fliegerbomben auf den einzelnen Soldaten, vor allem wenn es nur der durchschnittliche IS Kämpfer ist, der u.U. sich weit hinter der Front aufhält. Aber dies betraf bisher wohl ausschließlich Mitglieder der IS Special Forces als Ziel.
Ob "normaler" IS Kämpfer oder "spezial" IS Kämpfer, spielt wohl kaum eine Rolle. Wenn die YPG oder Konsorten, von einem Sniper/MG niedergehalten werden, der sich auf dem Dach von einer Lehmhütte befindet, dann wird er mit samt der Lehmhütte durch einen Bombenabwurf ausgeschaltet. Hinter der Front erwisscht es dann die hochwert Ziele wie Omar Al Shishani und co.


Das bei der direkten Unterstützung der verbündeten Truppen im Kampf im Irak und Syrien auch die Stellung eines einzelnen IS Kämpfers mal angegriffen wird, ist normal und ist definitive nicht das, was ich aussagen wollte, die klammere ich hiermit ganz klar aus. Um diese Fälle geht es nicht.

Ein Großteil der IS Streitkräfte sind einfach z.B. Syrer und Iraker, die für den IS kämpfen, weil der IS früher immer seine Kämpfer sehr gut bezahlt hat oder es sind halt Angehörige von mit dem IS verbündeten Sunnitischen Gruppierungen/Stämme, die für den IS als Bündnispartner kämpfen, deren Loyalität aber immer noch primär der verbündeten Gruppe gehören. Wenn die weglaufen und irgendwo hinter den feindlichen Linien umherirren, dann verschwendet da keine F-16 eine Bombe für.

Was ganz anderes sind halt die Angehörigen von den "IS Special Forces" Einheiten, also die Truppen, die eine deutlich längere Grundausbildungszeit von 6 Monaten (gegenüber 6 Wochen bis 3 Monaten) haben und die primär aus den ausländischen Mitgliedern und z.B. auch zum Teil aus zwangsrekrutierten ehemaligen FSA Mitgliedern (z.B. aus DEZ) nach deren Kapitulation bestehen. Wenn diese Gruppe auftaucht, wird die bis zur Vernichtung wenn möglich gejagt, und wenn da noch einzelne Kämpfer von denen am Ende durch die Wüste rennen, kriegt wenn irgend möglich auch jeder von denen noch einen Bombe auf den Kopf. Diese Fälle sind nun mehrfach vorgekommen. In solchen Fällen scheut die Koalition anscheinend keine Kosten. Und seit Al Hasakah tauchen diese Special Forces Einheiten aus den Fremdkämpfern anscheinend auch nicht mehr im Kampf gegen die SDF/YPG kontrollierten Bereiche mit Großangriffen auf, die meiden den von der Koalition beanspruchten Luftraum. Die waren bei DEZ, bei Aleppo, bei Damaskus, südlich von Aleppo beim Durchbruch zur Strasse etc im Kampf gegen die FSA, Al Nusra und SAA + Verbündete....

Geschrieben von: Kameratt 6. Apr 2016, 22:57

Die russischen Hubschrauber-Besatzungen scheinen wohl noch nicht sehr geübt zu sein. Ein sich bewegendes Ziel wird manuell verfolgt, während still stehende und eigentlich "einfache" Ziele nicht besonders präzise mit einem Autotracker erfasst werden.

https://www.youtube.com/watch?v=GuWCRsxvrIU

https://www.youtube.com/watch?v=zHP-DPrg4hs

Geschrieben von: Alligator 6. Apr 2016, 23:09

ZITAT(Kameratt @ 6. Apr 2016, 22:57) *
Die russischen Hubschrauber-Besatzungen scheinen wohl noch nicht sehr geübt zu sein. Ein sich bewegendes Ziel wird manuell verfolgt, während still stehende und eigentlich "einfache" Ziele nicht besonders präzise mit einem Autotracker erfasst werden.


https://www.youtube.com/watch?v=zHP-DPrg4hs

Die erste Rakete traf ihr Ziel, die zweite, das konnte man auch an dem " Bljat' " gleich nach dem Einschlag der zweiten Rakete deutlich hören, ging offensichtlich daneben, da anscheinend der Autotracker die Zielerfassung verloren hat, bzw. die "falsche" Stelle mit dem höherem Konstrast, nach dem vorherigen Verlust der Zielerfassung, ausgewählt hat.
Zum Schluss sagte dann einer der Piloten, "Da fährt noch einer, wir ziehen uns zurück".
P.S.:
Bezüglich der Distanz zum Ziel:

Punkt 22, Entfernung in km.
Die weißen Pfeile, Punkt 15, sind Indikatoren des eigenen RWR-Systems.

Geschrieben von: Turtlegrim 7. Apr 2016, 05:20

ZITAT(Nobody is perfect @ 6. Apr 2016, 20:14) *
ZITAT(schießmuskel @ 6. Apr 2016, 18:58) *
ZITAT(Nobody is perfect @ 6. Apr 2016, 18:26) *
Im Regelfall schmeißen die Koalitionsstreitkräfte keine Fliegerbomben auf den einzelnen Soldaten, vor allem wenn es nur der durchschnittliche IS Kämpfer ist, der u.U. sich weit hinter der Front aufhält. Aber dies betraf bisher wohl ausschließlich Mitglieder der IS Special Forces als Ziel.
Ob "normaler" IS Kämpfer oder "spezial" IS Kämpfer, spielt wohl kaum eine Rolle. Wenn die YPG oder Konsorten, von einem Sniper/MG niedergehalten werden, der sich auf dem Dach von einer Lehmhütte befindet, dann wird er mit samt der Lehmhütte durch einen Bombenabwurf ausgeschaltet. Hinter der Front erwisscht es dann die hochwert Ziele wie Omar Al Shishani und co.


Das bei der direkten Unterstützung der verbündeten Truppen im Kampf im Irak und Syrien auch die Stellung eines einzelnen IS Kämpfers mal angegriffen wird, ist normal und ist definitive nicht das, was ich aussagen wollte, die klammere ich hiermit ganz klar aus. Um diese Fälle geht es nicht.

Ein Großteil der IS Streitkräfte sind einfach z.B. Syrer und Iraker, die für den IS kämpfen, weil der IS früher immer seine Kämpfer sehr gut bezahlt hat oder es sind halt Angehörige von mit dem IS verbündeten Sunnitischen Gruppierungen/Stämme, die für den IS als Bündnispartner kämpfen, deren Loyalität aber immer noch primär der verbündeten Gruppe gehören. Wenn die weglaufen und irgendwo hinter den feindlichen Linien umherirren, dann verschwendet da keine F-16 eine Bombe für.

Was ganz anderes sind halt die Angehörigen von den "IS Special Forces" Einheiten, also die Truppen, die eine deutlich längere Grundausbildungszeit von 6 Monaten (gegenüber 6 Wochen bis 3 Monaten) haben und die primär aus den ausländischen Mitgliedern und z.B. auch zum Teil aus zwangsrekrutierten ehemaligen FSA Mitgliedern (z.B. aus DEZ) nach deren Kapitulation bestehen. Wenn diese Gruppe auftaucht, wird die bis zur Vernichtung wenn möglich gejagt, und wenn da noch einzelne Kämpfer von denen am Ende durch die Wüste rennen, kriegt wenn irgend möglich auch jeder von denen noch einen Bombe auf den Kopf. Diese Fälle sind nun mehrfach vorgekommen. In solchen Fällen scheut die Koalition anscheinend keine Kosten. Und seit Al Hasakah tauchen diese Special Forces Einheiten aus den Fremdkämpfern anscheinend auch nicht mehr im Kampf gegen die SDF/YPG kontrollierten Bereiche mit Großangriffen auf, die meiden den von der Koalition beanspruchten Luftraum. Die waren bei DEZ, bei Aleppo, bei Damaskus, südlich von Aleppo beim Durchbruch zur Strasse etc im Kampf gegen die FSA, Al Nusra und SAA + Verbündete....


und auf die Lehmhütte schreibt man dann groß Headquarter drauf? Also ich tu mich schwer bei der Vorstellung, das eine, wenn auch vergleichsweise kostengünstige F-16 selbst aus taktischen Gründen für sowas bomben wirft.
Und sollten die Ziele wirklich IS-Specials sein dann muss man die sehr präzise Aufklärung loben. (Hochrangige Ziele ausgenommen, die fallen schon eher auf)

Geschrieben von: schießmuskel 7. Apr 2016, 11:09

Ich kann dir auch nicht sagen wie die USAF ein Headquarter definiert und identifiziert. Da aber in jeder Centcom Meldung mindestens ein halbes Dutzend Headquarter zerstört wurden, schon seit 1 1/2 Jahren, kann man mit Sicherheit sagen, dass es sich dabei nicht um große BetonGebäude handelt mit Antennen, Satschüsseln und Flaggen auf dem Dach. Wahrscheinlich ist jedes Gebäude ein Headquarter in dem sich mehr als 3 IS Kämpfer aufhalten. Anders kann man sich dieses geradezu inflationäre Vorkommen von IS Headquartern nicht erklären. Denn Hauptquartier macht eben was her als Gefechtsstand oder Befehlsstelle , euphemistisches Buzzwordbingo eben.

Geschrieben von: Praetorian 7. Apr 2016, 11:36

Im englischen Sprachgebrauch entsprechen Headquarters durchaus dem deutschen Begriff Gefechtsstand oder Befehlsstelle (respektive allgemein Führungsstelle). Das ist lediglich eine sprachliche Unterscheidung.

Geschrieben von: Nobody is perfect 7. Apr 2016, 11:53

ZITAT
und auf die Lehmhütte schreibt man dann groß Headquarter drauf? Also ich tu mich schwer bei der Vorstellung, das eine, wenn auch vergleichsweise kostengünstige F-16 selbst aus taktischen Gründen für sowas bomben wirft.
Und sollten die Ziele wirklich IS-Specials sein dann muss man die sehr präzise Aufklärung loben. (Hochrangige Ziele ausgenommen, die fallen schon eher auf)

"Hauptquartier"....Oh oh oh oh.....
Nein in Deutsch stände dann z.B. Gefechtsstand drauf. Du hast jetzt nicht gerade den engischen Begriff HQ einfach mal so 1 zu 1 mit Hauptquartier übersetzt? Und "IS Specials" ist falsch, sie werden allgemein als IS Special Forces übersetzt. Diese bestehen aus primär 2 unterschiedlichen Truppenteilen, 1. den eher konventionellen Einheiten, mit dem Hauptteil des schweren Gerätes (Panzer, Ari, APCs etc.) und den sehr leichten Pick up boys, die auf ihren Pick ups mit ihren überschweren MG durch die Gegend rasen. Diese Einheiten haben z.B. Ramadi und Mossul überrannt. Das waren mal über 10.000-15.000 Mann (so wurden z.B. 8000 von denen in Kobane eingesetzt), aktuell sind das maximal noch 1500 -2000 Mann in Syrien und ca. die gleiche Menge im Irak. Ein dritter Arm hiervon sind dann auch noch die Selbstmordattentäter. Aktuell kommen auch wohl noch die Kids aus der eigenen IS Jugendabteilung hinzu, hauptsächlich Weisen von den ausländischen Kämpfern, oder die Kinder von SAA angehörigen, Jesiden, FSA Angehörigen, Spionen etc. neben einigen von der lokalen Bevölkerung, die in die Hände des IS gefallen sind.
Diese Gruppen tauchen (schwere Einheiten) in Größen von 300 (eine ihrer Brigaden), ca/um 1200 mann (eine ihrer kompletten "Divisionen" aus 4 Brigaden) bis, wie in Kobane, 8.000 Mann auf. Wenn die >24h bleiben, dann sollte die Koalition das auch wissen. Abgesehen davon hat die YPG/Royava einen ziemlich effektiven Geheimdienst in bestimmten Abschnitten (z.B. in Shadadi (jetzt ex, da erobert), Gebiet direkt südlich von Ain Issa, und westlich des Euphrats, (mindestens die Fläche: alles zwischen (um) Tishreen Damm, Manbij, um Jarabulus und dem Euphrat). Du kannst dir auch mal überlegen, warum aktuell in der gegen von Idlib ein hochrangiges Meeting nach dem anderen der JAN von den Amis ausrsdiert wird. Du darfst dich auch mal fragen, warum niemand der ehemaligen kompletten Führungsspitze des IS in Shahdadi noch lebt, warum die Amis innerhalb von Minuten informiert waren, als Omar al Shishani in der Nähe von Shadadi unerwartet auf dem Meeting erschien.
Und als der IS mit seinen "Special Forces" in der Stärke von ca. 2000-2500 Mann Al Hasakah angriffen und von der YPG eingekesselt wurden, wurden über Tage die in kleinen Gruppen oder einzeln durch die Wüste aus dem Kessel fliehenden IS Kämpfer aus der Luft angegriffen, auch einzelne. Wie auch der 100-150 Mann Trupp aus Shadadi mit dem Auftrag des Durchbruches in den Kessel, genau in den vorbereiteten Hinterhalt marschierte (bzw. fuhr), von der YPG und anschließend von den Luftstreitkräften komplett augfgerieben wurden. Jeder einzelne!
Ich gehe mal davon aus, dass die Amis einfach keine hoch gefährlichen IS Kämpfer mehr zurück in Europa oder sonstwo in der Welt sehen wollen. ist das schwer zu verstehen?


Geschrieben von: schießmuskel 7. Apr 2016, 13:02

ZITAT(Praetorian @ 7. Apr 2016, 12:36) *
Im englischen Sprachgebrauch entsprechen Headquarters durchaus dem deutschen Begriff Gefechtsstand oder Befehlsstelle (respektive allgemein Führungsstelle). Das ist lediglich eine sprachliche Unterscheidung.


Nach meinem Wissen gibt es auch im englischen eine klare Differenzierung zwischen Hauptquartier/Headquarter für Verbände und Befehlsstelle / Command Post für (Teil)Einheit .

Geschrieben von: Nobody is perfect 9. Apr 2016, 14:25

Ein schöner "National Geographic" Artikel über die Karten Ersteller im Syrien Konflikt, einigen Hintergründen, warum jemand zum Kartenersteller wurde, zusätzlich mit den Links zu den verschiedenen Kartenerstellern. Im "Nation Geographic zu landen ist dann doch noch mal eine ordentliche Steigerung der Wertung. Es sind alle bekannten Kartenhersteller dabei oder werden zumindest in der Linkliste erwähnt.

http://news.nationalgeographic.com/2016/04/160408-online-mapmakers-chart-syrian-conflict/

>>>>>>>>>>>>>>>>

Ein VBIED auf BMP-1 Basis, der Bekanntschaft bei Al Shadadi in Syrien mit einer A-10 gemacht hat. Eine sehr kurze und einseitige Bekanntschaft.

https://www.youtube.com/watch?v=wS6p8QOcVX8

Geschrieben von: 400plus 9. Apr 2016, 14:35

Die USAF verlegt auch B-52 nach Katar: http://augengeradeaus.net/2016/04/usa-verlegen-b-52-bomber-fuer-den-kampf-gegen-isis/#more-23729

Geschrieben von: Nobody is perfect 9. Apr 2016, 15:16

ZITAT(400plus @ 9. Apr 2016, 15:35) *
Die USAF verlegt auch B-52 nach Katar: http://augengeradeaus.net/2016/04/usa-verlegen-b-52-bomber-fuer-den-kampf-gegen-isis/#more-23729


Sind der Ersatz für die B1B, die auf Grund der Revision zurück müssen. Im Sommer kommen die B1B wieder und übernehmen wieder den Posten.


Geschrieben von: Crazy Butcher 10. Apr 2016, 21:25

Bin nicht ganz sicher, ob wir das schon hatten:

http://www.janes.com/article/59389/russia-forward-deploys-new-attack-helicopters-in-syria

Geschrieben von: Nobody is perfect 11. Apr 2016, 01:19

PzF 3 vs. (stehenden) VBIED.

http://www.liveleak.com/view?i=5ea_1460313091

Pzf 3 hat übrigens gewonnen.



Geschrieben von: schießmuskel 11. Apr 2016, 12:09

Und woher weiß man, dass es eine PzFst 3 war?

Geschrieben von: Markus11 11. Apr 2016, 12:26

ZITAT(Nobody is perfect @ 11. Apr 2016, 01:19) *
PzF 3 vs. (stehenden) VBIED.

http://www.liveleak.com/view?i=5ea_1460313091

Pzf 3 hat übrigens gewonnen.


Das erste Video ohne hysterischem Allahu Akbar Geplärre nach dem Einschlag, ist eine nette Abwechslung ^^.

Geschrieben von: schießmuskel 11. Apr 2016, 13:59

http://www.thedailybeast.com/articles/2016/03/26/iraqi-soldiers-flee-again-in-iraq-army-s-first-mosul-operation.html

Unter der irakischen Armee kommt es im Zuge der Mosul Offensive wieder zu Problemen, besonders beim Kampfeswillen. Während sich die Peshmerga darüber verlustiert und wieder in alte Verhaltensmuster fällt, sich selbst für ihr Können und Tapferkeit zu loben.

Wie ich schon vorher erwähnt habe, hat die Peshmerga genauso wie die ISF auf ganzer Linie versagt. Selbst personell und materiell unterlegene IS Truppen konnten in wenigen Tagen während der August 2014 Offensive überlegene Peshmerga Verbände besiegen oder die Peshmerga hat sich erst gar nicht dem Kampf gestellt. Bei dem Fall von Mosul, hat zwar die ISF ebenfalls trotz großer Überlegenheit versagt, aber zumindest vereinzelt und unorganisiert Widerstand geleistet. Im Fall von Sinjar, hat die Peshmerga in kopfloser Flucht noch in der Nacht die Stadt verlassen, als es hieß der IS ist im Anmarsch. Dabei wurde die jesidische bevölkerung ihrem Schicksal überlassen. Während sich die tapfere peshmerga teilweise bis ins syrische Rojava geflüchtet hat. Genauso wie den strategisch wichtigen Mosul Damm, der wurde auch kampflos vom IS erobert, sowie unzählige kurdische Dörfer und Städte. Der IS war schon auf halben Weg nach Erbil, es gab keinen organisierten Widerstand der Peshmerga mehr. Lediglich das Einsetzen der US Luftangriffe hat die Stadt vor dem Fall bewahrt. Wenn die Peshmerga nur halb so gute Kämpfer wären wie für die sie sich halten und ein bischen weniger mit Dreck auf andere werfen, dann wären alle Seiten besser dran.

Die fetten Jahre der post Saddamzeit, haben die Peschmerga Speck ansetzen und Schlendrian einkehren lassen, im Prinzip nur eine statsiche Grenztruppe, die trotz ihrer gefüllten Waffen und Munitionslager nicht gegen die wendige und agressive Taktik der IS Truppen standhalten können. Noch schlimmer ist es um die YPG bestellt, welche auch vom IS vor sich her getrieben wurde. Die YPG trägt aber im Gegensatz zur Peschmerga nicht so dick auf.

Alle dortigen Akteure entsprechen in ihrem militärischen Fähigkeiten sicher nicht unseren Standards, bei den Kurden sind diese Defizite aber besonders groß. So gelingt es dem IS immer wieder zahlreiche Kämpfer weit hinter die feindlichen Linien zu bringen, die dort dann Chaos und Verwüstung verursachen und bis zur eigenen Vernichtung kämpfen. Diese Operationen sind bei der Peschmerga schon in Zug und Kompanie Stärke durchgeführt worden. Bei der YPG ist es nochschlimmer. Dort haben schon merhfach hunderte IS Kämpfer, praktisch kleine Bataillone, die kurdischen Linien ungestraft passiert, haben sich zig Kilometerweit durch feindliches Gebiet ihren Zielen angenähert, haben sich dort zum Angriff entfaltet und wurden praktisch erst dann aufgeklärt als sie schon längst ihren Angriff laufen hatten. Da merkt man einfach das simpelste soldatische Grundlagen wie LANGEMAPP und VASE dort immer noch Fremdwörter sind.

Geschrieben von: xena 11. Apr 2016, 14:34

Wie sollen sie denn auch, wenn sie kaum richtig ausgebildet werden?

Geschrieben von: Kameratt 11. Apr 2016, 15:01

US arms shipment to Syrian rebels detailed
Jeremy Binnie, London and Neil Gibson, London - IHS Jane's Defence Weekly

QUELLTEXT
Simplified packing list for December 2015 arms shipment

Type Weight (kg) Aqaba Agalar Total
7.62x39 mm    85,190    48,998    134,188
7.62x54 mm    58,752    8,652    67,404
12.7 mm    81,468.40    36,713    118,181
14.5 mm    196,233.76    173,447    369,681
82 mm    53,885.34        53,885
PG-7VM    0.00    68,600    68,600
PG-7VT    36,795    88,224.00    125,019
9M111M    13,540    8,153    21,693
AK-47 & DShK*    12,250        12,250
AK-47 & PKM*        6,540    6,540
PKM    6,340        6,340
DShK & RPG-7*        3,585    3,585
RPG-7    4,120        4,120
Faktoria launchers    2,421.60    298    2,720
Total    550,996    443,210    994,206


http://www.janes.com/article/59374/us-arms-shipment-to-syrian-rebels-detailed

Geschrieben von: Freestyler 11. Apr 2016, 15:12

ZITAT(xena @ 11. Apr 2016, 15:34) *
Wie sollen sie denn auch, wenn sie kaum richtig ausgebildet werden?

Ausbildung und Ausrüstung haben sowohl die irakischen Streitkräfte als auch die Peshmerga mehr als genug bekommen, man muss zunächst allerdings mal bereit sein, Fehler einzugestehen und zu lernen, und dann fähig und willig sein, das Gelernte um- und einzusetzen. Wer mit der im Artikel beschriebenen Einstellung oder der der Kurden als geborene Kämpfe an Ausbildung herangeht, der wird eher wenig lernen.

ZITAT('Kenneth M. Pollack')
Iraq Military Situation Report
[...] Many have been asking what happened to the Iraqi Security Forces that brought them from the successes of 2007-2008 to the collapse of their units in northern Iraq last week. Obviously, a definitive answer to that question will only be provided by historians at some future date, but a number of factors have been known about the ISF for some time and these undoubtedly caused the collapse in part or whole.

First, it is important to recognize that the ISF built by the U.S. military in 2006-2009 had only very modest military capabilities (primarily in counterinsurgency/counterterrorism/population control operations). Throughout the modern era, Arab militaries have never achieved more than middling levels of military effectiveness and on most occasions, their performances were dreadful. Iraq was no exception. (Those looking for additional information on this may want to read the chapter on modern Iraqi military history in my book, Arabs at War.) This was largely a product of factors inherent in Arab culture, education and economics. With enormous exertions, a small number of Arab militaries overcame these problems to perform at a mediocre level. However, whenever Arab regimes politicized their armed forces to try to prevent a military coup against themselves, the performance of their armies dropped from bad to abysmal.

American military trainers and advisors were able to marginally improve the military effectiveness of the ISF by introducing rigorous, Western-style training programs and partnering closely with Iraqi forces in ways that allowed U.S. personnel to get to know their Iraqi counterparts. As a result of this familiarity, over the course of many months, the Americans figured out who were the good Iraqi soldiers and who were the bad, who was connected to the terrorists or militias, who was connected to organized crime, who was smart and brave, and who was lazy or cowardly. And the U.S. military then went about systematically promoting the best Iraqis, and pushing out the bad ones.

The greatest impact of these American efforts with the ISF in 2006-2009 were to depoliticize it, both to modestly increase its combat effectiveness and to make it professional, apolitical and therefore accepted as a stabilizing force by all Iraqis. Again, this was largely performed by promoting professional, patriotic Iraqi officers and removing the sectarian chauvinists. The U.S. also pressed Baghdad to accept more and more Sunni and Kurdish officers and enlisted personnel into the ranks. As a result, the ISF became a far more integrated force than it had been, led by a far more apolitical and nationalistic officer corps than it had been before. Indeed, in 2008, when Prime Minister Maliki sent heavily Sunni brigades from Anbar down to Basra to fight the Shia militia, Jaysh al-Mahdi, the Shia of Basra welcomed the ISF brigades and fought against the Shia militiamen.

Unfortunately, despite the boost it gave him, Prime Minister Maliki saw this largely apolitical and professional military as a threat to himself. He feared that it was overrun by Ba’thists (he sees far too many Sunnis as closet Ba’thists), unwilling to follow his orders (despite the fact that it had always done so), and looking to oust him at the first excuse. So, beginning in 2009-2010, he began to remove the capable, apolitical officers that the United States had painstakingly put in place throughout the Iraqi command structure. Instead, he put in men loyal to himself, often because they had been the ones passed over or removed by the Americans. The result was a heavily politicized and far less competent officer corps.

Perhaps not surprisingly, Maliki’s officers saw little need for the rigorous training programs the Americans had put in place. They closed many of the training facilities we built and allowed training to fall by the wayside. Not surprisingly, when these formations got into action again—both in some skirmishes with the Kurds and more bloody fights against Sunni militants—they did very poorly, undercutting morale.

Finally, beginning in 2011 immediately after the departure of the last American soldiers, Maliki began to use his new, politicized ISF to go after his political rivals, many of them leading (moderate) Sunni leaders. This was a critical element in his alienation of Iraq’s Sunni community, and further demoralized the Sunni Arab, Kurdish, and other minority personnel in the ISF. It also disappointed many of the Shia soldiers and officers who preferred to be part of an apolitical, national military and had never wanted to become part of “Maliki’s militia.”

Not surprisingly, when this force came under tremendous stress, it fractured. As noted above, it is now being rebuilt, but not as a national army: as a Shia militia. And the U.S. should only be providing it with aid if we are given the right and the ability to turn it back into an apolitical, national army.

http://www.brookings.edu/blogs/up-front/posts/2014/06/14-iraq-military-situation-pollack

Das - und noch mehr Artikel, die ähnliches berichten - wurde übrigens schon mal gepostet rolleyes.gif

Geschrieben von: schießmuskel 11. Apr 2016, 19:19

Ja Danke Freestyler, nur abseits davon, dass das soweit korrekt ist, hat sich Pollack doch sehr auf die Araber eingeschoßen. Ich würde aber das Problem nicht als ein arabisch ethnisch/Kulturelles sehen, sondern eher als ein regionales. Man sieht ja am beispiel der Kurden und auch Afghanen, dass dort ebenfalls ähnliche Defizite vorhanden sind. So ist die ANA nach fast 15 Jahren Mentoring, Partnering, usw. immer noch nicht fähig zu einer Operatonsführung die über Bataillonsebene (Kandak) hinaus geht.

Geschrieben von: SailorGN 11. Apr 2016, 19:38

Hast du es überhaupt gelesen? Pollacks Argumente lassen sich 1:1 auch auf "die Afghanen" oder die unterschiedlichen Kurdengruppen übertragen. In allen Fällen wird "das Militär" politisch instrumentalisiert und zweckentfremdet. Sowohl im Irak als auch in Afghanistan werden militärische Posten mittlerweile wieder aufgrund politisch/ethnisch/religiöser Grundlagen statt fachlicheer Eignung vergeben... und bei den Kurden werden auch "unpassende" Personen zum Gehen ermutigt. Wir hatten ja hier mal diesen Bericht des Antifa-Kriegsreisenden, der offen sagte, dass Ausländern, die politisch nicht uf Linie lagen, das Gehen nahegelegt wurde.

Geschrieben von: schießmuskel 11. Apr 2016, 20:03

Ich bezog mich mit meinem Post nicht auf Pollacks Werke, sondern den verlinkten Artikel. Da bezieht er sich auf die arabischen Akteure , aber ja es lässt sich praktisch auf fast alle übertragen.

Geschrieben von: schießmuskel 11. Apr 2016, 23:03

IS Offensive in Nord Aleppo.

ZITAT
Over the past 48 hours, ISIS has launched an astonishing counter-offensive in northern Aleppo, thus recapturing all villages lost to rebels in the past week. Despite facing Turkish artillery units, US airstrikes and hostile rebel fighters, ISIS militants were able to sweep through about a dozen rebel-held villages in a remarkable 2-day blitz offensive near the Turkish-Syrian border. This has now put the Islamic State back in control of the villages of Tathimus, Qantarah, Mulla Yaqoob, Adabat, Wuquf, Mazra’at Shahin, Kasajik, Tall Shair, Tall al-Ahmar, Tall Sufayr, Qassajiq and most remarkably, the border-town of Al-Rai itself. The advances were reportedly enabled through the use of some 11 ISIS suicide VBIED drivers, who completely overwhelmed whatever rebel defences and barricades that were set up in the region. - See more at: http://m.liveleak.com/view?i=4c5_1460381862#sthash.yMZ9g1zK.dpuf


Es zeigt sich immer wieder wie Widerstandsfähig und nach wie vor motiviert die Kämpfer des IS sind. Entgegen aller Umstände gelingt es ihnen immer wieder zumindest auf taktischer Ebene die Initiative zu erlangen und das Momentum zu behalten.

Ich habe habe mich da auch stark verschätzt. Als die USA mit den Luftangriffen begannen und sich alle regionalen und überregionalen Mächte beteiligen, dachte ich der ganze IS Spuk ist in spätestens 6 Wochen vorbei. Dabei dachte ich auch an die Taliban, die im Gegensatz zum IS nur gegen einen Gegner bzw.an einer Front kämpften. Als dann die Bundesregierung angekündigt hat Waffen und Ausbildung der Peshmerga zukommen zu lassen, bin ich davon ausgegangen, dass bevor der erste Dingo ankommt der IS sowieso Geschichte ist. Jetzt weiß ich, dass die Luftangriffe das einzige ist, was die ganze Region davor bewahrt Teil des Kalifat zu werden.

Hätten die USA nicht eingegriffen wären die ganze kurdischen Gebiete in Syrien und im Irak schon im Kalifat. Anderseits hätte aber mit Sicherheit der Iran im Alleingang eingegriffen. Das Versagen der irakischen Armee hätte den IS vor die Tore Karbalas und Najafs geführt und die iranische Theokratie hätte unter keinen Umständen den Fall und die Zerstörung dieser zentralen schiitischen heiligen Stätten zugelassen. So wäre zumindest der südliche Teil des Irak verbliebenen.

Geschrieben von: Madner Kami 12. Apr 2016, 11:32

ZITAT(schießmuskel @ 12. Apr 2016, 00:03) *
Es zeigt sich immer wieder wie Widerstandsfähig und nach wie vor motiviert die Kämpfer des IS sind. Entgegen aller Umstände gelingt es ihnen immer wieder zumindest auf taktischer Ebene die Initiative zu erlangen und das Momentum zu behalten.


Wir reden über ein Land, das knapp halb so groß ist wie die BRD und dabei nur ein Viertel der Bevölkerung besitzt, die sich auch noch in wenigen Regionen im Westen und Nordwesten konzentriert. Weite Teile des Landes sind schlicht und ergreifend menschenleer. Dass es da immer wieder gelingt sich mit einer unzusammenhängenden Kampftruppe entdeckungslos zu bewegen und irgendwo festzubeißen, ist wenig überraschend. Man denke zum Beispiel einfach an die Partisanen während des zweiten Weltkriegs. Auf der einen Seite ein hochprofessionelles, hochtechnologisiertes und weitgehend moralbefreites Millionenheer und auf der anderen eine Gruppe von 500 Leuten, die sich jahrelang behaupten können und das Millionenheer massivst schädigen.

Geschrieben von: schießmuskel 12. Apr 2016, 12:24

Also so dünn Bevölkert ist Syrien nicht, dass man hier von menschenleeren Gebieten reden kann. 20 Millionen Menschen auf 180km² ist nicht wenig und im internationalen Vergleich sogar viel. Davon abgesehen sagst du es ja selbst, die Bevölkerung konzentriert sich in den Regioen im Norden und Westen, genau dort wo der IS ja auch die letzte Offensive gestartet hat. Es war keine infiltrationsoperation tief im feindlichen Hinterland, wo die Kampfgruppe dem Gegner den maximalen Schaden zufügt und bis zur eigenen Vernichtung gekämpft hat. Es handelte sich um einen direkten Gegenangriff auf unmittelbar angrenzendes feindliches Territorium.

Die Partisanen die du meinst waren Gruppen, die sich im feindlichen Hinterland aufhielten und in den urwaldartigen Wäldern der Ukraine, Weissrusslands etc. versteckt hielten und dann rückwärtige Einheiten, Trosse und deutsche Kollaborateure vernichtet haben. Der Vergleich mit dem IS verbietet sich. Beim IS handelt es sich um einen De facto Staat der eine Frontlinie hält, einen Verwaltungsapparat mit Feuerwehr Sozialdienst, Polizei und allem was dazu gehört betreibt und parallel alle Arten des Krieges gegen seine Feinde umsetzt. Das Spektrum reicht von konvetionellen motorisierten/mechanisierten Angriffen mit hunderten Fahrzeugen und Steilfeuer Unterstützung, Jagdkampf im feindlichen Hinterland und direct Action Raids in Gruppen bis Bataillons Stärke, bis hin zu einfachen Terrortaktiken mit Autobomben, Mordanschlägen und Selbstmordattentätern.

Geschrieben von: xena 12. Apr 2016, 15:41

Ich habe das jetzt nicht groß verfolgt, aber die FSA Enklave im Norden war zuletzt nur noch wenige Km breit. Die letzten Tage gab es plötzlich große Geländegewinne von Seiten der FSA, wa mich gewundert hat und nun werden wieder einige Dörfer von der IS zurück erobert. Die IS hat in der Gegend wohl nicht mit Angriffen der FSA gerechnet und hat jetzt wieder Verstärkung dort hin gebracht. Die Verstärkung muss von irgend wo abgezogen worden sein. Wäre man clever, hätte man dort wo abgezogen wurde angreifen können.

Geschrieben von: Dave76 12. Apr 2016, 16:40

ZITAT
April 6: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq

SOUTHWEST ASIA — On April 5, coalition military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria and Iraq. In Syria, coalition military forces conducted four strikes using attack, fighter, and remotely piloted aircraft against ISIL targets. Additionally in Iraq, Coalition military forces conducted 19 strikes coordinated with and in support of the Government of Iraq using attack, fighter, and remotely piloted aircraft against ISIL targets.

The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

Syria
* Near Al Hawl, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL mortar system.
* Near Idlib, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL vehicle.
* Near Manbij, one strike struck an ISIL tactical unit.
* Near Mar'a, one strike destroyed an ISIL fighting position and an ISIL vehicle.

Iraq
* Near Hit, two strikes struck a large ISIL tactical unit and destroyed six ISIL fighting positions, six ISIL boats, two ISIL vehicles, an ISIL supply cache, an ISIL medium machine gun, and three ISIL vehicle borne improvised explosive devices (VBIED) and denied ISIL access to terrain.
* Near Kirkuk, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL command and control node, an ISIL bed down location, three ISIL assembly areas, an ISIL VBIED, and an ISIL machine gun.
* Near Kisik, one strike destroyed an ISIL fighting position.
* Near Mosul, seven strikes struck five separate ISIL tactical units, an ISIL financial storage center, and an ISIL headquarters and destroyed two ISIL supply caches, two ISIL vehicles, an ISIL command and control node, and three ISIL assembly areas.
* Near Qayyarah, one strike struck an ISIL tactical unit.
* Near Sinjar, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL supply cache and three ISIL assembly areas.
* Near Sultan Abdallah, three strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL VBIED, two ISIL fighting positions, six ISIL assembly areas, an ISIL vehicle, two ISIL mortar systems, and an ISIL tunnel system.
* Near Tal Afar, one strike suppressed an ISIL tactical unit.

Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

http://www.centcom.mil/news/press-release/april-6-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-i


ZITAT
April 7: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq

SOUTHWEST ASIA — On April 6, coalition military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria and Iraq. In Syria, coalition military forces conducted eight strikes using attack, fighter, and remotely piloted aircraft against ISIL targets. Additionally in Iraq, Coalition military forces conducted 19 strikes coordinated with and in support of the Government of Iraq using rocket artillery and attack, fighter, and remotely piloted aircraft against ISIL targets.

The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

Syria
* Near Ar Raqqah, two strikes destroyed an ISIL front-end loader, disabled seven ISIL well-heads and neutralized an ISIL pump-jack.
* Near Ayn Isa, one strike destroyed four ISIL fighting positions.
* Near Manbij, three strikes struck three separate ISIL tactical units and destroyed two ISIL mortar systems, an ISIL rocket system, four ISIL vehicles, three ISIL excavators, and three ISIL fighting positions.
* Near Mar'a, two strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed an ISIL fighting position.

Iraq
* Near Al Baghdadi, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL fighting position and an ISIL home-made explosives (HME) cache.
* Near Ar Rutbah, one strike struck an ISIL tactical unit.
* Near Habbaniyah, one strike destroyed two ISIL-used bridges.
* Near Hit, two strikes struck a large ISIL tactical unit and destroyed 10 ISIL fighting positions, an ISIL front end loader, an ISIL supply cache, and an ISIL vehicle borne improvised explosive device (VBIED) and denied ISIL access to terrain.
* Near Kirkuk, two strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed an ISIL supply cache, three ISIL assembly areas, and an ISIL fighting position.
* Near Kisik, one strike destroyed an ISIL tunnel system.
* Near Mosul, five strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed an ISIL tunnel system, an ISIL assembly area, an ISIL fighting position, and an ISIL vehicle.
* Near Qayyarah, one strike destroyed eight ISIL fighting positions.
* Near Sinjar, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed two ISIL assembly areas, an ISIL vehicle, and an ISIL fighting position.
* Near Sultan Abdallah, two strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed two ISIL assembly areas.

Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

http://www.centcom.mil/news/press-release/april-7-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-i


ZITAT
April 8: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq

SOUTHWEST ASIA — On April 7, coalition military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria and Iraq. In Syria, coalition military forces conducted eight strikes using attack and remotely piloted aircraft against ISIL targets. Additionally in Iraq, Coalition military forces conducted 18 strikes coordinated with and in support of the Government of Iraq using attack, fighter, and remotely piloted aircraft against ISIL targets.

The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

Syria
* Near Al Hawl, one strike struck an ISIL tactical unit.
* Near Mar'a, seven strikes struck seven separate ISIL tactical units and destroyed four ISIL fighting positions, an ISIL command and control node, and two ISIL vehicles.

Iraq
* Near Al Huwayjah, one strike destroyed an ISIL heavy machine gun.
* Near Fallujah, one strike struck an ISIL tactical unit.
* Near Hit, three strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed six ISIL fighting positions, two ISIL heavy machine guns, an ISIL recoilless rifle, an ISIL supply cache, an ISIL boat, two ISIL vehicles, and denied ISIL access to terrain.
* Near Kirkuk, two strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed four ISIL assembly areas, an ISIL bunker, two ISIL vehicles, seven ISIL rocket systems, and an ISIL vehicle borne improvised explosive device (VBIED).
* Near Mosul, seven strikes struck three separate ISIL tactical units and an ISIL VBIED manufacturing facility and destroyed an ISIL tunnel system, four ISIL assembly areas, an ISIL supply cache, and an ISIL vehicle.
* Near Qayyarah, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed eight ISIL fighting positions.
* Near Sinjar, one strike destroyed two ISIL assembly areas and two ISIL supply caches.
* Near Sultan Abdallah, two strikes destroyed an ISIL assembly area and an ISIL supply cache and denied ISIL access to terrain.

Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

http://www.centcom.mil/news/press-release/april-8-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-i


ZITAT
April 9: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq

SOUTHWEST ASIA — On April 8, coalition military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria and Iraq. In Syria, coalition military forces conducted two strikes using attack aircraft against ISIL targets. Additionally in Iraq, Coalition military forces conducted 21 strikes coordinated with and in support of the Government of Iraq using rocket artillery and attack, ground-attack, fighter, and remotely piloted aircraft against ISIL targets.

The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

Syria
* Near Dayr Az Zawr, one strike destroyed an ISIL oil separator.
* Near Manbij, one strike destroyed an ISIL rocket rail, seven ISIL rockets, and an ISIL mortar system.

Iraq
* Near Al Huwayjah, one strike destroyed an ISIL heavy machine gun.
* Near Albu Hayat, one strike destroyed two ISIL rocket rails and 22 rockets.
* Near Habbaniyah, one strike destroyed an ISIL vehicle and an ISIL mortar system and suppressed an ISIL tactical unit.
* Near Haditha, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed two ISIL fighting positions.
* Near Hit, four strikes struck a large ISIL tactical unit and destroyed 10 ISIL fighting positions, an ISIL heavy machine gun, an ISIL artillery piece, an ISIL anti-air artillery piece, 30 ISIL boats, and an ISIL tactical vehicle.
* Near Kirkuk, one strike destroyed an ISIL fighting position.
* Near Kisik, two strikes destroyed an ISIL command and control node and an ISIL tunnel system.
* Near Mosul, three strikes struck an ISIL tactical unit and an ISIL financial storage center and destroyed three ISIL rocket rails.
* Near Qayyarah, four strikes struck an ISIL weapons storage facility and destroyed two ISIL vehicle borne improvised explosive devices (VBIED) and denied ISIL access to terrain.
* Near Sinjar, one strike suppressed an ISIL tactical unit.
* Near Sultan Abdallah, one strike denied ISIL access to terrain.
* Near Tal Afar, one strike struck an ISIL headquarters.

Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

http://www.centcom.mil/news/press-release/april-9-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-i


ZITAT
April 10: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq

SOUTHWEST ASIA — On April 9, coalition military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria and Iraq. In Syria, coalition military forces conducted one strike using attack aircraft against ISIL targets. Additionally in Iraq, Coalition military forces conducted 24 strikes coordinated with and in support of the Government of Iraq using rocket artillery and ground-attack, fighter, and remotely piloted aircraft against ISIL targets.

The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

Syria
* Near Ar Raqqah, one strike destroyed two ISIL oil pump jacks.

Iraq
* Near Albu Hayat, two strikes struck a large ISIL tactical unit and destroyed an ISIL tactical vehicle and three ISIL fighting positions.
* Near Fallujah, one strike struck an ISIL tactical unit.
* Near Haditha, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL fighting position.
* Near Hit, two strikes struck a large ISIL tactical unit and destroyed nine ISIL fighting positions, an ISIL heavy machine gun, and an ISIL mortar system and denied ISIL access to terrain.
* Near Kirkuk, four strikes struck three separate ISIL tactical units and destroyed two ISIL heavy machine guns, an ISIL fighting position, five ISIL assembly areas, and an ISIL supply cache.
* Near Mosul, eight strikes struck three separate ISIL tactical units and five ISIL communication facilities and destroyed two ISIL vehicles and an ISIL boat.
* Near Qayyarah, three strikes destroyed two ISIL boats and an ISIL vehicle and denied ISIL access to terrain.
* Near Sinjar, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL assembly area.
* Near Sultan Abdallah, two strikes destroyed an ISIL heavy machine gun.

Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

http://www.centcom.mil/news/press-release/april-10-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and


ZITAT
April 11: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq

SOUTHWEST ASIA — On April 10, coalition military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria and Iraq. In Syria, coalition military forces conducted five strikes using attack and remotely piloted aircraft against ISIL targets. Additionally in Iraq, Coalition military forces conducted 13 strikes coordinated with and in support of the Government of Iraq using rocket artillery and ground-attack, fighter, and attack aircraft against ISIL targets.

The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

Syria
* Near Manbij, one strike produced inconclusive results.
* Near Mar'a, four strikes struck four separate ISIL tactical units and destroyed six ISIL fighting positions, seven ISIL vehicles, two ISIL tactical vehicles, and an ISIL house borne improvised explosive device (HBIED).

Iraq
* Near Ar Rutbah, one strike destroyed an ISIL bed down location.
* Near Hit, three strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL vehicle, six ISIL fighting positions, and an ISIL heavy machine gun.
* Near Mosul, four strikes struck four separate ISIL tactical units and destroyed seven ISIL assembly areas, an ISIL supply cache, and an ISIL rocket rail.
* Near Qayyarah, one strike denied ISIL access to terrain.
* Near Sinjar, one strike destroyed three ISIL bed down locations, two ISIL supply caches, and an ISIL fighting position.
* Near Sultan Abdallah, three strikes struck an ISIL tactical unit, four ISIL fighting positions, three ISIL staging areas, and an ISIL vehicle borne IED.

Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

http://www.centcom.mil/news/press-release/april-11-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and


ZITAT
April 12: Military airstrikes continue against ISIL terrorists in Syria and Iraq

SOUTHWEST ASIA — On April 11, coalition military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria and Iraq. In Syria, coalition military forces conducted four strikes using attack aircraft against ISIL targets. Additionally in Iraq, Coalition military forces conducted nine strikes coordinated with and in support of the Government of Iraq using rocket artillery and fighter aircraft against ISIL targets.

The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

Syria
* Near Manbij, one strike struck a large ISIL tactical unit and destroyed two ISIL fighting positions and an ISIL mortar system.
* Near Mar'a, three strikes struck three separate ISIL tactical units and destroyed two ISIL vehicles, an ISIL tunnel entrance, two ISIL fighting positions, and an ISIL improvised explosive device (IED).

Iraq
* Near Hit, two strikes struck two ISIL tactical units and destroyed 20 ISIL fighting positions, 16 ISIL heavy machine guns, four ISIL rocket propelled grenade systems, an ISIL anti-air artillery piece, two ISIL staging areas, and denied ISL access to terrain.
* Near Mosul, four strikes struck an ISIL tactical unit and two separate ISIL headquarters and destroyed an ISIL fighting position and an ISIL assembly area.
* Near Qayyarah, one strike destroyed three ISIL machine guns and denied ISIL access to terrain.
* Near Sinjar, two strikes destroyed an ISIL staging area and suppressed an ISIL mortar position.

Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

http://www.centcom.mil/news/press-release/april-12-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria

ZITAT
A strike, as defined in the CJTF releases, means one or more kinetic events that occur in roughly the same geographic location to produce a single, sometimes cumulative effect for that location. So having a single aircraft deliver a single weapon against a lone ISIL vehicle is one strike, but so is multiple aircraft delivering dozens of weapons against a group of buildings and vehicles and weapon systems in a compound, for example, having the cumulative effect of making that facility (or facilities) harder or impossible to use. Accordingly, CJTF-OIR does not report the number or type of aircraft employed in a strike, the number of munitions dropped in each strike, or the number of individual munition impact points against a target.

Ground-based artillery fired in counter-fire or in fire support to maneuver roles are not classified as a strike as defined by CJTF-OIR.

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