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> PuG-News, Sicherheitspolitik, Militärgeschichte und mehr
Slavomir
Beitrag 25. Apr 2018, 19:48 | Beitrag #1621
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ZITAT(Madner Kami @ 25. Apr 2018, 00:45) *
[url="https://www.br.de/nachrichten/ein-kreuz-fuer-jede-staatliche-behoerde-in-bayern-100.html"]Kruzifixe in der Geschäftsordnung
facepalm.gif

Und uns (BAMF) hat man sogar im inneren, nicht für die Besucher zugänglichen Bereich, religiöse Symbole verboten.
facepalm.gif
 
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Beitrag 26. Apr 2018, 10:44 | Beitrag #1622
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ZITAT(Slavomir @ 25. Apr 2018, 20:48) *
ZITAT(Madner Kami @ 25. Apr 2018, 00:45) *
[url="https://www.br.de/nachrichten/ein-kreuz-fuer-jede-staatliche-behoerde-in-bayern-100.html"]Kruzifixe in der Geschäftsordnung
facepalm.gif

Und uns (BAMF) hat man sogar im inneren, nicht für die Besucher zugänglichen Bereich, religiöse Symbole verboten.
facepalm.gif


Könnte man sich ja auch dagegen wehren oder rofl.gif
 
Schwabo Elite
Beitrag 27. Apr 2018, 15:18 | Beitrag #1623
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ZITAT(Nite @ 25. Apr 2018, 20:07) *
Blasphemie und Häresie, autsch biggrin.gif


Und ersteres von Overbeck. biggrin.gif


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Schwabo Elite
Beitrag 27. Apr 2018, 15:19 | Beitrag #1624
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ZITAT(Slavomir @ 25. Apr 2018, 20:48) *
ZITAT(Madner Kami @ 25. Apr 2018, 00:45) *
[url="https://www.br.de/nachrichten/ein-kreuz-fuer-jede-staatliche-behoerde-in-bayern-100.html"]Kruzifixe in der Geschäftsordnung
facepalm.gif

Und uns (BAMF) hat man sogar im inneren, nicht für die Besucher zugänglichen Bereich, religiöse Symbole verboten.
facepalm.gif
Natürlich. Staatliche Neutralität ist wichtig.


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Madner Kami
Beitrag 27. Apr 2018, 18:17 | Beitrag #1625
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ZITAT(Schwabo Elite @ 27. Apr 2018, 16:19) *
ZITAT(Slavomir @ 25. Apr 2018, 20:48) *
ZITAT(Madner Kami @ 25. Apr 2018, 00:45) *
[url="https://www.br.de/nachrichten/ein-kreuz-fuer-jede-staatliche-behoerde-in-bayern-100.html"]Kruzifixe in der Geschäftsordnung
facepalm.gif

Und uns (BAMF) hat man sogar im inneren, nicht für die Besucher zugänglichen Bereich, religiöse Symbole verboten.
facepalm.gif
Natürlich. Staatliche Neutralität ist wichtig.


This. Es gibt keinen privaten Bereich in einer öffentlichen Behörde, denn alles in, an und um das Haus herum repräsentiert den Staat.


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Slavomir
Beitrag 27. Apr 2018, 19:06 | Beitrag #1626
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ZITAT(Schwabo Elite @ 27. Apr 2018, 16:19) *
ZITAT(Slavomir @ 25. Apr 2018, 20:48) *
ZITAT(Madner Kami @ 25. Apr 2018, 00:45) *
[url="https://www.br.de/nachrichten/ein-kreuz-fuer-jede-staatliche-behoerde-in-bayern-100.html"]Kruzifixe in der Geschäftsordnung
facepalm.gif

Und uns (BAMF) hat man sogar im inneren, nicht für die Besucher zugänglichen Bereich, religiöse Symbole verboten.
facepalm.gif
Natürlich. Staatliche Neutralität ist wichtig.

Als bekennender Atheist kann ich das nur begrüssen. Deswegen die Reaktion.
 
mr.trigger
Beitrag 28. Apr 2018, 01:22 | Beitrag #1627
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ZITAT
Österreichische UN-Blauhelme ließen neun syrische Polizisten in einen Hinterhalt von Kriminellen laufen und drehten ein Video ihrer Ermordung. Der Verteidigungsminister setzt eine Untersuchungskommission ein. Beihilfe zum Mord? Oder ein zulässiger Befehl?

https://www.falter.at/archiv/wp/massaker-am-golan
http://orf.at/stories/2435950/2435949/

Auch wenn Manfred Nowak generell ein bisschen zur Hysterie neigt, das beste aller Lichter wird mal wieder nicht auf Heer geworfen.


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Madner Kami
Beitrag 28. Apr 2018, 17:13 | Beitrag #1628
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ZITAT(mr.trigger @ 28. Apr 2018, 02:22) *
ZITAT
Österreichische UN-Blauhelme ließen neun syrische Polizisten in einen Hinterhalt von Kriminellen laufen und drehten ein Video ihrer Ermordung. Der Verteidigungsminister setzt eine Untersuchungskommission ein. Beihilfe zum Mord? Oder ein zulässiger Befehl?

https://www.falter.at/archiv/wp/massaker-am-golan
http://orf.at/stories/2435950/2435949/

Auch wenn Manfred Nowak generell ein bisschen zur Hysterie neigt, das beste aller Lichter wird mal wieder nicht auf Heer geworfen.


Wow. Einfach wow... Welchen Befehl könnten die Blauhelme gehabt haben, der ihnen verbietet den Syrern ihr Leben zu retten? Ich hoffe die Herren werden nicht nur aus dem Heer geworfen, sondern landen im Knast.


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Col. Breytenbach
Beitrag 29. Apr 2018, 04:08 | Beitrag #1629
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Die Blauhelme müssen sich "neutral" verhalten. Formal dürfe ihr Verhalten also korrekt gewesen sein...

Der Vorfall zeigt aber wie komplett bescheuert der UN Einsatz auf dem Golan ist. Siehe auch die Geiselnahme von UN-Soldaten durch die Al-Nusra-Front in 2014.


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Hummingbird
Beitrag 29. Apr 2018, 04:45 | Beitrag #1630
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ZITAT
„Die Vereinten Nationen setzen sich folgende Ziele:
(1) den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen“
 
Schwabo Elite
Beitrag 29. Apr 2018, 13:26 | Beitrag #1631
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ZITAT(Madner Kami @ 27. Apr 2018, 19:17) *
This. Es gibt keinen privaten Bereich in einer öffentlichen Behörde, denn alles in, an und um das Haus herum repräsentiert den Staat.
Doch, den privaten Bereich gibt es schon, aber er ist eng umschnitten und gilt für die Mitarbeiter. Diese können natürlich Glaubenssymbole tragen, was aber je nach Behörde minimiert werden darf. Ebenso wie mein Chef mir Vorschriften zur Kleidung am Arbeitsplatz machen darf.

Aber die Behörde selbst hat als staatliche und vor allem nicht-personelle Institution keine eigene Privatsphäre. Das ist aber auch nicht die Absicht Söders. Er verknüpft ja "bayerische Öffentlichkeit" mit dem Kreuz als Symbol Bayerns. Wohlgemerkt, redet er sich damit raus, dass es kein Symbol des Christentums sei, sondern der kulturellen Prägung Bayerns etc. pp. Völlig absurd natürlich. Er proklamiert eine sogenannte christlich-abendländische Tradition, will aber das Christentum nicht explizit dabei haben, weil er dann ja vor die gleiche Wand fährt wie der Kruzifix-Streit der 1990er.


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SailorGN
Beitrag 29. Apr 2018, 17:57 | Beitrag #1632
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Das Vorhaben Söders ist einfach nur Effekthascherei und dazu noch richtig schlechte. Er weiss genau, dass das Kreuz in der Amtsstube sofort kassiert wird, staatliche Neutralität und so. Also verknüpft er es nur mit "Bayern", negiert damit die religiöse Konnotation und tritt damit die religiös-konservativen in die Eier (oder ins Kreuz rofl.gif). Anscheinend hat die CSU wahnsinnige Angst vor der AfD, sonst würden sie sich solche Schnitzer nicht leisten.


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Camouflage
Beitrag 29. Apr 2018, 18:04 | Beitrag #1633
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Als aufgeklärter Mensch kann man sich in diesem Land zur Zeit manchmal wirklich nur an den Kopf fassen.


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Praetorian
Beitrag 3. May 2018, 15:24 | Beitrag #1634
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Frankreich schiebt eine weitere europäische Verteidigungskooperation unterhalb PESCO an, mit dem Ziel, eine gemeinsame "strategische Kultur" zu entwickeln und zukünftige Interventionseinsätze besser zu koordinieren. Frankreich, UK, Deutschland, Italien, Spanien, die Niederlande, Belgien, Portugal, Dänemark und Estland sollen einen entsprechenden LoI im Juni unterzeichnen.

Politico


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Nite
Beitrag 3. May 2018, 18:03 | Beitrag #1635
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ZITAT
Kalter Krieg
Bundeswehr plante Chemiewaffen-Einsatz
Stand: 03.05.2018 00:00 Uhr

Entgegen Dementis hat die Bundesrepublik in den 1960er-Jahren die Beschaffung und den Einsatz von Chemiewaffen geplant. Das belegen einst streng geheime Akten von Bundeswehr und US-Regierung, die NDR, WDR und "SZ" jetzt auswerten konnten.

Von Christoph Heinzle, Lena Gürtler, Gabor Halasz und Jennifer Lange, NDR

Nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz, nie wieder Chemiewaffen: Das hatte die junge Bundesrepublik nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges geschworen. Doch keine 20 Jahre später plante sie den Tabubruch. 1961 stieß die Bundesrepublik in streng geheimen Sitzungen der NATO eine Debatte an und forderte, nicht nur die USA sollten die Fähigkeit zur Abschreckung und Vergeltung mit C-Waffen haben. "Wir können auf solche Mittel nicht verzichten", sagte der damalige Generalinspekteur Friedrich Foertsch. Die NATO rechnete damit, dass die Sowjetunion und ihre im Warschauer Pakt verbündeten Staaten im Fall eines Angriffs rasch Chemiewaffen einsetzen würden.

[...]

Tagesschau


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Ceterum censeo asseculas Dais esse necandam.

#flapjackmafia #arrr #PyramidHoneyTruther
 
SailorGN
Beitrag 3. May 2018, 18:51 | Beitrag #1636
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Ich finde die Aufregung darum sehr naiv. Es war bekannt, dass die Truppen des WP nicht nur massive Vorräte an ABC-Waffen hatten, sondern auch über potente Träger- und Einsatzmittel verfügten. Die Bedrohung war real und gerade in der Defensive nach einem initialen Einsatz der Gegenseite wäre ein Einsatz durch die BW legitim gewesen. Auch ist in dem Bericht immer die Rede davon, US-Munition einzusetzen, nicht selbst zu produzieren. Schlussendlich ist es nie zu einer Übergabe nennenswerter Mengen oder gar eigener Herstellung gekommen.


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Dave76
Beitrag 7. May 2018, 18:20 | Beitrag #1637
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ZITAT
Hisbollah-Lager im Libanon vorn
Stand: 07.05.2018

Das radikal-islamische Hisbollah-Lager hat bei der Parlamentswahl im Libanon offenbar die Mehrheit erhalten. Aufgrund des besonderen Wahlrechts wird Ministerpräsident Hariri aber ersten Berechnungen zufolge weiter regieren.

https://www.tagesschau.de/ausland/libanon-159.html


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Arado-234
Beitrag 7. May 2018, 19:04 | Beitrag #1638
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ZITAT
Bundeswehr plante Chemiewaffen-Einsatz


Ja das war der grausige Plan damals, jeder hatte tatsächlich fürchterlich Angst und keiner wollte "mit ohne" dastehen.

Zum Glück für uns alle ging das seinerzeit gut aus. Bis auf das Räumen der Chemielager in der Pfalz.
Aber dort sollen ja (hoffentlich) alle Chemiewaffen abtransportiert worden sein.
Alles andere wäre Vermutungen.





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Microsoft ist eine Kreuzung zwischen den Borg und den Ferengi. Leider nutzen sie die Borg für das Marketing und die Ferengi für das Programmieren, was dabei herauskommt sehen Sie selbst. . .
 
Slavomir
Beitrag 9. May 2018, 12:29 | Beitrag #1639
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Die USA sind raus aus dem Iran-Abkommen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/dona...-a-1206912.html
 
Madner Kami
Beitrag 10. May 2018, 15:29 | Beitrag #1640
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ZITAT(Slavomir @ 9. May 2018, 13:29) *
Die USA sind raus aus dem Iran-Abkommen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/dona...-a-1206912.html


Und unsere Kanzlerette und damit die EU wird sich dem Machtspielchen dieses Kleinkindes unterwerfen. Was sonst hätte Bedingung für die Zusage zur Einfuhrsteuerausnahme sein können? Der Iran hält sich an den Vertrag, trotzdem bisher vom Westen großflächig nur ein Teil der Zusagen eingehalten wurden (insbesondere durch die USA, wer auch sonst hält sich nciht an Verträge und Zusagen, was für ein Schmierentheater) und das ist, was man ihnen als Dank zurück gibt: Das Schmierenkomödientheater, dass es schon zum Auftakt des zweiten Angriffs auf den Irak gab. Ich hab sowas von keine Lust mehr auf die USA als unseren "Partner" und hoffentlich lässt sich der Rest der Welt und insbesondere die EU das nicht mehr bieten.

Der Beitrag wurde von Madner Kami bearbeitet: 10. May 2018, 15:30


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Maxwell
Beitrag 10. May 2018, 16:11 | Beitrag #1641
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@Madner Kami
Zustimmung zum zweiten Teil.
Trump hat sein Kabinet sukzessive mit Kriegstreibern wie John Bolton Klick oder Mike Pompeo Klick gefüllt. Eine Entwicklung wie damals im Irak ist durchaus vorstellbar, der Ausstieg aus dem Atom-Deal nur ein Schritt in diese Richtung.

Was Merkel angeht, gut Beraten wird sie sicherlich. Klick
Ich würde mir wünschen eine starke unter dem Dach der EU formulierte Ablehnung dieser Politik zu erleben. Ob Merkel dafür die richtige Kanzlerin ist steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. mad.gif

Der Beitrag wurde von Maxwell bearbeitet: 10. May 2018, 16:12
 
Schwabo Elite
Beitrag 10. May 2018, 17:22 | Beitrag #1642
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ZITAT(Maxwell @ 10. May 2018, 17:11) *
Eine Entwicklung wie damals im Irak ist durchaus vorstellbar, der Ausstieg aus dem Atom-Deal nur ein Schritt in diese Richtung.

In wiefern sollte das vorstellbar sein? Situation, Akteure und deren Ziele sind heute völlig unterschiedlich.


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xena
Beitrag 10. May 2018, 19:32 | Beitrag #1643
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Die Russen freut es. Sie sind die Gewinner dieser Situation. Das wo sich westliche Firmen zurück ziehen wird von den Chinesen übernommen und sie machen das Geschäft mit dem Iran.

A
Hach ja, wie war noch der Grundtenor hier im Forum? Der Westen sei frei und könne alles machen was es wolle? Scheint nicht so. Man pfeift nach der Pfeife der Amis sonst geht es unserer Wirtschaft dreckig.

Der Beitrag wurde von xena bearbeitet: 10. May 2018, 19:34


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Eine komplette Waffenübersicht (naja, fast komplett... ...naja auch nicht fast komplett, aber sehr vieles...):

waffen-der-welt.alices-world.de

 
Maxwell
Beitrag 10. May 2018, 20:30 | Beitrag #1644
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ZITAT(Schwabo Elite @ 10. May 2018, 18:22) *
ZITAT(Maxwell @ 10. May 2018, 17:11) *
Eine Entwicklung wie damals im Irak ist durchaus vorstellbar, der Ausstieg aus dem Atom-Deal nur ein Schritt in diese Richtung.

In wiefern sollte das vorstellbar sein? Situation, Akteure und deren Ziele sind heute völlig unterschiedlich.


Dann haben wir wohl eine unterschiedliche Auffassung von völlig unterschiedlich.

Ich sehe zumindest diese Parallelen:
Geographische Lage
Regime bereits länger mit den USA verfeindet
Republikaner im Amt, erste Legislaturperiode
Ersetze c Waffen durch a Waffen
„Hawkish“ eingestelltes Kabinett, grade Bolton schießt den Vogel für mich ab. (O-Ton:“...noch vor 2019 werden wir im Teheren feiern“). Der gute Mann war beim Irak-Fiasko ebenfalls mit beteiligt.
Regionale Verbündete wieder Saudi Arabien und Israel

Natürlich gibt es auch Unterschiede:
Iran ist nicht derart isoliert wie damals der Irak
Die Koalition der willigen ist stand heute deutlich kleiner
Etc.

Trotzdem würde ich mich über eine schrittweise Verschärfung der Sanktionen nicht wundern, bis dann irgendwann wieder ein Ultimatum gestellt wird.
Frage an dich: falls du dies komplett anders siehst, kannst du das erläutern?
 
SailorGN
Beitrag 10. May 2018, 20:55 | Beitrag #1645
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@xena: Nein.
Der große Hype mit dem Iran ist es wirtschaftlich nicht geworden. Dazu hat der Iran in den letzten Jahren in/über Syrien eine deutliche Bedrohung ggü. Israel aufgebaut. Die Sicherheit Israels ist den USA und Europa wichtiger als so manch andere Stoßrichtung des Iran (man nehme nur mal die Gleichgültigkeit ggü. Jemen als Beispiel). Dazu kommt, dass der Iran aussen- und sicherheitspolitisch sehr janusköpfig ist: Einerseits die "moderaten Reformer", welche man gern international als Partner hätte. Andererseits hat man die Hardliner, welche massgeblich hinter den militärischen Eskapaden stecken. Letztere sind die treibende Kraft hinter den Aggressionen gegen Israel und eigentlich genau jene Iraner, mit denen die amerikanischen Hardliner am liebsten haben. Beide, Hardliner hüben wie drüben brauchen einander und der gekündigte Atomvertrag hilft beiden. Trump kann ein Wahlversprechen halten und hat nen "neuen" Erzfeind. Der Iran bekommt seinen alten Erzfeind zurück und kann alle Schwierigkeiten innenpolitisch mit der Feindseligkeit der Amis erklären.

Unabhängig davon wird es keinen direkten "Krieg" wie im Irak geben, dazu ist der Iran zu stark (und Trump hat nicht den Mut eines GWB jr. Amerikaner in der Horizontalen nach Hause kommen zu lassen). Es wird in der Stellvertreterperipherie sehr hässlich werden, bspw im Jemen. Auch die Israelis werden jetzt mehr wagen, weil Trump ihnen den Rücken in Syrien/Libanon deckt... eventuell sogar bis hin zu Präzisionsangriffen auf iranische Atomanlagen...

Auf der anderen Seite wird der Iran mit Hochdruck an der Bombe arbeiten, weil diese das einzige ist, was wirklich "Sicherheit" bringt... und wie man am Beispiel NK sieht, das einzige ist, was ein Trump als Verhandlungsbasis akzeptiert. Den Hardlinern wird es Auftrieb geben... mal sehen wie Rohani damit umgehen kann. Gleichzeitig besteht bereits jetzt die Gefahr, dass der Iran sich überdehnt (hat). Syrien und Jemen gleichzeitig zu halten, dazu im Persischen Golf eine Bedrohung aufzubauen und gegen die Sunniten zu bestehen kann zuviel sein...

Europa hat dort wenig zu melden, die Europäer sind dort in der Tat nur Juniorpartner der USA. Die wichtigste Rolle ist die der Garantiemacht für Israel, mehr Einfluss wird es in diesem Regionalkonflikt nicht geben.


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General Gauder
Beitrag 10. May 2018, 21:26 | Beitrag #1646
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ZITAT(SailorGN @ 10. May 2018, 21:55) *
@xena: Nein.
Der große Hype mit dem Iran ist es wirtschaftlich nicht geworden. Dazu hat der Iran in den letzten Jahren in/über Syrien eine deutliche Bedrohung ggü. Israel aufgebaut. Die Sicherheit Israels ist den USA und Europa wichtiger als so manch andere Stoßrichtung des Iran (man nehme nur mal die Gleichgültigkeit ggü. Jemen als Beispiel). Dazu kommt, dass der Iran aussen- und sicherheitspolitisch sehr janusköpfig ist: Einerseits die "moderaten Reformer", welche man gern international als Partner hätte. Andererseits hat man die Hardliner, welche massgeblich hinter den militärischen Eskapaden stecken. Letztere sind die treibende Kraft hinter den Aggressionen gegen Israel und eigentlich genau jene Iraner, mit denen die amerikanischen Hardliner am liebsten haben. Beide, Hardliner hüben wie drüben brauchen einander und der gekündigte Atomvertrag hilft beiden. Trump kann ein Wahlversprechen halten und hat nen "neuen" Erzfeind. Der Iran bekommt seinen alten Erzfeind zurück und kann alle Schwierigkeiten innenpolitisch mit der Feindseligkeit der Amis erklären.

Unabhängig davon wird es keinen direkten "Krieg" wie im Irak geben, dazu ist der Iran zu stark (und Trump hat nicht den Mut eines GWB jr. Amerikaner in der Horizontalen nach Hause kommen zu lassen). Es wird in der Stellvertreterperipherie sehr hässlich werden, bspw im Jemen. Auch die Israelis werden jetzt mehr wagen, weil Trump ihnen den Rücken in Syrien/Libanon deckt... eventuell sogar bis hin zu Präzisionsangriffen auf iranische Atomanlagen...

Auf der anderen Seite wird der Iran mit Hochdruck an der Bombe arbeiten, weil diese das einzige ist, was wirklich "Sicherheit" bringt... und wie man am Beispiel NK sieht, das einzige ist, was ein Trump als Verhandlungsbasis akzeptiert. Den Hardlinern wird es Auftrieb geben... mal sehen wie Rohani damit umgehen kann. Gleichzeitig besteht bereits jetzt die Gefahr, dass der Iran sich überdehnt (hat). Syrien und Jemen gleichzeitig zu halten, dazu im Persischen Golf eine Bedrohung aufzubauen und gegen die Sunniten zu bestehen kann zuviel sein...

Europa hat dort wenig zu melden, die Europäer sind dort in der Tat nur Juniorpartner der USA. Die wichtigste Rolle ist die der Garantiemacht für Israel, mehr Einfluss wird es in diesem Regionalkonflikt nicht geben.

Woran machst du das fest? Ich glaube diesem Kerl ist alles egal und er glaubt er kann alles negative als Fakenews abtuhen, ich traue es ihm durchaus zu eingenmächtig dem Iran den Krieg zu erklären.


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SailorGN
Beitrag 10. May 2018, 21:37 | Beitrag #1647
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Weil er in der NK-Sache zwar gepoltert, aber nicht militärisch agiert hat. Weil er bei Veteranen/Soldatenangelegenheiten unglaublich dünnhäutig war/ist. Weil er im Wahlkampf Hillary die Benghasi-Geschichte vorgeworfen hat und sein Wahlkampf wie man merkt sehr wichtig ist. Weil ein intaktes Militär eine Toppriorität ist, er aber sehr genau weiss, was der Irak und Afgh. mit dem US Militär getan hat.


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Warhammer
Beitrag 10. May 2018, 21:47 | Beitrag #1648
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Und dann ganz klassisch einzumarschieren?

Von wo denn? Welcher Nachbar soll den USA als Aufmarschgebiet zur Verfügung stehen? Oder glatt ein rein amphibischer Angriff ind dann Anlandung der Army. Das glaube ich nicht.

Ich bin da bei Sailor. Ich sehe eher einen Liftkrieg, als eine Invasion wie im Irak.


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General Gauder
Beitrag 10. May 2018, 22:26 | Beitrag #1649
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Also ich meine generell einen Krieg, das bedeutet ja nicht zwangsweise eine bodeninvasion, einen Luftkrieg kann ich mir sehr gut vorstellen.


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Schwabo Elite
Beitrag 11. May 2018, 09:21 | Beitrag #1650
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Ein Luftkrieg wäre eine völlig andere Nummer als die Irakinvasion 2003. Ein Luftkrieg bringt auch ganz sicher nicht den gewünschten "Regime Change". Wir wissen seit dem Zweiten Weltkrieg sehr genau, dass strategischer Luftkrieg zwar Druck auf ein Regime ausüben kann, indem Infrastruktur zerstört wird und militärische Operationen gestört oder gestoppt werden können, aber Luftkrieg stärkt ein Regime politisch. Das wird gelegentlich wieder vergessen, aber eher im politischen Diskurs. Militärs haben diese Lektion ziemlich genau auf dem Schirm.

Die Situation mit dem Iran heute ist mit dem Irak vor 15 Jahren auch aus einer Vielzahl anderer Gründe nicht vergleichbar.

Militärische und außenpolitische Unterschiede
  1. Die Armee befindet sich in einer strategisch anderen Lage: Reformen und Neupositionierungen machen eine Großoperation schwierig, nach 15 Jahren "War on Terror" sind die Truppen insgesamt erschöpft, unterbesetzt und oft nicht für Combined Arms ausgebildet.
  2. Es gibt keinen Invasionskorridor: Der Irak und Afghanistan fallen hierfür aus. Irak und Iran sind vielfach eng verbunden. Die irakische Regierung mitnichten von den USA so eng zu führen, dass man von dort mühelos einen Angriff starten könnte. Afghanistan ist infrastrukturell zu isoliert für einen Aufmarsch. Die Türkei will keinen Krieg mit dem Iran und hat zudem nur eine sehr schmale Grenze, gemessen an der Größe des Iran; Gleiches gilt für Pakistan. Mit gerade einmal drei Fernstraßen in sehr zerklüftetem Gelände ist der Invasionskorridor durch den Nordiran sehr ungünstig. Russland fällt als Aufmarschgebiet aus naheliegenden Gründen ebenso aus wie die Staaten des Südkaukasus und Turkmenistan. Es bliebe eine amphibische Invasion über den Persischen Golf. Vermutlich politisch die machbarste Variante, aber militärisch die dümmste. Man steuert direkt auf die Provinz Bushehr zu, die nicht nur eine starke Flottenpräsenz aufweist, sondern auch militärisch gut gerüstet ist. Das Gelände ist zwar zunächst gutes Panzergelände - Wüste - geht aber nach einem schmalen Streifen in zerklüftetes Mittelgebirge über. Weiter östlich, bei den Emiraten und der omanischen Exklave stieße man auf die Hormozgan Provinz zu. Dort ist der flache Küstenstreifen noch schmaler.
  3. Iran ist grundsätzlich ein schlechtes Land für Invasoren. Der Staat ist doppelt so stark bevölkert wie Irak und viermal so groß. Dazu besteht das Land mehrheitlich aus Hochland und Gebirge, nebst Wüsten. Die Infrastruktur ist zwar solide, aber natürliche Wasserwege, die Logistik und Vorstöße vereinfachen sind selten. Küsten am Golf bieten keine Einfallstore ins Inland, das Land ist weder von Ost nach West, noch von Nord nach Süd leicht zu durchqueren. Jahrzehnte der Isolation und die vorausgehenden Abgeschiedenheit von großen Handelswegen und -netzen haben den Iran schlecht verbunden mit seinen Nachbarn zurückgelassen. Die Nachbarn hatten und haben dem Land allerdings auch wenig zu bieten: Das Land ist darum weitestgehend für den eigenen Bedarf vernetzt.
  4. Der Iran ist militärisch nicht nur eine Regionalmacht, sondern vermutlich die stärkste Macht des mittleren Ostens. Der Grund sind die 35 Jahre währenden Embargos und der lange Iran-Irak-Krieg. In dieser Zeit musste das Land sich eines Feindes erwehren, der von allen Seiten - Ost wie West - militärisch versorgt wurde, während man selbst vom Nachschub für meist westliche Waffensysteme abgeschnitten war. Nicht, dass die Waffen Irans alle State-of-the-Art wären, aber Iran kann sich größtenteils selbstversorgen. Ansonsten gibt es gute Verbindungen zu nordkoreanischen Waffenschmieden, die Eigenprodukte und Kopien chinesischer (und sowjetischer, bzw. russischer) Systeme liefern können. Insgesamt stehen dem Land gut 500.000 Soldaten zur Verfügung, was allein durch die Anzahl für einen Angreifer auf eine Invasionsstreitmacht von nicht unter zwei Millionen Mann hinauslaufen müsste, wollte man einen Landkrieg gewinnen. Für eine Besatzungsphase im Anschluss müsste man wohl mit ähnlichen Mengen wie bei Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg rechnen. Wer soll das leisten?
  5. Wir sind damit beim entscheidenden Punkt: es gibt keine willigen Verbündeten. Die Staaten der Region wollen keinen Krieg mit dem Iran. Keiner. Nicht einmal Saudi Arabien. Denn kein Staat könnte den Iran bezwingen, besetzen und befrieden. Und jede Form der Invasion würde durch die Indoktrination (und Geschichte) der iranischen Bevölkerung eine immense Widerstandsbewegung hervorrufen. Alle potentiellen Alliierten einer Invasion sind entweder ehemalige Kolonialmächte (Russland, UK, Frankreich und vor allem Türkei), Juden, Sunniten oder die USA selber. Keiner kann dort - wie nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland etwa oder im letzten Irak-Krieg - eine moralisch höherwertige Position glaubhaft beanspruchen.
  6. Nicht nur gibt es keine Alliierten, es gibt auch reichlich strategische Gegner: Russland und China würden den Angriff zu Recht geißeln und sie würden Iran vermutlich zumindest verdeckt unterstützen. Russland hat logistisch sehr breite Möglichkeiten den Iran zu beliefern. Zum einen indirekt durch verbündete Staaten an der Nordgrenze Irans (Kaukasus und Turkmenistan) und zum anderen direkt über das Kaspische Meer. All das wäre a) vermutlich am Rande alliierter Möglichkeiten zur Unterbindung qua Luftschlag und b) wäre ein Angriff mit russischen Opfern eine Eskalation, die Russland willkommen wäre selbst zu eskalieren. Es würde völlig reichen, wenn Russland ein paar SAM-Batterien in die Grenznähe verlegt und alliierte Flugzeuge aktiv beleuchtet und beschießt. Man könnte das sogar doppelt ausbeuten und "als Zeichen des guten Willens" dazu Verbände aus Europa abziehen. Das würde das Narrativ vom Aggressor Russland weiter abmildern, Europa von den USA entfernen und zu Russland hintreiben und direkt die NATO gefährden. China könnte indes über Russland nicht nur endlos Material liefern, sondern seine Aufklärungskapazitäten anbieten. Ein bisschen wirtschaftlicher Druck - Kohle, Stahl, Aluminium stärker subentionieren, Exportzölle auf Elektronikartikel - und die US-Wirtschaft geht völlig in den Keller.
  7. Wir haben nicht mehr 2001. Die Friedensdividende ist aufgebraucht, die "Coalition of the Willing" ist verschwunden, Russland wieder ein ernstzunehmender strategischer Gegner, China deutlich präsenter international und die USA längst nicht mehr unangefochtener und selbstüberzeugter "Führer der freien Welt".


Innenpolitische Unterschiede:
  1. Trump ist nicht George Walker Bush und die USA heute sind nicht die USA von 2001.
  2. Trump unterscheidet sich maßiv von GWB. Hier werden beide gerne als dumm dargestellt, aber das ist die Naivität und der Moralisierungswahn deutscher außenpolitischer Diskurse. Bush hatte gute Gründe auf seine Berater zu hören und nicht wenige sahen in der Politik von Cheney und Bush junior eine Fortführung der Politik von Bush senior und Cheney zehn Jahre zuvor. Trump hat nichts woran er anknüpfen könnte oder wollte. Was er vor allem will, ist positives Feedback von möglichst vielen Seiten. Ein Invasionskrieg wäre hochgradig unpopulär in den USA, allein weil er zehntausende Särge mit sich brächte. Nicht zu reden von den Kosten und dem außenpolitischen Fallout.
  3. Nach 9/11 haben viele in den USA gerne geglaubt, dass der Diktator, den man zehn Jahre zuvor in den Medien mit Hitler verglich, auch etwas mit 9/11 zu tun haben könnte oder den USA Übles wolle. Immerhin hat man den Irak die gesamte Zeit bombardiert, der Gedanke war also nicht völlig abwegig. Das machte eine Stimmung für die Invasion möglich. Der Irak-Krieg war in den Medien vor allem ein Krieg gegen Saddam und für mehr Demokratie in der MENA-Region. Ein Krieg im Iran könnte für mehr Demokratie und gegen islamistischen Terror stehen, ja, aber nach dem Desaster im Irak ist die Demokratisierung anderer Länder einfach nicht mehr so angesagt in den USA. Im Gegenteil: Trump wurde für seine isolationistischen Töne gewählt und von denen ist er vermutlich auch selbst überzeugt. Er macht gern den Dicken Maxe, aber er legt sich nicht gern fest. Und auch ihm ist klar, dass eine Invasion mit praktisch allen aktiven Verbänden - als ob das jemals möglich wäre logistisch - sich nicht so leicht rückabwickeln lässt, wie ein Stück Papier einen Vertrag aufkündigt.


Am Ende ist für keine Form von Alliierten, wie sie denkbar oder ausdenkbar wären eine Invasion Irans siegreich zum Abschluss zu bringen. Über die Besatzungszeit danach müssen wir nicht einmal reden. Das hat schon in den beiden Nachbarländern Irak und Afghanistan nicht geklappt. Schlimmer noch, eine Invasion wäre außenpolitischer Selbstmord für die USA. Mit Sicherheit würde es der NATO in Europa schaden und Russland nur an allen Ecken und Enden helfen. Und innenpolitisch erfordert eine Invasion so viel "Committment", dass daran nicht zu denken ist. Ich diskutiere die innenpolitischen Konsequenzen gar nicht erst, weil ich glaube, dass es in keiner der beiden Kammern dafür eine Mehrheit gäbe.

Eine reine Luftkampagne wird indes keine Lösung in Form eines Regimewechsels bringen. Damit könnte man bestenfalls strategische Ziele ausschalten, indem man Forschungseinrichtungen und Fabriken sowie Kommandozentren zerstört. Das wird aber auch völkerrechtlich eine problematische Sache, denn solange der Iran von Europa, Russland und China bestätigt bekommt, dass die Auflagen erfüllt werden, fehlt der internationale Konsens für Strafaktionen. Genau der macht aber den Unterschied zwischen "Einsätzen" im Kosovo oder Irak und "Angriffskriegen" gegen die Ukraine und Georgien. Kurzum: Ein einseitiger Angriff auf den Iran wäre der Verlust amerikanischer Ansprüche eine internationalem Konsens entsprechende Friedensordnung durchzusetzen.

Der Beitrag wurde von Schwabo Elite bearbeitet: 14. May 2019, 12:49


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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 20. May 2019 - 17:28