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> Warum wurden früher schönere Autos gebaut als heute?, Warum faszinieren E21, W123, Quattro & Co. bis heute?
Glorfindel
Beitrag 31. May 2026, 19:08 | Beitrag #1
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BMW E21, Mercedes W123, Audi Quattro, Golf I, Ford Taunus, Opel Ascona & Manta, Citroen CX, Jaguar XJ: Warum wirken diese Autos heute oft schöner als aktuelle Modelle?Natürlich spielt Nostalgie eine Rolle. Andererseits scheint es kein Zufall zu sein, dass viele moderne Fahrzeuge, die als besonders gelungen gelten, stark auf klassische Designmerkmale zurückgreifen. Der Porsche 911 entwickelt seit Jahrzehnten ein historisches Grundkonzept weiter, der Mazda MX-5 orientiert sich bewusst an klassischen Roadstern, und auch viele aktuelle Retro-Modelle zitieren frühere Entwürfe.

Daher meine Fragen:

Waren die Designer früher tatsächlich freier als heute?
Haben strengere Sicherheits-, Aerodynamik- und Verbrauchsvorgaben die gestalterischen Möglichkeiten stark eingeschränkt?
Ist die heutige Globalisierung des Automarktes ein Grund dafür, dass viele Fahrzeuge ähnlicher wirken?
Oder verklärt man die Vergangenheit und erinnert sich nur an die gelungenen Modelle, während die vielen durchschnittlichen Autos von damals längst vergessen sind?

Mich würde insbesondere die Sicht von Leuten interessieren, die sich mit Automobildesign, Fahrzeugentwicklung oder Industriegestaltung beschäftigen.

War die Zeit von etwa 1970 bis 1990 tatsächlich eine Art „goldenes Zeitalter“ des Automobildesigns, oder täuscht dieser Eindruck?


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Kruemelmonster
Beitrag 31. May 2026, 19:40 | Beitrag #2
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Fhnrich
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ZITAT(Glorfindel @ 31. May 2026, 20:08) *
Waren die Designer früher tatsächlich freier als heute?
Haben strengere Sicherheits-, Aerodynamik- und Verbrauchsvorgaben die gestalterischen Möglichkeiten stark eingeschränkt?


Ja, z.B. haben die Gesetzgebungen zur Verbesserungen des Fußgängerschutzes die Designer eingeschränkt.

Wiki Fussgängerschutz
 
goschi
Beitrag 31. May 2026, 19:40 | Beitrag #3
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ZITAT(Glorfindel @ 31. May 2026, 20:08) *
War die Zeit von etwa 1970 bis 1990 tatsächlich eine Art „goldenes Zeitalter“ des Automobildesigns, oder täuscht dieser Eindruck?

war es nicht, aber du warst damals, als diese Modelle aktuell waren im prägensten Alter (ca 15-25) und empfindest das daher prägend als stilbildend und damit besonders schön.

siehe zB: https://www.transcript-open.de/isbn/3483


Bei Autos kamen halt Aerodynamik und Sicherheit dazu, die gewisse Designfreiheiten verunmöglichen.


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Wer zum Denken nachdenkseiten braucht, denkt auch, dass ihm ihm die Tankkarte das tanken abnimmt.

Qui tacet, consentire videtur
ZITAT(Forodir @ 31. May 2023, 20:26) *
Dass die Russen viele Verluste haben aufgrund ihrer offensiven Vorgehensweise, die sie sich bei Zapp Brannigan abgeschaut haben, ist davon unbenommen.
 
xena
Beitrag 31. May 2026, 20:18 | Beitrag #4
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Naja, ist Geschmacksache. Was früher aber ganz sicher der Fall war ist, dass die unterschiedlichen Modelle weit besser unterscheidbar waren, auch für Leute die nicht Auto affin waren. Heute opfert man Individualismus dem letzten Promille cw Optimierung und so sehen alle bzw die meisten Autos auf den ersten Blick irgend wie gleich aus. Aber jede Zeit hat auch ihre Formen. Zu Anfang waren sie kantig, dann in den 50ern sehr rund, dann in den 70ern wieder kantig und jetzt wieder rund und in den letzten Jahren sogar teils tactical.


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Meine Meinungen könnten zur Verdeutlichung etwas übertrieben und Überspitzt dargestellt werden.

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Glorfindel
Beitrag 31. May 2026, 20:24 | Beitrag #5
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ZITAT(xena @ 31. May 2026, 20:18) *
Naja, ist Geschmacksache.

Völlig richtig.
ZITAT
Was früher aber ganz sicher der Fall war ist, dass die unterschiedlichen Modelle weit besser unterscheidbar waren (...)

Sehe ich auch so.

Ich mein das erst: Wenn ich Chef von gewissen (deutschen) Automarken wäre, die früher so schöne Autos gemacht haben... ich würde die Designer rauswerfen.



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goschi
Beitrag 31. May 2026, 20:29 | Beitrag #6
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ZITAT(xena @ 31. May 2026, 21:18) *
Naja, ist Geschmacksache. Was früher aber ganz sicher der Fall war ist, dass die unterschiedlichen Modelle weit besser unterscheidbar waren, auch für Leute die nicht Auto affin waren.

ist das so?

Gefühlt auch viel Verklärung da, nehmen wir doch mal +/- 1980:

VW Polo:


Fiat 131:


Ford Escort:


Opel Kadett:



Ja, die Front hat jeweils nen eigenen Stil, was auch heute alle haben, ansonsten wahnsinnig gleiches Design


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ZITAT(Forodir @ 31. May 2023, 20:26) *
Dass die Russen viele Verluste haben aufgrund ihrer offensiven Vorgehensweise, die sie sich bei Zapp Brannigan abgeschaut haben, ist davon unbenommen.
 
Nite
Beitrag 31. May 2026, 20:30 | Beitrag #7
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ZITAT(goschi @ 31. May 2026, 19:40) *
ZITAT(Glorfindel @ 31. May 2026, 20:08) *
War die Zeit von etwa 1970 bis 1990 tatsächlich eine Art „goldenes Zeitalter“ des Automobildesigns, oder täuscht dieser Eindruck?

war es nicht, aber du warst damals, als diese Modelle aktuell waren im prägensten Alter (ca 15-25) und empfindest das daher prägend als stilbildend und damit besonders schön.

siehe zB: https://www.transcript-open.de/isbn/3483

Das.

Ich kann der von Glorfindel genannten Generation designtechnisch so gar nichts abgewinnen. W123, Golf 1, alles kantige Klötze auf Rädern.


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400plus
Beitrag 31. May 2026, 20:34 | Beitrag #8
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ZITAT(Nite @ 31. May 2026, 21:30) *
Das.

Ich kann der von Glorfindel genannten Generation designtechnisch so gar nichts abgewinnen. W123, Golf 1, alles kantige Klötze auf Rädern.


Geht mir ähnlich. E36 und E46 schlagen für mich den E21 deutlich, und der W210 den W123.
 
goschi
Beitrag 31. May 2026, 20:48 | Beitrag #9
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ZITAT(400plus @ 31. May 2026, 21:34) *
ZITAT(Nite @ 31. May 2026, 21:30) *
Das.

Ich kann der von Glorfindel genannten Generation designtechnisch so gar nichts abgewinnen. W123, Golf 1, alles kantige Klötze auf Rädern.


Geht mir ähnlich. E36 und E46 schlagen für mich den E21 deutlich, und der W210 den W123.

wie alt wart ihr, als die populär wurden? wink.gif


Die These, dass Designvorlieben (Musik, Mode und Design) in der prägenden Zeit von 15-25 sehr gefestigt werden, ist recht gut erforscht und auch logisch.
es lohnt sich das bei sich selbst mal etwas zu reflektieren, ist gar nichts negatives, erklärt aber viel und ist ziemlich konsistent smile.gif


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ZITAT(Forodir @ 31. May 2023, 20:26) *
Dass die Russen viele Verluste haben aufgrund ihrer offensiven Vorgehensweise, die sie sich bei Zapp Brannigan abgeschaut haben, ist davon unbenommen.
 
400plus
Beitrag 31. May 2026, 21:08 | Beitrag #10
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Klar, passt bei mir perfekt.
 
Madner Kami
Beitrag 31. May 2026, 21:21 | Beitrag #11
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ZITAT(Nite @ 31. May 2026, 21:30) *
ZITAT(goschi @ 31. May 2026, 19:40) *
ZITAT(Glorfindel @ 31. May 2026, 20:08) *
War die Zeit von etwa 1970 bis 1990 tatsächlich eine Art „goldenes Zeitalter“ des Automobildesigns, oder täuscht dieser Eindruck?

war es nicht, aber du warst damals, als diese Modelle aktuell waren im prägensten Alter (ca 15-25) und empfindest das daher prägend als stilbildend und damit besonders schön.

siehe zB: https://www.transcript-open.de/isbn/3483

Das.

Ich kann der von Glorfindel genannten Generation designtechnisch so gar nichts abgewinnen. W123, Golf 1, alles kantige Klötze auf Rädern.


Dito. Auch was auf Bildern selten so richtig zur Geltung kommt ist, wie flach und klein der "Body" dieser Fahrzeuge ist, mit einer aufgepfroft wirkenden Fahrgastzelle, die wie ein Dom über alles andere heraus ragt. Das sind alles einfach kantige Versionen des Ford Ka der ersten und zweiten Generation und Iterationen von Fred Feuersteins Auto. Das hat selbst ein Trabant 601 schon fast etwas besser hinbekommen. thefinger.gif

Der Beitrag wurde von Madner Kami bearbeitet: 31. May 2026, 21:34


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Holzkopp
Beitrag 31. May 2026, 21:50 | Beitrag #12
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Autos aus den Siebzigern finde ich potthässlich. Sowohl was die Karosserieformen als auch die Farbenm angeht.

Meine Eltern hatten Anfang der Achtziger einen damals als gehoben geltenden Audi 100 als Limousine in braunmetallic (!).

Sowas hässliches.

Als elegant und gelungen habe ich immer die S-Klasse von Mercedes, W 126, empfunden.

Und die großen Verglasungen empfand ich immer als Remineszenz an Leichenwagen.



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Das staendige Nachgeben der Klugen begruendet die Diktatur der Dummen.

ZITAT
stupider hysterischer Antiamerikanist
 
Wildboar
Beitrag 1. Jun 2026, 10:12 | Beitrag #13
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Moin,

das ist alles subjektiv. Allerdings kann man heute Autos kaum noch unterscheiden. Neue BMW, AUsi oder Benz sehem von hinten zumindest alle gleich aus. da mu? man schon genau auf das Herstellerlogo schauen. BMW von vorn erkennt man allerdings sofort. Was wollen die eigentlich mit dieser riesigen Niere kompensieren? DAS sieht zum Kotzen aus. Bei Mercedes kann man eine C-, E- und S-Klasse kaum unterscheiden, genau wie bei Audi.

Ach ja, wo ist ein W 123 ein kantiger Klotz?

Das ist allerdings ein Thema, wobei man sich ewig drüber streiten kann.

Ich habe mir letztes Jahr noch einen formschönen Mercedes W211 T-Modell gekauft. 20 Jahre alt, sieht wunderbar aus und fährt als 320er Benziner klasse. Verbrauch ist für 1900 Kg (4matic und Vollausstattung) auch ok.
 
Madner Kami
Beitrag 1. Jun 2026, 15:41 | Beitrag #14
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ZITAT(Wildboar @ 1. Jun 2026, 11:12) *
Moin,

das ist alles subjektiv. Allerdings kann man heute Autos kaum noch unterscheiden. Neue BMW, AUsi oder Benz sehem von hinten zumindest alle gleich aus. da mu? man schon genau auf das Herstellerlogo schauen. BMW von vorn erkennt man allerdings sofort. Was wollen die eigentlich mit dieser riesigen Niere kompensieren? DAS sieht zum Kotzen aus. Bei Mercedes kann man eine C-, E- und S-Klasse kaum unterscheiden, genau wie bei Audi.

Ach ja, wo ist ein W 123 ein kantiger Klotz?

Das ist allerdings ein Thema, wobei man sich ewig drüber streiten kann.

Ich habe mir letztes Jahr noch einen formschönen Mercedes W211 T-Modell gekauft. 20 Jahre alt, sieht wunderbar aus und fährt als 320er Benziner klasse. Verbrauch ist für 1900 Kg (4matic und Vollausstattung) auch ok.


In China gilt: Je größer der Kühlergrill, desto hochwertiger. Die haben den gleichen Trend den wir hatten, nur einfach fortgeführt. Autos werden jetzt für China designt, nicht Europa.


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goschi
Beitrag 1. Jun 2026, 15:55 | Beitrag #15
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ZITAT(Madner Kami @ 1. Jun 2026, 16:41) *
In China gilt: Je größer der Kühlergrill, desto hochwertiger. Die haben den gleichen Trend den wir hatten, nur einfach fortgeführt. Autos werden jetzt für China designt, nicht Europa.

der Witz:
Nein, gilt nicht, aber europäische Hersteller haben diesen trend China zugeschrieben.

Was dann dazu führte, dass auch China diese riesenFronthoden-Bodenschlürfer von BMW nicht kaufte, weil einfach peinlich-hässlich.

Dass BMW (und auch Mercedes) keine Designsprache mehr haben und mittlerweile jedes Modell eine komplett anders designte Front haben, ist halt auch kein Problem des zeitgeistes "man kann kein Design mehr" sondern, dass die Firmen kein Design mehr wollen.
So wie selbst Ferrari meint, ein eAuto müsse aussehen wie ein tesla, weil das das eAuto definierte...
oder BMWs i3/i8, die eAuto nachhaltig falsch verstanden und meinten, extra futuristisch und spacig. (bitter, verstehen die alle, obwohl die das Tesla-Design nachmachen gerade nicht, wieso Tesla Erfolg hatte, weil sie eben genau das nicht machten und ne eigene Designsprache brachten, die jetzt nur alle kopieren)

Dabei beweisen gerade Citroen, Renault und co, dass man mit einem schönen (Retro-) Design auch Mittelklassen-eAutos sexy machen kann, mit Eigenständigkeit, nicht mit Formlosigkeit.
der neue Twingo und R5 sind einfach sexy as fuck und on point Design, auch weil sie die Vorbilder modern interpretieren, damit beides abholen, Nostalgie und Moderne (etwas was der VW Beetle nicht schaffte, der verlor Beide).


Ganz ehrlich, gerade bei Autos gab es immer in der Masse ideenloses Design, man verklärt nostalgisch gerne die ideale, auch bei Audi sahen die meisten Autos langweilig aus, aber wir erinnern uns alle an Walter Röhrls Quattro in der Gruppe B, den haben wir immer vor Auge mit dem ikonischen Design
Der normale Quattro (nicht der am Rally-Quattro angelehnte Sport) sieht schon viel banaler aus und alle anderen Audis der zeit stinklangweilig wie VW mit mehr Kreisen.


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ZITAT(Forodir @ 31. May 2023, 20:26) *
Dass die Russen viele Verluste haben aufgrund ihrer offensiven Vorgehensweise, die sie sich bei Zapp Brannigan abgeschaut haben, ist davon unbenommen.
 
Madner Kami
Beitrag 1. Jun 2026, 16:26 | Beitrag #16
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ZITAT(goschi @ 1. Jun 2026, 16:55) *
ZITAT(Madner Kami @ 1. Jun 2026, 16:41) *
In China gilt: Je größer der Kühlergrill, desto hochwertiger. Die haben den gleichen Trend den wir hatten, nur einfach fortgeführt. Autos werden jetzt für China designt, nicht Europa.

der Witz:
Nein, gilt nicht, aber europäische Hersteller haben diesen trend China zugeschrieben.

Was dann dazu führte, dass auch China diese riesenFronthoden-Bodenschlürfer von BMW nicht kaufte, weil einfach peinlich-hässlich.


Das kann freilich auch sein und wird dann halt hier unter "China ist schuld" verkauft.

ZITAT(goschi @ 1. Jun 2026, 16:55) *
Dass BMW (und auch Mercedes) keine Designsprache mehr haben und mittlerweile jedes Modell eine komplett anders designte Front haben, ist halt auch kein Problem des zeitgeistes "man kann kein Design mehr" sondern, dass die Firmen kein Design mehr wollen.
So wie selbst Ferrari meint, ein eAuto müsse aussehen wie ein tesla, weil das das eAuto definierte...
oder BMWs i3/i8, die eAuto nachhaltig falsch verstanden und meinten, extra futuristisch und spacig. (bitter, verstehen die alle, obwohl die das Tesla-Design nachmachen gerade nicht, wieso Tesla Erfolg hatte, weil sie eben genau das nicht machten und ne eigene Designsprache brachten, die jetzt nur alle kopieren)


Absolut, ja. Ich hab nie verstanden, warum man nicht einfach die derzeitigen Autos mehr oder weniger weiter so bauen konnte, nur halt mit E-Motor unter der Haube, statt Verbrenner und Batterie statt Tank und leerem Ersatzradkasten. Stattdessen wurde alles undefinierter "Jetson-Pseudofutura-Style", mit immer weniger Knöpfen und Reglern und dafür immer größeren Touchscreens und Klavierlackplaste. Dabei bin ich ein großer Fan von großen (Touch)Screens, weil Infotainment einfach was Tolles und absolut Nützliches ist, sofern es vernünftig integriert ist und die logische Fortführung des "ich schmeiß das Standardradio raus und bau mir einen MP3-Player mit Verstärker und Subwoofer ein" war. Wenn aber selbst die grundlegendsten Funktionen nur in Submenüs eines Touchscreens überhaupt erreichbar sind, dann hat man die Grundaufgabe der Mittelkonsole nicht verstanden.

Der Beitrag wurde von Madner Kami bearbeitet: 1. Jun 2026, 16:28


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Delta
Beitrag 2. Jun 2026, 01:19 | Beitrag #17
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Wir dürfen bei der ganzen Debatte auch den Kostendruck und die Aggregierung der Industrie in Megakonzernen nicht vergessen.
In der Jugend der meisten Älteren aus diesem Forum (Gen X und Folgende) waren viele Hersteller noch nicht so kommonalisiert wie heute, bzw. sogar noch eigenständig. Heutzutage werden viele Marken durch deren Mutterkonzerne insofern dominiert, das aus Kostengründen jede Menge Teile, manchmal ganze Plattformen übergreifend genutzt werden und dann die Marken übertrieben gesagt nur noch ihre Logos draufpatschen. Das entschuldigt kein schlechtes Design und miese Ergonbomie, ist aber teilweise ein Grund.

Und ansonsten denke ich, dass sich viele Leute einfach nicht mehr in zwar schick aussehende, aber funktional und ergonomisch furchtbare Karaossen setzen wollen und Bequemlichkeit einen Preis hat, der auch in Design zu bezahlen ist. Meine Gegend ist irgendwie so ein Oldtimerhotspot und sobald es warm wird, seh ich jedes Wochenede die Dinger hier rumfahren. Mercedesse der 50er- bis 80er-Jahre (besonders Coupes und S-Klassen), Jaguar, britische Roadster, Bullit-Mustangs, Amerikanische 60/70er-Jahre A-Frames, VW Golf Cabrios, etc. Auch einer der 911 Dakar von 1984 inklusive Service-MAN Kat1 und Rothmans- Aufklebern kurvt hier in der Nachbarschaft rum. Bisschen stadteinwärts kommen dann die ganzen linksgrünen "understatement-Oldtimer" wie CV2, R4, Käfer.

Ich mag diese Autos. ich mag sie sehr. Sie sind meist klein, schnucklig, man kann sie wie eine Blechhaut quasi anziehen, sie haben teilweise tolle Linien, man sieht die rohe Kraft, falls Kraft vorhanden war, und ich glaube, heutzutage heutzutage finden die zwar viele als Hobby toll, "wegen der Technik" und wegen diesem Gefühl von früher, aber ich denke nicht, dass irgendjemand so etwas als Alltagsauto heutzutage noch akzeptieren würde:
- Allein der Geruch vom alten Auto von hinten sagt mir, dass da mehr Sprit in der Brennkammer war, als stöchiometrisch nötig, ergo die schlucken zu viel und hauen zu viel Abgas raus,
- Sie sind gern so eng, dass es unbequem ist, insbesondere hinten,
- Größe Auto vs. Größe Mensch darin sagt einem, dass da wo immer möglich am Material gespart wurde, um das so leicht und damit klein als möglich zu halten. Das bedeutet, dass die Kisten innen laut, im Winter kalt, im Sommer heiß und bei Crash nach heutigen Standards nicht sicher sind. Dafür hat man ne tolle Aussicht.
- und wenn ich an die VWs meiner Eltern in den 80ern denke, das waren Kisten noch bevor die Karosserievollverzinkung Einzug in den Kraftfahrzeugbau gehalten hat: Die Dinger rosteten einem bis 150k Km unrettbar weg, und wenn es das nicht war, dann haben Vergaser, Zündanlage oder Krümmer so das Spinnen angefangen, dass der Wagen gerade noch die 15PS leistete, die nötig waren, um auf den Schrottplatz zu fahren un den Henkel zum Wegschmeißen dranzuschweißen. Reparieren in dem Alter war dann sinnlos, weil die nächsten großflächigen Rostdurchbrüche bereits sichtbar im Anmarsch waren.
- Qualität der Bremsen und dynamische Fahrzeugstabilität war teilweise noch eine echte Herausforderung.

Es gibt einen Grund (eigentlich mehrere), warum wir in Deutschland 1970 21.000 Verkehrstote hatten und 2025 noch 2.814, bei massiv erhöhtem Verkehrsaufkommen. Die wesentlichsten verkehrsbedingten Gründe sind, dass man Autos für Insassen als auch Externe sicherer und einige Straßen langsamer gemacht hat. Danach kommen Fahrradhelme, ein paar Verkehrszeichen und das Absenken der Promillegrenze. Eingeklammert wird das durch moderne Kommunikationssysteme und dadurch rasch verfügbare Individualintensivmedizin, mit qualifizierter Erstversorgung und Krankentransport. Aber vor allem dickes Blech, statt dünnes Blech für Kraftfahrzeuge (und Gurte, Airbags, ABS, ESP, etc.). All diese Maßnahmen haben die Autos nicht hübscher gemacht, aber ergonomischer, bequemer und sicherer.

Was IMHO nicht hätte sein müssen sind die SUVfizierung (Karre wird höher, sieht mopsiger aus und man hat drin trotzdem weniger Platz) und die vor allem kostengetriebene Entergonomisierung, bei der Fixed Function Keys durch Multifunctional Touch- Displays ersetzt werden. Da habe ich schon 2004 in meiner Diplomarbeit davor gewarnt, dass es Scheiße wird, wenn man sicherheits- und missionskritisches Zeug, also Dinge, die wenn man sie braucht, zeitkritisch sind, in einer Menüführung versteckt, durch die man sich durchklicken muss, wo sich keine Sau merken kann, in welcher Reihenfolge er auf welche haptisch nicht unterscheidbaren Stelle seines Displays drücken muss (von dem er auch kein haptisches Feedback bekommt), um irgendwo in der fünften Ebene eines Menüs eine Fahrzeugeinstellung geändert zu kriegen.
Druck- und Drehknöpfe FTW!


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Thou canst not kill that which doth not live. But you can blast it into chunky kibbles.

Limitless are the ways of mankind in its virulent capacities
Ironic it may seem, for us a chance exists to see
In us also lies the capacity to transcend
 
Sensei
Beitrag 2. Jun 2026, 10:14 | Beitrag #18
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ZITAT(goschi @ 31. May 2026, 21:48) *
ZITAT(400plus @ 31. May 2026, 21:34) *
ZITAT(Nite @ 31. May 2026, 21:30) *
Das.

Ich kann der von Glorfindel genannten Generation designtechnisch so gar nichts abgewinnen. W123, Golf 1, alles kantige Klötze auf Rädern.


Geht mir ähnlich. E36 und E46 schlagen für mich den E21 deutlich, und der W210 den W123.

wie alt wart ihr, als die populär wurden? wink.gif


Die These, dass Designvorlieben (Musik, Mode und Design) in der prägenden Zeit von 15-25 sehr gefestigt werden, ist recht gut erforscht und auch logisch.
es lohnt sich das bei sich selbst mal etwas zu reflektieren, ist gar nichts negatives, erklärt aber viel und ist ziemlich konsistent smile.gif



Das ist für sich wieder ein eigenes spannendes Thema smile.gif

Ich vermisse heute auch die Abblendlicht-Anzeige hinter dem Lenkrad. Oder die klassische Handbremse.
Das zeigt aber eher, dass ich mit meinen 40 Jahren in einem anderen System aufgewachsen bin. Nicht, dass ältere Designs zwingend besser waren.


BTW/Hot Take:
Im Panzerdesign werden die Designer 'gerade' wieder Kreativer und 'spaciger' smokin.gif
 
goschi
Beitrag 2. Jun 2026, 11:50 | Beitrag #19
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ZITAT(Sensei @ 2. Jun 2026, 11:14) *
BTW/Hot Take:
Im Panzerdesign werden die Designer 'gerade' wieder Kreativer und 'spaciger' smokin.gif

Die klauen bei Videogames, darum hat alles Stealthkanten und Tacticalecken, alles sehr auf cool getrimmt.


Und das meine ich ernst, die aktuell präsentierten Designs sind zT direkt abgeleitet aus dem Design der Near-SciFi und Supertacticalcool Videogames. Kein Wunder, viele der aktuellen Designer sind damit erwachsen geworden (wir, die wir +/- in den 40ern sind, sind die mittlerweile sowas prägende Generation)


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ZITAT(Forodir @ 31. May 2023, 20:26) *
Dass die Russen viele Verluste haben aufgrund ihrer offensiven Vorgehensweise, die sie sich bei Zapp Brannigan abgeschaut haben, ist davon unbenommen.
 
Forodir
Beitrag 2. Jun 2026, 14:27 | Beitrag #20
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Gerade dort nervt mich das eher, bei Autos ist das ohnehin Geschmackssache, aber im Industriedesign eines Gefechtsfahrzeuges sollten unnötige Sicken, Verblendungen oder Abdeckungen einfach nicht sein.


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Niemand hat gesagt das es Spaß machen muss!
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goschi
Beitrag 2. Jun 2026, 14:37 | Beitrag #21
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Ich habe das nicht positiv gemeint biggrin.gif


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ZITAT(Forodir @ 31. May 2023, 20:26) *
Dass die Russen viele Verluste haben aufgrund ihrer offensiven Vorgehensweise, die sie sich bei Zapp Brannigan abgeschaut haben, ist davon unbenommen.
 
Glorfindel
Beitrag 2. Jun 2026, 15:35 | Beitrag #22
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Teilweise wird sogar militärisches Design geklaut. Die Nordkoreaner haben letzten Herbst Raketenwerfer präsentiert die wei HIMARS aussehen, es sind aber mit Sicherheit keine HIMARS und sie werden auch nie die Komplexität von HIMARS haben, aber sie sehen aus wie HIMARS.
Bild
Wobei das Bild selber wohl auch irgendwie gephotoshoped ist.


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xena
Beitrag 2. Jun 2026, 15:47 | Beitrag #23
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ZITAT(Delta @ 2. Jun 2026, 01:19) *
Wir dürfen bei der ganzen Debatte auch den Kostendruck und die Aggregierung der Industrie in Megakonzernen nicht vergessen.

Das begann aber damals schon. In den 70ern basierten die Fahrzeuge der großen US Hersteller alle auf einer gemeinsamen Basis. Jeder Subhersteller hat nur sein eigenes Logo drauf gemaht und hatte ein paar Austattungsdeteils anders. Beim VW Konzern war es ähnlich, nur noch nicht so ausgeprägt. Der 70er Passat war auch der Audi 80 und der Audi 100 war der verlängerte Viertürer des Passat/Audi 80. Die Motoren wurden eh alle hin und her getauscht. So hatte mein damaliger Santana den gleichen Motor, wie der Audi 100 den ich zuvor hatte. Beim Schrotthändler habe ich noch alles wichtige was regelmäßig kaputt ging noch raus geschraubt. Der Polo war in den 70ern auch der Audi 50.


ZITAT(Delta @ 2. Jun 2026, 01:19) *
Und ansonsten denke ich, dass sich viele Leute einfach nicht mehr in zwar schick aussehende, aber funktional und ergonomisch furchtbare Karaossen setzen wollen und Bequemlichkeit einen Preis hat, der auch in Design zu bezahlen ist. Meine Gegend ist irgendwie so ein Oldtimerhotspot und sobald es warm wird, seh ich jedes Wochenede die Dinger hier rumfahren. Mercedesse der 50er- bis 80er-Jahre (besonders Coupes und S-Klassen), Jaguar, britische Roadster, Bullit-Mustangs, Amerikanische 60/70er-Jahre A-Frames, VW Golf Cabrios, etc. Auch einer der 911 Dakar von 1984 inklusive Service-MAN Kat1 und Rothmans- Aufklebern kurvt hier in der Nachbarschaft rum. Bisschen stadteinwärts kommen dann die ganzen linksgrünen "understatement-Oldtimer" wie CV2, R4, Käfer.


Ist ja hier auch so, auch weil viele Ingenieure und Doktoren ihre Ferienhäuser und Oldtimer hier haben und am WE kutschieren die dann damit herum. Aber die alten Autos haben was, weil sie anders aussehen als die heutigen. Selbst mein 90er Jahre Oldtimer sorgt immer wieder für Aufmerksamkeit, weil es diese inzwischen kaum noch gibt.


ZITAT(Delta @ 2. Jun 2026, 01:19) *
Ich mag diese Autos. ich mag sie sehr. Sie sind meist klein, schnucklig, man kann sie wie eine Blechhaut quasi anziehen, sie haben teilweise tolle Linien, man sieht die rohe Kraft, falls Kraft vorhanden war, und ich glaube, heutzutage heutzutage finden die zwar viele als Hobby toll, "wegen der Technik" und wegen diesem Gefühl von früher, aber ich denke nicht, dass irgendjemand so etwas als Alltagsauto heutzutage noch akzeptieren würde:
- Allein der Geruch vom alten Auto von hinten sagt mir, dass da mehr Sprit in der Brennkammer war, als stöchiometrisch nötig, ergo die schlucken zu viel und hauen zu viel Abgas raus,
- Sie sind gern so eng, dass es unbequem ist, insbesondere hinten,
- Größe Auto vs. Größe Mensch darin sagt einem, dass da wo immer möglich am Material gespart wurde, um das so leicht und damit klein als möglich zu halten. Das bedeutet, dass die Kisten innen laut, im Winter kalt, im Sommer heiß und bei Crash nach heutigen Standards nicht sicher sind. Dafür hat man ne tolle Aussicht.

Die großen Fenster bieten eine gute Übersicht, weil keine fetten Säulen den Blick versperren. Ich bin aber anderer Ansicht was den Platz angeht. Die hatten damals massig Platz, wenn man sich keinen Gogomobil gekauft hatte oder eh selber ein 2 Meter hoch und einen Meter breiter Kerl war. Da bleibt Dir aber selbst heute nur einen SUV zu kaufen. In meinem Audi 100 BJ 1978 habe ich mich wie in einem Wohnzimmer gefühlt und laut war der auch nicht. Und wenn der eine durchgehende Sitzbank gehabt hätte, konnten locker drei ausgewachsene Leute vorn mitfahren.

Was mich heute an den Autos stört ist, dass die eine wuchtige Mittelkonsole haben und somit den Fußraum extrem einschränken, dazu noch die wuchtigen Türen wegen dem Airbag. Man sitzt wie in einer Konservendose drin. Meine Autos von damals hatten dagegen viel Platz, mit und ohne Mittelkonsole. Der Sitzkomfort auf der hinteren Sitzbank meines Santana war phänomenal. Kein Unterschied zu einem Mercedes S Klasse. Und der Santana war nur eine Version des Passat. Diese Passat Serie ist unter Kennern auch heute noch sehr begehrt. Und was den CO2 Ausstoß angeht, mei, es sind nur ein paar wenige. Die gehen im Rauschen unter.

Was mir an den alten Autos gefällt ist, dass man direkten Kontakt zu den Elementen und dem Motor hat. Alles was man macht hat direkte Folgen. Da ist keine Elektronik die es ausregelt und balanciert. Man spürt die Straße und alle Unebenheiten und die Kraft des Motors. Es liegt an einem Selbst was man daraus macht, nicht an einer Elektronik. Das ist richtiges Fahren das Spaß macht.



ZITAT(Delta @ 2. Jun 2026, 01:19) *
- und wenn ich an die VWs meiner Eltern in den 80ern denke, das waren Kisten noch bevor die Karosserievollverzinkung Einzug in den Kraftfahrzeugbau gehalten hat: Die Dinger rosteten einem bis 150k Km unrettbar weg, und wenn es das nicht war, dann haben Vergaser, Zündanlage oder Krümmer so das Spinnen angefangen, dass der Wagen gerade noch die 15PS leistete, die nötig waren, um auf den Schrottplatz zu fahren un den Henkel zum Wegschmeißen dranzuschweißen. Reparieren in dem Alter war dann sinnlos, weil die nächsten großflächigen Rostdurchbrüche bereits sichtbar im Anmarsch waren.
- Qualität der Bremsen und dynamische Fahrzeugstabilität war teilweise noch eine echte Herausforderung.

Hehe, ja das war eine Herausforderung, bei Kleinwagen. Weder mein erstes Auto, ein Audi 80 BJ 73 noch die späteren Autos hatten aber echte Probleme mit Bremse und Gedöns. Der Vergaser war da und dort problematisch, aber mit der Zeit wusste man woran es liegt und es war schnell behoben. Was alle Autos damals hatten, was das Problem mit dem Rost. Gebrauchtautos kaufte man in der Regel nicht älter als 5 Jahre. 10 Jahre alte Gebrauchte waren selten, nur für Schrauber und oft eher als Winterauto für 500 Mark für Leute die im Sommer Motorrad bevorzugten. Die wurden dann auch gleich im Frühjahr verschrottet und im Herbst dann das nächste gekauft.
Gebrauchte Autos waren damals aber erheblich günstiger im Vergleich zu Neuwagen und im Vergleich zu heute, auch kaufkraftbereinigt. Für einen gebrauchten durchschnittlichen Wagen mit über 10 Jahren zahlt man heute im Schnitt so viel wie ein neuer günstiger Kleinwagen kostet (von denen es heute eh nicht mehr viele gibt). Das war damals bei weite nicht so.


ZITAT(Delta @ 2. Jun 2026, 01:19) *
Es gibt einen Grund (eigentlich mehrere), warum wir in Deutschland 1970 21.000 Verkehrstote hatten und 2025 noch 2.814, bei massiv erhöhtem Verkehrsaufkommen.

Der Grund war zu aller erst der Sicherheitsgurt. Dann die Alkoholkontrollen. Seit Jahren habe ich das Gefühl, dass sich die Statistik bei irgendwas zwischen 2000 und 3000 eingependelt hat, obwohl immer mehr Sicherheitsschnickschnack eingebaut wird und die Kisten immer schwerer, wuchtiger und somit weniger Platz haben und teurer werden. Das kann man durch weniger und auch durch mehr Geschwindigkeitsbegrenzungen erreichen.


ZITAT(Delta @ 2. Jun 2026, 01:19) *
Was IMHO nicht hätte sein müssen sind die SUVfizierung (Karre wird höher, sieht mopsiger aus und man hat drin trotzdem weniger Platz) und die vor allem kostengetriebene Entergonomisierung, bei der Fixed Function Keys durch Multifunctional Touch- Displays ersetzt werden. Da habe ich schon 2004 in meiner Diplomarbeit davor gewarnt, dass es Scheiße wird, wenn man sicherheits- und missionskritisches Zeug, also Dinge, die wenn man sie braucht, zeitkritisch sind, in einer Menüführung versteckt, durch die man sich durchklicken muss, wo sich keine Sau merken kann, in welcher Reihenfolge er auf welche haptisch nicht unterscheidbaren Stelle seines Displays drücken muss (von dem er auch kein haptisches Feedback bekommt), um irgendwo in der fünften Ebene eines Menüs eine Fahrzeugeinstellung geändert zu kriegen.
Druck- und Drehknöpfe FTW!

Absolute Zustimmung. Ein TÜV Prüfer meinte, meine Schalthebel am Lenker wären ohne Funktion und wollte mir die Plakette verweigern. Ich meinte dann, das seien richtige Schalter, die er bis zum Klickgräusch durchdrücken muss. Tja, so unterscheiden sich die Generationen.

Inzwischen freuen die sich ein seltenes Exemplar zu bekommen, für das man sich bemüht es noch fahrtüchtig zu halten.


Aber ganz allgemein. Zu ihrer Zeit war diese Technik nun mal state of the art. Man kannte nix anderes und wusste es nicht besser und es war normal. Aus heutiger Perspektive sieht das natürlich ziemlich abenteuerlich aus. Aber es ist wie in einem anderen Thread. Alte Autos muss man aus der damaligen Perspektive betrachten. Heute sind sie nur Liebhaberstücke und niemand glaubt oder sagt, dass man diese als Alltagsautos verwenden sollte. Aber sie sind anders und stechen aus der grauen Masse heraus.


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Beitrag 2. Jun 2026, 16:02 | Beitrag #24
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ZITAT(xena @ 2. Jun 2026, 16:47) *
Was mich heute an den Autos stört ist, dass die eine wuchtige Mittelkonsole haben und somit den Fußraum extrem einschränken, dazu noch die wuchtigen Türen wegen dem Airbag. Man sitzt wie in einer Konservendose drin. Meine Autos von damals hatten dagegen viel Platz, mit und ohne Mittelkonsole. Der Sitzkomfort auf der hinteren Sitzbank meines Santana war phänomenal. Kein Unterschied zu einem Mercedes S Klasse. Und der Santana war nur eine Version des Passat. Diese Passat Serie ist unter Kennern auch heute noch sehr begehrt. Und was den CO2 Ausstoß angeht, mei, es sind nur ein paar wenige. Die gehen im Rauschen unter.

Der Unterschied des 1980er Autos gegenüber des 2020er Autos ist, 1980 starben in Deutschland rund 13.000 Menschen im Strassenverkehr, 2020 waren es 2.719, trotz mehr Autos; 1980 ca 23,1 Mio. PKW, 2020 ca 48,2 Mio. PKW

tja, und "ein paar wenige" geht eben nur, weil alles abgelöst wurde.
Saurer Regen und Smog in den Städten ist halt auch verschwunden, obwohl der Individualverkehr sich mehr als verdoppelte.


Alles hat seinen Preis, den damals zahlte man in Blut (von den Schwerverletzten schreiben wir hier noch nichtmal, das ist nochmal ein grösserer Unterschied, vor allem auch bei Unfallopfern wie Fussgänger), den Heute in etwas dickeren Türen.
Und nein, Alkohol und Sicherheitsgurt sind nur ein Teil davon, Fahrassistenz und Fahrgastzellenschutz sind viel, viel ursächlicher, gerade eben auch für die anderen als die im Auto.


Mercedes bekam den Elchtest-Albtraum in der A-Klasse mit simpler Softwareänderung hin, weil die Fahrassistenzdienste anders regeln, das ist in deinem Santana nicht möglich, fängt der an ausser kontrolle zu geraten, dann tut er das. (und seit der A-Klasse hat sich da nochmal epochal viel verändert, das war Halbzeit auf der hier verglichenen Linie)


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ZITAT(Forodir @ 31. May 2023, 20:26) *
Dass die Russen viele Verluste haben aufgrund ihrer offensiven Vorgehensweise, die sie sich bei Zapp Brannigan abgeschaut haben, ist davon unbenommen.
 
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Beitrag 2. Jun 2026, 16:12 | Beitrag #25
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Dazu kommt: Die 13.000 beziehen sich auf Westdeutschland, die 2.719 auf das gesamte Bundesgebiet.

ZITAT(xena @ 2. Jun 2026, 16:47) *
Das kann man durch weniger und auch durch mehr Geschwindigkeitsbegrenzungen erreichen.


Nein, nicht alles, weil es z.B. Unachtsamkeiten bei jedem Tempo geben kann. Abstands- und Spurwarner, Notbremsassistenten, Rückfahrkameras oder akustische Warner etc. sind da ein klarer Zusatznutzen.

Der Beitrag wurde von 400plus bearbeitet: 2. Jun 2026, 16:18
 
xena
Beitrag 2. Jun 2026, 16:20 | Beitrag #26
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@Goschi: Ich rede von heute. Die paar OldTimer die es heute noch aus der Zeit gibt machen die CO2 Bilanz auch nicht schlechter. Meiner hat sogar einen Kat. Den hätte ich damals sogar für den Santana bekommen, hat nur viel Zaster gekostet. Man bekommt durchaus auch diese alten Passats auch mit Kat, wenn einer gerne nen Oldtimer haben will und ihm sein Gewissen plagt.

Aber ja, alles entwickelt sich weiter. Das ist der Lauf der Dinge. Aber die Unfallzahlen nur auf die Technik zu reduzieren ist auch nicht so ganz seriös. Es liegt an jedem selbst wie er/sie fährt und welches Risiko man eingeht. Man könnte einfach Tempolimit machen und schwups würden tödliche Unfälle geringer werden.

Was mich auch noch stört heute und was die Autos so teurer macht ist, dass man alles verbaut und so kaufen muss. Aber nutzen darf man es erst, wenn man extra dafür ein Abo bezahlt. In Zukunft sollen Autos auch noch Alkomaten beinhalten. Also ich versuche so lange Oldies zu fahren wie sie noch zu vernünftigen Preisen zu haben sind. Und der Elch ist mir in Deutschland so ziemlich egal. Bisher habe ich alle Situationen meistern können.

Der Beitrag wurde von xena bearbeitet: 2. Jun 2026, 16:21


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Beitrag 2. Jun 2026, 16:24 | Beitrag #27
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ZITAT(xena @ 2. Jun 2026, 17:20) *
Ich rede von heute. Die paar OldTimer die es heute noch aus der Zeit gibt machen die CO2 Bilanz auch nicht schlechter.

doch machen sie
aber eben, es geht nur, weil es nur wenige sind, ist aber eigentlich extrem unnötiger Luxus, auf kosten anderer, ja nur ganz wenig, aber eben doch aktiv.
War letztens als Velofahrer hinter einen solchen Oldtimer geraten (klassischer Kadett aus den 80ern), habe dann erstmal angehalten und ausgehustet und Luft zu holen versucht, das kennt man als Velofahrer (im Stadtverkehr!) gar nicht mehr, wie belastend das ist, einfach mal beim Anfahren ne Abgaswolke ins Gesicht kriegen, die 15 jahre Rauchfrei mal eben rückgängig machen...


Klar, ein bisschen Egoismus und "ist ja nur meins, alle anderen habens nicht" funktioniert, ist aber halt dann unglücklich, wenn man ignoranz zu allen Fortschritten zeigt...


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ZITAT(Forodir @ 31. May 2023, 20:26) *
Dass die Russen viele Verluste haben aufgrund ihrer offensiven Vorgehensweise, die sie sich bei Zapp Brannigan abgeschaut haben, ist davon unbenommen.
 
Sensei
Beitrag 2. Jun 2026, 16:52 | Beitrag #28
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ZITAT(xena @ 2. Jun 2026, 17:20) *
Was mich auch noch stört heute und was die Autos so teurer macht ist, dass man alles verbaut und so kaufen muss. Aber nutzen darf man es erst, wenn man extra dafür ein Abo bezahlt. In Zukunft sollen Autos auch noch Alkomaten beinhalten. Also ich versuche so lange Oldies zu fahren wie sie noch zu vernünftigen Preisen zu haben sind. Und der Elch ist mir in Deutschland so ziemlich egal. Bisher habe ich alle Situationen meistern können.


Das stimmt nur zum Gutteil nicht.

Es ist deutlich wirtschaftlicher, nur eine Sitzvariante zu fertigen, der Hardware für 2 € mehr verbaut hat.
Aber dafür softwareseitig diese nach und nach nur freizuschalten.

Selbe gilt noch mehr für die IT: Es wäre komplett idiotisch, 10 verschiedene Fahrzeugcomputer zu bauen, nur um 10 verschiedene Abstufungen des Entertainment und IT Sysytems bieten zu können.

EDIT: Natürlich fühlt es sich als Kunde unfair und blöd an, etwas zu besitzen, was man nicht nutzen kann.
Aber aus ökologischer, ökonomischer und Marketing/BWL Perspektive ist es die richtige Entscheidung.

Zu große Ausreißer (Abbo zur Sitzheizung) wurden nach Beschwerden ja schon zurückgenommen.

ZITAT
Der Grund war zu aller erst der Sicherheitsgurt. Dann die Alkoholkontrollen. Seit Jahren habe ich das Gefühl, dass sich die Statistik bei irgendwas zwischen 2000 und 3000 eingependelt hat, obwohl immer mehr Sicherheitsschnickschnack eingebaut wird und die Kisten immer schwerer, wuchtiger und somit weniger Platz haben und teurer werden. Das kann man durch weniger und auch durch mehr Geschwindigkeitsbegrenzungen erreichen.


Mit der modernen Sicherheitstechnik bekämpft man zum Gutteil auch schlicht das höhere Gewicht und Leistung der heutigen Autos.

Der Beitrag wurde von Sensei bearbeitet: 2. Jun 2026, 17:10
 
goschi
Beitrag 2. Jun 2026, 17:21 | Beitrag #29
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ZITAT(Sensei @ 2. Jun 2026, 17:52) *
Mit der modernen Sicherheitstechnik bekämpft man zum Gutteil auch schlicht das höhere Gewicht und Leistung der heutigen Autos.

Nein

Fahrwerke, Chassisbau, usw sind Heute sehr viel potenter und stecken das gewicht problemlos weg, das Gewicht erzeugt aber die Sicherheit erst.
Das mehr an kollissionsmasse ist vernachlässigbar, bzw integriert in die Rechnung.


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ZITAT(Forodir @ 31. May 2023, 20:26) *
Dass die Russen viele Verluste haben aufgrund ihrer offensiven Vorgehensweise, die sie sich bei Zapp Brannigan abgeschaut haben, ist davon unbenommen.
 
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Beitrag 2. Jun 2026, 17:28 | Beitrag #30
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Ich kann jedem nur empfehlen sich dieses kurze Crashtest Video anzusehen, im alten Auto war man tot im neuen vermutlich nur leicht verletzt

1959 Chevrolet Bel Air vs. 2009 Chevrolet Malibu IIHS crash test

Und der Malibu ist jetzt 17 Jahre alt und würde heute als eher altes Auto gelten, da hat sich noch viel mehr getan.
 
 
 

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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 8. June 2026 - 18:03