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> Nachfolger Tornado, Planungen und Konzepte
Praetorian
Beitrag 30. Apr 2020, 21:11 | Beitrag #841
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Aufgeräumt. Thema ist Nachfolger Tornado, da gibt es konkrete laufende Vorgänge. Wildes Wünsch-dir-was/What-if zum Teil auf Stammtischniveau sind hier nicht Gegenstand der Diskussion.

-Mod


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Nelson
Beitrag 30. Apr 2020, 21:34 | Beitrag #842
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@Praetorian. Sehr seltsame Debattenkultur.
Den Vorwurf des Stammtischniveaus hätte ich gerne näher begründet - und sei es nur, um mich bessern zu können. Andernfalls muss ich ihn als ebenso unbegründeten wie persönlichen Angriff auffassen. Wenn das Thema Eklatant und vollständig verfehlt wurde (angesichts der Exkurse in den letzten Beiträgen eher unwahrscheinlich) Bitte ich hiermit um Errichtung eines neuen Themas. Betreff: "Marschflugkörperträger vs Jabo der Generation 4/4.5 . Andernfalls um die Rücknahme der Aufräumarbeit.

Grüße, Nelson.
 
Praetorian
Beitrag 30. Apr 2020, 22:13 | Beitrag #843
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Threads kann jeder nach eigenem Ermessen eröffnen, dazu braucht es keinen Offiziellen. Hier geht es um den Nachfolger Tornado, hierzu gibt es - wie bereits erwähnt - ein konkretes Vorhaben der Luftwaffe, in dem der technische und Zeitrahmen bereits eng gesteckt sind und zu dem eine weitgehend spruchreife Entscheidung gibt. Das soll hier diskutiert werden, weit in die Binsen muss man dafür nicht mehr ausholen. Reines was-wäre-wenn oder wünsch-dir-deine-Beschaffungsentscheidung kann man anderswo unterbringen.

Das "Stammtischniveau" begründe ich mit nachstehendem Zitat, die Entscheidung selbst diskutieren wir hier nicht aus.

-Mod

ZITAT(Nelson @ 30. Apr 2020, 19:40) *
A) Wir versuchen den Amis ihre auszumusternden B1B abzuluchsen (dann brauchen wir wenigstens nicht mehr mit irgendwem um Landerechte zu verhandeln, wenn wir irgendwo im Mittelmeerraum jemandem kaputtbomben - Verzeihung, Fotografieren wollen). Solange wir dem Donald vorher auf Fox News erzählen lassen, dass er damit den Deal des Jahrhunderts über die Bühne bringt, könnte das vielleicht sogar klappen...


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Nelson
Beitrag 30. Apr 2020, 23:09 | Beitrag #844
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@ Wenn nicht diskutiert werden soll, was nicht diskutiert werden darf, dann halt ohne den, dessen Namen nicht genannt werden darf.

Ich halte den Beschaffungsvorschlag für nicht angemessen. Zum Erhalt der nuklearen Teilhabe gäbe es landgestützte Alternativen. F/A 18Super Hornet und EF halte ich gegenüber moderner russischer Luftabwehr für nicht überlebensfähig - weder gegenüber den taktischen Systemen wie Panzir noch den weiterreichenden Systemen wie S400/S500.

Wenn ein Jabo nicht mehr über dem Gefechtsfeld operieren kann, wird er obsolet und muss durch andere Systeme ersetzt oder durch bessere Munition aufgerüstet werden. Für ein gerade erst einzuführendes System keine sonderlich erquickliche Ausgangslage. Weiterhin gebe ich zu Bedenken: Sobald ein System (hauptsächlich) zum Einsatz von Marschflugkörpern und/oder Gleitbomben gedacht ist, kommt der eigentlichen Flugleistung des Systems kaum mehr die angedachte Bedeutung zu. Eine JDAM kann ebenso gut von einem schweren Bomber oder einem Kampftrainer abgeworfen werden. Sieht man von Systemen zur Signaturreduzierung ab, so ließe sich eine Erhöhung der Feuerkraft gegenüber dem Tornado nur durch eine Kombination von erhöhter Reichweite und erhöhter Waffenlast erzielen.

Summa summarum: Durch diese Beschaffung wird man bestenfalls auf der Stelle treten. Einen Fähigkeitengewinn kann ich (die EA 18 eventuell ausgenommen, da sie ja strengenommen kein Tornado-Ersatz ist sondern eine neue Fähigkeit einführen soll) nicht erkennen. Zu befürchten bleibt die bei Bundeswehrbeschaffungen endemische Kürzung der Stückzahlen.
 
Havoc
Beitrag 1. May 2020, 12:30 | Beitrag #845
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ZITAT(Nelson @ 30. Apr 2020, 23:09) *
@ Wenn nicht diskutiert werden soll, was nicht diskutiert werden darf, dann halt ohne den, dessen Namen nicht genannt werden darf.

Ich halte den Beschaffungsvorschlag für nicht angemessen. Zum Erhalt der nuklearen Teilhabe gäbe es landgestützte Alternativen. F/A 18Super Hornet und EF halte ich gegenüber moderner russischer Luftabwehr für nicht überlebensfähig - weder gegenüber den taktischen Systemen wie Panzir noch den weiterreichenden Systemen wie S400/S500.

Wenn ein Jabo nicht mehr über dem Gefechtsfeld operieren kann, wird er obsolet und muss durch andere Systeme ersetzt oder durch bessere Munition aufgerüstet werden. Für ein gerade erst einzuführendes System keine sonderlich erquickliche Ausgangslage. Weiterhin gebe ich zu Bedenken: Sobald ein System (hauptsächlich) zum Einsatz von Marschflugkörpern und/oder Gleitbomben gedacht ist, kommt der eigentlichen Flugleistung des Systems kaum mehr die angedachte Bedeutung zu. Eine JDAM kann ebenso gut von einem schweren Bomber oder einem Kampftrainer abgeworfen werden. Sieht man von Systemen zur Signaturreduzierung ab, so ließe sich eine Erhöhung der Feuerkraft gegenüber dem Tornado nur durch eine Kombination von erhöhter Reichweite und erhöhter Waffenlast erzielen.

Summa summarum: Durch diese Beschaffung wird man bestenfalls auf der Stelle treten. Einen Fähigkeitengewinn kann ich (die EA 18 eventuell ausgenommen, da sie ja strengenommen kein Tornado-Ersatz ist sondern eine neue Fähigkeit einführen soll) nicht erkennen. Zu befürchten bleibt die bei Bundeswehrbeschaffungen endemische Kürzung der Stückzahlen.


Eine landgestützte Alternative zur nuklearen Teilhabe gibt es seit der Ausmusterung der Pershings, Gryphons (Landversion Tomahawk) und Lance- Raketen nicht. Deren Ausmusterung war Teil des INF - Vertrages. Auch wenn dieser faktisch unwirksam ist, nach dem Russland in gebrochen und die USA ausgestiegen sind und man komplett ausblendet, dass die nukleare Teilhabe ein ausschließlich gegen Russland gerichtetes politisches Instrument ist, es sind für die nukleare Teilhabe keine geeigneten landgestützten Trägersysteme verfügbar, die amerikanische Nuklearköpfe tragen könnten und die Amerikaner über deren Einsatz entscheiden. Das Long Range Hypersonic Weapon (LRHW) der US Army wird frühestens 2023 als experimenteller Prototyp existieren.
Politisch ist das umstrittene Beibehalten der nuklearen Teilhabe ein Einfrieren des deutschen Status im Bereich der atomaren Abschreckung, ein vielleicht Wechseln der nuklaren Teilhabe auf Kurz- und Mittelstreckenraketen wäre an Russland ein Signal der Eskalation. Ist jetzt wieder die Frage, ob man Europa wieder atomar hochrüsten möchte.

Konventionell nutzt die Luftwaffe den Tornado als Aufklärer, Jagdbomber, Trägerplattform Taurus; Seezielbekämpfung und in der ECR - Version zur Unterdrückung und Bekämpfung feindlicher Radar- / Flugabwehrstellungen.
Als Ablöse der ECR- Version ist die EA-18 angedacht, damit in diesem Bereich die Fähigkeiten der Luftwaffe erhalten bleiben.
Als Träger des Marschflugkörpers Taurus sind Eurofighter, die spanischen FA-18 A/B qualifiziert. Damit beschafft man ein Trägersystem für diesen Marschflugkörper. Die Reichweite der Trägersysteme kann durch Luft- Luftbetankung erweitert werden. Militärische Frachtmaschinen oder modifizierte Airliner als Trägermaschinen für Marschflugkörper zu nutzen ist nicht neu, wurde aber bis jetzt immer wieder verworfen. Bei der genannten JDAM als Beispiel handelt es sich im eine gelenkte Gleitbombe Deren Reichweite ist abhängig von der Abwurfhöhe.
Das Hauptargument, dass die Tornadonachfolger Eurofighter und Superhornet über dem Gefechtsfeld nicht überleben können ist die moderner russischer Luftabwehr.
Die Aufgabe der Growler ist es, dafür zu sorgen, dass Panzir bis S400/S500 eingeschränkt leistungsfähig sind und/oder ihre Radarsysteme abschalten müssen, um einer Bekämpfung zu entgehen.
Der Ansatz Marschflugkörper in Verbindung mit einem Trägersystem mit mehr Nutzlast und Reichweite als EF und F-18 blendet aber mehrere Aspekte aus:
Zum Einen ist der Marschflugkörper in seinen Einsatzmöglichkeiten eingeschränkt und gerade für die direkte Unterstützung für das Bodengefecht nicht geeignet.
Zum Anderem blendet die Argumentation die Präsenz feindlicher Jäger komplett aus. Gerade Russland hat mit der SU-27- Familie leistungsfähige Luftüberlegenheitsjäger und mit der MIG-31 einen Abfangjäger, der speziell gegen strategische Bomber und Marschflugkörper entwickelt wurde.

Was den Stellenwert des Marschflugköpers ohne großes "Wünsch-Dir-Was" betrifft: Die Marine wird den NSM als Anti- Schiffs- Rakete beschaffen. Davon gibt es auch luft- und landgestützte Versionen und mit der aus der NSM ableiteten Joint Strike Missile wird eine Abstandswaffe (Reichweite 370 km) gegen Landziele entwickelt, welche von der Superhornet eingesetzt werden kann. Die Seezielbekämpfung könnte die Luftwaffe mit einer Mehrrollen- Variante der NSM weiterführen. Für diese Rolle sind grundsätzliche alle als Tornadonachfolger untersuchten Muster geeignet. Alles andere ist nicht rechtzeitig als Ersatz des Tornados verfügbar oder für die Luftwaffe nicht geeignet (B1).
Die Rolle der fliegenden Abschussrampe kann von dem zukünftigen Seeaufklärer übernommen werden, wenn die Marine einen Teil der an die Luftwaffe abgegebenen Fähigkeit zur Seezielbekämpfung mit zukünftigen Seeaufklärer und diesen auch mit NSM bewaffnen möchte.
Das Heer will mit dem Vorhaben Wirkmittelverbund Zukünftiges System Indirektes Feuer auf Korps / Divisionsebene konventionell bis 300 km wirken können.

Der Beitrag wurde von Havoc bearbeitet: 2. May 2020, 11:23
 
400plus
Beitrag 13. May 2020, 16:00 | Beitrag #846
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In meinen Augen sehr lesenswerte Zusammenfassung und Bewertung der derzeitigen deutschen Pläne auf einem finnischen Blog:
https://corporalfrisk.com/2020/05/12/on-ger...-and-tornadoes/
 
400plus
Beitrag 18. Jun 2020, 14:03 | Beitrag #847
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Und eine weitere lesenswerte Diskussion auf FPRI.org Der Autor bevorzugt die Variante, den Tornado 1-zu-1 mit F-18 zu ersetzen und EF nur im Rahmen des Ersatzes der ersten Tranche.

Der Beitrag wurde von 400plus bearbeitet: 18. Jun 2020, 14:04
 
Praetorian
Beitrag 19. Jul 2020, 18:06 | Beitrag #848
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ZITAT
Falls ein Vertrag für die 38 Flugzeuge [Ersatz Tranche 1 durch neue Eurofighter im Rahmen Quadriga] noch 2020 zustände käme, könnten die Lieferungen etwa im Frühjahr 2024 (40 Monate nach Bestellung) beginnen.

Dieser Zeitrahmen gilt wie gesagt nur für die "Quadriga"-Eurofighter. Für den Tornado-Ersatz gelten andere Zeitlinien. Die "Detailplanungen" sollen "dem Parlament in der nächsten Legislaturperiode vorgestellt werden – also frühestens 2022, voraussichtlich eher 2023. ... In Kenntnis der feststehenden, auch parlamentarischen, Prozesse stehen wir erst am Anfang einer noch Jahre dauernden Beschaffung", so das Verteidigungsministerium am 22. April.
FlugRevue

Das wird ein wenig knapp mit 2025, selbst mit tendentiell etwas schneller verfügbaren Super Hornet.

Historisch:
Vertragsunterzeichnung Super Hornet für Australien Mitte 2007, Erstflug Mitte 2009, Übergabe Anfang 2010 (35 Monate).
Vertragsunterzeichnung Growler für Australien Mitte 2014, Erstflug Mitte 2015, Übergabe Anfang 2017 (32 Monate).

Damals musste Australien mit der US Navy um Produktionsslots konkurrieren, mit dem Auslaufen der USN-Bestellungen in naher Zukunft könnte die Fertigung für andere Kunden mit derzeit laufenden Beschaffungsvorhaben (z.B. Kanada, Schweiz, Finnland) einem raschen Zulauf für die Luftwaffe im Wege stehen.


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Praetorian
Beitrag 29. Jul 2020, 11:39 | Beitrag #849
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Greenpeace hat beim Berliner Institut für Transatlantische Sicherheit (BITS) eine Studie zur Nachfolge Tornado in Auftrag gegeben. Diese lässt sich hier (mit Branding und gefärbtem Vorwort von Greenpeace) herunterladen. Das BITS schätzt die Beschaffungskosten für die geplanten 30 F/A-18F und 15 E/A-18G (anhand "öffentlich verfügbarer Zahlen") auf zwischen 7,67 Milliarden und 8,77 Milliarden Euro.

Dazu kämen allerdings noch 40 Eurofighter als Jagdbomber sowie 15 Optionen ECR/AEA als zweiter Teil der Tornado-Nachfolge, die 38 weiteren Eurofighter im Rahmen Quadriga als Ersatz der Tranche 1 sollte man als eigenes Vorhaben betrachten und hinsichtlich des Finanzbedarfes aus der Nachfolge Tornado ausklammern. Leider kommen die Ableitungen aus der Studie und die Betrachtung des Gesamtbildes bei Greenpeace zu kurz, was auch Thomas Wiegold in seinem Artikel etwas näher beleuchtet.

Wiegold


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Seneca
Beitrag 24. Sep 2020, 20:52 | Beitrag #850
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Der SPD Fraktionsvorsitzende Mützenich im Interview mit der NZZ. Man muss seine Worte dahin interpretieren, dass er den Kauf der F-18 weiter blockieren will:

ZITAT
Frage: Braucht Deutschland diese Flugzeuge?

Mützenich: Wir sind mittlerweile mit einer amerikanischen Nukleardoktrin konfrontiert, die bereit ist, Atomwaffen frühzeitig in Konflikten einzusetzen. Deutschland sollte da keine konkreten Verkaufsabschlüsse machen, sondern der amerikanischen Seite signalisieren, dass die europäischen Länder mit dieser Militärdoktrin nicht leben wollen.


(Weshalb Mützenich sich da pauschal auf "die europäischen Länder" beruft - zwei davon sind selber Nuklearmächte- weiß wohl nur er selber. )

https://www.nzz.ch/international/deutschlan...eben-ld.1577908

Der Beitrag wurde von Seneca bearbeitet: 24. Sep 2020, 20:55
 
Schwabo Elite
Beitrag 26. Sep 2020, 13:13 | Beitrag #851
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Rolf Mützenich hat eine Mission und die zieht er durch, ohne Blick auf die Verluste. Er hat aber auch nach wie vor keinen Sitz im Verteidigungsausschuss und ist weder Parteichef noch Kanzlerkandidat. Die Machtfrage ist dahingehend also geklärt. Das Vorgehen im Bundestag ist ja im Allgemeinen so, dass die Ausschüsse Vorschläge erarbeiten und die Fraktionen der Regierung dem folgen und die anderen mal ja und mal nein stimmen, aber jede Fraktion geschlossen (mit der Anzahl der Anwesenden).

Daher kann Rolf Mützenich tösen wie er mag, das bringt ihm Punkte bei seinesgleichen in der Partei, aber es ändert nichts an den Entscheidungen. Und mit der CDU im Verteidigungsministerium und SPD-Abgeordneten wie Felgentreu, Hitschler, Möller und Vöpel im Ausschuss, kriegt die CDU, was die Ministerin will und die Bundeswehr braucht.


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v. Manstein
Beitrag 26. Sep 2020, 14:18 | Beitrag #852
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Alles richtig und abgesehen davon. Wen interessiert, was die SPD sagt oder will? Die Tornado Nachfolge wird von der nächsten Bundesregierung entschieden und dieser wird die SPD aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr angehören. Die SPD übt schon mal für die Oppositionsrolle. Und wenn sich weiterhin so extrem antimilitaristisch und vermeintlich super pazifistisch gebiert, wird die SPD auch noch sehr lange in der Opposition verbleiben. Das gute ist, dass die SPD sich, wenn sie weiter auf dieser SiPo Geisterfahrt besteht, sich wenigstens dann mit der Linken zusammentun kann. Das hatten wir schon mal und hieß dann SED. Cheers!


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Havoc
Beitrag 26. Sep 2020, 14:28 | Beitrag #853
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ZITAT(Schwabo Elite @ 26. Sep 2020, 12:13) *
Rolf Mützenich hat eine Mission und die zieht er durch, ohne Blick auf die Verluste. Er hat aber auch nach wie vor keinen Sitz im Verteidigungsausschuss und ist weder Parteichef noch Kanzlerkandidat. Die Machtfrage ist dahingehend also geklärt. Das Vorgehen im Bundestag ist ja im Allgemeinen so, dass die Ausschüsse Vorschläge erarbeiten und die Fraktionen der Regierung dem folgen und die anderen mal ja und mal nein stimmen, aber jede Fraktion geschlossen (mit der Anzahl der Anwesenden).

Daher kann Rolf Mützenich tösen wie er mag, das bringt ihm Punkte bei seinesgleichen in der Partei, aber es ändert nichts an den Entscheidungen. Und mit der CDU im Verteidigungsministerium und SPD-Abgeordneten wie Felgentreu, Hitschler, Möller und Vöpel im Ausschuss, kriegt die CDU, was die Ministerin will und die Bundeswehr braucht.


Norbert Walter-Borjans hat sich im Mai in einer Email an die F.A.S. so geäußert:
ZITAT
„Ich vertrete eine klare Position gegen Stationierung, Verfügungsgewalt und erst recht gegen den Einsatz von Nuklearwaffen“. Deshalb lehne er es ab, „Nachfolger für die Kampfflugzeuge zu beschaffen, die für den Einsatz als Atombomber vorgesehen sind“


Die SPD- Führung hätte entgegen Mützenich aber auch vorschlagen können, dass am atomwaffenqualifizierte F-18 E/F beschafft, aber die in Deutschland eingelagerten Atombomben in die USA zurückverlegt wenn Russland aus der Exklave Kaliningrad nukleare Gefechtsköpfe so wie die geeigneten landgestützten Trägersysteme abzieht.
Die SPD hätte ihren Standpunkt gegen Atomwaffen in Deutschland klargemacht und das Thema Nukleare Teilhabe wäre in der Sache abgefrühstückt.

Mit Blick auf die SPD- Parteispitze befürchte ich, dass von Seiten SPD die Nachfolgeentscheidung bis nach der nächsten Bundestagswahl verschleppt wird um mit dem Verzicht auf Atomwaffen emotionalen Bundestagswahlkampf machen zu können. Die SPD hat sich ja schon bei den bewaffnungsfähigen Drohnen schon damit hervorgetan, dass sie entweder aktiv zur Volksverdummung beiträgt oder zugibt dass sie ihrer parlamentarischen Pflicht zur Kontrolle der Bundeswehr nicht nachkommt. Die Bundeswehr mag zur gezielten Tötung durch Drohnen stehen wie sie will aber am Ende muss sie sich an die vom Bundestag vorgegebenen Einsatzrichtlinien halten. Mit solchen Aussagen:
ZITAT
Wir sind mittlerweile mit einer amerikanischen Nukleardoktrin konfrontiert, die bereit ist, Atomwaffen frühzeitig in Konflikten einzusetzen. Deutschland sollte da keine konkreten Verkaufsabschlüsse machen, sondern der amerikanischen Seite signalisieren, dass die europäischen Länder mit dieser Militärdoktrin nicht leben wollen.
wiederholt sich das. Bei der nuklearen Teilhabe haben die Partnerstaaten beim Einsatz ein taktisches Vetorecht. Gegen den Willen der deutschen Regierung wird kein deutsches Kampfflugzeug eine Atombombe abwerfen.

Der Beitrag wurde von Havoc bearbeitet: 26. Sep 2020, 14:30
 
Schwabo Elite
Beitrag 27. Sep 2020, 10:15 | Beitrag #854
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ZITAT
Mit Blick auf die SPD- Parteispitze befürchte ich, dass von Seiten SPD die Nachfolgeentscheidung bis nach der nächsten Bundestagswahl verschleppt wird um mit dem Verzicht auf Atomwaffen emotionalen Bundestagswahlkampf machen zu können.

Man macht in Deutschland mit Rüstungsentscheidungen keinen emotionalen Wahlkampf, selbst vor 40 Jahren war das ein emotionales Thema der Friedensbewegung (Pershing-II-Raketen), nicht der Parteien. Die einzigen, die das versuchen könnten, sind Linke und AfD. Aber das Thema ist schwer zu politisieren, vor allem in den Social-Media-Kanälen. Keine der drei Parteien schneidet bei der jüngeren, Social-Media-affinen Generation besonders gut ab (hier sind Grüne und Volt eher am Zug) und die Älteren aus der Ära der Friedensbewegung sind politisch extrem aufgespalten.

Die SPD ist zudem in dem Thema kein Stück geeint. Wie ich bereits erklärte, sind alle Ausschussmitglieder pro Nato, pro gute Ausstattung der Bundeswehr und nicht in Mützenichs Lager. Und das zieht sich so durch die ganze Partei. Mützenich ist - selbst für den aktuellen Linksruck der Partei - schon sehr weit außen in manchen Dingen.


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v. Manstein
Beitrag 27. Sep 2020, 10:45 | Beitrag #855
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In der heutigen WELT am Sonntag (Printausgabe vom 27.09.) ist zu lesen, dass sich die CSU (MP Söder) gegen den Kauf amerikanischer Flugzeuge wie der F18 ausspricht. Anstelle dessen sollen lieber mehr EF gekauft und die fehlenden Fähigkeiten der "elektronischen Kriegsführung" national bzw. europäisch entwickelt werden, um die Wertschöpfung im Land zu haben und unabhängig zu sein.

Scheint so, als dass die CSU aus den letzten 30 Jahren RÜ-Beschaffung nichts gelernt hat. Aber "Airbus" ist ja vor allem auch Bayern.


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Havoc
Beitrag 27. Sep 2020, 11:33 | Beitrag #856
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@ Schwabo: Mützenich weiß mit seiner Position die SPD- Parteispitze hinter sich. Im Bundestagswahlkampf 2017 hatte auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz versprochen, sich für den Abzug der Atombomben einzusetzen.
Als 2013 unter Thomas de Maiziere die Beschaffung bewaffneter Drohnen aufkam, lehnte der damalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mit dem Verweis, das die US- Praxis der gezielten Tötung völkerrechtswidrig sei, diese ab. Diese Verknüpfung von bewaffneter Drohne und der Praxis der gezielten Tötung soll für eine emotionale Ablehnung sorgen, das es ein Bild vom Killerroboter zeichnet. Sachlich ist eine Drohne weder vollautomatisch noch für deren Existenz im BW- Arsenal zwangsweise zu gezielten Tötungen nach US- Vorbild.
Bei der nuklearen Teilhabe ist die Argumentation gerade diese: Erstens: Der Ami, gerade unter dieser Administration hat einen lockeren Schießfinger. 2. Wenn wir (Deutschland) mit guten Beispiel vorausgeht, werden die anderen (der Russe) uns folgen. Wir müssen in der Sache aber feststellen, dass Russland und die USA für die Sicherheit Europas wichtige Verträge gebrochen oder Aufgekündigt haben, die Exklave Kaliningrad die am stärksten militarisierte Region Europas ist und das Einfrieren von Konflikten ein Instrument der russischen Außenpolitik ist.
Die SPD - Fraktionsmitglieder einschließlich des SPD- Kanzlerkandidaten sind in der Frage der nuklearen Teilhabe öffentlich auffallend zurückhaltend.
Die linke Parteispitze sieht die SPD am liebsten als Friedenspartei, die F-18 E/F) (nicht die EF-18) soll wegen der nuklearen Teilhabe beschafft werden. Die SPD kann aber nicht für die F-18 E/F stimmen und im Bundestagswahlkampf dann grundsätzlich gegen die nukleare Teilhabe sein. Aus dem Grund teile ich Deine Darstellung, dass mit Mützenich in der Sache ein einzelner Querulant sich sperrt nicht. Wie groß das Thema im Wahlkampf werden wird, werden wir ja dann sehen.
 
Schwabo Elite
Beitrag 27. Sep 2020, 21:48 | Beitrag #857
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ZITAT(Havoc @ 27. Sep 2020, 12:33) *
Die SPD - Fraktionsmitglieder einschließlich des SPD- Kanzlerkandidaten sind in der Frage der nuklearen Teilhabe öffentlich auffallend zurückhaltend.

Natürlich sind sie das. Die Sache wird nicht jetzt entschieden und alle Verweise auf die US-Politik sind zurzeit bestenfalls Lottospiele. Ab November weiß man mehr. Und abgesehen davon gilt eben weiterhin: Die Arbeit findet in den Ausschüssen statt. Bei der Fraktionssitzung kann Rolf Mützenich Druck aufbauen wie er will (so er es denn tut), am Ende sitzt er nicht im zuständigen Ausschuss.
Und jeder in der Fraktion weiß, dass nach aktuellen Umfragen die CDU fünf Punkte seit der BTW 2017 gut gemacht hat und die SPD diese fünf Punkte verloren hat. Wenn Rolf Mützenich also gegen seine eigenen Leute schießt und der Wahlkampf 2021 so mies läuft wie die letzten, dann entscheiden die Sache die Grünen für die SPD und Rolf Mützenich wir bestenfalls die Fraktion ab 2021 mit einem Viertel weniger Leuten führen.


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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 27. November 2020 - 04:36