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> Bewaffnete Drohnen f├╝r die Bundeswehr, ausgelagert aus dem UCAV/UAV-Thread
Seneca
Beitrag 6. Dec 2020, 10:37 | Beitrag #1
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Die Entscheidung ├╝ber die Bewaffnung von Drohnen der Bundeswehr wird konkret:
ZITAT
Die Bundesregierung wird noch in diesem Jahr beim Bundestag den Antrag stellen, eine Bewaffnung der von Israel geleasten Drohnen Heron TP sowie die bewaffnungsspezifische Ausbildung freizugeben Eine entsprechende 25-Millionen-Euro-Vorlage werde dem Parlament zugeleitet. Das k├╝ndigte die Bundesregierung jetzt in der Antwort auf eine Parlamentsanfrage mit.

https://esut.de/2020/12/meldungen/24575/bun...hnen-noch-2020/

SPD-Fraktionschef M├╝tzenich ├Ąu├čert sich im Interview vom 5.12. (Aachener Zeitung) zum Thema Drohnenbewaffnung diffus -schwurbelig:
ZITAT
Frage: Beispielsweise liegt bei Ihnen seit Monaten eine Entscheidung zur Bewaffnung von Kampfdrohnen auf Eis. Wann positionieren Sie sich als SPD-Fraktion und Partei?

M├╝tzenich: Wir werden uns noch vor Weihnachten erneut intensiv damit besch├Ąftigen. Eine Positionierung von uns wird es dann geben, wenn sie erforderlich wird. Allerdings nehme ich auch wahr, dass die von uns geforderte breite gesellschaftliche Debatte f├╝r so eine weitreichende und unumkehrbare Entscheidung vorrangig in Fachkreisen gef├╝hrt wurde. Sowohl in der Bev├Âlkerung als auch in mehreren Fraktionen des Bundestages gibt es enorme Widerst├Ąnde.

https://www.aachener-zeitung.de/politik/deu...en_aid-55018183
 
Havoc
Beitrag 6. Dec 2020, 14:31 | Beitrag #2
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M├╝tzenich hat als Fraktionschef ein Problem: SPD ist wie Terminator- Filmreihe: Terminator 6: Dark Fate soll ja die Teile 3- bis 5 negieren und die SPD will gerade die ├ära Schr├Âder und die GroKo zur├╝ckdrehen und gleichzeitig ist sie in Regierungsverantwortung. Um es ├╝berspitzt zu sagen: ich glaube, dass die SPD- Spitze mit M├╝tzenich und Esken sogar ein Problem mit der Politik von Willi Brandt haben und es in der SPD es zu einen ausgewachsenen Richtungsstreit zwischen den Polen Parteispitze + Fraktionsspitze und dem Kanzlerkandidaten Scholz + SPD Bundesministern kommt, wenn ein "Pol" sich jetzt klar zu dem Thema positioniert.

ZITAT
dass die von uns geforderte breite gesellschaftliche Debatte f├╝r so eine weitreichende und unumkehrbare Entscheidung vorrangig in Fachkreisen gef├╝hrt wurde

Dass ist wieder so ein Moment, bei dem ich M├╝tzenicch am liebsten Knebeln und mit mit Panzertape an einen Stuhl gefesselt im hintersten Winkel des Bundestagskeller vergessen m├Âchte. Das BMVg hat die Debatte im Livechat ├Âffentlich zug├Ąnglich gemacht, damit erreicht man eben nur die ohnehin Interessierte. ├ľffentliche Diskussionen anzusto├čen ist Aufgabe der Politik. Seine Partei ist in Regierungsverantwortung und seine Fraktion stellt die zweitgr├Â├čte im Bundestag und und er zeigt hier mit dem Finger auf andere, obwohl seine Partei hier herumeiert.
 
Forodir
Beitrag 6. Dec 2020, 14:48 | Beitrag #3
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Zudem eben eine ├Âffentliche Debatte gar keinen interessiert. Man kann ja gerne eine Umfrage machen aber jene die interessiert sind sind entweder daf├╝r oder dagegen und den Rest der Bev├Âlkerung hat damit eher keine Ber├╝hrungspunkte.
Manch glauben halt das die Zeiten noch so sind wie damals als der NATO Doppelbeschluss die Leute auf die Stra├če trieb. So eine Art Polit-Nostalgie.


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Havoc
Beitrag 6. Dec 2020, 18:33 | Beitrag #4
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ZITAT(Forodir @ 6. Dec 2020, 14:48) *
Zudem eben eine ├Âffentliche Debatte gar keinen interessiert. Man kann ja gerne eine Umfrage machen aber jene die interessiert sind sind entweder daf├╝r oder dagegen und den Rest der Bev├Âlkerung hat damit eher keine Ber├╝hrungspunkte.
Manch glauben halt das die Zeiten noch so sind wie damals als der NATO Doppelbeschluss die Leute auf die Stra├Ÿe trieb. So eine Art Polit-Nostalgie.


ich glaube schon, dass man ein ├Âffentliches Interesse wecken k├Ânnte. Es ist halt die Frage wie es aufgezogen wird.

zur Zeit findet die Debatte auf zwei ebenen statt: Polemisch als Killerroboter und eine operative - technokratische Ebene in Fachkreisen. Letztere ist von der Bev├Âlkerung ganz weit weg.
Die polemische Ebene "Killerroboter" mit dem ├Âffentlichen Daf├╝r oder Dagegen verdeckt, ich w├╝rde sogar "verhindert" sagen, aber zwei Debatten, welche jeden einzelnen betreffen:

1. Wie selbstst├Ąndig darf eine KI sein und wer ist f├╝r deren Entscheidungen verantwortlich?
Diese Problemstellung haben wir nicht nur im Milit├Ąrischen sondern auch in der Industrie 4.0, Verwaltung und zuk├╝nftig am sichtbarsten beim autonomen Fahren. Davon bin ich sp├Ątestens betroffen, wenn mein selbstfahrendes Auto einen Unfall baut.

2. Wie sind unsere Sicherheitsinteressen und wie geht ein Rechtsstaat z.B, dabei mit ausl├Ąndischen nichtstaatlichen Organisationen (NGO) um?
Da geht es zum einem um meinen Anspruch an den Staat, dass er mich bestm├Âglich sch├╝tzt aber es geht auch um meine freiheitlichen Grundrechte. Die Vorstellung, dass ein Terroristen vor Gericht gestellt und hart bestraft wird, setzt voraus, dass diese mit internationalem Haftbefehl und internationalem Amtshilfeersuchen gefasst und denen die Tat nachgewiesen werden kann. Es wird aber in z.B. einem vom IS kontrolliertem Gebiet kaum funktionieren. Wie geht also ein Rechtsstaat mit aus Failed States heraus agierenden NGOs wie der IS als Feind oder den kurdischen Peschmerga als Verb├╝ndete um?
Die USA z.B. geben Terroristen den Statuts "unlawful combatant", wo mit ausl├Ąndische Terroristen stark vereinfacht nicht unter die Genfer Konvention aber auch nicht unter die zivile US- Justiz fallen. Eine Einstufung, die im besten Fall v├Âlkerrechtlich umstritten ist, mehrheitlich als v├Âlkerrechtswidrig eingestuft wird.
Die Drohne ist hier nur das bekannteste Instrument zur gezielten T├Âtung. W├╝rde man es mit K├╝chenmessern machen, m├╝sste man in der Logik, in der in Deutschland die Drohnendebatte gef├╝hrt wird, das K├╝chenmesser ├Ąchten und aus der K├╝che verbannen m├╝ssen. Den politischen Linken in Deutschland traue ich diese ernsthaft gef├╝hrte K├╝chenmesserdebatte mittlerweile auch zu. Mann m├╝sste aber ├╝ber den Satus des "unlawful combatant" und seine Vereinbarkeit mit dem Rechtsstaat diskutieren, mit dem Anspruch, dass dieser sich im Ergebnis mit "Erm├Ąchtigungsgesetzen" aus versehen nicht selbst abschaffen kann.

Das sind die Punkte, bei dem mich die SPD, gerade auch M├╝tzenich, auf die Palme bringt, wie sie hier aktiv zur Volksverdummung beitr├Ągt.
Denn zu Punkt 1: Die Drohnen sind nicht autonom und zu Punkt 2: Selbst wenn die Bundeswehr bewaffnete Drohnen einsetzt, kann sie als Parlamentsarmee ohne entsprechendes Bundestagsmandat und einer Kl├Ąrung der Rechtsgrundlage noch lange keine Todeslisten abarbeiten.
Die auch bem├╝hte Ab┬şs┬ştra┬şhie┬şrung des Krieges gibt es, seit die Artillerie ├╝ber die Sichtlinie hinaus schie├Ÿen kann.

Der Beitrag wurde von Havoc bearbeitet: 6. Dec 2020, 18:35
 
Merowinger
Beitrag 6. Dec 2020, 18:42 | Beitrag #5
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Ich w├╝rde sagen: Einfach abwarten wie genau sich die SPD intern einigt und dann positioniert, es ist ja nicht mehr lange bis Weihnachten. Mein Eindruck: "They will eventually come around". Ein "breites ÷ffentliches Interesse" am Thema wird es bei uns nicht geben - dies wńre nur im Fall eine Aufregers/Skandals zu erwarten, also eigentlich unerwŘnscht. In Zeiten von Digitalisierung und AI Hype rufen ferngesteurte Drohnen eh nur noch ein mŘdes Gńhnen hervor.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 6. Dec 2020, 19:14
 
400plus
Beitrag 8. Dec 2020, 09:34 | Beitrag #6
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ZITAT(Seneca @ 6. Dec 2020, 10:37) *
SPD-Fraktionschef M├╝tzenich ├Ąu├Ÿert sich im Interview vom 5.12. (Aachener Zeitung) zum Thema Drohnenbewaffnung diffus -schwurbelig:


Borjans bl├Ąst ins gleiche Horn:

"Zusammen mit gro├Ÿen Teilen der SPD-Mitgliedschaft und vielen anderen friedenspolitisch engagierten Gruppen in unserer Gesellschaft halte ich die bisherige Debatte ├╝ber bewaffnete Bundeswehr-Drohnen nicht f├╝r ausreichend", sagte er der S├╝ddeutschen Zeitung."
SZ

Hier ein sch÷ner Twitter-Thread dazu, wie unsinnig dieses Argumen ist:
https://twitter.com/RikeFranke/status/1336234955865776128

Der Beitrag wurde von 400plus bearbeitet: 8. Dec 2020, 10:08
 
Merowinger
Beitrag 8. Dec 2020, 15:28 | Beitrag #7
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Das sieht jetzt nach Verz├Âgerungstaktik aus, andererseits vermeidet man so ein klares NEIN. Ich w├╝rde sagen die stecken fest. Vielleicht hat AKK auch zu fr├╝h "Karten auf den Tisch" gesagt, andererseits wird es wirklich langsam Zeit.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 8. Dec 2020, 16:04
Bearbeitungsgrund: Fehler behoben.
 
v. Manstein
Beitrag 8. Dec 2020, 16:35 | Beitrag #8
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Seit 10 Jahren diskutiert man jetzt zum Thema Bewaffnung von Drohnen. Alles wurde von jedem zig mal gesagt. Ein Erkenntnisgewinn durch weitere Diskussionen ist Null.

Die SPD verabschiedet sich mit Wharp Geschwindigkeit aus der politischen (linken) Mitte und sucht wohl ihren Platz zwischen Gr├╝nen und Links-Partei. Die rein ideologisierte und dogmatische Verweigerungshaltung zu insbesondere SiPo Themen ist erschreckend und l├Ąsst f├╝r die Zukunft Schlimmstes erahnen. Wo sind sachkundige und Versierte Verteidigungspolitiker bei der SPD? Es gab sie mal! Heute hat man diese vergrault und aus ihren ├ämtern gejagt. Das ist dann das Ergebnis, "wenn blinde ├╝ber Farben reden"... Mutma├čung und Vorurteile gepaart mit Halbwissen, Substanzgehalt null. Peinlich. Und ich bef├╝rchte, die linken Dogmatiker werden noch mehr an Oberhand gewinnen.


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"Meine Meinung steht fest - bitte verwirren Sie mich nicht mit Fakten"
 
goschi
Beitrag 9. Dec 2020, 08:22 | Beitrag #9
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sogar die (linke) taz hat dazu eine sehr klare Meinung und findet das Gehadere unn├╝tz:
https://taz.de/Haltung-der-SPD-zu-Kampfdrohnen/!5730703/

ZITAT
Ehrlicher, als die Entscheidung jetzt zu verschieben, w├Ąre es, wenn die SPD endlich zu ihrem Schluss kommt. Wie der aussehen k├Ânnte? Entweder die Bundestagsfraktion stimmt ├╝ber die Frage ab und tr├Ągt die Mehrheitsmeinung dann geschlossen mit ÔÇô auch wenn es wehtut, weil es gegen eigene ├ťberzeugungen oder die Koalitionsr├Ąson geht. Oder: Sie hebt den Fraktionszwang f├╝r die entscheidende Ausschusssitzung auf. Das w├Ąre zwar ungew├Âhnlich, in einer ethisch so schwierigen Frage, in der die Fraktion noch dazu gespalten ist, w├Ąre es aber die ehrlichere Alternative zur ewigen Vertagung.


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Die Eibohphobie, die Angst vor Palindromen, ist selbst ein Palindrom

Qui tacet, consentire videtur
ZITAT(KGB @ 17. Nov 2015, 12:54) *
Zitat Auto: "Brumm"
 
goschi
Beitrag 9. Dec 2020, 08:24 | Beitrag #10
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Die politische Diskussion aus dem Flugzeugforum ausgelagert
(passt besser ins PuG)

goschi (admin)


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Die Eibohphobie, die Angst vor Palindromen, ist selbst ein Palindrom

Qui tacet, consentire videtur
ZITAT(KGB @ 17. Nov 2015, 12:54) *
Zitat Auto: "Brumm"
 
400plus
Beitrag 15. Dec 2020, 17:17 | Beitrag #11
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Felgentreu tritt als verteidigungspolitischer Sprecher SPD zur├╝ck, nachdem diese sich darauf geeignet hat "einer Bewaffnung der Heron TP Drohnen der Bundeswehr vorerst nicht zuzustimmen, sondern ergebnisoffen breit ├Âffentlich zu diskutieren".

Twitter
 
bluelightturnsbl...
Beitrag 15. Dec 2020, 17:29 | Beitrag #12
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Warum werden solche Meldungen eigentlich per Twitter verbreitet als g├Ąbe es daf├╝r kein geeigneteres Medium? Zumal er f├╝r die Nachricht ja ganze 5 Tweets ben├Âtigt.
Es bleibt wohl nur abzuwarten, wie lange die SPD noch braucht um sich zu einem klaren Ja oder Nein zur bewaffneten Heron zu entscheiden ...
 
400plus
Beitrag 15. Dec 2020, 17:35 | Beitrag #13
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Warum nicht? Soll er das als Pressemitteilung auf seine Website packen, die dann da keiner liest? Felgentreu ist auf Twitter recht aktiv, hat fast 7.000 Follower, da ist das eigentlich recht effiziente Kommunikation.
 
Merowinger
Beitrag 15. Dec 2020, 17:55 | Beitrag #14
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Konsequent und mit Haltung. Ich hoffe es wirkt auch und verpufft nicht mit einem Schulterzucken.

Twitter ist in der politischen Kommunikation etabliert und wertvoll. Ischinger jedenfalls platzte der Kragen:
ZITAT
Das moralische Verludern einer einstigen Volkspartei. Helmut Schmidt dreht sich im Grabe um. Schutz der Soldaten: egal. Was f├╝r ein Umgang mit Fakten und Wahrheit. Ein Trauerspiel, wenn die @spdbt nicht doch gegenhaelt.

Q: Ô€žMoralisches VerludernÔ€œ aha. Wo war diese scharfe Anklage bei manchem v├Âlkerrechtswidrigen Angriff. Ich hatte Sie mal sehr gesch├Ątzt, aber bei aller Kontroverse in der Sache, beschimpfen muss man sich nicht.
A: Das sehe ich anders. freundliche Kritik w├╝rde untergehen. Dies ist ein ernster Vorgang. Die @spdbt hat grossartige u kluge Verteidigungspolitiker. Die werden keine Chance haben, wenn auf die Aussagen der Parteif├╝hrung jetzt nicht mal ├Âffentlich ein ganz grober Keil gesetzt wird.

Q: Geht's noch was melodramatischer?
A: Ja

Bermerkung: Verluderung wńre jetzt nicht meine bevorzugte Wortwahl - but I do get the point.

Der Beitrag wurde von Merowinger bearbeitet: 15. Dec 2020, 20:12
 
Seneca
Beitrag 16. Dec 2020, 23:52 | Beitrag #15
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Sowohl in der FAZ , im Spiegel als auch in der Sueddeutschen wird die SPD scharf f├╝r ihr st├╝mperhaftes Taktieren beim Thema Drohnenbewaffnung kritisiert:

ZITAT
Im ┬╗Tagesspiegel┬ź argumentiert Gabriele Heinrich, die stellvertretende SPD-Fraktionschefin, der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan habe schlie├člich deutlich gemacht, dass Drohnen auch als Angriffswaffen eingesetzt werden k├Ânnten....Es ist der sicherheitspolitische Offenbarungseid der SPD-F├╝hrung. Mit dem gleichen Argument m├╝sste sie auch Panzer, Fregatten und Kampfhubschrauber abschaffen. Denn auch sie sind potenzielle Angriffswaffen. Doch ├╝ber Angriff oder Verteidigung entscheidet in Deutschland nicht die Bundeswehr, sondern das Parlament.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/...9b-e89920b251a2

ZITAT
Anfang Oktober schien es endlich so weit zu sein. Die SPD-Verteidigungspolitiker stellten Zustimmung in Aussicht, die Fraktion der Sozialdemokraten schien bereit, der Vorlage zuzustimmen. Doch dann erkl├Ąrte Norbert Walter-Borjans in einem Interview pl├Âtzlich, die Debatte sei nicht breit genug gewesen, Friedensfreunde in und au├čerhalb der SPD h├Ątten noch gar nicht so richtig dar├╝ber sprechen k├Ânnen. Das brauche Zeit. Es wurde auch behauptet, SPD-Ortsvereinen sei nicht genug Gelegenheit gegeben worden, die Drohnen-Frage zu diskutieren. Wegen Corona. Dabei h├Ątte die SPD-Basis ein halbes Jahrzehnt lang diskutieren k├Ânnen, auch im vergangenen Sommer, oder beim ÔÇ×Debatten-CampÔÇť am vergangenen Wochenende. Tat sie aber nicht. Denn es geht um Ideologie und Wahlkampf, darum, die Partei fit zu machen f├╝r ein B├╝ndnis mit Gr├╝nen und Linken.

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/...n-17105079.html

ZITAT
Dort, wo dringend die Antworten der Regierungspartei SPD zur Verteidigungsf├Ąhigkeit der Bundeswehr gefragt sind, klafft nun eine bedrohliche Leerstelle.

https://www.sueddeutsche.de/meinung/drohnen...telle-1.5149816
 
Havoc
Beitrag 18. Dec 2020, 10:53 | Beitrag #16
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Bundestagsdebatte zu Kampfdrohnen f├╝r die Bundeswehr am 17.12.20 ist auf Youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=Ybjvnhymzcw
 
400plus
Beitrag 19. Dec 2020, 19:54 | Beitrag #17
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Hellmich (Vorsitzender des Verteidigungsausschusses) stellt sich gegen Partei- und Fraktionsspitze: FAZ (im Moment nicht hinter Paywall)
 
400plus
Beitrag 11. Jan 2021, 14:32 | Beitrag #18
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Auch J├╝rgen Trittin hat eine Meinung

ZITAT
"Die Debatte wird vom Verteidigungsministerium verlogen gef├╝hrtÔÇť, hei├čt Trittins Vorwurf: ÔÇ×Es ist Unsinn, so zu tun, als w├Ąren Kampfdrohnen so was wie Splitterwesten zum Schutz der Soldat*innen.ÔÇť Vielmehr dienten sie dazu, in asymmetrischen Konflikten Luft├╝berlegenheit bei Kampfeins├Ątzen herzustellen. Es gehe nicht um die Technik, sondern um die Frage: Welche Eins├Ątze der Bundeswehr wird der Bundestag k├╝nftig beschlie├čen?"
[...]
Um die Au├čen- und Sicherheitspolitik der EU zu st├Ąrken, w├╝rden robuste Auslandseins├Ątze auch der Bundeswehr notwendig werden.


Also robuste Eins├Ątze ja, aber Luft├╝berlegenheit ist b├Âse. Alles klar.

Der Beitrag wurde von 400plus bearbeitet: 11. Jan 2021, 14:32
 
Scipio32
Beitrag 11. Jan 2021, 14:45 | Beitrag #19
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Da Frage ich mich direkt, was Trittin sich unter robusten Eins├Ątzen vorstellt?
 
Schwabo Elite
Beitrag 11. Jan 2021, 17:19 | Beitrag #20
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Und ich frage mich, warum er Luft├╝berlegenheit als Sinn von Drohnen benennt. Der hat schlicht kein Grundwissen in dem Bereich.


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Sapere Aude & Liber et Infractus
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"Seit ich auf deutsche Erde trat, durchstr├Âmen mich Zaubers├Ąfte. Der Riese hat wieder die Mutter ber├╝hrt, Und es wuchsen ihm neue Kr├Ąfte." -- Heinrich Heine (1797-1856), Deutschland ein Winterm├Ąrchen, Caput I
Quidquid latine dictum, altum videtur. -- N╬Á╬Ż╬╣╬║╬«╬║╬▒╬╝╬Á╬Ż! -- #flapjackmafia
 
Seneca
Beitrag 22. Jan 2021, 20:08 | Beitrag #21
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Die FDP stellte eine Anfrage bez├╝glich der Bedeutung von Drohnen in aktuellen Konflinten, die Antwort ist f├╝r Interessierte nicht wirklich ├╝berraschend:
ZITAT
Das Fehlen bewaffneter Drohnen hat offenbar gr├Â├čere Auswirkungen auf die Kampf- und Verteidigungsf├Ąhigkeit der Bundeswehr als bislang angenommen. In einer vorl├Ąufigen milit├Ąrischen Bewertung des Kriegs um Nagornyj Karabach im vergangenen Herbst schreibt das Verteidigungsministerium, dass Aserbaidschan seinen Erfolg ÔÇ×erheblichÔÇť dem wirkungsvollen Verbund von bewaffneten und unbewaffneten Drohnen zu verdanken habe. In einer Antwort auf eine Anfrage der FDP hei├čt es au├čerdem: ÔÇ×Dieser Erfolg wurde durch die fehlenden M├Âglichkeiten zur Drohnenabwehr seitens Armenien noch verst├Ąrkt.ÔÇť

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/...n-17160091.html

Die verteidigungspolitische Sprecherin der SPD Fraktion Siemtje M├Âller ├Ąu├čert sich auch dazu, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie den Unterschied zwischen autonomen und automatisierten Waffensystemen kennt:
ZITAT
ÔÇ×Zugleich wird durch den massiven Drohneneinsatz im Kaukasus deutlich, dass Kriegsf├╝hrung mit automatisierten Waffensystemen keine Science-Fiction mehr ist, sondern schon heute Realit├Ąt. Eine Diskussion ├╝ber m├Âgliche v├Âlkerrechtliche Einhegungen solcher Waffensysteme ist deshalb geboten
 
Thomas
Beitrag 25. Jan 2021, 16:59 | Beitrag #22
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ZITAT
Die verteidigungspolitische Sprecherin der SPD Fraktion Siemtje M├Âller ├Ąu├čert sich auch dazu, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie den Unterschied zwischen autonomen und automatisierten Waffensystemen kennt:
ZITAT
ÔÇ×Zugleich wird durch den massiven Drohneneinsatz im Kaukasus deutlich, dass Kriegsf├╝hrung mit automatisierten Waffensystemen keine Science-Fiction mehr ist, sondern schon heute Realit├Ąt. Eine Diskussion ├╝ber m├Âgliche v├Âlkerrechtliche Einhegungen solcher Waffensysteme ist deshalb geboten


Wieso? Fast alle heute eingesetzten Drohnen fallen in den Bereich mehr oder weniger automatisiert. Autonom wird es erst, wenn die Teile selbst Entscheidungen treffen. Autonom hei├čt nicht selbst├Ątig auf ein Ziel zu lenken. Das ist Automatisiert. Autonom w├Ąre die Entscheidung loszufliegen und ein Ziel auszusuchen.


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xena
Beitrag 25. Jan 2021, 17:23 | Beitrag #23
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Es ist egal unter was sie fallen. Allein schon im Zuge des FCAS sollte die ├Âffentliche Diskussion so langsam beginnen, denn Drohnen werden Teil des FCAS Systems sein. Ohne Drohnen ist das System nur eine Kr├╝cke. Da sehe ich so langsam alle Beteiligte in der Pflicht.


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Forodir
Beitrag 25. Jan 2021, 17:41 | Beitrag #24
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Es wird keine ├Âffentliche Debatte geben, weil das Thema in der ├ľffentlichkeit einfach nicht interessiert, oder wo sind die Osterm├Ąrsche, die eine Aufr├╝stung der Bundeswehr mit Drohnen verhindern wollen? Das ist nur f├╝r bestimmte Politiker interessant, weil man damit seine Klientel bedienen kann.
Die Debatte ist schon l├Ąngst zu Ende gef├╝hrt, beide Seiten haben ihre Standpunkte klargemacht, eine Einigung der beiden Pole wird es nicht geben, wer jetzt in der Pflicht ist eine Regierung, die eine Entscheidung t├Ątigt, und zwar daf├╝r oder dagegen.


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Thomas
Beitrag 28. Jan 2021, 23:17 | Beitrag #25
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Mir ging es darum, da├č Seneca meinte Frau M├Âller mache eine sachlich falsche Aussage. Das ist nicht richtig.


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xena
Beitrag 29. Jan 2021, 14:43 | Beitrag #26
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ZITAT(Forodir @ 25. Jan 2021, 16:41) *
Die Debatte ist schon l├Ąngst zu Ende gef├╝hrt, beide Seiten haben ihre Standpunkte klargemacht, eine Einigung der beiden Pole wird es nicht geben, wer jetzt in der Pflicht ist eine Regierung, die eine Entscheidung t├Ątigt, und zwar daf├╝r oder dagegen.


Die Debatte hat noch gar nicht statt gefunden. Wir sind immer noch auf dem alten Stand, dass Drohnen b├Âse sind, ohne jegliche Reflektion. Ja, man muss dar├╝ber ├Âffentlich diskutieren, damit auch die Politik den Umfang mitbekommt und nicht auf althergebrachte Standpunkte fest sizten bleibt. Ein FCAS ohne Drohnen kann man gleich wieder beerdigen. Deutschland disqualifiziert sich damit f├╝r jegliche zuk├╝nftige internationale Projekte. Und deswegen muss man dar├╝ber reden und erkl├Ąren warum man heute Drohnen braucht. Der Bergkarabach Konflikt war schon mal ein guter Einstieg um zu zeigen, dass man heute mit Drohnen k├Ąmpft und mit mit edler Ritterr├╝stung.


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Forodir
Beitrag 29. Jan 2021, 16:40 | Beitrag #27
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Doch die Debatte hat schon l├Ąngst stattgefunden, wer glaubt denn wirklich, dass es hier eine breite ├ľffentlichkeit da ist, die daran interessiert ist? Wenn morgen eine Bewaffnung f├╝r die Heron beschlossen wird interessiert das niemand au├čer ein paar SiPo interessierte (also ca. f├╝nf Leute) und eben diverse Politiker die versuchen daraus eine Debatte zu machen.
Es ist eben nicht so das der Stand der Dinge ist das Drohnen b├Âse sind, und so werden sie auch schon lange nicht mehr in der ├ľffentlichkeit wahrgenommen, der Politische Duktus von bestimmten Politikern und Parteien ist aber dieser und sie beharren darauf da sie dadurch auf Opposition machen k├Ânnen, Sinn ergibt es keinen und ich behaupte sogar, dass sie das selber wissen.

Das Thema ist genauso durch wie die gleichgeschlechtliche Ehe, als das im Bundestag beschlossen wurde, war das gesellschaftspolitisch und sozial schon l├Ąngst gegessen, au├čer den ├╝blichen Idioten hat das keinen mehr interessiert
(abgesehen nat├╝rlich jene die endlich heiraten durften).


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Havoc
Beitrag 29. Jan 2021, 18:40 | Beitrag #28
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ZITAT(Forodir @ 29. Jan 2021, 16:40) *
Doch die Debatte hat schon l├Ąngst stattgefunden, wer glaubt denn wirklich, dass es hier eine breite ├ľffentlichkeit da ist, die daran interessiert ist? Wenn morgen eine Bewaffnung f├╝r die Heron beschlossen wird interessiert das niemand....


Das kommt stark darauf an in welche Richtung die Debatte verl├Ąuft.
Ich gebe Dir recht, wenn es rein um die Sachdebatte geht. Bis auf Luftfahrtbegeisterte und eben die von Dir beschriebene Klientel interessiert sich daf├╝r niemand.
ABER: ├ähnliches gilt f├╝r die Teilnehme an den j├Ąhrlichen Osterm├Ąrschen. Das ist mehr einen Familienausflug mit Motto, als eine Demonstration von in der Sache Informierten.
Deutsche hat als Hauptverantwortlicher f├╝r zwei Weltkriege und einen Holokaust die Urangst nochmals wegen Kriegstreiberei und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezichtigt zu werden. Mit der Verkn├╝pfung der bewaffneten Drohnen f├╝r die BW mit den v├Âlkerrechtswidrigen gezielten T├Âtungen mittels Drohnen durch die USA kann der politisch eher linke W├Ąhler durchaus mobilisiert werden. Der ist dagegen ohne sich nicht Sache auseinanderzusetzen, weil er auf die entsprechende ├ťberschrift anspringt.
 
Seneca
Beitrag 29. Jan 2021, 22:52 | Beitrag #29
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@Thomas: So wie du das interpretierst habe ich das nicht gemeint. Frau Helmich verlangt eine Diskussion ├╝ber "automatisierte Waffensysteme" - die gibt es aber schon seit Jahrzehnten, z.B. Luftabwehrsysteme, eine Diskussion dar├╝ber k├Ąme mindestens 45 Jahre zu sp├Ąt. Ethische Bedenken bestehen ja beim Einsatz autonomer Waffensysteme, dar├╝ber wir zu Recht von Fachleuten diskutiert. Frau Helmich will aber ├╝ber "automatisierte Waffensysteme" diskutieren und nicht ├╝ber "autonome Wafensysteme" - seltsam.
 
Scipio32
Beitrag 30. Jan 2021, 08:21 | Beitrag #30
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Das klingt f├╝r mich so, als ob die Dame den Unterschied zwischen autonom und automatisch nicht kennt.
 
 
 

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