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> Medienkritik, Wie Massenmedien uns beeinflussen (wollen?)
SailorGN
Beitrag 29. Jun 2017, 14:21 | Beitrag #241
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@Pilot: Zweifel sind nicht per se richtig. Es geht einerseits darum zu hinterfragen, aber andererseits ist das Hinterfragen an sich nicht gleich "besser" oder "wahrer". Auch sollte es weniger um die Person Hersh gehen (der zweifellos ein Journalist mit Meriten ist), sondern um das, was er schreibt. "an american soldier" und "a security adviser" sind sehr generisch und unspezifisch. Nur die "location of deployment" zu kennen reicht zweifellos nicht aus, das Wissenslevel der Person zu beleuchten. Auch "security adviser" kann sonstwas/wer sein, vieleicht soll es eine Verbindung ins Weiße Haus suggerieren, sicher ist die Wichtigkeit der Person aber nicht. Selbst kleine Unternehmen haben mittlerweile "security advisors"...

In der Quellenkritik dieses Falles ist zu fragen: Wer sind die Gesprächspartner, wo stehen sie, welches Level an Einblick und Hintergrundwissen haben sie und welche Intention steckt hinter dem Chat. Ist es privat, ist es dienstlich? Alles Infos die fehlen. Bis zu einem gewissen Punkt kann man Herrn Hersh Vertrauensvorschuss geben, was aber dort endet, wo er eben nicht auf andere Erkenntnisse eingeht. In dem Fall müsste er neben dem Chat Beweise (oder zumindest schlagkräftige Indizien) dafür bringen, dass andere Ergebnisse falsch sind. Hat er aber mWn nicht.


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Ferrus_Manus
Beitrag 29. Jun 2017, 14:28 | Beitrag #242
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ZITAT(PilotPirx @ 29. Jun 2017, 14:37) *
Du sprichst also einfach mal so Kraft deiner Wassersuppe dem wirklich investigativen Journalisten Seymour Hersh, der das nun oft genug bewiesen hat, die Glaubwürdigkeit ab? Es reicht dir nicht, es anzuzweifeln, es ist gleich "Bullshit"?

Bemerkenswert ist auch WIEDER, daß erst ein Seymour Hersh kommen muß, daß die Journalisten unserer Magazine und Fernsehsendungen offensichtlich nicht in der Lage und/oder willens sind, (hier) den Zweifeln an der Darstellung des Weißen Hauses nachzugehen - also ihrer Journalistenpflicht überparteilich nachzukommen - und darum dreht sich immer und immer wieder mehr als berechtigt die Kritik an unseren Medien.


Schönes Argument from authority. Nur weil Seymour Hersh früher mal richtig lag und seine Quelle stimmte heißt das noch lange nicht das immer noch so ist oder so bleibt. Ich darf nur an seine hanebüchene Version der Ereignisse um den Tod von Osama bin Laden erinnern die von Journalisten und Akademikern widerlegt wurde die deutlich mehr als Hersh über diese Materie wussten. Und ein Pullitzer-Preis ist ein Garant dafür das ein Journalist immer die Wahrheit sagt, genauso wenig wie ein Nobelpreis bedeutet das die Person die ihn erhält immer recht hat. Diese Story von Hersh wirkt einfach schlecht konstruiert und die Quellen sind schlecht, ganz im Gegensatz zu seinen Enthüllungen aus der Vergangenheit. Wenn man nicht wüsste das sie von Hersh wäre könnte man auch glauben das sie von Alex Jones ist.


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PilotPirx
Beitrag 29. Jun 2017, 14:47 | Beitrag #243
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ZITAT(SailorGN @ 29. Jun 2017, 15:21) *
@Pilot: Zweifel sind nicht per se richtig. Es geht einerseits darum zu hinterfragen, aber andererseits ist das Hinterfragen an sich nicht gleich "besser" oder "wahrer". ...

Das habe ich auch nicht gesagt. Ich finde es nur absolut unverständlich, gerade hier von "Bullshit" zu reden und das ganze einfach abzukanzeln.
 
mr.trigger
Beitrag 29. Jun 2017, 15:27 | Beitrag #244
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Es wäre halt nicht das erste Mal, dass Hersh abenteurliche Theorien zu Syrien aufstellt, ohne sie ernsthaft belegen zu können und irgendwann verspielt man dann halt auch einen Vertrauensvorschuss.


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Hummingbird
Beitrag 29. Jun 2017, 15:35 | Beitrag #245
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Ich habe bei Hersh manchmal den Eindruck, dass er etwas sehr krampfhaft versucht, an seine Glanzzeiten anzuknüpfen.
 
xena
Beitrag 29. Jun 2017, 17:07 | Beitrag #246
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Das kann durchaus eine Konversation zwischen einem SOF und einem militärischen Consulter im Dienste der USA sein. Aber das Gespräch hat keinerlei Relevanz, denn man kann einiges darin interpretieren. Wenn es ein Privatgespräch war, dann ist es einfach ihre Meinung. Man könnte es auch so sehen, dass die Leute vor Ort sind und die Gegebenheiten dort kennen und aus ihrem Wissen heraus das Gespräch führen. Aber ohne nähere Angaben wer das ist, kann man nix sagen. Ich denke schon, dass Hersh die näheren Umstände weiß, evtl auch angedeutet hat, nur die Welt hat es nicht richtig wiedergegeben, den Originalartikel von Hersh gekürzt usw. Möglich ist vieles und auch nichts, wenn wir nicht mehr Infos bekommen.


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Eine komplette Waffenübersicht (naja, fast komplett... ...naja auch nicht fast komplett, aber sehr vieles...):

waffen-der-welt.alices-world.de

 
Dave76
Beitrag 29. Jun 2017, 17:19 | Beitrag #247
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Seymour Hersh befindet sich seit langem auf einem Kreuzzug die Vereinigten Staaten als großen Missetäter der Weltbühne darzustellen, dazu ist ihm jedes Mittel recht und in den letzten Jahrzehnten veröffentlichte er dazu eine Menge Geschichten, die, um es mal vorsichtig auszudrücken, extrem fragwürdiger Natur waren. Es würde hier jetzt zu weit führen, die alle aufzuführen, aber ein einigendes Merkmal teilen sie alle: anonyme Quellen. Seine Glaubwürdigkeit hat der Mann schon lange verspielt, da ist der Welt-Artikel lediglich ein weiteres Mosaiksteinchen in seinem üblichem Horsd'œuvre.


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Warhammer
Beitrag 29. Jun 2017, 19:25 | Beitrag #248
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ZITAT(Praetorian @ 29. Jun 2017, 11:20) *
ZITAT(Dave76 @ 29. Jun 2017, 10:45) *
ZITAT(PaganEthos @ 29. Jun 2017, 10:34) *
[...]

Die Welt sagt aber, dass sie die Quellen von Hersh überprüft haben. Insofern sollte es kein Bullshit sein.

Ach echt? Wo und wie?

Zur Info:
PaganEthos ist ein Zweitaccount des kürzlich gesperrten Users Schneeball (respektive anders herum) und wird sich daher auch nicht weiter an den Diskussionen im WHQ beteiligen.

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Ich bin immer wieder überrascht auf was für Ideen so manche kommen...


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Schwabo Elite
Beitrag 29. Jun 2017, 20:58 | Beitrag #249
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General Gauder
Beitrag 29. Jun 2017, 21:18 | Beitrag #250
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Beitrag 29. Jun 2017, 22:47 | Beitrag #251
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PilotPirx
Beitrag 30. Jun 2017, 06:36 | Beitrag #252
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ZITAT(Dave76 @ 29. Jun 2017, 18:19) *
Seymour Hersh befindet sich seit langem auf einem Kreuzzug die Vereinigten Staaten als großen Missetäter der Weltbühne darzustellen, dazu ist ihm jedes Mittel recht und in den letzten Jahrzehnten veröffentlichte er dazu eine Menge Geschichten, die, um es mal vorsichtig auszudrücken, extrem fragwürdiger Natur waren. Es würde hier jetzt zu weit führen, die alle aufzuführen, aber ein einigendes Merkmal teilen sie alle: anonyme Quellen. Seine Glaubwürdigkeit hat der Mann schon lange verspielt, da ist der Welt-Artikel lediglich ein weiteres Mosaiksteinchen in seinem üblichem Horsd'œuvre.

Was dann deine persönliche Meinung darstellt, für andere ist der Mann ein Vorbild für jeden Journalisten und er macht genau das, was Medien eigentlich tun sollten
Für mich bspw. ist das, was du hier betreibst, eine Diskreditierung ohne Grundlage: "befindet sich seit langem auf einem Kreuzzug die Vereinigten Staaten als großen Missetäter der Weltbühne darzustellen" uswusf - Wo ist jetzt hier außer der Diskreditierung der Gehalt? Ist die Enthüllung von bspw. Abu Ghuraib auch Teil seines Kreuzzuges gegen die USA?
 
Dave76
Beitrag 30. Jun 2017, 08:05 | Beitrag #253
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ZITAT(PilotPirx @ 30. Jun 2017, 07:36) *
ZITAT(Dave76 @ 29. Jun 2017, 18:19) *
Seymour Hersh befindet sich seit langem auf einem Kreuzzug die Vereinigten Staaten als großen Missetäter der Weltbühne darzustellen, dazu ist ihm jedes Mittel recht und in den letzten Jahrzehnten veröffentlichte er dazu eine Menge Geschichten, die, um es mal vorsichtig auszudrücken, extrem fragwürdiger Natur waren. Es würde hier jetzt zu weit führen, die alle aufzuführen, aber ein einigendes Merkmal teilen sie alle: anonyme Quellen. Seine Glaubwürdigkeit hat der Mann schon lange verspielt, da ist der Welt-Artikel lediglich ein weiteres Mosaiksteinchen in seinem üblichem Horsd'œuvre.

Was dann deine persönliche Meinung darstellt, für andere ist der Mann ein Vorbild für jeden Journalisten und er macht genau das, was Medien eigentlich tun sollten
Für mich bspw. ist das, was du hier betreibst, eine Diskreditierung ohne Grundlage: "befindet sich seit langem auf einem Kreuzzug die Vereinigten Staaten als großen Missetäter der Weltbühne darzustellen" uswusf - Wo ist jetzt hier außer der Diskreditierung der Gehalt? Ist die Enthüllung von bspw. Abu Ghuraib auch Teil seines Kreuzzuges gegen die USA?

Wenn du dich tatsächlich mal objektiv mit seinem Schaffen auseinandergesetzt hättest, würdest du erkennen wie lachhaft deine Vorwürfe sind. Aber er bedient ja genau dein Narrativ, da ist dir das natürlich unmöglich.

Zu Abu Ghraib: Auch der Kreuzzügler liegt natürlich mal richtig, das ist unbestritten, und die Enthüllung der Vorgänge dort richtig und wichtig. Es geht dabei allerdings um die Art und Weise, wie diese Vorgänge von Hersh eingeordnet werden, nämlich als Teil einer weitreichenden, institutionellen Verschwörung (das tat er auch schon bei My Lai).

Es gibt unzählige Artikel zu Hersh, die sich sehr kritisch mit seinem Schaffen und Wirken auseinandersetzen, daher ist dein Vorwurf, dass meine diskreditierende Ansicht gehaltlos sei, substanzlos.


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Pliskin
Beitrag 30. Jun 2017, 11:19 | Beitrag #254
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ZITAT(General Gauder @ 29. Jun 2017, 22:18) *
Was ich nicht so ganz verstehe ist warum man sich überhaupt einen zweit Acc. macht confused.gif


Damit wenigstens ein "anderer" User, dem betreffenden User Recht geben und hinter ihm steht ... jedenfalls, das die anderen User das glauben. Einbildung und sich selbst belügen scheint bei einigen Leuten sehr beliebt zu sein pillepalle.gif


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Almeran
Beitrag 30. Jun 2017, 11:21 | Beitrag #255
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Und damit ist die Diskussion um Sinn und Unsinn von Zweitaccounts bitte auch wieder vorbei. Danke!

- Almeran (Mod)


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Pliskin
Beitrag 30. Jun 2017, 11:25 | Beitrag #256
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Und ich wollte es extra noch dazu schreiben ... das es nur ein kurzer Einwurf von mir war ;-) Keine Sorge, von mir kommt dazu nichts mehr und ich hab Dich weiterhin lieb biggrin.gif


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der_finne
Beitrag 1. Jul 2017, 11:52 | Beitrag #257
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ZITAT(der_finne @ 15. Apr 2017, 18:41) *
ZITAT(Seydlitz @ 15. Apr 2017, 16:11) *
Das würde aber auch implizieren, dass die Zeitungen, welche alle den gleichen Besitzer haben, auch wirklich von diesem angeleitet sind, auch die selbe Meinung zu vertreten. Vielleicht etwas kompliziert geraten der Satz.
Sprich die Zeitungen wären gleichschaltet und würden angeleitet bzw. überwacht werden. Aber nur weil jemand, meinetwegen eine Familie, mehrere Zeitungen besitzt, bedeutet dass nun mal nicht ,dass diese auch wirklich alle die gleiche Meinung vertreten. Zumal solch eine Einflussnahme doch wohl auch auffallen würde, die Journalisten müssten ja von Irgendjemanden "Beaufsichtigt" werden, um die vom Besitzer gewünschte Meinung zu vermitteln. Das ist mir doch sehr weit her geholt. Rein wirtschaftlich gesehen würde es wohl auch mehr Sinn machen, wenn ein Besitzer mehrerer Zeitungen auch unterschiedliche Zielgruppen abdeckt, anstatt sich auf eine Sichtweise und damit Kundengruppe festzulegen. (mehrere Zeitungen berichten das selbe)
Alle hier von @400plus genannten Medien sind in privater Hand. RT ist hingegen ein vom russischen Staat finanzierter (Propaganda) Sender. Ob man es hören will oder nicht, dass sind aus meiner Sicht deutliche Unterschiede.


Zumindest für Springer ist das ja mehr oder weniger bekannt das, egal ob Welt oder Bild, in eine bestimmte Richtung geschrieben wird. Immer pro Israel und pro USA. Siehe auch deren Grundsätze:

„1. Das unbedingte Eintreten für den freiheitlichen Rechtsstaat Deutschland als Mitglied der westlichen Staatengemeinschaft und die Förderung der Einigungsbemühungen der Völker Europas.
2. Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.
3. Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
4. Die Ablehnung jeglicher Art von Totalitarismus.
5. Die Verteidigung der freien sozialen Marktwirtschaft.“

http://www.axelspringer.de/artikel/Die-Essentials_40218.html

Zur Auflockerung hält man sich noch ein, zwei "Freigeister", genauso macht SPON es umgekehrt mit Fleischhauer. Fox dürfte dann die nächste Stufe sein.

Wundert mich das das Argument immer kommt, man kann klar Leute nach Meinung anstellen und in der Branche auch sehr schnell austauschen.



Zum Thema:

https://www.heise.de/tp/features/Die-vertra...RD-3758887.html
 
SailorGN
Beitrag 22. Jul 2017, 13:01 | Beitrag #258
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Mal was Neues zum Thema Medienkritik:

Bericht auf Tagesschau.de zu einer Studie nit dem Thema "Medienverhalten in der Flüchtlingskrise"


Die Studie selbst


Meine Meinung dazu:

a) Welcher Praktikant hat eigentlich beim Abschnitt Methodik die Excel-Tabellen (Querformat, Marke "Endlostapete") in eine Hochformat-pdf kopiert und dabei exzessiv auf die Übernahmen der Achsenbeschriftungen verzichtet?! wallbash.gif Und haben die Autoren aus diesem Grund die Tapeten nicht gelesen? Denn bei den statistischen Auswertungen wird "Parteilichkeit" eben nicht so deutlich (Übergewicht bei "Nicht wertend" und die Parteibindung macht gerade mal ein Drittel der Personen aus, mit deutlichem Übergewicht bei CDU/CSU).

b)Einführung: Was für ein Geschwurbel (Achtung Ironie!), diese Positionierung der Studie im theoretisch-wissenschaftlichen Bereich ist für eben jenen Bereich wichtig, wird aber in der (populistischen) Diskussion um die Studie total untergehen. Denn schon diese Positionierung ist in meinen Augen einseitig und eröffnet Möglichkeiten der Verzerrung. Nur als Beispiel, die Definition des "Neutralitätsprinzips"
ZITAT
Folgt die Berichterstattung dem Neutralitätsprinzip? Operationalisiert gefragt: Entspricht die Auswahl der Quellen und Sprecher eher den realen Ereignissen oder folgt sie eher der Themenagenda der Regierung bzw. Politikern der Regierungsparteien und insofern der politischen Elite?
Auf die Frage, wer nun Sprecher und Quellen der realen Ereignisse sind gibt es keine Antwort, es wird jedoch der Gegensatz konstruiert, dass Themenagenden der Regierung "unreal" sind. Weiterhin sehe ich die Auswahl der "Leitmedien" ohne die explizite Inkludierung der "Bild" als Verzerrung. Denn die Reichweite der drei gewählten Hauptmedien ist sowohl quantitativ als auch qualitativ nicht für die dt. Gesellschaft repräsentativ. Erstens konkurrieren die drei mehr oder weniger um ähnliche Lesergruppen. Zweitens repräsentieren sie max. 5 mio Leser, wogegen die BILD allein auf das Doppelte kommt. Gleichzeitig ist die Reichweite der Bild deeutlich breiter aufgestellt, was die Gesellschaftsschichten angeht. Der Maurer liest genauso Bild wie der Professor.
Damit wird der Anspruch der Studie hinsichtlich der Repräsentativität in meinen Augen deutlich abgesenkt. es geht mehr in die Richtung "Wir gehen in eine mögliche Blase und schauen, ob es eine Blase sein kann".

c)Teil 1: Hier werden die in der Einführung erkannten Schwächen deutlich. Die gewählten Medien wurden aufgrund ihrer landesweiten Relevanz gewählt, dann wird jedoch moniert, dass regionale/lokale "Player" keine Stimme haben (bzw. anscheinend im Sinne der Studie unter "Nicht relevante Stimme" geführt werden). Das Dilemma zwischen Repräsentation Einzelner oder auch lokaler Initiativen/individueller Leistung mit maximal regionaler Relevanz und dem überregionalen Anspruch der "Leitmedien" wird unter den Tisch gekehrt. Mit der Fixierung auf diese Medien wird auch klar, warum politische Opposition, insb. die ausserparlamentarische keine Relevanz in der Berichterstattung hat. Was interessiert in Bayern die Meinung des Süschleswigschen Wählerverbandes zur Flüchtlingssituation in Flensburg? Der in der Einführung postulierte Grundsatz, dass"möglichst alle gesellschaftlich relevanten Gruppen (am medialen Diskurs) teilnehmen sollten", wird durch die reine Größe ad absurdum geführt. Dieser hehre Grundsatz kann durch kein Medium dargestell werden, sondern ergibt sich aus der Summe der Medien. Damit wiederum ist klar, dass man durch die Auswahl der zu bretrachtenden Medien bereits bei der Studiengestaltung festlegen kann, dass es "einseitig" ist.


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Dave76
Beitrag 28. Jul 2017, 09:25 | Beitrag #259
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ZITAT
Arte lässt Nahostdokus von der Israelboykottbewegung machen

Was den Qualitätsstandards von Arte entspricht

Nachdem die Dokumentation über Antisemitismus „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Arte und dem WDR erst nicht ausgestrahlt werden sollte und dann nur mit Warnhinweisen, Diskussionsrunden und einem Faktencheck den Weg in die öffentlich-rechtlichen fand, zeigt Arte zur Zeit ganz selbstverständlich eine Reportage mit dem Titel „Gaza: Ist das ein Leben?“. Dort ist die Rede vom „Angriff Israels auf Gaza mit 2100 Toten“, dem „brutalste[n] Angriff Israels auf das palästinensische Volk seit 1967, als Israel den Gazastreifen besetzte“ und von „jahrzehntelanger Besatzung“. Dass die Militäroperation Israels gegen die Hamas 2014 eine Reaktion auf Angriffe der Hamas gegen Israel war, wird bei Arte genauso selbstverständlich verschwiegen wie die Tatsache, dass dem Sechstagekrieg Vernichtungsdrohungen und Mobilisierungen seitens der arabischen Staaten vorausgegangen waren.

Die von Arte angegebene Zahl der Toten basiert auf Zahlen der UN, Arte verschweigt aber, dass in dieser Zahl Kombattanten mit inbegriffen sind. Ebenso wird verschwiegen, dass die Hamas Zivilisten als menschliche Schutzschilde einsetzte und immer noch einsetzt, während Israel versuchte, Zivilisten durch Vorwarnungen von militärischen Zielen weg zu bewegen.

Bei der Blockade des Gazastreifens von einer „Besatzung“ zu reden erscheint ebenfalls fragwürdig, wenn man bedenkt, dass es dort keine israelischen Soldaten gibt. Das Gebiet befindet sich unter der Kontrolle der Hamas. Auch ist Israel nicht allein für die Blockade verantwortlich, ein Blick auf eine Landkarte genügt um zu wissen, dass der Gazastreifen auch an Ägypten grenzt. Israel begründet die strengen Einfuhrkontrollen mit der Herrschaft der Hamas über den Gazastreifen, die Israel wiederholt angriff. Die Blockade wurde in der Vergangenheit mal gelockert und mal intensiviert, je nachdem wie gefährlich die Situation gerade war. Ägypten begründet die Blockade ähnlich, man wolle die Hamas nicht anerkennen und damit die Autorität der palästinensischen Autonomiebehörde untergraben. Zumindest über die ägyptischen Blockademaßnahmen zeigte sich sogar Palästinenserpräsident Abbas in der Vergangenheit erfreut. Gegen Schmuggeltunnel der Hamas gab es sogar gemeinsame Aktionen seitens Ägyptens und der Autonomiebehörde.

Immer wieder ist in der Reportage auch die Rede von einer knappen Stromversorgung des Gazastreifens, die der reinen Willkür Israels geschuldet sei. Verschwiegen wird dabei, dass Israel den Strom auf Bitten der palästinensischen Autonomiebehörde unter Mahmud Abbas limitierte, welche für das Zahlen der Stromrechnung verantwortlich ist. Die Autonomiebehörde wollte damit Druck auf die Hamas ausüben.

Die Doku über Antisemitismus wollte Arte angeblich wegen journalistischer Mängel nicht zeigen. Moniert wurde u.a. dass die Auswahl der Interviewpartner einseitig gewesen sei und von kritisierten NGOs keine Stellungnahme eingeholt wurde. In der nun ausgestrahlten Doku über Gaza kommt kein einziger israelischer Offizieller zu Wort.

Wirft man einen Blick auf die Autorin der bei Arte ohne Probleme ausgestrahlten Gaza-Dokumentation, Anne Paq, verwundert diese Einseitigkeit nicht. Diese schreibt nicht nur für „The Electronic Intifada“, einem Medium an dessen journalistischer Ausgewogenheit schon der Name zweifeln lässt, sie ist auch bestens mit antiisraelischen Gruppen wie Berlin against Pinkwashing, „Jewish Antifa Berlin“, BDS Berlin und F.O.R.-Palestine vernetzt, die sich allesamt für die Vernichtungs Israels einsetzen. Desweiteren ist Anne Paq Fotografin des Kollektivs Active Stills, deren Bilder wieder die Kampagnen von „Berlin against Pink washing„, F.O.R. Palestine und BDS propagandistisch begleiten und die sich in ihrer Selbstdarstellung bereits eindeutig antiisraelisch positionieren.

Die hier besprochene Doku war nicht Paqs erste Arbeit mit Arte. Bei einer früheren, thematisch fast identischen Koproduktion, war auch der F.O.R. Palestine-Aktivist Dror Dayan mit im Boot. Vorgestellt wurde diese Reportage dann auch auf einer internen F.O.R. Palestine Veranstaltung. Bei F.O.R. Palestine handelt es sich um eine sehr aggressive Gruppe, die bereits in ihrem Motto „For One State and Return in Palestine“ sehr deutlich werden lässt, dass es ihnen alleine um die Vernichtung Israels geht. In Berlin fallen sie immer wieder durch gewalttätige Übergriffe auf israelsolidarische Menschen auf, die von ihnen pauschal als „Antideutsche“ markiert werden.

Wir kommen nicht umhin, festzustellen, dass bei Arte offensichtlich ganz verschiedene Standards gelten, je nachdem ob man kritisch über Antisemitismus berichten will oder ob es um „legitime Israelkritik“ geht.

P.S. Da dieser Beitrag mittlerweile von rassistischen „Lügenpresse“-Schreiern für Wahlkampfzwecke instrumentalisiert wird, die sich selbst als Kämpfer gegen Antisemitismus inszenieren wollen, sei darauf hingewiesen, dass der Zentralrat der Juden in Deutschland sich regelmäßig mehr als kritisch zur AfD geäußert hat.

http://friedensdemowatch.blogsport.eu/2017...ewegung-machen/


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Seydlitz
Beitrag 28. Jul 2017, 09:34 | Beitrag #260
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Interessant, Danke.
Obwohl ich trotzdem gerne ARTE schaue, Gedanken muss sich im Endeffekt eh jeder noch selber machen.


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Jethro Tull hätten in Woodstock auftreten sollen…
Ian Anderson: …und ich wollte nicht, weil ich einfach keine Hippies mag.
 
Dave76
Beitrag 28. Jul 2017, 11:01 | Beitrag #261
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ZITAT(Seydlitz @ 28. Jul 2017, 10:34) *
Interessant, Danke.
Obwohl ich trotzdem gerne ARTE schaue, Gedanken muss sich im Endeffekt eh jeder noch selber machen.

Bitte!
Ich schaue Arte ja auch gerne, aber bei bestimmten Themengebieten geht das gar nicht, und ein ÖR-Sender sollte solche Schieflagen nicht haben.


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Warhammer
Beitrag 28. Jul 2017, 16:02 | Beitrag #262
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Vor allem ist es reichlich dumm sowas auch noch direkt nach dem ganzen Rumgehühner bei der letzten Doku zu machen...


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Dave76
Beitrag 28. Jul 2017, 16:34 | Beitrag #263
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ZITAT(Warhammer @ 28. Jul 2017, 17:02) *
Vor allem ist es reichlich dumm sowas auch noch direkt nach dem ganzen Rumgehühner bei der letzten Doku zu machen...

Es zeigt, wessen Geistes Kind man dort anscheinend ist und, dass man weder die Debatte um die abgelehnte Doku durchdrungen, oder gar reflektiert hat, noch, dass man sich groß darum schert, dann direkt solch eine 'Doku' zu senden. Bedenklich.


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Beitrag 28. Aug 2017, 21:21 | Beitrag #264
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My Life at a Russian Propaganda Network
I thought they’d let me be a real journalist at Sputnik news. I was wrong.
By ANDREW FEINBERG August 21, 2017

[...]

From the first day that I took a seat in Sputnik’s newsroom in January, something seemed a little off. For a place that billed itself as a major international wire service and news agency, there didn’t seem to be much experience at the top.

[...]

Politico


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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 21. October 2017 - 15:02