Hallo zusammen,
Offenbar gibt es hier noch keinen Thread zu den Unruhen in Burma (bzw. Myanmar), die bereits seit Mittwoch eskalieren.
Für die, an denen das vorbeigegangen ist (ist eigtl. ja kaum möglich):
Am 25. (Mittwoch) sind bei Übergriffen des Militärs auf friedliche Protestierende, geführt von buddhistischen Mönchen,insgesamt neun Menschen (mittlerweile vermutlich mehr?) ums Leben gekommen, die ursprünglich gegen steigende (staatlich festgelegte) Öl-, gas- und Lebensmittelpreiserhöhungen demonstriert haben.
Die USA haben mittlerweile Wirtschaftssanktionen erlassen und u.a. Auslandsvermögen eingefroren. Ansonsten drücken UN-Sicherheitsrat und der Rest der Welt (bis auf China) Bedauern und manchmal sogar Entrüstung aus, mehr ist aber noch nicht geschehen.
Die Militärregierung hat begonnen, den Informationsfluss aus Burma zu sperren und zahlreiche Internetseiten gesperrt sowie ausländische Journalisten ausgewiesen oder unter Überwachung. Ein japanischer Fotograf soll auch auf offener Straße von Soldaten erschossen worden sein.
Aktuellste Informationen bei SPON:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,508340,00.html
Das Blog eines mWn burmesischen Bloggers in London mit unzensierten Bilder und Berichten (teilweise auf Englisch):
http://www.ko-htike.blogspot.com
Zur Diskussion: Ich persönlich bin für die Ausübung von massiven Druck auf das Militärregime nicht nur in Form von Protesten, sondern auch durch Wirtschaftssanktionen. Solange da aber China blockiert (und Russland das als innere Angelegenheit Burmas betrachtet), ist da UNO-seitig wohl wenig zu machen.
Das Ganze erinnert mich ziemlich stark an DDR 1989 oder (mehr noch) an Tiananmen. Diesmal aber kann jeder von uns alles fast live per Blog mitverfolgen.
-Stormcrow