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> Medienkritik, Wie Massenmedien uns beeinflussen (wollen?)
Crazy Butcher
Beitrag 8. Apr 2017, 14:40 | Beitrag #1
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Ich hoffe der Threadtitel lässt nicht den Eindruck entstehen, dass es sich um einen Verschwörungsthread geht. Das tut es nicht und ich bitte auch in die Richtung gehende Theorien hier nicht einzubringen bzw nicht zum Thema zu machen.
Ich denke jedoch, dass wir durchaus die Funktionsweisen und Motivationen in unserer Medienlandschaft beleuchten sollten. Gerade weil es sehr viele verschiedene unabhängige Medien gibt.
Gerne darf auch jeder berichten auf welche Art und aus welchen Quellen er sich informiert und warum er es so für sinnvoll hält. Das fördert evtl. auch das gegenseitige Verständnis, so dass wir uns in Zukunft nicht gleich an die Gurgel gehen. Es ist jeder eingeladen bisherige Vorurteile abzulegen und offen auf den anderen (gerne auch mit konstruktiver Kritik) zuzugehen.

Es gibt sicherlich eine Menge Punkte an denen man bei diesem Thema ansetzen kann. In den letzten Tagen war es bei mir die Berichterstattung über terroristische Anschläge. Ganz aktuell in Stockholm und St. Petersburg.
Nach meinem empfinden gibt es durchaus eine Tendenz deutlich zu machen, dass solche Anschläge immer weniger Eindruck auf die Zivilbevölkerung machen.
Gerne wird aber gerade in den ersten Stunden über Panik/Schock/Starre in den betroffenen Städten berichtet. Berichten jedoch einzelne Reporter vor Ort persönlich, also nicht im Rahmen einer "neutralen" Meldung, sondern mit eigenen Eindrücken, dann heißt es oft, dass es eben keine Panik gibt und die Menschen recht rational mit der Situation umgehen.
Als Beispiel auf Spon:
ZITAT
Die Bevölkerung Sankt Petersburgs wirkte auf uns, selbst am Tag des Anschlags, ähnlich ungerührt wie die Studentin, die uns abgeholt hatte. In den folgenden Tagen haben wir Menschen Kunstwerke bestaunen, lachen, feiern, diskutieren, arbeiten und spazieren gehen sehen. Wir haben mit unseren russischen Gastgebern Gespräche über Weltpolitik, Journalismus, Medien, Bildung und ganz Alltägliches geführt. Natürlich war der Anschlag nicht vergessen, aber er dominierte weder den Alltag noch das Denken der Menschen.

Ähnlich lässt sich das auf andere ähnliche Meldungen übertragen.
Die Panik spielt sich idR nur in unmittelbarer Nähe der Anschlagsorte ab. In der restlichen Stadt gehen die Menschen gewohnt ihren Tätigkeiten nach und lassen eben nicht alles stehen und liegen. Beim Lesen entsteht aber der Eindruck, dass sich alle gleich zu Hause verbarrikadieren.

Was mich zu der Frage führt was die Motivation hinter solchen Schlagzeilen ist. Ist es Effekthascherei? Vielleicht. Nur liest man solche Schlagzeilen auch in Medien, die eigtl. eher für Sachlichkeit bekannt sind. Ich sehe auch nicht, wie mich "Panik" oder "Schockstarre" in der Überschrift zum lesen animieren sollen. Entweder das Thema interessiert mich oder eben nicht.
Was ist euer Eindruck?

Um auf die Anfangs erwähnten Quellen zurück zu kommen.
Wenn es bei mir schnell gehen soll und ich wissen will, OB in der Welt etwas los ist, schaue ich meißtens auf n-tv vorbei. Dort kann man die aktuell wichtigen Ereignisse auf die Schnelle sehen ohne richtig einsteigen zu müssen.
Ist etwas tatsächlich passiert und mich interessiert das WAS mehr Details, dann geht es weiter zu SpOn. Dort werden in der Regel die Ereignisse etwas näher betrachtet, ohne dass man großartig Zeit zum lesen braucht.
Wenn ich mehr Zeit habe, sind faz, Zeit und SZ meine Anlaufpunkte (auch ohne konkrete Ereignisse).
Wenn es um einfache stöbern geht, kann es auch mal die Welt sein, weil es dort auch speziell in Richtung (Militär)geschichte gehende Reihen gibt, die den ein oder anderen wenig beleuchteten Aspekt behandeln.
Last but not least auch gerne die NZZ. Wobei ich hier in erster Linie wegen fehlendem Bezug zu lokalen Themen seltener unterwegs bin. Wenn es um internationale Themen geht, spricht mich die Qualität der Berichterstattung durchaus an.

Englischsprachige Nachrichtenseiten lese ich eher selten, weil der Erkenntnisgewinn im Vergleich zu den zusätzlich (für die o.g. Medien) investierten Zeit eher gering ist.
Da müssen es schon spezielle Aspekte eines bestimmten Themas sein, die da beleuchtet werden und mich besonders interessieren.

Russischssprachige (Nachrichten)Medien konsumiere ich übrigens fast gar nicht. Die meißten von mir gelesenen Artikel von RT und Sputnik habe ich wahrscheinlich über Verlinkungen vom WHQ aus gesehen. Das sind zum Glück tatsächlich nicht viele.
korrespondent.net ist für mich aber eine gute, vergleichsweise neutrale Anlaufstelle für Meldungen aus der Ukraine.
Wenn, dann sind es auch hier eher spezielle Themen, die man im deutschsprachigen Bereich eher nicht beachtet.

Der Beitrag wurde von Crazy Butcher bearbeitet: 8. Apr 2017, 14:49


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MeckieMesser
Beitrag 8. Apr 2017, 15:30 | Beitrag #2
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Bin ich absolut bei Dir. Ähnliche Gewohnheiten bei mir.
International mag ich TheAtlantic und TheEconomist eigentlich ganz gerne. Kolumnen und Meinungen lass ich inzwischen ganz weg. Nervt einfach nur.

Was durchweg auffällt ist die schlechte Qualität der "Randthemen". Wir denken an den SpOn Qualitätsjounalismus wenn Airbus Defence ein Problem hat.
Ich komme aus der IT und merke das dort das gleiche. Einfach unlesbar bis peinlich.

Ich sehe das inzwischen so: In der Wissenschaft wurde der Uiniversalwissenschaftler abgeschafft. Beim Jounalismus scheint man noch auf Allwissende zu setzen.
 
400plus
Beitrag 8. Apr 2017, 17:35 | Beitrag #3
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Für Aktualität benutze ich meistens SpOn, für etwas mehr Hintergrund FAZ, NZZ, Zeit und SZ (etwa in der Reihenfolge). Die Seite der Welt besuche ich seit der Kooperation mit n24 nicht mehr, die ständigen selbstabspielenden Videos da nerven mich. Es stimmt aber, dass es da teilweise gute Beiträge zur Militärgeschichte gibt. An englischsprachigen Medien benutze ich vor allem den Guardian (insbesondere in punkto GB/Brexit), die BBC, mit Abstrichen die NYT (Krugmans Blog lese ich da ganz gerne) und die WasPo.

Für Sport 11freunde, kicker und (ja, steinigt mich biggrin.gif) Bild (Fußball) und Blick (Federer biggrin.gif)
 
Seneca
Beitrag 8. Apr 2017, 18:54 | Beitrag #4
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Die New York Times und die Washington Post sind wichtig bei Themen, welche die US-(Außen)politik betreffen. Gar nicht so selten findet man Artikel der NYT oder WaPo einen halben Tag später in überraschend ähnlicher Form bei Spiegel-online.
Bei Balkan-Themen oft gut informiert: "Die Presse" aus Österreich. Türkei (mit deutlichen Einschränkungen): hürriyetdailynews (auf englisch)

Für Journalismus mit Tiefgang, auch von Themen, die momentan nicht im Focus der Medien sind, steht mein persönlicher Favorit, die Frankfurter Allgemeine.

Der Beitrag wurde von Seneca bearbeitet: 8. Apr 2017, 20:59
 
SailorGN
Beitrag 8. Apr 2017, 19:12 | Beitrag #5
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Was mir auffällt: Die inhaltliche Qualität von Onlineartikeln steht sehr oft in Verbindung mit der redaktionellen Qualität. Ein Artikel, der schon in der Überschrift Rechtschreib-, Grammatik- und C&P-fehler aufweist kann meistens inhaltlich auch nicht überzeugen. Da ich selbst auch geschrieben/gelayoutet habe ist das für mich ein Zeichen für mind. zwei "Mängel". Erstens sehr knappe Zeitansätze bei Erstellung und zweitens mangelhafte QS bzw. Supervision in einer Redaktion. Drittenns könnte man noch mangelndes Wissen um die Rechtschreib- und Grammatikhilfe in Word unterstellen smile.gif

Mein persönliches Hauptmedium zur Zeit ist deutschlandfunk.de, da hat man einen guten Mix aus aktuellen Infos, tiefergehenden Artikeln, Interviews und Themen, die keine Schlagzeilen sind. Weitere Infos werden mit wikipedia eingeholt, wobei dort die Qualität stark schwankt. Ich wechsele bspw. sehr gern zwischen den dt., engl. und ggf. frz. Artikelversionen hin und her. Die besseren Artikel haben dann entsprechende Quellenverlinkungen, die sich auch lohnen. Drittes "Medium" sind die Startseiten div. Mailprovider (Yahoo, Hotmail). Qualitativ mehr als nur durchwachsen findet man dort auch mal ne Perle im Dreck... ansonsten ist es unterhaltsam. Bei massiven Anfällen von Masochismus kann man auch mal Kommentare dort lesen biggrin.gif Dient insgesamt aber eher dazu, Anreize für Recherchen ausserhalb der DLF-Filterblase zu bekommen.


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SailorGN
Beitrag 12. Apr 2017, 15:40 | Beitrag #6
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Da CB an anderer Stelle auf diesen Thread verwies möchte ich das gern exemplarisch aufgreifen.

Ausgangspunkt war ein verlinktes Dokument zu C-Waffen in Syrien

Neben der geäusserten Kritik am Autor ist es an diesem Beispiel möglich, zumindest einige formale Indizien für die Seriosität einer Quelle/Werkes heraus zu stellen:

1. Der Autor nennt gleich zu Beginn seinen (Klar-)Namen inkl. Erreichbarkeit.
2. Der Text ist eindeutig datiert und strukturiert, eine Gliederung fehlt leider.
3. Der Inhalt ist in einer logischen Folge angeordnet, die Argumentation bleibt am aktuellen Punkt, springt nicht und ist in sich geschlossen.
4. Das Layout folgt dem Inhalt, Satzzeichen sind weder Herdentiere, noch wird auf simplizierende Drei-Wort-Sätze oder halbseitige Relativsatzkonstruktionen zurückgegriffen.
5. Der Autor arbeitet mit Fußnoten, die alle dem Quellennachweis dienen. Angesichts des Themas und der Seitenzahl vielleicht etwas dünn, aber seine maßgeblichen Punkte deckt er damit ab.
6. Der Autor hat neben ein paar persönlichen Erklärungen und Anmerkungen am Ende eine Kurzbiografie angehängt, aus dem nicht nur sein beruflicher Hintergrund hervorgeht, sondern auch seine möglichen Abhängigkeiten und Einstellungen.

Insgesamt ist das ein Text, der sowohl die Einordnung des Autors in vielerlei Hinsicht, wie auch die Prüfung der Inhalte sehr einfach ermöglicht. Es geht daraus hervor, warum sich der Autor für einen Experten hält und welche Grundlagen er für seine Einschätzung herangezogen hat. Darüber hinaus ist er für Rückfragen direkt erreichbar.


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rekrats
Beitrag 12. Apr 2017, 17:04 | Beitrag #7
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ZITAT(SailorGN @ 12. Apr 2017, 16:40) *
Da CB an anderer Stelle auf diesen Thread verwies möchte ich das gern exemplarisch aufgreifen.

Ausgangspunkt war ein verlinktes Dokument zu C-Waffen in Syrien

Neben der geäusserten Kritik am Autor ist es an diesem Beispiel möglich, zumindest einige formale Indizien für die Seriosität einer Quelle/Werkes heraus zu stellen:

1. Der Autor nennt gleich zu Beginn seinen (Klar-)Namen inkl. Erreichbarkeit.
2. Der Text ist eindeutig datiert und strukturiert, eine Gliederung fehlt leider.
3. Der Inhalt ist in einer logischen Folge angeordnet, die Argumentation bleibt am aktuellen Punkt, springt nicht und ist in sich geschlossen.
4. Das Layout folgt dem Inhalt, Satzzeichen sind weder Herdentiere, noch wird auf simplizierende Drei-Wort-Sätze oder halbseitige Relativsatzkonstruktionen zurückgegriffen.
5. Der Autor arbeitet mit Fußnoten, die alle dem Quellennachweis dienen. Angesichts des Themas und der Seitenzahl vielleicht etwas dünn, aber seine maßgeblichen Punkte deckt er damit ab.
6. Der Autor hat neben ein paar persönlichen Erklärungen und Anmerkungen am Ende eine Kurzbiografie angehängt, aus dem nicht nur sein beruflicher Hintergrund hervorgeht, sondern auch seine möglichen Abhängigkeiten und Einstellungen.

Insgesamt ist das ein Text, der sowohl die Einordnung des Autors in vielerlei Hinsicht, wie auch die Prüfung der Inhalte sehr einfach ermöglicht. Es geht daraus hervor, warum sich der Autor für einen Experten hält und welche Grundlagen er für seine Einschätzung herangezogen hat. Darüber hinaus ist er für Rückfragen direkt erreichbar.


Der Text ist ein gutes Beispiel für das Problem der Semiprofessionellen Fake News die in den letzten Jahren Einzug gehalten haben (gutes Beispiel sind die Bellingcat Artikel). Der Author wendet einen gewissen Aufwand auf um vorzutäuschen Seriös zu sein ist es aber nicht.

Gründe die nach 30 Sekunden ins Auge stechen?
1.) Selbstzitat
2.) Zitate/Quell sind nicht sauber dargestellt und sehr schwer zu finden im Artikel
3.) Klassische Ablenkungsstrategie. Ich diskutiere 3 "Themen", bei 2 die mit der "eigenen" These nicht zu tun haben wird zitiert, beim 3ten, welches sich mit meiner These auseinandersetzt, gibt es dann keine Zitate mehr.
 
kato
Beitrag 12. Apr 2017, 18:17 | Beitrag #8
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Es hilft auch einfach mal die Firmen tatsächlich zu recherchieren, unter denen da "veröffentlicht" wird; die Seriösität läßt sich da schnell hinterfragen oder der Autor sich recht schnell in eine gewisse Richtung schieben.

Im obigen Fall handelt es sich um den Alleinvertreter und -Besitzer einer britischen Limited, die finanziell am Break-Even-Point operiert und deren Hauptgeschäft es zu sein scheint als Handelsvertreter für eine niedrig einstellige Zahl nichtbritischer Firmen auf Messen zu dienen.
 
kato
Beitrag 12. Apr 2017, 18:29 | Beitrag #9
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ZITAT(Crazy Butcher @ 8. Apr 2017, 15:40) *
Wenn es bei mir schnell gehen soll und ich wissen will, OB in der Welt etwas los ist, schaue ich meißtens auf n-tv vorbei. Dort kann man die aktuell wichtigen Ereignisse auf die Schnelle sehen ohne richtig einsteigen zu müssen.
Ist etwas tatsächlich passiert und mich interessiert das WAS mehr Details, dann geht es weiter zu SpOn. Dort werden in der Regel die Ereignisse etwas näher betrachtet, ohne dass man großartig Zeit zum lesen braucht.

Der Vollständigkeit halber, falls man weniger kommerziell gehen möchte:
Für den schnellen - und mobilen - Überblick eignen sich auch Apps entsprechend seriöser Quellen. Ich bevorzuge für obige Zwecke (OB und WAS) die ZDFheute-App. Scrollbarer und aktuell gehaltener headline-Newsticker mit Kurzzusammenfassung nach Klick für das OB, ausführlichere Artikel und Reportagen zu größeren Themen - im Regelfall mit Videos - sowohl auf Startseite als auch in Kategorien sortiert für das WAS und direkt verlinkt die aktuellen Ausgaben der tatsächlichen Nachrichtensendungen als Video.
 
Schneeball
Beitrag 12. Apr 2017, 18:59 | Beitrag #10
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ZITAT(SailorGN @ 12. Apr 2017, 16:40) *
Da CB an anderer Stelle auf diesen Thread verwies möchte ich das gern exemplarisch aufgreifen.

Ausgangspunkt war ein verlinktes Dokument zu C-Waffen in Syrien

Neben der geäusserten Kritik am Autor ist es an diesem Beispiel möglich, zumindest einige formale Indizien für die Seriosität einer Quelle/Werkes heraus zu stellen:

1. Der Autor nennt gleich zu Beginn seinen (Klar-)Namen inkl. Erreichbarkeit.
2. Der Text ist eindeutig datiert und strukturiert, eine Gliederung fehlt leider.
3. Der Inhalt ist in einer logischen Folge angeordnet, die Argumentation bleibt am aktuellen Punkt, springt nicht und ist in sich geschlossen.
4. Das Layout folgt dem Inhalt, Satzzeichen sind weder Herdentiere, noch wird auf simplizierende Drei-Wort-Sätze oder halbseitige Relativsatzkonstruktionen zurückgegriffen.
5. Der Autor arbeitet mit Fußnoten, die alle dem Quellennachweis dienen. Angesichts des Themas und der Seitenzahl vielleicht etwas dünn, aber seine maßgeblichen Punkte deckt er damit ab.
6. Der Autor hat neben ein paar persönlichen Erklärungen und Anmerkungen am Ende eine Kurzbiografie angehängt, aus dem nicht nur sein beruflicher Hintergrund hervorgeht, sondern auch seine möglichen Abhängigkeiten und Einstellungen.

Insgesamt ist das ein Text, der sowohl die Einordnung des Autors in vielerlei Hinsicht, wie auch die Prüfung der Inhalte sehr einfach ermöglicht. Es geht daraus hervor, warum sich der Autor für einen Experten hält und welche Grundlagen er für seine Einschätzung herangezogen hat. Darüber hinaus ist er für Rückfragen direkt erreichbar.


Alles schön so weit, es steckt sicher ein gewisser Aufwand in so einem Paper. Um meine Kritik abzukürzen noch mal mein Text aus dem anderen Strang:

Die Seite wird von Dan Kaszeta betreut, ein Co-Autor von Bellincat. Bellincat wurde von Eliot Higgins gegründet, der keinen Hehl daraus macht, zum Atlantic Council zu gehören und wohl auch von denen seine Kohle bekommt. Der Atlantic Council ist eine aussergewöhnlich einflussreiche US-amerikanische Denkfabrik und Lobbyorganisation, die von weltweit tätigen Konzernen und ehemaligen ranghohen Regierungsvertretern und Ex-Militärs gesteuert wird und überdies gut vernetzt ist mit zB der Atlantik Brücke oder dem Council on Foreign Relations. Über letztere stellt die Organisation Kontakte zu den Regierungsspitzen im transatlantischen Bereich her, um ihre interessengeleiteten Vorstellungen von Wirtschaft, Politik und Sicherheit in die offizielle Politik einzubringen.

Seine Nähe zu gewissen Institutionen mit eindeutiger Agenda lassen mich einfach an der nötigen Distanz zweifeln. Er ist mit den höchsten Zirkeln der Macht beinahe direkt verbunden. Dr. Uwe Krüger hat das exemplarisch für Deutsche Berichterstatter ja mal aufgedröselt: https://www.amazon.de/Meinungsmacht-Einflus...n/dp/3869620706

Der Beitrag wurde von Schneeball bearbeitet: 12. Apr 2017, 19:00
 
SailorGN
Beitrag 12. Apr 2017, 20:37 | Beitrag #11
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@rekrats: Gut gesehen. Ein Selbstzitat ist nicht per se falsch oder unwissenschaftlicht, gerade bei hochspezialisierten Forschungsgebieten muss auf vorherige Arbeiten verwiesen werden, wenn man die darin beschriebenen Sachverhalte braucht aber nicht erneut aufdröseln will. Man kann es auch tun, um eine spezifische Methodik zu erklären, die man bereits zuvor erfolgreich genutzt hat. In diesem Fall ist die Verlinkung zu einem Artikel bei Bloomberg wissenschaftlich eher unnötig. Was die Darstellung der Punkte im Text angeht so ist das in meinen Augen kein sachlicher Fehler. Sie sind erkennbar, fallen auch im Lesefluss auf und es gibt meines Wissens nach dafür keinen etablierten Standard. Kommt immer auf die Formatierung an... Letztendlich sind sie da, an den Stellen an die sie gehören und sie verweisen nicht auf irgendwelche Prosaergänzungen. Zu dem dritten Punkt kann ich nun gar nicht zustimmen. Alle Bereiche haben mit der Thematik zu tun, die Intention wird ja in der Introduction dargestellt. Darüber hinaus ist das erklärende Beiwerk in dieser Thematik und bei dieser Intention unbedingt notwendig. Schliesslich sind C-Waffen ein deutlich exotischeres Thema als Nuklearsprengköpfe, bzw. der Kenntnisstand der Mehrheit ist bei C-Waffen deutlich geringer. Neben den physiologischen und Kenntnissen gehört auch etwas Wissen zu chem. Verfahrenstechnik dazu. Wo Laborchemie und Neuronaufbau noch irgendwo rudimentär in der Schule mal unterrichtet wird geht es hier um deutlich spezielleres Wissen. Ohne den Blick auf allgemeinere Grundlagen dieses Spezialwissens zu richten ist die Diskussion über das Thema sinnlos. Man sieht ja an der Thematik hier im Forum, wie wenig von diesem Wissen in der Breite vorhanden ist.

Was die Nähe zu gewissen Institutionen angeht: Wenn sein Ein-Mann-Unternehmen am Breakevenpoint rumkrebst scheint es ihm ja nix zu nützen wink.gif Grundsätzlich ist so eine Nähe mindestens ein Verdachtsmoment, der ja auch gern Journalisten vorgeworfen wird. Es ist aber auch nicht ganz so einfach: Ohne Nähe keine Information oder Insidertipps (vor allem bei Journalisten, weniger auf den spezifischen Text gemünzt). Wer nur von weitem schaut und anklagt, ohne feste Beweise aus diesen Kreisen, macht sich selbst unglaubwürdig.

Nochmal was zum konkreten Inhalt des Textes: Aus meiner Warte (militärischer Hintergrund mit entsprechenden mehrmonatigen Fachlehrgängen und persönlicher Weiterbildung) sehe ich keine Fehler in den Darstellungen. Was er schreibt ist plausibel, wobei er ja nicht "beweist", sondern (Sach-)Argumente liefert, welche gegen (andere) Thesen sprechen.


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Hummingbird
Beitrag 13. Apr 2017, 00:54 | Beitrag #12
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Ich kann in dem Schriftstück von Dan Kaszeta nichts ausmachen, was ich als sachlich falsch einordnen müsste. Daher ist es in diesem Fall nicht wirklich wichtig, welche persönlichen Motive er verfolgt. Er geht gezielt auf die Argumente der russischen Desinformationskampagne ein und alleine das macht seinen Standpunkt deutlich. Solange etwas sachlich richtig ist, ist es aber völlig egal aus welcher Quelle es stammt. Die persönliche Agenda wird fragwürdiger bei gewagten und unbelegten Thesen wie beispielsweise von Söder verbreitet.
 
Schneeball
Beitrag 13. Apr 2017, 09:11 | Beitrag #13
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ZITAT(Hummingbird @ 13. Apr 2017, 01:54) *
Ich kann in dem Schriftstück von Dan Kaszeta nichts ausmachen, was ich als sachlich falsch einordnen müsste. Daher ist es in diesem Fall nicht wirklich wichtig, welche persönlichen Motive er verfolgt. Er geht gezielt auf die Argumente der russischen Desinformationskampagne ein und alleine das macht seinen Standpunkt deutlich. Solange etwas sachlich richtig ist, ist es aber völlig egal aus welcher Quelle es stammt. Die persönliche Agenda wird fragwürdiger bei gewagten und unbelegten Thesen wie beispielsweise von Söder verbreitet.

Es wäre schön, wenn man alle Nachrichten so beurteilen würde. Wenn ich hier einen Bericht poste von zB. swedhr.org der scheinbare Fakes der White Helmets enttarnt wird es weggebügelt mit "nicht relevant", "kein schönes Englisch", politische Agenda, etcpp. ohne auch nur mit einer Silbe auf den Inhalt einzugehen. Warum ist das so und was ist an dem Bericht fachlich falsch? Für mich war der nämlich ziemlich glaubwürdig vom Inhalt her, soweit ich das beurteilen kann (bin kein Arzt).

Der Beitrag wurde von Schneeball bearbeitet: 13. Apr 2017, 09:13
 
Hummingbird
Beitrag 13. Apr 2017, 10:10 | Beitrag #14
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ZITAT(Schneeball @ 13. Apr 2017, 10:11) *
Warum ist das so und was ist an dem Bericht fachlich falsch? Für mich war der nämlich ziemlich glaubwürdig vom Inhalt her, soweit ich das beurteilen kann (bin kein Arzt).
lol, der Artikel hat schon mal im ersten Satz behauptet, die White Helmets wären von der NATO finanziert.
Desweiteren ist es müßig sich darüber aufzuregen, dass die Pressearbeit einer Organisation in einem Bürgerkriegsgebiet keinen professionellen Standards folgt. Das die Öffentlichkeitsarbeit mit eigenen Interessen betreiben sollte eigentlich selbsterklärend sein.
 
Tankcommander
Beitrag 13. Apr 2017, 10:15 | Beitrag #15
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Nun was glaubwürdiger ist bestimmt die Obrigkeit. wink.gif

Natürlich sind die Medien der Transatlantikbrücke oder Atlantic Council nicht glaubwürdiger als die alternativen Medien, weil die von ihren Lobbys und Finziers genauso abhängig sind wie Staatsmedien.
Für den Propagandakrieg braucht man Medien auch nicht zu besitzen, es genügt schon diese zu finanzieren und Schlüsselpositionen mit entsprechenden Entscheidern zu besetzen.

Glaubwürdig werden Nachrichten erst wenn diese von neutralen Insidern bestätigt werden, was im Falle des Syrienkrieges natürlich schwierig ist.
Die Weisshelme sind natürlich keine neutrale Quelle, und natürlich sind die Vorwürfe bei dem Giftgasangriff handelt es um eine False Flag kombiniert mit Fakenews (mittlerweile kommt auch schon der Verdacht es handelte sich nicht um Sarin) erheblich wahrscheinlicher als das Assad eine US-Intervention provozieren würde. Davon abgesehen dass der Angriff noch nicht einmal millitärisch notwendig gar sinnvoll gewesen wäre. Von der Demoralisierung von fanatischen Islamisten mal ganz zu schweigen.
 
Schneeball
Beitrag 13. Apr 2017, 11:40 | Beitrag #16
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ZITAT(Hummingbird @ 13. Apr 2017, 11:10) *
ZITAT(Schneeball @ 13. Apr 2017, 10:11) *
Warum ist das so und was ist an dem Bericht fachlich falsch? Für mich war der nämlich ziemlich glaubwürdig vom Inhalt her, soweit ich das beurteilen kann (bin kein Arzt).
lol, der Artikel hat schon mal im ersten Satz behauptet, die White Helmets wären von der NATO finanziert.
Desweiteren ist es müßig sich darüber aufzuregen, dass die Pressearbeit einer Organisation in einem Bürgerkriegsgebiet keinen professionellen Standards folgt. Das die Öffentlichkeitsarbeit mit eigenen Interessen betreiben sollte eigentlich selbsterklärend sein.

Deutschland zB. finanziert die Propagandatruppe mit 7 mio jährlich, unter anderem mit deinem Geld (mich würd das rasen machen): http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoserv...Weisshelme.html Ist Deutschland plötzlich nicht mehr Teil der NATO? Gegründet wurde sie von James Le Mesurier, einem ehemaligen Agenten der Briten, auch Teil der NATO. Man findet noch weitere Links die Belegen dass auch Holland oder die USA den Weisshelmen Millionenbeträge zukommen lassen. Alle Teil der NATO, soweit ich weiss.

Man kann natürlich nicht Beweisen dass die Weisshelme direkt von der NATO finanziert und gegründet wurden, sind sie vielleicht auch nicht, geschenkt. Aber alle Spuren führen zu NATO Mitgliedern und deren Verbündeten, also ist die Behauptung dass die von der NATO finanziert werden eine verkürzte und zugespitzte Darstellung, aber im Kern richtig. All das ändert zudem nichts an den Analysierten Inhalten der Propagandafilmchen der Weissenhelmchen. Die Nähe dieser Propgandatruppe zu den Kopfabschneidern ist zudem offensichtlich, wenn man grad nicht den Film auf Netflix anschaut:
https://twitter.com/hkx07/status/781614195594756096
https://www.youtube.com/watch?v=eOz0jt_wA8w
Achtung, ganz übler Link:
https://www.liveleak.com/view?i=0a3_1430870428
 
400plus
Beitrag 13. Apr 2017, 12:03 | Beitrag #17
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ZITAT(Schneeball @ 13. Apr 2017, 12:40) *
ZITAT(Hummingbird @ 13. Apr 2017, 11:10) *
ZITAT(Schneeball @ 13. Apr 2017, 10:11) *
Warum ist das so und was ist an dem Bericht fachlich falsch? Für mich war der nämlich ziemlich glaubwürdig vom Inhalt her, soweit ich das beurteilen kann (bin kein Arzt).
lol, der Artikel hat schon mal im ersten Satz behauptet, die White Helmets wären von der NATO finanziert.
Desweiteren ist es müßig sich darüber aufzuregen, dass die Pressearbeit einer Organisation in einem Bürgerkriegsgebiet keinen professionellen Standards folgt. Das die Öffentlichkeitsarbeit mit eigenen Interessen betreiben sollte eigentlich selbsterklärend sein.

Deutschland zB. finanziert die Propagandatruppe mit 7 mio jährlich, unter anderem mit deinem Geld (mich würd das rasen machen): http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoserv...Weisshelme.html Ist Deutschland plötzlich nicht mehr Teil der NATO? Gegründet wurde sie von James Le Mesurier, einem ehemaligen Agenten der Briten, auch Teil der NATO. Man findet noch weitere Links die Belegen dass auch Holland oder die USA den Weisshelmen Millionenbeträge zukommen lassen. Alle Teil der NATO, soweit ich weiss.


Nach der Logik finanziert auch die FIFA die Weißhelme, denn da sind Holland, Deutschland und die USA auch Mitglieder.
 
schießmuskel
Beitrag 13. Apr 2017, 12:09 | Beitrag #18
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Dass die NATO die Weisshelme finaziert ist im Kern ungefähr so richtig wie daß die NATO Waisenhäuser in Afrika baut. Weil deutsches, französisches, und amerikanisches Geld fließt für solche Projekte und das sind alles NATO Mitglider facepalm.gif facepalmfji3.gif wallbash.gif rolleyes.gif hmpf.gif


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Respice! Mea signature est latinum, ergo ego sum ​​valde intelligent
 
Schneeball
Beitrag 13. Apr 2017, 12:43 | Beitrag #19
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ZITAT(schießmuskel @ 13. Apr 2017, 13:09) *
Dass die NATO die Weisshelme finaziert ist im Kern ungefähr so richtig wie daß die NATO Waisenhäuser in Afrika baut. Weil deutsches, französisches, und amerikanisches Geld fließt für solche Projekte und das sind alles NATO Mitglider facepalm.gif facepalmfji3.gif wallbash.gif rolleyes.gif hmpf.gif

Und darum schrieb ich ja VERKÜRZT und ZUGESPITZT, aber im Kern richtig. Man kann das richtig verstehen oder es sich so hinlegen, dass es blöd ist und man sich mit dem Inhalt nicht auseinandersetzen muss. Das zweite tut ihr, die Frage ist, warum?

Schau dir den Artikel an, lies dir seine Argumente durch, guck dir das Video an und dann sag mir, wo er falsch liegt. Ich habe keine medizinische Ausbildung die über Erste Hilfe hinausgeht und meine Ausbildung in der Armee liegt Ewigkeiten zurück, soweit, dass ich mich nicht mal an die max Reichweite "meines" Waffensystems erinnern kann. Für mich liest sich die Argumentation schlüssig, aber es kann natürlich auch gut gemachte Propaganda sein. Darum habe ich ja ursprünglich hier gefragt!
 
Schwabo Elite
Beitrag 13. Apr 2017, 13:04 | Beitrag #20
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ZITAT(Schneeball @ 12. Apr 2017, 19:59) *
Die Seite wird von Dan Kaszeta betreut, ein Co-Autor von Bellincat. Bellincat wurde von Eliot Higgins gegründet, der keinen Hehl daraus macht, zum Atlantic Council zu gehören und wohl auch von denen seine Kohle bekommt. Der Atlantic Council ist eine aussergewöhnlich einflussreiche US-amerikanische Denkfabrik und Lobbyorganisation, die von weltweit tätigen Konzernen und ehemaligen ranghohen Regierungsvertretern und Ex-Militärs gesteuert wird und überdies gut vernetzt ist mit zB der Atlantik Brücke oder dem Council on Foreign Relations.
Mir fällt dieses Narrativ jetzt bei Dir schon wiederholt auf. Ich glaube, Du schätzt das Atlantic Council da sehr durch eine bestimmte Brille gefärbt ein. Das AC ist vor allem mal eine Denkfabrik. Als solche propagiert sie ihre Ergebnisse genau so deutlich wie andere US-Thinktanks auch, vgl. Hoover, Brookings, Heritage, CSIS, CATO, Carnegie (um ein breiteres Spektrum zu nennen, ohne ins Detail zu gehen).

Dass im AC hohe ehemalige Militärangehörige oder Angestellte aus der Wirtschaft sitzen ist wenig verwunderlich und kaum vermeidbar, lässt aber eine wichtige dritte Gruppe aus, auf die ich bereits schon einmal hingewiesen habe: Wissenschaftler, vor allem Politologen, Soziologen und Historiker. Die machen einen Gutteil der Forschungsarbeit, wie bei jedem Thinktank. Ehemalige Offiziere haben in den USA, wie in vielen NATO-Ländern in der Regel ab einem gewissen Dienstgrad studiert. Demzufolge sind die meisten ehemaligen Soldaten beim AC entweder wissenschaftlich aktiv und haben ihr Forschungsfeld nach ihrem Beruf gewählt oder sie sind dort als Manager mit Sachverstand.

Die ehemaligen Angestellten "weltweit tätiger Konzerne" klingen zwar direkt nach "böse Lobbygruppe", aber das ist Deiner Wortwahl von "Konzern" und "Lobby" geschuldet. Du suhlst Dich da im eigenen ideologischen Sud. Wenn ich Pharmazie studiere, nach der Promotion bei Bayer arbeite und anschließend zurück in die Forschung an einem privaten Institut gehe - sowas nennt man einen Thinktank - dann bin ich extrem gut ausgebildet und so nah wie möglich an Markt und Eigentümern der Produktionsmittel. Das qualifiziert mich deutlich mehr für einen Forschungsjob als "nach der Promotion Apotheker geworden".

Ähnlich ist es bei ehemaligen Angestellten von Consulting-Firmen, internationalen Kanzleien oder Firmen mit großen Marktanteilen in Gebieten mit hohem Kontakt zu Russland. Solche Leute können in Thinktanks als Forschungsmanager oder seltener als Forscher selbst und natürlich als Kontaktpersonen zu nicht-wissenschaftlichen Einrichtungen erhebliche Synergieeffekte erzeugen und so dem Thinktank Ressourcen, Gehör und neue Perspektiven ermöglichen.

Das funktioniert aber kein Stück anders an öffentlichen Forschungseinrichtungen. Wenn ich als Historiker nur meine Bücher wälze und mit keinem außerhalb rede, nimmt mich vielleicht noch die Forschungsgemeinschaft wahr, aber sonst keiner. Bei der Akquise von Forschungsmitteln ist es daher ratsam mit außeruniversitären Einrichtungen wie Museen, Archiven oder privaten Stiftungen - nicht selten selbst Think Tanks - zu kooperieren. Und natürlich ist es kein Gift für die Forschung schöne Funde oder Konferenzen mal publik zu machen, mit der Presse zu reden oder einen Twitter-Account zu betreiben. Auch wenn deutsche Geistes- und Kulturwissenschaftler gerne noch immer so tun, als sei das #neuland ein Schmuddelkind. Oder mit der Öffentlichkeit reden überhaupt.

Das AC macht genau das, es entwirft Lagebilder, erstellt Handlungsempfehlungen und bringt verschiedene Akteure zusammen auf Konferenzen oder Workshops. Im Übrigen nicht nur zu sicherheitspolitischen Problemen der transatlantischen Welt, wie Russland, sondern zu allen Regionen und Krisenherden, die für die transatlantische Welt eine Herausforderung darstellen: Afrika, Fernost, Eurasien allgemein, Europa oder Lateinamerika. Zusätzlich gibt es noch thematische Programme: Zukunft Europas, Wirtschaft & Ökonomie, Katastrophenschutz. Für eine Lobbyorganisation, wie sie die wirtschaftsfeindlichen Narrative von links- und rechtsaußen gerne überall sehen, ist man damit deutlich zu breit aufgestellt und hat vor allem zu viele Interessenspartner mit zu diversen Interessen, als dass man da einheitlich agieren könnte. Da würde ich Gruppen wie "Atlantik-Brücke" oder die "Deutsche Atlantische Gesellschaft" eher drunterfallen lassen.

Andererseits hat der Begriff "Lobbyverband" an sich schon politisches Geschmäckle. Das sind Interessenverbände, wie die Dutzenden Bundes- und Landesverbände irgendwelcher Wirtschaftszweige oder Volks- und Berufsgruffen oder die Hochschulrektorenkonferenz auch. Außen- und Sicherheitspolitik fällt im PuG nur mehr auf. wink.gif


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"He uses statistics as a drunken man uses lamp-posts... for support rather than illumination." –- Andrew Lang (1844-1912)
"Seit ich auf deutsche Erde trat, durchströmen mich Zaubersäfte – Der Riese hat wieder die Mutter berührt, Und es wuchsen ihm neue Kräfte." -- Heinrich Heine (1797-1856), Deutschland ein Wintermärchen, Caput I
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Schneeball
Beitrag 13. Apr 2017, 13:24 | Beitrag #21
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ZITAT(Schwabo Elite @ 13. Apr 2017, 14:04) *
ZITAT(Schneeball @ 12. Apr 2017, 19:59) *
Die Seite wird von Dan Kaszeta betreut, ein Co-Autor von Bellincat. Bellincat wurde von Eliot Higgins gegründet, der keinen Hehl daraus macht, zum Atlantic Council zu gehören und wohl auch von denen seine Kohle bekommt. Der Atlantic Council ist eine aussergewöhnlich einflussreiche US-amerikanische Denkfabrik und Lobbyorganisation, die von weltweit tätigen Konzernen und ehemaligen ranghohen Regierungsvertretern und Ex-Militärs gesteuert wird und überdies gut vernetzt ist mit zB der Atlantik Brücke oder dem Council on Foreign Relations.
Mir fällt dieses Narrativ jetzt bei Dir schon wiederholt auf. Ich glaube, Du schätzt das Atlantic Council da sehr durch eine bestimmte Brille gefärbt ein. Das AC ist vor allem mal eine Denkfabrik. Als solche propagiert sie ihre Ergebnisse genau so deutlich wie andere US-Thinktanks auch, vgl. Hoover, Brookings, Heritage, CSIS, CATO, Carnegie (um ein breiteres Spektrum zu nennen, ohne ins Detail zu gehen).

Dass im AC hohe ehemalige Militärangehörige oder Angestellte aus der Wirtschaft sitzen ist wenig verwunderlich und kaum vermeidbar, lässt aber eine wichtige dritte Gruppe aus, auf die ich bereits schon einmal hingewiesen habe: Wissenschaftler, vor allem Politologen, Soziologen und Historiker. Die machen einen Gutteil der Forschungsarbeit, wie bei jedem Thinktank. Ehemalige Offiziere haben in den USA, wie in vielen NATO-Ländern in der Regel ab einem gewissen Dienstgrad studiert. Demzufolge sind die meisten ehemaligen Soldaten beim AC entweder wissenschaftlich aktiv und haben ihr Forschungsfeld nach ihrem Beruf gewählt oder sie sind dort als Manager mit Sachverstand.

Die ehemaligen Angestellten "weltweit tätiger Konzerne" klingen zwar direkt nach "böse Lobbygruppe", aber das ist Deiner Wortwahl von "Konzern" und "Lobby" geschuldet. Du suhlst Dich da im eigenen ideologischen Sud. Wenn ich Pharmazie studiere, nach der Promotion bei Bayer arbeite und anschließend zurück in die Forschung an einem privaten Institut gehe - sowas nennt man einen Thinktank - dann bin ich extrem gut ausgebildet und so nah wie möglich an Markt und Eigentümern der Produktionsmittel. Das qualifiziert mich deutlich mehr für einen Forschungsjob als "nach der Promotion Apotheker geworden".

Ähnlich ist es bei ehemaligen Angestellten von Consulting-Firmen, internationalen Kanzleien oder Firmen mit großen Marktanteilen in Gebieten mit hohem Kontakt zu Russland. Solche Leute können in Thinktanks als Forschungsmanager oder seltener als Forscher selbst und natürlich als Kontaktpersonen zu nicht-wissenschaftlichen Einrichtungen erhebliche Synergieeffekte erzeugen und so dem Thinktank Ressourcen, Gehör und neue Perspektiven ermöglichen.

Das funktioniert aber kein Stück anders an öffentlichen Forschungseinrichtungen. Wenn ich als Historiker nur meine Bücher wälze und mit keinem außerhalb rede, nimmt mich vielleicht noch die Forschungsgemeinschaft wahr, aber sonst keiner. Bei der Akquise von Forschungsmitteln ist es daher ratsam mit außeruniversitären Einrichtungen wie Museen, Archiven oder privaten Stiftungen - nicht selten selbst Think Tanks - zu kooperieren. Und natürlich ist es kein Gift für die Forschung schöne Funde oder Konferenzen mal publik zu machen, mit der Presse zu reden oder einen Twitter-Account zu betreiben. Auch wenn deutsche Geistes- und Kulturwissenschaftler gerne noch immer so tun, als sei das #neuland ein Schmuddelkind. Oder mit der Öffentlichkeit reden überhaupt.

Das AC macht genau das, es entwirft Lagebilder, erstellt Handlungsempfehlungen und bringt verschiedene Akteure zusammen auf Konferenzen oder Workshops. Im Übrigen nicht nur zu sicherheitspolitischen Problemen der transatlantischen Welt, wie Russland, sondern zu allen Regionen und Krisenherden, die für die transatlantische Welt eine Herausforderung darstellen: Afrika, Fernost, Eurasien allgemein, Europa oder Lateinamerika. Zusätzlich gibt es noch thematische Programme: Zukunft Europas, Wirtschaft & Ökonomie, Katastrophenschutz. Für eine Lobbyorganisation, wie sie die wirtschaftsfeindlichen Narrative von links- und rechtsaußen gerne überall sehen, ist man damit deutlich zu breit aufgestellt und hat vor allem zu viele Interessenspartner mit zu diversen Interessen, als dass man da einheitlich agieren könnte. Da würde ich Gruppen wie "Atlantik-Brücke" oder die "Deutsche Atlantische Gesellschaft" eher drunterfallen lassen.

Andererseits hat der Begriff "Lobbyverband" an sich schon politisches Geschmäckle. Das sind Interessenverbände, wie die Dutzenden Bundes- und Landesverbände irgendwelcher Wirtschaftszweige oder Volks- und Berufsgruffen oder die Hochschulrektorenkonferenz auch. Außen- und Sicherheitspolitik fällt im PuG nur mehr auf. wink.gif


Ich weiss, was die machen und das nicht 100% des Outputs Mist ist.

Aber so etwas hier, da fehlen einem die Worte. Das ist doch einfach nur noch Gaga, pure Angstmacherei um die Rendite der eigenen Clientel zu steigern. Mit der Realität hat das doch einfach nichts zu tun. Nun gut, so ein Aluhut passt sicher auch zu Olivgrüner Kleidung:
"Even if Moscow currently has no immediate intent to challenge NATO directly, this may unexpectedly change overnight and can be implemented with great speed"
http://www.atlanticcouncil.org/images/publ...ce_web_0719.pdf

Oder hier, Gerhard Schröder als "Trojanisches Pferd aus Moskau"
http://www.atlanticcouncil.org/images/publ...ird_edition.pdf

pillepalle.gif

Für solche fundierte Analysen haben die ganzen Soziologen und Politikwissenschaftler sicher Monatelang durchgearbeitet smile.gif

Al Qaida bietet der Atlantic Council übrigens auch eine Platform. Ich kapiere einfach nicht, wie man von solchen Leuten auch nur 1 Wort ernst nehmen kann: http://www.atlanticcouncil.org/events/past...e-white-helmets

Der Beitrag wurde von Schneeball bearbeitet: 13. Apr 2017, 13:35
 
SailorGN
Beitrag 13. Apr 2017, 14:30 | Beitrag #22
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Zu deinem ersten Link, Deckseite: "This report is written and published in accordance with the Atlantic Council Policy on Intellectual Independence. The authors are solely responsible for its analysis and recommendations. The Atlantic Council and its donors do not determine, nor do they necessarily endorse or advocate for, any of this report’s conclusions."

Was den zweiten Link angeht, nun, auch wenns persönlich ist... da muss ich wirklich lachen. Nicht über den Text, sondern darüber, dass er um 180° gedreht genau das Gleiche ist, was du über das AC geschrieben hast. Es wird sehr genau zerlegt, wer mit wem warum und für wieviel miteinander redet.. Quasi ein Bericht über russische Lobbyarbeit in D.


Edit: Und nun zu etwas völlig anderem. Erstmalig sehe ich unter einem Artikel des Deutschlandfunks folgenden Hinweis: Anmerkung der Redaktion: Recherchen für diesen Beitrag wurden unter anderem durch eine Reisekostenbeteiligung des US-Außenministeriums ermöglicht.

Der Beitrag wurde von SailorGN bearbeitet: 13. Apr 2017, 14:58


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Schneeball
Beitrag 13. Apr 2017, 15:33 | Beitrag #23
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ZITAT(SailorGN @ 13. Apr 2017, 15:30) *
Zu deinem ersten Link, Deckseite: "This report is written and published in accordance with the Atlantic Council Policy on Intellectual Independence. The authors are solely responsible for its analysis and recommendations. The Atlantic Council and its donors do not determine, nor do they necessarily endorse or advocate for, any of this report’s conclusions."

Klar, die Geldgeber beeinflussen nie das Ergebnis einer Studie biggrin.gif Auch wenns persönlich ist... da muss ich wirklich lachen.


ZITAT(SailorGN @ 13. Apr 2017, 15:30) *
Edit: Und nun zu etwas völlig anderem. Erstmalig sehe ich unter einem Artikel des Deutschlandfunks folgenden Hinweis: Anmerkung der Redaktion: Recherchen für diesen Beitrag wurden unter anderem durch eine Reisekostenbeteiligung des US-Außenministeriums ermöglicht.

Und das wundert dich? Es ist doch schon seit Ewigkeiten bekannt, dass Institutionen, Behörden oder Firmen den Journalisten Gefälligkeiten, Kontakte, Informationen etc zukommen lassen. Natürlich beeinflusst das den objektiven Geist eines Journalisten nicht!
Es gibt ganze Bücher, die diese Tätigkeiten dokumentieren und analysieren. Noch nie so ein Buch in der Hand gehabt? Ich kann gerne Empfehlungen aussprechen, wenn es dich interessiert.

Der Beitrag wurde von Schneeball bearbeitet: 13. Apr 2017, 15:34
 
SailorGN
Beitrag 13. Apr 2017, 15:54 | Beitrag #24
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Nein. Mich erstaunt, dass der DLF diese Anmerkung macht. Und danke, nein, ich brauche keine solchen Empfehlungen^^ Mir ist bekannt, dass es Gratifikationen aller Art für Berichterstatter gibt... Die Frage im Umkehrschluss ist, warum Journalisten es überhaupt nötig haben, sowas anzunehmen, ja tlw. sogar darauf angewiesen sind. Es ist nämlich sehr einfach: Recherche vor Ort kostet. Kein Journalist kann mehrwöchige Recherchen im Ausland auf gut Glück selbst finanzieren. Nun soll aber so ein Artikel auch "nichts" kosten, d.h. die Leser zahlen immer weniger, womit Medien ohne Zuwendungen, Werbung oder Auftragsberichterstattung ihre Journalisten nicht mehr bezahlen können. Das ist Realität. Immer mehr Journalisten sind Freiberufler und werden besch...eiden bezahlt. Nur von Luft und Idealuismus kann man nicht leben und einen eventuellen Studienkredit abbezahlen... von Familie gar nicht zu reden. Ich weiss ja nicht, in welchem sozialistischen Märchenwunderland du lebst, aber ernsthafte, tiefe Recherche, die sich über Monate und Jahre hinzieht, ist ohne "Zuwendungen" nicht möglich. Selbst das täglich Brot ist schwer und da muss man in der Branche schon "Masse" liefern.

Letztendlich bleibt eben nicht nur die Frage, was bekommt der Journalist, sondern vielmehr, was bekommt der Geber? Ich glaube nicht, dass sich das amerikanische Aussenministerium den Artikel über Startups in Detroit hinterher zur Zensur hat vorlegen lassen, das Kameras/Laptops gefilzt werden oder vorgeschriebene Texte verteilt wurden. Denn bei aller "Neutralitätbesessenheit", selbst der reguläre Besuch einer staatlichen Schule mit staatlichen Lehrplan, staatlich bezahlten Lehrern und staatlich bezahlten Stühlen ist ja schon Indoktrination pur. Staatsangehörigkeit ist eine Gruppenzugehörigkeit und macht damit auch per se voreingenommen... Und was Eltern so für Vorurteile weitergeben....


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Schwabo Elite
Beitrag 13. Apr 2017, 16:23 | Beitrag #25
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Müßig bei solchen Standpunkten überhaupt noch zu diskutieren.

Ich weiß, warum wir so ein Thema nie wirklich gefördert haben. Es zieht genau solche schwurbeligen Diskussionpartner an. Der Rest hat sich eh verabschiedet.

Wenn das hier nicht schnell mehr Niveau annimmt, werden wir das Thema schließen.

Der Beitrag wurde von Schwabo Elite bearbeitet: 13. Apr 2017, 16:24


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Schneeball
Beitrag 13. Apr 2017, 17:10 | Beitrag #26
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ZITAT(SailorGN @ 13. Apr 2017, 16:54) *
Nein. Mich erstaunt, dass der DLF diese Anmerkung macht. Und danke, nein, ich brauche keine solchen Empfehlungen^^ Mir ist bekannt, dass es Gratifikationen aller Art für Berichterstatter gibt... Die Frage im Umkehrschluss ist, warum Journalisten es überhaupt nötig haben, sowas anzunehmen, ja tlw. sogar darauf angewiesen sind. Es ist nämlich sehr einfach: Recherche vor Ort kostet. Kein Journalist kann mehrwöchige Recherchen im Ausland auf gut Glück selbst finanzieren. Nun soll aber so ein Artikel auch "nichts" kosten, d.h. die Leser zahlen immer weniger, womit Medien ohne Zuwendungen, Werbung oder Auftragsberichterstattung ihre Journalisten nicht mehr bezahlen können. Das ist Realität. Immer mehr Journalisten sind Freiberufler und werden besch...eiden bezahlt. Nur von Luft und Idealuismus kann man nicht leben und einen eventuellen Studienkredit abbezahlen... von Familie gar nicht zu reden. Ich weiss ja nicht, in welchem sozialistischen Märchenwunderland du lebst, aber ernsthafte, tiefe Recherche, die sich über Monate und Jahre hinzieht, ist ohne "Zuwendungen" nicht möglich. Selbst das täglich Brot ist schwer und da muss man in der Branche schon "Masse" liefern.

Das brauchst du mir nicht erzählen, damit rennst du offene Türen ein. Es gibt eben Dinge, die auf dem "freien Markt" nur begrenzt funktionieren und vernünftiger Journalismus gehört wohl dazu.


ZITAT(SailorGN @ 13. Apr 2017, 16:54) *
Letztendlich bleibt eben nicht nur die Frage, was bekommt der Journalist, sondern vielmehr, was bekommt der Geber? Ich glaube nicht, dass sich das amerikanische Aussenministerium den Artikel über Startups in Detroit hinterher zur Zensur hat vorlegen lassen, das Kameras/Laptops gefilzt werden oder vorgeschriebene Texte verteilt wurden. Denn bei aller "Neutralitätbesessenheit", selbst der reguläre Besuch einer staatlichen Schule mit staatlichen Lehrplan, staatlich bezahlten Lehrern und staatlich bezahlten Stühlen ist ja schon Indoktrination pur. Staatsangehörigkeit ist eine Gruppenzugehörigkeit und macht damit auch per se voreingenommen... Und was Eltern so für Vorurteile weitergeben....

Natürlich gibts da keine Zensur im eigentlichen Sinne, das hat auch niemand behauptet. Aber was glaubst du, wie oft bezahlen die dir eine Reise wenn zu kritisch bist mit ihnen? Die Zensur, wenn man das so nennen möchte, findet an einem ganz anderen Ort statt.
 
goschi
Beitrag 13. Apr 2017, 18:56 | Beitrag #27
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ZITAT(Schneeball @ 13. Apr 2017, 18:10) *
Es gibt eben Dinge, die auf dem "freien Markt" nur begrenzt funktionieren und vernünftiger Journalismus gehört wohl dazu.

Was wäre aus deiner Sicht denn "vernünftiger Journalismus"?


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ZITAT(KGB @ 17. Nov 2015, 12:54) *
Zitat Auto: "Brumm"
 
schießmuskel
Beitrag 13. Apr 2017, 20:12 | Beitrag #28
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War doch abzusehen, dass das ein Bullshit Thread wird sobald hier gewisse Foristen ihre Agenda puschen.
Alles NATO USA CIA abhängige, beeinflusste und finazierte Medien und Institute. Man kann also heute keine Zeitung, Sender oder Institut mehr ernst nehmen. Und genau dieser Relativismus ist es der dann unsere Medien und Denkfabriken untermeniert und damit RT und co. als gleichwertig oder gar das kleinere bel dastehen lässt.

Haben westliche Medien und Denkfabriken bewusst und unbewusst gelogen und lügen immer noch? Ja!
Gibt es ausserhalb der westlichen Welt Medien und Institute die besser und fundierter ihre Konsumenten informieren ? Nein!


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Redeagle
Beitrag 14. Apr 2017, 15:54 | Beitrag #29
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Ich vermisse Neutralität in den Medien.
Beispiel: Bildauswahl. Die Macht der Bilder jeh nach Auswahl wird eine gewisse Grundstimmung vermittel.
Wird die Person grimmig oder in aufbrausender Haltung dargestell =" Aha der ist der Böse auf seiner Seite sollte ich nicht sein!" / Lachend und freundlich = "Er ist der Gute dem muss ich glauben!" Wenn eine Aussage als VT gebrandmarkt wird, zwingt man den Leser gedanklich dazu diese Haltung abzulehnen, wenn er nicht zu den "Bösen" zählen will..
Ganz deutlich in kommentierten Nachrichten zu erkennen.

In Gewisserweise findet fast immer eine Vorverurteilung statt (anhand der Überschrift und Bildwahl).

Thema Quellen... Nachrichten werden oft nur eingekauft (Reuters DPA usw) ohne nachgeprüft zu werden. Oder es werden politisch genehme Tweets herangezogen und als Fakten dargestellt. Andere die es nicht sind (aber aus ähnlichen Kanälen kommen) wiederrum Propaganda.

Vergleicht einfach mal die Nachrichten aus 1990 und von heute. Heute geht es darum Meinungen zu transportieren und nicht zwingend die Wahrheit.

Das klingt zwar "Schwarz und Weiß" (und extrem Vereinfacht ), aber im Groben funktioniert es so.
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[Edit Rechtschreibung]

Der Beitrag wurde von Redeagle bearbeitet: 15. Apr 2017, 11:42


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„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ Benjamin Franklin
"Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein." (Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)
„Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.“
 
Stefan Kotsch
Beitrag 14. Apr 2017, 21:05 | Beitrag #30
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Neutrale Medien gab es nie und wird es nie geben. Was aber zunimmt ist die Quantitiät und Dichte an Medien, allein schon durch das Internet. Die Medienwelt wie viele sie vermissen ist passe. Entweder lernen wir mit der Informationsmenge vernünftig umzugehen oder wir laufen den nächsten Rattenfängern hinterher die wiedermal die revolutionäre Alternative versprechen, die ebenso wiedermal darin besteht die Vergangenheit die es so nie gab für die Zukunft zu reanimieren, was regelmäßig damit endet, dass die Meinungsfreiheit beschnitten wird um der jeweiligen Wunschwahrheit zum Durchbruch zu verhelfen.
 
 
 

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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 17. September 2019 - 17:23