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5. May 2026, 17:00 | Beitrag
#1
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Feldwebel Beiträge: 349 Gruppe: Members Mitglied seit: 08.04.2022 |
Schutzwesten gehören seit etwa 50 Jahren zur Standardausrüstung von Infanteristen.
Zunächst nur als Splitterschutzwesten in der Vietnam-ära bei der US Army, dann zunehmend als Westen die selbst Gewehrfeuer (bei entsprechden Schutzniveau und Gewicht) standhalten können. Für einen heute so selbstverständlichen Ausrüstungsgegenstand, ähnlich bedeutsam wie Stiefel und Gewehr oder Tarnbekleidung gibt es im Netz zwar hunderte Meinungsartikel und "gefühlte Lagen" aber kaum belastbare Daten zu den u.g. Fragen. Hier soll es also weniger um Westentypen, Schutzniveaus und Technologie gehen, sondern mehr um das Große Ganze. Da sich hier im Forum für jedes noch so kleine Teilthema ein Experte findet, bin ich überzeugt, dass sich Kundige finden werden. 1. Gibt es Statistiken die Aussagen treffen, um welchen Anteil tödliche Verletzungen durch Schutzwesten gesunken sind, gegliedert nach Splitter und Schusswunden? 2. Gibt es Daten die dafür oder dagegen sprechen, dass mit Schutzwesten die Schwere und Menge von zu behandelnden Verletzungen an Armen/Beinen/Gesicht zunehmen, die früher nicht behandelt/erfasst wurden, weil der Verwundete an schweren Torsoverletzungen verstarb? 3. Physiologie: Gibt es Daten, wie stark die Leistungsfähigkeit eines Infanteristen durch das zusätzliche Gewicht und Hitzestau sinkt? 4. Psychologie: Gibt es psychologische Forschung, ob gar die Risikobereitschaft eines Infanteristen mit Schutzweste steigt oder durch Schutzwesten andere positive psychische Effekte entstehen? 5. Gibt es Daten oder Empfehlungen bei den Militärs dieser Welt, was für einen Infanterist in vordester Front besser ist: Nur notwendiges Schutznivau, Platten ja, aber kein Seitenschutz, Schulterschutz, Nacken und Halsschutz ODER volles Programm: Hals, Nacken, Unterleib, Seitenschutz 6. Wird die ballistische Vollschutzweste irgendwann obsolet, weil Kaliber und Munition gezielt entwickelt werden, um Westen zu durchschlagen? (Der Trend gheht ja auch u.a. deswegen wieder zu 7,62 bzw. allgemein größeren Kalibern). Wie oben bereits erwähnt: Diese Fragen werden im Netz häufig diskutiert, aber nur sehr selten mit Daten unterstützt. |
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5. May 2026, 17:29 | Beitrag
#2
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Major Beiträge: 6.614 ![]() Gruppe: VIP Mitglied seit: 14.11.2010 |
Da gibt es derart viele Studien, dass es eher schwer ist, da was Übersichtliches zu finden.....
The effect of body armor on saving officers' lives: An analysis using LEOKA data The Influence of Body Armor on Balance and Movement Quality The immediate and prolonged effects of military body armor on the relative timing of thorax and pelvis rotations during toe-touch and two-legged squat tasks .....um mal eine 10sec Google Suche darzustellen. Gerade zu Punkt 1 und 2 gibt es haufenweise Studien, aber auch Punkt 3 ist immer wieder untersucht worden. Punkt 4 ist etwas schwieriger, gibt es aber auch unterschiedliche Studien dazu. The Psychology of Protection: How Body Armor Affects Mental Health in High-Risk Professions Zu Punkt 5 gibt es verschiedene SOP und TL wie Streitkräfte ihre Schutzausrüstung sehen und anwenden. Da es aber derart viele verschiedene Bezugspunkte gibt wird es da immer wieder unterschiedliche Empfehlungen und Lösungen geben, auch je nachdem, in welchem Szenario du das betrachtest. Da dürfte es keine einheitliche Meinung geben eher nur Trends. Zu Punkt 6: Nein, definitiv wird Schutzausrüstung in absehbarer Zeit nicht obsolet. Die Hauptbedrohung sind nach wie vor Blast und Splitterwirkung. Infanteriewaffen sind eher die Bedrohung in IKM oder Law Enforcement, und da hat man auch andere Ansprüche und Möglichkeiten. Auch das wird je nach Kriegsszenario oder Einsatz anders gewichtet durch die Zeitlinien und verschiedene Konflikte. Aussagen kann man schon ganz gut nit Daten unterstützen (wurde hier im Forum auch öfter mal gemacht), aber es kommt auch extrem darauf an, was du überhaupt möchtest, wie die Ausbildung deiner Truppen ist, wie deren Taktik ist und was man als jeweilige Hauptbedrohung ansieht und welchen Part auf dem Gefechtsfeld du dir anschaust. Komplexe Probleme haben selten einfache Antworten. Der Beitrag wurde von Forodir bearbeitet: 5. May 2026, 17:33 -------------------- Niemand hat gesagt das es Spaß machen muss!
“You have attributed conditions to villainy that simply result from stupidity.” |
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5. May 2026, 18:01 | Beitrag
#3
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Feldwebel Beiträge: 349 Gruppe: Members Mitglied seit: 08.04.2022 |
Danke! Ich lese jetzt erstmal und verdaue den Input!
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5. May 2026, 18:33 | Beitrag
#4
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Feldwebel Beiträge: 349 Gruppe: Members Mitglied seit: 08.04.2022 |
Mhh, nicht ganz das was ich suche, aber ein Anfang.
Hier die kurze und grobe Zusammenfassung Deiner Links: Kernausage: 76% mehr Polizisten überleben Schusswunden in den Torso mit Schutzwesten als ohne Schutzweste. Ansonsten nicht viel mehr. Bezug ausschließlich auf Polizei. Da kommen aber Handgranaten und Artillerie eher selten vor. Gesucht wird die Letalitätsrate mit/ohne Weste beim Militär. Studie zu a) Bewegungsfreiheit mit/ohne Weste (Ergebnis: Weste schränkt erheblich ein, ach was...) b) dauerhafte medizinische Auswirkungen von einem langen Tragen der Weste (Bewegungsspielraum der Schultern und Torsomuskulatur/stabilität reduziert sich dauerhaft (das war mir neu) c) Es entstehen mehr Belastungsverletzungen durch das Gewicht der Weste (ohne Angabe von Quantität) Interessantestes Ergebnis: Westen bis ca 5 kg führen in Tests zu keinerlei messbaren Einschränkungen oder Leistungsabnahme. Das ist schon ein sehr spezielles Teilgebiet ohne große Relevanz für das Gesamtthema. Eine "Customarmourgroup" stellt ohne Datenevidenz fest, dass a) die Weste ein Sicherheitsgefühl gibt b) sie andereseits auch psychologische Belastung und Stress durch Gewicht, Unbeweglichkeit, Unvermögen bestimmte Bewegungen durchzuführen erzeugt.. Conclusio ist wohl, dass man sich eine indiviuduell angepasste Weste bei ihnen kaufen soll... Zu Punkt 5 gibt es verschiedene SOP und TL wie Streitkräfte ihre Schutzausrüstung sehen und anwenden. Da es aber derart viele verschiedene Bezugspunkte gibt wird es da immer wieder unterschiedliche Empfehlungen und Lösungen geben, auch je nachdem, in welchem Szenario du das betrachtest. Da dürfte es keine einheitliche Meinung geben eher nur Trends. Mein Szenario ist: Hochintensiver Peer to Peer Konflikt, vorderste Linie Infanterie, westliche Ausrüstung ohne Technologie- oder Budgetrestriktionen. Man könnte jetzt vielleicht noch unterscheiden, ob statisch defensiv oder Angriff. Aber auch in der Defensive sollte man beweglich sein. Zu Punkt 6: Nein, definitiv wird Schutzausrüstung in absehbarer Zeit nicht obsolet. Die Hauptbedrohung sind nach wie vor Blast und Splitterwirkung. Infanteriewaffen sind eher die Bedrohung in IKM oder Law Enforcement, und da hat man auch andere Ansprüche und Möglichkeiten. Auch das wird je nach Kriegsszenario oder Einsatz anders gewichtet durch die Zeitlinien und verschiedene Konflikte. Mich irritiert nur, dasss immer wenn es um (neue) Gewehre oder sogar MP geht, in den Ausschreibungen oder Herstellerbeschreibung ein sicherer Durchschuss auch durch die schweren Westen gefordert oder angepriesen wird. Was bringt dann die Weste? Aussagen kann man schon ganz gut nit Daten unterstützen (wurde hier im Forum auch öfter mal gemacht), aber es kommt auch extrem darauf an, was du überhaupt möchtest, wie die Ausbildung deiner Truppen ist, wie deren Taktik ist und was man als jeweilige Hauptbedrohung ansieht und welchen Part auf dem Gefechtsfeld du dir anschaust. Komplexe Probleme haben selten einfache Antworten. Ist klar! Aber nach 20 Jahren weit verbreiteten Schutzwestengebrauch muss es doch Erkenntnisse geben, z.B. ab wann Gewicht und Nutzen nicht mehr in Realation steht, welche Körperbereiche unbedingt geschützt werden müssen und welche nicht, ob es mehr überlebende Schwerstverletzte mit Arm und Beinverletzungen gibt usw. Und mit Erkenntnisse meine ich nicht Frrontberichte sondern harte wissenschaftliche Studien bzw. Statistiken. Und Armeen neigen dazu jede Kleinigkeit zu regulieren. Was ist also die Vorgabe: Alles draufpacken was es an Schutzpaketen gibt, oder nur das Nötigste? Der Beitrag wurde von Tankman bearbeitet: 5. May 2026, 19:18 |
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5. May 2026, 23:32 | Beitrag
#5
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Hauptmann Beiträge: 3.557 Gruppe: Members Mitglied seit: 15.04.2022 |
Wenn jemand zu dem Thema Daten hat und auswertet, dann die US Armee, die permanent in Konflikte verstrikt war. also mal beim US Sanitätscorp suchen.
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6. May 2026, 08:28 | Beitrag
#6
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Divisionär Beiträge: 13.980 ![]() Gruppe: Moderator Mitglied seit: 10.09.2003 |
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1. Gibt es Statistiken die Aussagen treffen, um welchen Anteil tödliche Verletzungen durch Schutzwesten gesunken sind, gegliedert nach Splitter und Schusswunden? Es gibt Statistiken mit Annahmen dazu. https://wheelessonline.com/userfiles/19-1-1...rce=chatgpt.com. Jedenfalls ist die Anzahl der Schussverletzungen ganz massiv gesunken gegenüber Verletzungen aufgrund von Explosionen. 2. Gibt es Daten die dafür oder dagegen sprechen, dass mit Schutzwesten die Schwere und Menge von zu behandelnden Verletzungen an Armen/Beinen/Gesicht zunehmen, die früher nicht behandelt/erfasst wurden, weil der Verwundete an schweren Torsoverletzungen verstarb? Ja, gibt es. https://academic.oup.com/milmed/article/187...198?login=false; https://www.researchgate.net/publication/12...ban_Battlefield Schutzwesten reduzieren tödliche Torsoverletzungen zugunsten überlebbarer Extremitätenverletzungen. 3. Physiologie: Gibt es Daten, wie stark die Leistungsfähigkeit eines Infanteristen durch das zusätzliche Gewicht und Hitzestau sinkt? Ja, gibt es. Die Leistungsfähigkeit sinkt klar bei starker zusätzlicher Belastung (z.B. 17kg Weste). https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23198506/; https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC54...rce=chatgpt.com 4. Psychologie: Gibt es psychologische Forschung, ob gar die Risikobereitschaft eines Infanteristen mit Schutzweste steigt oder durch Schutzwesten andere positive psychische Effekte entstehen? Direkte belastbare Forschung „Infanterist mit Weste wird risikofreudiger“ habe ich nicht gefunden. Es gibt immer auch noch die Möglichkeit einen Treffer ins Gesicht oder in die ungeschützten Extremitäten zu erhalten, aber ja, wenn man besser geschützt ist, wird man sich etwas besser fühlen. Das es die Risikobereitschaft massgeblich beeinflusst glaube ich weniger. Krieg ist so oder so sehr furchteinflössend. Da spielen andere Dinge (Alter, Kampferfahrung, Zeit im Feld etc. sicher eine grössere Rolle) 5. Gibt es Daten oder Empfehlungen bei den Militärs dieser Welt, was für einen Infanterist in vordester Front besser ist: Nur notwendiges Schutznivau, Platten ja, aber kein Seitenschutz, Schulterschutz, Nacken und Halsschutz ODER volles Programm: Hals, Nacken, Unterleib, Seitenschutz Ja, es gibt Studien dazu. Es kommt halt auf das Umfeld darauf an. Je intensiver die Kriegsführung, desto wichtiger ein hohes Schutzniveau. Bei langen Fußmärschen, Hitze, Häuserkampf und hoher Bewegungsanforderung können Zusatzteile jedoch die Überlebenschance indirekt senken. Aus diesem Grund wird das Schutzniveau mittlerweile ja auch missionsbedingt festgelegt und der Körperschutz ist modular aufgebaut. 6. Wird die ballistische Vollschutzweste irgendwann obsolet, weil Kaliber und Munition gezielt entwickelt werden, um Westen zu durchschlagen? (Der Trend geht ja auch u.a. deswegen wieder zu 7,62 bzw. allgemein größeren Kalibern). - Nein, eher ein permanentes Wettrüsten. Panzerung wird nicht obsolet. - Grössere Kaliber bedeuten mehr Gewicht, Rückstoss und weniger Munition — also keine einfache "Weste ist erledigt"-Entwicklung. - 5,56mm NATO hat ich in bewährt, zuletzt im Ukrainekrieg und bleibt wohl Standard. 7,62mm ergänzt dazu, v.a. bei DMR und MG's, dazu werden neue Kaliber getestet Der Beitrag wurde von Glorfindel bearbeitet: 6. May 2026, 08:33 -------------------- WHQ-forum.de - der FlakPz Gepard unter den Foren für Militär und Sicherheitspolitik!
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6. May 2026, 08:39 | Beitrag
#7
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Divisionär Beiträge: 13.980 ![]() Gruppe: Moderator Mitglied seit: 10.09.2003 |
Mich irritiert nur, dasss immer wenn es um (neue) Gewehre oder sogar MP geht, in den Ausschreibungen oder Herstellerbeschreibung ein sicherer Durchschuss auch durch die schweren Westen gefordert oder angepriesen wird. Was bringt dann die Weste? (...) - Militärs fordern Durchschlagsleistung, weil gerade weil Gegner Westen trägt und diese wirksam sind – das ist ein Wettrüsten, kein Beweis für Nutzlosigkeit der Weste. - „Durchschlägt Schutzwesten“ gilt nur für bestimmte Kombinationen aus Munition, Distanz und Plattentyp – kein System ist absolut. - Viele Geschosse/Splitter treffen gar nicht die Platte, und gegen Splitter (häufigste Verwundungsursache) wirken Westen sehr gut. Selbst wenn eine Platte nicht komplett stoppt, reduziert sie oft Energie und Verletzungsschwere – aus tödlich wird überlebbar. - Marketing/Anforderungsformulierungen von Munition und die tatsächliche Schutzwirkung von Westen im Gefecht sollten nicht miteinander vermischt werden. Auch wenn bestimmte Waffen/Patronen Westen durchschlagen können, bleiben Westen extrem sinnvoll. -------------------- WHQ-forum.de - der FlakPz Gepard unter den Foren für Militär und Sicherheitspolitik!
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6. May 2026, 08:51 | Beitrag
#8
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Major Beiträge: 9.193 ![]() Gruppe: Members Mitglied seit: 25.10.2009 |
Und ist geht ja nicht um "Durschlagen ja/nein" sondern "Durchschlagen auf welche Entfernung".
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6. May 2026, 09:42 | Beitrag
#9
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Hauptmann Beiträge: 2.841 Gruppe: Members Mitglied seit: 08.05.2022 |
Meine Erfahrung aus sechs Monaten Kosovo mit einer ca. 15 Kilogramm schweren Weste ist, dass Üben übt bzw. das regelmäßige Tragen der Weste zu einem Gewöhnungseffekt führt, der sogar noch einige Jahre nachwirkt. Während der Einsatzvorbereitung im zweiten und dritten Quartal 1999 hatten wir nur Splitterschutzwesten an. Die waren ja relativ leicht und flexibel. Als wir dann im Einsatz die Schutzwesten bekamen, war das eine Umstellung im Handling und für den Körper. Wir hatten alle die ersten 14 Tage Muskelkater und Schmerzen und natürlich mit Bewegungs-einschränkungen zu kämpfen. Nach fünf Monaten sind wir mit den Dingern gerannt und hatten die auch im nu an. Aus den Fahrzeugen abzusitzen, war immer noch schwierig. Der Unterleibschutz war nur selten dran.Wir hatten allerdings auch nur selten mehr als Helm, Waffe, Wasser und SEM70 auf Streife dabei. Als dann die neue Schießausbildung anfing, hatte ich nach mehren Jahren Pause weniger Probleme als Kameraden, die noch nie eine Weste anhatten. Ich habe letztens in einer Reportage den Vergleich eines Ritter-Reeanactors mit einem modern ausgestatteten Soldaten auf einer Hindernisbahn gesehen. Der Ritter hat gewonnen. Da saß alles super, war besser verteilt und der war gut trainiert. Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann hätte ich gerne eine flexible Weste nach Art einer Schuppenpanzerung.
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6. May 2026, 10:26 | Beitrag
#10
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Major Beiträge: 5.614 Gruppe: Members Mitglied seit: 22.03.2003 |
ZITAT Mein Szenario ist: Hochintensiver Peer to Peer Konflikt, vorderste Linie Infanterie, westliche Ausrüstung ohne Technologie- oder Budgetrestriktionen. ... Ist klar! Aber nach 20 Jahren weit verbreiteten Schutzwestengebrauch muss es doch Erkenntnisse geben, z.B. ab wann Gewicht und Nutzen nicht mehr in Realation steht, welche Körperbereiche unbedingt geschützt werden müssen und welche nicht, ob es mehr überlebende Schwerstverletzte mit Arm und Beinverletzungen gibt usw. Und mit Erkenntnisse meine ich nicht Frrontberichte sondern harte wissenschaftliche Studien bzw. Statistiken. Und Armeen neigen dazu jede Kleinigkeit zu regulieren. Was ist also die Vorgabe: Alles draufpacken was es an Schutzpaketen gibt, oder nur das Nötigste? Dieses Szenario gab es aber, außer vielleicht im Irak-Iran Krieg, seit WW2 praktisch nicht. Zumindest nicht in großem Umfang. Jetzt, mit dem Ukrainekrieg, sollte es ordentlich Verletzungsstatistiken geben. Auffällig ist auf jeden Fall, wie überaus wichtig Tourniquets geworden sind. Und von Infanterie weiterhin Schutzwesten als wichtig erachtet werden. Das würde darauf hindeuten, dass Schutzwesten auch in diesem Krieg gut wirken und sinnvoll vor Verletzungen schützen können. |
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6. May 2026, 11:32 | Beitrag
#11
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Feldwebel Beiträge: 349 Gruppe: Members Mitglied seit: 08.04.2022 |
Wow, jede Menge Input. Danke!
Da ich auf fast alles eingehen möchte, würde das auf eine Multiquote-orgie hinauslaufen. Also fasse ich mich kurz. @Salzgraf: Die US Army war auch meine erste Anlaufstelle bei der Datensuche. Da gibt es viel, aber das meiste was ich fand war wirklich sehr kleinteilig und kaum hilfreich. @ Glorfindel: Wie immer bist Du ein valider Antwortenautomat. Manchmal denke ich Du bist die WHQ-KI Dein erster Link ist genau das was ich gesucht habe und bestätigt meine allgemeinen Annahmen mit Zahlen. Dabei sind die Zahlen so eindeutig, dass keine Unschärfe mehr bleibt. Insgesamt sehr gute Quellen. Zu 4. (Psychologie): Ich ging auch davon aus, dass sich keiner durch die Weste für unverwundbar hält und daher mehr Risikien eingeht. Es gibt immer noch genug, was Aua macht und Angst bereitet. Hier wäre ein sehr interessantes anderes Thema, was Soldaten dazu bringt, hptsl. im Angriff "furchtlos" vorzugehen. Kameradschaft, Drill und Erfahrung sind wichtige Punkte dabei und im Negativbeispiel auch Fanatismnus und Ideologie. Wäre ein eigenes Thema wert. Zu 6.: Durchschlagsleistung / Obsoleszenz von Westen in der Zukunft: Da bin ich noch nicht ganz überzeugt. Mehr dazu unten. @ Elbroewer: Das "Ritter" vs "Infanterist" Video kenn ich auch. Sehr gut. Es wurde in diversen HEMA Kreisen ausführlich diskutiert.. Die Rüstung ist zwar schwerer, aber das Gewicht verteilt sich auf den gesamten Körper und in der Regel ist die Plattenrüstung durch die individuelle Anpassung und mehr Gelenke deutlich beweglicher. Dein Erfahrungsbericht zeigt mal wieder, dass Training alles ist. Auch wenn man die Belastung und die Einschränkungen durch Training ausgeleichen kann, zeigt die zweite Studie in Forodirs Beitrag, dass die Belastung durch die Weste generell zu mehr Ermüdungsbrüchen, Muskelverletzungen usw. führt und auch nach dem Ablegen der Weste für einige Jahre medizinische Probleme bestehen bleiben bzw. auch eingelernte Bewegungsmuster bestehen bleiben. Schuppenpanzerung meinst Du / kennst Du "Dragonscale" ? @ all: Anhand der Studien und Links lassen sich folgende grobe Aussagen treffen: 1. Sind tödliche Verletzungen durch Schutzwesten gesunken? > Ja, insgesamt drastisch (je nach Konflikt den man als Vergleich heranzieht und Art der Waffeneinwirkung um bis zu 90 %) 2. Nehmen mit Schutzwesten die überlebbaren Verletzungen an den Extremitäten zu? > Ja, die Anzahl der Verletzungen an Armen und Beinen sowie notwendige Amputationen sind enorm gestiegen, weil a) Helm und Weste die tödliche Torsoverletzung verhindern und b) die Rettungskette sich enorm verbessert hat. 3. Physiologie: Wie stark sinkt die Leistungsfähigkeit eines Infanteristen durch das zusätzliche Gewicht? Ja> Je nach Gewicht der Weste, körperlicher Beanspruchung, Klima und sonstigem Gepäck was man mitschleppen muss. Je nachdem wie man "Leistungsfähigkeit" definiert (Ausdauer, Geschicklichkeit etc.) und welche Bewegungsabläufe gefordert sind (Sprint, Marsch, Klimmzüge,"Gleiten", Gewichte tragen / anheben), kann man grob vereinfacht sagen, dass mit einer 18 kg Weste und entsprechendem Training im Tragen folgende Einschränkungen entstehen: Nur noch 30-50% der Laufleistung in Distanz bzw. Dauer bei Sprint/ Langstreckenlauf. Nur noch 0%-30% der Wiederholungen bei Klimmzügen. Beweglichkeit sinkt um 20-40% (je nachdem was und wie man misst, also z.B. Schulterbeweglichkeit, Abrollvermögen bei Stürzen etc.) Bergen von verwundeten Kameraden z.T. enorm erschwert und durch Einzelsoldaten über Distanz kaum noch machbar (Hier wurde von einer Häufung von Rückenverletzungen z.B. Bandscheibenvorfällen gesprochen, insbesondere beim Bergen per Schultertragegriff.) Ob das Sinken der Beweglichkeit und des Leistungsvermögens vermehrt zu Verwundungen führt, weil man es nicht mehr rechtzeitig in eine Deckung schafft, oder einfach ausgepowert ist, ist eine Studie, die vsl. nie erstellt werden kann. Die Daten dürften nur äußerst schwierig zu beschaffen sein. Auch der erhöhte Wasserbedarf bei Westenträgern ist nachvollziehbar und hat Auswirkungen auf Logistik bzw. bringt weiteres Gewicht mit sich und führt zum schnelleren Leistungsverlust, wenn der Nachschub nicht möglich ist. 4. Psychologie: Gibt es psychologische Forschung, ob die Risikobereitschaft eines Infanteristen mit Schutzweste steigt oder durch Schutzwesten andere positive psychische Effekte entstehen? Studienlage bislang nicht ausreichend. Vermutungen und Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass es positive psychologische Auswirkungen hat, aber vsl. nur im geringen Umfang. Vermutung: Vorallem unerfahrene Soldaten dürften sich durch die Westen sicherer fühlen, zumindest ging es mir so. 5. Welches Schutzpaket ist nötig bzw ratsam. Missionsbezogen. Extremfälle: Fernspäher werden eher gar keine Weste mitführen. PzGren im Sturmangriff: Torsoschutz mit Platte vorne und hinten Häuserkampf gegen isolierten und unterlegenen Gegner ohne lange Standdauer des Soldaten, da schnelle Rotation: Alles was tragbar ist. 6. Wird die ballistische Vollschutzweste irgendwann obsolet? Hier ist die Datenlage bislang nur eine "Meinungslage". Splitterschutz wird immer aktuell bleiben und stelltt auch die Hauptbedrohung dar, das ist wohl gesetzt. Zur Zeit scheint die schwere Weste mit Platten die Oberhand zu haben. Allerdings treffen nur 30% der Schussverletzungen die Platten, wo sie aber widerum ziemlich tödlich wären. Der Trend geht zu Kalibern und Munition die auch die Platten auf normale Kampfentfernung durchlagen können. Eine weitere Gewichtssteigerung der Westen wäre nicht mehr zu vertreten. Es wird darauf ankommen, ob bei der Platte Stahl und Keramik durch bessere Materialien erstezt werden können (eher unwahrscheinlich), ob eine neue Materialkombination/Struktur der Platten entwickelt werden kann (schon eher möglich) oder ob es ein neues Fasermaterial (z.B. synthetische Spinnenseide) geben wird, mit drastisch erhöhten Schutzeigenschaften bzw reduziertem Gewicht. Folgende Trends sind erkennbar: - mit 18-20 kg ist das maximal vertretbare Gewicht von Westen erreicht, wobei hier schon erhebliche ergonomische Einschränkungen entstehen - Westen mit einem Gewicht von max. 5 kg wären medizinisch und ergonomisch ideal, bringen aber bestenfalls einen leichten Splitterschutz des Torsos - Konzentration des Vollschutzes auf Brust und Rücken - Durchschlagsleistung bei neuen Handwaffen / Munition wird gegen Schutzwesten optimiert und sich steigern (das alte Hase/Igel Spiel) - Verletzungen durch Schusswaffen gehen insgesamt zurück, weil IED, Drohnen und sehr genaue Artillerie die Hauptkiller sind - die Hauptbedrohung "Splitter" nimmt also zu, wird aber durch die Weste auch künftig gut gekontert - stark zunehmend (vorallem durch Drohnen und IED) ist die Bedrohung durch Blast, gegen die die Weste nicht hilft Eine mögliche Entwicklung (bei gleicher Schutztechnologie) könnte sein, dass man den Schutz vor Projektilen zurückfährt und eher den Splitterschutz durch "Arm- und Beinschienen" erhöht bzw. den Schutz an den Extremitäten verbessert oder insgesamt das Gewicht aber auch das Schutzniveau der Westen absenkt. Der Beitrag wurde von Tankman bearbeitet: 6. May 2026, 11:44 |
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6. May 2026, 14:33 | Beitrag
#12
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Hauptmann Beiträge: 2.841 Gruppe: Members Mitglied seit: 08.05.2022 |
@ Tankman Nein, kannte ich nicht. Danke für die Info.
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6. May 2026, 14:55 | Beitrag
#13
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Major Beiträge: 5.614 Gruppe: Members Mitglied seit: 22.03.2003 |
ZITAT 1. Sind tödliche Verletzungen durch Schutzwesten gesunken? > Ja, insgesamt drastisch (je nach Konflikt den man als Vergleich heranzieht und Art der Waffeneinwirkung um bis zu 90 %) 2. Nehmen mit Schutzwesten die überlebbaren Verletzungen an den Extremitäten zu? > Ja, die Anzahl der Verletzungen an Armen und Beinen sowie notwendige Amputationen sind enorm gestiegen, weil a) Helm und Weste die tödliche Torsoverletzung verhindern und b) die Rettungskette sich enorm verbessert hat. Wahrscheinlich kennen den Vergleich hier alle schon. Aber genau so hat es sich auch bei der Einführung der echten Gefechtshelme im WW1 Verhalten. |
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6. May 2026, 16:03 | Beitrag
#14
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Major Beiträge: 6.614 ![]() Gruppe: VIP Mitglied seit: 14.11.2010 |
Mhh, nicht ganz das was ich suche, aber ein Anfang. Hier die kurze und grobe Zusammenfassung Deiner Links: Mein Punkt war eher, dass es einen Haufen Quellen gibt, die man sichten müsste. Ich habe eben nicht wirklich lange und tief gesucht, sondern eine oberflächliche Suche ergab das von mir gepostete Ergebnis. -------------------- Niemand hat gesagt das es Spaß machen muss!
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7. May 2026, 00:48 | Beitrag
#15
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Unteroffizier Beiträge: 68 Gruppe: Members Mitglied seit: 30.11.2021 |
Ohne jetzt konkret was beitragen zu können, muss man bei diesem Thema auch den "Survivorship Bias" im Hinterkopf haben. Wenn man zum Beispiel die Zahlen aus Lazaretten analysiert muss man bedenken dass dort nur Lebende eingeliefert werden. Das kann zu Verzerrungen führen.
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7. May 2026, 16:14 | Beitrag
#16
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Feldwebel Beiträge: 349 Gruppe: Members Mitglied seit: 08.04.2022 |
Der "Survivorship Bias" ist in allen oben verlinkten Studien ganz gut berücksichtigt gewesen.
Allerdings ist es (sprachlich) nicht ganz einfach Fragestellungen zu formulieren, die das berücksichtigen, ohne Satzungetüme zu bauen. Beispielsweise ist die Frage, ob durch Westen Verletzungen an Armen und Beinen zunehmen schon implizit mit "Survivorship Biass" zu verstehen.... Nochmal eine Frage an die Aktiven: Bei einigen Studien mit medizinischen Betrachtungen des Tragens von Westen, bin ich auf die mir noch weitgehend unbekannte Thematik gestoßen, dass : a) es Verletzungsrisiken und Ermüdungsverletzungen mit sich bringt Westen zu tragen b) Bewegungsabläufe und Muskelgruppen "falsch" trainiert werden und man einige Zeit (Monate bis Jahre) braucht, bis der alte Zustand wieder hergestellt ist. Folgerichtig müsste es für das Tragen von Westen ein sportmedizinisches Training geben, also beispielsweise für Rekruten ein langsames Steigern des Gewichts bis auf Vollschutz mit entsprechenden Trainingseinheiten und nach Einsätzen bei denen sehr lange schwere Westen getragen wurden eine Art medizinisches Ausgleichstraining als "Debriefing". Mir ist nicht bekannt, dass es sowas gibt. Wisst ihr da mehr? In meiner Grundi war es noch so, dass wir ab Tag 1 alles draufgepackt bekamen was ging (außer Munition) und man ohne große Steigerungskurve gleich das volle Programm mit HiBa und allem drum und drann durchzog. Wir hatten allerdings damals nur die relativ leichten Splitterschutzwesten mit so ca 8-10 kg. Der Beitrag wurde von Tankman bearbeitet: 7. May 2026, 16:18 |
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7. May 2026, 17:16 | Beitrag
#17
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Major Beiträge: 6.614 ![]() Gruppe: VIP Mitglied seit: 14.11.2010 |
Nochmal eine Frage an die Aktiven: Bei einigen Studien mit medizinischen Betrachtungen des Tragens von Westen, bin ich auf die mir noch weitgehend unbekannte Thematik gestoßen, dass : a) es Verletzungsrisiken und Ermüdungsverletzungen mit sich bringt Westen zu tragen b) Bewegungsabläufe und Muskelgruppen "falsch" trainiert werden und man einige Zeit (Monate bis Jahre) braucht, bis der alte Zustand wieder hergestellt ist. Folgerichtig müsste es für das Tragen von Westen ein sportmedizinisches Training geben, also beispielsweise für Rekruten ein langsames Steigern des Gewichts bis auf Vollschutz mit entsprechenden Trainingseinheiten und nach Einsätzen bei denen sehr lange schwere Westen getragen wurden eine Art medizinisches Ausgleichstraining als "Debriefing". Mir ist nicht bekannt, dass es sowas gibt. Wisst ihr da mehr? In meiner Grundi war es noch so, dass wir ab Tag 1 alles draufgepackt bekamen was ging (außer Munition) und man ohne große Steigerungskurve gleich das volle Programm mit HiBa und allem drum und drann durchzog. Wir hatten allerdings damals nur die relativ leichten Splitterschutzwesten mit so ca 8-10 kg. Man geht da schon inzwischen etwas langsamer und gezielter in der Ausbildung dran, früher war das eher von der Erfahrung der Ausbilder abhängig (oder ob sie besonders "hart" sein wollten), aber inzwischen gibt es da bereits Trainingspläne und Abholpunkte. Wenn du allerdings erst einmal fertig ausgebildet bist, gibt es das nicht mehr. Nach Einsätzen konnte man zwar eine Kur machen, aber das war eher für anderes da. Da du ja inzwischen auch im Dienst jedes Mal die Weste trägst, bist du, solange du Soldat bist, ja auch nicht falsch trainiert. Das kommt erst dann später nach deiner Dienstzeit, wenn du merkst, was du deinem Körper zugemutet hast. Es ist ja nicht nur die Weste, ständige Vibrationen und Geräuschpegel in den Gefechtsfahrzeugen, Überlastung mit Gewicht, Schwermetall-Dämpfe bei den Schießen, elektromagnetische Belastungen usw. usf. Da muss man aber auch mal ganz klar sagen, dass Soldaten Verbrauchsgut sind und halt der Beruf an sich nicht sehr gesund ist (auch nicht im Frieden). Weswegen es auch keine gute Idee ist, dass unser Durchschnittsalter immer mehr und mehr steigt. Was deswegen ja tatsächlich eingeführt wurde sind die Sportausbildungen über die Berufsgenossenschaft, die dann auch teilweise Sportmedizin betreiben. -------------------- Niemand hat gesagt das es Spaß machen muss!
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7. May 2026, 18:22 | Beitrag
#18
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Hauptmann Beiträge: 2.841 Gruppe: Members Mitglied seit: 08.05.2022 |
Als ich 1999 in den Kosovoeinsatz ging, hatten wir keine Erfahrungen mit Schutzwesten. Wir hatten nur die Splitterschutzweste. Da hat sich, zumindest in meiner Erinnerung, niemand großartig Gedanken gemacht. Die meisten unserer Soldaten waren W23, die waren nach dem Einsatz schnell wieder im Zivilleben. Wenn es da Nachwirkungen gab, habe ich zumindest nichts davon gehört. Ansonsten hat Forodir schon das Richtige zu den Nachwirkungen bei längerer Dienstzeit gesagt. Mein linkes Knie meldet sich regelmäßig. Die Ausrüstung ist seit 1990 wesentlich besser geworden, aber es wurde nicht weniger und nicht leichter, im Gegenteil. Grundsätzlich waren in der Grundausbildung ein 6-Kilometer- und ein 12- Kilometer-Eingewöhnungsmarsch vorgesehen. Die Anforderungen wurden langsam gesteigert und zum Ende der Grundausbildung merkte man bei vielen Soldaten eine Leistungssteigerung. Üben übt halt, so wie in jedem Beruf. Berufserfahrung und ein trainierter Körper machen schon viel aus. War es nicht mal so, dass in der Grundausbildung die Soldaten durch ein spezielles Training die ersten Wochen an die Herausforderungen des Soldatenberufes herangeführt werden sollten, nachdem man festgestellt hat, dass es da bei vielen Defizite in der Leistungsfähigkeit gab? Was ist daraus geworden?
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7. May 2026, 20:03 | Beitrag
#19
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Major Beiträge: 6.614 ![]() Gruppe: VIP Mitglied seit: 14.11.2010 |
Das ist inzwischen deutlich verbessert worden und es gibt Handlungsanweisungen. Leider steht und fällt das mit den Ausbildern und den Ausbildungsleitern.
Aber prinzipiell ist eines der Hauptthemen in der Basisausbildung inzwischen das Heranführen an die körperliche Fitness und vor allem Belastbarkeit. Allerdings blieb im alten (älteren) Modell dafür viel militärisches Handwerk auf der Strecke, was in der Truppe durch die Truppe aufgeholt werden musste. Das möchte man ja jetzt wieder durch die Verlängerung auf 6 Monate Ausbildung einfangen . -------------------- Niemand hat gesagt das es Spaß machen muss!
“You have attributed conditions to villainy that simply result from stupidity.” |
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