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stillermitleser
Mit der Pro-russischen Bevölkerung hat sich auch noch eine Baustelle aufgetan, von der man seit langem nicht viel gehört hat. Transnistrien.

Zeit.de
DTN

Die dortige Bevölkerung hat russische Wurzeln und würde wahrscheinlich auch gerne wieder zu Russland gehören.

ZITAT
In Transnistrien sind 60 Prozent der Bewohner russischsprachig, etwa jeder zweite ist Russe. Das abtrünnige Gebiet wird von Moskau zudem wirtschaftlich und politisch unterstützt. Im Jahr 2006 stimmte die Bevölkerung von Transnistrien mit 97,1 Prozent für die Angliederung an Russland. Der schmale Landstreifen am Ostufer des Dnjestr-Flusses ist heute faktisch eine russische Exklave im Vorhof Europas.
xena
Tja und noch was tut sich auf. Putin hat ja angedroht in Sachen Syrien einen anderen Kurs zu fahren, wenn er mit Sanktionen belegt wird. Das würde bedeuten, er könnte Assad massiv unterstützen. Das würde bedeuten, im Gegenzug müsste der Westen die Rebellen unterstützen und es entstünde, nach langer Zeit wieder mal, ein Stellvertreterkrieg. Und das Fatale daran wäre, der Westen müsste die Augen zu drücken, weil von seiner Unterstützung auch die Terroristen profitieren, die er selbst ja bekämpft...

Die Krim und die Reaktionen des Westens darauf, ziehen weit größere Kreise als man annehmen möchte...
stillermitleser
Moldau fürchtet russische Invasion

ZITAT
Wird Transnistrien die neue Krim? Die Regierung der Moldau fürchtet genau das. Ein großangelegtes russisches Militärmanöver trägt nun nicht gerade zur Entspannung der Lage bei - zumal die Rhetorik der offiziellen Erklärung unangenehme Erinnerungen weckt.

Russische Soldaten haben mit einem Militärmanöver in Transnistrien die Regierung der Republik Moldau brüskiert. Die Truppenübung in der abtrünnigen Region diente nach Angaben der Armeeführung zur Vorbereitung auf eine mögliche Feindesattacke. Zu den Hauptaufgaben der Soldaten gehörte der "Schutz von Zivilisten im Kampfgebiet", wie ein Militärsprecher sagte.

Erst am Dienstag hatte die moldauische Staatsführung ihrer Sorge Ausdruck verliehen, dass die von Russland betriebene Eingliederung der ukrainischen Krim-Halbinsel als Vorbild für die Region Transnistrien dienen könnte. Diese hatte sich 1992 mit Unterstützung Moskaus von Moldau losgesagt, wird international aber nicht als unabhängiger Staat anerkannt. Der moldauische Präsident Nicolae Timofti warf dem Sprecher des transnistrischen Parlaments diese Woche vor, in Moskau für eine Aufnahme in die Russische Föderation geworben zu haben.

Der schmale Landstreifen am Ostufer des Dnjestr-Flusses ist heute faktisch eine russische Exklave im Vorhof Europas. In Transnistrien sind 60 Prozent der Bewohner russischsprachig, etwa jeder zweite hat einen russischen Pass. Das abtrünnige Gebiet wird von Moskau zudem wirtschaftlich und politisch unterstützt. Im Jahr 2006 stimmte die Bevölkerung von Transnistrien mit 97,1 Prozent für die Angliederung an Russland - auf der Krim votierten am Sonntag laut offiziellen Angaben ebenfalls rund 97 Prozent dafür.

Seit dem Ende blutiger Kämpfe um Transnistrien im Jahr 1992 überwacht eine trinationale Friedenstruppe mit Soldaten aus Russland, Moldau und Transnistrien die einstige Konfliktzone. Allerdings hält Moskau gegen den Willen der Regierung von Moldau noch immer eigene Soldaten und Waffenvorräte dort zurück - trotz einer 1999 getroffenen Rückzugsvereinbarung.


Vermutlich eine direkte Reaktion Putins auf die Sanktionen.
Schwabo Elite
Jemand sollte den Vögeln von ntv mal sagen, dass der deutsche Name des Landes Moldawien ist und nicht Moldau...
SLAP
smile.gif
Warhammer
Also mal abgesehen von "Freiwilligen" kann Putin den Loyalisten in Syrien ja fast nicht mehr helfen als jetzt schon.
Es ist ja nicht so, als wenn er nicht schon jetzt massenweise Nachschub in das Land kippt.

Aber vielleicht sehen wir ja dann die gleichen "netten Herren"/VDV in Syrien.
Dirk Diggler
ZITAT(Schwabo Elite @ 21. Mar 2014, 23:26) *
Jemand sollte den Vögeln von ntv mal sagen, dass der deutsche Name des Landes Moldawien ist und nicht Moldau...

Republik Moldau
Kameratt
Russland ist momentan an der Westgrenze ausreichend ausgelastet. Außerdem würde die Entsendung von Truppen nach Syrien im Gegensatz zur Ukraine auf enormen innenpolitischen Widerstand stoßen. Die Russen unterscheiden da zwischen dem "Ausland" und dem "nahen Ausland" sehr genau.
Schwabo Elite
ZITAT(Dirk Diggler @ 22. Mar 2014, 00:55) *
ZITAT(Schwabo Elite @ 21. Mar 2014, 23:26) *
Jemand sollte den Vögeln von ntv mal sagen, dass der deutsche Name des Landes Moldawien ist und nicht Moldau...

Republik Moldau


Ja, es heißt auch Bundesrepublik Deutschland und Vereinigte Staaten von Amerika, aber wir nutzen nicht in jedem Satz die offizielle Staatsbezeichnung sondern meist nur den umgangssprachlichen Namen. Und "Moldau" ist einfach falsch. Die Moldau ist der Fluss. Eigentlich sind es zwei, einer in Tschechien und einer, der als Namensgeber für das Land Moldawien dient. Das moderne Moldawien liegt nicht mal mehr an der Moldau. Aber einfach "Moldau" schreiben verrät, dass der Autor eine russische, moldawische oder englische Quelle abgeschrieben hat. Dort sind Fluss- und Landesname nämlich wirklich identisch.
SailorGN
Weiss jemand, was mit dem ukrainischen Militärgerät auf der Krim wird? Oder den Schiffen der ukrainischen Marine? Die wurden ja vertraglich in den 90igern an die Ukraine übergeben, nicht an die Krim, also ist das Blockieren und und das Vorenthalten nun ein definitiver Vertragsbruch...
Merowinger
Ich kann mir schwer vorstellen, dass Russland ein Uboot in den Händen der "faschistischen Putschregierung" in Kiev sehen möchte, das wäre eine dauerhafte latente Bedrohung für die Schwarzmeerflotte. Eine Rückgabe der anderen Einheiten ist zur zukünfitgen Verhandlungsmasse geworden.
Merowinger
ZITAT(stillermitleser @ 21. Mar 2014, 17:23) *
Mit der Pro-russischen Bevölkerung hat sich auch noch eine Baustelle aufgetan, von der man seit langem nicht viel gehört hat. Transnistrien.

Fehlt nur noch, dass Ungarn jetzt auch auf die Idee kommt.

P.S.: Ob Deutschland und Polen zusammen sich die 2 für Russland bestimmten Mistral als JSS leisten können und wollen? Schaun mer ma.
Parsifal
Unsinn, erstens brauchen wir sowas nicht notwendigerweise, außerdem würden wir eine Mistral nicht zum selben Preis wie die Russen kaufen. Wir würden runterhandeln bzw. ich würde runterhandeln. Das wäre quasi ein Notverkauf und da lässt sich immer was machen. Im übrigen müssten solche Systeme eingerüstet werden die wir auch bräuchten. Zumindest um diesen Preis müssten sie runtergehen. Frankreich verliert ab dem Zeitpunkt ab dem es den Deal platzen lassen würde. Frankreich wird sich nicht wegen der Ukraine seinen Ruf in Rüstung und Schiffbau ruinieren dafür ist der Markt zu umstritten.
SailorGN
Gestern kam auf 3sat meine ich eine Reportage über die Karpaten-Ungarn... In Ungarn selbst gibt es ja mit Jobbick eine Partei, die "Großungarn" und die Revision des Vertrages von Trianon propagiert, allerdings würde in den Augen der in der Sendung befragten Ungarn und Karpaten-Ungarn eine Annäherung/Anschluss der Ukraine an die EU das "Problem" hinfällig machen. Dabei wird stark nach den innereuropäischen Grenzregelungen und dem Minderheitenschutz geschaut. Die Karpaten-Ungarn wären ein Gewinner einer Assoziierung und gleichzeitig kann man so den Rechten in Ungarn (Wahlergebnis 20%) einigen Wind aus den Segeln nehmen...

Flotte: Ich glaube nicht, dass ein altes Foxtrott als dermaßene Bedrohung gesehen wird, vielmehr passt eine Aneignung der ehemals sowjetischen Schiffe und Materialien in die derzeitige Restaurationsdenke "Zurück zum Glanz der SU". Letztendlich drehte es sich bei meiner Frage um die VR-Konsequenzen der "Vertragstreue" Russlands und weniger um taktische Standpunkte... denn diese tlw. 40 Jahre alten Einheiten werden eher eine Belastung für die Russen darstellen als einen militärischen Machtzuwachs.

Mistral: Es käme darauf an, wie sich die Positionen der EU in der Frage weiterentwickeln... FR wird seine starke Position als "Kerneuropa" nicht wegen 2 Schiffen aufs Spiel setzen, wenn sie das Geld auch irgendwie anders bekommen könnten.... und die EU (Damit auch D) würde für eine einige Position einiges springen lassen... So wie ich den Deal bisher verstanden habe, wollten die Russen eh selbst die Ausstattung übernehmen, also liesse sich da was machen und für D wäre die leidige "Naumann-Archen"-Diskussion endlich erledigt. Im Grunde könnte(!) aus einem "Notverkauf" für EU und D mehr Gutes als Negatives erwachsen, zumal D dem Brudervolk mehr Kompensation anbieten würde als nur Discountpreise wink.gif
xena
Ich glaube, der Deal mit den Mistrales wird abgeschlossen werden. Die Sanktionen der EU sind ja bisher extrem zurückhaltend und nicht jeder in der EU ist über Sanktionen glücklich. D hat ja selbst kaum Geld für die Rüstung, woher soll die Kohle kommen und was sollen wir mit so nem Ding? Woher sollen die Hubis kommen, wenn wir für die jetzigen Aufgaben aus allen Löchern pfeifen?
Praetorian
ZITAT(xena @ 22. Mar 2014, 15:20) *
D hat ja selbst kaum Geld für die Rüstung, woher soll die Kohle kommen und was sollen wir mit so nem Ding?

Glaubst du, die Realisierung von JSS würde wesentlich billiger? rolleyes.gif
SailorGN
Mittel- und langfristig wäre der Vorenthalt westlicher Militärtechnik etwas, was das russische Militär in bestimmten Sparten (die schon zu SU-Zeiten keine Stärke waren) zurückwerfen, bzw ausbremsen würde. Marineschiffbau ist so ein Gebiet, genauso wie moderne Ausbildungs- und Kommunikationstechnologie. Bei der direkt militärischen Hardware wie Handwaffen, MBT, SPz und ARi braucht Russland ja nicht wirklich Nachhilfe, dort sind es kleine Details bzw. Zubehör, was nicht selbst produziert wird. Letztendlich muss Russland mit oder ohne Embargo jetzt überlegen, ob man die gewollte Position der Stärke mit dem "Transformationsprozess" hin zur Berufsarmee vereinigen kann und will. Denn sowohl im spezifischen Fall Krim wie auch "global" betrachtet ist gerade die schnelle und quantitativ große Verfügbarkeit von "militärischen Druckmitteln" derzeit ein Schlüsselelement für die prognostizierte Rückkehr zu altem Glanz.

JSS: Auch wenns nicht hierherpasst, die verhältnismäßig schnelle und wahrscheinlich fiskalisch günstigere Beschaffung der Mistral würde den Druck und den finanziellen Spielraum für die Beschaffung des entsprechenden Zubehörs (Helos, LCI) erhöhen...
Parsifal
JSS würde aber den deutschen Schiffbau subventionieren. Mistral bringt dem deutschen Werftarbeiter erstmal nichts. Außer bei der Einrüstung bzw. Umrüstung der Schiffe.
Das spiegelt nicht mein "wollen" wider, sondern das könnten einfach die Gedankengänge derer sein, die das entscheiden. Denn da würden sicherlich einige Landespolitiker, Manager und Werftarbeiter protestieren, wenn durch "die Franzosen" ihr nächster Großauftrag flöten geht.

Es wäre demnach Abwägungssache ob man in diesem Fall als ein europäisches Team auftreten will (Außenpolitik) oder ob man seine Wirtschaft subventionieren will (Innenpolitik).

@sailorGN: Okay, kann auch sein. Bin da nicht im Bild wie die Technik hier voneinander abhängt oder ob alles wirklich separat zu betrachten ist, zwecks Schnittstellen. Eine Schiffsteuerung wird jedenfalls drinnen sein, denn sie sollen bestimmt mit eigener Kraft nach Rußland fahren. Ich weis nicht in wie weit damit weitere Einbauten schon mehr oder weniger vorbestimmt sind und spätere Änderungen aufwändig werden würden.
kato
Die Elektronik stammt von Thales und ist dieselbe wie bei den anderen Mistral, somit quasi unbrauchbar für uns. Die Hälfte des zweiten Schiffes ist allerdings nach wie vor erst in Russland im Bau und wird auch erst im Juli nach Frankreich geliefert, von daher ist das alles eine sehr müßige Diskussion...
Kameratt
ZITAT(Schwabo Elite @ 22. Mar 2014, 01:30) *
Ja, es heißt auch Bundesrepublik Deutschland und Vereinigte Staaten von Amerika, aber wir nutzen nicht in jedem Satz die offizielle Staatsbezeichnung sondern meist nur den umgangssprachlichen Namen. Und "Moldau" ist einfach falsch. Die Moldau ist der Fluss. Eigentlich sind es zwei, einer in Tschechien und einer, der als Namensgeber für das Land Moldawien dient. Das moderne Moldawien liegt nicht mal mehr an der Moldau. Aber einfach "Moldau" schreiben verrät, dass der Autor eine russische, moldawische oder englische Quelle abgeschrieben hat. Dort sind Fluss- und Landesname nämlich wirklich identisch.

*Klugscheißermodus an*
Im Russischen wird da sehr wohl zwischen dem Land und dem Fluss unterschieden. Mehr noch: Ich glaube diese Trennung zwischen Moldau/Moldawien kommt gerade aus dem Russischen bzw. Sowjetzeiten.
ZITAT(Merowinger @ 22. Mar 2014, 13:32) *
Ich kann mir schwer vorstellen, dass Russland ein Uboot in den Händen der "faschistischen Putschregierung" in Kiev sehen möchte, das wäre eine dauerhafte latente Bedrohung für die Schwarzmeerflotte. Eine Rückgabe der anderen Einheiten ist zur zukünfitgen Verhandlungsmasse geworden.

An diesem U-Boot wurde seitens der Ukrainer die letzten 10-15 Jahre in Kleinstarbeit gearbetet und, soweit ich weiß, gab es noch nichteinmal Tauchgänge tiefer als auf Periskoptiefe. Wenn das Ding für irgendjemanden eine Bedrohung darstellt, dann wohl für die eigene Besatzung. Vor ein paar Jahren sah es noch so aus: Klick
Parsifal
Was liegt denn neben dem "Bastelprojekt"? Wem gehört das?
Kameratt
Ich denke, das ist das Kilo-Boot "Alrosa" der Russen. Andere gibts in Sewastopol ja nicht.

EDIT: Nein, es ist die ausgemusterte SS-226 der Bravo-Klasse. Mittlerweile verschrottet. Klick
Dave76
ZITAT(sailorGN @ 22. Mar 2014, 13:29) *
Weiss jemand, was mit dem ukrainischen Militärgerät auf der Krim wird? Oder den Schiffen der ukrainischen Marine? Die wurden ja vertraglich in den 90igern an die Ukraine übergeben, nicht an die Krim, also ist das Blockieren und und das Vorenthalten nun ein definitiver Vertragsbruch...

Anscheinend wurden die Korvetten Lutsk (U205), Ternopil (U209) und Khmeinystskyl (U-208) von prorussischen Milizen gestürmt und tragen jetzt russische Marine-Beflaggung. Ebenso befindet sich auch das einzige U-Boot, die Zaporizhzhia jetzt unter russischer Kontrolle.
Parsifal
Edit: Hab mir mal den Wikipedia-Artikel durchgelesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Saporischschja_(U-Boot)

Das ist nur noch traurig wie die mit Mannschaft und Material umgehen, wenn das alles so stimmt.
Kameratt
Das hast du richtig verstanden. Auch wenn das Rot-schwarze mittlerweile auch schwarz ist, hat es für die Russen nur einen Schrottwert.
Parsifal
xyxthumbs.gif
muckensen
ZITAT(sailorGN @ 22. Mar 2014, 13:29) *
Weiss jemand, was mit dem ukrainischen Militärgerät auf der Krim wird? Oder den Schiffen der ukrainischen Marine? Die wurden ja vertraglich in den 90igern an die Ukraine übergeben, nicht an die Krim, also ist das Blockieren und und das Vorenthalten nun ein definitiver Vertragsbruch...
Heute war den Medien zu entnehmen, "russische Truppen" hätten bereits 54 Schiffe aller Größen (von insgesamt 67!) in ihre Gewalt gebracht und einige auch formal in die Schwarzmeerflotte eingegliedert. 16'000 der 18'000 ukrainischen Soldaten auf der Krim, verkündet Moskau, habe man bereits in die Föderationsstreitkräfte eingegliedert oder sei im Begriff, dies zu tun.

Hier zeigt die Regierung in Moskau ihr wahres Gesicht. Die Ukraine war für Russland nie eine militärische Bedrohung, trotzdem zerschlägt man nun auch die Marine des Staates, beschneidet weiter seine Souveränität und führt ihn international vor.
Kameratt
Die Ukraine erleidet auch anderweitig Verluste.
Am 20.03 brannten 5 Kampfpanzer der 17. Panzerbrigade in Krywyj Rih aus. Am 21.03 stürzte eine Su-24 beim Landeanflug ab. Heute explodierte ein anderer Kampfpanzer beim Aufmarsch in der Region Cherson. mata.gif
http://www.nr2.ru/kiev/490289.html
SailorGN
Ja, meine Frage hat sich nach den Nachrichten heute geklärt. Was das Gerät angeht, anscheinend zählt man jedes Gummiboot dazu^^ Bei den Soldaten frage ich mich, wie die Ukraine ihr Personal (generell) verteilt hat... wenn die Soldaten "heimatnah" eingesetzt werden, dann sollten die Einheiten auf der Krim eher prorussisch sein... aber die Zahl 18.000 erscheint mir sehr hoch, dafür das keine der ukrainischen Heeresbrigaden auf der Krim steht. Ich denke, die Zahl ist Propaganda und beinhaltet auch jene "unidentifizierbaren Selbstverteidigungsmilizen", die in den nächsten Tagen wohl auf wundersame Weise als Kohärente Einheiten auftauchen werden^^ Nichts desdo trotz ist die Übernahme der Einheiten ein Bruch des Teilungsabkommens von 1997. Selbst eine "illegitime" Regierung, welche Russland gebetsmühlenhaft anführt kann dieses Abkommen nicht negieren, zumal weder die Alte noch die neue Regierung Anstalten getroffen haben, bestehende, ratifizierte Verträge zu annulieren oder zu brechen. Somit kann niemand mehr argumentieren, Russland würde sich in Konformität mit dem VR bewegen^^
muckensen
ZITAT(Kameratt @ 22. Mar 2014, 19:03) *
Die Ukraine erleidet auch anderweitig Verluste.
Das sind keine "Verluste", es ist schlichtweg eine in mehrfacher Hinsicht völkerrechtswidrige Beschlagnahme, man könnte auch sagen: Diebstahl. Scheinbar schlägt auch hier die russische Großmachtdenke wieder zu: Ihr Halbrussen habt die Boote von uns Ganzrussen bekommen, also gehören sie ja gewissermaßen uns.
Kameratt
Auf der Krim war eine ukrainische Küstenschutzbrigade mit dem Stab in Perewalne stationiert. Diese bestand aus einem Panzer-, Panzergrenadier- und Gebirgsjägerbataillon. Laut Berichten aus Kiew besteht sie noch aus rund 200 Mann, welche geblieben sind. Der Rest ist entweder übergelaufen oder hat sich aufs Festland abgesetzt.
Parsifal
Warum so unwirsch? Jetzt müssen die Russen sich darum kümmern die "Kameraden" durchzufüttern. Der Schrott ist nun wieder Sache der Russen. Immer positiv denken. wink.gif

Edit: @muckensen
SailorGN
Interessant. Die "36th separate brigade of coastal defense" wird in der Englischwiki nur noch bei Naval Infantry erwähnt, bei Marine oder Ground forces ist sie nirgendwo gelistet.

Google bringt zwar auch nix genaueres über die Struktur (zumindest nicht unter den ersten Hits), dafür aber einen anderen interessanten Link. Interessant soweit, das hier der Ukraine die Sperrung der Grenze vorgeworfen wird, wo doch die OSZE-Beobachter neulich nicht von ukrainischen Kräften an der Passage auf die Krim gehindert wurden wink.gif

Edit: Nur mal so von mir als kyrillisch-Noob: Wäre wenn irgend möglich, eine englisch oder (luxus) deutsche Übersetzung der Texte möglich?
Kameratt
Ich habe auch eine interessante Meldung vom 7.10.2013 anlässlich einer Übung dieser Brigade gefunden. Damals ging es um das Suchen und Vernichten einer mit Handwaffen und Panzerfahrzeugen ausgerüsteten feindlichen Gruppe in Kompaniestärke, welche eine wichtige Staatseinrichtung besetzt hat. rofl.gif
http://www.military-informant.com/index.php/army/3866-1.html


Das moskauer Centre for Analysis of Strategies and Technologies schreibt in ihrem informellen Blog, dass die Brigade wie folgt strukturiert war:
Panzer-, Panzergrenadier- und Gebirgsjägerbataillon, Aufklärungskompanie, Scharfschützenkompanie, Brigadeartillerie aus 2S1, D-30 und BM-21, Fla-Batterie mit SA-13/SA-19/ZSU-23-4, Panzerjägerkompanie
http://bmpd.livejournal.com/782939.html

ZITAT(sailorGN @ 22. Mar 2014, 19:45) *
Edit: Nur mal so von mir als kyrillisch-Noob: Wäre wenn irgend möglich, eine englisch oder (luxus) deutsche Übersetzung der Texte möglich?

Leider werden viele Meldungen aus dem Russischen von der internationalen Medienlandschaft nur verzögert oder gar nicht übernommen. Wenn ich eine kyrillische Quelle verlinke, fasse ich auch den wesentlichen Inhalt selbst knapp zusammen.
-WDW-
ZITAT(Malefiz @ 19. Mar 2014, 23:26) *
ZITAT(-WDW- @ 19. Mar 2014, 18:17) *
Wo steht es, dass dieses Land für die sozialen Bedürfnisse der RUSSEN gebraucht wird?
Lese Dir mal das original durch.
"Wir haben die Krimtataren gebeten, einen Teil ihrer Grundstücke, die für die sozialen Bedürfnisse erforderlich sind, zu verlassen", sagte Temirgaliyev. "Aber wir sind bereit, zu vergeben und viele andere Grundstücke zu legalisieren und damit ein normales Leben für die Krimtataren zu gewährleisten", sagte er.
Oder ist das Absicht verdrehte Wahrheit zu verbreiten, von den westlichen Medien ist man es ja schon lange gewohnt.

PS: Es geht um die Grundstücke, die von den Tataren illegal in Besitz genommen wurden.
Und Temirgaliyev gehört selbst zu ethnischen Tataren. Das sagt allein schon sein Name.


Dass eine russische Nachrichtenagentur nicht mit "Hey, wir deportieren Krimtataren um Russen schöne Plätze zukommen zu lassen" herauskommt, ist wohl klar, völlig egal, ob es so ist oder nicht. Interessant aber die Betonung, dass westliche Medien nur verdrehte Wahrheiten verbreiten. Östliche Medien sind da also besser?

Zu den Tataren und den Vorhaben auf der Krim wurde schon mehrfach von anderen Usern berichtet, daher äußere ich mich nicht mehr dazu.
Ich habe auch nie behauptet, dass die russischen oder östlichen Medien besser seien, aber die verlauten auch nicht „die wahre Stimme der Pressefreiheit und Neutralität zu sein“.
Ich korrigiere mich, damit meinte ich die Mainstream- Medien im Westen. Die zwar mehr oder weniger frei sind, aber keinesfalls neutral, zumindest im deutlich überwiegenden Großteil der Berichte.
ZITAT
Merke : Die Medien™ berichten immer von einem subjektiven Standpunkt aus, da Medien Nachrichten verbreiten, die von Menschen geschrieben wurden. Die Meinungen der Redakteure wirst du da immer herauslesen können. Hier im Westen™ haben wir das Glück einer Pressefreiheit. Wenn du möchtest, darfst du gerne Medien konsumieren, die dein persönliches Weltbild stützen. Sei aber nicht so naiv zu glauben, die würden nur die ungeschminkte Wahrheit bringen. Ist übrigens der Grund, warum sich Politiker (und Journalisten ;) ) immer aus mehreren Quellen informieren, die ein möglichst breites (politisches) Spektrum abbilden. Wenn man nur Spiegel Online liest kann einem schnell der Gedanke kommen, dass die Medien™ im Westen™ gleichgeschaltet sind, liegt dann aber eher an der beschränkten Auswahl. Lies mal quer von Jungle World über taz und FAZ zur Jungen Freiheit und behaupte dann noch einmal, die Medien™ im Westen™ würden alle immer ins gleiche Horn stoßen.
Mach Dir da keine Sorgen, in meinem Lesezeichen- Ordner für Nachrichten, befinden sich
22 Links mit unterschiedlichsten Nachrichtenportalen aus vielen Ländern und davon sind nur zwei die zu den Mainstream- Medien aus Russland gehören, die ich erst vor einer Woche dazu gestellt habe ;-)

-WDW-
Ein leider selten neutraler Artikel

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Ein neues Spielfeld für Kalte Krieger

Das im Konflikt mit Russland wiedererweckte Blockdenken führt in die Irre. Der Westen ringt mit Putin nicht um Werte, sondern Interessen. Die Ukraine wird zum Spielball.

In Krisenzeiten wächst das Verlangen nach einfachen Erklärungen und klaren Feindbildern. So lässt sich die komplizierte Welt in gut und böse, richtig und falsch einteilen; sie machen widersprüchliche Entwicklungen leichter begreifbar. Allerdings entsprechen sie meist nicht der Wirklichkeit.

Auch in der gegenwärtigen Auseinandersetzung mit Russland um die Ukraine und die Krim ist ein solcher Trend zur Vereinfachung zu beobachten. Längst vergessen geglaubte Klischees, Vorstellungen und Begriffe leben auf. Es ist wieder vom Kalten Krieg die Rede, von einem Ost-West-Konflikt, einem Ringen um Freiheit, Einflusssphären und das Selbstbestimmungsrecht der Völker.

Aus Sicht westlicher Journalisten und Politiker kämpfen in der Ukraine Freunde europäisch-moderner Werte gegen Gefolgsleute eines rückständigen, ethnisch-nationalen russischen Denkens und ihren Beschützern in Moskau. Wladimir Putin wird zum Wiedergänger kommunistischer Kreml-Herrscher stilisiert, die einst die Sowjetvölker mit eiserner Knute unters russische Joch zwangen.

Aus der Warte von Putin und seiner Apologeten hingegen haben in Kiew Nationalisten und Faschisten mit Unterstützung des Westens die Macht an sich gerissen und bedrohen nun nicht nur die "Russen" im Osten und Süden des Landes, sondern auch geopolitische, ökonomische und Sicherheitsinteressen Moskaus. Aus dieser Sicht ist es nur konsequent, dem Westen die Stirn die bieten und den verfolgten Brüdern im Nachbarland zur Hilfe zu eilen und sie ins russische Reich zu integrieren. Mit der Annexion der Krim muss das keineswegs zu Ende sein.

Sieg oder Unterwerfung

Diese vermeintlich klare Frontstellung hat für beide Seiten einen entscheidenden Vorteil: Sie verschleiert wirkliche Motive und vielschichtige Interessen. Der große Nachteil: Eine Lösung des Konflikts wird auf absehbare Zeit fast unmöglich.

Denn ein Rückzug von eigenen Positionen würde für den Westen wie für Putin nun nicht mehr nur bedeuten, sich in Verhandlungen mit der anderen Seite um eine sachgerechte, friedenstiftende Lösung für die Ukraine zu bemühen. Mittlerweile käme es für die Hardliner auf beiden Seiten einer Unterwerfung unter die vermeintlich finsteren Zielen des jeweiligen Gegners gleich: entweder dem angeblichen Herzenswunsch Putins, das untergegangene Sowjetimperium wieder erstehen zu lassen; oder dem von ihm behaupteten westlichen Bestreben, Russland einzukreisen und es daran zu hindern, seinen angemessen, machtvollen Platz in der Geschichte und der Welt einzunehmen.

Die Realität ist natürlich deutlich komplizierter. In und um die Ukraine ringen nicht zwei Machtblöcke und ihre lokalen Statthalter wie in der Zeit bis 1989/90 um ideologische Maxime. Sondern es geht – wie fast immer in der internationalen Politik – um regionale Macht sowie vielfältige ökonomische und politische Interessen. Und zwar auf beiden Seiten.

Was soll "der" Westen sein?

Und die sind keineswegs homogen, so wenig wie es "den" Westen gibt: Die USA haben politisch und ökonomisch weit weniger Interesse als die meisten Europäer an gedeihlichen Beziehungen zu Moskau. Für sie ist Russland nicht eine wichtige Macht auf dem selben Kontinent, sondern ein inzwischen nur noch zweitklassiger geopolitischer Gegenspieler, den man allerdings gelegentlich zur Beilegung internationaler Konflikte braucht. Die Osteuropäer suchen dagegen vor allem Sicherheit vor der einstigen russischen Hegemonialmacht, während insbesondere Deutschland nicht zuletzt aus wirtschafts- und energiepolitischen Gründen einen Ausgleich mit dem "Partner" in Moskau sucht.

Selbst in Russland ist die Unterstützung für Putins Kurs nicht ungebrochen. Trotz des nationalen Propaganda-Taumels demonstrierten Zehntausende gegen die Einverleibung der Krim. Und auch in der übrigen Bevölkerung dürfte die Begeisterung bald nachlassen, wenn klar wird, welchen Preis ihr Land politisch und wirtschaftlich für die Okkupation zahlen muss.

Faschisten in Kiew

Und auch in der Ukraine verlaufen die Fronten weniger eindeutig als auf den ersten Blick angenommen. Auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz revoltierten nicht nur freiheitsliebende Europa-Anhänger gegen einen Despoten von Moskauer Gnaden, sondern ebenso ultranationalistische bis faschistische Kräfte, die mit den europäischen Idealen von Demokratie, Meinungs- und Gewaltfreiheit, Pluralismus und Multiethnizität wenig am Hut haben. Sie alle einte lediglich der Hass auf den von ihnen am Ende gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch und die von ihm geförderte Ausplünderung des Landes durch eine ostukrainische Oligarchen-Kaste.

Janukowitsch war für die EU bis zum vergangenen Herbst noch ein willkommener Partner bei den Verhandlungen über ein Assoziierungs-, Zoll- und Freihandelsabkommen. Das sollte nicht nur europäischen Firmen leichteren Zugang zum ukrainischen Markt und den Bodenschätzen und Industrien des Landes verschaffen, sondern liegt auch im Interesse der Wirtschaftsmagnaten der vormaligen Sowjetrepublik. Angesichts fehlender wirtschaftlicher Entwicklung in Russland suchen sie nach neuen Absatz- und Entfaltungsmöglichkeiten im Westen. Erst als Moskau damit drohte, Handelsverbindungen zu kappen, und mit Milliardenkrediten winkte, stoppte Janukowitsch in letzter Minute die Unterzeichnung des Abkommens.

Die Revolutionsregierung in Kiew indes ging kurz nach dem Umsturz ein Bündnis mit einigen jener Oligarchen ein, gegen die die Demonstranten auf dem Maidan gekämpft hatten; sie ernannte mehrere von ihnen zu Gouverneuren im Osten. Schließlich hatten deren Abgesandte im Parlament durch ihren Seitenwechsel die Entmachtung Janukowitschs erst ermöglicht.

Das verstärkte wiederum den Widerstand in der russischsprachigen Bevölkerung gegen die neuen Machthaber in Kiew, von denen einige früher Oligarchen gedient hatten. Die im Westen als "Freiheitsheldin" gefeierte Julija Timoschenko, die bei der Wahl im Mai Präsidentin werden möchte, war frühere selbst eine von ihnen. In der Wahrnehmung vieler Ostukrainer verbandelte sich so eine illegitime Regierung aus dem schon immer verhassten Westteil des Landes mit ihren Ausbeutern. Selbst manche, die sich nicht nach der alten sowjetischen Ordnung zurücksehnen, sehen angesichts dessen nun offensichtlich ihr Heil in einem Anschluss an Russland.

Ukraine nur Austragungsort des Machtkampfs

Zu dieser ohnehin komplexen Gemengelage kommen noch die geostrategischen Interessen aller Beteiligten: Die EU möchte ihren Einflussbereich nach Osten ausdehnen. USA und Nato wollen verhindern, dass nach ihrem Sieg im Kalten Krieg der einstige Gegner wieder Kontrolle über Osteuropa gewinnt. Putin wiederum strebt nach einem Vierteljahrhundert der Demütigung, wie er es nennt, ein historisches Rollback an. Er möchte Russland wieder zu einem Imperium von Weltgeltung machen. Und sich zu dessen Beherrscher.

In dieser weniger ideellen als machtstrategischen Auseinandersetzung ist die Ukraine lediglich Austragungsort des Machtkampfs. Die Interessen ihrer ohnehin gespaltenen Bevölkerung spielen nur eine untergeordnete Rolle für Russland wie die westlichen Länder. Auch wenn beide Seiten das Gegenteil behaupten. Den meisten Ukrainern und auch den Krim-Bewohnern dürfte es im Grunde ziemlich gleichgültig sein, dass sich Putin durch die Annexion der Halbinsel den Zugriff auf das Schwarze Meer und seiner maroden Flotte damit den Zugang zum Mittelmeer gesichert hat. Ihnen geht es nicht um territoriale Vormacht, sondern ums eigene wirtschaftliche und soziale Überleben und ihre kulturelle Freiheit. Egal unter wessen Herrschaft.

Die Auseinandersetzung um die Krim und die angrenzenden Regionen verlagert diese komplexen Konflikte auf die Ebene des Völkerrechts. Statt in Ruhe zu betrachten, welche Lösung für die Ukraine mit ihren unterschiedlichen internen wie externen Interessen mittelfristig die beste wäre – eine Verbindung mit der EU oder Russland oder mit beiden –, schaffen beide Seiten Fakten: Putin durch die Integration der Krim in die russische Föderation, die EU durch die Teilunterzeichnung des Assoziierungsabkommens. Die Ukraine wird geteilt, die Bevölkerung zerrissen. Und das alles unter dem Deckmantel angeblich hehrer europäischer beziehungsweise russischer Ideale.

Eine neue Teilung des Kontinents ist somit vorgezeichnet. Nur dass die Scheidelinie künftig einige Tausend Kilometer weiter östlich verläuft.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-03...-krieg-reloaded
stillermitleser
Ich denke, das Putin solange weitermachen wird wie es die EU bzw. NATO zulassen wird und er russische Minderheiten in der Nähe der Grenzen der russischen Föderation findet.
Die baltischen Staaten sind ein zweischneidiges Schwert für ihn. Einerseits sind dort sehr große russische Minderheiten vorhanden und im Hinblick auf St. Petersburg könnte er eine Landverbindung schaffen, andererseits handelt es sich um EU und NATO-Staaten.

Die Frage ist ob er (Putin) bereit ist einen militärischen Konflikt mit der NATO zu riskieren und ob die NATO und deren Staaten bereit sind einen solchen um max. drei kleine Länder, am Rande eines Randmeeres des östlichen Atlantiks auch anzunehmen.

Im Moment denke ich dass Putin das Risiko zu groß ist, aber er es vermutlich eingehen würde, wenn er wüsste das die USA, Frankreich und das UK als Atom- und Vetomächte stillhalten würden. Denn keines der drei baltischen Länder berührt die absoluten vitalen Interessen der USA, Frankreich oder dem UK. Zumindest scheint es bisher so und wenn man die NATO-Mitgliedschaft einmal außer acht lässt. Natürlich kann man sagen das daran die NATO vermutlich zerbrechen würde und das dies die Mitgliedstaaten nie zulassen würden. Im Bezug auf die meisten NATO-Mitgliedstaaten stimme ich auch zu. Aber im Hinblick auf die USA? Ich bin da ein wenig skeptisch, lasse mich aber sehr gerne vom Gegenteil überzeugen.

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Ein Hauch von Krim in Moldawien

ZITAT
Der Krim-Konflikt wird auch in Transnistrien genau beobachtet. Die von Moldawien abtrünnige Region würde gern zu Russland gehören. Der entsprechende Antrag liegt bereits in Moskau. EU-Mitglied Rumänien sieht das mit Sorge.

Im kleinen Transnistrien, an der Grenze zur Ukraine, sind etwa 1500 russische Soldaten stationiert. Die "Friedenstruppe" bewacht seit 22 Jahren einen Waffenstillstand und die Interessen der russischen Bürger in diesem Gebiet. Im Zuge der Krim-Krise will Transnistrien mit aller Macht in die Russische Föderation aufgenommen werden, der Antrag liegt bereits in Moskau vor.

Die Republik Moldau, zu der Transnistrien offiziell gehört, hat sich in der Not an das EU-Mitglied Rumänien gewandt. Denn Rumänien ist die selbst ernannte Schutzmacht Moldawiens. Der rumänische Präsident Trajan Basescu sieht Gefahr im Verzug: "Lasst uns den Versprechen und den Verpflichtungen der Russischen Föderation niemals hundertprozentig vertrauen. Wir gehen davon aus, dass Russland nicht auf der Krim Halt machen wird." Er wolle Moskau nicht beleidigen, betonte Basescu. "Aber ich will auch nicht verschweigen, was wir für möglich halten."


FAZ.de

ZITAT
Das von Moldau abtrünnige Transnistrien bittet Moskau, eine gesetzliche Möglichkeit zu schaffen, um in die Russische Föderation eingegliedert werden zu können. Laut einem Bericht der Zeitung „Wedomosti“ hat sich Michail Burla, der Vorsitzende des Obersten Rates von Transnistrien, mit einem entsprechendem Appell an den Vorsitzenden der russischen Staatsduma Sergej Narischkin gewandt. Burla habe daran erinnert, dass im Jahr 2006 bei einem Referendum in Transnistrien 97,2 Prozent der Teilnehmer für den Anschluss an Russland gestimmt hätten.


Zu Transnistrien und Moldawien

Ein sehr großer Teil der Moldawier ist rumänischer Herkunft, eine Vereinigung von Moldawien und Rumänien wurde in den 1990er Jahren lange diskutiert und findet in beiden Bevölkerungen immer noch großen Anklang. Der einfachste Weg für Moldawien wäre also im Grunde die Wiedervereinigung mit Rumänien. Die Frage stellt sich dann aber auch was die EU und die NATO dazu sagen, denn ich denke das die da gerne auch mitreden möchten.
SailorGN
@WDW: Netter Artikel, aber ausser einer Benennung bereits bekannter Punkte nix Neues. Und in mancherlei HInsicht in meinen Augen auch falsch: Sowohl die EU als auch (in geringerem Maße) Putin können nicht nur entlang der Interessen entscheiden, sondern gerade dieser Konflikt zeigt, wie stark die "Werte" beeinflussen. Beide Seiten benutzen die Werte, binden sich dadurch auch an sie. Die EU kann nun nicht dulden, dass es zu antirussischen Progromen oder einer faschistisch angehauchten Herrschaft in Kiew kommt... und das wird auch jemand wie Klitschko und andere wissen. Deshalb versucht die EU ja auch durch schnelle Hilfe den Wert der multinationalen EU für die Ukraine zu beweisen, um den Rechten Wind aus den Segeln zu nehmen. Weiterhin wurde auch der politische Teil des Abkommens erst NACH der Annexion der Krim unterzeichnet... und auch das dient mit dazu, die Rechten eben nicht als einzige Verteidiger der Ukraine dastehen zu lassen.
Die These, dass die EU nach Osten vordringen will sehe ich sehr wackelig... zwar gibt es Interessenten dafür, aber die letzten Erweiterungen haben zu viele Probleme gebracht, als dass man nun eine ständig expandierende Grenze den eigenen Bevölkerungen verkaufen könnte. Dazu kommt ja auch noch die Finanzkrise und ihre Folgen, die die EU immer noch belasten und die Ukraine wäre in keinem Fall ein Geber-Kandidat.

Die Rolle Russlands für die Ukraine stellt sich für mich mittlerweile so da: Man wollte/konnte sie nach 1990 nicht mehr ganz haben, also hat man sie über verschiedene Wege lose an sich gebunden... eine starke, eigenständige Ukraine war da nicht vorgesehen, eher ein Puffer Richtung Westen. Die ständigen Gaspreisdiskussionen und die "Sabotage" substanzieller Abkommen der Ukraine mit dem Westen durch Drohungen spielt da mit rein. Bei der nun ersten Gelegenheit, wo absehbar ist, dass sich dieser Status quo nicht halten wird, holt man, was zu holen ist... die Krim. Bei der Ostukraine sieht das Ganze anders aus, aufgrund der Geografie und dem fliessenden Übergang der "Ethnien". Eine stabile neue Grenzziehung wird Russland dort nicht gelingen.
Insgesamt ist auch die FAZ-Forderung nach
ZITAT
Statt in Ruhe zu betrachten, welche Lösung für die Ukraine mit ihren unterschiedlichen internen wie externen Interessen mittelfristig die beste wäre – eine Verbindung mit der EU oder Russland oder mit beiden –, schaffen beide Seiten Fakten: Putin durch die Integration der Krim in die russische Föderation, die EU durch die Teilunterzeichnung des Assoziierungsabkommens. Die Ukraine wird geteilt, die Bevölkerung zerrissen. Und das alles unter dem Deckmantel angeblich hehrer europäischer beziehungsweise russischer Ideale.
mehr als blauäugig, ignoriert sie doch die vergangenen 20 Jahre letzendlich erfolglose "Sinnsuche" der Ukraine. Die Situation ist ja nicht plötzlich aus dem Nichts dagewesen, sondern besteht seit der Unabhängigkeit der Ukraine...


Baltikum: Die Nato kann es sich nicht leisten, Mitgliedsländer im Stich zu lassen... sie ist ein Schutzbündnis für alle ihre Mitglieder, somit muss sie das Baltikum verteidigen, weil sie sonst zerbricht. Die USA können daran kein Interesse haben, da sie in vielerlei Hinsicht auf die anderen Mitglieder angewiesen sind und die größeren Mitglieder in Europa bzw. auch die beiden Vetomächte Fra und GB können ein solches Rollback schon aufgrund der möglichen Bedrohung ihrer eigenen Grenzen nicht zulassen. Was interessant wäre sind die Beiträge zum Schutz... also wer schickt was und wieviel...
Darüber hinaus werden die Balten sehr deutlich darauf pochen, das die Westalliierten diesmal reagieren, wenn der Russe ™ vor der Tür steht.
Almeran
Mal was für die "Sanktionen bringen nichts, lasst Panzer rollen!"-Fraktion:

Krim-Krise: Der Westen will Russland mit Finanzkrieg bezwingen

Die Russen haben jetzt schon 20% ihrer Wirtschaftskraft verloren. Der Rubel ist auf Talfahrt, an den Börsen brennt das Geld wie Zunder und russische Staatsanleihen haben wir in näherer Zukunft auf dem Niveau von Griechenland. Dazu ziehen westliche Investoren ihr Geld ab, große Vermögenswerte in den USA sind eingefroren. Und das sind nur US-Sanktionen, wenn die EU irgendwann mal mitzieht ist Russland von den größten Finanzplätzen ausgeschlossen.
Freestyler
Die Annexion der Krim selbst bringt auch so schon für Russland eine erhebliche finanzielle Belastung mit sich: FAZ

Allerdings kann man von solchen Problemen natürlich ablenken, indem man sich die Ostukraine oder Transnistrien einverleibt wink.gif
Markus11
ZITAT(Almeran @ 23. Mar 2014, 12:20) *
Mal was für die "Sanktionen bringen nichts, lasst Panzer rollen!"-Fraktion:

Krim-Krise: Der Westen will Russland mit Finanzkrieg bezwingen

Die Russen haben jetzt schon 20% ihrer Wirtschaftskraft verloren. Der Rubel ist auf Talfahrt, an den Börsen brennt das Geld wie Zunder und russische Staatsanleihen haben wir in näherer Zukunft auf dem Niveau von Griechenland. Dazu ziehen westliche Investoren ihr Geld ab, große Vermögenswerte in den USA sind eingefroren. Und das sind nur US-Sanktionen, wenn die EU irgendwann mal mitzieht ist Russland von den größten Finanzplätzen ausgeschlossen.



"Krieg ist die Fortführung der Politik mit anderen Mitteln".

Wenn Russland finanziell zu sehr bluten muss kann ich mir gut vorstellen dass sie dadurch zur Waffengewalt "genötigt" werden.
Parsifal
Soll das ein Einstiegssignal sein? Die russischen Rohstoffe, Maschinenbaufirmen und Menschen sind ja nicht weg. Es sind nur die "Kurse runter". Das geht automatisch auch wieder hoch weil die Werte nicht ins Nichts fortgelaufen sind aus dem sie kamen wie bei einer Banken- und Versicherungskrise, die mit einer geplatzten Immobilienblase überflüssiger Häuser anfing. Die Langfristanleger halten, die Spekulanten springen logischerweise ab. Wenn die Spekulanten wieder einsteigen und die Langfristanleger erhöhen weils grad günstig ist sein Depot zu erhöhen, dann gibts einen Aufstieg. Eine langfristige Energieunabhängigkeit von Rußland ist eine Sache von mindestens 5 Jahren, eher 10-20. Fracking ist in Dtl. vom Bürger nicht gewünscht und die Energiewende steht auch noch im Raum. Das Russische Gas wird also in absehbarer Zeit für uns nicht wertlos werden. Gerade haben die Russen mit der Krim noch ein paar Förderfelder mehr eingesackt, welche "uns" nun als Alternative fehlen. Per Schiff das Gas zu liefern ist im Vergleich zu Pipeline nur mit Dumpinglöhnen oder massiver Subventionierung zu machen, irgendwas wird in der Lieferkette leiden oder irgendwer wird beschissen wenn man da konkurrenzfähige Preise haben will. Letztendlich bezahlt der Kunde mehr. Duch staatliche Subvention wegen Energieunabhängigkeit was zu lasten des Steuerzahlers, also des Kunden geht, so wirds ja auch bei der erneuerbaren Energie gemacht beim Kohlepfennig und der "Nuklearforschung".
Zu Fabriken und Menschen: Die grundsätzliche Situation in Rußland ist nicht mehr wie vor 10-20 Jahren. Dort ist die Goldgräberstimmung drastisch verflacht, die Korruption auf einem anderen Level und durch eine Stabilitätsphase abgelöst worden. Regelmäßige und der Einflußmöglichkeit in der Gesellschaft entsprechend hohe Einkommen sind Gift für Korruption. Sicherlich ist es weiterhin gut Leute zu kennen und zu lobhudeln, aber das ist bei uns nicht anders. Da kommt man nur durch Geburt, Wissen, Bildungsgrad und/oder Kohle rein, das geht von Karnevalsverein bis hin zum Managertreff und öffnet in Folge manche Türe zu Grundstück, Posten und Beruf. Das ist nichts falsches, der Mensch ist nunmal ein soziales Tier.

Dein Grundgedanke ist aber zu loben, dass du die "Kriegstreiber" etwas bremsen willst. xyxthumbs.gif

@markus: Der Spruch soll ausdrücken, dass man nur zu blöd war um mit Politik seine Interessen zu vertreten. Oder anders ausgedrückt wenn die Argumente versagt haben haut man sich aufs Maul um zu kriegen was man will. Ich verstehe Clausewitz im übertragenen Sinne nicht als verständnisvollen Streetworker, welcher gewaltbereite Jugendliche entschuldigen will. Auf eine Rechtfertigung von Gewalt läufts nämlich hinaus wenn man ihn folgendermaßen interpretiert: "Politik ist ohnehin legitim und Krieg jetzt auch."
SailorGN
Naja, das Hauptproblem sehe ich darin, dass Russland diese Verwundbarkeit gar nicht erkennt, bzw. ignoriert. Schliesslich war Russland schonmal "papiermäßig" am Boden und hat am Ende gewonnen wink.gif Die Frage ist nun, in wie weit Putin die Folgen der Finanzsanktionen von seinen Wählern fernhalten kann... oder sie als Mittel zum Zusammenhalt benutzt. Letztendlich ist das Ganze ein Zeichen dafür, wie wenig autark die russische Wirtschaft ist und/oder wie überbewertet ihre Leistungsfähigkeit war. Denn nur mit Öl/Gas, Rüstung und Rohstoffen hält man ein 150 Mio-Volk nicht am Leben, zumal man selbst im Bereich IT eher von ausländischen Aufträgen abhängt. Man wird abwarten müssen, wie sich diese Sanktionen auswirken und wie sie von der Bevölkerung aufgenommen werden... schon in den 90iger Jahren gab es ja einen riesigen Braindrain, der immer noch nicht aufgeholt wurde.
schießmuskel
und gegen wen soll sich diese Waffengewalt dann richten? Gegen die NAto?

-WDW-
ZITAT(sailorGN @ 22. Mar 2014, 16:05) *
Mittel- und langfristig wäre der Vorenthalt westlicher Militärtechnik etwas, was das russische Militär in bestimmten Sparten (die schon zu SU-Zeiten keine Stärke waren) zurückwerfen, bzw ausbremsen würde. Marineschiffbau ist so ein Gebiet, genauso wie moderne Ausbildungs- und Kommunikationstechnologie. Bei der direkt militärischen Hardware wie Handwaffen, MBT, SPz und ARi braucht Russland ja nicht wirklich Nachhilfe, dort sind es kleine Details bzw. Zubehör, was nicht selbst produziert wird. Letztendlich muss Russland mit oder ohne Embargo jetzt überlegen, ob man die gewollte Position der Stärke mit dem "Transformationsprozess" hin zur Berufsarmee vereinigen kann und will. Denn sowohl im spezifischen Fall Krim wie auch "global" betrachtet ist gerade die schnelle und quantitativ große Verfügbarkeit von "militärischen Druckmitteln" derzeit ein Schlüsselelement für die prognostizierte Rückkehr zu altem Glanz.

JSS: Auch wenns nicht hierherpasst, die verhältnismäßig schnelle und wahrscheinlich fiskalisch günstigere Beschaffung der Mistral würde den Druck und den finanziellen Spielraum für die Beschaffung des entsprechenden Zubehörs (Helos, LCI) erhöhen...
Schon zu Zeiten vor dem Vertragsabschluß, gab es in Russland laute Stimmen gegen den Kauf von Hubschrauberträgern und die Schiffsindustrie behauptete hartnäckig, dass sie in der Lage wäre gleichwertige Schiffe zu bauen. Sie hat bemängelt, dass das Verteidigungsministerium bis dahin selber nicht wusste was die genau haben möchte und auch keine entsprechende Aufträge an die Unternehmen erteilt wurden. Was in der Realität mit Sicherheit etwas anders aussehen würde und länger gedauert hätte, da alles neu projektiert und- entsprechende Infrastruktur aufgebaut werden müsste.

Nicht zu vergessen, dass die damalige Führung des Verteidigungsministerium, heute teilweise wegen Korruptionsvorwürfen auf der Anklagebank sitzt. Und die neue Führung hat alle möglichen Vertragsabschluße, über den Einkauf von ausländischen (westlichen) Militärerzeugnissen entweder gekürzt oder gar storniert und den russischen vorgezogen.
Die hätten auch den Mistralkauf gerne storniert, nur war der Vertrag schon im Gange und die Stornierung würde finanzielle und politische Folgen für Russland haben.
Die Entscheidung über die Bestellung der Schiffe, wurde damals eher politisch motiviert getätigt, weil Russland diese Schiffe nicht wirklich braucht und die Kriege an eigenen Grenzen führt, nicht wie die USA/GB oder Frankreich, tausende Kilometer von eigenen Staatsgrenzen.

Entscheiden sich die Franzosen den Vertag zu annullieren, würden sich die Russen am meisten darüber freuen, vor allem die heimischen Rüstungsunternehmen.

Die Bestellungen der ausländischen Militärtechnik der letzten Jahre, wird jetzt in Russland voraussichtlich ein Ende haben, da die jetzigen Drohungen der westlichen Länder alle Argumente der Kritiker dieser Einkäufe untermauert haben.
Kameratt
ZITAT(Almeran @ 23. Mar 2014, 12:20) *
Mal was für die "Sanktionen bringen nichts, lasst Panzer rollen!"-Fraktion:

Krim-Krise: Der Westen will Russland mit Finanzkrieg bezwingen

Die Russen haben jetzt schon 20% ihrer Wirtschaftskraft verloren. Der Rubel ist auf Talfahrt, an den Börsen brennt das Geld wie Zunder und russische Staatsanleihen haben wir in näherer Zukunft auf dem Niveau von Griechenland. Dazu ziehen westliche Investoren ihr Geld ab, große Vermögenswerte in den USA sind eingefroren. Und das sind nur US-Sanktionen, wenn die EU irgendwann mal mitzieht ist Russland von den größten Finanzplätzen ausgeschlossen.

Aus der Abwertung der Währung auf den Verlust der Wirtschaftskraft zu schließen, halte ich für sehr gewagt. rolleyes.gif
Diese wird immer noch in BIP gemessen und da ist Russland bislang sehr stabil, auch wenn eine Stagnation für die wachstumsverwöhnten Russen gewisse Probleme mit sich bringt.
Nobody is perfect
Bloss gibt es hier ein Unterschied zu anderen Bereichen in der Militärindustrie. Der gesamte Marinebau liegt am Boden, da ist fast nichts mehr übrig, der Bereich ist ausgeblutet und abgewirtschaftet.

OK, sie fangen gerade wieder an, diese wieder aufzubauen, aber im Großen und ganzen war da seit 1990 erst einmal Stillstand und die Baukapazitäten sind zur Zeit auch nicht mehr da.


EK 89/2
@Parsifal
Normalerweis teile ich Deine Meinung fast immer, aber in Russland wäre die Korruption zurückgegangen nee nicht wirklich.
Es ist immer noch üblich dem Lehrer vor den Quartalzensuren eine Schachtel Pralinen mit ein paar Dollar als Deckblatt zu überreichen.
Auch beschleunigt ein 20€ Schein im Reisepass die Abfertigung an der Grenze enorm, wenn Du mit dem Auto einreist (gilt allerdings auch für Belarus und Ukraine)
Diverse Genehmigungen und Bescheinigungen von Behörden das gleiche.
Klar wandern auch regelmäßig Mitarbeiter von diversen Ämtern eben deswegen in den Knast, aber das Schmieren gehört dort einfach dazu.
TrueKosmos
ZITAT(sailorGN @ 23. Mar 2014, 13:24) *
Naja, das Hauptproblem sehe ich darin, dass Russland diese Verwundbarkeit gar nicht erkennt, bzw. ignoriert. Schliesslich war Russland schonmal "papiermäßig" am Boden und hat am Ende gewonnen wink.gif Die Frage ist nun, in wie weit Putin die Folgen der Finanzsanktionen von seinen Wählern fernhalten kann... oder sie als Mittel zum Zusammenhalt benutzt. Letztendlich ist das Ganze ein Zeichen dafür, wie wenig autark die russische Wirtschaft ist und/oder wie überbewertet ihre Leistungsfähigkeit war. Denn nur mit Öl/Gas, Rüstung und Rohstoffen hält man ein 150 Mio-Volk nicht am Leben, zumal man selbst im Bereich IT eher von ausländischen Aufträgen abhängt. Man wird abwarten müssen, wie sich diese Sanktionen auswirken und wie sie von der Bevölkerung aufgenommen werden... schon in den 90iger Jahren gab es ja einen riesigen Braindrain, der immer noch nicht aufgeholt wurde.

ja das sagen so einige in Russland, "schlimmer als in den 90er wird es nicht werden"

Deswegen sagen ebenfalls viele dass die Sanktionen ein Wunder bewirken, russische Oligarchen werden anfangen ihr Geld in Russland zu investieren statt in Europa und USA wie auch russischer Staat selbst wird gezwungen werden eigenes nationales Finanzsystem aufzubauen statt ein Anhängsel für amerikanisches zu bleiben und Staatseinnahmen in die USA zu investieren. Ja und dass Russland mit ihrer nicht der stärksten Industrie der WTO beitrat hatte in Russland ebenfalls viele Gegner.

Es ist heute für Russland viel leichter als für SU in dem Sinne dass die übrige Welt bei Verteilung der Technologie nicht mehr so polar ist, heute gibt es hoch entwickelte Produkte nicht nur in Europa und USA. Und sowieso ist die Verfügbarkeit an Konsumgüter jetzt eine ganz andere, in diesem Bereich kann China heute praktisch alles liefern, bzw. im Bereich der Konsumgüter beliefert China ja auch den Westen rofl.gif

Solange China nicht rigoros auf der Seite des Westens auftritt werden die Sanktionen zwar kurzfristig zu schweren Situation für Russland führen aber langfristig höchstwahrscheinlich würde eine stärkeren Integration russischer Wirtschaft in die chinesische die Folge sein und stabilisierend wirken.
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noch ein interessanter Punkt der oft übersehen wird, engste Verknüpfung der russischen und ukrainischen Luft- und Raumfahrt sowie auch Schiffsbauindustrie und Wehrindustrie allgemein.

Mistral ist nichts im Vergleich zu dieser Abhängigkeit, sollte Ukraine da tatsächlich Sanktionen einführen dann stehen in Russland aber in der Tat viele wichtige militärische Programme still, natürlich würde das ca. 80% der noch verbleibenden ukrainischen hoch entwickelten Industrie zerstören aber der Schaden für Russland wäre noch in 5-10 Jahren zu spüren.

Als ein wichtiger Beispiel sei Motor Sich genannt, der Hauptlieferant der Triebwerke für russische Hubschrauber und damit auch Mi-8 dem Exportschlager.
Übrigens Motor Sich würde wohl auch ohne Russlad überleben, zumindest kurz und mittelfristig.
-WDW-
Dass die Demonstrationen in Ukraine bezahlt wurden ist ja kein Geheimnis, zumindest außerhalb der westlichen Mainstream- Medien.

Hier ist ein Video aufgetaucht, wo die Demonstranten teils vom rechten Sektor ihr versprochenes aber nicht ausgezahltes Geld verlangen.

http://www.youtube.com/watch?v=7-NvgitgPw8
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