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> Geschütze für neue BPol-Schiffe - wieso, wesshalb, wofür und ist das nun BGS oder BPol?, ausgelagert aus dem Allgemeinen Schiffe-Fragethread
Nightwish
Beitrag 7. Oct 2018, 10:12 | Beitrag #31
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ZITAT(Hummingbird @ 7. Oct 2018, 10:56) *
ZITAT(Camouflage @ 7. Oct 2018, 09:44) *
"Gesetz zur Umbenennung des Bundesgrenzschutzes in Bundespolizei" (BGSUmbG) vom 21. Juni 2005 (BGBl. I S. 1818).

Raider heißt jetzt Twix ...
Die radikalen Änderungen kamen nicht erst mit dem Zeitpunkt dieses Gesetzes. Das war ein fließender Prozess und bei der Umbenennung bereits vollzogen. Zu dem Zeitpunkt gab es auch längst keine Kanonenboote mehr. Warum nur?


mata.gif

Nichts anderes haben Andere hier eine Seite lang behauptet...


--------------------
lerne leiden, ohne zu klagen

manchmal geht der Horizont über die klassische BW-Schiessausbildung hinaus (Goschi)

Ich habe mit Debilen gesprochen, mit Debilen die einen Schulabschluss haben und mit Debilen die einen Schulabschluss vergeben.
 
Hummingbird
Beitrag 7. Oct 2018, 10:49 | Beitrag #32
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Gut, vielleicht können wir dann mal endlich auf die eigentliche Frage zurückkommen? Was hat sich geändert, das die Bundespolizei heute Kanonenboote benötigt, wie es der Bundesgrenzschutz zu Zeiten des kalten Krieges hatte?
 
Heckenschütze
Beitrag 7. Oct 2018, 11:16 | Beitrag #33
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Hmm, vielleicht um eventuell Schiffe stoppen zu können? Außer der Marine haben wir ja nichts, eine "echte" Küstenwache wie andere Nationen haben wir ja nicht und Bundeswehr im Inneren ist nun mal in Deutschland schwierig.
So wie ich das sehe, haben die meisten anderen Staaten entweder eine paramilitärische Küstenwache oder sie können das Militär im Inland einsetzen. Es hat mich ehrlich gesagt immer gewundert dass Deutschland keine Schiffe hat, die mehr als ein MG zur Verfügung haben.

Und gerade bei Schiffen könnte ich mir gut vorstellen, dass man die mit etwas Aufwand durchaus soweit "gepanzert" bekommt, dass man mit einem MG Probleme bekommt.
 
Hummingbird
Beitrag 7. Oct 2018, 12:30 | Beitrag #34
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ZITAT(Heckenschütze @ 7. Oct 2018, 12:16) *
Hmm, vielleicht um eventuell Schiffe stoppen zu können?
Gibt es da einen Präzedenzfall, wo das mal notwendig gewesen wäre mit 57 mm ein Schiff "aufzuhalten"? Das hat bisher nicht mal die Marine beim Antipiraterieeinsatz vor Somalia benötigt.
 
Heckenschütze
Beitrag 7. Oct 2018, 13:03 | Beitrag #35
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Ist mir direkt keiner bekannt, wobei man da vermutlich eher Richtung Nordamerika oder Asien blicken sollte. Wobei selbst dort ist es meines Wissens nach eher Küstenwache gegen Küstenwache. (Wobei die japanische Küstenwache glaube ich durchaus schon Warnschüsse gegen chinesische oder Nordkoreanische "Fischerboote" eingesetzt hat).
Ich sehe das eher als eine theoretische Überlegung. gerade im Rahmen von "was könnten Akteure tun um Deutschland zu schaden", seien es Terroristen oder verdeckte staatliche Operationen.

Wobei ich zugebe, dass ich jetzt nicht den Vorteil 57 mm gegenüber 40 mm oder etwas kleinerem sehe. Ich sehe nur die Möglichkeit ein Schiff soweit zu präparieren, dass 7,68 mm oder sogar 12,7 mm nicht ausreichend sind. Bedarf für ein größeres Kaliber sehe ich da schon, zumal man dann auch den Reichweitenvorteil hat, wenn das Schiff auch bewaffnet ist.

Ich kann jetzt auch nur raten, warum man sich für das Kaliber entschieden hat.
 
Hummingbird
Beitrag 7. Oct 2018, 13:10 | Beitrag #36
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ZITAT(Heckenschütze @ 7. Oct 2018, 14:03) *
Ich kann jetzt auch nur raten, warum man sich für das Kaliber entschieden hat.
Ich kann da auch nur raten warum man sich für irgendein kaliber entschieden haben soll. Sehen kann ich diese Entscheidung nicht und mangels realistischem Einsatzbedarf melde ich mal Zweifel an, das dass so kommen wird. Aber wir werden es ja bald sehen.
 
Merowinger
Beitrag 7. Oct 2018, 13:31 | Beitrag #37
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Spontan fallen mir einige Argumente ein:

Renitente Fischer beeindrucken, absichtliche Kollision bzw. Sperrung einer Engstellle durch Auflaufen verhindern, UAV Abwehr bei kritischer Infrastruktur oder Schiffen mit militärischen Transportgütern, generell Ergänzung der mit Flaggenstöcken zu schwach aufgestellten Marine, Durchsetzen gegen Schmuggler oder Piraten mit bis zu 20mm, Unterbinden von kommadoartigen Aktionen mit Booten, bei Frontex gegen versprengte Überbleibsel einer ehem. kleinen Marine eines failed state bestehen können.

So ungefähr, oder auch vereinfacht: Bundespolizei macht OPV, Marine macht Kampf.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 7. Oct 2018, 13:33
 
Hummingbird
Beitrag 7. Oct 2018, 13:49 | Beitrag #38
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ZITAT(Merowinger @ 7. Oct 2018, 14:31) *
bei Frontex gegen versprengte Überbleibsel einer ehem. kleinen Marine eines failed state bestehen können.
Derartiges halte ich noch für am wahrscheinlichsten. Was wiederum die Frage birgt, ob man der BPOL den Bärendienst erweisen sollte, sie in ein Szenario zu bringen in das eher die Marine gehört.


 
Dave76
Beitrag 7. Oct 2018, 14:47 | Beitrag #39
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ZITAT
Bundespolizei See: Von 40 mm auf 57 mm

Meer Verstehen
vor 3 Monaten


Wie sich die Zeiten ändern! In den Zeiten der Ost-West-Konfrontation verfügten die seegehenden Verbände des Bundesgrenzschutzes über acht Boote in der Ostsee, die mit 40 mm Bordkanonen ausgerüstet waren. Im Konfliktfall sollten sie aus der Ostsee in die Deutsche Bucht verlegt werden, um eingehende Atlantikkonvois auf der letzten Strecke zu begleiten. Das Ende des Kalten Krieges und das Bedürfnis nach der Friedensdividende führten dazu, dass die Bundespolizei See „entmilitarisiert“ wurde: Die 40 mm Bofors wurden abgerüstet.

Im Rahmen zunehmender internationaler Einsätze und dem maritimen Kampf gegen den Terrorismus und Piraterie flammt immer wieder die Frage auf, ob man die seegehenden Einheiten der BPol See mit Maschinenkanonen ausstatten sollte. Unter anderem war eine Containerlösung 27 mm Marineleichtgeschütz im Gespräch. Den Container hätte man aufgabenabhängig schnell einrüsten können. In einschlägigen Fachkreisen ist nun zu hören, der ausgeschiedene Bundesinnenminister Thomas de Maizière habe, als eine seiner letzten Amtshandlungen, die Bewaffnung seegehender Einheiten der BPol See bewilligt. Zum Erstaunen bei Vertretern deutscher wehrtechnischer Unternehmen ist das 57 mm Bofors Geschütz (BAE Systems) konkret in der Auswahl. Die modernste Version dieser bewährten Waffe ist unter anderem eingerüstet auf den schwedischen Korvetten der Visby-Klasse und den Cuttern der amerikanischen Küstenwache. Man darf spekulieren, dass es das Vorbild der US Coast Guard gewesen ist, das für die Entscheidung der BPol den Ausschlag gegeben hat.

Wir fragen uns in diesem Blog:

  1. Ist das 57 mm Geschütz nicht im Grunde eine „symmetrische“ Artilleriewaffe, wie die Einrüstung auf einem schwedischen Kriegsschiff und bei den größeren Einheiten der US Coast Guard – die im Spannungsfall unter das Kommando der US Navy tritt – zeigt?
  2. Wäre mit Blick auf die größere Wahrscheinlichkeit „asymmetrischer“ Bedrohungen auf See (schnelle Motorboote, Hubschrauber, Drohnen) ein kleineres, dafür dynamischeres Kaliber (zum Beispiel das verfügbare 35 mm Millennium Geschütz (Rheinmetall) die bessere Wahl gewesen?
  3. Kann man den Beschaffern der BPol den Vorwurf machen, nicht „outside the box“ gedacht zu haben?

https://meerverstehen.net/2018/06/27/bundes...0-mm-auf-57-mm/


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Beitrag 7. Oct 2018, 15:31 | Beitrag #40
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Danke für den Link, der ein paar interessante Fragen aufwirft. Wirklich beantwortet werden sie nicht. Man müsste wohl die Ausschreibung und den Entscheid dazu lesen.


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goschi
Beitrag 7. Oct 2018, 15:35 | Beitrag #41
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Posting #4 hatte diesen Blog bereits verlinkt, der aber durchaus auch einfach nicht korrekt ist.
gerad das Argument "outside the Box" und "symmetrische Artillerie" ist hanebüchen, denn an Möglichkeiten bietet ein 57mm mitsamt der Munitionsvielfalt viel mehr für viel mehr Bedrohungen und Situationen.


Zum Thema:
Die BPol, wie auch die gesamte Bundesrepublik Deutschland, sieht sich vor laufend verändernden Bedingungen, gerade auch beim Grenzschutz.
Seien die Anti-Piratenmissionen wie Atalanta oder Grenzschutzaufgaben wie FRONTEX, oder vielen anderen noch kommenden Operationen und Aufgben.
Daher ist es müssig darüber zu diskutieren was einmal war, als die BPol einmal BGS hiess, usw.
Im Sinne der Abdeckung breiterer Aufgabengebiete und eben Offenhaltung von Optionen hat man sich entschieden, die BPol-Boote nun doch potent zu bewaffnen und damit der BPol ihr handlungsspektrum im Bedarfsfall zu erweitern.


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ZITAT(KGB @ 17. Nov 2015, 12:54) *
Zitat Auto: "Brumm"
 
ede144
Beitrag 7. Oct 2018, 15:50 | Beitrag #42
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ZITAT(Hummingbird @ 7. Oct 2018, 13:30) *
ZITAT(Heckenschütze @ 7. Oct 2018, 12:16) *
Hmm, vielleicht um eventuell Schiffe stoppen zu können?
Gibt es da einen Präzedenzfall, wo das mal notwendig gewesen wäre mit 57 mm ein Schiff "aufzuhalten"? Das hat bisher nicht mal die Marine beim Antipiraterieeinsatz vor Somalia benötigt.


Die Marine brauchte das nicht, weil sie nicht durfte. Abgesehen von der Einsatzdauer und den klimatischen Bedingungen waren die Schnellboote die einzigen Piratenjäger die den Piraten in jeder Beziehung Paroli bieten konnten.
 
Hummingbird
Beitrag 7. Oct 2018, 16:33 | Beitrag #43
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ZITAT(ede144 @ 7. Oct 2018, 16:50) *
Die Marine brauchte das nicht, weil sie nicht durfte. Abgesehen von der Einsatzdauer und den klimatischen Bedingungen waren die Schnellboote die einzigen Piratenjäger die den Piraten in jeder Beziehung Paroli bieten konnten.
Nicht zu vergessen Präzisionsschützen auf Hubschraubern. 57 mm wäre auch ziemlicher overkill für den Außenbordmotor eines Skiffs.
 
Havoc
Beitrag 7. Oct 2018, 18:51 | Beitrag #44
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Weiß nicht, das mit der 57mm Bofors klingt für mich auch mangels weiteren Quellen nach einer Ente. Bei der Polizei ist der Einsatz tödlicher Mittel sehr stark begrenzt und aus dem Grund ist die Waffe in ihrer Leistung an Reichweite, Feuergeschwindigkeit und Wirkung für die Polizei über dimensioniert.
Ein so starke Bewaffnung würde nur Sinn machen, wenn die Küstenwache im V-Fall einen Kombattantenstatus hat.
Für Polizeiaufgaben wird vorgegeben wann und worauf geschossen werden darf wie zum Beispiel, bei über Bord gegangene Container und von Terroristen als Rammschiffe genutzte Trawler bzw. Küstenmotorschiffe. Den Container bekommt man auch mit einem MLG 27 versenkt und bei letzterem muss die extreme Bedrohung als gesichert gelten.
Und dann stellt sich mir die Frage: Warum 57mm und nicht das bereits bei der Marine genutzte 76mm Geschütz.

Der Beitrag wurde von Havoc bearbeitet: 7. Oct 2018, 18:53
 
Tankcommander
Beitrag 10. Oct 2018, 09:08 | Beitrag #45
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ZITAT(Havoc @ 7. Oct 2018, 19:51) *
Und dann stellt sich mir die Frage: Warum 57mm und nicht das bereits bei der Marine genutzte 76mm Geschütz.


Weil 76mm für polizeiliche Zwecke nicht verhältnismässig ist aber mit 57mm kann ein Scmuggler/anderer Krimineller eingeschüchtert werden oder schon nach wenigen Treffern manövrierunfähig sein ohne gleich versenkt zu werden.
MMn macht eine leichte Kanone dafür schon Sinn und womöglich verursachen einzelne Schüssen auch weniger Kollerteralschäden als wenn mann mit einem MG streut.

Die 57mm ist wohl technisch moderner als die alten 40mm die noch auf Minensuchbooten genutzt wurden. Also eher eine industriell/marktwirtschaftliche Beschaffung.
 
400plus
Beitrag 10. Oct 2018, 13:01 | Beitrag #46
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Interessanterweise ist die USCG gerade den Weg von 76mm zu 57mm gegangen. Auf den Kuttern der Hamilton-Klasse ist/war noch ein 76mm-Otobreda, bei der neuen Legend-Klasse ist es ein 57mm-Bofors.
 
Havoc
Beitrag 10. Oct 2018, 21:31 | Beitrag #47
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ZITAT(400plus @ 10. Oct 2018, 13:01) *
Interessanterweise ist die USCG gerade den Weg von 76mm zu 57mm gegangen. Auf den Kuttern der Hamilton-Klasse ist/war noch ein 76mm-Otobreda, bei der neuen Legend-Klasse ist es ein 57mm-Bofors.


Die USCG ist Teil der Navy und hat Kom­bat­tan­ten­sta­tus. Der Wechsel von 76mm auf 57mm Geschützen bei den neueren Einheiten hat wohl in der Hautsache damit zu tun, dass die USN neben dem 127mm Mark-45-Leichtgewichtsgeschütz das 57mm Mk- 110- Geschütz auf den Littoral Combat Ships und der Zumwalt-Klasseverbaut ist.
Das 76-mm-Geschütz Mk. 76 war auf den Fregatten der Oliver-Hazard-Perry-Klasse und die sind seit 2015 bei der USN ausgemustert. Womit sich der der Wechsel bei der USCG auf 57mm ja wohl erklärt.

ZITAT(Tankcommander @ 10. Oct 2018, 08:08) *
ZITAT(Havoc @ 7. Oct 2018, 19:51) *
Und dann stellt sich mir die Frage: Warum 57mm und nicht das bereits bei der Marine genutzte 76mm Geschütz.


Weil 76mm für polizeiliche Zwecke nicht verhältnismässig ist aber mit 57mm kann ein Scmuggler/anderer Krimineller eingeschüchtert werden oder schon nach wenigen Treffern manövrierunfähig sein ohne gleich versenkt zu werden.
MMn macht eine leichte Kanone dafür schon Sinn und womöglich verursachen einzelne Schüssen auch weniger Kollerteralschäden als wenn mann mit einem MG streut.

Die 57mm ist wohl technisch moderner als die alten 40mm die noch auf Minensuchbooten genutzt wurden. Also eher eine industriell/marktwirtschaftliche Beschaffung.


Eine 76mm schüchtert Schmuggler noch mehr ein und eine 40mm 40Mk4 Naval Gun (modern!) verursacht noch weniger Kol­la­te­ral­scha­den als ein 57mm Geschütz. Die Motoren der kleineren Motorschiffe (Boote) bekommt man mit 30mm Geschützen gestoppt und größere Einheiten, deren Schiffswandstärke eine 57mm - Kaliber erfordern würde, kann man in der Regel Boarden, zumal im Maschinenbereich bei diesen Schiffen mit Technikern zurechnen ist.
Die Norwegische Küstenwache als Teil der Norwegischen Marine hat auf der Nordkapp- und Svalbard- Klasse 57mm Geschütze, fungieren aber im Kriegsfall als Geleitschiffe.

Um verdächtige Schiffe mit Warnschüssen zu stoppen reichen 20 - 40mm aus, das zeigen die Japanische und Südkoreanische Küstenwache, die es mit nordkoreanischen Spionageschiffen zu tun gehabt haben. 57mm ist kaum für polizeiliche Zwecke geeignet und zudem "tut" man sich noch ein exklusives Kaliber an. Das 27mm MLG oder da 35mm Millennium- System wäre zumindest in einer verwandten Form (Mantis) bei der Bundeswehr zu finden.
 
General Gauder
Beitrag 10. Oct 2018, 21:47 | Beitrag #48
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Oh sag das mal jemand von der USCG ins gesicht das sie teil der Navy sind lol.gif
Das kommt in etwa so gut an als wenn du sagst das USMC gehört zur Army wink.gif

Die USCG ist eine eigenständige Teilstreitkraft mit allem drum und dran.

€ im übrigen haben nicht nur die Hamiltons 76mm OTO z.B.



https://en.wikipedia.org/wiki/Medium_endurance_cutter

Der Beitrag wurde von General Gauder bearbeitet: 10. Oct 2018, 22:02


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Beitrag 10. Oct 2018, 22:27 | Beitrag #49
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ZITAT(General Gauder @ 10. Oct 2018, 22:47) *
Oh sag das mal jemand von der USCG ins gesicht das sie teil der Navy sind lol.gif
Das kommt in etwa so gut an als wenn du sagst das USMC gehört zur Army wink.gif

Die USCG ist eine eigenständige Teilstreitkraft mit allem drum und dran.

Möglicherweise entstammt diese Idee der Tatsache, dass im Falle einer Kriegserklärung und falls diese einen solchen Passus durch den Kongress oder den Präsidenten enthält, die USCG dem Department of the Navy unterstellt wird. Bis dahin aber ist die USCG eben eine eigene Teilstreitkraft des Department of Homeland Security (seit 2003), davor (ab 1967) Teil des Department of Transportation und vormals Teil des Department of the Treasury. Dort wurde der Vorläufer auch als United States Revenue Cutter Service gegründet.
Aber die Coast Guard und die Navy sind schon von einer gewissen Rivalität geprägt. Wobei der Vergleich US Army und US Marine Corps da hinkt. Das USMC ist ja zumindest Teil des Department of Defense.


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Havoc
Beitrag 11. Oct 2018, 00:55 | Beitrag #50
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Das ist jetzt hier aber Haarspalterei. Fakt ist, dass die USCG keine ein rein polizeiliche sondern eine paramilitärische Einheit ist, die im Kriegsfall automatisch der Navy untersteht, bis vom Kongress/ Präsident was anderes entschieden wird. Damit hinkt schon deren Vergleich mit der Bundespolizei als Teil der deutschen Küstenwache.
 
der_finne
Beitrag 11. Oct 2018, 06:08 | Beitrag #51
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ZITAT(Havoc @ 11. Oct 2018, 01:55) *
Das ist jetzt hier aber Haarspalterei.


Womit imo das Wesen dieses Threads hinreichend beschrieben ist.
 
Schwabo Elite
Beitrag 11. Oct 2018, 08:27 | Beitrag #52
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ZITAT(Havoc @ 11. Oct 2018, 01:55) *
Das ist jetzt hier aber Haarspalterei. Fakt ist, dass die USCG keine ein rein polizeiliche sondern eine paramilitärische Einheit ist, die im Kriegsfall automatisch der Navy untersteht, bis vom Kongress/ Präsident was anderes entschieden wird. Damit hinkt schon deren Vergleich mit der Bundespolizei als Teil der deutschen Küstenwache.


Soweit d'accord, nur das es eben kein Automatismus ist, bis jemand was anderes sagt, sondern umgekehrt. Es muss extra angeordnet werden. wink.gif


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Col. Breytenbach
Beitrag 11. Oct 2018, 12:52 | Beitrag #53
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Düfte denn die Bundespolizei im Ausland eingesetzt werde? Beispielsweise das UN-Embargo gegen Serbien in den 90er Jahren.


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Hummingbird
Beitrag 11. Oct 2018, 12:57 | Beitrag #54
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ZITAT(Col. Breytenbach @ 11. Oct 2018, 13:52) *
Düfte denn die Bundespolizei im Ausland eingesetzt werde? Beispielsweise das UN-Embargo gegen Serbien in den 90er Jahren.
Ja, Auslandseinsätze sind absolut nichts ungewöhnliches. Derzeit müssten das über ein halbes dutzend Missionen sein (aus dem Gedächtnis, müsste ich nochmal genau nachschauen). Spontan fällt mir da beispielsweise der Aufbau einer Küstenwache in Libyen ein.
 
Merowinger
Beitrag 11. Oct 2018, 14:50 | Beitrag #55
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Ausland = Hoheitsgewässer, erweiterte Wirtschaftszone oder aber Hohe See, was genau meinst Du? Letzteres ist nicht wirklich Ausland. Das Embargo vor Jugoslawien wurde ausschliesslich in internationalen Gewässern durchgeführt, wo auch die Bundespolizei gut bis sehr gut agieren kann.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 11. Oct 2018, 14:52
 
Glorfindel
Beitrag 11. Oct 2018, 15:00 | Beitrag #56
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Ob die Bundespolizei ihre Boote mit Kanonen bewaffnet ist weniger eine Frage des internationalen Rechts als jene des nationalen Rechts, was die juristische Seite betrifft. Sofern die gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen sind, spricht nichts dagegen, dass auch die Bundespolizei einige Boote bewaffnet. Das die Bundespolizei in einem rein theoretische angenommen Kriegsfall militarisiert würde, ist ohne weiteres möglich. Im V-Fall würde wohl das Primat des Militär gelten, d.h. alles was irgendwie für die Verteidigung nützlich ist, würde der militärischen Kontrolle unterstellt werden. Der Kombattantenstatus spielt praktisch nur eine Rolle bei internationalen bewaffneten Konflikten zwischen Staaten, weil nur es nur Kombattanten erlaubt ist, an Kampfhandlungen teilzunehmen und auf der anderen Seite auch nur Kombattanten legal bekämpft werden dürfen. Das spielt heute aber praktisch keine Rolle, weil der Gegner nicht offen als staatlicher Akteur auftritt und oder sich nicht an das internationale Recht hält und deshalb selber keinen Kombattantenstatus hat.
ZITAT
Um verdächtige Schiffe mit Warnschüssen zu stoppen reichen 20 - 40mm aus, das zeigen die Japanische und Südkoreanische Küstenwache, die es mit nordkoreanischen Spionageschiffen zu tun gehabt haben. 57mm ist kaum für polizeiliche Zwecke geeignet und zudem "tut" man sich noch ein exklusives Kaliber an. Das 27mm MLG oder da 35mm Millennium- System wäre zumindest in einer verwandten Form (Mantis) bei der Bundeswehr zu finden.

Wie goschi bereits geschrieben hat, sind viele Einsatzmöglichkeiten für diese Schiffe bzw. deren Bewaffnung vorstellbar. Mir fällt da als alter Nachrichtenoffizier einiges ein. Heutzutage muss man bei Bedrohungslage an fast alles danken, u.a. schwimmende Bomben, Dronen usw. Zu Lande kann man vor einem zu schützenden Objekt Hindernisse aufbauen, zu Wasser ist dies wesentlich schwieriger. Stichwort G8 Heiligendamm. Die Gefahr ist nicht nur Greenpeace, sondern es gibt auch noch bösere Buben, die auch Fantasie haben. Zumal man politisch nicht gewillt ist, Militär einzusetzen, bietet es sich da an, einige Boote der Bundespolizei akkurat zu bewaffnen. Was das Kaliber und die Bewaffnung angeht, so ist es wohl ziemlich egal, ob man auf etwas zurück greift, was bei der Bundesmarine existiert. Ein grosser Vorteil ist das nicht. 35mm oder gar 27mm Kanonen wären eher Exoten als die 57mm Kanone bei einer Schiffbewaffnung. Leichtere Waffen wie MG's oder 20mm Kanonen dürften sich wohl relativ einfach nachträglich installieren lassen, da diese wesentlich weniger komplex sind.

Etwas merkwürdig finde ich die Kommunikation der Bewaffnung. Wenn man die Schiffe bestellt, dann muss man ja zwingend Vorstellungen davon haben, ob und wie die Schiffe bewaffnet werden. Kommuniziert wurde dies aber nicht richtig bzw. es wurde eher verschleiert.


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"Dort stand das Haus der Goldenen Blume, deren Männer eine Strahlensonne auf den Schilden hatten und ihr Anführer, Glorfindel, trug einen Mantel so kunstvoll mit Goldfäden durchwirkt, dass er gelb durchschossen war wie ein Feld im Frühling; und ihre Waffen waren kunstvoll mit Gold überzogen."
 
400plus
Beitrag 11. Oct 2018, 15:29 | Beitrag #57
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ZITAT(Glorfindel @ 11. Oct 2018, 16:00) *
Zumal man politisch nicht gewillt ist, Militär einzusetzen, bietet es sich da an, einige Boote der Bundespolizei akkurat zu bewaffnen. Was das Kaliber und die Bewaffnung angeht, so ist es wohl ziemlich egal, ob man auf etwas zurück greift, was bei der Bundesmarine existiert. Ein grosser Vorteil ist das nicht. 35mm oder gar 27mm Kanonen wären eher Exoten als die 57mm Kanone bei einer Schiffbewaffnung. Leichtere Waffen wie MG's oder 20mm Kanonen dürften sich wohl relativ einfach nachträglich installieren lassen, da diese wesentlich weniger komplex sind.



Der Hauptvorteil eines bei der Marine eingeführten Geschützes wäre halt, dass man sich bei der Ausbildung an die Marine andocken könnte. Das wäre bei 76mm oder MLG27 der Fall, bei 35mm oder 57mm halt nicht.
 
Hummingbird
Beitrag 11. Oct 2018, 15:31 | Beitrag #58
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ZITAT(Glorfindel @ 11. Oct 2018, 16:00) *
Zumal man politisch nicht gewillt ist, Militär einzusetzen...
Ich glaube nicht, dass die Militarisierung der Polizei zu robusteren Mandaten führen würde.
 
Glorfindel
Beitrag 11. Oct 2018, 16:27 | Beitrag #59
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Eine Militarisierung der Polizei ist schon lange im Gang. Wie sehen die Sicherheitsvorkehrungen allgemein aus bei Konferenzschutz oder anderen Grossereignissen? Härtung der wichtigen Objekte (Stacheldraht, Gitter, Betonhindernisse, Kontainer etc.), Bereitschaftspolizei und SEK in Bereitschaft, Scharfschützen auf den Dächern, AWACS und Drohnen in der Luft, Radaranlagen aufgebaut, EKF installiert, Abfangjäger zumindest am Boden startklar, zum Teil SHORAD aufgebaut... Geh einmal im Januar nach Davos. Oder schau Dir Bilder vom G8 in Heiligendamm, G20 in Hamburg oder vom Anschlag auf Charlie Hebdo an. Das ist alles schon ziemlich robust. Mit den klassisch der Polizei zugeordneten Mitteln wie Trillerpfeife, Pistole und Schlagstock kommt man heute nicht mehr gerade weit. Das wird auch auf See nicht gross anders sein.


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"Dort stand das Haus der Goldenen Blume, deren Männer eine Strahlensonne auf den Schilden hatten und ihr Anführer, Glorfindel, trug einen Mantel so kunstvoll mit Goldfäden durchwirkt, dass er gelb durchschossen war wie ein Feld im Frühling; und ihre Waffen waren kunstvoll mit Gold überzogen."
 
Hummingbird
Beitrag 11. Oct 2018, 16:48 | Beitrag #60
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Selbstverständlich ist die Militarisierung der Polizei längst in vollem Gange. Hier geht es aber um den speziellen Fall der Bewaffnung von drei Booten. Und ich glaube nun mal nicht das eine mögliche Bewaffnung von Polizeibooten irgend etwas damit zu tun hat, dass die Bundeswehr zur Ausübung unmittelbaren Zwangs nur äußerst zögerlich eingesetzt wird. Mir ist auch unklar warum in der Schiffahrt nicht möglich sein soll, was in der Luftfahrt mit den Alarmrotten alltäglich ist.
 
 
 

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