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> Zum Selbstschutz
Malefiz
Beitrag 18. Sep 2017, 16:44 | Beitrag #61
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ZITAT(kaitano @ 18. Sep 2017, 17:08) *
Die Ehre ist definitiv ein notwehrfähiges Rechtsgut und ich bin ja durchaus ein Freund des deutschen, breiten Notwehrrechts.
Aaaber, dadurch das die Notwehrhandlung im Gesetz nicht konkret aufgeführt wird, kann man auch nicht pauschal sagen wann, welche Handlung geboten und erforderlich ist und wann welche nicht.
Bei einem Angriff auf die Ehre, ist in meinen Augen bei tödlicher (oder potentiell tödlicher) Gewalt idR von einem krassen Missverhältnis der Verhältnismäßigkeit auszugehen, auch wenn ich sonst immer noch der festen Überzeugung bin, dass es bei der Notwehr sonst keine Verhältnismäßigkeit der Mittel oder Güterabwägung gibt (außer halt im Falle eines krassen Missverhältnisses)


Das Problem ist eher, dass der Angriff auf die Ehre rechtswidrig (es muss also zumindest den Straftatbestand der Beleidigung erfüllen) und gegenwärtig sein muss. Hat dich jemand beleidigt, darfst du ihm danach keine mehr auf den Deckel geben, du musst schon eine gegenwärtige Beleidigungstirade mit dem Einsatz von Notwehr beenden.

@ KSK: Es gibt ein Urteil bei dem der Wurf einen Glases gegen einen Täter der durch wiederholtes absichtliches anpusten mit Zigarettenrauch als Verteidigung eines Angriff auf die Ehre (zusätzlich zur gefährlichen Körperverletzung) gewertet wurde und als Notwehrhandlung straffrei blieb. Du bist auch hier in der Wahl deiner Mittel nicht eingeschränkt: Die Verteidigung muss nur geeignet sein einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff abzuwehren


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You still don't understand what you're dealing with, do you? Perfect organism. It's structural perfection is matched only by it's hostility.
 
kaitano
Beitrag 18. Sep 2017, 17:11 | Beitrag #62
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Da ist ja wieder das schwierige. Mit fällt jetzt, so aus dem Stehgreif, auch keine „passende“ Notwehrhandlung ein. Zumal noch erschwerend hinzukommt, dass ein Angriff (hier z.B. eine Beleidigung) Gegenwärtig sein muss. Wenn eine Beleidigung ausgesprochen ist, ist damit auch der Angriff abgeschlossen und nichtmehr gegenwärtig, und damit nicht mehr Notwehrfähig (im Gegensatz zu einem Diebstahl/Raub, welcher nicht mit beginn, sondern erst mit erfolgreicher Flucht abgeschlossen ist).
Nichts desto trotz, ist die Ehre (wie jedes Individualgut) Notwehrfähig.

Obwohhhl, vielleicht fällt mir doch etwas ein.
Wenn jemand z.B. auf meine Häuserwand (oder mein Wahlplakat oder so etwas) z.B. „Judensau“, „Nazi“, „Kinderficker“ o.Ä. Pinselt (hier kommt natürlich noch ggf. Sachbeschädigung etc. hinzu), und ich ihm sein Handwerkszeug wegnehme und dieses dabei ggf. zerstöre oder beschädige (also die Spraydose, Farbtopf, Edding...) ist dies in meinen Augen durch die Notwehr gedeckt (Zerstörung seines Individualguts (Eigentum)). Wenn er sich dabei den kleinen Finger bricht ist dies natürlich Grenzwertig aber noch durch die Notwehr gedeckt und selbst bei notwehrfeindlicher Rechtsprechung, als „Notwehrexzess“ Straffrei bleiben. Wenn ich dem Jenigen aber von hinten mit dem Baseballschläger einen überbrate, wäre dies (in meinen Augen) ein krasses Missverhältnis.
Besprüht jemand aber z.B. eine Bushaltestelle, ist dies in meinen Augen nicht Notwehrfähig, weil dort kein Individualgut angegriffen wird.

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Da hier immer wieder „Schwerter“ und „Katana“ aufgeführt werden, würde mich mal interessieren ob jemand Erfahrung im Schwertkampf oder Fechten hat?
Ich habe ein paar Jahre Kendo gemacht (1. Dan, also wirklich nichts Besonderes und das beeindruckendste an mir, war wohl mein Kiai ^^) und wüsste nicht, was ich in geschlossenen vier Wänden mit einem Schwert anstellen sollte. Training innen (zu Hause, nicht in der Sporthalle) war schon kaum denkbar.
Selbst die Samurai, welchen ja als Zeichen ihres Standes erlaubt war, zwei Schwerter (Daishou 大小) zu tragen, nutzen ein Wakizaki (脇差) in geschlossenen Räumen.


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Styx
Beitrag 18. Sep 2017, 22:56 | Beitrag #63
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Schwert ist albern in den engen Räumen einer Wohnung da hilft auch das Kendo net weiter. Aber eigentlich ist es egal was man zu hause in den eigenen vier Wänden einsetzt entscheidend ist das ich im Nachgang ne sehr gute Begründung für die Notwehr bzw den Notwehrexess zur Hand habe, egal ob ich dem Einbrecher den Feuerhaken vom Kamin drüber gezogen hab oder ihm mittels Schreckschußpistole ne Leuchtkugel ins Gesicht geschossen hab.


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Rund 550 Millionen Kleinwaffen befinden sich weltweit im Umlauf. Das ist eine Waffe für jeden zwölften Menschen auf diesem Planeten! Daher stellt sich mir die Frage: Wie können wir auch noch die anderen elf bewaffnen?  
"Yuri Orlov, Lord of War - Händler des Todes"
Wen Gott strafen will den lässt er in Afgahnistan einmarschieren. (asiat. Sprichwort)
 
Havoc
Beitrag 18. Sep 2017, 23:03 | Beitrag #64
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Bezieht sich auf Kaitano:
Bei einer Beleidigung hast Du erstmal das Problem des Beweises und zweitens mit dem geeignetem Mittel. Es beschimpft Dich jemand- Du knallst ihm eine. Das Problem: Die Ohrfeige kam nach dem verbalen Angriff.
Das dürfte auf eine strafmildernde Affekthandlung hinauslaufen, es sei denn Du kannst glaubhaft darlegen, dass die Beleidigungen fortgeführt worden wären, wenn Du nicht diese durch die Ohrfeige unterbunden hättest.

Bei der Sachbeschädigung: Du erwischt jemanden auf frischer Tat, der eine Hauswand beschmiert: Es besteht die Möglichkeit der vorläufigen Festnahme durch jedermann (§ 127 StPO). Grundsätzlich steht der Mensch über den Sachwert, es ist das mildeste erfolgversprechende Mittel anzuwenden.
Der Staatsanwalt wird vermutlich unterstellen, dass die Sprühaktion durch eine einfache Ansprache hätte unterbunden werden können. Wenn die Ansprache in Form einer Beleidigung erfolgt wäre, wäre diese m. M. durch das Notwehrgesetz gedeckt, da sie den Sprayer dazu veranlassen sollte seine Sprühaktion zu unterlassen. Ein kontrolliertes zu Boden bringen und fixieren sollte durch §127 StPO gedeckt sein, Du kannst aber nicht bis zum Eintreffen der Polizei dann an ihm die übelsten Würge- und Hebeltechniken ausprobieren.
 
Hummingbird
Beitrag 18. Sep 2017, 23:47 | Beitrag #65
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ZITAT(Styx @ 18. Sep 2017, 23:56) *
Schwert ist albern in den engen Räumen einer Wohnung da hilft auch das Kendo net weiter.
Das kommt wohl auf die Wohnsituation an und Schwerter gibt es auch in unterschiedlichen Längen. Das kann man nicht so pauschal als Unsinn abtun.
 
kaitano
Beitrag Gestern, 07:28 | Beitrag #66
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@ Havoc
Das Problem mit der verbalen Beleidigung und der Gegenwärtigkeit bzw. dem andauern der Handlung führte ich ja auf.

Vielleicht hätte eine Ansprache genügt, damit der Sprayer seine Aktion einstellt. Vielleicht aber auch nicht. Die ist auch nicht wichtig, da Notwehr eben nicht das absolut mildeste Mittel fordert. Gefordert wird nur, dass das Mittel geeignet und erforderlich ist.

Reine Sachbeschädigung reicht für Notwehr gar nicht aus. Beim Besprühen, als Beispiel einer Beleidigung, ging es darum das klar ist, dass damit ganz klar eine bestimmte Person gemeint ist (also z.B. Ich als Judensau oder Nazi tituliert werde). Das einfache Besprühen irgend einer Häuserwand oder Bushaltestelle, mit einer allgemeinen und ggf. abstrakten Parole erfüllt zwar den Tatbestand der Sachbeschädigung (ggf. auch Volksverhetzung, Gefährdung der Öffentlichen Ordnung etc. pp.), sind aber keine Individuellen Rechtsgüter und damit nicht Notwehrfähig.
Natürlich kann es zum Einsatz der Notwehr kommen, wenn ich vom „Jedermannsrecht“ gebrauch mache.


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WalterPPK
Beitrag Gestern, 12:14 | Beitrag #67
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ZITAT(Schwabo Elite @ 14. Sep 2017, 23:52) *
ZITAT(WalterPPK @ 14. Sep 2017, 14:49) *
Damit ich also eine Schuss bereite Gaspistole bei mir tragen darf, ist ein kleiner Waffenschein notwendig. Gibt es für diesen Gründe, den nicht zu erhalten? Also Verfehlungen die einen für "nicht tauglich" einstufen, sei es aus der Vergangenheit oder oder?

Gruss
Walter

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Waffenschein

wink.gif

Vielen Dank Schwabo smile.gif

hab mir das Antragsformular im Internet runtergeladen und dann lasse ich mich mal überraschen, was beim Antrag bei raus kommt.

Gruss
Walter
 
Ta152
Beitrag Gestern, 15:26 | Beitrag #68
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ZITAT(Room 101 @ 15. Sep 2017, 02:40) *
< snip >
zum Teleskopschlagstock: Ich war bisher noch in keinem vergleichbaren realen Gefecht aber in Übungskämpfen Schlagstock alleine gegen Markierungsmesser geht das meistens schlecht für den mit dem Stock aus.

< snip >


Da waren dann aber vermutlich beide Seiten Trainiert. Bei einer Typischen Selbstverteidigungssituation wir man davon ausgehen das der Verteidiger ungeübt ist und da würde ich mir (und den meisten anderen) mit einem Schlaggegenstand deutlich höhere Wirkung vorstellen. Vorteil ist vor allem das er deutlich besser dosierbar ist, bei einem Messer kann man praktisch nichts anders als eine schwere Körperverletzung erzeugen.




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Hummingbird
Beitrag Gestern, 15:38 | Beitrag #69
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ZITAT(Ta152 @ 19. Sep 2017, 16:26) *
Da waren dann aber vermutlich beide Seiten Trainiert. Bei einer Typischen Selbstverteidigungssituation wir man davon ausgehen das der Verteidiger ungeübt ist und da würde ich mir (und den meisten anderen) mit einem Schlaggegenstand deutlich höhere Wirkung vorstellen. Vorteil ist vor allem das er deutlich besser dosierbar ist, bei einem Messer kann man praktisch nichts anders als eine schwere Körperverletzung erzeugen.
Das halte ich auch für fragwürdig, dass sich die Gewalteinwirkung mit einem Schlagstock so gut dosieren lässt. Bei einem Kopftreffer hast du schnell ein stumpfes Schädel-Hirn-Trauma und wenn der erste Treffer nicht so heftig war, dass er den Gegner handlungsunfähig macht, dann geht das ganze schnell in den Ringkampf über und das ist es besonders, was bei der Selbstverteidigung vermieden werden sollte.
 
Kameratt
Beitrag Gestern, 17:29 | Beitrag #70
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ZITAT(kaitano @ 19. Sep 2017, 08:28) *
@ Havoc
Das Problem mit der verbalen Beleidigung und der Gegenwärtigkeit bzw. dem andauern der Handlung führte ich ja auf.

Vielleicht hätte eine Ansprache genügt, damit der Sprayer seine Aktion einstellt. Vielleicht aber auch nicht. Die ist auch nicht wichtig, da Notwehr eben nicht das absolut mildeste Mittel fordert. Gefordert wird nur, dass das Mittel geeignet und erforderlich ist.

Aber die Erforderlichkeit impliziert doch genau, dass stets das mildeste Mittel eingesetzt wird. Ist eine Lösung geeignet, es gibt jedoch eine bessere Alternative, so ist sie dann nach dieser Prüfung nicht erforderlich.
 
Ta152
Beitrag Heute, 09:51 | Beitrag #71
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ZITAT(Hummingbird @ 19. Sep 2017, 16:38) *
ZITAT(Ta152 @ 19. Sep 2017, 16:26) *
Da waren dann aber vermutlich beide Seiten Trainiert. Bei einer Typischen Selbstverteidigungssituation wir man davon ausgehen das der Verteidiger ungeübt ist und da würde ich mir (und den meisten anderen) mit einem Schlaggegenstand deutlich höhere Wirkung vorstellen. Vorteil ist vor allem das er deutlich besser dosierbar ist, bei einem Messer kann man praktisch nichts anders als eine schwere Körperverletzung erzeugen.
Das halte ich auch für fragwürdig, dass sich die Gewalteinwirkung mit einem Schlagstock so gut dosieren lässt. Bei einem Kopftreffer hast du schnell ein stumpfes Schädel-Hirn-Trauma und wenn der erste Treffer nicht so heftig war, dass er den Gegner handlungsunfähig macht, dann geht das ganze schnell in den Ringkampf über und das ist es besonders, was bei der Selbstverteidigung vermieden werden sollte.


Ob der unterschied zwischen Schädel-Hirn-Trauma und Stichwunde in der Brust sollte nicht so relevant sein. Wobei das Schädel-Hirn-Trauma so ziemlich das Maximum ist.


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Hummingbird
Beitrag Heute, 17:55 | Beitrag #72
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ZITAT(Ta152 @ 20. Sep 2017, 10:51) *
Ob der unterschied zwischen Schädel-Hirn-Trauma und Stichwunde in der Brust sollte nicht so relevant sein. Wobei das Schädel-Hirn-Trauma so ziemlich das Maximum ist.
Der Unterschied ist wie gut sich ein Angreifer auf Distanz halten lässt. Ich rede jedenfalls von einer legalen Notwehrsituation und nicht davon wie man jemanden "am besten" aufhält, der mit Diebesgut flüchtet.
 
kaitano
Beitrag Heute, 20:19 | Beitrag #73
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ZITAT(Hummingbird @ 20. Sep 2017, 18:55) *
Ich rede jedenfalls von einer legalen Notwehrsituation und nicht davon wie man jemanden "am besten" aufhält, der mit Diebesgut flüchtet.

??


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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 20. September 2017 - 21:01