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> Politische Ebene des russischen Kriegs, Ausgelagert aus dem "russischer Krieg in der Ukraine Thread"
Freestyler
Beitrag 28. Feb 2022, 07:30 | Beitrag #1
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ZITAT(PeterPetersen @ 28. Feb 2022, 00:10) *
Bisher schienen die Russen sich auf hybride KriegsfĂŒhrung und eher leichte Kampftruppen zu verlassen (Gerasimov Doktrin, wenn ich mich richtig an das Paper erinnere). Ähnlich wie auf der Krim 2014 wo das vorgehen ja auch sehr erfolgreich war. In den letzten Tagen haben sie sich mit der Taktik eine sehr blutige Nase geholt. Man muss aber auch eingestehen, dass wir bisher keine wirklich schweren Angriffe der Russen gesehen haben und auch keinen konzentrierten Einsatz der Luftwaffe und CAS (vielleicht wurden sie auch nur noch nicht gefilmt).

Weder gibt es eine Gerasimov-Doktrin noch ist an dem Vorgehen irgendwas "hybride". "Hybrid" ist wie "Cyber" ein Schlagwort, dass aus meiner Sicht primÀr deshalb so prominent in jeder Debatte vorkam, weil man dadurch zum einen die hÀsslichen militÀrischen Aspekte ausblenden könnte, zum anderen konnten sich dadurch Massen an Consultants, Journalisten und Wissenschaftlern an der Debatte beteiligen, die von militÀrischen Aspekten keine Ahnung haben.

Bei den "leichten Kampftruppen" handelt es sich vermutlich mit Masse um GRU SpetsNaz (zumindest nutzen die mit Masse die beobachteten GAZ Tigr-M). Weder der Einsatz der SpetsNaz noch deren Vorgehen ist im Kontext zweckmĂ€ĂŸig...


---

Information:

Ich habe das Thema aus dem anderen thread abgespaltet
Hier soll es um die politische (und generell weiterfĂŒhrende) Ebene des russischen kriegs in der Ukraine gehen, damit der Thread zum russischen Krieg in der Ukraine wirklich als Übersicht ĂŒber den Verlauf der militĂ€rischen Aktion und Diskussionen dazu dient.

Ich weiss, ist nicht immer alles trennscharf, aber generell bitte ich die politische Diskussionen und alles rundrum hier zu fĂŒhren, und im anderen Thread primĂ€r die
Übersicht und Diskussion zum Kriegsverlauf zu behalten



goschi (admin)


Der Beitrag wurde von goschi bearbeitet: 28. Feb 2022, 14:44
 
Tauglichkeit5
Beitrag 28. Feb 2022, 07:44 | Beitrag #2
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ZITAT(Freestyler @ 28. Feb 2022, 07:30) *
Weder gibt es eine Gerasimov-Doktrin noch ist an dem Vorgehen irgendwas "hybride".

Das hat man in Österreich noch nicht mitbekommen: https://www.bundesheer.at/wissen-forschung/...tion.php?id=908

Aber egal:

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Der Beitrag wurde von Tauglichkeit5 bearbeitet: 28. Feb 2022, 09:43
 
PeterPetersen
Beitrag 28. Feb 2022, 08:59 | Beitrag #3
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ZITAT(Freestyler @ 28. Feb 2022, 07:30) *
ZITAT(PeterPetersen @ 28. Feb 2022, 00:10) *
Bisher schienen die Russen sich auf hybride KriegsfĂŒhrung und eher leichte Kampftruppen zu verlassen (Gerasimov Doktrin, wenn ich mich richtig an das Paper erinnere). Ähnlich wie auf der Krim 2014 wo das vorgehen ja auch sehr erfolgreich war. In den letzten Tagen haben sie sich mit der Taktik eine sehr blutige Nase geholt. Man muss aber auch eingestehen, dass wir bisher keine wirklich schweren Angriffe der Russen gesehen haben und auch keinen konzentrierten Einsatz der Luftwaffe und CAS (vielleicht wurden sie auch nur noch nicht gefilmt).

Weder gibt es eine Gerasimov-Doktrin noch ist an dem Vorgehen irgendwas "hybride". "Hybrid" ist wie "Cyber" ein Schlagwort, dass aus meiner Sicht primÀr deshalb so prominent in jeder Debatte vorkam, weil man dadurch zum einen die hÀsslichen militÀrischen Aspekte ausblenden könnte, zum anderen konnten sich dadurch Massen an Consultants, Journalisten und Wissenschaftlern an der Debatte beteiligen, die von militÀrischen Aspekten keine Ahnung haben.

Bei den "leichten Kampftruppen" handelt es sich vermutlich mit Masse um GRU SpetsNaz (zumindest nutzen die mit Masse die beobachteten GAZ Tigr-M). Weder der Einsatz der SpetsNaz noch deren Vorgehen ist im Kontext zweckmĂ€ĂŸig...


Zumindest hat Valeri Gerassimov 2013 in einer russischen MilitÀrzeitung einen Artikel veröffentlich der im Westen als die Gerassimov Doktrin bekannt wurde.

Hier ist das Original
http://prognoz.eurasian-defence.ru/sites/d.../vpk_08_476.pdf

Und tatsĂ€chlich haben die Geschehnisse der ersten Tage doch einige Ähnlichkeit mit dem was im Artikel steht.
 
Glorfindel
Beitrag 28. Feb 2022, 09:30 | Beitrag #4
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ZITAT(Tauglichkeit5 @ 28. Feb 2022, 07:44) *
ZITAT(Freestyler @ 28. Feb 2022, 07:30) *
Weder gibt es eine Gerasimov-Doktrin noch ist an dem Vorgehen irgendwas "hybride".


Das hat man in Österreich noch nicht mitbekommen: https://www.bundesheer.at/wissen-forschung/...tion.php?id=908

Wohl gibt es auf russischer Seite keine als Gerasimov-Doktrin bezeichnete Doktrin, aber es gibt ein entsprechendes militÀrisches Denken, auch wenn ich persönlich der Ansicht bin, dass ein doppeltes, wenn nicht dreifachen MissverstÀndnis vorliegt, d.h. weder die Russen habe völlig begriffen was der Westen macht (was sich jetzt auch im Handeln in der Ukraine zeigt, eine Art pervertiertes Vorgehens des Westens), noch versteht der Westen, was Russland macht. Ein MissverstÀndnis liegt möglicherweise auch darin, dass man die Rede Gerasimovs zu einer Doktrin umgestaltet hat. Die damals gezeigten Abbildungen sind jedoch trotzdem aufschlussreich:


Von was geht man im Westen aus, wie die Russen handeln:

- Putin hat ein Endziel in irgend einem Staat: Regime-Change / Einflusserweiterung
- er produziert eine Krise
- erhöht den politischen und militÀrischen Druck
- beginnt mit verdeckter KriegsfĂŒhrung, zuerst Informationskrieg (z.B. RT, Sputnik etc.)
- infiltriert den Gegner und baut "BĂŒrgerbewegungen" auf
- kauft sich Leute im Bereich des Gegner (GeschĂ€ftsleute, Politiker, wenn möglich Geheimdienst und MilitĂ€rs) sowie ZutrĂ€ger im Westen (z.B. Ex-Politiker, SportfunktionĂ€r), welche die russische Politik offen oder verdeckt unterstĂŒtzen
- beginnt mit CyberkriegsfĂŒhrung, u.a. Spionage, Internetattacken usw., lĂŒgt, streitet alles ab
- beginnt mit Gewalt unterhalb der Kriegsschwelle, lĂŒgt und streitet alles ab
- erhöht diesen Druck (z.B. Einsatz von grĂŒnen MĂ€nnchen, Spezialeinheiten, MilitĂ€rfirmen, Artillerieangriffe ĂŒber die Grenze). Es wird immer noch behauptet, man befinde sich nicht im Krieg
- eskaliert weiter und gibt den anderen die Schuld bis es zum kurzen konventionellen militÀrischen Schlagabtausch kommt, wobei auch Saboteure etc. eingesetzt werden sowie nichtstaatliche Hilfstruppen
- anschliessend soll die Situation wieder beruhigt werden, Einsatz von Friedenstruppen um das Erreichte abzusichern, Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen und Wiederherstellung des Friedens.

Die Aktion in der Ukraine inkl. VorgeplĂ€nkel lĂ€uft ziemlich genau so ab, wie man sich die hybride KriegsfĂŒhrung vorstellt und entsprich ziemlich genau einem Übungsszenario der Schweiz


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"Dort stand das Haus der Goldenen Blume, deren MĂ€nner eine Strahlensonne auf den Schilden hatten und ihr AnfĂŒhrer, Glorfindel, trug einen Mantel so kunstvoll mit GoldfĂ€den durchwirkt, dass er gelb durchschossen war wie ein Feld im FrĂŒhling; und ihre Waffen waren kunstvoll mit Gold ĂŒberzogen."
 
mr.trigger
Beitrag 28. Feb 2022, 09:34 | Beitrag #5
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ZITAT(Tauglichkeit5 @ 28. Feb 2022, 09:02) *
Abschied vom russischen Gas – wer gewinnt, wer verliert - ManagerMagazin

Ich wĂŒrde hier noch den Iran anfĂŒhren. Dort hats die zweitgrĂ¶ĂŸten bestĂ€tigten Erdgasvorkommen nach Russland und die Verhandlungen ĂŒber normalisierte Beziehungen scheinen zu laufen. Ganz generell scheint es eine opportune Zeit fĂŒr Autokraten zu sein, sich mit dem Westen zu verstĂ€ndigen.


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ramke
Beitrag 28. Feb 2022, 10:18 | Beitrag #6
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Es gab vor ein paar jahren eine ausgezeichnete Analyse von Offiziere.ch welche jetzt aber nicht mehr verfĂŒgbar ist. Ich habe davon noch n paar Schnipsel gefunden. Die Analyse trifft sogar noch ein viel schlechteres Bild in der RealitĂ€t:

"Durch ihre zahlenmĂ€ssige Überlegenheit haben die russischen StreitkrĂ€fte den Kaukasuskrieg 2008 zwar fĂŒr sich entschieden, die Leistung war jedoch Ă€usserst blamabel. Aus verschiedensten GrĂŒnden war der Generalstab bei Kriegsausbruch nicht in der Lage die Operation von Moskau aus zu fĂŒhren und mit den eingesetzten VerbĂ€nden eine sichere Verbindung aufzubauen. Zur Not wurden die VerbĂ€nde ĂŒber Netze georgischer Telekommunikationsanbieter mittels Mobiltelefon befehligt. Doch auch die VerbĂ€nde waren nicht auf den Krieg vorbereitet. GemĂ€ss dem russischen Generalstabschef Nikolay Makarov waren nur 17% der Bodentruppen, 5 der 150 Regimenter der LuftstreitkrĂ€fte und rund die HĂ€lfte der Kriegsschiffe kampfbereit. Das russische globale Satellitennavigationssystem Glonass, PrĂ€zisionswaffen, satelliten- oder lasergesteuerte Geschosse, anti-radar Raketen und Drohnen standen nicht zur VerfĂŒgung. Fehlender Zugriff auf Satellitenbilder veranlassten die Russen einen Tupolev Tu-22 Bomber zur AufklĂ€rung ĂŒber Georgien einzusetzen, wo er schliesslich durch die georgische Luftabwehr abgeschossen wurde. Die eingesetzten Helikopter verfĂŒgten ĂŒber keine AusrĂŒstung zur Freund-Feind-Erkennung und ĂŒber kein Funksystem, welches mit den Bodentruppen interoperabel gewesen wĂ€re, weshalb sie zur LuftnahunterstĂŒtzung der Infanterie nicht eingesetzt werden konnten. Ausserdem verfĂŒgten die Kampfflugzeuge nur ĂŒber limitierte FĂ€higkeiten zur elektronischen KriegsfĂŒhrung und sie konnten wĂ€hrend der Nacht nicht eingesetzt werden. Trotzdem sicherte sich Russland die LuftĂŒberlegenheit ĂŒber das gesamte Gebiet, was aber durch die Tatsache, dass Georgien nur ĂŒber 8 Kampfflugzeuge und 24 Helikopter verfĂŒgte und diese bewusst nicht einsetzte, keine aussergewöhnliche Leistung darstellte.

WĂ€hrend den fĂŒnf Kriegstagen verloren die russischen StreitkrĂ€fte sechs Kampfflugzeuge, wobei vier von den eigenen Truppen abgeschossen wurden. Trotz fehlender Gegenwehr konnte die amphibische Operation in Abchasien nur mit MĂŒh und Not durchgefĂŒhrt werden. Dies war der Auslöser fĂŒr den Kauf der französischen Mistral-Schiffe. Bei 60-75% der eingesetzten Kampfpanzer handelte es sich um alte T-62, T-72M und T-72BM, welche ĂŒber keine moderne Reaktivpanzerung, keine NachtsichtausrĂŒstung, keine fortschrittlichen Kommunikationsmittel und kein ĂŒberlegenes Feuerkontrollsystem verfĂŒgten. Die sowjetische Einsatzdoktrin gegen die nach westlichen MassstĂ€ben trainierten und mit moderner Technologie ausgerĂŒsteten georgischen VerbĂ€nden hatte desaströse Konsequenzen: Beinahe alle 30 Fahrzeuge der Kommandogruppe der 58. Armee wurden zerstört, dabei viele der Stabsoffiziere getötet oder verwundet, darunter auch der Kommandant .Einzig die Luftlandetruppen und der Lufttransport von Mannschaft, AusrĂŒstung und Nachschub hatten im Kaukasuskrieg 2008 ĂŒberzeugt.."

Der letzte Satz hmpf.gif


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...die Grundausbildung bereitet auf den Krieg vor,
die Truppenküche auf die Gefangenschaft.
 
Glorfindel
Beitrag 28. Feb 2022, 10:22 | Beitrag #7
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Ja. Aber man genau aus diesem Grund nach 2008 die russischen StreitkrÀfte auch reformiert.


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ramke
Beitrag 28. Feb 2022, 10:32 | Beitrag #8
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ZITAT(Glorfindel @ 28. Feb 2022, 10:22) *
Ja. Aber man genau aus diesem Grund nach 2008 die russischen StreitkrÀfte auch reformiert.


Korrekt, Ich habe auch die Analysen dazu gelesen inwiefern die reformiert und deformiert wurden. Gleichzeitig waren die Luftlandeoperationen aber auch ein Desaster.


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tommy1808
Beitrag 28. Feb 2022, 10:35 | Beitrag #9
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ZITAT(Glorfindel @ 28. Feb 2022, 10:22) *
Ja. Aber man genau aus diesem Grund nach 2008 die russischen StreitkrÀfte auch reformiert.


Hat man oder wollte man? Man wollte ja auch inzwischen 2300 T-14 haben.

Gruß
Thomas


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Tauglichkeit5
Beitrag 28. Feb 2022, 10:38 | Beitrag #10
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ZITAT(ramke @ 28. Feb 2022, 10:18) *
Ausserdem verfĂŒgten die Kampfflugzeuge nur ĂŒber limitierte FĂ€higkeiten zur elektronischen KriegsfĂŒhrung und sie konnten wĂ€hrend der Nacht nicht eingesetzt werden.


Hat sich die NachtkampffÀhigkeit heute verbessert? Weder SU-25 noch Mi-24 wurden meiner Erinnerung nach bisher nachts gemeldet. Einzig die Il-76, von denen aber vier(?) gegroundet wurden.
 
Glorfindel
Beitrag 28. Feb 2022, 10:39 | Beitrag #11
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Doch. Die StreitkrÀfte wurde reformiert. Sonst wÀren sie zu dem, was sie jetzt machen, gar nicht in der Lage gewesen.

Es wurden 2300 bestellt. Bestellen kann man noch viel.


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"Dort stand das Haus der Goldenen Blume, deren MĂ€nner eine Strahlensonne auf den Schilden hatten und ihr AnfĂŒhrer, Glorfindel, trug einen Mantel so kunstvoll mit GoldfĂ€den durchwirkt, dass er gelb durchschossen war wie ein Feld im FrĂŒhling; und ihre Waffen waren kunstvoll mit Gold ĂŒberzogen."
 
Stefan Kotsch
Beitrag 28. Feb 2022, 10:47 | Beitrag #12
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Die 2300 sind Schnee von vorgestern. Bis Ende 2022 mit GlĂŒck 20. Aber auch das werden wahrscheinlich die 20 schon vorhandenen sein, neu aufgearbeitet. UVZ bekommt niemanden der die neue Panzerbauhalle bauen will, 3 Firmen sind schon gescheitert. UVZ gilt in Russland als toxischer GeschĂ€ftsparter.
 
Ta152
Beitrag 28. Feb 2022, 10:56 | Beitrag #13
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ZITAT(Glorfindel @ 28. Feb 2022, 10:39) *
Doch. Die StreitkrÀfte wurde reformiert. Sonst wÀren sie zu dem, was sie jetzt machen, gar nicht in der Lage gewesen.

Es wurden 2300 bestellt. Bestellen kann man noch viel.


Letzten Stand laut dem Deutschen Wikipedia Artikel sind 32 bestellt, Serienproduktion soll im Dezember 2021 beginnen....

Das wird aber auch noch ein interessantes Thema fĂŒr die Russische RĂŒstungsproduktion wie stark die durch die Sanktionen betroffen sein werden. Gerade im Bereich Mikroelektronik.

Der Beitrag wurde von Ta152 bearbeitet: 28. Feb 2022, 10:57


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janapier
Beitrag 28. Feb 2022, 10:58 | Beitrag #14
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ZITAT(tommy1808 @ 28. Feb 2022, 10:35) *
Hat man oder wollte man? Man wollte ja auch inzwischen 2300 T-14 haben.

Gruß
Thomas


Man hat.


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Tauglichkeit5
Beitrag 28. Feb 2022, 11:01 | Beitrag #15
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ZITAT(Stefan Kotsch @ 28. Feb 2022, 10:47) *
Die 2300 sind Schnee von vorgestern. Bis Ende 2022 mit GlĂŒck 20. Aber auch das werden wahrscheinlich die 20 schon vorhandenen sein, neu aufgearbeitet. UVZ bekommt niemanden der die neue Panzerbauhalle bauen will, 3 Firmen sind schon gescheitert. UVZ gilt in Russland als toxischer GeschĂ€ftsparter.


"Vom Hauptkampfpanzer T14 „Armata“, einer bereits frĂŒher hochgepriesenen Wunderwaffe Putins, die als „revolutionĂ€rster Panzer seit einer Generation“ bezeichnet wurde, ist vorerst lediglich die Beschaffung von jĂ€hrlich 120 StĂŒck geplant. AbzĂŒglich von Panzern zu Schulungszwecken reicht das gerade mal fĂŒr zwei Bataillone. UrsprĂŒnglich wollte Moskau bis 2020 rund 2.300 T-14 produzieren. Jetzt wurde das Beschaffungsprogramm erst einmal bis 2025 gestreckt."

https://www.baks.bund.de/de/arbeitspapiere/...ft-aus-moskau-0 Stand 07/2018

"Die Serienproduktion des neuesten russischen Panzers T-14 Armata soll im nÀchsten Jahr beginnen. Der russische Industrie- und Handelsminister Denis Manturow hat bekannt gegeben, dass die staatliche Erprobung des Panzers 2022 abgeschlossen wird. Danach werde der Armata in die Serienproduktion gehen.

Die Fachwelt bleibt skeptisch. Offizielle Stellen hatten seit der Erstvorstellung des Panzers im Mai 2015 mehrfach den Produktionsbeginn mit unterschiedlichen StĂŒckzahlen angekĂŒndigt. Anfang 2018 war eine Bestellung von 32 Kampfpanzern (1-14) und 100 SchĂŒtzenpanzern (T-15) Armata zur Erprobung in einem Panzer- und drei Mot-SchĂŒtzen-Bataillonen bekannt gegeben worden. Ende desselben Jahres wurde der Serienanlauf bis auf weiteres verschoben. 2020 wurde mit Verweis auf das Verteidigungsministerium ĂŒber einen Produktionsvertrag berichtet, der die Lieferung von 132 Gefechtsfahrzeuge T-14/T-15 ab 2023 zum Gegenstand hatte."

https://esut.de/2021/07/meldungen/28363/ser...ur-t-14-armata/ Stand 06/2021

Klassische Luftnummer!
 
Stefan Kotsch
Beitrag 28. Feb 2022, 11:24 | Beitrag #16
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Die Zeitung VPK schreibt im Dezember 2021 dazu:

"Dennoch sollte man in den kommenden Jahren keinen „Boom in der Anschaffung“ von Panzern auf der ARMATA-Plattform prognostizieren. DafĂŒr gibt es mindestens zwei gute GrĂŒnde.
Erstens verfĂŒgen die Hauptpanzer T-72B3, T-90 und ihre Modifikationen, die derzeit bei der Russischen Föderation im Einsatz sind, ĂŒber eine solide Betriebs- und Modernisierungsressource. Zweitens hat Russland derzeit keinen Gegner, gegen den der kurzfristige Einsatz von Hightech-Waffen wie dem T-14 ARMATA sowohl aus militĂ€rischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll wĂ€re.

DarĂŒber hinaus lohnt es sich kaum, zumindest in den nĂ€chsten Jahren, mit einer vielversprechenden Exportzukunft fĂŒr GerĂ€te auf Basis der ARMATA-Plattform zu rechnen. Die Entwicklung ist weiterhin geheim, und Russlands Finanzlage ist nicht in der in der Situation Staatsgeheimnisse zu verkaufen. In naher Zukunft wird es keine große finanzielle Rendite aus dem T-14 und zum Budget der heimischen Verteidigungsindustrie geben. Um die Amortisierung des ARMATA-Projekts zu starten, ist eine solider staatlicher Beschaffungsauftrag erforderlich, mit dem in naher Zukunft höchstwahrscheinlich nicht zu rechnen ist. Warum? FĂŒr uns lautet die Antwort auf diese Frage wie folgt. Der ARMATA war seiner Zeit voraus. Potenzielle Gegner Russlands haben heute keine Panzer, die mit dem T-14 voll konkurrieren können, und das Erscheinen grundlegend neuer Kampffahrzeuge in ihnen ist in naher Zukunft ebenfalls nicht geplant."

https://vpk-news.ru/articles/65070

Der ARMATA ist damit so ziemlich auf Eis gelegt. Und mit den neuen Sanktionen wird es noch schwieriger. Die RĂŒstungsunternehmen arbeiten lĂ€ngst hochdefizitĂ€r, insbesondere Panzer-und Motorenbau. Vieles ist auch schon sehr eng verflochten mit der Weltwirtschaft. Da sind die Sanktionen eine mittlere Katastrophe.
 
Tauglichkeit5
Beitrag 28. Feb 2022, 11:26 | Beitrag #17
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ZITAT(Glorfindel @ 28. Feb 2022, 09:30) *
Wohl gibt es auf russischer Seite keine als Gerasimov-Doktrin bezeichnete Doktrin, aber es gibt ein entsprechendes militÀrisches Denken, auch wenn ich persönlich der Ansicht bin, dass ein doppeltes, wenn nicht dreifachen MissverstÀndnis vorliegt, d.h. weder die Russen habe völlig begriffen was der Westen macht (was sich jetzt auch im Handeln in der Ukraine zeigt, eine Art pervertiertes Vorgehens des Westens), noch versteht der Westen, was Russland macht. Ein MissverstÀndnis liegt möglicherweise auch darin, dass man die Rede Gerasimovs zu einer Doktrin umgestaltet hat. Die damals gezeigten Abbildungen sind jedoch trotzdem aufschlussreich:


Russian Strategy

No one except Putin really understands what he wants and what he is willing to risk to get it — in fact, if he is the ad hoc “player” many believe, even he may not be able to answer those strategic questions. So a strategy of offering him an “off ramp” is a hope not a plan. Likewise, while we often use the term “Deterrence” we seem to forget that it is a psychological construct not a material one. If we don’t know what is in the mind of the opposing “strategist” we have little hope of hitting the right buttons that “deter” him. However, we do know what Putin's game plan is — its called “New Generation Warfare” and its targeted on Western weaknesses not our strengths. And that is what needs to be countered with action, not rhetoric. In the classic words of Sun Tzu: “What is of supreme importance in war is to attack the enemy’s STRATEGY.”
[...]
As practiced in Ukraine, Russian “New Generation Warfare” is manifested in five component elements — each represents a threat, but each also offers a “lesson” in how it can be countered.
[...]
Political Subversion: Insertion of agents; classic “agi-­‐prop” information operations employing modern mass media to exploit ethnic-­‐linguistic-­‐class differences; corruption, compromise of local officials.
[...]
Proxy Sanctuary: Seizing local governmental centers, police stations, airports and military depots; arming and training insurgents; creating checkpoints and destroying ingress transportation infrastructure; cyber attacks compromising victim communications; phony referendum with single party representation and establishment of a “People’s Republic” under Russian tutelage.
[...]
Intervention: Deployment of the Russian forces to the border with sudden large scale exercises involving ground, naval, air and airborne troops; surreptitious introduction of heavy weapons to insurgents; creation of training and logistics camps adjacent to the border; commitment of so-­‐called “volunteer” combined-­‐arms Battalion Tactical Groups; integrating proxy troops into Russian equipped, supported and led higher level formations.
[...]
Coercive Deterrence: Secret strategic force alerts and “snap checks;” forward deployment of tactical nuclear delivery systems; theater and intercontinental “in your face” maneuvers and aggressive air patrolling of neighboring areas to inhibit their involvement.
[...]
Negotiated Manipulation: The use and abuse of Western negotiated “ceasefires” to rearm their proxies; using violations to bleed the opponent’s Army white while inhibiting other states from helping under the fear of “escalation;” divide the Western alliance by playing economic incentives, selective and repetitive phone negotiations infatuating a favorite “security partner.”



“Lessons Learned” from the Russo-­Ukrainian War
Personal Observations
Dr. Phillip A. Karber
8 July 2015

PDF 50 Seiten

Der Beitrag wurde von Tauglichkeit5 bearbeitet: 28. Feb 2022, 11:29
 
Glorfindel
Beitrag 28. Feb 2022, 11:31 | Beitrag #18
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Genau von dem gehen westliche MilitÀrs aus und es wurde in der Ukraine auch 2021/22 so angewandt.

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Eine Seite, welche versucht, die Materialverluste zu verifizieren:
https://www.oryxspioenkop.com/2022/02/attac...-equipment.html


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janapier
Beitrag 28. Feb 2022, 11:35 | Beitrag #19
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ZITAT(Stefan Kotsch @ 28. Feb 2022, 11:24) *
...
Der ARMATA ist damit so ziemlich auf Eis gelegt.
....


DafĂŒr soll der T-90M in grĂ¶ĂŸerer Zahl beschafft werden.


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Scipio32
Beitrag 28. Feb 2022, 11:56 | Beitrag #20
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Off-Topic:

Die ganze Armata-Geschichte kommt auch Recht seltsam vor. Erst verkĂŒndet man mit großem Tamtam diesen neuen Hitechpanzer nur um ihn dann nicht in grĂ¶ĂŸeren StĂŒckzahlen in Dienst zu stellen. Das hinterlĂ€sst doch auch wieder keinen guten Eindruck.
 
Madner Kami
Beitrag 28. Feb 2022, 12:01 | Beitrag #21
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Wenn man sich nur ĂŒber seine militĂ€rische StĂ€rke und seinen militĂ€rischen Einfluss definiert, dann braucht man solche Sachen. Ist halt dann doof, wenn man nicht genug in die Wirtschaft investiert hat, um die Dinger dann auch zu bauen.


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Tauglichkeit5
Beitrag 28. Feb 2022, 12:16 | Beitrag #22
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ZITAT(Scipio32 @ 28. Feb 2022, 11:56) *
Die ganze Armata-Geschichte kommt auch Recht seltsam vor. Erst verkĂŒndet man mit großem Tamtam diesen neuen Hitechpanzer nur um ihn dann nicht in grĂ¶ĂŸeren StĂŒckzahlen in Dienst zu stellen. Das hinterlĂ€sst doch auch wieder keinen guten Eindruck.

Das dĂŒrften die Krimsanktionen 2014 gewesen sein. Die Bestellungen fĂŒr die Su-35 von Indonesien wurden storniert weil wesentliche Teile nicht zu beschaffen waren, jeglicher Vertrieb ist quasi eingestellt.
ZITAT(Madner Kami @ 28. Feb 2022, 12:01) *
Wenn man sich nur ĂŒber seine militĂ€rische StĂ€rke und seinen militĂ€rischen Einfluss definiert, dann braucht man solche Sachen. Ist halt dann doof, wenn man nicht genug in die Wirtschaft investiert hat, um die Dinger dann auch zu bauen.

Die Ironie an der Sache ist dass Putin seine RĂŒstungsindustrie (und nun auch den Rest der Wirtschaft) selbst in die Steinzeit gebombt hat und es dabei auch bleiben wird.

Der Beitrag wurde von Tauglichkeit5 bearbeitet: 28. Feb 2022, 12:16
 
Aetius
Beitrag 28. Feb 2022, 12:27 | Beitrag #23
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ZITAT(Tauglichkeit5 @ 28. Feb 2022, 12:16) *
ZITAT(Scipio32 @ 28. Feb 2022, 11:56) *
Die ganze Armata-Geschichte kommt auch Recht seltsam vor. Erst verkĂŒndet man mit großem Tamtam diesen neuen Hitechpanzer nur um ihn dann nicht in grĂ¶ĂŸeren StĂŒckzahlen in Dienst zu stellen. Das hinterlĂ€sst doch auch wieder keinen guten Eindruck.

Das dĂŒrften die Krimsanktionen 2014 gewesen sein. Die Bestellungen fĂŒr die Su-35 von Indonesien wurden storniert weil wesentliche Teile nicht zu beschaffen waren, jeglicher Vertrieb ist quasi eingestellt.
ZITAT(Madner Kami @ 28. Feb 2022, 12:01) *
Wenn man sich nur ĂŒber seine militĂ€rische StĂ€rke und seinen militĂ€rischen Einfluss definiert, dann braucht man solche Sachen. Ist halt dann doof, wenn man nicht genug in die Wirtschaft investiert hat, um die Dinger dann auch zu bauen.

Die Ironie an der Sache ist dass Putin seine RĂŒstungsindustrie (und nun auch den Rest der Wirtschaft) selbst in die Steinzeit gebombt hat und es dabei auch bleiben wird.


Dieses Jahr bin ich wirklich auf die Mai-Parade auf dem Roten Platz gespannt. Die ist ja schon in zwei Monaten....
 
janapier
Beitrag 28. Feb 2022, 12:40 | Beitrag #24
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Ich möchte noch einmal auf Putins Einstellung zur Ukraine zurĂŒckkommen, auch im Hinblick auf den oben referenzierten Artikel von Peter Akopow.

Am 12. Juli 2021 wurde auf der Webseite des Kremls ein Artikel von Putin zur Ukraine veröffentlicht. In diesem heißt es:

"Als ich kĂŒrzlich in der Direct Line zu den russisch-ukrainischen Beziehungen befragt wurde, sagte ich, dass Russen und Ukrainer ein Volk seien - ein einziges Ganzes. Diese Worte waren nicht von irgendwelchen kurzfristigen Überlegungen oder vom aktuellen politischen Kontext bestimmt. Es ist das, was ich bei zahlreichen Gelegenheiten gesagt habe und woran ich fest glaube.
...
FĂŒr diejenigen, die heute die volle Kontrolle ĂŒber die Ukraine an externe KrĂ€fte abgeben, wĂ€re es lehrreich, sich daran zu erinnern, dass sich eine solche Entscheidung 1918 als fatal fĂŒr das herrschende Regime in Kiew erwies.
...
Die moderne Ukraine ist ... ausschließlich ein Produkt der SowjetĂ€ra. Wir wissen und erinnern uns gut daran, dass sie - zu einem großen Teil - auf dem Boden des historischen Russlands entstanden ist.
...
Ihr wollt einen eigenen Staat grĂŒnden: Ihr seid willkommen! Aber wie lauten die Bedingungen? ... Wenn du gehst, nimm mit, was du mitgebracht hast. Diese Logik ist schwer zu widerlegen.
...
Im Wesentlichen beschlossen die herrschenden Kreise der Ukraine, die UnabhÀngigkeit ihres Landes durch die Verleugnung seiner Vergangenheit zu rechtfertigen, allerdings mit Ausnahme der Grenzfragen.
...
Radikale und Neonazis trugen ihre Bestrebungen offen und immer unverfrorener vor. Sie wurden sowohl von den offiziellen Behörden als auch von lokalen Oligarchen unterstĂŒtzt, die das ukrainische Volk ausraubten und ihr gestohlenes Geld in westlichen Banken aufbewahrten, bereit, ihr Mutterland zu verkaufen, um ihr Kapital zu erhalten. Hinzu kommen die anhaltende SchwĂ€che der staatlichen Institutionen und die Position einer willigen Geisel des geopolitischen Willens eines anderen.
...
Schritt fĂŒr Schritt wurde die Ukraine in ein gefĂ€hrliches geopolitisches Spiel hineingezogen, das darauf abzielte, die Ukraine zu einer Barriere zwischen Europa und Russland zu machen, zu einem Sprungbrett gegen Russland. Unweigerlich kam der Zeitpunkt, an dem das Konzept "Die Ukraine ist nicht Russland" keine Option mehr darstellte. Das "Anti-Russland"-Konzept, das wir niemals akzeptieren werden, wurde notwendig.
...
Auch an die Interessen des ukrainischen Volkes wurde im Februar 2014 nicht gedacht. Die legitime öffentliche Unzufriedenheit, die durch akute sozioökonomische Probleme, Fehler und inkonsequente Handlungen der damaligen Behörden verursacht wurde, wurde einfach zynisch ausgenutzt. Westliche LĂ€nder mischten sich direkt in die inneren Angelegenheiten der Ukraine ein und unterstĂŒtzten den Putsch. Radikale nationalistische Gruppen dienten als Rammbock fĂŒr den Putsch. Ihre Slogans, ihre Ideologie und ihre unverhohlene aggressive Russophobie sind weitgehend zu bestimmenden Elementen der staatlichen Politik in der Ukraine geworden.
...
Ich halte es auch fĂŒr selbstverstĂ€ndlich, dass die Vertreter der Ukraine immer wieder gegen die Resolution der UN-Generalversammlung stimmen, in der die Verherrlichung des Nazismus verurteilt wird. MĂ€rsche und FackelzĂŒge zu Ehren der verbliebenen Kriegsverbrecher aus den SS-Einheiten finden unter dem Schutz der offiziellen Behörden statt. Mazepa, der alle verraten hat, Petliura, der die polnische Patronage mit ukrainischen LĂ€ndereien bezahlte, und Bandera, der mit den Nazis kollaborierte, werden zu Nationalhelden erklĂ€rt. Es wird alles getan, um die Namen echter Patrioten und Sieger, die immer der Stolz der Ukraine waren, aus dem GedĂ€chtnis der jungen Generationen zu löschen.
...
Das antirussische Projekt wurde von Millionen von Ukrainern abgelehnt. Die Menschen auf der Krim und die Einwohner von Sewastopol haben ihre historische Entscheidung getroffen. Und die Menschen im SĂŒdosten haben friedlich versucht, ihren Standpunkt zu verteidigen. Dennoch wurden sie alle, auch die Kinder, als Separatisten und Terroristen abgestempelt. Man drohte ihnen mit ethnischer SĂ€uberung und dem Einsatz militĂ€rischer Gewalt. Und die Bewohner von Donezk und Lugansk griffen zu den Waffen, um ihre Heimat, ihre Sprache und ihr Leben zu verteidigen. Hatten sie nach den Unruhen in den ukrainischen StĂ€dten, nach dem Horror und der Tragödie vom 2. Mai 2014 in Odessa, wo ukrainische Neonazis Menschen bei lebendigem Leib verbrannten und daraus ein neues Chatyn machten, ĂŒberhaupt eine andere Wahl? Die AnhĂ€nger von Bandera waren bereit, dasselbe Massaker auf der Krim, in Sewastopol, Donezk und Lugansk zu veranstalten. Auch jetzt geben sie diese PlĂ€ne nicht auf. Sie warten ihre Zeit ab. Aber ihre Zeit wird nicht kommen.
...
Offensichtlich, und davon bin ich mehr und mehr ĂŒberzeugt: Kiew braucht den Donbass einfach nicht. Und warum? Weil erstens die Bewohner dieser Regionen niemals die Ordnung akzeptieren werden, die man mit Gewalt, Blockade und Drohungen durchzusetzen versucht hat und versucht. Und zweitens widersprechen die Ergebnisse von Minsk-1 und Minsk-2, die eine echte Chance zur friedlichen Wiederherstellung der territorialen IntegritĂ€t der Ukraine durch eine direkte Einigung mit der DVR und der LPR unter Vermittlung Russlands, Deutschlands und Frankreichs bieten, der gesamten Logik des antirussischen Projekts. Und es kann nur durch die stĂ€ndige Pflege des Bildes eines inneren und Ă€ußeren Feindes aufrechterhalten werden. Und ich möchte hinzufĂŒgen - unter dem Schutz und der Kontrolle der WestmĂ€chte.

Das ist es, was tatsĂ€chlich geschieht. ZunĂ€chst einmal haben wir es mit der Schaffung eines Klimas der Angst in der ukrainischen Gesellschaft zu tun, mit aggressiver Rhetorik, dem Zulassen von Neonazis und der Militarisierung des Landes. Gleichzeitig erleben wir nicht nur eine völlige AbhĂ€ngigkeit, sondern auch eine direkte Kontrolle von außen, einschließlich der Überwachung der ukrainischen Behörden, Sicherheitsdienste und StreitkrĂ€fte durch auslĂ€ndische Berater, der militĂ€rischen "Entwicklung" des ukrainischen Territoriums und der Errichtung von NATO-Infrastruktur. Es ist kein Zufall, dass das oben erwĂ€hnte schĂ€ndliche Gesetz ĂŒber "indigene Völker" unter dem Deckmantel groß angelegter NATO-Übungen in der Ukraine verabschiedet wurde.

Dies ist auch ein Deckmantel fĂŒr die Übernahme der restlichen ukrainischen Wirtschaft und die Ausbeutung der natĂŒrlichen Ressourcen des Landes. Der Verkauf von landwirtschaftlichen FlĂ€chen ist nicht mehr weit entfernt, und es ist offensichtlich, wer sie aufkaufen wird. Von Zeit zu Zeit werden der Ukraine tatsĂ€chlich Finanzmittel und Kredite gewĂ€hrt, aber zu ihren eigenen Bedingungen und fĂŒr ihre eigenen Interessen, mit VorzĂŒgen und Vorteilen fĂŒr westliche Unternehmen. Übrigens, wer wird diese Schulden zurĂŒckzahlen? Offenbar geht man davon aus, dass dies nicht nur von der heutigen Generation der Ukrainer, sondern auch von deren Kindern, Enkeln und wahrscheinlich Urenkeln zu leisten sein wird.

Die westlichen Autoren des Anti-Russland-Projekts haben das ukrainische politische System so aufgebaut, dass PrĂ€sidenten, Abgeordnete und Minister wechseln, die Haltung der Trennung von und Feindschaft mit Russland aber bestehen bleibt. Frieden zu erreichen war der wichtigste Wahlslogan des amtierenden PrĂ€sidenten. Damit kam er an die Macht. Die Versprechen haben sich als LĂŒgen herausgestellt. Nichts hat sich geĂ€ndert. Und in mancher Hinsicht hat sich die Lage in der Ukraine und im Donbass sogar verschlechtert.

In dem Anti-Russland-Projekt ist weder Platz fĂŒr eine souverĂ€ne Ukraine noch fĂŒr die politischen KrĂ€fte, die versuchen, ihre tatsĂ€chliche UnabhĂ€ngigkeit zu verteidigen. Diejenigen, die von Versöhnung in der ukrainischen Gesellschaft, von Dialog und einem Ausweg aus der derzeitigen Sackgasse sprechen, werden als "pro-russische" Agenten abgestempelt.

Auch hier gilt: FĂŒr viele Menschen in der Ukraine ist das antirussische Projekt einfach inakzeptabel. Und es gibt Millionen solcher Menschen. Aber es ist ihnen nicht erlaubt, ihren Kopf zu erheben. Ihnen wurde faktisch die legale Möglichkeit genommen, ihren Standpunkt zu verteidigen. Sie werden eingeschĂŒchtert, in den Untergrund getrieben. Sie werden nicht nur fĂŒr ihre Überzeugungen, fĂŒr das gesprochene Wort, fĂŒr die offene Äußerung ihres Standpunktes verfolgt, sondern sie werden auch getötet. Mörder gehen in der Regel straffrei aus.

Heute ist der "richtige" Patriot der Ukraine nur derjenige, der Russland hasst. Mehr noch, die gesamte ukrainische Staatlichkeit, so wie wir sie verstehen, soll ausschließlich auf dieser Idee weiter aufgebaut werden. Hass und Wut, das hat die Weltgeschichte wiederholt bewiesen, sind ein sehr wackeliges Fundament fĂŒr SouverĂ€nitĂ€t, das mit vielen ernsten Risiken und schlimmen Folgen behaftet ist.

Alle mit dem antirussischen Projekt verbundenen TÀuschungsmanöver sind uns klar. Und wir werden niemals zulassen, dass unsere historischen Territorien und die Menschen, die uns nahe stehen und dort leben, gegen Russland eingesetzt werden. Und denjenigen, die einen solchen Versuch unternehmen wollen, möchte ich sagen, dass sie auf diese Weise ihr eigenes Land zerstören werden [Hervorhebungen janapier]".


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SailorGN
Beitrag 28. Feb 2022, 13:08 | Beitrag #25
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Die T-14-Familie wĂŒrde hier kaum den Unterschied ausmachen. Ein T-72 ist gut gefĂŒhrt und unterstĂŒtzt fĂŒr den Volkskrieg der Ukraine genauso gefĂ€hrlich... allein und ohne Sprit unterscheiden sich dagegen nur die Preisschilder der SĂ€rge^^

Nachtkampf: Wenn ich "nur" Infanterie habe und der Gegner keine NachtsichtgerĂ€te, dafĂŒr aber viel mechanisiertes GerĂ€t, dann wĂŒrde ich immer versuchen, nachts und in der DĂ€mmerung anzugreifen. Am Tag können die russischen Panzer und IFV ihre Feuerkraft auf Distanz ausspielen... nachts sehen sie genausoweit wie ein Infanterist mit RPG. DarĂŒber hinaus sind sie feuernd nachts besser aufzuklĂ€ren und weiter zu hören. Wenn dazu die gegnerische Infanterie kaum Erfahrung hat, umso besser. Lokale Truppen mit GelĂ€ndeerfahrung können dann haschmich spielen und einzelne Gruppen ausheben. Dazu ist Inf. nicht auf Straßen angewiesen.


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goschi
Beitrag 28. Feb 2022, 14:44 | Beitrag #26
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Information:
Hier soll es um die politische (und generell weiterfĂŒhrende) Ebene des russischen kriegs in der Ukraine gehen, damit der Thread zum russischen Krieg in der Ukraine wirklich als Übersicht ĂŒber den Verlauf der militĂ€rischen Aktion und Diskussionen dazu dient.

Ich weiss, ist nicht immer alles trennscharf, aber generell bitte ich die politische Diskussionen und alles rundrum hier zu fĂŒhren, und im anderen Thread primĂ€r die
Übersicht und Diskussion zum Kriegsverlauf zu behalten



goschi (admin)


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ZITAT(KGB @ 17. Nov 2015, 12:54) *
Zitat Auto: "Brumm"
 
Phade
Beitrag 28. Feb 2022, 14:44 | Beitrag #27
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Hatten wir das schon?

FAZ Ticker:

Nach der EuropĂ€ischen Union haben auch die USA ihre schwerwiegenden Sanktionen gegen die russische Zentralbank in Kraft gesetzt. US-BĂŒrgern und Institutionen sind Transaktionen mit der Zentralbank damit verboten, zudem kann die Notenbank damit weltweit keine GeschĂ€fte in US-Dollar mehr durchfĂŒhren, wie ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses am Montag sagte. Zusammen mit den Sanktionen der VerbĂŒndeten sei der Großteil der russischen Devisenreserven im Wert von rund 630 Milliarden US-Dollar nun de facto blockiert und könne von Russland nicht dafĂŒr genutzt werden, die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs aufzufangen, sagte er.

War bislang in dieser Konsequenz an mir vorbeigeflogen. Ich poste es in diesem Strang, da es die Hoffnung nĂ€hrt, dass Putin recht kurzfristig „pleite“ dĂŒrfte.
 
rekrats
Beitrag 28. Feb 2022, 14:52 | Beitrag #28
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ZITAT(Phade @ 28. Feb 2022, 14:44) *
Hatten wir das schon?

FAZ Ticker:

Nach der EuropĂ€ischen Union haben auch die USA ihre schwerwiegenden Sanktionen gegen die russische Zentralbank in Kraft gesetzt. US-BĂŒrgern und Institutionen sind Transaktionen mit der Zentralbank damit verboten, zudem kann die Notenbank damit weltweit keine GeschĂ€fte in US-Dollar mehr durchfĂŒhren, wie ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses am Montag sagte. Zusammen mit den Sanktionen der VerbĂŒndeten sei der Großteil der russischen Devisenreserven im Wert von rund 630 Milliarden US-Dollar nun de facto blockiert und könne von Russland nicht dafĂŒr genutzt werden, die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs aufzufangen, sagte er.

War bislang in dieser Konsequenz an mir vorbeigeflogen. Ich poste es in diesem Strang, da es die Hoffnung nĂ€hrt, dass Putin recht kurzfristig „pleite“ dĂŒrfte.


Nein jedoch ist das etwas ĂŒbertrieben. Durch die EU/US Sanktionen kann die russische Zentralbank die Reserven nicht direkt 1:1 nutzen. Mit einem Anschlag natĂŒrlich schon. Wie hoch der ist wird sich bald an den Devisenreserven zeigen.
 
ramke
Beitrag 28. Feb 2022, 14:57 | Beitrag #29
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Inwiefern hĂ€tte sich Russland auf so einen Fall vorbereiten können? 630 Milliarden blockiertes Geld ist schon enorm - das kann doch kein Land, erst recht nicht Russland (das ist fast mehr als 1/3 des BIP) ausgleichen oder eine Maßnahme im Geheimen vorbereiten.


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...die Grundausbildung bereitet auf den Krieg vor,
die Truppenküche auf die Gefangenschaft.
 
janapier
Beitrag 28. Feb 2022, 14:57 | Beitrag #30
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Suchum. 28. Februar 2022. Apsnypress. Im Zusammenhang mit den geplanten MilitĂ€rĂŒbungen werden die StreitkrĂ€fte der Republik Abchasien in Kampfbereitschaft versetzt, teilte das Verteidigungsministerium der Republik Abchasien gegenĂŒber Apsnipress mit. Generaloberst Vladimir Anua, der Verteidigungsminister, erklĂ€rte, dass das Verteidigungsministerium die geplanten Übungen durchfĂŒhrt. GemĂ€ĂŸ dem Befehl des Oberbefehlshabers der StreitkrĂ€fte der RA werden spezielle Unterabteilungen der StreitkrĂ€fte in einen besonderen Dienstmodus versetzt. Die StreitkrĂ€fte der Republik Abchasien sind bereit, Aufgaben zu erfĂŒllen.

Quelle: https://apsnypress.info/ru/item/6869-vooruz...evuyu-gotovnost
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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 18. August 2022 - 21:29