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> F122 F123, verschiedenes
Nobody is perfec...
Beitrag 1. Dec 2016, 01:20 | Beitrag #151
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Frage zur F123; die Lebenserwartung aktueller Generationen liegt bei ca. 30 Jahren, die F123 sind um die Jahre 1994 bis 1996 zugeführt worden. Es wird also langsam Zeit an einen Ersatz zu denken, da noch 8 bis 10 Jahre übrig sind. Aktuell werden die Schiffe sehr stark modernisiert, weiß wer zufällig, was jetzt die geplante Nutzungsdauer ist? Liegt die noch weiterhin bei 30 Jahren oder ist mit einer deutlich höheren Lebenserwartung zu rechnen?

Dazu kommt, dass die F123er aktuell die Pötte in der Marine sind, die die UBoot Abwehr übernehmen. Ist hier ein Ersatz geplant?



Der Beitrag wurde von Nobody is perfect bearbeitet: 1. Dec 2016, 01:26


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"Ich habe den Krieg verhindern wollen"

Georg Elser
 
Merowinger
Beitrag 1. Dec 2016, 01:32 | Beitrag #152
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MKS180.
 
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Beitrag 1. Dec 2016, 12:36 | Beitrag #153
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Schon witzig, wie sich ein Ruestungsprojekt entwickelt. Anfangs war das als kleinere Version der F125 gedacht, jetzt wirkt es auf mich wie eine relativ normale, aber etwas grosse Fregatte. Von K131 zu F126 wink.gif
 
Nobody is perfec...
Beitrag 1. Dec 2016, 15:19 | Beitrag #154
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ZITAT(Merowinger @ 1. Dec 2016, 01:32) *
MKS180.


Danke, ich dachte schon, dass Projekt wäre schon wieder gestorben; ist ja doch noch aktiv. Allerdings ist von der ursprünglichen Idee (sich ein günstiges Schiff anzuschaffen für deutlich unter 500 Mio) nichts übrig geblieben. 4 Milliarden für 4 Pötte und einer Tonnage >5800 t, damit sind wir wieder bei sehr großen Pötten, da können wir die auch gleich wieder F126 Klasse nennen. Das sind dann Fregatten.




Und wenn die mit dem Größenzuwachs so weiter machen, dann können wir die über-über nächste Generation alsbald getrost als LC klassifizieren, die mit einer Crew in der Stärke eines früheren Schnellbootes herumfährt (als Stammbesatzung) und zuerst als "Boot" oder kleine Korvette geplant war und dann etwas größer geriet...




Der Beitrag wurde von Nobody is perfect bearbeitet: 1. Dec 2016, 15:23


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Merowinger
Beitrag 1. Dec 2016, 15:51 | Beitrag #155
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Falscher thread, daher ganz kurz zum MKS: 8500-9000 Tonnen.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 1. Dec 2016, 16:12
 
400plus
Beitrag 1. Dec 2016, 16:11 | Beitrag #156
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ZITAT(Nobody is perfect @ 1. Dec 2016, 16:19) *
damit sind wir wieder bei sehr großen Pötten, da können wir die auch gleich wieder F126 Klasse nennen. Das sind dann Fregatten.


ZITAT
Neuere Quellen und Angaben in der Literatur sprechen mittlerweile von Mehrzweckfregatten der Klasse F126.

Wikipedia wink.gif
 
kato
Beitrag 2. Dec 2016, 07:01 | Beitrag #157
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Jein, das Thema Rhetorik zur "MKS180"/"F126" ist etwas komplexer. Auf Seiten Marine wird das Projekt konsequent ausschließlich MKS180 benannt. Die Bezeichnung F126 wird auf formaler Ebene nur von einigen Politikern verwandt (z.B. Ingo Gädechens im Juni 2015) und hat sich aus der Ecke zwar etwas fortgepflanzt, ist aber in keinster Weise eine tatsächliche Bezeichnung des Projekts bzw. der damit zu bauenden Schiffe.
 
Merowinger
Beitrag 21. Dec 2016, 19:16 | Beitrag #158
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Es gibt doch tatsächlich keinen eigenen F124 thread, daher hier zum Radar upgrade und der Raketenabwehr:

marine.de:
ZITAT
Das System aber wird ab circa 2020 veraltet, fachlich korrekt „obsolet“, werden: Die niederländische Marine, die ebenfalls das „SMART-L“ nutzt, wird dann ihre vier damit ausgestatteten Schiffe auf eine neuere Variante umrüsten. Dänemark überlegt, für die drei auch mit „SMART-L“ ausgerüsteten, modernsten Fregatten seiner Marine gleiches zu tun. Daraus wird für die Deutsche Marine absehbar ein technisch-logistischer Engpass entstehen.

Um dem vorzubeugen – und zugleich den NATO-Auftrag Raketenabwehr zu erfüllen – hat die Bundeswehr beschlossen, das Weitbereichsradar der „Sachsen“-Klasse nicht nur zu modernisieren, sondern zugleich sein Einsatzspektrum zu vergrößern: Es soll nicht mehr nur wörtlich im Luftraum um sich herum angreifende Flugzeuge und Raketen entdecken und verfolgen, sondern künftig auch vor ballistischen Flugkörpern außerhalb der Atmosphäre, also im Weltraum, warnen können.

Integrierter Planungsprozess und Rüstungsprozess der Bundeswehr sehen jetzt vor, eine Leistungsbeschreibung zu erstellen, die wiederum potentiellen Herstellerfirmen marktverfügbarer Technologien ein Angebot ermöglicht. "„Jetzt schließen sich Produktauswahl, Vertragsgestaltung und Umsetzung an. Ab 2021 könnte dann das neue Radar auf den deutschen Fregatten eingerüstet werden“", schätzt Fregattenkapitän Uhl die jetzt folgenden Schritte ab.
[...]
Die Zentrale entscheidet, welche andere NATO-Einheit dafür ihre Abwehrraketen starten soll. Noch übernehmen diese Rolle vor allem US-Zerstörer; ab etwa 2025 könnten das auch belgische Schiffe [gemeinsames Fregattenprogramm mit NL mit insges. 4 Einheiten]. Das Land ist Ende Oktober einer Raketenabwehr-Projektgruppe der NATO beigetreten

Die Niederlande wollen im übrigen auch zwei landbasierte System auf der gleichen Basis (Smart-L EWC) anschaffen, was möglicherweise auch TLVS/Meads beinflusst. MKS180 hingegen wird bislang nicht als 'shooter' geplant.

Zur Kooperation BE/NL:
ZITAT
Under current arrangements, Belgian frigate and mine hunter crews have the possibility of being reinforced by Dutch naval personnel and vice versa, although this usually occurs for joint training. One possibility being considered is for the new frigates to be operated by the Netherlands and the new mine hunters by Belgium, reflecting the nation's respective specialties.


Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 21. Dec 2016, 19:46
 
HarryZ
Beitrag 9. Nov 2017, 18:32 | Beitrag #159
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Im Artikel Lebensdauerverlängerung Fregatten 123 der Ausgabe 11/2017 des Magazins MarineForum schreibt der Autor: FK H. Abel, ich zitiere:
" Das Upgrade auf den Stand RAM Block 2 soll eine neue, besser mit dem FüWES SABRINA angebundene Rechnerarchitektur beinhalten. Der RAM Block 2 bietet verbesserte Flug- und Lenkeigenschaften und wird das NATO Seasparrow Missile System bei der Luftverteidigung im Nahbereich zunächst ergänzen und schließlich diese Aufgabe alleine übernehmen."

Verstehe ich richtig, daß die Klasse 123 bis jetzt noch keine ESSM Flugkörper führt und daß bei Nutzungsdauerende des NSSM nur noch RAM als LZ-LFK geführt wird?
Oder hat der Autor hier ESSM und NSSM gleichgesetzt?
 
hawk66
Beitrag 9. Nov 2017, 19:10 | Beitrag #160
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Die Nato plant ja ein neues HQ für die Offenhaltung der Seewege zw. USA und Europa (Convoy Szenario).

Ist die Modernisierung der F123 hinsichtlich eines Towed Arrays / VDS in diesem Kontext gar kein Thema ?

Die NATO scheint ja die russischen UBoote immer ernster zu nehmen, so wie ich das sehe, ist die F123 aber nicht wirklich dafür ausgerüstet, obwohl das ja eigentlich ihr (auch ursprünglicher) Hauptauftrag ist/war (?)

Der Beitrag wurde von hawk66 bearbeitet: 9. Nov 2017, 19:11
 
Schwabo Elite
Beitrag 9. Nov 2017, 23:23 | Beitrag #161
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Bei Einführung der 123er war der Kalte Krieg ja schon vorbei, man nahm dann 20 Jahre ASW kaum noch ernst. Ein Schleppsonar ist aber - vorausgesetzt das Geld wird investiert - recht schnell eingerüstet. Das wäre selbst bei der Nachfolgeklasse möglich. Das Problem ist, glaube ich, mittlerweile eher, dass die F123 keine MH-90 aufnehmen kann.


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400plus
Beitrag 10. Nov 2017, 08:16 | Beitrag #162
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ZITAT(HarryZ @ 9. Nov 2017, 18:32) *
Verstehe ich richtig, daß die Klasse 123 bis jetzt noch keine ESSM Flugkörper führt und daß bei Nutzungsdauerende des NSSM nur noch RAM als LZ-LFK geführt wird?
Oder hat der Autor hier ESSM und NSSM gleichgesetzt?


Gute Frage, ich habe bisher nur Aussagen im Futur gelesen.
2014 hieß es hier "Ab 2014 werden im Rahmen eines Munitionstausches die NSSM der F123 durch ESSM ersetzt."

Ende 2015 dann aber immer nochn eine ähnliche Aussage: "Der hierfür auf den Fregatten Klasse 122 und 123 eingesetzte Luftziel-LFK NSSM wird mit der Außerdienststellung der Fregatten Klasse F 122 bis 2020 aus der Nutzung genommen. Derzeit ist der NSSM ebenfalls auf den Fregatten der Klasse F123 eingerüstet. Hier wird ein Änderungsvorhaben zur Umrüstung auf den Luftziel-LFK ESSM Block 1 durchgeführt."
 
Merowinger
Beitrag 10. Nov 2017, 16:39 | Beitrag #163
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ZITAT(Schwabo Elite @ 9. Nov 2017, 23:23) *
Das Problem ist, glaube ich, mittlerweile eher, dass die F123 keine MH-90 aufnehmen kann.

Sea Lynx und F123 laufen zeitgleich aus, von daher nicht wirklich ein Problem.
Zur ESSM: Ich habe im Kopf, dass die Mehrzahl der F123 absehbar nur ESSM als Schiff-Schiff (!) FK haben werden. Es stehen aber erst einmal viele lange Werftzeiten in dieser Klasse an, und damit wird dann langsam nach-und-nach umgerüstet.

Zur Ursprungsfrage: Vielleicht wurde im Text "Nahbereich" mit "Nächstbereich" verwechselt? Durch Reichweitensteigerungen bei den FK Systemen verschieben und verändert sich die Bedeutung dieser Begriffe allerdings.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 10. Nov 2017, 16:51
 
HarryZ
Beitrag 18. Nov 2017, 10:17 | Beitrag #164
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Aktueller Sachstand nach Anfrage bei Redakteur MF:

"Die Fregatten der Klasse F123 verfügen derzeit noch über den Lenkflugkörper NATO Sea Sparrow Missile System (NSSM) zur Bekämpfung/Abwehr von Seezielflugkörpern. Die derzeitige Planung bis zum Nutzungsdauerende sieht keinen Munitionstausch des NSSM durch die Weiterentwicklung ESSM vor.


Modernisiert wird das RAM-System durch die Integration von RAM Block 2.


Im Rahmen der Werftliegezeiten werden zudem aktuell die Fähigkeitsanpassungen Stufe 1 und 2 und damit u.a. die Integration des Lenkflugkörpers HARPOON umgesetzt. Mit der Einrüstung HARPOON als Ersatz für den Seezielflugkörper Excocet (MM38) bleibt für die F123 weiterhin die Fähigkeit zur Bekämpfung von Seezielen erhalten."
 
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Beitrag 18. Nov 2017, 19:05 | Beitrag #165
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Interessant, die Hintergründe machen neugierig.

Zwei der F123 müssen bei den Harpoon Startgeräten auf die Ausserdienstellung der beiden verbleibenden F122 warten, was für 2019 und 2021 vorgesehen sein soll. MWn hat NSSM keinen Schiff-Schiff Modus. Wie war das, können die NSSM der F122 ggf. mit Boostern im VLS genutzt werden?

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 18. Nov 2017, 22:23
 
kato
Beitrag 18. Nov 2017, 19:41 | Beitrag #166
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ZITAT(Merowinger @ 18. Nov 2017, 19:05) *
Wie war das, können die NSSM der F122 ggf. mit Boostern im VLS genutzt werden?

Die VL-Sea-Sparrow hat keinen Booster, das ist ne ganz normale NSSM an die hinten die Jet Vane Control als zusätzliches Bauteil drangeflanscht wurde.

ZITAT(Merowinger @ 18. Nov 2017, 19:05) *
MWn hat NSSM keinen Schiff-Schiff Modus.

Alle Sea Sparrow mit Mid-Course-Correction können gegen Bodenziele eingesetzt werden, dies inkludiert alle RIM-7P Block I/II (d.h. VL Sea Sparrow) und sämtliche überhaupt nach ca 1981 hergestellten Flugkörper der Familie.
Und für die TCG Muavenet hats gelangt.

Der Beitrag wurde von kato bearbeitet: 18. Nov 2017, 19:48
 
Merowinger
Beitrag 18. Nov 2017, 22:23 | Beitrag #167
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Danke!
 
Merowinger
Beitrag 27. Feb 2018, 00:30 | Beitrag #168
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Aus dem Bericht zur Materiallage der Bundeswehr:

"Die getroffene Entscheidung zur Nutzungsdauerverlängerung für die Fregatten F123 bis 2030 wird sich positiv auf den Gesamtbestand auswirken."

Ob NSSM und SuperLynx auch so lange durchhalten?

EDIT: Lynx ist mWn weiterhin nur bis 2025 vorgesehen. Und auf der HiTaTa 2017, also vor einem Jahr, klang Vizeadmiral Krause so:
ZITAT
„Die MKS 180 sind in der Ausschreibung; und trotz der Verzögerungen bei der Angebotserarbeitung wird weiterhin ein Vertragsschluss noch dieses Jahr angestrebt. Wir müssen alle gemeinsam dafür kämpfen, dass es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt und die Schiffe ab Mitte des nächsten Jahrzehnts auch wirklich zulaufen. Der Fähigkeitserhalt der Fregatten F123 ist bis dahin – und ich betone: bis dahin – gesichert.“


Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 3. Mar 2018, 07:42
 
Merowinger
Beitrag 25. Mar 2018, 22:39 | Beitrag #169
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Der scheidende Kommandeur des 2. Fregattengeschwaders Horn sagt zur F123:
ZITAT
Zwar haben wir in meiner Zeit die erste Stufe der Fähigkeitsanpassung auf der Fregatte MECKENBURG- VORPOMMERN und die Hardwareregeneration auf den Fregatten SACHSEN und HESSEN erfolgreich abschließen können. Die dort aufgetretenen Probleme haben aus meiner Sicht jedoch klar gezeigt, dass die Industrie aufgrund ihrer Sachzwänge und Abhängigkeiten wie betriebswirtschaftlichen Aspekten und aufgrund ihrer Strukturen nicht in der Lage ist, tragfähige und nachhaltige Lösungen für die komplexen Aufgabenstellungen im Bereich Software und Informationstechnik für unsere Schiffe zu bieten. Wir sind gut beraten, als Marine einen Blick zurück in die Geschichte zu werfen und uns die Argumente, die Ende der 1960'er Jahre zur Gründung des in Anführungszeichen „Softwarehauses der Marine", dem KdoMFüSys, geführt haben, noch einmal vor Augen zu führen. Nur personelle und strukturelle Kontinuität im Bereich Softwarepflege und -änderung wird unsere Fregatten auch zukünftig einsatzbereit halten. Dies ist etwas, was die Industrie aktuell nicht leistet – und sie wird es nach meinem Dafürhalten auch zukünftig nicht leisten können. Der seinerzeit unter BM Scharping mit dem CPM eingeschlagene Weg muss aus meiner Sicht dringend korrigiert werden.

Leider hat die Dauer der Fähigkeitsanpassung auf F123 erhebliche Schleppfehler produziert, die nicht mehr zu korrigieren sind. Viele Entscheidungen über den Fähigkeitserhalt des Waffensystems F123, wurden hinausgeschoben, solange der Erfolg der Fähigkeitsanpassung nicht sichergestellt war. Wenn aber 2019 der Flugabwehrflugkörper NATO Sea Sparrow nicht mehr nutzbar sein wird und kein neuer Flugkörper eingeführt wird, fallen wir mit den 123'er Fregatten weit in den Fähigkeiten zurück. Von der mangelnden Umsetzung der Anti-Submarine-Warfare Fähigkeiten im Führungssystem SABRINA 21 und fehlender Einrüstung eines Towed Array Sonar Systems – und das bei einer UJagd-Fregatte – oder den ungelösten Problemen bei der Führungsfähigkeit – und dass bei einer Command Fregatte – noch gar nicht zu sprechen. Vor dem Hintergrund, dass die erste Einheit F123 erst 2027 außer Dienst gestellt werden soll und fraglich ist, ob dann die Nachfolgeeinheiten bereits einsatzfähig sind, ist es in materieller Hinsicht für die wichtige Aufgabe im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung später als fünf nach zwölf. Dies hatte schon mein Vorgänger in seiner Abschiedsrede so deutlich angesprochen.
[...]
Wann üben wir denn noch die für die Landes- und Bündnisverteidigung so wichtige Seekriegführung in allen Dimensionen? Allenfalls einmal in einer Betriebsperiode während des sechswöchigen GOST. Das ist definitiv zu wenig. [...] Die Einheiten des noch größten Kampfverbandes der Marine, des 2. Fregattengeschwaders tragen – ich sage das nicht ohne Stolz – inzwischen die Hauptlast der maritimen Einsätze der Bundeswehr. Dies aber unter Verzicht auf die Teilnahme an hochwertigen NATO Manövern und den Standing NATO Maritime Groups.
Ich werde nicht müde, eine operative Pause, d.h. einen zweitweisen Rückzug aus den Einsätzen, die nicht unserem Fähigkeitserhalt im Gefecht dienen, zu fordern, damit wir wieder Zeit für unseren Kernauftrag gewinnen.

Das ist also die Antwort auf die NSSM Frage weiter oben. Unterm Strich kommt eine Selbstdemontage mit Ansage dabei heraus, und 4 der verbliebenen 7 "symmetrisch kampffähigen" Fregatten werden sehenden Auges zahnlos. Diese spezielle Trendwende hat das falsche Vorzeichen.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 25. Mar 2018, 22:47
 
Warhammer
Beitrag 26. Mar 2018, 05:46 | Beitrag #170
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Ich glaube allerdings, dass er sich im Hinblick auf die möglichen Leistungen der Industrie täuscht. Die verkaufen einem jeden Wartungs- und Entwicklungsvertrag, den man haben möchte. Nur kostet das im Zweifelsfall dann halt einen Arm und ein Bein.

Das bedeutet nicht, dass man nicht überlegen muss, mehr Fähigkeiten ins eigene Hausbzu holen, aner hätte man schon vor einiger Zeit einfach mehr Geld in die Hand genommen, dann stünde man meiner Überzeugung nach auch nicht vor so vielen Problemen.

Zumal ja immer die Frage im Raum steht, ob kontinuierliche Neubauten evolutionärer Designs nicht am Ende günstiger sind als alte Pötte teuer am laufen zu halten und mit der x-ten KAWEST zu versehen...


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ede144
Beitrag 26. Mar 2018, 11:01 | Beitrag #171
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ZITAT(Warhammer @ 26. Mar 2018, 06:46) *
Ich glaube allerdings, dass er sich im Hinblick auf die möglichen Leistungen der Industrie täuscht. Die verkaufen einem jeden Wartungs- und Entwicklungsvertrag, den man haben möchte. Nur kostet das im Zweifelsfall dann halt einen Arm und ein Bein.

Das bedeutet nicht, dass man nicht überlegen muss, mehr Fähigkeiten ins eigene Hausbzu holen, aner hätte man schon vor einiger Zeit einfach mehr Geld in die Hand genommen, dann stünde man meiner Überzeugung nach auch nicht vor so vielen Problemen.

Zumal ja immer die Frage im Raum steht, ob kontinuierliche Neubauten evolutionärer Designs nicht am Ende günstiger sind als alte Pötte teuer am laufen zu halten und mit der x-ten KAWEST zu versehen...


Beim heutigen technischen Fortschritt ist und der Verwendung von COTS ist es dringend notwendig zumindest alle 6-8 Jahre die Rechnerarchitektur zu erneuern. Will man ein Schiff 20 Jahre am Laufen halten, hat man 2 große Werftaufenthalte. Da kann man dann noch das eine oder andere an Sensoren und Aktoren auch austauschen, wenn notwendig.

In der Industrie hat man mittlerweile die gleichen Probleme. Ich kenne Instandhaltungsabteilungen die unterhalten ganze Rechnermuseen.
 
SailorGN
Beitrag 26. Mar 2018, 11:40 | Beitrag #172
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KdoMFüSys war doch auch so ein Museum, vor allem bei der Personalbeschaffung/-zuweisung echt am Ar... Allerwertesten. Ich kenne mehr als einen studierten Pädagogen, der damals dorthin verbannt wurde. Was der dort programmieren sollen konnte wusste keiner...

Will damit sagen: Weiter- oder gar Neuentwicklungen waren von dort kaum zu erwarten, die Pflege der "Museumssoftware" war ok, die Datenbanken auf Stand und die Hardwareversorgung auch. Nur konnten die Kameraden dort auch nur mit dem arbeiten, was bereits an Bord war. Wenn die Ausstattung aus den 80igern kam, dann auch der Support aus Wilhelmshaven. Das Stichwort Obsoleszenz-Management ist ja nun auch noch nicht so alt und die BW hinkt immer etwas hinterher. Nur leider sind gerade FüSys als kostenintensive Hard-/Software für Haushälter und MdBs ein esoterisches Buch mit 77 Siegeln, ne 127mm-Kanone kann sich jeder vorstellen, ein FüSys für die F124 nicht.


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Dans ce pays-ci, il est bon de tuer de temps en temps un amiral pour encourager les autres - Voltaire
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hawk66
Beitrag 26. Mar 2018, 19:46 | Beitrag #173
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hatte ja hier schon vor ein paar Jahren angemerkt, dass die F123 ihre ASW Rolle nicht mehr gerecht wird..da kann man doch nur dem Kommandeur der 2.Flotte Recht geben...ich mein sorry, da hat doch die Oliver-Hazard-Perry-Klasse aus den 80`ern mehr Faehigkeiten (ASW)...und das soll jetzt bis 2030 so bleiben ?
 
Merowinger
Beitrag 28. Mar 2018, 16:24 | Beitrag #174
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User SvD im Forum bei augengeradeaus: Die F122 sollen wegen Überalterung der FKs angeblich schon jetzt ohne SeaSparrow fahren. Erosion wo man hinschaut.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 28. Mar 2018, 16:25
 
Grenadier
Beitrag 29. Mar 2018, 09:23 | Beitrag #175
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ZITAT(Merowinger @ 28. Mar 2018, 17:24) *
User SvD im Forum bei augengeradeaus: Die F122 sollen wegen Überalterung der FKs angeblich schon jetzt ohne SeaSparrow fahren. Erosion wo man hinschaut.


Ohne den Launcher? Oder ohne die entsprechenden FKs? Letzteres ist, außer das Schiff geht in den Einsatz, relativ normal.

€dit:
Nach kurzer Rücksprache: Die oben getätigte Aussage ist definitiv nicht korrekt. Die Harpoon wurden (mal wieder) entfernt. Der SeaSparrow Launcher ist am Platz und soll wohl demnächst auch mal wieder scharf genutzt werden smile.gif

Der Beitrag wurde von Grenadier bearbeitet: 29. Mar 2018, 09:29
 
Merowinger
Beitrag 29. Mar 2018, 14:16 | Beitrag #176
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Danke!
 
Merowinger
Beitrag 25. Jul 2018, 18:56 | Beitrag #177
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Ein snippet aus der ESUT Juni 2018, gemeint ist insbesondere Sabrina 21:
ZITAT
Für den Fähigkeitserhalt der Fregatten Klasse 123 (BRANDENBURG-Klase) kam im Rahmen der Fähigkeitsanpassung als Erneuerung des FüWES Tacticos BL1 an Bord. Auch die Korvetten Klasse 130 (BRAUNSCHWEIG-Klasse) sind damit ausgerüstet.

Stufe 2 der Fähigkeitsanpassung sollte ESSM einführen und anbinden (damit auch die Senderöhren der Feuerleitanlage für die entsprechende Beleuchtung), was inzwischen offensichtlich aufgegeben wurde.

Erläuterung zu den Tacticos Versionen:
- BL0 1990 bis 2000
- BL1 2000 bis 2010
- BL2 2011 bis 2022
- BL3 ab 2022 in Vorbereitung

Die F124 hat BL0.

Hartpunkt zum Vorhaben (April 2018):
ZITAT
Im Fall der Marine bemängelt der Bundesrechnungshof das schlechte Projektmanagement bei der Modernisierung der IT-Systeme von Fregatten der Klasse 123. In der Folge habe sich die Modernisierung um mehrere Jahre verzögert und die Kosten pro Schiff sich von 6 auf 30 Mio EUR verfünffacht.

[...] Bei der Modernisierung habe die Bundeswehr zahlreiche Fehler im Projektmanagement gemacht. So sei die Leistung nicht hinreichend im Vertrag beschrieben worden, kein effektives Qualitätsmanagement eingerichtet und wesentliche Bestandteile des Einsatzsystems erst nach der Abnahme getestet worden.

[...] Anschließend testete die Marine das neue Einsatzsystem auf dem ersten Schiff unter einsatznahen Bedingungen. „Dabei verwendete sie auch andere als die vom Auftragnehmer entwickelten Szenarien. Diese Einsatzprüfung scheiterte, unter anderem wegen sicherheitsrelevanter Fehler in der Software.“ Daraufhin setzte die Bundeswehr laut Bericht die Modernisierung der Einsatzsysteme auf den drei weiteren Fregatten aus. „Der Auftragnehmer bemühte sich zunächst erfolglos, die Mängel abzustellen. Weitere Einsatzprüfungen in den Jahren 2012 und 2014 scheiterten“, schreiben die Haushaltsprüfer.

[...] Nach den Angaben des Rechnungshofes war schließlich die vierte Einsatzprüfung im Mai 2016 erfolgreich. Noch verbliebene Mängel – so genannte Restpunkte – sollen bis zum Jahr 2018 abgestellt werden. Im Lauf der Zeit seien die Kosten von 69 auf 120 Mio EUR für das Vorhaben gestiegen.

[...] die Marine beabsichtig laut Bericht, die Fregatten der Klasse 123 bis zum Jahr 2030 zu nutzen und rechne für weitere Modernisierungen dieser Schiffsklasse mit Ausgaben von rund 250 Mio EUR.


Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 25. Jul 2018, 20:40
 
Merowinger
Beitrag 10. Oct 2018, 15:13 | Beitrag #178
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Auch das Marineforum 2017-11 bestätigt, dass nach dem Nutzungsende des SeaSparrow die F123 sich nur noch auf RAM Block 2 zur aktiven FK Abwehr stützen wird. Das Radar bleibt abgesehen von Obsoleszenzbeseitigungen mehr oder weniger unverändert, bis auf einen neuen VEX (Videoextraktor) für das externe manuelle tracking des LW 08 achtern (stammt noch aus den 70ern). Die zwei Kreiselkompasse und die Navigationsanlage inkl. der Navigationsradare werden erneuert. Bei der Plattformautomation (sehr ähnlich der F122) ist viel zu tun da praktisch nicht mehr versorgbar. Die Umsetzung erfolgt zwischen 2019 und 2024.

NSM ist querschnittlich als der Nachfolger von Harpoon vorgesehen, vorbehaltlich der Vertragsunterzeichnung 2019.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 10. Oct 2018, 19:31
 
Schwabo Elite
Beitrag 10. Oct 2018, 16:20 | Beitrag #179
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ZITAT(Merowinger @ 10. Oct 2018, 16:13) *
Auch das Marineforum 2017-11 bestätigt, dass nach dem Nutzungsende des SeaSparrow die F123 sich nur noch auf RAM Block 2 zur aktiven FK Abwehr stützen wird.
Und was macht man dann mit den 16 Zellen des VLS? confused.gif


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Beitrag 10. Oct 2018, 16:32 | Beitrag #180
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Nichts. Ausbauen und einlagern vermutlich. Möglicherweise kann man sie noch für MKS180 weiterverwenden.


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