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> Ukraine
EK 89/2
Beitrag 28. Nov 2018, 12:16 | Beitrag #10351
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Ich würde in diesen Vorfall von Seiten der Russen gar nicht so viel an Hintergedanken hineininterpretieren.
Seit de Brücke über den Kertsch fertiggestellt ist, gab es von Seiten der Ukraine jede Menge Äußerungen dort etwas zu veranstalten.
Da liegen bei den Russen die Nerven derzeit blank.
Das die Ukrainer auch keine Kinder von Traurigkeit sind haben sie ja auch gezeigt, als sie Städte im Donbas mit Grad beschossen haben.
Die Ursache des Konfliktes in der Ukraine iiegt ja nicht an den omniösen Grünen Männchen, sondern dass die Leute dort einfach von 20 Jahren "Entwicklung" in der Ukraine dort die Schnauze voll hatten.
Das Russland den Ball dankbar aufgenommen hat ist eine andere Sache.
Aber Poroschenko und Putin nehmen sich da beide nicht viel. Die versuchen von innenpolitischen Problemen abzulenken. Nur das Putin die besseren Karten hat und Poroschenko naiv ist, wenn er glaubt, von Westen ausreichend Unterstützung zu bekommen. EU, IWF und wie sie alle heissen haben doch von der Ukrainischen Regierung seit langen die Nase voll. Man haut da nur nicht mit der Hand auf den Tisch, weil das den Russen in die Karten spielen würde.
 
Stefan Kotsch
Beitrag 28. Nov 2018, 13:18 | Beitrag #10352
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Du willst also uns nahebringen, dass wir uns völlig heraushalten, weil ja beide Seiten nach "gleiche Brüder - gleiche Kappen" bewertet werden? Damit Russland unangefochten die Grenzlinien in kleinen Schritten immer weiter nach Westen vorschiebt? Russland wieder in den Grenzen von 1941 sozusagen.

Moment bitte mal. Die inneren Querelen der Ukraine sind das eine. Die militärischen Angriffshandlungen Russlands auf dem Hoheitsgebiet der Ukraine - man sollte das besser Agression nennen - sind gegen jedes Völkerrecht. Und es wird nicht dadurch besser, dass der Westen sich in ängstlicher Beschwichtigungspolitik übt. Und Russland inzwischen wieder die alten MOSFILM-Drehbücher der sowjetischen Außenpolitik in Realität umsetzt. Von der Innenpolitk mal abgesehen...

PS.: Auch dem Ossi war seit 1989 ausreichend Zeit gegeben sich zusätzlich und horizonterweiternd mal mit anderer Geschichtsschreibung als der der "antiimperialistischen DDR" zu befassen.
 
400plus
Beitrag 28. Nov 2018, 13:48 | Beitrag #10353
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Russland will eine zusätzliche Einheit S-400 auf die Krim verlegen: http://www.spiegel.de/politik/ausland/krim...-a-1240843.html

 
Stefan Kotsch
Beitrag 28. Nov 2018, 15:00 | Beitrag #10354
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Auch eine ganz interessante Ansicht zu aktuellen Lage. Kommt aus aus Russland selbst. Die Sich von lokalen Insidern ist ja oftmals erhellender.
https://www.dekoder.org/de/article/felgenga...-meer-berdjansk
 
K-JAG
Beitrag 28. Nov 2018, 15:43 | Beitrag #10355
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Es gibt eine Einschätzung der Rechtslage auf LTO:

https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/sc...-voelkerrrecht/

Gruß K-Jag

Der Beitrag wurde von K-JAG bearbeitet: 28. Nov 2018, 15:43
 
Seneca
Beitrag 28. Nov 2018, 21:02 | Beitrag #10356
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Die ukrainischen Schiffe wurden lt. ukr. Angaben in internationalen Gewässern beschossen und gekapert. Grundlage sind auch Positionsangaben in den geleakten Funksprüchen der russischen Kräfte:
https://twitter.com/JulianRoepcke/status/1067707421097947136

 
Almeran
Beitrag 28. Nov 2018, 21:31 | Beitrag #10357
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ZITAT(Seneca @ 28. Nov 2018, 21:02) *
Die ukrainischen Schiffe wurden lt. ukr. Angaben in internationalen Gewässern beschossen und gekapert. Grundlage sind auch Positionsangaben in den geleakten Funksprüchen der russischen Kräfte:
https://twitter.com/JulianRoepcke/status/1067707421097947136

Das macht absolut keinen Unterschied, die Straße von Kertsch ist als Meerenge frei befahrbar, auch wenn sie innerhalb der ukrainischen und russischen 12-Meilen-Zone liegt. Noch dazu gilt ein bilateraler Vertrag. Die Russen machen mal wieder, was sie wollen.


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Der Grad unserer Erregung wächst in umgekehrtem Verhältnis zu unserer Kenntnis der Tatsachen - je weniger wir wissen, desto aufgeregter werden wir.
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Parsifal
Beitrag 28. Nov 2018, 21:43 | Beitrag #10358
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ZITAT(Almeran @ 28. Nov 2018, 21:31) *
Die Russen machen mal wieder, was sie wollen.



Sehe ich ähnlich. In diese Machtspiele sollte man (Westen/Deutschland) sich auch nicht mit reinziehen lassen. Poroschenko macht hier seine Wahlkampfprovokation und Russland zeigt hier ziemlich klar, dass es die Macht hat. Die Matrosen auf den ukrainischen Schiffen sind Bauernopfern von Machtpolitik und um deren Freilassung sollte man sich diplomatisch bemühen.


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SailorGN
Beitrag 28. Nov 2018, 22:28 | Beitrag #10359
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Nein. Freie Passage zur Fahrt in einen ukrainischen Hafen ist keine Wahlkampfprovokation, sondern maritimer Alltag. Immer wieder liest man bei den verlinkten Berichten, dass Russland in den letzten Monaten bereits "Kontrollen" insb. gegen ukrainische Schiffe in der Meerenge von Kertsch durchführen. Insgesamt gibt und gab es keinen völkerrechtlichen Grund für das Vorgehen der Russen.

Tatsächlich halte ich den von Stefan Kortsch verlinkten Artikel für plausibel: nämlich die russische "Angst" vor einem nato-freundlichen Marinestützpunkt im Asowschen Meer. Durch das jetzige völkerrechtlich illlegale Verhalten soll sowohl der Aufbau dieser Basis verzögert als auch potentielle Partner der Ukraine abgeschreckt werden. "Richtig" in dieser Situation wären (diplomatisch angemeldete) BBesuche von Nato-Schiffen in ukrainischen Häfen im Asowschen Meer... allein schon um die Versuche der Russen die alleinige "Kontrolle" der Straße von Kertsch durch Gewohnheitsrecht zu legitimieren. Wird ja auch in anderen Seegebieten gemacht, einfach um zu zeigen, dass andere Länder die postulierten Ansprüche nicht anerkennen.


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Almeran
Beitrag 28. Nov 2018, 22:49 | Beitrag #10360
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ZITAT(Parsifal @ 28. Nov 2018, 21:43) *
ZITAT(Almeran @ 28. Nov 2018, 21:31) *
Die Russen machen mal wieder, was sie wollen.



Sehe ich ähnlich. In diese Machtspiele sollte man (Westen/Deutschland) sich auch nicht mit reinziehen lassen. Poroschenko macht hier seine Wahlkampfprovokation und Russland zeigt hier ziemlich klar, dass es die Macht hat. Die Matrosen auf den ukrainischen Schiffen sind Bauernopfern von Machtpolitik und um deren Freilassung sollte man sich diplomatisch bemühen.

Nur um das klarzustellen: Du siehst das überhaupt nicht ähnlich wie ich. Die Ausrufung des Kriegsrechts ist eine berechtige Reaktion auf einen quasi-kriegerischen Akt der Russischen Föderation und die ukrainischen Matrosen sind die Opfer russischer Großmachtphantasien im Schwarzen Meer.


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Parsifal
Beitrag 28. Nov 2018, 22:49 | Beitrag #10361
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Die ukrainischen Mannschafter haben nur ihre Befehle gehabt und sind in diesem Spiel nun die Angeschmierten. Die sollten wieder heim. Das muss erstes Ziel sein. Dejure magst du ja auch richtig liegen, wobei ich nicht weiß ob es nun Binnengewässer ist. Die Russen glaubens jedenfalls. Poroschenko hat defacto dort keine Macht und hat hier eigene Leute in Lebensgefahr gebracht anstatt erstmal diplomatisch den rechtlichen Status der Gewässer zu klären. Er schafft das mit der Holzhammermethode jedenfalls nicht. Solch eine Aktion sollte da wirklich besser ein internationaler Partner durchführen.


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Beitrag 28. Nov 2018, 22:50 | Beitrag #10362
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ZITAT(SailorGN @ 28. Nov 2018, 22:28) *
Nein. Freie Passage zur Fahrt in einen ukrainischen Hafen ist keine Wahlkampfprovokation, sondern maritimer Alltag. Immer wieder liest man bei den verlinkten Berichten, dass Russland in den letzten Monaten bereits "Kontrollen" insb. gegen ukrainische Schiffe in der Meerenge von Kertsch durchführen. Insgesamt gibt und gab es keinen völkerrechtlichen Grund für das Vorgehen der Russen.

Tatsächlich halte ich den von Stefan Kortsch verlinkten Artikel für plausibel: nämlich die russische "Angst" vor einem nato-freundlichen Marinestützpunkt im Asowschen Meer. Durch das jetzige völkerrechtlich illlegale Verhalten soll sowohl der Aufbau dieser Basis verzögert als auch potentielle Partner der Ukraine abgeschreckt werden. "Richtig" in dieser Situation wären (diplomatisch angemeldete) BBesuche von Nato-Schiffen in ukrainischen Häfen im Asowschen Meer... allein schon um die Versuche der Russen die alleinige "Kontrolle" der Straße von Kertsch durch Gewohnheitsrecht zu legitimieren. Wird ja auch in anderen Seegebieten gemacht, einfach um zu zeigen, dass andere Länder die postulierten Ansprüche nicht anerkennen.

Wenn das vor Taiwan und den Spratlys geht, geht das auch im Asowschen Meer. Das sehe ich wie du. Trump wird das nur leider nicht durchsetzen.


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Almeran
Beitrag 28. Nov 2018, 22:53 | Beitrag #10363
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ZITAT(Parsifal @ 28. Nov 2018, 22:49) *
Die ukrainischen Mannschafter haben nur ihre Befehle gehabt und sind in diesem Spiel nun die Angeschmierten. Die sollten wieder heim. Das muss erstes Ziel sein. Dejure magst du ja auch richtig liegen, wobei ich nicht weiß ob es nun Binnengewässer ist. Die Russen glaubens jedenfalls. Poroschenko hat defacto dort keine Macht und hat hier eigene Leute in Lebensgefahr gebracht anstatt erstmal diplomatisch den rechtlichen Status der Gewässer zu klären. Er schafft das mit der Holzhammermethode jedenfalls nicht. Solch eine Aktion sollte da wirklich besser ein internationaler Partner durchführen.

Der rechtliche Status ist klar: Das Asowsche Meer ist umgeben von der Ukraine und der Russischen Föderation. Die Straße von Kertsch grenzt an die Ukraine (Krim) und Russland. Die Nutzung der Straße von Kertsch wird durch einen bestehenden bilateralen Vertrag zwischen der Ukraine und Russland und im Falle der Aufkündigung durch die Russen durch die UN Convention on the laws of the sea (UNCLOS) geregelt. Beide besagen, dass die friedliche Durchfahrt allen Schiffen aller Nationen gewährt werden muss. Da gibt es überhaupt nichts zu diskutieren.


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Merowinger
Beitrag 28. Nov 2018, 23:51 | Beitrag #10364
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Die Frage die sich mir und vermutlich vielen anderen stellt: Wäre eine 48h/24h Anmeldung nötig - da üblich - gewesen, oder entfällt diese für Staatsschiffe der Ukraine (und Russlands)? Ist diese vorzeitige Anmeldung tatsächlich erfolgt und wurde von Russland ignoriert? So klingt es von der ukrainischen Seite, aber die wichtigen Details fehlen. Wie war das im September beim Transfer in die andere Richtung bzw. bei vergleichbaren Transfers in der Vergangenheit?

Unabhängig davon: Das Rammen, der Beschuss und das Aufbringen hatten keine Grundlage, waren eigenmächtig und unverältnismässige Machtpolitik.

Die ZEIT fügt ein weiteres Detail hinzu:
ZITAT
Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes waren auch ukrainische Geheimdienstoffiziere darunter. Gemäß dem Gesetz hätten sie den Seestreitkräften nachrichtendienstlich geholfen. Einer der Geheimdienstoffiziere sei vor der Festnahme von einer ungelenkten Rakete schwer verletzt worden, die von einem Kampfflugzeug abgefeuert worden sei.

Update (Volodymyr Omelyan on Facebook):
ZITAT
As of this evening, on November 28th 2018, the Ukrainian ports on the Sea of Azov - Berdiansk and Mariupol - are effectively under blockade by the Russian Federation. Vessels are being barred from leaving and entering.

Currently, 18 vessels are awaiting entry into the Sea of Azov - 4 to Berdiansk and 14 to Mariupol. There is also a line to leave the Sea of Azov and to enter the Black Sea: 3 vessels are currently unable to leave the Port of Berdiansk and 6 are unable to leave the Port of Mariupol. 8 other vessels are standing by near the port berths.

Overall, 35 vessels have been prevented from carrying out normal operations. Only vessels moving towards Russian ports on the Sea of Azov are permitted entry. In essence, Russia has blocked Ukrainian ports on the Sea of Azov.

Vielleicht nur einen Momentaufnahme, vielleicht nicht. Nochmal die ZEIT:
ZITAT
Nicht nur ukrainische Handelsschiffe hängen laut Poroschenko vor der Krim fest, "sondern zu diesem Zeitpunkt auch drei deutsche Schiffe".


Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 29. Nov 2018, 01:28
 
Almeran
Beitrag 29. Nov 2018, 00:44 | Beitrag #10365
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Warum sollte die Ukraine den Transfer von Marineschiffen zwischen zwei ukrainischen Häfen irgendjemandem anmelden? Russland hat kein Recht, die Durchfahrt zu verhindern.


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Merowinger
Beitrag 29. Nov 2018, 01:05 | Beitrag #10366
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Lotsenpflicht und navigatorische Organisation der Durchfahrt der Engstelle.

EDIT: Russland sagt, die ukrainische Bootsgruppe hätte (den/die zwingenden) Lotsen abgelehnt.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 29. Nov 2018, 10:02
 
PilotPirx
Beitrag 29. Nov 2018, 08:45 | Beitrag #10367
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ZITAT(Stefan Kotsch @ 28. Nov 2018, 14:18) *
Du willst also uns nahebringen, dass wir uns völlig heraushalten, weil ja beide Seiten nach "gleiche Brüder - gleiche Kappen" bewertet werden? Damit Russland unangefochten die Grenzlinien in kleinen Schritten immer weiter nach Westen vorschiebt? Russland wieder in den Grenzen von 1941 sozusagen.

Moment bitte mal. Die inneren Querelen der Ukraine sind das eine. Die militärischen Angriffshandlungen Russlands auf dem Hoheitsgebiet der Ukraine - man sollte das besser Agression nennen - sind gegen jedes Völkerrecht. Und es wird nicht dadurch besser, dass der Westen sich in ängstlicher Beschwichtigungspolitik übt. Und Russland inzwischen wieder die alten MOSFILM-Drehbücher der sowjetischen Außenpolitik in Realität umsetzt. Von der Innenpolitk mal abgesehen...

PS.: Auch dem Ossi war seit 1989 ausreichend Zeit gegeben sich zusätzlich und horizonterweiternd mal mit anderer Geschichtsschreibung als der der "antiimperialistischen DDR" zu befassen.

Das gilt umgekehrt genauso für "den" Wessi. Sich als Westen gerade jetzt auf das Völkerrecht zu berufen ist wenig glaubwürdig und heuchlerisch. Mit Dem Kosovo wurde von der NATO ein Präzedenzfall geschaffen, der ihr auch in Sachen Krim einen glaubwürdigen Widerspruch verbaut. Die Aktivitäten des Westens in der Ukraine und die der Ukraine selbst bei der Betrachtung auszuklammern, verhindert eine faire Beurteilung dieses Konflikts. Und es wird gar nichts besser, wenn der Westen sich , wie von dir anscheinend gewünscht, in aggressiver Rhetorik und ebensolchem Handeln "übt".
 
Stefan Kotsch
Beitrag 29. Nov 2018, 10:06 | Beitrag #10368
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ZITAT(PilotPirx @ 28. Nov 2018, 08:45) *
Mit Dem Kosovo wurde von der NATO ein Präzedenzfall geschaffen, der ihr auch in Sachen Krim einen glaubwürdigen Widerspruch verbaut.

Das hatten wir schon x-mal durchgekaut und die Ignoranz ist schon ein bissel ermüdend. Das Kosovo ist, jetzt minimalistisch betrachtet, nicht einem anderen Staat einverleibt worden weil dieser andere Staat Besitzanspruch geltend gemacht hat. Die Krim wurde von Russland der Ukraine weggenommen weil Russland die ukrainische Krim als Russlands Eigentum betrachtet.

Wo bitte ist hier die Präzedenz?

 
Almeran
Beitrag 29. Nov 2018, 10:21 | Beitrag #10369
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ZITAT(Merowinger @ 29. Nov 2018, 01:05) *
Lotsenpflicht und navigatorische Organisation der Durchfahrt der Engstelle.

EDIT: Russland sagt, die ukrainische Bootsgruppe hätte (den/die zwingenden) Lotsen abgelehnt.

Dann wäre das Rammen und Beschießen eine recht heftige Reaktion. Dass man an einer zu beiden Ländern gehörenden Engstelle auf Marineschiffen den Lotsen einer feindlichen Macht ablehnt, ist irgendwo auch verständlich.


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Schwabo Elite
Beitrag 29. Nov 2018, 11:41 | Beitrag #10370
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@PilotPirx
Die Kosovo-Diskussion machen wir hier nicht erneut auf. Die Lage ist nach dem Völkerrecht eine völlig andere und nach der historischen Situation auch. Es handelt sich dabei lediglich um ein Scheinargument seitens Russlands und serbischer Nationalisten. Die Diskussion darüber ist daher hier zu Ende.

SE Mod


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Sapere Aude & Liber et Infractus
"He uses statistics as a drunken man uses lamp-posts... for support rather than illumination." –- Andrew Lang (1844-1912)
"Seit ich auf deutsche Erde trat, durchströmen mich Zaubersäfte – Der Riese hat wieder die Mutter berührt, Und es wuchsen ihm neue Kräfte." -- Heinrich Heine (1797-1856), Deutschland ein Wintermärchen, Caput I
Quidquid latine dictum, altum videtur. -- Nενικήκαμεν! -- #flapjackmafia
 
Glorfindel
Beitrag 29. Nov 2018, 16:07 | Beitrag #10371
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ZITAT(Crazy Butcher @ 29. Nov 2018, 15:03) *
(...)
das aktuelle Geschehen mal aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachtet:[/url]

Aus dem Blickwinkel eines Gazprom-Lobbisten.

Der Beitrag wurde von Glorfindel bearbeitet: 29. Nov 2018, 16:07


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"Dort stand das Haus der Goldenen Blume, deren Männer eine Strahlensonne auf den Schilden hatten und ihr Anführer, Glorfindel, trug einen Mantel so kunstvoll mit Goldfäden durchwirkt, dass er gelb durchschossen war wie ein Feld im Frühling; und ihre Waffen waren kunstvoll mit Gold überzogen."
 
Crazy Butcher
Beitrag 29. Nov 2018, 17:25 | Beitrag #10372
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Was ja nicht unbedingt schlecht sein muss. Zu seinem Hintergrund steht ja am Ende des Artikels auch etwas:
ZITAT
Frank Elbe war deutscher Botschafter in Polen und Indien sowie Leiter des Planungsstabes im Auswärtigen Amt. Als Rechtsanwalt betreut er heute Mandanten aus allen Teilen der Welt, auch aus Russland.


Der Beitrag wurde von Crazy Butcher bearbeitet: 29. Nov 2018, 17:26


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"In the future, if you don't want the shit missions, don't be so good at doing them."
- General Downer in 'Over There'
 
Stefan Kotsch
Beitrag 29. Nov 2018, 17:28 | Beitrag #10373
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Was ist denn mit "Launen" gemeint?

(und, wenn ich mich nicht falsch erinnere ist das O-Ton Putin)
 
SailorGN
Beitrag 29. Nov 2018, 20:51 | Beitrag #10374
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Oh man, der Artikel gibt 1:1 den ganzen Pseudo-Sorge-Sermon bez. Nato kommt näher und Raketenschirm-Mimimi wider. Dass er darüber hinaus als "ehemaliger Botschafter" das Vorgehen der Küstenwache als Aufgabe des Grenzschutzes bezeichnet und Ankündigungen (aka Drohungen wider aller völkerrechtlichen Vereinbarungen) dieses Verhaltens als normal betrachtet zeigt: Entweder hat er keine Ahnung von Völkerrecht, was mich massiv an der Qualifikation des diplomatischen Personals zweifeln liesse.... oder er ist reines Bezahlsprachrohr.


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Schwabo Elite
Beitrag 30. Nov 2018, 09:48 | Beitrag #10375
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Der von CB verlinkte Artikel findet sich hier: https://www.cicero.de/aussenpolitik/russlan...imir-putin-krim

Der Post von CB hielt sich nicht an die moderativen Vorgaben, weswegen er nun verschwunden ist.

Letzte Warnung, Leute.


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Crazy Butcher
Beitrag 30. Nov 2018, 10:21 | Beitrag #10376
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Ukraine verhängt Einreisestopp für russische Männer zwischen 16 und 60 Jahren.
FAZ


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Crazy Butcher
Beitrag 30. Nov 2018, 20:48 | Beitrag #10377
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Interview mit Sigmar Gabriel:
Ukraine wollte uns in einen Krieg ziehen


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Beitrag 30. Nov 2018, 21:43 | Beitrag #10378
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Politikwissenschaftler Vladimir Pastukhov warnt davor, dass die Erniedrigungen der Ukraine durch Russland und die in der Ukraine als halbherzig empfundene Unterstützung der Ukraine durch den Westen unerwartete Folgen haben könnte.
Russland ist im Konflikt um die Ukraine bereit einen höheren Preis zu zahlen als der Westen. Russland glaubt, dass es sich leisten kann, praktisch jede Aggression unterhalb einer umfassenden Invasion ungestraft durchzuführen - North Stream 2 wird ja trotzdem gebaut.
Aber der Kreml spielt mit dem Feuer. Die Ukraine könnte den Atomwaffensperrvertrag verlassen:
ZITAT
Nach der Unterzeichnung des Budapester Protokolls tauschte Russland (damals Putins Vorgänger Boris Jelzin) seine historischen Ansprüche gegen die Krim gegen mehrere tausend ukrainische Atomsprengköpfe aus, und Großbritannien und die Vereinigten Staaten waren Garanten dieses Abkommens. Das heißt, nicht nur Russland ist verantwortlich ... sondern auch die Vereinigten Staaten und Großbritannien, die keine wirksamen Maßnahmen ergriffen haben, um die Souveränität der Ukraine zu schützen. In einer solchen Situation erscheint der Austritt der Ukraine aus dem Nichtverbreitungsvertrag nicht weniger logisch als der erklärte Rückzug der USA von der Vereinbarung über Nah- und Mittelstreckenraketen oder der Austritt Russlands von der Vereinbarung über die Entsorgung von Atommüll. Es ist im Allgemeinen eine solche Mode - überall auszutreten....Theoretisch verfügt die Ukraine trotz ihrer scheinbar nicht beneidenswerten Position über ein ausreichendes wissenschaftliches und industrielles Potenzial, um Atomwaffen und ihre Transportmittel herzustellen, obwohl dies natürlich eine Überbelastung der Streitkräfte erfordert. Das Land verfügt über die notwendigen Uranreserven, es gibt Reaktoren, die die Verarbeitung zu waffenfähigem Plutonium ermöglichen, und es gibt Unternehmen, die interkontinentale Raketen und schwere Flugzeuge herstellen können. Um jedoch etwas von Kiew nach Moskau zu bringen, ist keine interkontinentale Rakete erforderlich.

So kann die Ukraine mit einer gewissen Kräftespannung eine Situation schaffen, in der sie Russland inakzeptablen Schaden zufügen kann. Wird die Ukraine sich dann in Bezug auf Russland so provokativ verhalten, wie sich Russland in Bezug auf den vielfach überlegenen Westen verhält? Vielleicht ist dies nur noch nicht geschehen, weil die politische Führung der Ukraine weiterhin einen Kompromiss eingeht und auf die Wirksamkeit der "Hilfe des Westens" hofft. Aber wenn die Ukrainer endlich verstehen, dass "fremde Länder ihnen nicht helfen werden", kann sich die Situation drastisch ändern, und nicht in die Richtung, an die Moskau denkt. Dafür müssen sich jedoch mindestens drei Bedingungen ergeben: Die Nation muss den unerträglichen Schmerz und die Schande einer katastrophalen Niederlage überleben, muss aufhören, auf Hilfe von außen zu warten, und muss einen kompromisslosen Führer haben..

https://echo.msk.ru/blog/pastuhov_v/2323519-echo/
 
Scipio32
Beitrag 1. Dec 2018, 12:01 | Beitrag #10379
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In diesem Fall würde die Ukraine aber auch den Verlust der Unterstützung des Westens riskieren.

Im Prinzip kann der Westen machen was er will, es wird in jedem Fall Putin nutzen.

ZITAT
vielfach überlegenen Westen
Was ich mittlerweile anzweifeln würde.

Der Beitrag wurde von Scipio32 bearbeitet: 1. Dec 2018, 13:34
 
Dave76
Beitrag 17. Dec 2018, 19:51 | Beitrag #10380
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ZITAT
Ukraine-Krise
Russland verlegt Kampfjets auf die Krim

17. Dezember 2018
Auf der Krim schafft Russland militärische Tatsachen – und verlegt dauerhaft mehr als zehn Kampfjets auf die Halbinsel. Der russische Außenminister Lawrow greift die Ukraine mit ungewöhnlich scharfen Worten an.

https://amp.welt.de/politik/ausland/article...f-die-Krim.html


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"avenidas/avenidas y flores/flores/flores y mujeres/avenidas/avenidas y mujeres/avenidas y flores y mujeres y/un admirador" - Eugen Gomringer
"Two possibilities exist: either we are alone in the Universe or we are not. Both are equally terrifying." - Arthur C. Clarke
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