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> Und wieder ein Rekord-Jahr in Afghanistan
Gast_pinkinson_*
Beitrag 5. Aug 2007, 21:55 | Beitrag #1
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Gast



ZITAT
Afghanistan expects record poppy harvest

WASHINGTON - Afghanistan will produce another record poppy harvest this year that cements its status as the world's near-sole supplier of the heroin source.


http://news.yahoo.com/s/ap/20070805/ap_on_...T.2ngndvyKs0NUE

Finde ich sehr "amüsant", dass bei den bereitgestellten 420 Mio. $ zur Bekämpfung der Drogenlandwirtschaft ganz zufällig die beste Ernte herauskommt. Mal sehen, bin schon gespannt, ob die das Ergebnis im nächsten Jahr toppen werden, immerhin haben die dann 475 Mio. $ zur Verfügung...
 
Parsifal
Beitrag 5. Aug 2007, 23:37 | Beitrag #2
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Naja, solange man durch Mohnanbau mehr Geld bekommt als durch den Anbau anderer Feldfrüchte find ich das ok. Die Bauern dort sind ja nicht vollkommen blöd und bauen etwas an, dass sie für wenig Geld auf dem Markt kaufen können, weil Weizen als Hilfsgut aus Europa und den USA unter Marktpreis dort vertickert wird Das ist die freihe Marktwirtschaft. Cést la vie.


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Beitrag 6. Aug 2007, 10:13 | Beitrag #3
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Genau das selbe Problem ist ja in Afrika, das die lokalen Bauern dort nichts anbauen können, weil die UN dort die Märkte mit Weizen überschwemmt
 
Gast_pinkinson_*
Beitrag 6. Aug 2007, 11:53 | Beitrag #4
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Mir ging's nicht darum den armen Bauern dort die Schuld in die Schuhe zu schieben, sondern drauf aufmerksam zu machen, dass scheinbar je mehr Geld für die Bekämpfung dieser Seuche ausgegeben wird, desto größer werden die Ernten.
 
Waldteufel
Beitrag 6. Aug 2007, 12:07 | Beitrag #5
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In deinen Überlegungen steckt aber ein kleiner Fehler. Es wird mehr Geld für die Bekämpfung ausgegeben, gerade weil die Ernte steigt. Diese Tendenz ist nicht erst seit heute bekannt, sondern wurde schon vor langer Zeit prognostiziert und dieser Trend wird auch weiterhin anhalten, Bekämpfung hin oder her. Realistisch betrachtet geht es im Fall von Afghanistan nämlich schon lange nicht mehr darum einen Rückgang im Drogenanbau zu erzielen, sondern viel mehr die Zuwachszahlen zu drücken. Daher ist es unzulässig die bereitgestellten Gelder als Ursache für verstärkten Anbau zu nennen.


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SailorGN
Beitrag 6. Aug 2007, 16:35 | Beitrag #6
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Naja, der Zusammenhang bewirkt schon ein Schmunzeln.... Fakt ist, dass bisher der Teufelskreis nicht durchbrochen wurde, eher im Gegenteil. Das Problem ist, wohin die Gewinne fliessen und vor allem, woher sie kommen. Der Anbau ist an sich ja weniger schädlich, fakt ist, dass es eine enorme internationale Nachfrage gibt und diese für das Angebot sorgt. In dem Blickwinkel ist die Drogenbekämpfung in Afghanistan und auch Lateinamerika eher Augenwischerei, weil es die Drogenprobleme der Länder verdeckt, deren Bewohner sich die Drogen leisten können. Ausserdem sind die Bauern noch die ärmsten Schweine in der Drogennahrungskette. Wirklich was ändern kann sich nur, wenn alle Elemente in der Szene bekämpft werden. Aber brennende Mohnfelder machen sich eben besser in den Medien als Junkies aus allen Schichten.....


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tommy1808
Beitrag 6. Aug 2007, 19:05 | Beitrag #7
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ZITAT(sailorGN @ 6. Aug 2007, 15:35) [snapback]893183[/snapback]
In dem Blickwinkel ist die Drogenbekämpfung in Afghanistan und auch Lateinamerika eher Augenwischerei, weil es die Drogenprobleme der Länder verdeckt, deren Bewohner sich die Drogen leisten können. .


der War on Drugs dient genauso wie der War on Terror ausschließlich dazu aus einem unvermeidbaren Zustand maximalen politischen Gewinn zu ziehen. Würde man Drogen nicht so massiv bekämpfen wäre damit kaum Geld zu verdienen....


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Gast_pinkinson_*
Beitrag 6. Aug 2007, 19:18 | Beitrag #8
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Zu der Situation mit A-Stan sollte man vielleicht noch mal anmerken, dass der Großteil der dort hersgestellten Drogen im Europa und insbesondere in Russland ihren Absatzmarkt finden (abgesehen von den großen Industriezentren ist dieses Problem in Russland nahezu als mittlere Katastrophe zu bezeichnen). Das dies in erster Linie die Jungend und damit die langfristigen Perspektiven des Landes schwächt dürfte klar sein. Und ich denke das wird keiner abstreiten, dass eine dauerhafte Schwäche Russlands zu den stategischen Ziele der USA gehören. D.h. ich kann nicht wirklich größeres Interesse der USA an der Eindämmung der dortigen Drogenwirtshaft erkennen...
 
Wodka
Beitrag 6. Aug 2007, 21:25 | Beitrag #9
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ZITAT(pinkinson @ 6. Aug 2007, 20:18) [snapback]893221[/snapback]
Zu der Situation mit A-Stan sollte man vielleicht noch mal anmerken, dass der Großteil der dort hersgestellten Drogen im Europa und insbesondere in Russland ihren Absatzmarkt finden (abgesehen von den großen Industriezentren ist dieses Problem in Russland nahezu als mittlere Katastrophe zu bezeichnen). Das dies in erster Linie die Jungend und damit die langfristigen Perspektiven des Landes schwächt dürfte klar sein. Und ich denke das wird keiner abstreiten, dass eine dauerhafte Schwäche Russlands zu den stategischen Ziele der USA gehören. D.h. ich kann nicht wirklich größeres Interesse der USA an der Eindämmung der dortigen Drogenwirtshaft erkennen...


Klar, der Mohnabbau wird durch die USA deshalb nicht bekämpft, oder gefördert um Russland dauerhaft zu schwächen.
Ich weiß nicht in wie weit das strategische Denken der amerikanischen Führung ausgeprägt ist, aber irgendwie glaube ich eher nicht, dass man ernsthaft mit dem Mohnanbau in Afghanistan die russische Jugend vergiften will und ich finde Verschwörungstheorien eigentlich toll.
Revolution würde jetzt sagen, dass Israel mittelbar von dem Drogenanbau in Afghanistan profitiert und damit den Iran vergiften will... .
Wenn Russland ein Drogenproblem hat, dann liegt die Wurzel des Drogenproblems in Russland. Genau wie die Wurzel des deutschen Drogenproblems in Deutschland liegt.




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Crazy Butcher
Beitrag 6. Aug 2007, 22:38 | Beitrag #10
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weiß nicht ob es so gemeint ist, aber denke dass es in etwa nach dem motto "mach deine probleme nicht zu meinen" läuft, sprich solange der scheiß nicht bis in die usa kommt, wird denen auch nicht soooo viel daran liegen, den mohnanbau zu bekämpfen. ob dies ein strategisches kalkül ist, sei mal dahingestellt. ich bezweifle es. kann zum einen verstehen, wenn man den örtlichen bauern und warlords keinen weiteren grund liefern möchte, zur mistgabel/AK zu greifen, ändert aber nichts daran, dass das ganze eine ziemliche schweinerei ist (ohne die usa dafür verantworltich machen zu wollen). vor der eigenen tür (kolumbien) sieht es nämlich ganz anders aus.


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Palatin
Beitrag 6. Aug 2007, 22:56 | Beitrag #11
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Entscheidend für die Frage ob die USA den Mohnanbau fördert, ignoriert oder wirklich bekämpft ist m.E. in erster Linie das Verhalten derjenigen welche in Afghanistan die Macht über die Drogen haben. Stehen sie mehr auf der Seite der Gegner oder halten sie gar zu den USA? Denke das ist für die Strategiewahl wesentlich wichtiger als die Frage ob ein Russe sich nun zu Tode kifft oder zu Tode säuft.


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Hinweis: Japanische Kinder bezeichnen ihre Mütter nicht als Mama-san sondern als Okaa-san.
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Hummingbird
Beitrag 6. Aug 2007, 22:57 | Beitrag #12
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ZITAT(Crazy Butcher @ 6. Aug 2007, 23:38) [snapback]893280[/snapback]
solange der scheiß nicht bis in die usa kommt, wird denen auch nicht soooo viel daran liegen, den mohnanbau zu bekämpfen
Was passiert denn mit den Drogengeldern? Wären die Taliban noch genauso aktiv wenn ihnen ihre Haupteinnahmequelle versiegen würde?
 
Osterhase
Beitrag 6. Aug 2007, 23:06 | Beitrag #13
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ZITAT(Hummingbird @ 6. Aug 2007, 23:57) [snapback]893287[/snapback]
ZITAT(Crazy Butcher @ 6. Aug 2007, 23:38) [snapback]893280[/snapback]
solange der scheiß nicht bis in die usa kommt, wird denen auch nicht soooo viel daran liegen, den mohnanbau zu bekämpfen
Was passiert denn mit den Drogengeldern? Wären die Taliban noch genauso aktiv wenn ihnen ihre Haupteinnahmequelle versiegen würde?


Eben,
eine Aufrüstung der Taliban liegt bestimmt nicht im Interesse der USA.
Um diese verhindern zu können würden sie bestimmt auch auf ein weiteres Siechtum der russisschen Jugend verzichten. rolleyes.gif


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Crazy Butcher
Beitrag 6. Aug 2007, 23:18 | Beitrag #14
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dachte die taliban wären in erster linie aus dem ausland (z.b. pakistan) finanziert, während das drogengeld eher den lokalen warlords (welche ja nicht unbedingt mit den taliban gleichzusetzen sind) zugute kommt.


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tommy1808
Beitrag 7. Aug 2007, 00:28 | Beitrag #15
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wer es nett und spannend haben will sollte sich einfach mal "Clear and Present Danger" vornehmen. Dann hat man einen netten Abend Unterhaltung und eine Idee was gemeint ist wenn davon gesprochen wird das es nicht nur Schwarz/Weiß gibt...

Wenn es ein bisschen trockener (sprich: ein Sachbuch) sein darf fängt am besten beim Klassiker an: "The Politics of Heroin in Southeast Asia. CIA complicity in the global drug trade", by Alfred W. McCoy with Cathleen B. Read and Leonard P. Adams II, 1972, ISBN 0-06-012901-8

Sonst.. Iran-Contra Affaire sagt noch jemandem was?


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Hummingbird
Beitrag 7. Aug 2007, 01:20 | Beitrag #16
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ZITAT(Crazy Butcher @ 7. Aug 2007, 00:18) [snapback]893291[/snapback]
dachte die taliban wären in erster linie aus dem ausland (z.b. pakistan) finanziert, während das drogengeld eher den lokalen warlords (welche ja nicht unbedingt mit den taliban gleichzusetzen sind) zugute kommt.
Die Frage ist wer das tatsächlich trennen kann.

Würde man eingestehen das der Opiumhandel den Taliban stark zugute kommt, dann wäre es doch schon viel schwerer für die Illegalisierung des Opiums zu argumentieren. Es wäre jedenfalls leichter den Taliban den Schwarzmarkt zu entziehen indem man die Opium Produktion legalisiert, als das es erfolgversprechend erscheint den Anbau gewaltsam unterbinden zu können.
 
EK 89/2
Beitrag 7. Aug 2007, 04:54 | Beitrag #17
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ZITAT(Hummingbird @ 6. Aug 2007, 23:57) [snapback]893287[/snapback]
Was passiert denn mit den Drogengeldern? Wären die Taliban noch genauso aktiv wenn ihnen ihre Haupteinnahmequelle versiegen würde?

Sind die Taliban zu "ihren besten Zeiten" nicht ganz massiv gegen den Mohnanbau vorgegangen? Ich hab mal gelesen, das unter den Taliban die Drogenproduktion in Afganistan gegen Null ging.
Meines Wissens sind die größten Drogenbarone die "Verbündeten" des Westen und weil man nicht auch noch mit Dostum, Hekmatiar und wie die War-Lords alle heißen richtig Ärger will drückt man vor Ort alle Augen zu und jammert hier über die Drogenschwemme. Typische Doppelzüngigkeit unserer Politiker eben.
 
Palatin
Beitrag 7. Aug 2007, 15:37 | Beitrag #18
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Ich denke man darf auch den Faktor nicht außer Acht lassen, dass hier Kriminelle am Werke sind - und dass mancher Mitarbeiter der "guten Seite" seine Entscheidungen nicht nur nach Vorschriften und Befehlen trifft.


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SailorGN
Beitrag 7. Aug 2007, 16:21 | Beitrag #19
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Nun, es stimmt, dass die Taliban gegen den Mohnabbau vorgegangen sind, da sie selbst anderweitig finanziert wurden und der Islam Drogen eher abneigend gegenüber steht. Das Hauptproblem dabei sind, denke ich, nicht die Taliban, zumindest nicht die wirklichen Hardliner, sondern vielmehr die Warlords und "Freizeit"_Taliban, die nur sporadisch als Guerrilla auftreten und ansonsten als Bauern leben.

Für den Bauern in Afghanistan bedeutet Mohn ersteinmal Geld, von den Problemen woanders weiss er nicht oder seine eigenen sind ihm wichtiger. Durch den Wegfall der Repressionen der Taliban baut er natürlich das an, was am meisten Kohle bringt (Machen Bauern in Europa genauso, den EU-Geldern sei Dank rolleyes.gif ). Dass Grundnahrungsmittel nix bringen ist sicher teilweise schuld der Hilfslieferungen, aber auch der Produktionsweise: Die kleinen Flächen können nicht wirklich mit den teilweise mechanisierten Produktionsmethoden im Ausland mithalten. Also auch ein Gesetz des Marktes.

Und was die Warlords angeht: Klar pisst man die nicht an, weil die im Norden dafür sorgen dass es dort ruhig bleibt. Ausserdem wird ja versucht, sie in die Regierung in Kabul einzubinden und damit kontrollierbar zu machen(was aber in weiter Ferne liegt). Das Problem ist also vielschichtiger als die Verschwörungstheorien und die bösen Kriminellen....

Der Beitrag wurde von sailorGN bearbeitet: 7. Aug 2007, 16:24


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Beitrag 7. Aug 2007, 16:22 | Beitrag #20
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Die Taliban waren auch früher ideologisch zwar nicht gerade für den Drogenkonsum und Handel, aber aus ganz pragmatischen Gründen wurde das Geschäft toleriert. Was sonst kann Afghanistan auch schon exportieren? Selbst heute da die NATO gegen den Drogenhandel vorgeht macht diese Wirtschaftssparte um die Hälfte des afghanischen Bruttoinnlandsproduktes aus.
 
Palatin
Beitrag 7. Aug 2007, 17:41 | Beitrag #21
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ZITAT(sailorGN @ 7. Aug 2007, 17:21) [snapback]893351[/snapback]
Das Problem ist also vielschichtiger als die Verschwörungstheorien und die bösen Kriminellen....

Also Verzeihung, ich lese da einen gewissen Unterton heraus der mich zu folgenden Bemerkungen hinreißt:
1. Im Gegensatz zu kruden Verschwörungstheorien sind Kriminelle nachweislich existent und aktiv. Die obige Gleichsetzung und das verächtliche "böse" kannst du dir also sparen - es ist nämlich Unsinn.
2. Da der Mohnanbau und alles weitere illegal ist, sind alle Beteiligten nunmal (neben anderen Gesellschaftlichen Rollen wie Bauer oder Warlord) auch Kriminelle - was zur Folge hat dass man mit einiger Berechtigung annehmen darf dass Bestechung etwas ist vor dem die "Branche" nicht zurückschreckt.
3. Ich schrieb extra "man darf auch den Faktor nicht außer Acht lassen" um die Tatsache hevorzuheben dass die Kriminalität eben nur ein Teilaspekt des natürlich vielschichtigen Problemes ist - aber eines dass man genausowenig vernachlässigen darf wie alle anderen. Daher denke ich, dass ich verlangen kann mir bitteschön keine Vereinfachung vorzuwerfen.


Der Beitrag wurde von Palatin bearbeitet: 7. Aug 2007, 17:44


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tommy1808
Beitrag 7. Aug 2007, 19:34 | Beitrag #22
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ZITAT(Palatin @ 7. Aug 2007, 16:41) [snapback]893371[/snapback]
1. Im Gegensatz zu kruden Verschwörungstheorien sind Kriminelle nachweislich existent und aktiv. Die obige Gleichsetzung und das verächtliche "böse" kannst du dir also sparen - es ist nämlich Unsinn.


ZITAT
Der Begriff Verschwörung (oder Konspiration) ist die Substantivierung der Übersetzung (16. Jh.) des lateinischen Verbs coniurare = sich heimlich (durch Eid/Schwur) verbünden. Die heimliche Verbündung dient der Durchführung eines Plans mit entweder (a) selbstsüchtiger verwerflicher Zielsetzung zum Schaden Anderer oder (b) zwecks Beseitigung von - tatsächlichen oder vermeintlichen - Missständen. Die Zielsetzung einer Verschwörung beruht daher nicht immer auf niederen Motiven, sie basiert jedoch in jedem Falle auf Täuschung.


quelle

eine Verschwörung dürfte es also immer sein wenn die OK im Spiel ist, ebenso wie in der Politik. Man hat es in Sachen Mohnanbau also in jedem Fall mit einer Verschwörung zu tun. Theorien dazu pauschal als "krude" hinzustellen ist also im mindesten Realitätsleugnung. Komplexe Verschwörungen auch im Drogenbereich sind ein vielfach hinreichend bewiesener Fakt.

Gruß
Thomas


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Palatin
Beitrag 7. Aug 2007, 20:45 | Beitrag #23
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ZITAT(tommy1808 @ 7. Aug 2007, 20:34) [snapback]893394[/snapback]
eine Verschwörung dürfte es also immer sein wenn die OK im Spiel ist, ebenso wie in der Politik. Man hat es in Sachen Mohnanbau also in jedem Fall mit einer Verschwörung zu tun. Theorien dazu pauschal als "krude" hinzustellen ist also im mindesten Realitätsleugnung. Komplexe Verschwörungen auch im Drogenbereich sind ein vielfach hinreichend bewiesener Fakt.

Schon klar.
"kruden Verschwörungstheorien" bilden hier eine semantische Einheit zur Bestimmung einer Teilmenge aller Verschwörungen - so wie bei "rote Autos" wink.gif
Es sollte in keiner Weise den Verschwörungscharakter von organisierter Kriminalität negieren, sondern sie eigentlich hervorheben indem sie von "kruden Verschwörungstheorien" getrennt wird - wie z.b. die das Adolfs Enkel von Neuschwabenland aus den Mohnanbau in AStan nutzt um die nur zum Schein untergegange SU zu schwächen, wobei ihn die Zionisten aus der USA helfen um den Kapitalismus zu verbreiten. lol.gif
Ich hatte nämlich das Gefühl dass die Kriminalität eben leider mit solchem Quatsch in eine Ecke gestellt und in einem falschen Schluß ebenfalls als Quatsch abgetan wird.

PS: Das Internet - nirgendwo kann man sich besser falsch verstehen!


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tommy1808
Beitrag 7. Aug 2007, 21:08 | Beitrag #24
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ZITAT(Palatin @ 7. Aug 2007, 19:45) [snapback]893411[/snapback]
Es sollte in keiner Weise den Verschwörungscharakter von organisierter Kriminalität negieren, sondern sie eigentlich hervorheben indem sie von "kruden Verschwörungstheorien" getrennt wird - wie z.b. die das Adolfs Enkel von Neuschwabenland aus den Mohnanbau in AStan nutzt um die nur zum Schein untergegange SU zu schwächen, wobei ihn die Zionisten aus der USA helfen um den Kapitalismus zu verbreiten.


naja.. wer hätte vor dem Celler Loch gedacht das die Strafverfolgungsorgane sich in Deutschland mit den Geheimdiensten verschwören um einen Bombenanschlag auf ein Gefängnis zu verüben...... insofern ist glaube ich keine Idee bescheuert genug um nicht noch von der Realität übertroffen zu werden ;-)

ZITAT
PS: Das Internet - nirgendwo kann man sich besser falsch verstehen!


in deed.. sorry dafür


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Parsifal
Beitrag 7. Aug 2007, 23:18 | Beitrag #25
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Was fürn verwirrender Bullsh... geistert durch eure Köpfe! biggrin.gif Achtung jetzt kommt meins und das fängt mit Mohnbrötchen an:p

Also zum Thema. Ich weis ja nicht wer gerne Mohnbrötchen oder sonstiges mohnsamenhaltiges Gebäck von euch isst, aber habt ihr euch schon mal überlegt, dass man für die Herstellung der Samen keinen Klatschmohn sondern Schlafmohn verwendet. Wie soll man jetzt nem Afghanen verbieten Schlafmohn anzubauen, wenn der dann mit der Schutzbehauptung kommt, dass es ihm ja nur um die Samen geht und nicht um den Pflanzensaft. Ich meine Aus Hanf kann man Fasern erzeugen, die hervorragende Eigenschaften besitzen und nebenbei kann man die Blüten rauchen und fühlt sich gut dabei. Genauso verwende ich täglich ein Messer zum essen obwohl ich mich damit verletzen kann.
Was ich damit sagen will, ist, dass es alles ein Witz ist. Wenn ich Gras brauche bekomme ich es schon, wenn ich Heroin brauche, dann fahr ich halt mal nach Frankfurt. Und wenn ich ein Messer als Waffe verwenden will, dann hab ich ein ganzes Arsenal an hervorragenden Küchenmessern daheim. Und die Afghanen scheißen drauf was die EU und die USA wollen, denen gehts um Geld und ums Überleben. Genauso ist es den USA egal was die EU will oder auch nicht will. Es wird einfach mal für Öl und "strategische Standorte in Zentralasien" Kriege in Irak und Afgahnistan angezettelt und erklärt den Bürgern, es geht in Wirklichkeit gegen die "Bösen". Und da kommen wir Kleingeister daher und wollen die Welt verbessern? Man kanns aus unserer Sicht nur beobachten und sein Vergnügen oder seinen Ärger zum Ausdruck bringen wie die Mächtigen ihr Spiel spielen und uns bezahlen lassen für irgendwas was uns auch nur vom eigentlichen ablenkt. Ich für meinen Teil finde die jetzige Situation ganz ok so. Jeder verdient an der Behandlung der Symptome und hier in Dtl. kann jedermann haben was er will. Das Leben ist schön und alle sind glücklich - also kein Grund für einen Aufstand denn das Volk ist beruhigt. So funktioniert gute vertrauenswürdige Politik. smokin.gif


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Beitrag 9. Aug 2007, 05:04 | Beitrag #26
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ZITAT(Parsifal @ 8. Aug 2007, 00:18) [snapback]893443[/snapback]
Was fürn verwirrender Bullsh... geistert durch eure Köpfe! biggrin.gif Achtung jetzt kommt meins und das fängt mit Mohnbrötchen an:p

Also zum Thema. Ich weis ja nicht wer gerne Mohnbrötchen oder sonstiges mohnsamenhaltiges Gebäck von euch isst, aber habt ihr euch schon mal überlegt, dass man für die Herstellung der Samen keinen Klatschmohn sondern Schlafmohn verwendet.


Stimmt das? wenn ja wäre das richtig geil.
Die Nummer mit dem Hanf kannst du vergessen, wenn du dich mit den in D. zugelassenen Hanfsorten bekiffen willst, ist das genauso, als ab man sich mit Claustaler-Alkoholfrei besaufen will. Du mußt dein Gras immer noch in Franfurt kaufen.
Ich finde sowiso, dass alle Drogen lgealisiert werden sollten, würde auf einen Schlag die Verbrechenstatistik halbieren, Polizisten könnten sich um richtige Straftaten kümmern und der Staat würde sich dämlich an der Märchensteuer auf Gras usw verdienen.
Zu den Gesundheitsgefahren, na ja ich darf mich auch ganz legal zu Tode saufen oder rauchen.

Klar geht es nicht um Demokratie im Nahen Osten, aber irgeneinen Mist muß man dem Plebs doch erzählen, die sollen ja ihre Knochen hinhalten und den Scheiß bezahlen.
 
Gast_pinkinson_*
Beitrag 9. Aug 2007, 13:39 | Beitrag #27
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ZITAT(Wodka @ 6. Aug 2007, 22:25) [snapback]893261[/snapback]
ZITAT(pinkinson @ 6. Aug 2007, 20:18) [snapback]893221[/snapback]
Zu der Situation mit A-Stan sollte man vielleicht noch mal anmerken, dass der Großteil der dort hersgestellten Drogen im Europa und insbesondere in Russland ihren Absatzmarkt finden (abgesehen von den großen Industriezentren ist dieses Problem in Russland nahezu als mittlere Katastrophe zu bezeichnen). Das dies in erster Linie die Jungend und damit die langfristigen Perspektiven des Landes schwächt dürfte klar sein. Und ich denke das wird keiner abstreiten, dass eine dauerhafte Schwäche Russlands zu den stategischen Ziele der USA gehören. D.h. ich kann nicht wirklich größeres Interesse der USA an der Eindämmung der dortigen Drogenwirtshaft erkennen...


Klar, der Mohnabbau wird durch die USA deshalb nicht bekämpft, oder gefördert um Russland dauerhaft zu schwächen.
Ich weiß nicht in wie weit das strategische Denken der amerikanischen Führung ausgeprägt ist, aber irgendwie glaube ich eher nicht, dass man ernsthaft mit dem Mohnanbau in Afghanistan die russische Jugend vergiften will und ich finde Verschwörungstheorien eigentlich toll.
Revolution würde jetzt sagen, dass Israel mittelbar von dem Drogenanbau in Afghanistan profitiert und damit den Iran vergiften will... .
Wenn Russland ein Drogenproblem hat, dann liegt die Wurzel des Drogenproblems in Russland. Genau wie die Wurzel des deutschen Drogenproblems in Deutschland liegt.


Selbstverständlich liegen die Wurzel des Drogensproblems in Russland (wie in jedem anderen Land auch), es liegt jedoch nicht mehr in der Verantwortung der Russen, wenn sich der Preis für Heroin in den letzten 5 Jahren auf 1/3 reduziert hat, so, dass sich selbst die Kinder das Zeug ohne Probleme leisten können.

Und das hat selbstverständlich nichts mit irgendwelchen kruden Verschwörungstheorien zu tun - Fakt ist, Russland hat dadurch ein massives Problem damit und muss dafür einiges an Ressourcen aufwenden, die dann entsprechend wo anders fehlen. Warum die USA dies nicht als vorteilhaft erachten sollen bitte ich doch zu erklären.

Der Beitrag wurde von pinkinson bearbeitet: 9. Aug 2007, 13:41
 
Palatin
Beitrag 9. Aug 2007, 14:43 | Beitrag #28
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ZITAT(pinkinson @ 9. Aug 2007, 14:39) [snapback]893641[/snapback]
Und das hat selbstverständlich nichts mit irgendwelchen kruden Verschwörungstheorien zu tun - Fakt ist, Russland hat dadurch ein massives Problem damit und muss dafür einiges an Ressourcen aufwenden, die dann entsprechend wo anders fehlen. Warum die USA dies nicht als vorteilhaft erachten sollen bitte ich doch zu erklären.

Es stellt niemand in Frage dass dies gewisse Kreise in den USA als vorteilhaft erachten.
Es geht jedoch darum Ursache und Wirkung nicht zu verwechseln.
Die USA haben in Afghanistan besetzt und gehen nun nicht so hart bzw effektiv gegen den Mohnanbau vor wie man das gerne hätte - aber liegt das daran dass sie so Russland schwächen wollen oder liegen die Motive woanders und der Russeneffekt ist nur ein "Bonus"?


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Hinweis: Japanische Kinder bezeichnen ihre Mütter nicht als Mama-san sondern als Okaa-san.
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Hummingbird
Beitrag 9. Aug 2007, 15:18 | Beitrag #29
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ZITAT(pinkinson @ 9. Aug 2007, 14:39) [snapback]893641[/snapback]
Fakt ist, Russland hat dadurch ein massives Problem damit und muss dafür einiges an Ressourcen aufwenden, die dann entsprechend wo anders fehlen. Warum die USA dies nicht als vorteilhaft erachten sollen bitte ich doch zu erklären.
Was sind denn die Fakten?

Was wendet Russland denn auf um dem Drogenproblem zu begegnen?
Gibt es da irgendwelche aufwendigen sozialen Programme?

Grenzsicherung wird nicht nur wegen Drogenschmuggel betrieben.

 
Gast_pinkinson_*
Beitrag 9. Aug 2007, 16:11 | Beitrag #30
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Gast



ZITAT(Palatin @ 9. Aug 2007, 15:43) [snapback]893651[/snapback]
ZITAT(pinkinson @ 9. Aug 2007, 14:39) [snapback]893641[/snapback]
Und das hat selbstverständlich nichts mit irgendwelchen kruden Verschwörungstheorien zu tun - Fakt ist, Russland hat dadurch ein massives Problem damit und muss dafür einiges an Ressourcen aufwenden, die dann entsprechend wo anders fehlen. Warum die USA dies nicht als vorteilhaft erachten sollen bitte ich doch zu erklären.

Es stellt niemand in Frage dass dies gewisse Kreise in den USA als vorteilhaft erachten.
Es geht jedoch darum Ursache und Wirkung nicht zu verwechseln.
Die USA haben in Afghanistan besetzt und gehen nun nicht so hart bzw effektiv gegen den Mohnanbau vor wie man das gerne hätte - aber liegt das daran dass sie so Russland schwächen wollen oder liegen die Motive woanders und der Russeneffekt ist nur ein "Bonus"?



Ich habe auch nirgendwo geschrieben, dass das primäre Ziel der Nichtbekämpfung des Mohnanbau die Schwächung Russlands ist.
 
 
 

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