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> G36-Nachfolger, Neues Stgw für die Bundeswehr!
brainwarrior
Beitrag 28. Sep 2020, 09:33 | Beitrag #601
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Es ist bisweilen durchaus im Sinne des Steuerzahlers, auch neuen Playern den Zugang zum Markt zu ermöglichen, sonst hat man nämlich irgendwann ein Monopol....Auf solche Gedanken kommen Projektverantwortliche auch schonmal ganz alleine, da braucht man keine Anruf aus Berlin. Man sollte nämlich schon begründen können, warum man die finanziellen Eignungskriterien für die Teilnahme am Wettbewerb besonders hoch setzt, auf diese Weise verhindere ich nämlich Wettbewerb. Und diesen soll Vergaberecht ja nun fördern, nicht hemmen.

Das heißt aber weder, dass sich diese neuen Player nicht den vertraglichen Regelungen unterwerfen müssen, noch dass sie einen Vorteil in der Angebotswertung haben.
Klar, wenn Haenel vorab schon rausfliegt ist HK sauber durch....

Aber da das Rationelle Herangehen zu scheitern droht, bringt mancher Journalist (aus eigener Überzeugung, oder...?) , nachdem die Emirate-Menschenrechts-Argumentation etwas wirkungslos verpuffte, die berühmte Nazi-Keule ins Spiel. Vielleicht richtet die es ja dann wenigstens , damit alle gut weiterschlafen können.

Der Beitrag wurde von brainwarrior bearbeitet: 28. Sep 2020, 09:39
 
Almeran
Beitrag 28. Sep 2020, 10:05 | Beitrag #602
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Jetzt steigerst du dich aber auch ein bisschen in etwas hinein, auf Basis eines einzigen Kommentars.

Ist vergaberechtlich relevant, was Haenel auf die Website schreibt? Nein, natürlich nicht.
Darf man sich fragen, warum ein deutscher Waffenhersteller im Jahr 2020 damit wirbt, dass man mal für ein Verbrecherregime das Töten vereinfacht hat? Ja, natürlich! Zumal Haenel von 2020 bis auf den Namen nichts mehr mit der Firma von damals zu tun hat, da also keinerlei Kontinuität im Know-How herrschen kann.

Da gibt es andere Traditionen, auf die man abstellen kann, wenn man sich schon eine Firmengeschichte erfindet.


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Der Weisse Hai
Beitrag 28. Sep 2020, 10:19 | Beitrag #603
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ZITAT(brainwarrior @ 25. Sep 2020, 15:08) *
Ganz interessant gemachte Betrachtung zu dem Thema https://www.youtube.com/watch?v=7XVvMdLygyo


Wer von was ist das denn?

DWH


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Der Weisse Hai
Beitrag 28. Sep 2020, 10:20 | Beitrag #604
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ZITAT(Forodir @ 25. Sep 2020, 18:49) *
Das mit 5-schuss übergeben gibt es zumindest in der Bw jetzt aber schon lange nicht mehr...so ca. seit 2012 nicht mehr.


Ach, es lebe das Klischee!

DWH


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brainwarrior
Beitrag 28. Sep 2020, 10:24 | Beitrag #605
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@Almeran: Das ist Deine Interpretation des Inhalts der Webseite, dass das faktisch nicht so da steht, dessen sind wir uns aber einig?

Stell Dir mal folgende Fragen:

Steht der Bezug zum MK44 erst seit gestern auf der Webseite?

Ist die Tatsache, dass Haenel an dem Verfahren teilnimmt, erst seit zwei Wochen bekannt?

War das (was auch immer) bei der Auswahlentscheidung bei den Waffen für Länderpolizeien medial Thema?

Bei der Auswahlentscheidung für das SSG?

Ist HK medial während des Vergabeverfahrens plakativ medial und politisch in Erscheinung getreten?

Haenel?

@DWH: Mir nicht weitergehend bekannt, ich gehe davon aus von hier https://www.kuma-solutions.de/neue-seite

Der Beitrag wurde von brainwarrior bearbeitet: 28. Sep 2020, 10:28
 
bill kilgore
Beitrag 28. Sep 2020, 12:42 | Beitrag #606
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Ich sehe jetzt nicht, wo Haenel einen Bezug zum Mkb42(h) irgendwo herstellt, das macht der Autor des FAZ-Artikels.
Zumindest in der Pressemitteilung von Haenel gibt es einen Bezug auf die Büchsenmachertradition des Standorts Suhl, aber jetzt eine Traditionslinie zum Stgw44 zu ziehen halte ich für ein wenig übertrieben. Man könnte genauso schreiben "Ehemaliger Hersteller der Schwalbe baut jetzt Gewehre für die Bundeswehr" oder Ehemaliger VEB "Ernst Thälmann" baut Waffen für die Bundeswehr. Das wäre näher dran und vermutlich auch ehrlicher wink.gif

Klar kann man darüber diskutieren ob es die beste Idee von Haenel war, das Gewehr MaschinenKarabiner zu nennen, eine bei der Bw eher unbekannte Bezeichnung. H556 wäre wohl zu nah an dem Wettbewerber gewesen...


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brainwarrior
Beitrag 28. Sep 2020, 12:57 | Beitrag #607
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Mkb42(h) nicht. Unter dem Punkt Expertise - Über Haenel sind StG44 und Schmeisser genannt, aber keinerlei Bezug zu NS, WK2. Aber wenn man will, geht in Sachen Interpretation natürlich viel.

Der Beitrag wurde von brainwarrior bearbeitet: 28. Sep 2020, 13:04
 
bill kilgore
Beitrag 28. Sep 2020, 13:29 | Beitrag #608
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ZITAT(brainwarrior @ 28. Sep 2020, 13:57) *
Mkb42(h) nicht. Unter dem Punkt Expertise - Über Haenel sind StG44 und Schmeisser genannt, aber keinerlei Bezug zu NS, WK2.

Geschenkt, das bisschen "Tradition" kann man gerade noch gefahrlos auf die Website packen. Mir ging es eher um den erfundenen "MK44" wink.gif
Aber damit muss man rechnen, wenn man den Namen erwirbt und keinen (ausser einem lokalen) Bezug zum Unternehmen hat.
Und (Kriegs-) Waffen herstellt.

Aber ich schweife ab...


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Almeran
Beitrag 28. Sep 2020, 13:43 | Beitrag #609
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ZITAT(brainwarrior @ 28. Sep 2020, 11:24) *
@Almeran: Das ist Deine Interpretation des Inhalts der Webseite, dass das faktisch nicht so da steht, dessen sind wir uns aber einig?

Stell Dir mal folgende Fragen:

Steht der Bezug zum MK44 erst seit gestern auf der Webseite?

Ist die Tatsache, dass Haenel an dem Verfahren teilnimmt, erst seit zwei Wochen bekannt?

War das (was auch immer) bei der Auswahlentscheidung bei den Waffen für Länderpolizeien medial Thema?

Bei der Auswahlentscheidung für das SSG?

Ist HK medial während des Vergabeverfahrens plakativ medial und politisch in Erscheinung getreten?

Haenel?

@DWH: Mir nicht weitergehend bekannt, ich gehe davon aus von hier https://www.kuma-solutions.de/neue-seite

Das die Entscheidung für das neue Sturmgewehr medial mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht als eine Beschaffung irgendeiner Landespolizei, sollte dich jetzt nicht überraschen. Gerade nach dem ganzen Hickhack seit 2015. Das dann auch die (überraschende) Siegerfirma unter besonderer Beobachtung steht, auch nicht. Das sich die Mainstream-Medien nicht vor der Entscheidung mit dem Thema befassen ebenso. Das Timing ist also keineswegs nur durch "H&K-Fanboys starten eine Schmutzkampagne" zu erklären.

Fakt ist: Unter dem Tab "Expertise" rühmt sich Haenel der Erfindung des STG44 und zieht eine direkte Linie zum heutigen Unternehmen. Wenn das keine Werbung ist, weiß ich auch nicht. Und dass das STG44 jetzt nicht gerade im Kontext friedlicher Landesverteidigung entstanden ist, liegt ja auf der Hand. Das hat ein "G'schmäckle". Ich will damit nicht sagen, dass Haenel in irgendeiner Art und Weise rechtes Gedankengut unterstützt, das wäre abstrus. Aber es beweist einfach wenig Sensibilität beim Umgang mit dem Themenkomplex. Das sollte keinen Einfluss auf die Vergabe haben, aber man darf es wohl ansprechen.

Sich auf "Es GeHt NuR uM tEcHniK!" zurückzuziehen ist halt faul. Die Technik lässt sich nicht aus dem historischen Kontext lösen, wenn ich versuche damit Werbung für mein Unternehmen zu machen.


Aber: das ist ein absoluter Nebenkriegsschauplatz und irrelevant für die Ausschreibung. Daher würde ich hier gerne wieder auf die Technik zurückkommen.

Der Beitrag wurde von Almeran bearbeitet: 28. Sep 2020, 13:48


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Der Weisse Hai
Beitrag 28. Sep 2020, 14:02 | Beitrag #610
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Jedenfalls eines zeigt der Bericht ganz deutlich:

Das Vorhaben System Sturmgewehr Bundeswehr bleibt auf der politischen und nicht auf der Fachebene.

DWH


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Merowinger
Beitrag 28. Sep 2020, 14:09 | Beitrag #611
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Haenel selbst ist hauptsächlich eine Marke, was die nur 9 Mitarbeiter belegen. Für die Wirkung dieser Marke ist das STG44 als "Erfinder des modernen Sturmgewehrs" dementsprechend wichtig, die negativ wirkende Verbindung zum dritten Reich ist offensichtlich einkalkuliert.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 28. Sep 2020, 14:44
 
brainwarrior
Beitrag 28. Sep 2020, 14:14 | Beitrag #612
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Vielleicht liegen die letzten FAZ-Artikel auch einfach darin begründet, dass der HK-Pressechef nach seinem LinkedIn-Profil bis heute FAZ-Mitarbeiter ist (und bei der NZZ seit 2019 auch...klasse.). Frei nach dem Motto: Beziehungen schaden nur demjenigen, der keine hat. Aber das wäre wirklich nur eine der 1.000 Möglichkeiten. Dann ist eher beim Baainbw bzw. was faul - „Unregelmäßigkeiten“ , da ist sich mancher Journalist ja sicher.

Der Beitrag wurde von brainwarrior bearbeitet: 28. Sep 2020, 14:25
 
SLAP
Beitrag Gestern, 15:44 | Beitrag #613
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Sturmgewehr-Großauftrag: Heckler & Koch geht gegen Entscheidung vor

ZITAT
29.09.2020 - 15:47 Uhr dpa

Der Streit zwischen der Bundesregierung und dem Waffenhersteller Heckler & Koch wegen eines Sturmgewehr-Großauftrages verschärft sich. Man habe einen Nachprüfungsantrag eingereicht, teilte das Unternehmen aus Oberndorf im Schwarzwald am Dienstag auf Anfrage mit. Solch ein Antrag wird auch Vergabebeschwerde genannt, er hat aufschiebende Wirkung - damit liegt die Neubewaffnung der Bundeswehr mit 120 000 Sturmgewehren vorerst auf Eis. Das schon 2017 begonnenen Ausschreibungsverfahren wird somit zur Hängepartie für die Armee.

Das Verteidigungsministerium hatte Mitte September überraschend entschieden, den Auftrag über maximal 245 Millionen Euro an den kleinen Konkurrenten C.G. Haenel vergeben zu wollen. Der Empfehlung des Ministeriums soll der Bundestag noch zustimmen - dies kann er aber erst nach Ende des Rechtsstreits zwischen H&K und dem Bund. Nach Expertenschätzung könnte die Auseinandersetzung über zwei Instanzen ein halbes Jahr dauern.

Wie nun bekannt wurde, hat Heckler & Koch im Kampf um den Großauftrag einen dicken Preisnachlass eingeräumt. dpa erfuhr aus informierten Kreisen, dass die Firma zunächst 235 Millionen Euro für die 120 000 Sturmgewehre eines neuen Modells haben wollte. Im Laufe des Vergabeverfahrens senkte Heckler & Koch seine Preisforderung auf 179 Millionen Euro. Dem Vernehmen nach lag das finale Angebot von Haenel rund 50 Millionen Euro niedriger.

C.G. Haenel ist ein kleiner Waffenhersteller aus Suhl in Thüringen. Er gehört zum Rüstungskonzern Caracal aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Laut Bundesanzeiger machte Haenel im Jahr 2018 lediglich 7,1 Millionen Euro Umsatz mit neun Mitarbeitern plus Geschäftsführung. Unlängst erklärte Haenel, man habe inzwischen 120 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Heckler & Koch kommt mit 1000 Beschäftigten auf einen Jahresumsatz von 239 Millionen Euro (2019).


179.000.000 EUR - 50.000.000 EUR = 129.000.000 EUR

129.000.000 EUR / 120.000 Stk. = 1.075 EUR/Stk.

Der Beitrag wurde von SLAP bearbeitet: Gestern, 15:51


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SLAP
Beitrag Gestern, 16:45 | Beitrag #614
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Hier die ungekürzte Fassung:
Heckler & Koch stoppt Sturmgewehr-Vergabe vorerst

ZITAT
60 Jahre lang setzte die Bundeswehr auf Sturmgewehre von Heckler & Koch. Damit soll bald Schluss sein, in einem Bieterverfahren zog die Firma den Kürzeren. Doch die Waffenschmiede zieht alle juristischen Register, um den Auftrag noch an Land zu ziehen.

Oberndorf (dpa) - Im Streit mit der Bundesregierung hat der Waffenhersteller Heckler & Koch einen weiteren juristischen Schritt unternommen, um doch noch einen Sturmgewehr-Großauftrag des Bundes zu bekommen.

Man habe einen Antrag auf ein Nachprüfungsverfahren eingereicht, teilte das Unternehmen aus Oberndorf im Schwarzwald am Dienstag mit. So ein Antrag wird auch Vergabebeschwerde genannt, er hat aufschiebende Wirkung - damit liegt die Neubewaffnung der Bundeswehr mit 120 000 Sturmgewehren vorerst auf Eis. Das schon 2017 begonnenen Ausschreibungsverfahren wird zur Hängepartie für die Armee.

Das Verteidigungsministerium hatte Mitte September überraschend entschieden, den Auftrag von bis zu 245 Millionen Euro an den kleinen Konkurrenten C.G. Haenel vergeben zu wollen. Der Empfehlung des Ministeriums soll der Bundestag noch zustimmen - dies kann er aber erst nach Ende des Rechtsstreits zwischen H&K und dem Bund.

Die Auseinandersetzung landet in erster Instanz bei der beim Bundeskartellamt angesiedelten Vergabekammer des Bundes, als zweite Instanz wäre das Oberlandesgericht Düsseldorf am Zug. Nach Einschätzung des Vergaberechtlers Jan Byok von der Kanzlei Bird & Bird dürfte sich der Rechtsstreit mehrere Monate, vermutlich ein halbes Jahr hinziehen. Aus seiner Sicht hat H&K einen schweren Stand. «Es gibt nur wenige Fälle, in denen sich im Rüstungsbereich die Klägerfirma durchgesetzt hat gegen das Beschaffungsamt - früher war das anders, aber heute arbeitet das Amt deutlich gründlicher und macht weniger Fehler.»

Wie wichtig der prestigeträchtige Auftrag für das Schwarzwälder Traditionsunternehmen ist, lässt sich auch an einem dicken Preisnachlass erkennen: Wie dpa aus informierten Kreisen erfuhr, forderte Heckler & Koch zunächst 235 Millionen Euro für die 120.000 Sturmgewehre. Im Laufe des Vergabeverfahrens senkte Heckler & Koch seine Forderung auf 179 Millionen Euro. Dem Vernehmen nach lag das finale Angebot von Konkurrent Haenel aber rund 50 Millionen Euro niedriger.

Vergaberechtler Byok erklärte, dass der Vorwurf des Preisdumpings - also ein Preis unterhalb der Herstellungskosten - eine Rolle spielen könnte in dem Beschwerdeverfahren. Dumpingpreise sind bei öffentlichen Auftragsvergaben verboten.

C.G. Haenel ist ein kleiner Waffenhersteller aus Suhl in Thüringen. Er gehört zum Rüstungskonzern Caracal aus Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Laut Bundesanzeiger machte Haenel im Jahr 2018 nur 7,1 Millionen Euro Umsatz mit neun Mitarbeitern plus Geschäftsführung. 2017 waren es nur vier Mitarbeiter gewesen. Die Zahlen für 2019 wurden noch nicht publiziert. In einer ersten öffentlichen Mitteilung erklärte Haenel-Chef Olaf Sauer unlängst, man habe inzwischen 120 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Heckler & Koch kommt mit rund 1000 Beschäftigten auf einen Jahresumsatz von 239 Millionen Euro (2019).

Angesichts einer hohen Nachfrage aus anderen Staaten würde die hoch verschuldete Firma aus Baden-Württemberg die Ausschreibungsniederlage verkraften können - die Auftragsbücher sind voll und das Unternehmen war 2019 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Da H&K seinen Preis deutlich gesenkt hatte, dürfte die Profitabilität des eigenen Angebots ohnehin stark eingebüßt haben.

Schwerer wiegt aber der Reputationsschaden - in Verkaufsgesprächen mit ausländischen Kunden war es stets ein Vorteil, auf den Stammkunden Bundeswehr verweisen zu können. Dieses Verkaufsargument fällt bei Sturmgewehren künftig weg. Mit Maschinengewehren und Granatwerfern machen die Oberndorfer hingegen weiter Geschäfte mit dem Bund. Doch ausgerechnet in ihrer Paradedisziplin Sturmgewehr müssten sie einen Rückschlag hinnehmen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Heckler & Koch und der Bund vor Gericht miteinander streiten. 2015 warf die damalige Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dem Unternehmen Mängel beim Sturmgewehr G36 vor, erlitt mit dieser Sichtweise aber vor dem Koblenzer Landgericht Schiffbruch.


Der Beitrag wurde von SLAP bearbeitet: Gestern, 16:45


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Beitrag Gestern, 18:35 | Beitrag #615
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Es wird noch besser, laut nrwz (neue rottweiler Zeitung) war das Technische Ranking folgendermaßen:

1.HK416

2.MK556

3.433

Zitat Artikel: NRWZ.de - Neue Rottweiler Zeitung

HK 416 technisch das beste Gewehr?
Nach zuverlässigen Informationen der NRWZ hat das Bundesamt bei der technischen Bewertung das HK 416 auf Platz eins gestellt, das Haenelgewehr landete auf Rang 2, ein drittes Gewehr, ebenfalls von HK kam auf Platz 3.

Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums versicherte am Dienstagmittag gegenüber der NRWZ beim Haenel Gewehr sei das Preis-Leistungsverhältnis am besten gewesen. Zur technischen Bewertung wollte die Sprecherin sich kundig machen. Ein versprochener Rückruf blieb bis 17.30 Uhr aus.
Link zum Artikel:

https://www.nrwz.de/kreis-rottweil/heckler-...pruefung/275339




 
SLAP
Beitrag Gestern, 18:37 | Beitrag #616
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Heckler und Koch: Antrag auf Nachprüfung

ZITAT
Martin Himmelheber (him) 29. September 2020 Geändert: 29. September 202

Im Streit um die Vergabeempfehlung des Verteidigungsministerium für ein neues Sturmgewehr, will der Oberndorfer Waffenhersteller Heckler und Koch nicht klein bei geben. Wie berichtet, hatte das Beschaffungsamt des Bundes (Baainbw) das Gewehr des Suhler Waffenherstellers Haenel und zwei Gewehre von Heckler und Koch ausgiebig getestet.

Am Ende hat das Verteidigungsministerium dem Bundestag empfohlen, das Haenel MK 556 für die Bundeswehr anzuschaffen. Der Parlamentarische Staatssekretär Peter Tauber hat dazu an die Obleute der Fraktionen im Verteidigungsausschuss geschrieben: „Das siegreiche Angebot hat alle Bewertungskriterien erfüllt und weist über die Lebensdauer die höchste Wirtschaftlichkeit aller Angebote auf.“

Am Dienstagnachmittag hat die Nachrichtenagentur dpa gemeldet, HK habe nach der Rüge gegen die Vergabeentscheidung nun auch einen Antrag auf Nachprüfung gestellt. Das bedeutet, dass der Vorschlag des Baainbw von der Vergabekammer des Bundes überprüft werden muss.

Der Zeitplan ist geplatzt

Dafür ist eine Frist von fünf Wochen vorgesehen; Anfang November also, müsste diese Entscheidung bekannt gegeben werden. Dagegen könnte Heckler und Koch beim Oberlandesgericht Düsseldorf klagen. „Und dann kann es dauern“, so ein Kenner der Rüstungsindustrie.

Eigentlich wollte das Verteidigungsministerium bereits bis Ende des Jahres die ersten Aufträge für das neue Sturmgewehr vergeben. Nun soll bis Ende des Jahres nur das erste Los im Parlament eingebracht werden, wie aus der aktualisierten Liste der 25-Millionen-Euro-Vorlagen zu entnehmen ist. Ob das noch klappen wird, wenn HK bis zum Oberlandesgericht geht?
Hat HK seinen Preis heruntergeschraubt?

Die dpa berichtet weiter „aus informierten Kreisen“, dass Heckler und Koch zunächst 235 Millionen Euro für die 120.000 Sturmgewehre verlangt habe. Im Laufe des Vergabeverfahrens habe Heckler und Koch den Preis auf 179 Millionen Euro reduziert.

Aus dem Verteidigungsausschuss war zu hören, Haenel habe diesen Preis um weitere 52 Millionen Euro unterboten. Wie das zu schaffen sein soll, fragen sich Kenner der Waffenszene.
HK 416 technisch das beste Gewehr?

Nach zuverlässigen Informationen der NRWZ hat das Bundesamt bei der technischen Bewertung das HK 416 auf Platz eins gestellt, das Haenelgewehr landete auf Rang 2, ein drittes Gewehr, ebenfalls von HK kam auf Platz 3.

Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums versicherte am Dienstagmittag gegenüber der NRWZ beim Haenel Gewehr sei das Preis-Leistungsverhältnis am besten gewesen. Zur technischen Bewertung wollte die Sprecherin sich kundig machen. Ein versprochener Rückruf blieb bis 17.30 Uhr aus.


Der Beitrag wurde von SLAP bearbeitet: Gestern, 18:41


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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 30. September 2020 - 15:57