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> Messer-Thread, Alles ĂŒber Messer
Glorfindel
Beitrag 14. May 2024, 11:44 | Beitrag #901
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Ein Tinker, Recruit oder Àhnliches ginge auch.


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Cuga
Beitrag 14. May 2024, 11:48 | Beitrag #902
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ZITAT(Glorfindel @ 13. May 2024, 16:50) *
Btw: Irgendwo iirc auf youtube hat jemand aufgrund einer amtlichen Auskunft darauf geschlossen, dass es in Deutschland illegal wĂ€re, das einhĂ€ndig bedienbare Rescue Tool im Auto mitzufĂŒhren. Ich teile diese Ansicht nicht. Man darf es aber nur dann aus dem Auto rausnehmen, wenn ich Anlass habe, es zu benutzen.


Das hÀngt davon ab wo im Auto du es hast.
Wenn das Messer sofort zugriffsbereit ist, dann ist es ein verbotenes FĂŒhren, da es sich um ein einhĂ€ndig zu öffnendes Messer mit feststellbarer Klinge handelt.
Quelle Urteil OLG Stuttgart
https://openjur.de/u/354123.html

AuszĂŒge:
ZITAT
Durch die Aufbewahrung der Messer in seinem privaten Fahrzeug fĂŒhrte der Betroffene sie i. S. d. § 42 a Abs.1 WaffG. Das FĂŒhren ist hier nicht anders zu verstehen als sonst im WaffG (Erbs-Kohlhaas a.a.O. Rn.43; so wohl auch Steindorf/Heinrich/Papsthart Waffenrecht, 9. Aufl. § 42 a Rn.2 u. 1 mit Verweis auf Anlage 1 A 2 Nr.4 zum WaffG und § 1 Rn.46). Das Gesetzgebungsverfahren gibt keinen Hinweis, dass vom Gesetzgeber fĂŒr § 42 a WaffG eine andere als die waffenrechtlich etablierte Definition von FĂŒhren gewollt gewesen wĂ€re. FĂŒhren bedeutet somit auch hier, ĂŒber die fraglichen GegenstĂ€nde die tatsĂ€chliche Gewalt außerhalb der eigenen Wohnung, GeschĂ€ftsrĂ€ume oder des eigenen befriedeten Besitztums auszuĂŒben (s. Anlage 1 A 2 Nr.4 WaffG). Der PKW des Betroffenen stellt als bewegliche Sache kein befriedetes Besitztum i. S. des WaffG dar (MĂŒKo-Heinrich, WaffG, § 1 Rn.172 m. w. N; Heller/Soschinka, a.a.O. Rn. 486).c)


ZITAT
Der Betroffene hat die Messer nicht in einem verschlossenen BehÀltnis i. S. d. § 42 a Abs.2 S. 1 Nr.2 WaffG transportiert. Ein PKW ist schon nach dem allgemeinen Sprachgebrauch kein BehÀltnis.


ZITAT
Hinzu kommt, dass zwar der Zweck, im Notfall im Privat- PKW den Sicherheitsgurt durchschneiden zu können, allgemein anerkannt und gebilligt sein mag, das MitfĂŒhren eines Einhandmessers durch einen Privatmann fĂŒr einen derartigen Eventualfall allerdings weder ĂŒblich bzw. geschichtlich gewachsen ist noch einem praktischen BedĂŒrfnis entspricht. FĂŒr diesen Zweck gibt es spezielle Gurtschneider, die gerade keine Einhandmesser sind.


Dass das bei einem normaldenkenden Menschen nur KopfschĂŒtteln auslösen kann, ist ein anderes Thema. Waffenrecht in Deutschland ist einfach schlecht gemacht und wird dann noch restriktiv angewendet.




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ZITAT(Nite @ 18. Aug 2023, 23:51) *
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Glorfindel
Beitrag 14. May 2024, 14:49 | Beitrag #903
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Danke fĂŒr den Entscheid. Damit ist wohl alles kla. Auch wenn dieser Entscheid und die AusfĂŒhrungen in den Kommentaren so ziemlich dem "gesunden Menschenverstand" widersprechen, auch wenn sie juristisch ĂŒberzeugen mögen. Es ist ĂŒberhaupt nicht einzusehen, was das Problem ist, wenn man ein solches Messer im Auto transportiert. Im Weiteren ist es nicht sachgerecht, fĂŒr ein Victorinox Rescue Tool die gleichen Aufbewahrungsvorschriften ("verschlossenes BehĂ€ltnis") wie z.B fĂŒr eine Pistole vorzusehen.

Klar, man kann darĂŒber diskutieren, ob es Einhandtaschenmesser wirklich braucht. Die Antwort ist wohl nein, sie sind einfach praktisch, aber benötigen tut man sie eigentlich nicht. Aber schaden sie wirklich?

Ich mag mich da erinnern an einem Fall von mir (ich bin als Rechtsanwalt in der Schweiz tĂ€tig). Relativ viele Personen kommen mit dem Gesetz in Konflikt, weil Sie Airsoft- oder Spielzeugwaffen im Internet im Ausland bestellen und dafĂŒr braucht es in den meisten FĂ€llen eine Bewilligung, auch wenn solche Airsoftwaffen in der Schweiz ab 18 Jahren frei erhĂ€ltlich sind.

Eine Klientin von mir hat fĂŒr ihren Sohn auf Amazon in einem Set zwei Spielzeug-Waffen bestellt fĂŒr irgendwie Euro 19.90. Diese Spielzeug-Waffen waren zwar schwarz (mit orange), sahen aber nicht wirklich wie Waffenimitationen aus. Die Ladung wurde vom Zoll abgefangen (eine zweite Sendung nach Reklamation kam dann an). Der Zoll erstattete Anzeige und die Staatsanwaltschaft stellte einen Strafbefehl aus. Dieser ging vor Gericht, weil die Frau irgendeine Meldung an das Migrationsamt nicht akzeptieren wollte. Ich verteidigte die Frau vor einem (Land-) Gericht hier. Der Richter meinte nur nach kurzer Pause am Schluss: Es gebe sicher einen Freispruch, wieso mĂŒsse er sich noch ĂŒberlegen. Die Frau bekam noch eine EntschĂ€digung von zirka tausend Franken, weil sie einen Anwalt beiziehen musste.

Der Beitrag wurde von Glorfindel bearbeitet: 14. May 2024, 14:50


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Cuga
Beitrag 14. May 2024, 15:42 | Beitrag #904
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Ich bin da vollkommen bei dir. Diese Regelungen sind weltfremd und haben keinen nennenswerten Einfluss auf GewaltkriminalitÀt. Wie man auch im UK gut sieht.

Ich mag Einhandmesser, sie lassen sich schneller einsetzen, ohne erst das Schneidgut ablegen zu mĂŒssen, um das Messer zu öffnen. Ich fĂŒhre fast immer eins mit, aber eben als Slipjoint -> legal.


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ZITAT(Nite @ 18. Aug 2023, 23:51) *
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Glorfindel
Beitrag 14. May 2024, 16:26 | Beitrag #905
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Ich mag auch Einhandmesser, v.a. wenn man draussen ist. Ist aber hier in der Schweiz auch nicht nötig. Als Urban EDC nicht nötig. Da verwende ich meistens das Bantam Alox, mit kurzer Klinge und Combo-Tool (+ das Victorinox Smart Card Wallet (auch wenn ich das Victorinox Manager bevorzuge).

Ich hatte im Übrigen in Deutschland fast immer auch Einhandmesser im Auto dabei, allerdings im Handschuhfach bzw. in einem anderem geschlossen Fach und die Polizei darf ja mein Auto eh nicht einfach so durchsuchen, ausser wohl an der Grenze. Die Messer sind aber eh unauffĂ€llig und an der Grenze wird ja wohl entweder nach illegalen Substanzen oder allenfalls nach Quittungen gesucht und nicht nach einem Victorinox oder sonstigem Rescue Tool.


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