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> Die Türkei, Erdogan und anderes.
Kameratt
Beitrag 1. Nov 2015, 19:21 | Beitrag #1
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AKP hat wieder die absolute Mehrheit.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuer...-a-1060595.html
 
xena
Beitrag 1. Nov 2015, 19:27 | Beitrag #2
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Na toll, dann geht Erdogans Machtspiel weiter.... Arme Türkei...


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schießmuskel
Beitrag 1. Nov 2015, 19:52 | Beitrag #3
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Wenn man mal vom obligatorischen Erdogan bashing absieht, hat er und seine AKP mehr Fortschritt, Wohlstand und vor allem Minderheitenrechte der Türkei seit 2003 beschert als alle anderen Regierungen zusammen.


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goschi
Beitrag 1. Nov 2015, 23:29 | Beitrag #4
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das mag bis ~2010 rumgestimmt haben, ab da aber hat er massiv an der Polarisierung, gesellschaftlichen Spaltung und auch (religiösen) Ideologisierung gearbeitet und das ganze kombiniert mit einem immer autokratischeren Führungsstil.



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ZITAT(KGB @ 17. Nov 2015, 12:54) *
Zitat Auto: "Brumm"
 
schießmuskel
Beitrag 2. Nov 2015, 08:54 | Beitrag #5
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Das ist schon so ein Nebeneffekt, dass einem die Macht zu Kopf steigt wenn man in einem Land praktisch 10 Jahre durchgehend die absolute Mehrheit gewinnt, wo in der Regel selten mal eine Partei über 20% bekommt.

Unter dem Strich ist die AKP aber immer noch die beste Wahl. Die CHP hast sich bis jetzt nur durch Korruption, Sexskandale und einer repressiven Kurdenpolitik hervorgetan. Die MHP hat ausser ultranationaler Polemik nichts zu bieten und alles kurdische würde vernichtet. Die HDP nennt sich zwar Partei der Völker, folgt aber einer klar prokurdischen Agenda und ist leider von Kadern der PKK unterwandert.

Dieser amorphe Haufen müsste dann eine Koalition schmieden, die keine 6 Monate hält und wo es nur Stagnation im Land gibt. Von daher ist man mit der AKP auf der sicheren Seite.


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Thanos
Beitrag 2. Nov 2015, 09:32 | Beitrag #6
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ZITAT(schießmuskel @ 2. Nov 2015, 08:54) *
Das ist schon so ein Nebeneffekt, dass einem die Macht zu Kopf steigt wenn man in einem Land praktisch 10 Jahre durchgehend die absolute Mehrheit gewinnt, wo in der Regel selten mal eine Partei über 20% bekommt.

Unter dem Strich ist die AKP aber immer noch die beste Wahl. Die CHP hast sich bis jetzt nur durch Korruption, Sexskandale und einer repressiven Kurdenpolitik hervorgetan. Die MHP hat ausser ultranationaler Polemik nichts zu bieten und alles kurdische würde vernichtet. Die HDP nennt sich zwar Partei der Völker, folgt aber einer klar prokurdischen Agenda und ist leider von Kadern der PKK unterwandert.

Dieser amorphe Haufen müsste dann eine Koalition schmieden, die keine 6 Monate hält und wo es nur Stagnation im Land gibt. Von daher ist man mit der AKP auf der sicheren Seite.

Mag sein, dass der Rest nicht besser ist als die AKP, aber mit der AKP geht es schnurstracks Richtung Diktatur. Ich fand es ja schon extrem verwerflich, dass alleine aus politischen Gründe die Kurden in Syrien und im Irak von der Türkei angegriffen wurden, in einer sehr sensiblen Phase des Kampfes gegen den IS.

Immerhin als Indiz auf dem "Weg in die Diktatur" ist die angestrebte Verfassungsänderung zu sehen Verfassungsänderung Türkei - tagesschau.de. Man will da sicher nicht die Demokratie stärken wink.gif
 
SailorGN
Beitrag 2. Nov 2015, 09:36 | Beitrag #7
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Der Nebeneffekt ist aber nicht zwangsläufig, siehe H.Kohl oder A. Merkel. Die AKP und/oder Erdogan haben die Früchte ihres Wirkens in den letzten jahren und vor allem Monaten zunichte gemacht. Die Eskalation mit den Kurden, die indifferente Haltung zum IS und die Korruptionsskandale tun dem Land nicht gut... schon jetzt stagniert die Wirtschaft... insbesondere auch, weil Erdogan kritische Unternehmer drangsalieren lässt. Neue Investoren bekommt er so jedenfalls nicht.


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schießmuskel
Beitrag 2. Nov 2015, 10:57 | Beitrag #8
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Der Unterschied zu Kohl und Merkel ist, das diese auch mit Parteien zu tun hatten, die durchaus gleich auf waren oder zumindest war der Abstand zur zweitstärsten Fraktion in Deutschland selten mal mehr als 10%. Während die AKP wirklich die politische Landschaft dominiert hat mit Abständen zur zweitstärksten Partei von bis zu 25%.

Ausserdem ist die Parteienlandschaft in der Türkei sehr inkonstant. Da gibt es Parteien die sind bei einer Parlamentswahl die stärskte Kraft und bei der nächsten Wahl schon wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Während in der BRD seit anbegin der Zeit CDU und SPD die Parteien sind die durchgehdend die Regierung stellen.

Neben der Bestätigung durch die Wähler ist Erdogan natürlich auch zu Kopf gestiegen, dass er das in der Türkei allmächtige Militär in die Schranken gewiesen hat, etwas was noch kein Ministerpräsident geschaft hat, bzw. nicht mal dran gedacht hat. Das Militär hat nämlich auch schon mal den gewählten Regierungschef hängen lassen. Man stelle sich vor die Bundeswehr putscht regelmäßig wenn ihr die Regierung nicht passt oder lässt Heinz Erhardt baumeln. Von daher verbietet sich ein Vergleich mit Deutschland.

Ich sage ja, wenn man die AKP als Faktor weg lässt und CHP, MHP und HDP bzw. diverse kleinstparteien verbleiben, wäre eine Regierungsbildung gar nicht möglich, da es kaum eine gemeinsame Schnittmenge unter den Partein gibt. Wenn doch eine Koalition zustande kommt, würde es keine progressive Entwicklung geben und wie in der Zeit vor Erdogan, würde kein Projekt oder Reform zu Ende gebracht und alles zerbricht in heillosen Streit. Im Endeffekt bedeutet nämlich ein fragiles politisches System ein Machtdefizit auf höchster Ebene welches dann leider wieder von Militär ausgefüllt wird.

Der Beitrag wurde von schießmuskel bearbeitet: 2. Nov 2015, 10:59


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xena
Beitrag 2. Nov 2015, 15:29 | Beitrag #9
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Ja tolle Argumentation. Das Volk verliert an Freiheiten nur des schnöden Mammons wegen? Klingt ein Bischen nach Assad...


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schießmuskel
Beitrag 2. Nov 2015, 19:28 | Beitrag #10
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Eben nicht Xena. Setzt dich bitte mal mit der Situation in der Türkei bis in die späten 90er bzw. Prä Erdoganzeit. Da hat sich eben nicht nur die Infrastruktur massiv verbessert, das Durchschnittseinkommen verdoppelt, die Währung stabilisiert, die Hyperinflation gestoppt, die Schulden beim IWF abbezahlt, ein staaliches Sozialesnetz mit KV für alle Bürger usw. vor allem war die Türkei vor Erdogan eine DeFacto militär Diktatur mit einer parlamentarischen Maske. Und de Jure war der Nationalesicherheitsrat ein Gremium von ein paar Lamettahengsten die jedes Gesetz oder richterliche Urteil kippen konnten und auch getan haben und oppositionelle verschiedenen lassen. So und von der Situation der Kurden vor Erdogan fange ich am besten gar nicht an, der bloße Gebrauch der Sprache oder überhaupt das Bekenntnis Kurde zu sein war verboten und wurde dr konisch bestraft. Eine Partei wie die HDP wäre vor Erdogan gar nicht Existenz bzw. deren Mitglieder im besten Fall im Exil im Gefängnis oder am Stadtrand von Istanbul oder sonst wo verscharrt.

Erdogan erfüllt nicht unsere Standarts und es gab besonders in den letzten 3 Jahren eine Fixierung und Manifestation seiner Autorität. Aber er ist mit Abstand der Regierungschef der seinem Volk den größten Wohlstand, Freiheit und Minderheitenrechte beschert hat.

Wenn die politische Landschaft in der Türkei einen besseren zu bieten hat , wäre es eine tolle Sache wenn der Sultan seinen Palast räumt. Nur von den Parteien und Politikern kommt keiner an Erdogan ran.


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Beitrag 3. Nov 2015, 04:52 | Beitrag #11
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Naja, unter Assad haben die Syrer die beste Ausbildung und die wahrscheinlich niedrigste Analphabetenrate in der arabischen Welt, dazu ein freies Unternehmertum, relative Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, kein Schleierzwang, Freiheiten und Schutz für Minderheiten usw... Merkst Du was? In 10 Jahren könnte sich Erdogan zu einem zweiten Assad entwickeln, nur ohne Freiheiten für Minderheiten. Jetzt wäre die Chance einen Diktator aufzuhalten. In 10 Jahren geht es nicht mehr ohne Gewalt.


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schießmuskel
Beitrag 3. Nov 2015, 07:56 | Beitrag #12
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Was für eine Chance denn? Der Mann hat bei einer freien und anonymen Wahl die absolute Mehrheit bekommen. Wer Bitte, wie Bitte und auf welcher Grundlage soll man ihn aufhalten. Eine internationale Koalition mit der Rechtfertigung, dass er in 10 Jahren ein Diktator sein kann? facepalm.gif
So und jetzt vergleich mal wie Assad Präsident geworden ist und wie Erdogan Präsident geworden ist. Merkst du was? wink.gif

Der Beitrag wurde von schießmuskel bearbeitet: 3. Nov 2015, 07:58


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Thanos
Beitrag 3. Nov 2015, 09:27 | Beitrag #13
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ZITAT(schießmuskel @ 2. Nov 2015, 19:28) *
Eben nicht Xena. Setzt dich bitte mal mit der Situation in der Türkei bis in die späten 90er bzw. Prä Erdoganzeit. Da hat sich eben nicht nur die Infrastruktur massiv verbessert, das Durchschnittseinkommen verdoppelt, die Währung stabilisiert, die Hyperinflation gestoppt, die Schulden beim IWF abbezahlt, ein staaliches Sozialesnetz mit KV für alle Bürger usw. vor allem war die Türkei vor Erdogan eine DeFacto militär Diktatur mit einer parlamentarischen Maske. Und de Jure war der Nationalesicherheitsrat ein Gremium von ein paar Lamettahengsten die jedes Gesetz oder richterliche Urteil kippen konnten und auch getan haben und oppositionelle verschiedenen lassen. So und von der Situation der Kurden vor Erdogan fange ich am besten gar nicht an, der bloße Gebrauch der Sprache oder überhaupt das Bekenntnis Kurde zu sein war verboten und wurde dr konisch bestraft. Eine Partei wie die HDP wäre vor Erdogan gar nicht Existenz bzw. deren Mitglieder im besten Fall im Exil im Gefängnis oder am Stadtrand von Istanbul oder sonst wo verscharrt.

Erdogan erfüllt nicht unsere Standarts und es gab besonders in den letzten 3 Jahren eine Fixierung und Manifestation seiner Autorität. Aber er ist mit Abstand der Regierungschef der seinem Volk den größten Wohlstand, Freiheit und Minderheitenrechte beschert hat.

Wenn die politische Landschaft in der Türkei einen besseren zu bieten hat , wäre es eine tolle Sache wenn der Sultan seinen Palast räumt. Nur von den Parteien und Politikern kommt keiner an Erdogan ran.

Sorry, aber das kann ich dir so nicht durchgehen lassen wink.gif Tausche den Namen Erdogan durch den unseres "lupenreinen Demokraten" und all die Errungenschaften zählen plötzlich nichts mehr.

Unter Putin sind die Löhne um 300 % und die Renten um 330 % gestiegen, die Schulden wurden fast komplett abgebaut und auf 12 % des BIP gesenkt, daneben hat Russland gigantische Reserven beiseite gelegt. Es wurde massiv in die Infrastruktur investiert, in dem Großraum Moskau, in Hochgeschwindigkeitsstrecken, Sotschi usw. Es wurde knallhart und effektiv gegen Oligarchen vorgegangen, die in der ehemals so "freien Zeit" nach der Wende sich die Wahlen einfach gekauft haben. Putin ist sehr effektiv gegen den demographischen Trend vorgegangen und erstmals werden mehr Kinder geboren als Menschen sterben. Unter Putin ist die Sterberate drastisch zurückgegangen und die Lebenserwartung ist gestiegen...aber, aber...

...Wayne interessiert es hier bei uns im Westen? Man muss einfach sehen, dass die Demokratie in Russland einen Knacks bekommen hat. Zwar ist Russland keine Diktatur, sondern leicht autokratisch geführt aber die Demokratie hat dort gelitten. Die Türkei hat Russland in der Hinsicht schon längst überholt, wenn man sieht wie massiv gegen Andersdenkende vorgegangen wird, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln. Würde Putin gegen Andersdenkende so vorgehen wie Erdogan, dann würden die Medien einen ungeahnten Shitstorm gegen Russland lostreten, wenn man bedenkt wie hysterisch man bei Pussyriot war.

Also so locker sehe ich die Entwicklung in der Türkei nicht! Ich gebe dir zwar Recht bei den Errungenschaften von Erdogan, jedoch muss man seine Person sehr kritisch sehen. Klar wird die Türkei versuchen nach außen hin sich eine demokratische Fassade zu verpassen und vielleicht wird sogar fair gewählt werden, Erdogan zementiert seine Machtbasis aber jedoch so, dass Konkurrenten im Vorfeld der Wahlen nicht mal den Hauch einer Chance haben.

Der Beitrag wurde von Thanos bearbeitet: 3. Nov 2015, 09:34
 
Thanos
Beitrag 3. Nov 2015, 09:32 | Beitrag #14
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ZITAT(xena @ 3. Nov 2015, 04:52) *
Naja, unter Assad haben die Syrer die beste Ausbildung und die wahrscheinlich niedrigste Analphabetenrate in der arabischen Welt, dazu ein freies Unternehmertum, relative Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, kein Schleierzwang, Freiheiten und Schutz für Minderheiten usw... Merkst Du was? In 10 Jahren könnte sich Erdogan zu einem zweiten Assad entwickeln, nur ohne Freiheiten für Minderheiten. Jetzt wäre die Chance einen Diktator aufzuhalten. In 10 Jahren geht es nicht mehr ohne Gewalt.

Ich muss @schießmuskel aber Recht geben, er wurde frei und demokratisch gewählt, genauso seine Partei bei den Parlamentswahlen, man muss das wohl so akzeptieren. Was man aber nicht akzeptieren muss ist die widerwärtige Anbiederung der EU an die Türkei. Von meinem Gefühl her wird die Türkei sehr bald EU-Mitglied und nur weil Erdogan die EU mit den Flüchtlingsströmen geradezu erpresst, er ist eben ein härterer Politiker als die EU-Kompromisssucher.

Man hätte Mittel Erdogan in die Schranken zu weisen, aber die EU und die USA suchen ihn viel mehr als Partner bei den Flüchtlingsströmen und den Nahost-Problemen, so wird er indirekt extrem aufgewertet und kann tun und machen was er will.

Der Beitrag wurde von Thanos bearbeitet: 3. Nov 2015, 09:34
 
Glorfindel
Beitrag 3. Nov 2015, 10:27 | Beitrag #15
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ZITAT(xena @ 3. Nov 2015, 04:52) *
Naja, unter Assad haben die Syrer die beste Ausbildung und die wahrscheinlich niedrigste Analphabetenrate in der arabischen Welt, dazu ein freies Unternehmertum, relative Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, kein Schleierzwang, Freiheiten und Schutz für Minderheiten usw... Merkst Du was? In 10 Jahren könnte sich Erdogan zu einem zweiten Assad entwickeln, nur ohne Freiheiten für Minderheiten. Jetzt wäre die Chance einen Diktator aufzuhalten. In 10 Jahren geht es nicht mehr ohne Gewalt.

- Was die Syrische Wirtschaft betrifft, so war diese vor dem Krieg überwiegend staatlich gelenkt. Wichtige Bereiche waren in der Hand von Verwandten von Assad. Von einem freien Unternehmertum kann deshalb nicht gesprochen werden.
- Man kann Erdogan nicht einfach so aufhalten. Ich wüsste nicht, wie dies gehen sollte. Entweder kann sich die türkische Gesellschaft selber wehren gegen Versuche, eine autoritäre Herrschaft einzurichten oder es geschieht eben. Man kann muss aber Erdogan nicht noch zusätzlich politisch unterstützen und man soll ihn kritisieren.

ZITAT(schießmuskel @ 2. Nov 2015, 19:28) *
(...)
Erdogan erfüllt nicht unsere Standarts und es gab besonders in den letzten 3 Jahren eine Fixierung und Manifestation seiner Autorität. Aber er ist mit Abstand der Regierungschef der seinem Volk den größten Wohlstand, Freiheit und Minderheitenrechte beschert hat.

Wenn die politische Landschaft in der Türkei einen besseren zu bieten hat , wäre es eine tolle Sache wenn der Sultan seinen Palast räumt. Nur von den Parteien und Politikern kommt keiner an Erdogan ran.


ZITAT(Thanos @ 3. Nov 2015, 09:27) *
(...) Zwar ist Russland keine Diktatur, sondern leicht autokratisch geführt aber die Demokratie hat dort gelitten. Die Türkei hat Russland in der Hinsicht schon längst überholt, wenn man sieht wie massiv gegen Andersdenkende vorgegangen wird, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln. Würde Putin gegen Andersdenkende so vorgehen wie Erdogan, dann würden die Medien einen ungeahnten Shitstorm gegen Russland lostreten, wenn man bedenkt wie hysterisch man bei Pussyriot war.

Also so locker sehe ich die Entwicklung in der Türkei nicht! Ich gebe dir zwar Recht bei den Errungenschaften von Erdogan, jedoch muss man seine Person sehr kritisch sehen. Klar wird die Türkei versuchen nach außen hin sich eine demokratische Fassade zu verpassen und vielleicht wird sogar fair gewählt werden, Erdogan zementiert seine Machtbasis aber jedoch so, dass Konkurrenten im Vorfeld der Wahlen nicht mal den Hauch einer Chance haben.

Russland ist keine eigentliche Demokratie, da ein demokratischer Machtwechsel nicht möglich erscheint. Justiz und Presse ist weitgehend gelenkt, wer politisch Putin irgendwie nur annähernd gefährlich werden könnte, muss damit rechnen, dass er von der (nicht unabhängigen) Justiz in die Mangel genommen wird. Verschiedene Regierungskritiker wurden auch umgebracht, wobei eine staatliche Beteiligung meistens nicht nachgewiesen werden konnte.

Putin hat zwar verdienste, was die Stabilisierung von Russland angeht. Wirtschaftlich sieht die Bilanz dagegen trüber aus, was man erreicht hat, wurde hauptsächlich mittels Rohstoffen finanziert. Ach Putin und seine Getreuen bereichern sich an staatlichem Vermögen. Auch in Russland gab merkwürdige Anschlagsserien, deren Urheberschaft nie aufgeklärt werden konnte, von denen jedoch Putin profitierte. Wieso Putin jedoch zum Paria geworden ist, liegt jedoch alleine daran, dass er Krieg führte, indem er die Krim besetzen liess und den Krieg im Donbass anheizte. Alles andere hätte man ihm wohl im Westen zähneknirschend durchgelassen.

ZITAT(Thanos @ 3. Nov 2015, 09:32) *
Ich muss @schießmuskel aber Recht geben, er wurde frei und demokratisch gewählt, genauso seine Partei bei den Parlamentswahlen, man muss das wohl so akzeptieren. Was man aber nicht akzeptieren muss ist die widerwärtige Anbiederung der EU an die Türkei. Von meinem Gefühl her wird die Türkei sehr bald EU-Mitglied und nur weil Erdogan die EU mit den Flüchtlingsströmen geradezu erpresst, er ist eben ein härterer Politiker als die EU-Kompromisssucher.

Man hätte Mittel Erdogan in die Schranken zu weisen, aber die EU und die USA suchen ihn viel mehr als Partner bei den Flüchtlingsströmen und den Nahost-Problemen, so wird er indirekt extrem aufgewertet und kann tun und machen was er will.

Die Wahlen in der Türkei waren nicht fair und die Türkei ist auch noch keine Demorkratie im westlichen Sinn. Erdogan hat zwar Verdienste was Freiheit und Demokratie betrifft, er wurde jedoch zunehmend autokratischer. Er ist nicht das einzige Beispiel eines Herrschendem, dem sowas passiert. Auch Erdogan gängelt die Justiz und die Presse. Andersdenkende werden zusammengeschlagen und vom Mob attackiert. Es gab Bombenanschläge gegen regierungskritische Demonstrationen und Erdogan hat unnötig den Krieg mit der PKK aus politischen Gründen wieder angefacht und durch die heimliche Unterstützung des IS durch die Türkei besteht die Gefahr, dass die Türkei sich politisch selber unterminiert.

Es wäre gut gewesen, wenn man die Türkei vor zehn Jahren in die EU aufgenommen hätte, jetzt ist es wohl zu spät dafür. Erdogan wird kaum bereit sein, sich EU-Spielregeln unterzuordnen.

Fazit: Sowohl bei Putin wie bei Erdogan muss nicht sehen, was sie in der Vergangenheit geleistet haben, sondern nur, welches Unheil sie heute über ihre Länder bringen.


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"Dort stand das Haus der Goldenen Blume, deren Männer eine Strahlensonne auf den Schilden hatten und ihr Anführer, Glorfindel, trug einen Mantel so kunstvoll mit Goldfäden durchwirkt, dass er gelb durchschossen war wie ein Feld im Frühling; und ihre Waffen waren kunstvoll mit Gold überzogen."
 
schießmuskel
Beitrag 3. Nov 2015, 11:12 | Beitrag #16
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ZITAT(Glorfindel @ 3. Nov 2015, 10:27) *
Die Wahlen in der Türkei waren nicht fair und die Türkei ist auch noch keine Demorkratie im westlichen Sinn. Erdogan hat zwar Verdienste was Freiheit und Demokratie betrifft, er wurde jedoch zunehmend autokratischer. Er ist nicht das einzige Beispiel eines Herrschendem, dem sowas passiert. Auch Erdogan gängelt die Justiz und die Presse. Andersdenkende werden zusammengeschlagen und vom Mob attackiert. Es gab Bombenanschläge gegen regierungskritische Demonstrationen und Erdogan hat unnötig den Krieg mit der PKK aus politischen Gründen wieder angefacht und durch die heimliche Unterstützung des IS durch die Türkei besteht die Gefahr, dass die Türkei sich politisch selber unterminiert.

Es wäre gut gewesen, wenn man die Türkei vor zehn Jahren in die EU aufgenommen hätte, jetzt ist es wohl zu spät dafür. Erdogan wird kaum bereit sein, sich EU-Spielregeln unterzuordnen.

Fazit: Sowohl bei Putin wie bei Erdogan muss nicht sehen, was sie in der Vergangenheit geleistet haben, sondern nur, welches Unheil sie heute über ihre Länder bringen.


Putin und Erdogan haben beide ihrem Land Wohlstand verschafft, nur der Unterschied ist, unter Erdogan gab es parallel auch mehr Freiheiten und Rechte für die Bürger und Minderheiten. Bei Putin eher das Gegenteil, davon abgesehen hat Erdogan auch nicht Territorium eines anderen Staates annektiert oder ist indirekt für den Abschuss von Zivilen Airliner verantwortlich. Vor allem beruht der türkische Wohlstand auf einem Aufbau der heimischen Industrie und des Baugewerbes während Russland praktisch von seinem Gas lebt. Darüber hinaus, ist die Presse in Russland wirklich gleichgeschaltet während sie in der Türkei sehr pluralisitsch ist. die größten Zeitungen und TV Sender sind sogar gegen Erdogan, Zaman, Cumhuryet z.B.. Diese Blätter und Sender haben massiv gegen Erdogan propagiert, etwas was in Russland undenkbar wäre.

Ausserdem wehre ich mich gegen die Aussage Erdogan hat den krieg mit der PKK angefacht, es war die PKK die den Waffenstillstand aufgekündigt hat, zwei Polizisten ermordet und 36 Soldaten wegsprengt, weil sich ein verwirrter und radikalisierter Islamist auf einer Demo in die Luft sprengt. Das hat Erdogan weder geplant noch angeordnet und hat ihm nur geschadet. Es ist die PKK die sich über Erdogan aufregt, weil er viele Kurden auf seine Seite zieht. Unter den alten türkischen regierungen war es für die PKK einfach die Türkei als Feind und Unterdrücker zu propagieren (zu Recht) mit Erdogan sehen viele Kurden keinen Grund mehr gegen die Türkei zu kämpfen. Deshalb ist die PKK extrem daran interessiert Erdoagn zu schwächen. Sogar in den wenigen östlichen Provinzen in denen die HDP die Mehrheit der Stimmen hatte, war die AKP die Zweitstärkste Kraft. CHP und MHP spielten da keine Rolle, daran sieht man welchen Rückhalt die AKP sogar in den Kurdenprovinzen hat; zum Ärger der PKK.

Der Beitrag wurde von schießmuskel bearbeitet: 3. Nov 2015, 11:15


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Beitrag 3. Nov 2015, 15:46 | Beitrag #17
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Erdogan hat die Türken durch seine Taten am Anfang geködert. Gleichzeitig hat seine Partei und seine Jünger sämtliche Institutionen von Bedeutung unterlaufen, wie die Polizei, das Justizwesen und das Militär. Der ganze Apparat ist der AKP und Erdogan hörig. Er hat genau das gemacht, das Despoten im arabischen Raum auch machen, also das was Assad und Hussein gemacht haben. Der Vorgang ist ja noch nicht abgeschlossen. Er geht weiter und wird nach und nach die Wirtschaft erreichen. Die Türkei dürfte wohl ein gutes Beispiel sein, wie man demokratisch die Demokratie abschafft. Erdogan war von Anfang an ein Machtmensch, aber einer mit Kalkül. Jetzt wo er den Apparat gut im Griff hat, jetzt baut er den Staat um. Der nächste Schritt wird der Umbau zu einem Präsidialsystem sein, mit umfangreichen Vollmachten. Gepaart mit Verboten von kritischen Zeitungen. Die landen im Knast wegen so was wie Volksverhetzung, Spionage, Terrorverdacht, sobald sie etwas negatives über Erdogan und die AKP schreiben oder sagen. Damit es nachhaltig bleibt, kommen noch Schlägertrupps vorbei. Durch die Lenkung der Medien wird es keine wirklich freien Wahlen mehr geben, weil die AKP zu einer Art Einheitspartei werden wird. Die anderen Parteien sind nur noch ein Feigenblatt für das westliche Ausland. Um selbst nicht im Knast zu landen verkommen sie zu Ja-Sagern im Parlament. Der nächste Schritt ist dann die Diktatur.

Atatürk rotiert jetzt schon im Grab.


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schießmuskel
Beitrag 3. Nov 2015, 18:57 | Beitrag #18
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Es ist eher so, dass Erdogans Gegner die staatlichen und vor allem Medien unterlaufen haben, siehe vor allem die Gülen Bewegung. Ausserdem vergiss mal nicht, dass deine arabischen Despoten entweder eingesetzt wurden oder sich an die Macht geputscht haben. Erdogan wurde immer wieder gewählt, wie auch jetzt. Die Medien haben massiv gegen Erdogan gewettert, im In und Ausland und das seit Jahren schon.Die große Tageszeitung hat sogar vor der Wahl die Schlagzeile gebracht :"letzte Ausfahrt vor der Diktatur". Wenn dem wirklich so ist und sich die Türkei dahin gehend entwickelt, dass Erdoagn immer mächtiger wird, dann aber immer mit der demokratischen Grundlage. Anscheinend wollen die Mehrheit der Türken das Erdoagn mehr macht hat. Das kann man jetzt als den souveränen Willen des Volkes akzeptieren oder wir bringen eine Resolution im Weltsicherheitsrat ein, die Erdogan notfalls auch mit Gewalt entmachtet um einer eventuellen Diktatur vorzubeugen.

Wobei du wissen solltest, das es in dieser Welt völlig egal ist ob du ein Diktator bist oder ein gewählter Präsident, es kommt nur darauf an wie du dich mit den mächtigen dieser Welt stellst. Sieht man ganz toll z.B. an Saudi Arabien und Ägypten. Wie auch immer, das allgemein und obligatorische Erdogan bashing gehört ja mittlerweile zum guten Ton.

In Bezug auf Atatürk kann ich ja nur lachen, der Mann hat mehr Menschen bzw. oppositionelle hängen lassen und blutige Strafexpeditionen angeordnet als alle anderen zusammen. Allein der Zeit von Februar bis März 1925 wurden bei einer Strafexpedition bis zu 200.000 Kurden und Zazaki umgebracht.

Der Beitrag wurde von schießmuskel bearbeitet: 3. Nov 2015, 19:02


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Beitrag 13. Oct 2016, 19:10 | Beitrag #19
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Der PKK ist es wohl vor ein paar Wochen gelungen, einige türkische Hubschrauber am Boden zu beschädigen.
https://www.youtube.com/watch?v=bKISHGKnqDU
 
Kameratt
Beitrag 26. Oct 2016, 19:52 | Beitrag #20
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ZITAT
Bürgermeisterin der Stadt Diyarbakir festgenommen

In der Türkei sind die beiden Bürgermeister der kurdisch geprägten Stadt Diyarbakir festgenommen worden.

Die türkischen Sicherheitsbehörden bestätigten entsprechende Medienberichte. Bürgermeisterin Kisanak sei am Flughafen in Gewahrsam genommen worden, ihr Kollege Anli in seiner Wohnung. Beide üben das Amt gemeinsam aus. - In Diyarbakir kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern der verbotenen kurdischen PKK. Im September hatte die Regierung in Ankara 24 Bürgermeister wegen mutmaßlicher Kontakte zur PKK abgesetzt.

http://www.deutschlandfunk.de/tuerkei-buer...:news_id=670913
Diyarbakir dürfte mittlerweile zu den größten Städten des Landes gehören.
 
Nobody is perfec...
Beitrag 4. Nov 2016, 00:49 | Beitrag #21
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Übrigens wird anscheinen aktuell gerade die "Machtergreifung" in der Türkei abgeschlossen oder einen Schritt weiter getrieben; die HDP Offiziellen werden gerade festgenommen, Twitter, Youtube, Facebook und die restlichen sozialen Netzwerke sind im Südosten der Türkei abgeschaltet.






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"Ich habe den Krieg verhindern wollen"

Georg Elser
 
revolution
Beitrag 4. Nov 2016, 22:01 | Beitrag #22
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Die Entwicklungen in der Türkei halte ich für brandgefährlich! Die Prozesse erscheinen mir nämlich inzwischen unumkehrbar und unversöhnlich. So zeichnet sich ab, dass es in der Türkei eigentlich nur zwei mögliche Entwicklungen gibt:

1) Ein Autoritäres System mit Personenkult um Erdogan "Kalif von Konstantinopel" oder
2) Bürgerkrieg

Um Variante 1) zu sichern, ist Erdogan quasi genötigt massiv die Nationalismuskarte zu spielen. Er benötigt in naher Zukunft aus innenpolitischen Abwägungen heraus einen Krieg gegen nicht-Türken.
 
Nobody is perfec...
Beitrag 5. Nov 2016, 23:31 | Beitrag #23
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Aktuell läuft gerade anscheinend ein Anschlag auf den Atatürk Flughafen in Istanbul. Anscheinend im internationalen Ankunftsbereich soll es Schüsse gegeben haben und die Meldung von einem Selbstmordanschlag. Es gibt aber noch keine genauen Informationen, was wirklich los ist und verschiedene Quellen widersprechen sich.

Edit: Anscheinend sind 2 Mann auf einem Motorrad vorgefahren und haben rumgeballert. Einer ist angeschossen worden und wurde festgekommen, der 2te ist entkommen. Lage hat sich wieder beruhigt.

http://www.aerotelegraph.com/flughafen-ist...sperrt-atatuerk

Der Beitrag wurde von Nobody is perfect bearbeitet: 6. Nov 2016, 00:21


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"Ich habe den Krieg verhindern wollen"

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Madner Kami
Beitrag 20. Nov 2016, 14:23 | Beitrag #24
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Turkey: Thousands protest against proposed child sex law

ZITAT
Thousands have protested in Istanbul in Turkey against a bill that would let off men who assaulted underage girls if they marry their victims.

The government insists the legislation is aimed at dealing with the widespread custom of child marriage, but critics say that it will legitimise child rape.

[...]

The law would allow the release of men who assaulted a minor without "force, threat, or any other restriction on consent" and married the victim.

[...]


facepalm.gif


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Angrist
Beitrag 20. Nov 2016, 22:53 | Beitrag #25
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ZITAT(schießmuskel @ 3. Nov 2015, 19:57) *
Es ist eher so, dass Erdogans Gegner die staatlichen und vor allem Medien unterlaufen haben, siehe vor allem die Gülen Bewegung. Ausserdem vergiss mal nicht, dass deine arabischen Despoten entweder eingesetzt wurden oder sich an die Macht geputscht haben. Erdogan wurde immer wieder gewählt, wie auch jetzt. Die Medien haben massiv gegen Erdogan gewettert, im In und Ausland und das seit Jahren schon.Die große Tageszeitung hat sogar vor der Wahl die Schlagzeile gebracht :"letzte Ausfahrt vor der Diktatur". Wenn dem wirklich so ist und sich die Türkei dahin gehend entwickelt, dass Erdoagn immer mächtiger wird, dann aber immer mit der demokratischen Grundlage. Anscheinend wollen die Mehrheit der Türken das Erdoagn mehr macht hat. Das kann man jetzt als den souveränen Willen des Volkes akzeptieren oder wir bringen eine Resolution im Weltsicherheitsrat ein, die Erdogan notfalls auch mit Gewalt entmachtet um einer eventuellen Diktatur vorzubeugen.

Wobei du wissen solltest, das es in dieser Welt völlig egal ist ob du ein Diktator bist oder ein gewählter Präsident, es kommt nur darauf an wie du dich mit den mächtigen dieser Welt stellst. Sieht man ganz toll z.B. an Saudi Arabien und Ägypten. Wie auch immer, das allgemein und obligatorische Erdogan bashing gehört ja mittlerweile zum guten Ton.

In Bezug auf Atatürk kann ich ja nur lachen, der Mann hat mehr Menschen bzw. oppositionelle hängen lassen und blutige Strafexpeditionen angeordnet als alle anderen zusammen. Allein der Zeit von Februar bis März 1925 wurden bei einer Strafexpedition bis zu 200.000 Kurden und Zazaki umgebracht.



Es ist aus westlicher Sicht eben immer problematisch, wenn ein Staat sich von den westlichen Werten und einem westlich aufgebauten und säkulären Staat, immer mehr entfernt.
Sprich, wenn das wählende Volk die Parteien wählt, die für mehr Einfluss der Religion auf Staat und Gesetze sind, Zeitungen und Fernsehsender schliesst, und für den Präsidenten der seine Macht immer weiter festigt, dann mag das zwar demokratisch sein, aber ist für die westliche Welt eben problematisch.

Deswegen hat man ja eigentlich im Gesetz einen Minderheitenschutz,(und teilweise Minderweitenwahlrechte wie zb die dänische Volksgruppe in Deutschland) damit die Mehrheit eben nicht entscheiden kann, auf gewisse Bevölkerungsteile verzichten zu können.


Der Beitrag wurde von Angrist bearbeitet: 20. Nov 2016, 22:58
 
Kameratt
Beitrag 21. Nov 2016, 16:21 | Beitrag #26
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Wann war das denn wirklich jemals problematisch, wenn sich ein Staat nicht an die propagierten westlichen Werte hielt, solange er in den anderen Bereichen stramm auf Linie stand? Die Diktaturen in den NATO-Staaten Türkei, Griechenland, Unterstützung von sonstigen zwielichtigen Regimen überall auf der Welt usw. waren doch vollkommen in Ordnung, solange es politisch opportun erschien. Die USA selbst waren in den ersten Nachkriegsjahrzehnen ja alles andere als eine vorbildliche Demokratie.
Als Ausnahme fällt mir auf die Schnell lediglich Südafrika ein.

Passend hierzu:

ZITAT
Nato-Generalsekretär stützt Erdogans Vorgehen gegen Putschisten

Der Nato-Generalsekretär vertraut der Rechtsstaatlichkeit nach dem Militärputsch in der Türkei. Über verhaftete Journalisten und Abgeordnete schweigt Stoltenberg. Und Erdogan bittet das Militärbündnis zur Kasse.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Verhaftung von kritischen Journalisten und Oppositionsabgeordneten in der Türkei trotz entsprechender Aufforderung nicht verurteilt.
[...]

https://www.welt.de/politik/ausland/article...utschisten.html

Da können noch so viele türkische Soldaten Asyl in Ramstein beantragen.

Der Beitrag wurde von Kameratt bearbeitet: 21. Nov 2016, 16:25
 
Schwabo Elite
Beitrag 21. Nov 2016, 17:41 | Beitrag #27
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Wir haben aber nicht mehr 1980, sondern 2016. Dementsprechend anders verhalten sich heute die Staaten, Regierungen und Gesellschaften in den demokratischen Ländern. Und im Übrigen waren Griechenland und die Türkei zwar bereits früh NATO-Mitglieder, aber das vor allem aus der Not heraus die Südflanke Europas absichern zu müssen. Die NATO hat dahingegen die spanische Diktatur, nicht eingebunden, sondern das Land erst nach dem Tode Francos und der Umsetzung einiger Reformen aufgenommen.


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Dave76
Beitrag 21. Nov 2016, 17:46 | Beitrag #28
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ZITAT(Kameratt @ 21. Nov 2016, 16:21) *
Wann war das denn wirklich jemals problematisch, wenn sich ein Staat nicht an die propagierten westlichen Werte hielt, solange er in den anderen Bereichen stramm auf Linie stand? Die Diktaturen in den NATO-Staaten Türkei, Griechenland, Unterstützung von sonstigen zwielichtigen Regimen überall auf der Welt usw. waren doch vollkommen in Ordnung, solange es politisch opportun erschien. Die USA selbst waren in den ersten Nachkriegsjahrzehnen ja alles andere als eine vorbildliche Demokratie.
Als Ausnahme fällt mir auf die Schnell lediglich Südafrika ein.

Ja, aber nur weil man aus realpolitischen Erwägungen (Kalter Krieg beispielsweise) auch mit nicht-demokratischen Regierungen kooperiert, heißt das ja nicht im Umkehrschluss, dass man die westlichen Werte an sich in Frage stellt oder verrät. Hätte man die Wahl gehabt, hätte man sicherlich bevorzugt mit rein-demokratischen Regierungen zusammengearbeitet, aber das wäre und ist dann eine sehr beschränkte Außen- und Sicherheitspolitik.

Der Beitrag wurde von Dave76 bearbeitet: 21. Nov 2016, 17:46


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xena
Beitrag 21. Nov 2016, 18:26 | Beitrag #29
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ZITAT(Schwabo Elite @ 21. Nov 2016, 17:41) *
Wir haben aber nicht mehr 1980, sondern 2016. Dementsprechend anders verhalten sich heute die Staaten, Regierungen und Gesellschaften in den demokratischen Ländern. Und im Übrigen waren Griechenland und die Türkei zwar bereits früh NATO-Mitglieder, aber das vor allem aus der Not heraus die Südflanke Europas absichern zu müssen. Die NATO hat dahingegen die spanische Diktatur, nicht eingebunden, sondern das Land erst nach dem Tode Francos und der Umsetzung einiger Reformen aufgenommen.


Wie verhalten sich denn Länder im Jahr 2016 im Vergleich zu 1980? Ich sehe keinen großen Unterschied, außer, dass man sein Handeln, so wie man schon immer gehandelt hat, in moderne Worthülsen verpackt.

Dass man die spanische Diktatur nicht in die NATO aufgenommen hat, hat die NATO nicht daran gehindert mit ihnen zusammen zu arbeiten und andere Diktaturen, wie Griechenland und die Türkei, aufzunehmen. Ist aber egal, denn ich erwarte von meinem Land, dass es meine Interessen vertritt und meinen Wohlstand sichert. Zur Not auch mit Diktatoren, wenn dabei mein Wohlstand nicht gefährdet wird. Im Prinzip läuft es auf genau diese Denke hinaus.

ZITAT(Dave76 @ 21. Nov 2016, 17:46) *
Ja, aber nur weil man aus realpolitischen Erwägungen (Kalter Krieg beispielsweise) auch mit nicht-demokratischen Regierungen kooperiert, heißt das ja nicht im Umkehrschluss, dass man die westlichen Werte an sich in Frage stellt oder verrät. Hätte man die Wahl gehabt, hätte man sicherlich bevorzugt mit rein-demokratischen Regierungen zusammengearbeitet, aber das wäre und ist dann eine sehr beschränkte Außen- und Sicherheitspolitik.

Damit bestätigt sich meine Aussage oben. Und wenn man ehrlich ist, dann verhagelt die "Realpolitik" jegliche westlichen Werte. Die "westlichen Werte" sind auch nur so eine Worthülse.

Der Beitrag wurde von xena bearbeitet: 21. Nov 2016, 18:29


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Eine komplette Waffenübersicht (naja, fast komplett... ...naja auch nicht fast komplett, aber sehr vieles...):

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Dave76
Beitrag 21. Nov 2016, 18:33 | Beitrag #30
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ZITAT(xena @ 21. Nov 2016, 18:26) *
ZITAT(Schwabo Elite @ 21. Nov 2016, 17:41) *
Wir haben aber nicht mehr 1980, sondern 2016. Dementsprechend anders verhalten sich heute die Staaten, Regierungen und Gesellschaften in den demokratischen Ländern. Und im Übrigen waren Griechenland und die Türkei zwar bereits früh NATO-Mitglieder, aber das vor allem aus der Not heraus die Südflanke Europas absichern zu müssen. Die NATO hat dahingegen die spanische Diktatur, nicht eingebunden, sondern das Land erst nach dem Tode Francos und der Umsetzung einiger Reformen aufgenommen.


Wie verhalten sich denn Länder im Jahr 2016 im Vergleich zu 1980? Ich sehe keinen großen Unterschied, außer, dass man sein Handeln, so wie man schon immer gehandelt hat, in moderne Worthülsen verpackt.

Dass man die spanische Diktatur nicht in die NATO aufgenommen hat, hat die NATO nicht daran gehindert mit ihnen zusammen zu arbeiten und andere Diktaturen, wie Griechenland und die Türkei, aufzunehmen. Ist aber egal, denn ich erwarte von meinem Land, dass es meine Interessen vertritt und meinen Wohlstand sichert. Zur Not auch mit Diktatoren, wenn dabei mein Wohlstand nicht gefährdet wird. Im Prinzip läuft es auf genau diese Denke hinaus.

ZITAT(Dave76 @ 21. Nov 2016, 17:46) *
Ja, aber nur weil man aus realpolitischen Erwägungen (Kalter Krieg beispielsweise) auch mit nicht-demokratischen Regierungen kooperiert, heißt das ja nicht im Umkehrschluss, dass man die westlichen Werte an sich in Frage stellt oder verrät. Hätte man die Wahl gehabt, hätte man sicherlich bevorzugt mit rein-demokratischen Regierungen zusammengearbeitet, aber das wäre und ist dann eine sehr beschränkte Außen- und Sicherheitspolitik.

Damit bestätigt sich meine Aussage oben. Und wenn man ehrlich ist, dann verhagelt die "Realpolitik" jegliche westlichen Werte. Die "westlichen Werte" sind auch nur so eine Worthülse.

So ein Blödsinn. Diese westlichen Werte haben uns eine vorher nicht gekanntes Maß an Freiheit und Wohlstand gebracht, was ist denn bitte die funktionale und erfolgreiche Alternative dazu?


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