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> Iran, Trends, Entwicklungen, Sicherheitspolitik
Schwabo Elite
Beitrag 17. Jan 2019, 15:40 | Beitrag #2731
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ZITAT(Almeran @ 17. Jan 2019, 14:25) *
ZITAT(der_finne @ 17. Jan 2019, 14:06) *
ZITAT(Almeran @ 17. Jan 2019, 13:48) *
ZITAT(der_finne @ 17. Jan 2019, 13:40) *
ZITAT(Almeran @ 17. Jan 2019, 11:16) *
Zur Festnahme: Natürlich ist die Festnahme der CFO von Huawei Teil der Sanktionen. Sanktionen, für deren Bruch man niemanden verfolgt, kann man sich von Anfang an sparen. Sie wurde festgenommen, weil sie mutmaßlich genau das getan hat. Das ist halt illegal, für illegales Verhalten wird man schon mal eingebuchtet. Was genau der iranischen Fernsehfrau vorgeworfen wird, wird man sicher auch bald sehen. Natürlich sollte man ihr in der Zeit eine menschenwürdige Behandlung angedeihen lassen - dazu gehört aber nicht, dass man zur erkennungsdienstlichen Behandlung den Schleier auf dem Kopf lässt.


Sanktionen der Amerikaner, wenn ich nicht irre. Und die Kanadier ziehen hier mit. Nach EU Sicht dürfte sie nichts illegales gemacht haben.

Selbst wenn es so ist: Sie wurde ja auch nicht in der EU, sondern in Kanada auf Bitten der USA festgenommen. Was genau willst du mir damit sagen? Wenn ich durch ein Land reise, sollte ich halt vorher sicherstellen, dass ich dort nicht gegen Gesetze verstoße oder verstoßen habe.


Sie hat nicht gegen kanadische Gesetze verstoßen, die haben nur ein Rechtshilfeabkommen mit den USA. Erinnert mich an das Vorgehen der Türken im Bezug auf den internationalen Haftbefehl.

Auch das kann man sich vorher überlegen. Dass die USA bei den Iran-Sanktionen empfindlich reagieren, ist doch allen klar. Ich sehe einfach das Problem nicht, wenn jemand wegen des Verdachts auf einen Gesetzesverstoß im Rahmen eines Rechtshilfeabkommens in einem Drittstaat festgenommen wird. Das passiert andauernd.
Die Nummer mit dem internationalen Haftbefehl ist halt auch so eine Sache: Wir wollen doch alle, dass Verbrecher, die in Deutschland gesucht werden und sich in Belgien, der Schweiz, Russland oder Takka-Tukka-Land aufhalten festgenommen und an uns überstellt werden, oder? Dass die USA und Kanada bei rechtlichen und auch diplomatischen Belangen so eng zusammenarbeiten, dass oft kein Blatt Papier zwischen die beiden Länder passt, ist nicht nur bekannt, sonder auch ein Eckpfeiler für beider Sicherheit.

Das weiß man vorher und wenn man dann eben doch hüben oder drüben zu verwilt ist, muss man sich nicht wundern. Wer in Land A gegen ein Gesetz verstößt, wird von Land B eben an A ausgeliefert, wenn es solche Abkommen gibt. Da alle Länder grundsätzlich gleichberechtigt sind, gilt das auch in Einzelfällen, die auch mal persönlichen Unmut wecken können. Das ist dann halt so.

Auch wenn es mich immer wieder verwundert, wie man chinesische Konzernfunktionäre/Superreiche in Schutz nehmen kann bei sowas. Das sind alles äußerst einflussreiche Akteure von Pekings Gnaden. Sie und andere mögen sich der Illusion hingeben, sie seien self-made-(wo)men, aber letztlich sind alle Chinesen und Personen - juristische wie natürliche - in China gezwungen nach der Pfeife der Behörden zu springen, insbesondere in Geheimdienstbelangen. Und auf einmal ist verständlich, warum die USA es verboten haben, dass kritische IT-Infrastruktur von Huawei errichtet werden darf.

Vgl.: https://www.lawfareblog.com/beijings-new-na...defense-offense

Beim Iran sieht es ähnlich aus. Eine Festnahme von Personen ist grundsätzlich erstmal Sache des jeweiligen Staates. Was genau dort passiert ist und was der Grund war, mag sich je nach Quelle durchaus anders darstellen. Ich verweise hier erneut auf die eigene Quellenkritik, der sicher jeder User hier unterziehen sollte vor dem Posten.

Der Beitrag wurde von Schwabo Elite bearbeitet: 17. Jan 2019, 15:41


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Kameratt
Beitrag 17. Jan 2019, 17:45 | Beitrag #2732
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ZITAT(Schwabo Elite @ 17. Jan 2019, 15:40) *
Wer in Land A gegen ein Gesetz verstößt, wird von Land B eben an A ausgeliefert, wenn es solche Abkommen gibt.

Sie hat nicht einmal in Land A gegen ein Gesetz verstoßen, sondern die fabulierte Tat soll sich sowohl außerhalb von A als auch B abgespielt haben.
Die Übertragung der eigenen Rechtsnormen von A auf die gesamte Welt schafft hierbei gefährliche Präzedenzfälle.
ZITAT(Schwabo Elite @ 17. Jan 2019, 15:40) *
Auch wenn es mich immer wieder verwundert, wie man chinesische Konzernfunktionäre/Superreiche in Schutz nehmen kann bei sowas. Das sind alles äußerst einflussreiche Akteure von Pekings Gnaden. Sie und andere mögen sich der Illusion hingeben, sie seien self-made-(wo)men, aber letztlich sind alle Chinesen und Personen - juristische wie natürliche - in China gezwungen nach der Pfeife der Behörden zu springen,

Als ob das in einem halbwegs funktionsfähigen Staat anders wäre und juristische wie natürliche Personen nicht gezwungen wären, nach den Vorgaben der Behörden zu arbeiten...
Bislang konnte jedenfalls von all den Geschichten über Spionage-Chips in chinesischen Produkten keine einzige nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu bspw. systematischer Überwachung des internationalen Datenverkehrs duch das Land A, einschließlich des Handys der Regierungschefin des Landes C. rolleyes.gif
 
revolution
Beitrag 17. Jan 2019, 20:50 | Beitrag #2733
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ZITAT(Tankcommander @ 17. Jan 2019, 09:35) *
Zum Satelit: Kann da Sabotage im Spiel gewesen sein?


Auch wenn die Sicherheitsvorkehrungen aufgrund diverser Sabotageakte in der Vergangenheit hoch sind, gibt es keine 100%ige Sicherheit. In Bezug auf den gescheiterten Satellitenstart sind nach meiner Kenntnis jedoch keine derartigen Spekulationen publik geworden. Vermutlich war der Schub der noch kaum erprobten 3. Stufe tatsächlich zu gering und folglich hat der Satellit Payam wohl die angepeilte Umlaufbahn verfehlt. Das klingt durchaus schlüssig. Ansonsten hat ja angeblich vom Ablauf soweit alles funktioniert.

ZITAT
Zur Festnahme: gehört jetzt wohl zu den Sanktionsmethoden, die Huawai-CEO wurde ja auch schon mal festgenommen.


Vielleicht wurde die bekannte Nachrichtensprecherin und Moderatorin festgenommen, weil die USA das staatliche iranische Fernsehen sanktioniert haben.

@Almeran
ZITAT
Auch das kann man sich vorher überlegen. Dass die USA bei den Iran-Sanktionen empfindlich reagieren, ist doch allen klar. Ich sehe einfach das Problem nicht, wenn jemand wegen des Verdachts auf einen Gesetzesverstoß im Rahmen eines Rechtshilfeabkommens in einem Drittstaat festgenommen wird. Das passiert andauernd.


Es ist eine bilaterlae Angelegenheit, wenn eine chinesische Firma Geschäfte mir einer iranischen Firma macht. Was die USA hier betreiben ist nichts anderes als Kidnapping. So ähnlich sehen das jedenfalls die Chinsesn und die haben sicher nicht ganz zufällig danach ebenfalls Amerikaner einkassiert. A la "wie Du mir, so ich Dir". In meinen Augen erpressen die Amerikaner den Rest der Welt.


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Schwabo Elite
Beitrag 18. Jan 2019, 11:01 | Beitrag #2734
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ZITAT(Kameratt @ 17. Jan 2019, 17:45) *
Bislang konnte jedenfalls von all den Geschichten über Spionage-Chips in chinesischen Produkten keine einzige nachgewiesen werden.

Wie Du dem von mir verlinkten Artikel und vielen anderen zu dem Thema entnehmen kannst, muss die Regierung keine Chips verbauen lassen. Die Regierung hat sich das Recht geschaffen jederzeit jede Form von Informationen z. B. von einem chinesischen Konzern zu verlangen, die dieser bereitstellen kann. Und dazu muss man etwa bei einem Router nicht mehr liefern als das Adminpasswort. Da ist kein besonderer Chip von Nöten, das geht über die Firmware. Und die kann man jederzeit mit einem Update gefügig machen.


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hanuta
Beitrag 18. Jan 2019, 16:21 | Beitrag #2735
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Dieses Recht haben sich auch die amerikanischen Freunde bei ihren Firmen einbauen lassen, im Umkehrschluss dürfte auch kein Made in USA Router oder 5G Hardware eingesetzt werden. Ich sehe dies als rein industriepolitische Geschichte ursprünglich zwischen USA China an....und in Folge jetzt bei uns die scheinheilige Debatte
 
revolution
Beitrag 19. Jan 2019, 02:21 | Beitrag #2736
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Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben in den letzten beiden Jahren 1.2-1.3 Mio. afghanische Flüchtlinge den Iran in Richtung Heimat verlassen. Als Gründe werden die schlechte wirtschaftliche Perspektive und "politische Gründe" angegeben.

ZITAT
Wegen schwerer Wirtschaftskrise
Hunderttausende Afghanen verlassen Iran

Die US-Sanktionen haben die Wirtschaftskrise in Iran weiter verschärft. Das wirkt sich auch auf afghanische Flüchtlinge aus: Mehr als 750.000 sind wegen der schlechten Perspektive in ihre Heimat zurückgekehrt.

Hunderttausende Afghanen sind im vergangenen Jahr aus dem von einer schweren Wirtschaftskrise geplagten Iran in ihre Heimat zurückgekehrt. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) verließen 2018 mehr als 773.000 Afghanen Iran, der an das von Kriegen gezeichnete Land grenzt. Das seien wesentlich mehr als 2017, als gut 500.000 Afghanen aus Iran zurückkehrten. Besonders die US-Sanktionen haben die wirtschaftliche Krise in Iran verschärft.

Die meisten Flüchtlinge hätten weder eine Aufenthalts- noch eine Arbeitserlaubnis besessen. Als einen der Gründe nannte die IOM, dass die Nachfrage nach billigen Arbeitskräften in Iran wegen der wirtschaftlichen Probleme stark zurückgegangen sei. Auch politische Gründe spielten eine Rolle.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...-a-1248030.html


Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 19. Jan 2019, 03:11


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Dave76
Beitrag 17. Feb 2019, 17:37 | Beitrag #2737
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ZITAT
Iran 1979 und heute
Was von der Revolution übrig blieb

Die Auflehnung gegen das Schah-Regime führte 1979 zur Islamischen Revolution in Iran. Das Land hat sich allerdings anders entwickelt, als es sich ein Großteil der Demonstranten damals wünschten. Viele Iraner sind heute unzufrieden mit ihrerer Regierung. Gibt es Parallelen zum Vorabend der Revolution vor 40 Jahren?

Von Christian Buttkereit
10.02.2019


https://www.deutschlandfunk.de/iran-1979-un...ticle_id=440665


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revolution
Beitrag 19. Feb 2019, 11:32 | Beitrag #2738
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Tja und so fabuliert die Presse seit 40 Jahren über einen Sturz des "Regimes". Tatsache ist, dass die politische Mitsprache und Freiheit höher und das religiöse Diktat in der "iranischen Theokratie" geringer sind als in quasi allen anderen arabischen Staaten, die mit den USA verbündet sind und verhätschelt werden : VAE, Saudi Arabien, Ägypten, Jordanien, Bahrain, ...etc. Es dreht sich nicht um die Befreiung der Menschen aus der Unterdrückung durch ihre Regierung. Das istg total quatsch und so naiv ist niemand, auch wenn gewisse Medien und Regierungen dieses Thema in Bezug auf den Iran so gerne in den Mittelpunkt stellen.

Fakt ist, bzw sehen das offenbar viele Experten und die Menschen im Iran so, dass die wirtschaftlichen Probleme überwiegend dem von den USA gegen den Iran geführten Wirtschaftkrieg geschuldet sind. Das Abkoppeln des Iran vom internationalen Zahlungs- und Wirtschaftsverkehr und US Strafen für Firmen die mit Iranern Geschäfte machen, führen zu massiven wirtschaftlichen Schäden, die man bei dem technologischen Stand und bei dem verfügbaren Know How nicht haben würde. Das Investitions- und Absatzpotential ist im regionalen Vergleich enorm.

Die Unterstützung von Salafisten und Separatisten durch gewisse regionale und überregionale Kräfte in Syrien, Irak, Libanon und Iran, haben zu Krieg, Vertreibung und Chaos geführt. Amerikaner, Araber und Türken machen mit sunnitischen Extremisten der Al-Kaida und Co. gemeinsame Sache. Wessen Freiheit, Demokratie und Wohlstand dies bedienen soll, ist unklar. Washington, Riad und Tel Aviv behaupten wiedergholt der Iran sei die destsbilisierende Kraft und Bedrohung für die regionale Sicherheit. Das ist sehr einseitiges Anschwärzen, denn ohne den Iran und verbündete Milizen wären Al-Kaida und ISIS heute noch in Syrien und Irak die dominierenden Kräfte. Mitunter wird von amerikanischer und israelischer Seite das Narrativ verkauft, ISIS sei im Vergleich zu Iran das geringere Problem. Das lässt tief blicken. Der Verkauf von modernen Angriffswaffen an arabische Diktaturen in Höhe von dutzenden Milliarden Dollar bei gkeichzeitiger Sanktionierung iranischer Rüstung erhöhen ebenfalls nicht die Glaubwürdigkeit in Bezug auf ein friedlibendes Ansinnen der Humanisten aus Washington, London und Paris.

Der Iran hat sich nach intensiven und sehr ernsthaft geführten Verhandlungen mit den Weltmächten einem weltweit einmaligen nuklearen Kontrollregime unterworfen. Darüner hinaus hat das Land einen Grossteil seiner atomaren Infrastruktur nachweislich stillgelegt, umgebaut oder zerstört. Im Tausch für wirtschaftliche Anreize, die letztlich lediglich in der Freigabe von eingefrorenen Geldern und Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs beruhten. Dies wurde vertraglich festelegt und ist durch eine Resolution des Sicherheitsrats verbindlich in Kraft getreten. Die internationale Atomaufsicht bestätigt, dass sich der Iran an die Regeln hält. Die vetraglichen Leistungen wurden von Seiten der USA und auch Europas nicht erbracht. Stattdessen wird in Washington ein hinterwäldler Hillbillly an den roten Knopf gesetzt, der den Rest der Welt nicht einmal aus dem Fernsehen kennt und dessen Schwiegersohn ein persönlicher Freund der Familie Netanjahu ist. Fehlte nur noch Herr Bolton als Sicherheitsberater. Und diese Clique erklärt mal eben alles für Null und Nichtig.

Welche dieser friedliebenden Botschaften sollten die Menschen auf den Strassen in Teheran, Isfahan oder Qom denn positiv aufnehmen, dass sie sich gegen ihre Regierung stellen? So sehr ich nachvollziehen kann, dass es für das eigene Weltbild und vom Vorgehen einfachsten wäre, wenn die Menschen dort die Schuldigen für Inflation, Jobverlust und Sicherheitslage im eigenen Land suchen, so sehr halte ich dies für einen Irrtum, dass die Leute das in signifikanter Zahl auch so sehen. Diese sehr alte und patriotische Nation mit seiner tief verwurzelten historischen Identität und auch vielen jahrhunderten von Staats- und Regierungskultur bei der auch Religion immer eine Rolle gespielt hat verfügt derzeit über ein politisches System, welches sehr engmaschig bis in die tiefste Peripherie im Inland und zu regionalen Kräften vernetzt ist. Das ist kein Nachkriegs-Emirat, wo man einem Prinzen oder Warlord ein paar Waffen und Geld in die Hand drückt und der Hase dann schon in die gewünschte Richtung rennt. Ich weiss garnicht, wie sich die Strategen um John Bolton einen "Regime Change" vorstellen?


ZITAT
Umstrittene Nahostkonferenz Netanyahu spricht von "Krieg mit Iran" - und rudert zurück

Israels Ministerpräsident Netanyahu hat Iran attackiert: Ein "Krieg" gegen den Gottesstaat sei ein Anliegen, das andere Staaten mit Israel teilten. Nun hat sein Büro die Aussage abgeschwächt.

Zum Auftakt der umstrittenen Nahostkonferenz in Warschau sorgt eine Äußerung von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu für Wirbel. In einem Video sagte er, dass er mit den arabischen Teilnehmern "unser gemeinsames Anliegen eines Krieges mit Iran" voranbringen wolle. Sein Büro löschte das Video anschließend und schwächte die Aussage ab. In der geänderten englischen Übersetzung wurde das Wort "Krieg" durch "Bekämpfung" ersetzt. In dem gelöschten Video nutzte Netanyahu allerdings das hebräische Wort für "Krieg".

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif reagierte auf Twitter spöttisch: "Wir kannten Netanyahus Fantasien schon immer. Jetzt kennt die Welt - und alle bei dem Warschauer Zirkus - sie auch."
http://www.spiegel.de/politik/ausland/benj...-a-1253149.html


Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 19. Feb 2019, 11:57


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Dave76
Beitrag 19. Feb 2019, 19:41 | Beitrag #2739
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ZITAT(revolution @ 19. Feb 2019, 11:32) *
Tja und so fabuliert die Presse seit 40 Jahren über einen Sturz des "Regimes". Tatsache ist, dass die politische Mitsprache und Freiheit höher und das religiöse Diktat in der "iranischen Theokratie" geringer sind als in quasi allen anderen arabischen Staaten, die mit den USA verbündet sind und verhätschelt werden : VAE, Saudi Arabien, Ägypten, Jordanien, Bahrain, ...etc. Es dreht sich nicht um die Befreiung der Menschen aus der Unterdrückung durch ihre Regierung. Das istg total quatsch und so naiv ist niemand, auch wenn gewisse Medien und Regierungen dieses Thema in Bezug auf den Iran so gerne in den Mittelpunkt stellen.

[...]

Eine schöne Melange aus Whataboutismen, Tu quoque und Strohmännern. Weil es vielleicht noch "viel schlimmere" Regime gibt, ist die Kritik an dem iranischen unzulässig, oder wie? Und warum bringst du jetzt die USA ins Spiel? Reine Ablenkungsmanöver.


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xena
Beitrag 20. Feb 2019, 00:51 | Beitrag #2740
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Naja, es ist schon bezeichnend, dass man sich über x Seiten über den Iran austauscht, aber kaum über andere Regime. Warum gerade über den Iran? Was ist denn so besonderes am Iran?


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Eine komplette Waffenübersicht (naja, fast komplett... ...naja auch nicht fast komplett, aber sehr vieles...):

waffen-der-welt.alices-world.de

 
Praetorian
Beitrag 20. Feb 2019, 02:49 | Beitrag #2741
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ZITAT(xena @ 20. Feb 2019, 00:51) *
Naja, es ist schon bezeichnend, dass man sich über x Seiten über den Iran austauscht, aber kaum über andere Regime. Warum gerade über den Iran? Was ist denn so besonderes am Iran?

Das hier ist der Thread zum Iran.


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Madner Kami
Beitrag 21. Feb 2019, 16:05 | Beitrag #2742
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ZITAT(Praetorian @ 20. Feb 2019, 02:49) *
ZITAT(xena @ 20. Feb 2019, 00:51) *
Naja, es ist schon bezeichnend, dass man sich über x Seiten über den Iran austauscht, aber kaum über andere Regime. Warum gerade über den Iran? Was ist denn so besonderes am Iran?

Das hier ist der Thread zum Iran.


Da weis man nicht, ob man lachen oder weinen soll facepalm.gif


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der_finne
Beitrag 21. Feb 2019, 18:42 | Beitrag #2743
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ZITAT(Madner Kami @ 21. Feb 2019, 16:05) *
ZITAT(Praetorian @ 20. Feb 2019, 02:49) *
ZITAT(xena @ 20. Feb 2019, 00:51) *
Naja, es ist schon bezeichnend, dass man sich über x Seiten über den Iran austauscht, aber kaum über andere Regime. Warum gerade über den Iran? Was ist denn so besonderes am Iran?

Das hier ist der Thread zum Iran.


Da weis man nicht, ob man lachen oder weinen soll facepalm.gif



Wenn man nicht gleich das schlimmste annehmen möchte, könnte man annehmen das evtl. fehlende Threads bzgl. z.B Saudiarabien, bzw. falls vorhanden (Syrien, Norkorea), deren geringere Frequentierung gemeint war.
Das liegt aber zum großen Teil auch daran das es hier einen User gibt der den Thread regelmäßig mit neuen Infos füttert, was ich an sich gut finde.
 
revolution
Beitrag 21. Feb 2019, 20:00 | Beitrag #2744
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ZITAT(Dave76 @ 19. Feb 2019, 19:41) *
Und warum bringst du jetzt die USA ins Spiel? Reine Ablenkungsmanöver.


Dazu hilft es den Rest meiner Argumentation zu lesen. Darin steht recht konkret in welchem Zusammenhang ich auf die USA oder andere Parteien in diesem Regionalkonflikt zu sprechen komme. Die auch in den hiesigen Medien erwähnte "Iran Obsession" oder "Iran Fieber" der aktuellen amerikanischen Administration heizt beispielsweise einen durch Verhandlung bereits entschärften Atomkonflikt wieder an. Die US Administration übt zudem erheblichen wirtschaftlichen und politischen Druck auf die Europäer aus, den Atomvertrag mit dem Iran (effektiv eine Sicherheitsratsresolution) ebenfalls zu brechen. US Botschafter Grenell drohte Deutschen Unternehmen mit Irangeschäft mitunter durch persönliche Anschreiben zur Unterlassung von Geschäften auf. Gleichwohl die eigenen US Geheimdienste dem Iran in einer Kongressanhörung vor erst rund 4 Wochen erneut bescheinigren, sich seinerseits an die Abmachungen der Atomvereinbarung gehalten zu haben. Die erneut verhängten Sanktionen haben massive Auswirkung auf die einfache Bevölkerung im Iran und die USA und ihre regionalen Verbündeten (alles grosse Demokraten) hoffen auf einen Krieg mit dem Iran oder auf einen Regimechange. Habe ich oben aber bereits ausgeführt.

Siehe auch:

ZITAT
Trumps Iran-Fieber und die Parallelen zu 2003
Die US-Eskalation gegen den Iran lässt Erinnerungen an Bushs Intervention im Irak wach werden: Auch damals wurde ein Krieg an den Haaren herbeigezogen.

Das Iran-Fieber der Regierung Trump steigt kontinuierlich an; schon werden in Washington bedenkliche Parallelen zum Fiasko der US-Intervention in Saddam Husseins Irak vor 16 Jahren sichtbar. Waren es damals vermeintliche Massenvernichtungswaffen, so sind es nun Teherans Raketen, die Einmischung der Ayatollahs in Syrien, im Irak und im Jemen sowie Donald Trumps irrige Überzeugung, der Iran habe das 2015 abgeschlossene Atomabkommen gebrochen und befinde sich auf dem Weg zur Bombe.

Zum 40. Jahrestag der islamischen Machtübernahme in Teheran liess Trumps Sicherheitsberater John Bolton, ein ausgewiesener Superfalke, den obersten Religionswächter Ayatollah Khamenei per Twitter-Video wissen, «allzu viele Jahrestage» werde er nicht mehr erleben. Die Drohung illustriert die Obsession der Trump-Administration mit dem Iran ebenso wie die seltsame Anti-Teheran-Konferenz vergangene Woche in Warschau.

Netanyahus Lust auf Krieg

Aussenminister Mike Pompeo war dabei, desgleichen der israelische Premier Benjamin Netanyahu, der Washington liebend gern zu einem Waffengang gegen den Iran verführen möchte. Arabische Staaten und Israel seien in Warschau zusammengekommen, «um das gemeinsame Interesse eines Kriegs gegen den Iran zu fördern», twitterte Netanyahu, ehe er sich korrigierte und das Wort «Krieg» durch das Wort «Kampf» ersetzte.

Wie vor der Intervention im Irak, deren grösster Gewinner übrigens Teheran ist, blieben westeuropäische Nationen auch diesmal der amerikanischen Suche nach einer Koalition gegen einen vermeintlich hochgefährlichen Feind fern. 2002 hatte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld widerstrebend US-Verbündete wie Deutschland und Frankreich als das «alte Europa» abgetan, in Warschau nun schipperte das «neue Europa», vorneweg die nationalistischen Regierungen in Polen und Ungarn, einmal mehr brav im Schlepptau Washingtons.

Im Stil eines römischen Prokonsuls

Nur Tage später bei der Münchner Sicherheitskonferenz erteilte das «alte Europa», repräsentiert von Kanzlerin Angela Merkel, Trumps Vizepräsident Mike Pence eine Absage: Im Stil eines römischen Prokonsuls hatte Pence eine einheitliche Front gegen Teheran gefordert und verlangt, auch die Europäer müssten den Atomvertrag mit dem Iran aufkündigen.

Und wie schon 2002 sucht ein US-Präsident samt den Hardlinern in seiner Regierung erneut nach Beweisen, die es bislang nicht gibt: Als die Chefs der US-Geheimdienste bei einer Kongressanhörung Ende Januar aussagten, dass der Iran sich an die Auflagen des Atomabkommens halte und nicht nach nuklearen Waffen greife, widersprach Donald Trump: «Die Geheimdienstleute scheinen extrem passiv und naiv zu sein, wenn es um die Gefahr des Iran geht», monierte der Präsident.

https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/standa.../story/29678003



ZITAT
The Trump Administration's Anti-Iran Theatrics Failed in Warsaw

In its obsessive campaign of stoking maximum hostility toward Iran, the Trump administration is isolated except for partnering with Iran’s regional rivals, which means Israel, Saudi Arabia, and the United Arab Emirates.
by Paul R. Pillar

The Trump administration tried to make this week’s Middle East conference in Warsaw what the administration had intended it to be all along: an Iran-bashing exercise that would get Europeans to join in more of the bashing. But the conference instead became what most European governments—whose attendance at the gathering was spotty and often low-level—warned it would be: a demonstration not of U.S.-European unity on policy toward Iran but instead of disunity. That the conference’s final statement makes no mention of Iran has to be a major disappointment for the administration.

In its obsessive campaign of stoking maximum hostility toward Iran, the Trump administration is isolated except for partnering with Iran’s regional rivals, which means Israel, Saudi Arabia, and the United Arab Emirates. These regimes have their own reasons for keeping Iran a pariah—reasons that are distinct from U.S. interests and distinct from any fondness for peace and stability in the Middle East. These three states are responsible for much of the uninvited extraterritorial use of military force —apart from Saddam Hussein’s two offensive wars, the United States’s offensive war in Iraq and other interventions, and Turkey’s intervention in northern Syria—as well as more irregular methods of destabilizing other countries in the Middle East over the past forty years.

Israeli prime minister Benjamin Netanyahu can be considered a winner at Warsaw for using the conference to show he can rub elbows with Arab leaders. It was after a side meeting with the Omani foreign minister that Netanyahu commented in a Hebrew-language interview about Israel and Arab states sharing a “common interest of war with Iran.” Netanyahu’s office later altered its English translation to suggest that he intended only a metaphorical meaning of “war.” Regardless of the translation issue, Netanyahu’s government has escalated its already intense anti-Iran rhetoric, as it did in recently acknowledging for the first time its repeated airstrikes in Syria.

https://nationalinterest.org/blog/paul-pill...ed-warsaw-45222




Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 22. Feb 2019, 01:09


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Beitrag 6. Apr 2019, 00:19 | Beitrag #2745
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ZITAT
U.S. to Designate Iranian Guard Corps a Foreign Terror Group

The designation, the first time any government entity will be branded as terrorist, will be accompanied by an alert to U.S. forces to warn of possible retaliation

By Michael R. Gordon,
Warren P. Strobel and
Nancy A. Youssef
Updated April 5, 2019 7:01 p.m. ET

WASHINGTON—The Trump administration is preparing to designate Iran’s Islamic Revolutionary Guard Corps as a foreign terrorist organization, U.S. officials said, a step that would vastly escalate the American pressure campaign against Tehran but which has divided U.S. officials.

The decision, which could be announced as early as Monday following months of deliberation, would mark the first time that an element of a foreign state has been officially designated a terrorist entity.

[...]
https://www.wsj.com/articles/u-s-to-designa...ion-11554499401
 
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Beitrag 6. Apr 2019, 16:33 | Beitrag #2746
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Mit diesem Schritt erklären die USA die Streitkräfte des Iran und ein großer Teil der Wirtschaft zu einer Terrororganisation. Damit wären Militärschläge gegen militärische und zivile iranische Ziele legitimiert. Darum geht es der Trump/Bolton/Netanjahu Clique. Dumm von der Rohani/Zarif Clique das Atomprogramm aufgegeben und eine Annäherung und Verhandlungen mit den USA geführt zu haben. Der Schuss ging nach hinten los und die iranischen Reformer sind nicht die ersten, die sich in den Verhandlungen mit den Amerikanern durch Konzessionen ins Knie geschossen haben. Gaddafi, Saddam, Assad...sind alle in die selbe Falle gelatscht. rofl.gif

--

Derzeit wird der Südwesten Irans von starken Hochwassern heimgesucht:

ZITAT
FLUT IM IRAN
Neue Hochwassergefahr im Iran
Die iranischen Behörden haben die Evakuierung weiterer Orte im Südwesten des Landes angeordnet. Dort stehen bereits große Gebiete unter Wasser und es sind neue Regenfälle vorhergesagt.

Nach Angaben von Innenminister Abdolresa Rahmani Fasli könnten bis zu 400.000 Menschen in der Provinz Chusistan von einer neuen Überschwemmung getroffen werden. Deshalb ordnete die Provinzregierung an, dass Städte am Ufer des Flusses Karkeh "so schnell wie möglich geräumt" werden.

Der Fluss Karkeh ist an mehreren Stellen gestaut. Angesichts der Überschwemmungen drohen die Dämme dem Druck der Wassermassen nachzugeben. An der großen Karkeh-Talsperre, einem der wichtigsten Wasserreservoirs der Region, wurden bereits die Ventile geöffnet, um Wasser abzuleiten.

In dem sonst unter Trockenheit leidenden Land regnet es seit Wochen. Rund 1900 Städte und Dörfer waren im März überflutet worden. Nach Angaben der Rettungsdienste kamen 70 Menschen ums Leben. Rund 86.000 Menschen mussten in Notunterkünften untergebracht werden.

Die Regierung in Teheran hat den Bürgern und insbesondere den von Überschwemmungen betroffenen Landwirten zugesagt, dass alle Verluste ausgeglichen werden. Allerdings ist der Staatshaushalt des Iran bereits durch US-Sanktionen im Energie- und Bankensektor belastet. Durch diese wurden die Ölexporte halbiert und der Zugang zu einigen Einnahmen im Ausland eingeschränkt.
https://www.dw.com/de/neue-hochwassergefahr...iran/a-48238332


Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 6. Apr 2019, 19:18


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Stefan Kotsch
Beitrag 6. Apr 2019, 19:55 | Beitrag #2747
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ZITAT(revolution @ 5. Apr 2019, 16:33) *
Mit diesem Schritt erklären die USA die Streitkräfte des Iran und ein großer Teil der Wirtschaft zu einer Terrororganisation.

Die Revolutionären Garden sind nicht DIE Streitkräfte des Iran. Es sind paramilitärische Kräfte (wohl eher eine Parallele zur Waffe-SS im Hinblickmauf ihre Systemeinordnung)
ZITAT(revolution @ 5. Apr 2019, 16:33) *
Dumm von der Rohani/Zarif Clique das Atomprogramm aufgegeben und eine Annäherung und Verhandlungen mit den USA geführt zu haben.

Ich fürchte da wird das Pferd von hinten aufgezäumt. Nur unter dem Gesichtspunkt eines einseitigen Antiimperialismus und Antiamerikanismus kann diese Argumentation durchgehen. Logik wäre ansonsten zu vermissen. Wofür steht der Iran in dieser Region? Ist das Gutzuheißen was der Iran aktiv in die Region exportiert? Ich denke nein.

Der Beitrag wurde von Stefan Kotsch bearbeitet: 6. Apr 2019, 19:56
 
revolution
Beitrag 7. Apr 2019, 09:57 | Beitrag #2748
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Die Pasdaran und Artesh unterstehen beide gemeinsam dem Ministerium für Verteidigung und Logistik (MODAFL) und sind damit DIE Streitkräfte des Iran per Gesetz/Verfassung. Und wir brauchen hier nun wirklich nicht hergebogene Vergleiche mit dem Deutschen Naziregime um unterschwellig Assoziationen mit dessen Verbrechen zu wecken. Das betrachte ich in dieser Diskussion als Getrolle.

Das ideologische Fundament der IRI unterscheidet sich in der Region dadurch, dass es auf Anti-Imperialismus, Schiitischer Religion und dem Iranischen Kulturkreis basiert. Die meisten anderen Staaten der Region sind vornehmlich Arabisch-Sunnitisch geprägt und werden von Pro-Amerikanischen Monarchien beherrscht. Das Land hat diese Entwicklung und Positionierung durch historisch nachvollziehbare Vorgänge genommen. Wie hilfreich das jeweils erscheint, ist sicher eine entsprechend perspektivische Frage. Für Saudi Arabien, welches den Führungsanspruch in der Islamischen Welt für sich hat, wildert der Iran in seinem Vorgarten. Israel betrachtet den Iran als einzig verbliebene ernstzunehmende Bedrohung. Die USA betrachten den Iran seit 1979 als geächtet. Die iranischen Sicherheitsabkommen und Militärkooperationen mit Syrien, Libanon, Irak, Türkei, Katar und Afghanistan basieren nicht auf Besatzung oder Kanonenbootpolitik, sondern auf freiwilliger und überwiegend kulturhistorisch fundierter Basis. Insofern scheint es für diese Länder Gründe zur Kooperation mit dem Iran und nicht zuletzt mit der IRGC zu geben. Der Iran hat kein Land überfallen, niemandem Land weggenommen und niemanden zur Kooperation genötigt. Meine persönliche Einschätzung ist, dass der Iran es in Bezug auf Image und Kooperation auf regionalstaatlicher Ebene leichter hat, da er es vorrangig mit Gegnern zu tun hat(te), die in der Region allesamt über ein wesentlich schlechteres Image verfügten und in den entsprechenden Ländern zu Problemen führten: Saddam Husseins Baath Regime, Wahabiten, Salafisten und Zionisten. Und warum sollten es die Türken und Kataris dem Iran auch übel nehmen, wenn er mit ihnen gemeinsam die Hamas unterstützt und dafür alleine die Prügel kassiert? rofl.gif

ZITAT
IAEA Says Iran Abiding by Nuclear Deal
ARMS CONTROL TODAY

April 2019
By Kelsey Davenport

The head of the international organization charged with monitoring Iran’s compliance with the 2015 nuclear deal said Iran is meeting its obligations under the accord and warned against states trying to influence verification activities. Less than three weeks later, the United States imposed sanctions against Iranian officials and institutions that Washington alleges are working to retain nuclear weapons-related expertise in Iran.

IAEA Director-General Yukiya Amano cautioned in March that some nations' efforts to micromanage the nuclear agency's monitoring of Iran would threaten the credibility of its findings. (Photo: Joe Klamar/AFP/Getty Images)“Iran is implementing its nuclear commitments,” said Yukiya Amano, director-general of the International Atomic Energy Agency (IAEA), in March 4 remarks to the agency’s Board of Governors. Amano urged Tehran to continue adhering to the deal, known as the Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA).

Kazem Gharibabadi, Iran’s permanent representative to the IAEA, said on March 8 that, “despite the many efforts of certain enemies” to “divert the attention of the IAEA,” cooperation between the agency and Iran is “constructive.”

The IAEA report raised the need for additional budgetary contributions from IAEA member states to meet the cost of implementing the JCPOA. IAEA monitoring activities in Iran are projected to cost 9.2 million euros ($10.4 million) in 2019, of which 4 million euros ($4.5 million) is extrabudgetary. The report noted that the agency has 3.1 million euros ($3.5 million) in extrabudgetary contributions available to meet the costs of JCPOA-related activities for 2019.

France, Germany, and the UK announced in February the creation of a financial mechanism to facilitate trade, known as the Instrument in Support of Trade Exchanges (INSTEX), that will initially focus on humanitarian goods exempt from U.S. sanctions. (See ACT, March 2019.)

Per Fischer, the German official heading INSTEX, visited Iran in early March to discuss the mechanism. Following his visit, Iranian officials said on March 19 that Tehran set up a counterpart to INSTEX, the Special Trade and Finance Institute, which should allow the trade mechanism to become operational.

Iran does not appear to be expecting much economic benefit from INSTEX. Bahram Qassemi, spokesman for the Iranian Foreign Ministry, said on March 19 that Iran does not expect the new mechanism to work “miracles” and will continue to pursue avenues of trade with other countries. He said that could include trade with China, Turkey, India, and Russia in their national currencies, bypassing the U.S. financial system.
https://www.armscontrol.org/act/2019-04/new...ng-nuclear-deal


Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 7. Apr 2019, 10:10


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Nite
Beitrag 7. Apr 2019, 12:34 | Beitrag #2749
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ZITAT(revolution @ 7. Apr 2019, 10:57) *
Die Pasdaran und Artesh unterstehen beide gemeinsam dem Ministerium für Verteidigung und Logistik (MODAFL) und sind damit DIE Streitkräfte des Iran per Gesetz/Verfassung. Und wir brauchen hier nun wirklich nicht hergebogene Vergleiche mit dem Deutschen Naziregime um unterschwellig Assoziationen mit dessen Verbrechen zu wecken. Das betrachte ich in dieser Diskussion als Getrolle.

Hinsichtlich der Rolle im Staatsgefüge ist der Vergleich sehr treffend. Hat Stefan Kotsch auch explizit drauf hingewiesen.

ZITAT(revolution @ 7. Apr 2019, 10:57) *
Das ideologische Fundament der IRI unterscheidet sich in der Region dadurch, dass es auf Anti-Imperialismus, Schiitischer Religion und dem Iranischen Kulturkreis basiert.

Wenn der Iran von Anti-Imperialismus spricht ist das ein klassischer Fall von Projektion bei der man anderen das vorwirft was man selber betreibt. Der Iran gehört mit Russland und China in die Reihe der Staaten die von alter imperialer Glorie träumen und versuchen das Rad der Geschichte zurückzudrehen.

ZITAT(revolution @ 7. Apr 2019, 10:57) *
basieren nicht auf Besatzung oder Kanonenbootpolitik, sondern auf freiwilliger und überwiegend kulturhistorisch fundierter Basis.

Proxy-Armeen auf fremdem Territorium als Freiwilligkeit zu bezeichnen ist entweder der Gipfel des Zynismus oder schlicht und einfach realitätsfremd.

Diese "Freiwilligkeit" sieht dann so aus:
ZITAT
Hariri murder: UN tribunal issues arrest warrants

Four arrest warrants have been issued by the UN-backed tribunal investigating the 2005 murder of Lebanon's former Prime Minister Rafik Hariri, the court said.

Hariri's son, Saad, welcomed the indictments and described them as a "historic moment" for Lebanon.

Local reports say the warrants name senior members of the Shia militant and political group Hezbollah.

BBC World News


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Stefan Kotsch
Beitrag 7. Apr 2019, 15:59 | Beitrag #2750
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ZITAT(revolution @ 6. Apr 2019, 09:57) *
Die Pasdaran und Artesh unterstehen beide gemeinsam dem Ministerium für Verteidigung und Logistik (MODAFL) und sind damit DIE Streitkräfte des Iran per Gesetz/Verfassung.


Dir iranische Verfassung schreibt: "Bei dem Aufbau und der Ausrüstung der Verteidigungsstreitkräfte werden die Glaubenstreue und die islamische Lehre als Grundlage und Maßstab erachtet.
Aus diesem Grunde werden die Armee der Islamischen Republik und das Korps der Revolutionswächter in Übereinstimmung mit dem oben genannten Prinzip aufgebaut."


Wenn die USA die Revolutionären Garden zur terroristischen Organisation erklären, dann haben sie damit also nicht die gesamten iranischen Streitkräften zur terroristischen Organisation erklärt, sondern explizit nur die Rev. Garden.
Ansonsten hätten man beide Teile der "Verteidigungsstreitkräfte" benennen müssen, nämlich die Armee der Islamischen Republik UND das Korps der Revolutionswächter. Hat man aber offensichtlich nicht gemacht.
Also wurde auch nicht DEN Streitkräften des Iran "der Krieg" erklärt, was an sich schon eine falsche Behauptung ist.

Der Beitrag wurde von Stefan Kotsch bearbeitet: 7. Apr 2019, 16:00
 
der_finne
Beitrag 7. Apr 2019, 21:06 | Beitrag #2751
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ZITAT
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Besonders glücklich ist ja der Zeitpunkt im Hinblick auf die NK Gespräche... Kim denkt sich bestimmt auch so seinen Teil.
 
revolution
Beitrag 8. Apr 2019, 22:20 | Beitrag #2752
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@Nite
ZITAT(Nite @ 7. Apr 2019, 13:34) *
Hinsichtlich der Rolle im Staatsgefüge ist der Vergleich sehr treffend. Hat Stefan Kotsch auch explizit drauf hingewiesen.


Na klar. Weil zuvor schon mal einer Truppe auf die Fahnen geschrieben wurde, hauptamtlicher Systembehüter zu sein, sind das noch lange nicht ähnliche Vereine. Und da waren die Nazis mit ihrer Waffen SS auch garantiert die ersten der Menschheitsgeschichte. Dieses rhetorische Nazi Element braucht dieses Diskussion in Meinen Augen nicht.

ZITAT
Wenn der Iran von Anti-Imperialismus spricht ist das ein klassischer Fall von Projektion bei der man anderen das vorwirft was man selber betreibt. Der Iran gehört mit Russland und China in die Reihe der Staaten die von alter imperialer Glorie träumen und versuchen das Rad der Geschichte zurückzudrehen.


In den 1950ern mit der zeitweiligen Verstaatlichung der iranischen Erdölindustrie, dem darauf folgenden CIA Coup (Ajax) zum Sturz der demokratisch gewählten Regierung Mossadegh und der Einsetzung eines dahergelaufenen Königs als Alleinherrscher im Stile eines US Protektorats (vgl. UAE, Saudi Arabien, Bahrain, Katar), hatte die islamische Revolution von 1979 eine ganz deutliche "anti-imperiale" Dimension.

Zum Symbol der Revolution wurde vom Mob keine Kirche oder Synagoge angezündet, sondern hier wurde einem Statthalter einer imperial getriebenen Großmacht vom iranischen Mob ein Arschtritt verpasst. Das Ereignis der Besetzung der US Botschaft überstrahlt dabei sogar in seiner Symbolkraft bis heute den Abflug der Pahlavis ins Exil und wirkt in den bilateralen Beziehungen mit den USA bis heute nach. Die Faszination iranischer Diplomatie für sozialistische Staatsführer wie Hugo Chavez, Evo Morales, Lula Da Silva, Fidel Castro, ...die zu komplett sinnfreien Propoaganda-Projekten-Von-Bruderstaaten führten, basieren auf dieser gemeinsamen anti-imperialistischen Selbstwahrnehmung.

Durchaus könnten wir uns an dieser Stelle darüber "streiten", ob die Unterstützung von Regionalstaaten auf Mandatsbasis der entsprechend verantwortlichen Regierungen in der argumentativen Schublade "einer imperiale Glorie nachheifern" überhaupt einzuordnen wäre. Iranische Unterstützung wurde explizit angefragt. Derartige Statements halte ich daher für nicht wesentlich sachlicher, als Deutschland "imperiale Politik" in Europa zu unterstellen wie man dies zuweilen aus England oder Griechenland vernimmt. Das sind Nebelkerzen. Nichts weiter.

ZITAT
Proxy-Armeen auf fremdem Territorium als Freiwilligkeit zu bezeichnen ist entweder der Gipfel des Zynismus oder schlicht und einfach realitätsfremd.


Der Syrienkrieg bestand, abgesehen von der SAA mit denen der Iran eng kooperierte, ausschließlich aus Proxy Armeen. Was genau hat der Iran hier im Speziellen vor allen anderen verbrochen?
Al-Kaida und ISIS mit Söldnern bekämpft? Oh nein, das ist ja furchtbar. Das würden andere niemals tun. hmpf.gif Den Iran hier am Schlafittchen auf die Anklagebank dafür zu setzen ist an lächerlicher Doppelmoral schwer zu übertreffen. Was genau wirft man dem Iran dabei vor? Einflussnahme auf der falschen Seite? Präsenz? Existenz? Das sind keine überzeugenden Punkte. Also gerade auch von der amerikanischen Anklageseite.

ZITAT
Hariri murder: UN tribunal issues arrest warrants


Apropos "chronische Unsachlichkeit in der Iran Debatte".. Wie zum Henker kommst Du darauf einen Bogen zum Harriri Attentat zu spannen? confused.gif

@Stefan Kotsch
ZITAT
Wenn die USA die Revolutionären Garden zur terroristischen Organisation erklären, dann haben sie damit also nicht die gesamten iranischen Streitkräften zur terroristischen Organisation erklärt, sondern explizit nur die Rev. Garden. Ansonsten hätten man beide Teile der "Verteidigungsstreitkräfte" benennen müssen, nämlich die Armee der Islamischen Republik UND das Korps der Revolutionswächter. Hat man aber offensichtlich nicht gemacht. Also wurde auch nicht DEN Streitkräften des Iran "der Krieg" erklärt, was an sich schon eine falsche Behauptung ist.


Es ist in der Konsequenz nicht so, dass sich die Ächtung auf die IRGC beschränkt, sondern auch in der Konsequenz transitiv auf jene bezieht, welche mit der "terroristischen" IRGC zusammenarbeiten. Diese sind damit automatisch ebenfalls geächtet. Das betrifft alleine im Iran den kompletten Staatsapparat, insbesondere den Sicherheitsapparat und geschätzte 2/3 der Wirtschaft. Also jetzt nur isoliert in der Binnensicht der Dinge. Reguläre Streitkräfte und Sepah sind auch wie gesagt beide (seit 1989) gemeinsam dem Ministerium für Verteidigung und Logistik (MODAFL) zentral unterstellt. Dessen aktueller Chef, also der Iranische Verteidigungsminister, ist ein Brigadegeneral der Regulären Streitkräfte. Gerade auch in Syrien wurden sowohl Kräfte der Regulären Streitkräfte als auch jene der IRGC eingesetzt. Auch bei dem häufig zitierten Konkurrenzkampf zwischen den beiden Streitkräften sind die in eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur und zentrale Befehlskette integriert. Die hängen da alle mit drin und dran.

@der_finne
ZITAT( @ 7. Apr 2019, 22:06) *
ZITAT
Gaddafi, Saddam, Assad...sind alle in die selbe Falle gelatscht.


Besonders glücklich ist ja der Zeitpunkt im Hinblick auf die NK Gespräche... Kim denkt sich bestimmt auch so seinen Teil.


NK hat sich systematisch eine Verhandlungsmasse aufgebaut und zwar die einzige die dessen Militärelite das Überleben sichert. Kim weiß dass er Atomwaffen hat und ihn zumindest die Chinesen, wohl selbst aus nationaler Verbundenheit nicht einmal die Südkoreaner, ihn bei einer Hungersnot/Naturkatastrophe sitzen lassen würden. Was soll da schon groß schiefgehen.

Im Gegenzug ist halt der Fluch seiner Situation, dass er seine Verhandlungsmasse (Raketen, Atomwaffen) nicht abgeben kann, weil er sich dann blank gespielt hat, also keine andere Verhandlungsmasse besitzt.

Die Situation erübrigt komplexere Ebenen der Diplomatie und Kooperation, die einen Interessensausgleich mit sich bringen, was bei einseitig aufkündbaren Verträgen des UN Sicherheitsrats (= DEN Großmächten) ohnehin keinerlei Wert mehr besitzt. Ein Vertragstext hat nur dann einen Wert, wenn alle Parteien sich an dessen Inhalt gebunden fühlen. Selbst auf sehr einfacher Verhandlungsebene basiert ein Deal zwischen Viehdieben auf der Einhaltung von Absprachen. In allen Fällen hilft die Drohung mit der Keule. Insofern wird Kim wahrscheinlich auf Zeit spielen und bis zum Sanktnimmerleinstag sich atomar seitwärts verhandeln. Ab und an vermittelnd, zur Aufgabe bereit zu sein, um es dann doch nicht zu tun.

Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 8. Apr 2019, 23:17


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Stefan Kotsch
Beitrag 9. Apr 2019, 11:12 | Beitrag #2753
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ZITAT(revolution @ 7. Apr 2019, 23:20) *
@Stefan Kotsch
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Wenn die USA die Revolutionären Garden zur terroristischen Organisation erklären, dann haben sie damit also nicht die gesamten iranischen Streitkräften zur terroristischen Organisation erklärt, sondern explizit nur die Rev. Garden. Ansonsten hätten man beide Teile der "Verteidigungsstreitkräfte" benennen müssen, nämlich die Armee der Islamischen Republik UND das Korps der Revolutionswächter. Hat man aber offensichtlich nicht gemacht. Also wurde auch nicht DEN Streitkräften des Iran "der Krieg" erklärt, was an sich schon eine falsche Behauptung ist.


Es ist in der Konsequenz nicht so, dass sich die Ächtung auf die IRGC beschränkt, sondern auch in der Konsequenz transitiv auf jene bezieht, welche mit der "terroristischen" IRGC zusammenarbeiten. Diese sind damit automatisch ebenfalls geächtet. Das betrifft alleine im Iran den kompletten Staatsapparat, insbesondere den Sicherheitsapparat und geschätzte 2/3 der Wirtschaft. Also jetzt nur isoliert in der Binnensicht der Dinge. Reguläre Streitkräfte und Sepah sind auch wie gesagt beide (seit 1989) gemeinsam dem Ministerium für Verteidigung und Logistik (MODAFL) zentral unterstellt. Dessen aktueller Chef, also der Iranische Verteidigungsminister, ist ein Brigadegeneral der Regulären Streitkräfte. Gerade auch in Syrien wurden sowohl Kräfte der Regulären Streitkräfte als auch jene der IRGC eingesetzt. Auch bei dem häufig zitierten Konkurrenzkampf zwischen den beiden Streitkräften sind die in eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur und zentrale Befehlskette integriert. Die hängen da alle mit drin und dran.


Ich hatte lediglich darfauf abgestellt, dass die Revolutionären Garden NICHT die Streitkräfte Irans an sich repräsentieren. Dem hattes Du auch nichts entgegenzusetzen. Wer mit wem und warum, das ist eine neue Geschichte.

Die WELT schreibt es eigentlich am besten formuliert auf, um was es geht. Da spar ich mir das. Irans-Revolutionsgarden-als-Terrororganisation-eingestuft -- WELT ->
"Doch vor allem sind die Garden ein innenpolitischer Machtfaktor. Sie besetzen zentrale Stellen im staatlichen Machtgefüge. . . und kontrollieren schätzungsweise ein Drittel der Volkswirtschaft. Hier setzt auch die neueste Maßnahme der USA an. Mit der Einstufung als Terrororganisation sind juristische Folgen verbunden, die auch für Unternehmen relevant sind, die in den USA Geschäfte machen."

Wie sinnvoll die besagte Maßnahme Trumps ist, darüber kann man gerne streiten. Ich selbst kann das alles kaum noch überblicken. Aber das Regime des Irans zu verteidigen, davon bin ich ganz weit entfernt.

Der Beitrag wurde von Stefan Kotsch bearbeitet: 9. Apr 2019, 11:16
 
Nite
Beitrag 9. Apr 2019, 15:57 | Beitrag #2754
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ZITAT(revolution @ 8. Apr 2019, 23:20) *
Der Syrienkrieg bestand, abgesehen von der SAA mit denen der Iran eng kooperierte, ausschließlich aus Proxy Armeen. Was genau hat der Iran hier im Speziellen vor allen anderen verbrochen?
Al-Kaida und ISIS mit Söldnern bekämpft? Oh nein, das ist ja furchtbar. Das würden andere niemals tun. hmpf.gif Den Iran hier am Schlafittchen auf die Anklagebank dafür zu setzen ist an lächerlicher Doppelmoral schwer zu übertreffen. Was genau wirft man dem Iran dabei vor? Einflussnahme auf der falschen Seite? Präsenz? Existenz? Das sind keine überzeugenden Punkte. Also gerade auch von der amerikanischen Anklageseite.

Wer derart lächerlichen Whataboutismus ins Feld führt muss sich wirklich nicht über Unsachlichkeit in der Debatte beschweren.
Vor allem beschränken sich die Tentakel der Revolutionsgarden keineswegs auf Syrien.

ZITAT(revolution @ 8. Apr 2019, 23:20) *
ZITAT
Hariri murder: UN tribunal issues arrest warrants


Apropos "chronische Unsachlichkeit in der Iran Debatte".. Wie zum Henker kommst Du darauf einen Bogen zum Harriri Attentat zu spannen? confused.gif

Terroranschläge wenn Personen im Zielland nicht so handeln wie Teheran es gerne hätte ist das genaue Gegenteil von "Freiwilligkeit".


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Beitrag 11. Apr 2019, 08:58 | Beitrag #2755
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ZITAT(Nite @ 9. Apr 2019, 16:57) *
ZITAT(revolution @ 8. Apr 2019, 23:20) *
Der Syrienkrieg bestand, abgesehen von der SAA mit denen der Iran eng kooperierte, ausschließlich aus Proxy Armeen. Was genau hat der Iran hier im Speziellen vor allen anderen verbrochen? Al-Kaida und ISIS mit Söldnern bekämpft? Oh nein, das ist ja furchtbar. Das würden andere niemals tun. hmpf.gif Den Iran hier am Schlafittchen auf die Anklagebank dafür zu setzen ist an lächerlicher Doppelmoral schwer zu übertreffen. Was genau wirft man dem Iran dabei vor? Einflussnahme auf der falschen Seite? Präsenz? Existenz? Das sind keine überzeugenden Punkte. Also gerade auch von der amerikanischen Anklageseite.


Wer derart lächerlichen Whataboutismus ins Feld führt muss sich wirklich nicht über Unsachlichkeit in der Debatte beschweren.
Vor allem beschränken sich die Tentakel der Revolutionsgarden keineswegs auf Syrien.


Dass ISIS und Al-Kaida Syrien und Irak militärisch besiegt wurden, ist maßgeblich auf den Iran und seine Alliierten zurückzuführen. Das bestreitet im Irak und Syrien jedenfalls niemand. Weder die amtierenden Regierungen, noch die bekämpften Terroristen. Insofern brauchen wir hier nicht anfangen, dies in einem über alles erhabenen Sesselfurzermodus umzudeuten.

Wenn ich in diesem konkreten Vorwurfskontext iranischer Militärpräsenz daran erinnere, dass Saudi Arabien, Katar, Türkei, Israel und die USA eben jene Al-Kaida mit Waffen, Medizin, Kommunikationsmitteln und Intel versorgt haben, um Syrien und Irak aufzuspalten, dann ist das kein Whataboutism sondern die Benennung der Ursache. Diese Staaten haben sich mit den Terroristen ins Bett gelegt, um die betreffenden Länder zu destabilisieren, um ihren Einflussbereich in eine Zone zu erweitern, die bereits längst im Einflussbereich des Iran gewesen ist. Wohl in Kauf nehmend, dass bei dieser Brandstifterei die Lebensgrundlage von hunderttausenden zerstört wird, nur um schlichtweg geopolitische Ziele zu erreichen, unabhängig von der Wahl der Werkzeuge. Dies hat auch die ganze Flüchtlingskrise ausgelöst. Dies unter den Tisch zu kehren und durch Iran-Bashing davon abzulenken, wäre was ich unter "lächerlichem Whataboutism" verstehe.

https://www.bbc.com/news/av/world-middle-ea...ise-syria-visit

Der Gipfel der Lächerlichkeit ist in diesem Zusammenhang die Rechtskräftige Verurteilung des Iran für das Attentat von 9/11 vor einem US Gericht als Grundlage zur Enteignung von iranischen Eigentum. Wohlgemerkt für ein eindeutig salafistisch motiviertes Attentat bei dem 17 der 19 Attentäter aus Saudi Arabien stammten. Die USA verarschen sich und ihre Bürger selbst und die Brandmarkung des Irans als DEN Bösewicht ist politisch motiviert im Sinne Israels und der Saudischen Petrodollars. Das hilfst überhaupt nicht dabei, die Probleme konstruktiv zu lösen. Der Darstellung, dass der Iran einen negativen Einfluss auf seine Nachbarn habe, fehlt daher schon im Ansatz ein glaubwürdiges Gegenkonzept.

ZITAT
Terroranschläge wenn Personen im Zielland nicht so handeln wie Teheran es gerne hätte ist das genaue Gegenteil von "Freiwilligkeit".


Zum Thema "Freiwilligkeit". Bei der Hisbollah sprechen wir von einer Partei der amtierenden libanesischen Regierungskoalition. Bei der letzten demokratischen Wahl im Libanon im Jahr 2018 wurde die Hisbollah stärkste Kraft. Wenn dieser Partei/Miliz auf internationaler Bühne vorgeworfen wird in das Attentat auf den libanesischen Politiker saudischer Natioalität Harriri Sen. im Libanon verwickelt zu sein, dann ist das immer noch ein libanesisches Ding und kein "Iranischer Terroranschlag". “The State of Israel will not differentiate between the sovereign State of Lebanon and Hezbollah, and will view Lebanon as responsible for any action from within its territory,” - Naftali Bennett, Politiker aus der Regierungskoalition in Israel und dort u.a. ehem. Minister für Wirtschaft und Handel, für Religionsangelegenheiten sowie für Diasporaangelegenheiten und Jerusalem

Der Beitrag wurde von revolution bearbeitet: 11. Apr 2019, 09:08


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