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> Taktische Flugabwehrfähigkeiten in der Bundeswehr, Was kommt nach Roland, Gepard, Ozelot?
Havoc
Beitrag 18. Oct 2020, 12:42 | Beitrag #181
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ZITAT(Forodir @ 18. Oct 2020, 09:36) *
Fallschirmjäger gehörten auch mal bei uns zur Luftwaffe, haben wir geändert. Ich rede von der Bw, was andere Nationen machen ist nur von geringem Interesse.

Ja es gibt Erfahrungswerte gerade was CH53 und Ozelot angeht und die sind eben nicht gut, vieles ist natürlich dem Friedensbetrieb geschuldet aber letztendlich kann man sagen, dass die Unterstellung zur Luftwaffe eben nichts Sinnvolles gebracht hat. Die Kameraden sind zu 99% mit dem Heer unterwegs und dort in Übungen eingebunden die Unterstellung zur Luftwaffe hat nichts gebracht außer einem umständlichen Zusatzbefehlsstrang und unnötiges a.Z.a. Es wurde ja defacto auch kein Personal eingespart oder Stäbe verkleinert, sondern einfach umgeschichtet.

Das Mindset der Verbände ist eben nicht das Problem, sondern das Mindset der höheren Führung und die Friktionen die sich dadurch ergeben.

Dass das Auflösen der tatsächlichen Heeresflugabwehr mit ihrem Großgerät ihr einen schweren schlag (Todesstoß) versetzt ist ja wohl der Grund diesen Threads, das die kläglichen Reste zur Luftwaffe gingen hat es eben nicht besser gemacht.

Meine Erkenntnisse beruhen darauf das ich aktives Mitglied dieser Streitkräfte bin und recht gut vernetzt bin und mich eben umhöre, wenn aus vielen Anekdoten eben doch ein Trend wird. Vielleicht wäre es nicht so schlimm, wenn überhaupt mal Verbände in nennenswerter Grüße zusammen üben.


Punkt ein: Was andere Streitkräfte machen, interessiert in sofern, dass Trends gerne übernommen werden.
Punkt zwei: Wenn etwas auf eine eigene Beobachtung oder Erfahrungswerte sind, hilft es andren einen Argument nachzuvollziehen, wenn auch auf sowas verwiesen wird.
In dem Punkt ist mein Erfahrungswert zum meiner BW -Zeit ist, dass ein "Es ist so, weil ich habe den höheren Rang"- Argumentation nicht unbedingt in der Sache richtig ist, da in meiner Gegenwart ein Hauptman einen bei uns abgestellten britischen Puma als MIL Mi 8 identifiziert hat. Da ist in Technikfragen oft genug der der Reibert das maß der Dinge und beim Tiger musste ich erleben, wie von einem Offiziersanwärter "007 Goldeneiye" bemüht wurde.
 
Forodir
Beitrag 18. Oct 2020, 15:14 | Beitrag #182
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Punkt eins: Man übernimmt Dinge nach dem man sie bewertet, leider ist das in der Vergangenheit oftmals nicht geschehen, trotz anderen Voraussetzungen, die das Ergebnis dann eher suboptimal ausfallen lassen.

Zu Punkt 2: Die Argumentation: "es ist so, weil ich habe einen höheren Rang" wurde hier niemals angebracht, im Gegenteil auch ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht das die höheren Ränge fast gar nichts mehr mit Militär zu tun haben und gute Stabsoffiziere sind eher die Ausnahme. Das liegt aber leider halt am System. Es gibt natürlich auch richtig gute aber die halten sich anscheinend die Waage mit den Vollpfosten und irgendwie sind es eher die letzteren die am Ende an den Schalthebeln sitzen.


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Niemand hat gesagt das es Spaß machen muss!
 
400plus
Beitrag 18. Oct 2020, 15:40 | Beitrag #183
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ZITAT(Havoc @ 18. Oct 2020, 13:43) *
Punkt ein: Was andere Streitkräfte machen, interessiert in sofern, dass Trends gerne übernommen werden.


Wobei ich bei der Verschiebung der Heeresflugabwehr zur Luftwaffe jetzt keinen wirklichen Trend sehe. Die Briten haben Rapier und Starstreak immer noch in der Royal Artillery beim Heer, die Amerikaner haben neben den Avenger sogar ihre Patriots bei den Air Defense Artillery Regiments. Und bei den Russen ist SHORAD ja eh immer recht präsent beim Heer.
 
Havoc
Beitrag 19. Oct 2020, 01:44 | Beitrag #184
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ZITAT(400plus @ 18. Oct 2020, 15:40) *
ZITAT(Havoc @ 18. Oct 2020, 13:43) *
Punkt ein: Was andere Streitkräfte machen, interessiert in sofern, dass Trends gerne übernommen werden.


Wobei ich bei der Verschiebung der Heeresflugabwehr zur Luftwaffe jetzt keinen wirklichen Trend sehe. Die Briten haben Rapier und Starstreak immer noch in der Royal Artillery beim Heer, die Amerikaner haben neben den Avenger sogar ihre Patriots bei den Air Defense Artillery Regiments. Und bei den Russen ist SHORAD ja eh immer recht präsent beim Heer.


Die landgestützte Flugabwehr bei den Israelis ist soweit ich informiert bin, vollständig in Verantwortung der israelischen Luftwaffe, die auch die Machbet ( mod. M163 Vulcan Air Defense System auf M113) betreibt.
IAF

Das ist aber jetzt auch nicht der Punkt. Es gibt teilstreitkräfteübergreifende Aufgaben. Das umfasst in der Luftraumverteidigung die Bandbreite TBMD/BMD, Jagdgeschwader, Taktische Luftverteidigungssystem mit Patriot PAC-3 MSE und IRST-T SL bis hinunter zum Luftverteidigungssystem Nah- und Nächstbereichsschutz. Damit gibt es eine Schnittstelle zwischen Luftwaffe, Marine und Heer. Da die F-124 nicht nur Sensor, möglicherweise zukünftig mit SM-3 auch einen Effektor, für einen deutschen BMD-Beitrag stellt, macht es keinen Sinn diese Fregatten der Luftwaffe zu überstellen. Grundsätzlich gibt es aber Argumente dafür, dass die Luftwaffe teilstreitkräfteübergreifend die Gesamtverantwortung für die Luftraumverteidigung hat. Es ist erst mal egal, ob die Luftwaffe die Bedienmannschaft für das Ozelot - System oder LVS NNbS stellt. Entscheidend ist, dass wenn die Luftwaffe den Auftrag hat, für das Heer den Nah- und Nächstbereichsschutz zustellen, für das Heer entsprechende Kapazitäten zustellen und diese zur richtigen Zeit in der richtigen Stärke am richtigen Ort ist. Funktioniert hier die Schnittstelle zwischen Heer und Luftwaffe nicht, dann das Warum zu beantworten. Behandelt die Luftwaffe den Auftrag stiefmütterlich, da muss Sie Farbe bekennen und das Heer muss das Übertragen der Aufgabe an sich einfordern. Ist es ein Kommunikationsproblem, dann muss geklärt werden, auf welcher Hierarchie die Kommunikation zwischen Heer und Luftwaffe stattfindet. Nur weil die Luftwaffe etwas zu 99% für das Heer erledigt, heißt das nicht automatisch, dass es das Heer besser kann, aber im Umkehrschluss nicht, dass es das Heer nicht gleich gut oder tatsächlich besser kann.
 
400plus
Beitrag 19. Oct 2020, 08:13 | Beitrag #185
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ZITAT(Havoc @ 19. Oct 2020, 02:44) *
Die landgestützte Flugabwehr bei den Israelis ist soweit ich informiert bin, vollständig in Verantwortung der israelischen Luftwaffe, die auch die Machbet ( mod. M163 Vulcan Air Defense System auf M113) betreibt.
IAF


Interessant, danke!

ZITAT(Havoc @ 19. Oct 2020, 02:44) *
Grundsätzlich gibt es aber Argumente dafür, dass die Luftwaffe teilstreitkräfteübergreifend die Gesamtverantwortung für die Luftraumverteidigung hat. Es ist erst mal egal, ob die Luftwaffe die Bedienmannschaft für das Ozelot - System oder LVS NNbS stellt. Entscheidend ist, dass wenn die Luftwaffe den Auftrag hat, für das Heer den Nah- und Nächstbereichsschutz zustellen, für das Heer entsprechende Kapazitäten zustellen und diese zur richtigen Zeit in der richtigen Stärke am richtigen Ort ist.


Klar gibt es Argumente dafür, dass die Luftwaffe die Gesamtverantwortung für die Luftraumverteidigung hat, und gerade bei Patriot/TLVS finde ich die Aufhängung da auch sinnvoll. Bei SHORAD reden wir aber über Einheiten, die zum sinnvollen Einsatz den Heeresverbänden unterstellt werden müssen und mit diesen eingesetzt werden- warum sie dann nicht auch direkt dem Heer unterstellen?
 
 
 

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